Der türkische Angriffskrieg in Syrien!

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Mehmet
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Mehmet » Do 22. Mär 2018, 23:16

rain353 hat geschrieben:(22 Mar 2018, 23:09)

Und wir haben letztens massiv Exporte an die Türkei, die uns Nazis und Terroristen nennt, geschickt... Der Kriegsgegner der Türkei durfte uns deswegen sogar völkerrechtlich angreifen, weil wir denen die Waffen liefern.(glaube ich)
Der türkische Außenminister hat, dass das eine Sichtweise bzw. von Augen eines Terroristen betrachtet werden würde..

Hätte das Russland gesagt, wären schon 10 Atombomben in Russland gelandet... DOPPELMORAL

Meine Kanzlerin ist das sowieso nicht mehr, ich nehme sie einfach nicht wahr, diese schüchterne Frau......

Mein Kanzler ist Kurz!

Nein. Merkel ist auch weiterhin deine/eure Kanzlerin. :D
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Kardux
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Kardux » Do 22. Mär 2018, 23:31

rain353 hat geschrieben:Mein Kanzler ist Kurz!


A Schicklgruaba is g'nua - würde ich mal sagen...
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unity in diversity
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon unity in diversity » Fr 23. Mär 2018, 01:13

Welche Optionen haben Merkel und die EU, abgesehen von militärischen?
Keine. Es wird kein starkes Signal kommen.
Der Flüchtlingsdeal ist eine Zwangsehe zwischen Merkel und Erdogan.
In solchen Ehen ist ER der Boss.
SIE hätte es wissen können, wenn sie sich nicht mit gleichgültigen Multiplikatoren ihrer Meinung umgeben hätte.
Aber wenn man selber nach und nach autokratische Eigenschaften annimmt, liegt man im Trend.
Beispiel: „Wir schaffen das“
Die Tafeln haben die tatsächliche Mangelwirtschaft offen gelegt und Merkels Einmischung, ihre eigene Unkenntnis des Merkelsystems.

Sobald SIE Wort Sanktionen aufsagt, kann ER die Flüchtlinge nicht länger betreuen.
Damit beginnt die Kanzlerdämmerung.
Entlang der Balkanroute beginnt der offene Antimerkelaufstand, mit unabsehbaren Folgen für die Südostflanke von EU und NATO.
Der Kulminationspunkt ist im Kanzleramt zu erwarten.
Ein Qādī könnte die Inverantwortungnahme von Mutter Blamage einleiten, weil es die Deutschen nicht konnten.
Die gutmenschlichen Nutznießer der Flüchlingskrise, werden genauso schnell, mit einer Staubwolke, unter ihren Steinen verschwinden, wie sie 2014 hervorbrachen.
Wer schützt dann die Flüchtlinge vor dem Mob?
Die zynische Logik dahinter, jeder hat zwar alles gesehen und gewußt, aber keiner war es, wie immer.
Wem dieses Szenario zu pessimistisch daherkommt, darf gern etwas Optimismus ausstrahlen.
Es sollte aber kein Zweckoptimismus sein, weil es das Merkelsystem damit bis zum Erbrechen übertrieben hat.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon TheTank » Fr 23. Mär 2018, 02:11

unity in diversity hat geschrieben:(23 Mar 2018, 01:13)

Welche Optionen haben Merkel und die EU, abgesehen von militärischen?
Keine. Es wird kein starkes Signal kommen.
Der Flüchtlingsdeal ist eine Zwangsehe zwischen Merkel und Erdogan.
In solchen Ehen ist ER der Boss.


Sobald SIE Wort Sanktionen aufsagt, kann ER die Flüchtlinge nicht länger betreuen.

Wir sind nicht mehr in 2014.
Es wird keine wilden Flüchtlingslager in Griechenland mehr so geben.
Der Grenzschutz und die Hilfsorganisationen auf EU-Seite sind viel besser organisiert wie damals.
Wenn es so kommt, dass Erdogan diese nicht -wie Ihnen versprochen- in Syrien ansiedelt, werden sie in großer Mehrheit trotzdem in der Türkei bleiben. Besser den Teufel den man kennt.
Der Weg nach Deutschland ist ja auch nicht offen. Da braucht man viel Geld, Zeit und Mut.
Neue Flüchtlinge, von den türkischen Invasionstruppen vertrieben, würden evtl. gerne kommen.
Müssten dann aber über türkisches Gebiet - das werden sie bleiben lassen.
Wenn die Türkei die „Zwangsehe“ aufkündigt, fallen jedwede Art von Bürgschaften und auch die Zahlungen der EU komplett weg.
Fatal für die Türkei in ihrer derzeitigen wirtschaftlichen Situation.
Der „Goodwill“ den gerade die deutsche Politik in den letzten Jahren aufgebracht hat ist endgültig aufgebraucht.
Reisende soll man nicht aufhalten.
Und damit ist die Türkei gemeint.
Die Ausgangstür aus dem gemeinsamen Natoquartier steht weit offen.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 23. Mär 2018, 05:59

unity in diversity hat geschrieben:(23 Mar 2018, 01:13)

Welche Optionen haben Merkel und die EU, abgesehen von militärischen?
Keine. Es wird kein starkes Signal kommen.
Der Flüchtlingsdeal ist eine Zwangsehe zwischen Merkel und Erdogan.
In solchen Ehen ist ER der Boss.
SIE hätte es wissen können, wenn sie sich nicht mit gleichgültigen Multiplikatoren ihrer Meinung umgeben hätte.
Aber wenn man selber nach und nach autokratische Eigenschaften annimmt, liegt man im Trend.
Beispiel: „Wir schaffen das“
Die Tafeln haben die tatsächliche Mangelwirtschaft offen gelegt und Merkels Einmischung, ihre eigene Unkenntnis des Merkelsystems.

Da gibt es einige Optionen, die weit über den turkozentrischen Blickwinkel hinaus reichen. Zum kleineren Anteil aber macht die Bundeskanzlerin genau das, was Bürger Unity auch macht - die Verurteilung der Vorgänge in Afrin mit Schärfe und die Anerkennung des Schicksalhaften als "Boss".

Sobald SIE Wort Sanktionen aufsagt, kann ER die Flüchtlinge nicht länger betreuen.
Damit beginnt die Kanzlerdämmerung.
Entlang der Balkanroute beginnt der offene Antimerkelaufstand, mit unabsehbaren Folgen für die Südostflanke von EU und NATO.
Der Kulminationspunkt ist im Kanzleramt zu erwarten.
Ein Qādī könnte die Inverantwortungnahme von Mutter Blamage einleiten, weil es die Deutschen nicht konnten.
Die gutmenschlichen Nutznießer der Flüchlingskrise, werden genauso schnell, mit einer Staubwolke, unter ihren Steinen verschwinden, wie sie 2014 hervorbrachen.
Wer schützt dann die Flüchtlinge vor dem Mob?
Die zynische Logik dahinter, jeder hat zwar alles gesehen und gewußt, aber keiner war es, wie immer.
Wem dieses Szenario zu pessimistisch daherkommt, darf gern etwas Optimismus ausstrahlen.
Es sollte aber kein Zweckoptimismus sein, weil es das Merkelsystem damit bis zum Erbrechen übertrieben hat.

Es war dem Isolationismus geschuldet, dem Zerfall von Staaten jahrelang zuzusehen, in Syrien, in Libyen, in Afghanistan. Man hat auf ein Sytem gesetzt, welches nur auf dem Papier funktionierte, dem Dublin-Abkommen. Man hat zugesehen, wie Millionen Kriegsflüchtlinge in den Nachbarstaaten Syriens Unterschlupf suchten, etwa im Libanon oder in Jordanien. Die Mittel der internationalen Hilfsorganisationen aber blieben begrenzt, woraus ein Mangel an Nahrung, Schulbildung und Perspektive erwuchs. Gleichzeitig entstand das Geschäftsmodell der Schlepperbanden.

Was also ist zu tun? Es gilt, mit dem UNHCR zu kooperieren, Partnerstaaten zu ertüchtigen, Libyen und den Verbündeten in Syrien, Mali und in Afghanistan beizustehen, politische Lösungen zu forcieren, die EU-Außengrenzen zu schützen und in der Afrika-Politik den kleinen Marschallplan umzusetzen.

Das ist im Prinzip schon alles.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Kardux » Fr 23. Mär 2018, 06:37

unity in diversity hat geschrieben:Welche Optionen haben Merkel und die EU, abgesehen von militärischen?
Keine.


Optionen?

Der Hauch von einem Wirtschaftsembargo wird die AKP samt Erdo zum Erliegen bringen. Die wirtschaftlich gebeutelte Türkei hält einem solchen Embargo keine 6 Monate stand. Optionen gibt es genug:

1. Keine EU-Gelder mehr
2. Drastische Reisewarnungen verordnen
3. Keine Waffen mehr in die Türkei schicken
4. Nato- Mitgliedschaft einfrieren/aufkündigen
5. AKP-Strukturen in Deutschland und der EU dezimieren.
6. Visum für Türken erschweren
7. Opposition stärken und keine Wahlkampfhilfe für Erdo leisten.

Das sind bereits so einige Optionen. Und von den pikanten bzw. halb-militärischen Optionen will ich nicht einmal anfangen.

Und gerade weil die Türkei wirtschaftlich so angreifbar ist, möchte Erdo auch so bewusst dagegen steuern. Deshalb ja die Ausflüge und die territorialen Ansprüche auf rohstoffreichen Gebieten (Nordsyrien + Nordirak). Mit erweitertem Kolonialismus heraus aus der Falle, das ist die Devise...
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 23. Mär 2018, 08:35

TheTank hat geschrieben:(23 Mar 2018, 02:11)

Wir sind nicht mehr in 2014.
Es wird keine wilden Flüchtlingslager in Griechenland mehr so geben.
Der Grenzschutz und die Hilfsorganisationen auf EU-Seite sind viel besser organisiert wie damals.
Wenn es so kommt, dass Erdogan diese nicht -wie Ihnen versprochen- in Syrien ansiedelt, werden sie in großer Mehrheit trotzdem in der Türkei bleiben. Besser den Teufel den man kennt.

Die haben Telefon und Internet. Die wissen, wo es was gibt.

Der Weg nach Deutschland ist ja auch nicht offen. Da braucht man viel Geld, Zeit und Mut.

EU-Grenzer werden auf einen groß angelegten Versuch, irgendwelche Demarkationslinien, Zäune oder Flüsse friedlich-massenhaft zu überwinden, nicht massiv schießen. Und wenn doch, ist der innenpolitische Schaden extrem.

Wenn die Türkei die „Zwangsehe“ aufkündigt, fallen jedwede Art von Bürgschaften und auch die Zahlungen der EU komplett weg.

Das wird ohnehin alle Nase lang gefordert. Die Fallhöhe ist also gering.


Die Ausgangstür aus dem gemeinsamen Natoquartier steht weit offen.

Die Türkei verlässt die Nato nicht und die Nato ist auch nicht aufgestellt, sich die Türkei als neues Problem zu schaffen.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon TheTank » Fr 23. Mär 2018, 09:22

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(23 Mar 2018, 08:35)

Die haben Telefon und Internet. Die wissen, wo es was gibt.

Und auch, wo es keinen Sinn macht.
Antrag stellen und irgendwann einreisen oder Flüchtlingslager bis man zurück geschickt wird.
Jeder hat die Wahl.
EU-Grenzer werden auf einen groß angelegten Versuch, irgendwelche Demarkationslinien, Zäune oder Flüsse friedlich-massenhaft zu überwinden, nicht massiv schießen. Und wenn doch, ist der innenpolitische Schaden extrem.

Nein, nur dreireihige Stacheldrahtrollen und Bustransfer zurück ins Flüchtlingslager, ja nun.
Da ist es besser in der Türkei.
Das wird ohnehin alle Nase lang gefordert. Die Fallhöhe ist also gering.

Kein Problem damit. Forderungen von iwelchen Personen aus der Opposition oder auch Regierungsparteien gibt es in einer Demokratie viele.
In der Türkei nicht. Bekannt. Da liegt das Problem.

Die Türkei verlässt die Nato nicht und die Nato ist auch nicht aufgestellt, sich die Türkei als neues Problem zu schaffen.

Was die Türkei nach einer Suspendierung macht ist ihr Problem.
Sollten extremere „Abenteuer“ folgen, braucht die Türkei nicht mehr austreten.
Ein öffentliches Einknicken der Amerikaner wird es nicht geben.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 23. Mär 2018, 09:53

TheTank hat geschrieben:(23 Mar 2018, 09:22)
Was die Türkei nach einer Suspendierung macht ist ihr Problem.
Sollten extremere „Abenteuer“ folgen, braucht die Türkei nicht mehr austreten.
Ein öffentliches Einkenicken der Amerikaner wird es nicht geben.

"Einknicken" muss heute niemand. Wer einen lokalen Clan lästig findet, wartet auf den nächsten Terrorangriff und sieht dann keine Grundlage mehr für dieses oder das. Ob Syrien oder Irak, man kommt elegant raus, wenn die Zeit dafür ran ist. Aktuell sehe ich keinen Grund, der einer Suspendierung der Mitgliedschaft Anlass und Rechtfertigung geben könnte.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » Fr 23. Mär 2018, 11:49

Ich habe mich gestern mit einem Türken unterhalten um Mal so zu sehen wie die Sichtweise ist.
In der Unterhaltung fragte er mich: wieso bauen die USA in Syrien 20 Militär Camps? Wieso wird der Zugang zu den Ölfeldern für die saa gesperrt? Wieso werden syrische Truppen dort angegriffen?
Das ist höchst völkerrechtswidrig und verletzt die Souveränität des Landes. Türkei hingegen hat seit einem Jahr angedroht entlang der Grenze eine Zone einzurichten weil man den Kurden feindlich gegen über steht.

Wieso darf die USA vom anderen Kontinent sich völkerrechtswidrig in Syrien einnisten, die syrische Armee angreifen? Keiner kritisiert Rechtsverletzungen

Türkei entwaffnet Kurden an der EIGENEN Grenze und wird Massiv dafür kritisiert und ein NATO Rausschmiss wird gefordert.
Das ist höchste Doppelmoral.

Ehrlicher weise musste ich ihm da natürlich zustimmen. Es sind beides Verletzungen des Rechts.

Was meint ihr? Könnt ihr diese Sichtweise nachvollziehen?
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon TheTank » Fr 23. Mär 2018, 12:20

Audi hat geschrieben:(23 Mar 2018, 11:49)

Ich habe mich gestern mit einem Türken unterhalten um Mal so zu sehen wie die Sichtweise ist.
In der Unterhaltung fragte er mich: wieso bauen die USA in Syrien 20 Militär Camps? Wieso wird der Zugang zu den Ölfeldern für die saa gesperrt? Wieso werden syrische Truppen dort angegriffen?
Das ist höchst völkerrechtswidrig und verletzt die Souveränität des Landes. Türkei hingegen hat seit einem Jahr angedroht entlang der Grenze eine Zone einzurichten weil man den Kurden feindlich gegen über steht.

Wieso darf die USA vom anderen Kontinent sich völkerrechtswidrig in Syrien einnisten, die syrische Armee angreifen? Keiner kritisiert Rechtsverletzungen

Türkei entwaffnet Kurden an der EIGENEN Grenze und wird Massiv dafür kritisiert und ein NATO Rausschmiss wird gefordert.
Das ist höchste Doppelmoral.

Ehrlicher weise musste ich ihm da natürlich zustimmen. Es sind beides Verletzungen des Rechts.

Was meint ihr? Könnt ihr diese Sichtweise nachvollziehen?

Die Sichtweise ist so nachvollziehbar, wie falsch.
Die USA unterstützten eine Oppositionsgruppe, die de facto einen Teil Syriens kontrolliert.
Diese ist in Opposition zu dem auch von der UN-Verurteilten autoritärem Regime in Damaskus (Giftgas und Bombardierung von Zivilbevölkerung)
Die USA haben dieser Gruppe im Kampf gegen den IS (rechtmäßig) militärisch beigestanden und leisten jetzt weiterhin Militärhilfe.
Die Türkei macht nichts anderes mit der Oppositionsgruppierung in Idlib.
Zu diesem Zweck wurden Basen zur Sicherung und Ausbildung eingerichtet.
Auch hier: Selbiges seitens der Türkei in der Region Idlib.
Soweit alles i.O.
Jedoch:
Die Türkei ist völkerrechtswidrig in ein Nachbarland einmarschiert, um eine von niemanden außer der Türkei als Terrorgruppe bezeichnete Bürgerkiegspartei zu verfolgen.
Die Schwesterpartei in der Türkei ist als Terrororganisation eingestuft, richtig.
Ein Terrorangriff seitens der in Syrien handelnden Partei in der Türkei ist nicht erfolgt.
Die Türkei handelt also ohne erkennbaren Grund und agiert zusätzlich als Besatzer.
Definitiv nicht NATO-satzungskonform also.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » Fr 23. Mär 2018, 12:26

Naja, ich finde das US Vorgehen ganz klar rechtwidrig. Im Endeffekt macht Russland das gleiche mit den Sepas in der Ost urkaine seit dem die UKR Armee eine "Anti Terror Operation" gestartet hat. USA hat in Syrien keine Gebiete zu besetzen und irgendeiner Opposition zu übergeben... Genau so wie Türkei in Idlib und die Russen im Donbass.
Das ist immer hin das gebiet Syriens wessen Regierung bei der UN sitzt. Der IS ist geschlagen und USA hat zu gehen. In Sachen idlib werden sich Moskau und Ankara zusammen rücken und das wird Ärger geben. Ankara muss gehen und das zu recht.
Und noch einmal: Die USA hat in syrien KEIN UN Mandat dort syrische Truppen zu töten. Ist doch klar, dass Türkei jedes mal Richtung USA zeigt. Wenn die das dürfen, darf ich das auch.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon relativ » Fr 23. Mär 2018, 12:30

Audi hat geschrieben:(23 Mar 2018, 12:26)

Naja, ich finde das US Vorgehen ganz klar rechtwidrig. Im Endeffekt macht Russland das gleiche mit den Sepas in der Ost urkaine seit dem die UKR Armee eine "Anti Terror Operation" gestartet hat. USA hat in Syrien keine Gebiete zu besetzen und irgendeiner Opposition zu übergeben... Genau so wie Türkei in Idlib und die Russen im Donbass.
Das ist immer hin das gebiet Syriens wessen Regierung bei der UN sitzt. Der IS ist geschlagen und USA hat zu gehen. In Sachen idlib werden sich Moskau und Ankara zusammen rücken und das wird Ärger geben. Ankara muss gehen und das zu recht.
Und noch einmal: Die USA hat in syrien KEIN UN Mandat dort syrische Truppen zu töten. Ist doch klar, dass Türkei jedes mal Richtung USA zeigt. Wenn die das dürfen, darf ich das auch.

Haben die Russen denn dort ein Mandat Zivilisten mit Bombem zu bewerfen?
Das Generell die direkte Einmischung von zig Staaten und Interesenvertretungen, mit unterschiedlichen Intentionen, die Lage nicht verbessert hat, noch konnte, war so klar wie abzusehen.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » Fr 23. Mär 2018, 12:33

relativ hat geschrieben:(23 Mar 2018, 12:30)

Haben die Russen denn dort ein Mandat Zivilisten mit Bombem zu bewerfen?
Das Generell die direkte Einmischung von zig Staaten und Interesenvertretungen die Lage nicht verbessert hat, noch konnte, war so klar wie abzusehen.

Russland wurde von der Regierung die auch in der UN vertreten ist um Hilfe ersucht. Der IS war schon kurz vor Damaskus. Das Blatt wurde gewendet. Ja Russland hat das Recht dort militärisch Islamisten zu bekämpfen. Russland rüstet keine Rebellen aus und tötet angehöriger der syrischen Armee und baut quer Militär Basen auf Rebellen gebiet
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon relativ » Fr 23. Mär 2018, 12:44

Audi hat geschrieben:(23 Mar 2018, 12:33)

Russland wurde von der Regierung die auch in der UN vertreten ist um Hilfe ersucht. Der IS war schon kurz vor Damaskus. Das Blatt wurde gewendet. Ja Russland hat das Recht dort militärisch Islamisten zu bekämpfen. Russland rüstet keine Rebellen aus und tötet angehöriger der syrischen Armee und baut quer Militär Basen auf Rebellen gebiet

Russland tötet durch seine Bombardierung von Städten nach dem Gießkannenprinzip nachweislich Zivilisten.
Russland unterstützt einen Machthaber, der gegen seine eigenen bevölkerung Giftgas eingesetzt hat, so groß ist sein Machterhaltungstrieb.
Russland bekämpfte dort am Anfang nur rebellen, die einzigen die dort von Anfang an effektiv gegen den IS gekämpft haben waren die Kurden.
Wieso soll Russland auch Rebellen ausrüsten wo sie sie doch, für den Kriegsverbrecher Assad und für den Erhalt ihrer Stützpunkte, bekämpfen
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » Fr 23. Mär 2018, 12:51

relativ hat geschrieben:(23 Mar 2018, 12:44)

Russland tötet durch seine Bombardierung von Städten nach dem Gießkannenprinzip nachweislich Zivilisten.
Russland unterstützt einen Machthaber, der gegen seine eigenen bevölkerung Giftgas eingesetzt hat, so groß ist sein Machterhaltungstrieb.
Russland bekämpfte dort am Anfang nur rebellen, die einzigen die dort von Anfang an effektiv gegen den IS gekämpft haben waren die Kurden.
Wieso soll Russland auch Rebellen ausrüsten wo sie sie doch, für den Kriegsverbrecher Assad und für den Erhalt ihrer Stützpunkte, bekämpfen

Russland kämpft gegen Islamisten die sich in Städten und Dörfern hinter der Zivilbevölkerung verstecken
Erst als Russland eingegriffen hat wurde der IS geschwächt
Die Regierung in Damaskus ist der offizielle Vertreter des Landes. Und nur diese hat das Recht ausländische Truppen einzuladen und um Hilfe zu bitten.
Ost Ghuta wird im Augenblick befreit und von Islamisten gesäubert. Man hat erreicht das eine Islamisten Gruppe schon abgezogen ist. Eine weitere will bis zum bitteren Ende kämpfen und nimmt die Bevölkerung als Geisel. Das ist zu verurteilen. Nur hat das nicht mit den USA zu tun die sich in Syrien einnisten und die syrische Armee bomben. Das ist Quasi eine besatzung syriens. Jetzt versucht man die Türkei zu verurteilen obwohl man anscheinend das gleiche vor hat, siehe Idlib und Afrin. Das verletzt das Völkerrecht durch die Türkei so wohl auch durch die USA.
Jetzt fragen sich die Türken wieso es die USA darf und die Türkei nicht obwohl Syrien direkter Nachbar ist und die USA auf dem anderen Kontinent ist. Der IS ist geschlagen und dennoch baut USA ihre Basen dort aus.

http://www.zeit.de/video/2018-03/575683 ... t-ostghuta
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon relativ » Fr 23. Mär 2018, 13:08

Audi hat geschrieben:(23 Mar 2018, 12:51)

Russland kämpft gegen Islamisten die sich in Städten und Dörfern hinter der Zivilbevölkerung verstecken
Tja da sind die Zivilisten eben egal.
Erst als Russland eingegriffen hat wurde der IS geschwächt
Wie das denn, wo sie doch damit beschäftigt waren, den hauptfeind von Assad zu bekämpfen und dies waren eben die unterschiedlichen rebellengruppen in ihren Enklaven und die strategisch wichtigen zugangswege. Das war "weit" entfernt vom einer effektiven Bekämpfung des IS.

Die Regierung in Damaskus ist der offizielle Vertreter des Landes. Und nur diese hat das Recht ausländische Truppen einzuladen und um Hilfe zu bitten.
Assad ist alles andere , aber kein Vertreter seines gesamten Volkes mehr. Das seine Vertreter noch in der UN sitzen dürfen, hat er den Russen zu verdanken , sonst wäre er nicht mehr.

Ost Ghuta wird im Augenblick befreit und von Islamisten gesäubert. Man hat erreicht das eine Islamisten Gruppe schon abgezogen ist. Eine weitere will bis zum bitteren Ende kämpfen und nimmt die Bevölkerung als Geisel.

Man hat alles kurz und klein gebombt, was soll sich da noch verstecken?


Das ist zu verurteilen. Nur hat das nicht mit den USA zu tun die sich in Syrien einnisten und die syrische Armee bomben. Das ist Quasi eine besatzung syriens. Jetzt versucht man die Türkei zu verurteilen obwohl man anscheinend das gleiche vor hat, siehe Idlib und Afrin. Das verletzt das Völkerrecht durch die Türkei so wohl auch durch die USA.
Ja natürlich, Glatzköpfe reißen sich die Haare raus und zeigen jetzt gegenseitig mit dem Finger auf sich. Die Russen sitzen mitten drin, du musst es nur mal einsehen.


Jetzt fragen sich die Türken wieso es die USA darf und die Türkei nicht obwohl Syrien direkter Nachbar ist und die USA auf dem anderen Kontinent ist. Der IS ist geschlagen und dennoch baut USA ihre Basen dort aus.

http://www.zeit.de/video/2018-03/575683 ... t-ostghuta
Tja da sollten sich die Türken mal nach der Intention fragen, die ist nämlich komplett konträr. Btw. das es ziemlich schäbig ist, die Kurden erst die Drecksarbeit machen zu lassen und nachher mal wieder grandios im Stich zu lassen, wie schon 1990 im Irak, ist ein weiterer Meilenstein in der westlichen Sicherheitspolitik und Aussenpolitik. Hoffentlich ist der politische Schwanengesang bei zukünftigen Terrorakten nicht ganz so groß.
Das Banale braucht man nicht zu schälen.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Balsamico » Fr 23. Mär 2018, 13:42

Kardux hat geschrieben:(23 Mar 2018, 06:37)

Optionen?

Der Hauch von einem Wirtschaftsembargo wird die AKP samt Erdo zum Erliegen bringen. Die wirtschaftlich gebeutelte Türkei hält einem solchen Embargo keine 6 Monate stand. Optionen gibt es genug:

1. Keine EU-Gelder mehr
2. Drastische Reisewarnungen verordnen
3. Keine Waffen mehr in die Türkei schicken
4. Nato- Mitgliedschaft einfrieren/aufkündigen
5. AKP-Strukturen in Deutschland und der EU dezimieren.
6. Visum für Türken erschweren
7. Opposition stärken und keine Wahlkampfhilfe für Erdo leisten.


Hoffen wir, dass es dazu kommen wird. Ich würde weinen vor Stolz, wenn die EU das hinbekommen würde.
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Audi » Fr 23. Mär 2018, 15:40

relativ hat geschrieben:(23 Mar 2018, 13:08)

Tja da sind die Zivilisten eben egal.
Wie das denn, wo sie doch damit beschäftigt waren, den hauptfeind von Assad zu bekämpfen und dies waren eben die unterschiedlichen rebellengruppen in ihren Enklaven und die strategisch wichtigen zugangswege. Das war "weit" entfernt vom einer effektiven Bekämpfung des IS.

Assad ist alles andere , aber kein Vertreter seines gesamten Volkes mehr. Das seine Vertreter noch in der UN sitzen dürfen, hat er den Russen zu verdanken , sonst wäre er nicht mehr.


Man hat alles kurz und klein gebombt, was soll sich da noch verstecken?


Ja natürlich, Glatzköpfe reißen sich die Haare raus und zeigen jetzt gegenseitig mit dem Finger auf sich. Die Russen sitzen mitten drin, du musst es nur mal einsehen.

Tja da sollten sich die Türken mal nach der Intention fragen, die ist nämlich komplett konträr. Btw. das es ziemlich schäbig ist, die Kurden erst die Drecksarbeit machen zu lassen und nachher mal wieder grandios im Stich zu lassen, wie schon 1990 im Irak, ist ein weiterer Meilenstein in der westlichen Sicherheitspolitik und Aussenpolitik. Hoffentlich ist der politische Schwanengesang bei zukünftigen Terrorakten nicht ganz so groß.

Schaut man sich mossul und kobane an, dann Frage ich mich wie dort der Schutz von Zivilisten aussah?
2. In Syrien ist nicht nur der IS. Sondern auch zig andere Islamisten die bekämpft werden müssen.
3. Was Assad ist entscheidet die UN. So weit ich weiß ist die aktuelle Regierung in der un vertreten
4.siehe mossul und kobane. Anders wird man mit Islamisten nicht fertig
5. Russen kämpfen gegen die Islamisten.

Ist die USA legal dort? Hat USA das Recht dort zig Basen zu bauen und syrische Truppen zu töten?
Ist die Türkei legal in idlib und afrin?

Beide halten syrisches Gebiet besetzt. Da hilft es nicht den Finger auf die Türkei zu zeigen
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon Mehmet » Fr 23. Mär 2018, 16:09

Kardux hat geschrieben:(23 Mar 2018, 06:37)

1. Keine EU-Gelder mehr
2. Drastische Reisewarnungen verordnen
3. Keine Waffen mehr in die Türkei schicken
4. Nato- Mitgliedschaft einfrieren/aufkündigen
5. AKP-Strukturen in Deutschland und der EU dezimieren.
6. Visum für Türken erschweren
7. Opposition stärken und keine Wahlkampfhilfe für Erdo leisten.

Das alles wird nicht passieren, Kardux. Das aber wirst du sicherlich selbst wissen.

Die NATO-Mitgliedschaft ist unantastbar. Da können einige so viel Gift und Galle speien wie sie möchten.

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