Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

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Nomen Nescio
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 12. Feb 2018, 22:30

Kardux hat geschrieben:(12 Feb 2018, 20:36)

Aber eine Minderheit kann nicht erwarten ganze Staaten bzw. fast eine ganze Region zu beherrschen.

erpressen reicht schon. das sieht man soo oft. was denkst du z.b. von GB versus EU. oder die walen und belgien. um nur zwei zu nennen.
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DerFlamingo
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon DerFlamingo » Di 13. Feb 2018, 00:51

Ich habe auch eine Frage an Kardux, du hast geschrieben der Iran lässt große Teile seiner eigenen Bevölkerung verhungern...
Hast du dafür evtl eine Quelle zur Hand?
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King Kong 2006
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Di 13. Feb 2018, 16:19

Kardux hat geschrieben:(12 Feb 2018, 20:36)
Sie scheinen ja ein eingefleischter Khomeinist zu sein - der schiitischer Halbmond ist mehr als eine Ideologie...

Wenn der Iran in Zukunft wieder von ziviliserten säkularen Köpfen regiert wird, werden wir sehen wie schnell sich dieses Faß schliessen wird. Als Kenner des Irans müssten Sie doch wissen, dass große Teile der Bevölkerung nicht hinter der IRI stehen...

Ohne die Mullahs in Teheran könnte sich Israel entspannen, die Hizbollah würde sich auflösen, Hashd al-Shabi im Irak und Syrien ebenso, der Libanon könnte sich wieder anständig regieren lassen, usw. Das soll natürlich nicht bedeuten, dass ich den Schiiten im Nahen Osten wieder eine marginale Rolle zurück wünsche. Aber eine Minderheit kann nicht erwarten ganze Staaten bzw. fast eine ganze Region zu beherrschen.


Was ist ein eingefleischter Khomeinist? Ist das so etwas wie ein eingefleischter Terrorist, wenn man die Operationen der kurdischen YPG/PKK/PJAK gegen die Türkei, Irak, Syrien und Iran nicht aufs Schärfste verurteilt? :D

Sicher, es gab vor 1979 und der Revolution im Iran überhaupt keine Probleme in Nahost, weder ethnisch, konfessionell, religiös, (macht-)politisch, wirtschaftlich fundiert und keine Kriege... und wenn der Iran sich ändert, wird alles gut in Nahost. Palästinenser verschwinden bzw. die Zweistaatenlösung kommt, oder Israel wird endlich "friedlich", Kurdenproblematik, Al-Qaida, Taliban, Wahabismus, Salafismus, Hamas, Muslimbrüder, arabisch-israelischer Konflikt, Machtansprüche einzelner Staaten, Interessen der USA, Russlands, der Türkei, Saudi-Arabien, China usw.. Ich weiß nicht, wer sich das hier einfach (redet). Schon mal darüber nachgedacht, wie sich die Entwicklungen dort hochgeschaukelt haben?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Syrien soll wieder Grenzkontrolle in Afrin übernehmen

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 16. Feb 2018, 09:02

Offenbar ist zwischen dem "mächtigen Assad" und der YPG/PKK/PJAK eine Übereinkunft getroffen worden, das die syrische Armee wieder in Afrin stationiert werden soll. Somit übernimmt Syrien offenbar wieder die Kontrolle in dieser Region.

Syria to deploy troops to Afrin under deal with Kurdish militants: Reports

The Syrian government is reportedly set to deploy troops to the northern district of Afrin, which has been the target of a month-long Turkish offensive, as part of an agreement with the Kurdish militants operating there.


Das wird vermutlich die Operationen der Türkei in dieser Region stoppen.

Insgesamt wird es für Erdogan schwieriger seine Interessen durchzusetzen, da in den anderen Regionen, die von der YPG/PKK/PJAK erobert wurden, diese unter den SDF von den USA geschützt werden. Das wird vermutlich auch eine harte Nuss für "den mächtigen Assad" und seinen kleinen Verbündeten, Iran und Russland. Eben auch für die Türkei. Es könnte sein, daß Ankara jetzt an den Fronten auf Granit stösst. Bei Afrin auf den "mächtigen Assad", Iran und Russland und weiter im Osten auf die YPG/PKK/PJAK aka SDF + USA.

Angered by a Washington plan to set up a 30,000-strong Kurdish force at its doorstep, Turkey launched on January 19 the so-called Operation Olive Branch in northern Syria to cleanse those regions of the YPG, which forms the primary component of the so-called Syrian Democratic Forces (SDF).

http://www.presstv.com/Detail/2018/02/1 ... ent-Turkey


Zusammengefasst: Ankara, Teheran, Bagdad (und der mächtige Assad) haben kein Interesse an weitesgehender kurdischer Autonomie, sprich an der YPG/PKK/PJAK - SDF. Weil es ihre territoriale Existenz bedroht. Für die einen Terroristen, für die anderen Freiheitskämpfer. Russland und die USA nutzen die Kurden, je nach politischer Lage. Z.T. Ankara, Teheran, Bagdad und "der mächtige Assad" natürlich auch. Die YPG/PKK/PJAK - SDF lavieren nach politischer Lage zwischen den Lagern. Mal sind die einen Tyrannen, dann mal wieder Allierte.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » Fr 16. Feb 2018, 10:55

King Kong 2006 hat geschrieben:Was ist ein eingefleischter Khomeinist? Ist das so etwas wie ein eingefleischter Terrorist, wenn man die Operationen der kurdischen YPG/PKK/PJAK gegen die Türkei, Irak, Syrien und Iran nicht aufs Schärfste verurteilt?


Ein eingefleischter Khomeinist denkt, dass überall wo Schiiten leben, auch eine schiitische Theokratie etabliert werden muss. Ein eingefleischter Khomeinist denkt, dass die iranische Bevölkerung tief verwurzelt ist mit der Shia bzw. dem Islam an sich. Das die Perser "einst" den größten Widerstand gegen die Zwangsislamisierung leisteten, wird ausgeblendet. Gegen die Liebe der Perser zu ihrem vorislamischen und deshalb heidnischen Neujahrsfest können nicht einmal die Mullahs (die sich sonst in alles einmischen) etwas tun. Das die Perser bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts noch mehrheitlich Sunniten waren, wird ausgeblendet. Das die Interessen der Perser kaum mit denen der Araber vereinbar sind (siehe Streit um die Namensgebung des Persischen Golfs), wird ausgeblendet. Das innerhalb der persischen Gesellschaft große Ressentiments gegenüber Arabern existieren, wird ausgeblendet. Das Antijudaismus nicht vereinbar ist mit der persischen Gesellschaft und die Frage um Jeruslem für den normalen Perser keinerlei Bedeutung hat, wird natürlich auch ausgeblendet. Eingefleischte Khomeinisten sehen das anders. Für sie ist die Khomeini-Doktrin (Ausweitung der Shia) mehr als nur eine Ideologie - ein naturgegebenes Recht vielleicht? Auf jedenfall, ist diese Doktrin tief verankert in der Gesellschaft. Komisch. Das hörte sich bei den Massenprotesten im Iran aber anders an.

King Kong 2006 hat geschrieben:Sicher, es gab vor 1979 und der Revolution im Iran überhaupt keine Probleme in Nahost, weder ethnisch, konfessionell, religiös, (macht-)politisch, wirtschaftlich fundiert und keine Kriege... und wenn der Iran sich ändert, wird alles gut in Nahost. Palästinenser verschwinden bzw. die Zweistaatenlösung kommt, oder Israel wird endlich "friedlich", Kurdenproblematik, Al-Qaida, Taliban, Wahabismus, Salafismus, Hamas, Muslimbrüder, arabisch-israelischer Konflikt, Machtansprüche einzelner Staaten, Interessen der USA, Russlands, der Türkei, Saudi-Arabien, China usw.. Ich weiß nicht, wer sich das hier einfach (redet). Schon mal darüber nachgedacht, wie sich die Entwicklungen dort hochgeschaukelt haben?


Ich habe in Diskussionen mit iranophoben (vielleicht auch nur Gegner der Shia) Usern schon klargestellt, dass die Zerschlagung des schiitischen Halbmonds keinen anhaltenden Frieden mit sich bringt. Es gibt noch reichlich Baustellen im Nahen Osten. Aber der Shia-Bogen ist derzeit nunmal das Problem mit dem größten Konfliktpotential. Dieser Halbmond hat die Balance auf den Kopf gestellt, dadurch schreitet die Radikalisierung der Sunniten nur weiter voran. Dies gilt es zu beenden.

Und auch wenn sich eingefleischte Khomeinisten einen Iran ohne die Mullahs nicht vorstellen können, wird es diesen irgendwann wieder geben. Und der natürlich wird wieder ein Gegengewicht zu den anderen playern vorort stellen. Es gäbe aber eine Entspannung der konfessionellen Spannungen. Im Libanon könnte man wieder gerechter regieren - nach der tatsächlichen Population und nicht der militärischen Stärke. Vielleicht wäre auch eine Teilung möglich? Und in Syrien und im Irak würden sich für die Sunniten wieder neue Perspektiven ermöglichen. Und aus einem mächtigen Staat wie dem Iran, kämen dann auch keine Drohungen mehr Israel auszulöschen. Wäre alles geklärt? Gewiss nicht. Aber es wäre mal ein Anfang. Die Wahabiten wären das nächste große Problem und stehen nur deshalb nicht über dem Shia-Bogen, weil sie schlichtweg zu viele Defizite aufzeigen. Saudi Arabiens Macht ist abhängig, das macht sie kontrollierbarer.

King Kong 2006 hat geschrieben:Offenbar ist zwischen dem "mächtigen Assad" und der YPG/PKK/PJAK eine Übereinkunft getroffen worden, das die syrische Armee wieder in Afrin stationiert werden soll. Somit übernimmt Syrien offenbar wieder die Kontrolle in dieser Region.


Der gestrige Tag war ein Knackpunkt. Da wurde der YPG wohl zum ersten mal in den letzten drei Wochen wirklich bewusst, dass man die Enklave langfristig nicht halten kann. Man wartet bis jetzt noch auf ein Zeichen aus Washington, aber das wird wohl nicht kommen. Nur Russland kann den Vormarsch der Türken in Efrîn stoppen.

King Kong 2006 hat geschrieben:Es könnte sein, daß Ankara jetzt an den Fronten auf Granit stösst.


Ohne Lufthoheit wird es keine weiteren territorialen Gewinne in dieser hügeligen Region geben. Die Türkei wird wohl in den wenigen Tagen, die sie noch haben, so viel wie möglich okkupieren. Ja, da hat die YPG wohl falsch gepokert, auch wenn der Widerstand stark war. Aus den strategisch wichtigen Dörfern, welche die Türkei in den letzten drei Wochen eingenommen hat, kann wohl auch Assad sie nicht mehr verdrängen. Es sei denn, die Türkei wagt den Bruch mit Russland.

Ansonsten kann man keine selbstzerstörerische Tat der Türkei erwarten, von wegen sie würden einen Krieg mit den USA erwägen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » Sa 17. Feb 2018, 18:33

DerFlamingo hat geschrieben:(13 Feb 2018, 00:51)

Ich habe auch eine Frage an Kardux, du hast geschrieben der Iran lässt große Teile seiner eigenen Bevölkerung verhungern...
Hast du dafür evtl eine Quelle zur Hand?


http://www.borgenmagazine.com/poverty-iran-rise/

Der ultimative Beweis für die schlechten wirtschaftlichen Zustände im Iran waren jedoch die Massenproteste im Iran zwischen Dezember 2017 und Jänner 2018.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 17. Feb 2018, 21:01

Das der Iran "große Teile" seiner Bevölkerung "hungern" lässt ist an den Haaren herbeigezogen.

Armut? Ja, die gibt es nicht nur in Deutschland. Auch im Iran. Um in der Region zu bleiben, 1.8 Millionen Israelis, ca. 22 % von der Bevölkerung leben in Armut (Stand 2017 https://www.timesofisrael.com/1-8-milli ... ne-report/). Und das ist kein sanktioniertes Land, sondern mit besten Kontakten zum Westen und hohen Bildungsstand. Es gibt auch viel Armut im Iran und es ist nicht einfach selbst für Akademiker. Aber in "großen Teilen" "verhungert" nicht die Bevölkerung.

Was das Thema "Khomeinist" betrifft, werde ich später darauf antworten. Man sollte dabei den Fokus nicht nur auf den Iran lenken. Gerde die tribalistischen Gesellschaften Iraks, Syriens oder Libanons sollte man beachten. Mit starken Clan- und Familienstrukturen haben sie als einen Träger die Schia. Dazu muß man nicht nur den Iran bemühen. Natürlich gibt es viele Identifiktationsmöglichkeiten für Gesellschaften. Aber so, wie für Israelis das Judentum als Identifikationsmittel sicher nicht unerheblich ist, oder viele Millionen das Sunnitentum, so ist es für viele Iraker, Libanesen oder die Alawiten in Syrien (genauso, die Sunniten andersherum) ein verbindendes Element. Das sieht man als Symptom an den vielen Milizen und Parteien. Dies ist nicht zu ignorieren. Und die heiligsten Stätten der Schia wie auch der höchste Würdenträger sind auch nicht im Iran. Wenn auch die politische Macht den Iran im nationalstaatlichen Rahmen zur Zeit dominierend macht.
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Race for energy?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 17. Feb 2018, 23:06

Ob vor den Küsten des Libanons und Israels...

Nasrallah said explicitly on Friday, Feb. 16: The region has entered “the battle of oil and gas. No one should look at this as a separate dispute,” he said.

https://www.debka.com/israel-lebanese-o ... gy-battle/


... oder in Syrien.

US, PYD/PKK, Iran jockey for Syria's energy resources

Iranian forces advance on Deir ez-Zour's energy fields; US reportedly responds with airstrikes

http://aa.com.tr/en/middle-east/us-pyd- ... es/1058233


Die USA, Russland und hintendrein Iran, Türkei, Irak, Syrien, Saudi-Arabien die KRG, diverse Gruppen, direkt, wie indirekt beteiligt - Kämpfen ist kein Selbstzweck, oder Zeitvertreib aus Langeweile. Gerade in dieser Region der Welt. Neben dem Kampf für die Gerechtigkeit, versteht sich.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon DerFlamingo » Mo 19. Feb 2018, 13:15

Kardux hat geschrieben:(17 Feb 2018, 18:33)

http://www.borgenmagazine.com/poverty-iran-rise/

Der ultimative Beweis für die schlechten wirtschaftlichen Zustände im Iran waren jedoch die Massenproteste im Iran zwischen Dezember 2017 und Jänner 2018.


Sorry, "große Teile der Bevölkerung verhungern lassen" lese ich dort wirklich nicht raus.

Was allerdings in dem Artikel steht, und was mir auch aus anderen Quellen bekannt war, ist eine steigende Unzufriedenheit der Bevölkerung durch die ungerechte Verteilung der Einnahmen.
Speziell die hohen Ausgaben für die Unterstützung Assad, der Houthis und der Hisbollah kommen wohl im Volk nicht wirklich gut an.

Meine bei bescheidene Meinung dazu: Gebt diesem Regime noch 5-10 Jahre ohne ständig eine Drohkulisse von aussen aufzubauen und das Problem wird sich von selbst lösen. Leider sind die Kollegen Donald und Bibi da ganz anderer Ansicht und liefern den Mullahs ständig Steilvorlagen um ihren radikalen Kurs vor dem eigenen Volk zu legitimieren. :mad:
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon tabernakel » Di 20. Feb 2018, 09:43

DerFlamingo hat geschrieben:(19 Feb 2018, 13:15)
Meine bei bescheidene Meinung dazu: Gebt diesem Regime noch 5-10 Jahre ohne ständig eine Drohkulisse von aussen aufzubauen und das Problem wird sich von selbst lösen. Leider sind die Kollegen Donald und Bibi da ganz anderer Ansicht und liefern den Mullahs ständig Steilvorlagen um ihren radikalen Kurs vor dem eigenen Volk zu legitimieren. :mad:

Deine bescheidene Hoffnung in allen Ehren, aber Nordkorea ist seit über 60 Jahren größtenteils frei von "ständiger westlicher Drohkulisse", und geändert hat sich nix. Was bringt Dich auf die Idee dass das im Iran anders wäre? Die Taktik ist doch letztlich äußerst simpel:
- droht ein übermächtiger Gegner, wird Resistance beschwört
- droht ein gleichstarker Gegner wird auf dicke Hose gemacht
- droht niemand wird schlicht ein neues Konfliktfeld künstlich erzeugt, und zugleich der Untergang des Abendlandes prophezeit

Am Ende kannst Du machen was Du willst, die Mullahs werden genauso immer einen Weg finden den eigenen Kurs vor der eigenen Bevölkerung zu legitimieren, so wie Erdogan diesen in der Türkei stets finden wird. Ganz einfach. Auch ein Göbbels ist hierzulande nicht sonderlich ins Schwitzen geraten alle möglichen Gräuel wohlklingend im Volk zu verteilen, sobald die Presse (und heutzutage das Internet) unter Kontrolle gebracht und damit abweichende Meinungen unter Kontrolle sind, ist das ziemlich einfach. Den Rest besorgen dann Massenverhaftungen bei Protesten.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon DerFlamingo » Di 20. Feb 2018, 12:20

Nordkorea frei von Drohkulisse? Das meinst du nicht ernst oder?
Nordkorea ist umzingelt von amerikanischen Basen. Konventionell wäre man bereits gegen die südkoreanische Armee zwar nicht nach Mannstärke, jedoch technisch hoffnungslos unterlegen.
1994 standen die USA bereits kurz vor einer intervention, später dann die berüchtigte Axis of evil. Ich denke man hat in Nordkorea sehr genau beobachtet was im Irak passiert ist, und seine Schlüsse gezogen.
Damit möchte ich nicht die Handlungen des Regimes in Nordkorea verteidigen, sondern aufzeigen, dass Nordkorea gradezu ein Paradebeispiel für einen Staat unter Dauerdruck ist.
Was spricht zB dagegen, eine Entwicklung wie etwa in China oder Vietnam ernsthaft in Betracht zu ziehen?

Zum Iran, was mich hier an einen Wandel von innen glauben lässt ist ganz einfach das iranische Volk.
Man ist im Iran keinesfalls so abgeschottet wie in Korea, denen ist bekannt wie nett wir es im Westen haben. Das wollen die auch.
Die Bevölkerung hat die Nase voll Embargos und Militarismus.
Natürlich werden die Mullahs versuchen sich an der Macht zu halten.
Gegen ein Volk was ihren Kurs absolut nicht unterstützt werden sie mittelfristig aber den kürzeren ziehen.

Zudem, was ist die Alternative zur einer friedlichen Annäherung?
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon tabernakel » Di 20. Feb 2018, 14:49

DerFlamingo hat geschrieben:(20 Feb 2018, 12:20)Nordkorea frei von Drohkulisse? Das meinst du nicht ernst oder?
Nordkorea ist umzingelt von amerikanischen Basen. Konventionell wäre man bereits gegen die südkoreanische Armee zwar nicht nach Mannstärke, jedoch technisch hoffnungslos unterlegen.
1994 standen die USA bereits kurz vor einer intervention, später dann die berüchtigte Axis of evil. Ich denke man hat in Nordkorea sehr genau beobachtet was im Irak passiert ist, und seine Schlüsse gezogen.
Damit möchte ich nicht die Handlungen des Regimes in Nordkorea verteidigen, sondern aufzeigen, dass Nordkorea gradezu ein Paradebeispiel für einen Staat unter Dauerdruck ist.

Nordkorea weiss im Norden mit China eine Supermacht im Rücken, ist also mitnichten "umzingelt". Und Nordkorea weiss vor allem anderen dass es nicht angegriffen werden wird solange es nicht selbst den Grund dafür liefert. Diese rein defensive Ausrichtung Südkoreas und damit auch der USA hält die Lage für das Regime absolut berechenbar. Man konnte es sich sogar leisten eine Korvette der Südkoreaner zu versenken und ne Insel zu beschießen ohne dass das allzu martialische Auswirkungen hatte. Und falls das nicht reichte: Der Besitz von Atomwaffen hat die Lage für die Kims nochmal berechenbarer gemacht.

DerFlamingo hat geschrieben:Was spricht zB dagegen, eine Entwicklung wie etwa in China oder Vietnam ernsthaft in Betracht zu ziehen?

Da sehe ich für Nordkorea noch die größte Bedrohung, denn China hat sich so weit von Pyongyang weg entwickelt dass die inzwischen auch keinen großen Bock mehr auf einen Nachbarn haben der vor allem anderen als potentielle Quelle von Millionen Flüchtlingen gesehen wird. Wenn sich Nordkorea in Chinas Richtung entwickeln wöllte, dann hätten sie dazu in den vergangenen 20 Jahren mehr als ausreichend Gelegenheit gehabt.

DerFlamingo hat geschrieben:Zum Iran, was mich hier an einen Wandel von innen glauben lässt ist ganz einfach das iranische Volk. Man ist im Iran keinesfalls so abgeschottet wie in Korea, denen ist bekannt wie nett wir es im Westen haben. Das wollen die auch. Die Bevölkerung hat die Nase voll Embargos und Militarismus. Natürlich werden die Mullahs versuchen sich an der Macht zu halten. Gegen ein Volk was ihren Kurs absolut nicht unterstützt werden sie mittelfristig aber den kürzeren ziehen.

Yo, wie sehr die da den kürzeren ziehen konnte man 2009 schön sehen.

DerFlamingo hat geschrieben:Zudem, was ist die Alternative zur einer friedlichen Annäherung?

Was war 1938 die Alternative zum Einknicken? Wenn man schon nachvollziehbarerweise keine militärische Ablösung der Mullahs sucht weil in der Tat der Iran genauso wie der Irak dabei zerbrechen könnte, dann ist die Alternative wie immer friedliche Sanktion und Isolation. Gründe wieder welche Einzuführen hat der Iran seit Abschluss des Atom-Deals nun wahrlich genug geliefert, sowohl mittels der Finanzierung des Chaos in Libanon, Syrien, und Jemen, bis zu den fortwährenden Raketentests. Die Lösung ist mit Sicherheit nicht uns den islamischen Revolutionsexport des Iran als alternativlos schönzureden.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon DerFlamingo » Di 20. Feb 2018, 16:12

Ganz kurz noch zu NK, das ist hier ja eigentlich nicht Thema ;) Die Bombe zu entwickeln war für NK essentiell wichtig eben weil man sich nicht mehr zu 100% auf Peking verlassen konnte. Diese Entwicklung dauert ja Dekaden, wie hättest du am Steuer von NK reagiert wenn GdabbelU
Dich auf die „Liste“ setzt, in den Irak einfällt und den Iran schon als nächstes Ziel anpeilt?
So ist es zum Glück nicht gekommen, aber die Möglichkeit war auf jeden Fall gegeben.

2009 war ein Anfang. So etwas ist eine Langfrisitge Entwicklung, man kann nicht gleich den kompletten Umsturz erwarten. Es ist ja nicht so, dass sich seit 2009 nichts verändert hat. (Zb Wechsel von Mahmut A. zu Ruhani, Atomabkommen)

Willst du wirklich die aktuelle Situation in Nahost mit Europa 1938 vergleichen? Ich finde da gibt es zu viele Unterschiede, das würde hier ausufern :s

Was das Chaos in Syrien, Jemen, dem Irak und dem Libanon angeht... dieser Wust wird von so unglaublich vielen Stellen befeuert das es schwierig ist jetzt einzelnen Alteuren Schuld zuzusprechen. Da müsste man jeden Konflikt einzeln betrachten.
Generell finde ich jedoch Sanktionen nicht unbedingt ein Friedliches Mittel. Sanktionen treffen immer zuerst das Volk. Millionen leiden wegen Entwicklungen die sie nicht oder nur sehr eingeschränkt beeinflussen können. Zudem haben Sanktionen als Instrument eine jämmerliche Erfolgsbilanz.
Selbst das unter den strengsten Sanktionen weltweit stehende Regime in NK kann sich selbst ausreichend bewaffnen. Unter den Sanktionen leider zu 99% nur das Volk.
Ich halte es in solch einer Situation eher mit Egon Bahr, Wandel durch Annäherung also.
Sobald beispielsweise der Iran engere wirtschaftliche Beziehungen zu großen Teilen der Welt entwickelt hätte würde es für die Regierung sehr sehr schwer (teuer) werden neue Konfliktfelder zu öffnen. Sanktionen und Isolation bewirken eher eine radikalisierung der eigenen Position.

Ganz kurz noch zum Islamischen Export. Ich bin generell der Meinung, jegliche Religion hat in der politischen Führung eines Landes nichts zu suchen. Ich denke wir in Europäer haben dieses Thema größtenteils im Mittelalter hinter uns gelassen. Bei entsprechender Entwicklung werden uns die anderen Kulturen da nachfolgen. Hoffen wir mal... :cool:
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Do 22. Feb 2018, 08:09

Während die Türkei ankündigt Afrin einzukesseln und die kurdische YPG/PKK/PJAK deswegen sogar pro-Assad Kräfte um Unterstützung bittet, die syrische Armee bei der Hauptstadt Damaskus versucht die von Islamisten gehaltenen Stadtteile zurückzuerobern (Ghouta), hört man von den USA nichts. Offenbar billigt man die Entwicklungen, inwieweit die USA dort an den Planungen involviert sind twittert Trump diesmal nicht. Alleine das ist verdächtig. Sonst hat der Mann stets eine Meinung dazu, egal wie unqualifiziert. Das jetzt nichts kommt ist bereits eine Aussage.

Syrien: USA schweigen zu Kämpfen zwischen ihren Koalitionspartnern in Afrin

https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/6 ... ern-afrin/
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Re: Führt die Türkei einen Angriffskrieg in Syrien?

Beitragvon DarkLightbringer » Do 22. Feb 2018, 12:13

Bundeskanzlerin verurteilt "Massaker"

"Was wir im Augenblick sehen, die schrecklichen Ereignisse in Syrien, der Kampf eines Regimes nicht gegen Terroristen, sondern gegen seine eigene Bevölkerung, die Tötung von Kindern, das Zerstören von Krankenhäusern, all das ist ein Massaker, das es zu verurteilen gilt", sagte Merkel in ihrer Regierungserklärung im Bundestag.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 94820.html

Die Bundestagsdebatte zum Thema müsste man sich näher ansehen, das ist sicher interessant.

verschoben,
NN, mod
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Di 27. Feb 2018, 21:21

Die USA und Russland.

Russische Söldner wollen Rache für den US-Angriff bei dem viele Russen ums Leben gekommen sind.

Russian mercenaries reportedly want revenge after getting whooped by US forces in Syria

http://www.businessinsider.de/russia-me ... ?r=US&IR=T


Leaked audio recordings said to be of Russian mercenaries in Syria capture expressions of lament and humiliation over a battle in early February involving U.S. forces and Russian nationals.

Published by Polygraph.info — a fact-checking website produced by Voice of America and Radio Free Europe/Radio Liberty, news organizations that receive funding from the United States government —the audio recordings paint a picture of Russian mercenaries essentially sent to die in an ill-conceived advance on a U.S.-held position in Syria. Polygraph says the audio recordings are from a source close to the Kremlin.

https://taskandpurpose.com/russian-merc ... ked-audio/


Putin ist jemand der seine Stärke durch Stärke erhält, die er demonstrieren kann. Die toten Russen wurden nie großartig thematisiert. Wenn sie mehr in die Öffentlichkeit kommen, wird es Putin unter Druck setzen. Wie kann ein Staatsführer seine Leuten so von US-Streitkräften zusammenschiessen lassen? Ähnlich erging es Erdogan, als der IS in einem Video dargestellt türkische Militärangehörige massakriert hat, kam praktisch nichts aus Ankara. Als ob nichts gewesen wäre. Sonst hätte Erdogan reagieren müssen. Als starker Mann. Lange Zeit wurden tote iranische Militärangehörige in Syrien ebenfalls nicht groß im Iran thematisiert. Erst als man die Beerdigungen nicht totschweigen konnte, nahm Teheran eine Haltung dazu ein. Was ist jetzt mit Russland?

Russia, US could be headed for collision in Syria

Recent escalations in Syria, including the US strike on pro-regime forces in Deir ez-Zor — which killed Russian combatants — is raising speculation about potential fallout from Moscow’s strategy in Syria and possible escalation between the Russian and American militaries.

The strike occurred Feb. 7, yet the exact number of Russians killed in the fight with the US-backed Syrian Democratic Forces has ranged in various news sources from 10 to 200 soldiers and mercenaries in Russia’s employ. The number of US airstrikes also has remained as a matter of speculation.

Moscow denied that any Russian servicemen were even in the area, but it has been quiet about whether Russian citizens ultimately got hurt in the attack. Reports of Russian mercenaries, particularly from the well-known private military company Wagner Group, also emerged shortly after the incident and were backed up by personal stories of relatives and friends of alleged Wagner contractors, some of whom supposedly ended up in hospitals in Moscow and St. Petersburg.

Two weeks after the battle in Deir ez-Zor, the Russian Defense Ministry recognized that “several dozen” citizens of Russia and other former Soviet states had been killed or wounded, but the ministry said the fighters had traveled to Syria “of their own accord and for a variety of reasons.”

The fallout for Russia has been remarkable. Given the fast-approaching presidential election March 18, the potential costs of the incident for Putin’s reputation are high; thus, public discussion of the incident has mostly evolved in the framework of “American aggression on the pro-government forces.”

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z58LFQCIqX


Russland soll seine neuen Tarnkappenbomber nach Syrien verlegt haben. Normales Testen unter Gefechtsbedingungen oder etwas anderes?

Russia’s Su-57 stealth fighter is about to meet the US F-22 over Syria

Putin has sent his most secret stealth fighter to square-off against the best the United States has to offer.

http://www.news.com.au/technology/innov ... 6fVLADIMIR
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Kardux » Fr 23. Mär 2018, 07:03

Trump ernennt "Falken" John Bolton zum neuen Nationalen Sicherheitsberater


US-Präsident Donald Trump holt einen weiteren außenpolitischen Hardliner ins Weiße Haus: Er hat am Donnerstag John Bolton zum Nachfolger des Nationalen Sicherheitsberaters H.R. McMaster ernannt. Der frühere US-Botschafter bei den Vereinten Nationen trete sein Amt am 9. April an, teilte Trump im Kurzmitteilungsdienst Twitter mit. Zugleich dankte Trump dem scheidenden McMaster für dessen Dienste und dessen "herausragende" Leistung.

Die Absetzung McMasters war bereits erwartet worden, doch die Ernennung des 69-jährigen Bolton löste in Washington Schockwellen aus. Bolton war einer der Wortführer der Falken in der Amtszeit von US-Präsident George W. Bush. Er hatte für den Irakkrieg geworben und sich auch für Präventivangriffe gegen Nordkorea und für einen Krieg gegen den Iran ausgesprochen. Im engeren Umfeld Trumps war seine Ernennung zum Nationalen Sicherheitsberater umstritten, vor allem unter kriegserfahrenen Militärangehörigen.

https://www.welt.de/newsticker/news1/article174822762/Personalie-Trump-ernennt-Falken-John-Bolton-zum-neuen-Nationalen-Sicherheitsberater.html

Wird mit dieser Personalie ein "schärferer" Kurs eingeleitet? Möglich wäre es. Auf den ersten Blick scheint es so, speziell wenn man noch die Ernennung von Pompeo als Außenminister bedenkt.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon Mehmet » Fr 23. Mär 2018, 16:32

Kardux,

die Frage sollte wohl eher lauten, wie lange sich die Neuen im Amt halten werden. :D
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Trump will die US-Boys heimholen

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 31. Mär 2018, 13:55

Donald T. will die US-Truppen raus aus Syrien, wieder in die Heimat holen. Das Pentagon weiß davon noch nichts. Meist interessiert das aber den US-Präsidenten nicht (mit den zweitmeisten Stimmen nach H. Clinton), was andere meinen. Wird er sich hier auch wieder durchsetzen können? Was bedeutet das?

Who stands to gain if Trump pulls the US out of Syria?

https://edition.cnn.com/2018/03/31/poli ... index.html


Es ist sicher kein Zufall, daß die Region östlich des Euphrats für die USA von Interesse sind. Zum einen ist dort das meiste Öl, zum anderen war das ein Versuch die Grenze zwischen Syrien und Irak besser kontrollieren zu können.

In Syria, we ‘took the oil.’ Now Trump wants to give it to Iran.

https://www.washingtonpost.com/news/jos ... 66641e55c6


Wenn Trump die US-Truppen abzieht, wird der Osten vermutlich wieder unter syrische Kontrolle fallen. Die TSK wird von Norden kommen und Assad (mit seinen kleinen Verbündeten Iran, Russland, Irak + Hezbollah oder RSII bzw. 4+1) vom Westen, Süden und Osten. Die YPG/PKK/PJAK/SDF wird ohne US-Protektion keine Chance haben große Räume zu halten. Was ist der Plan von Trump?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Geopolitik - Interventionen/Präventionen im Sykes-Picot Raum

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 6. Apr 2018, 08:02

Die Ententen der Region.

Russland-Iran-Türkei und Türkei-Iran-Qatar. Die Gegner dieser Ententen könnten ihnen sicher andere Namen geben z.B. "Vertikale Achse des Verderbens" oder "Die Triangel des Bösen". :D
Ob solche blödsinnigen Definitionen zielführend sind, bleibt abzuwarten.

Turkish-Russian-Iranian Summit: Limits to a Tripartite Entente

https://www.theglobalist.com/turkey-ira ... ani-syria/


Turkey-Iran-Qatar entente mocks Saudi-led ‘Arab NATO’

http://www.atimes.com/turkey-iran-qatar ... arab-nato/


Die absolute Monarchie der Familie der al-Sauds, aktuell mit Prinz Charming, der einen verherrenden Krieg im Jemen und eine Unterdrückung in seinen Erdölgebieten führt, wollte immer so eine Art arabischen Golfkooperationsrat führen. Nachdem sich herausstellte, daß nicht alle von den al-Sauds geführt werden wollen, z.B. Qatar oder Oman, wurde dieser Golfkooperationsrat immer stiefmütterlicher. Praktisch ist er von keinem Nutzen. Die Bündnisse der Türkei, Russlands, Irans und Qatars (oder Omans gute sicherheitspolitischen Beziehungen zum Iran) in der Region mögen auch nicht kompromisslos und zeitlos sein, aber die al-Sauds haben dagegen keine Strategie.

Eine Strategie ist sicher sich als viel offener und moderner als die Türkei, Russland, Iran, Qatar usw. darzustellen. Wenn man mich fragt, ob ein Land der arabischen Halbinsel dahinsichtlich besser aufgestellt ist, ist es der Oman. Und der sucht die Nähe zum Iran...

Oman FM to visit Iran shortly after meeting U.S. defense chief

http://www.tehrantimes.com/news/422111/ ... ense-chief


Ein Bericht der UN nennt den Oman als das Land, welches innerhalb der letzten 40 Jahre seine soziale und wirtschaftliche Lage am meisten verbessern konnte.[6]

https://de.wikipedia.org/wiki/Oman


Iran, Oman vow to boost military cooperation

http://www.xinhuanet.com/english/2017-1 ... 667753.htm
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