Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

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jellobiafra
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon jellobiafra » Do 20. Apr 2017, 22:12

Das Referendum hat unter den Türken Wunden geschlagen, die noch in den nächsten zwei Generationen nicht verheilt sein werden. So wie es heute noch Türken gibt, die ihr eigenes Verhalten damit begründen, dass ihren Großeltern nicht Deutsch beigebracht wurde, oder dass Herr Roland Koch vor 15 Jahren eine Unterschriftenaktion initiierte, werden Erdogangegner in Deutschland die Drohungen, Beleidigungen und Denunziationen die nächsten Jahrzehnte nicht vergessen.
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Mehmet
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Mehmet » Do 20. Apr 2017, 22:49

DieBananeGrillt hat geschrieben:(20 Apr 2017, 22:36)

Hat denn Atatürk damals zu modern gehandelt und das Volk in etwas hineingezwängt, wozu es noch nicht reif war und hat Erdogan nun nur korrigiert ?

Bei der Stadtbevölkerung sehen die Vorstellungen jedoch anders aus, als im traditionellen Landkreisen, wie sich zukünftig die Gesellschaft entwickeln sollte.

So ist es aber in vielen Ländern aus, die Städte sind modern, das Land hat andere Vorstellungen.

Also gibt es Stadtbevölkerung und Landbevölkerung.
Und obwohl es ein Volk ist, kann es so kein Zusammenhalt geben, wie denn auch ?
Das ist nicht nur ein Problem der Türkei.

Das es in Deutschland noch weniger Zusammenhalt gibt ist ein anderes Problem.
Deutschland bestand früher aus vielen eigenständigen Städten, Landkreisen mit vielen Ländern und Grenzen.

Atatürk hat vieles richtig gemacht und modernisiert! Vor allem aber einen säkularen Staat geschaffen!
Auf der anderen Seite hat er das auch knallhart, und ohne Rücksicht auf die Bevölkerung, vorangetrieben.
Also er ist nicht unfehlbar, keineswegs! Erdogan hingegen möchte sich ebenfalls unsterblich machen, und
lässt riesige bauten bauen; Sultan-Palast, oder nun die größte Moschee in der Türkei. Und das ganz schlimme
ist, aus meiner Sicht, die Religion. Er lässt der Religion viel zu viel Gewicht zukommen. Ich bin zwar auch ein
Moslem, aber wenn sich jemand ein Scherz über den Islam oder Mohammed erlaubt, kann ich auch darüber lachen.
Ich nehme das mit der Religion eben nicht ganz so ernst. Auch wenn das bei einigen nicht ganz so gut ankommt.

Ach, über Erdogan kann man viel sagen; gutes, als auch weniger gutes. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Das mit den Städten und dem Land stimmt natürlich schon. Allerdings darf man auch nicht die Landflucht vergessen,
da vermischt sich wiederum so einiges. Die einzige Stadt, die wohl wirklich mehr für "Nein" gestimmt hat, ist, Izmir
um die Agais Region. Und das wahrscheinlich auch ohne große Hilfe von Minderheiten. Das glaube ich sofort. Und
Diyarbakır bzw. Ostanatolien brauch ich in dem Fall nicht zu erwähnen. Das sollte in dem Fall natürlich klar sein.

Jetzt heißt es sowieso erstmal abwarten und gucken wie es weiter geht...

Sultan-Palast: https://de.wikipedia.org/wiki/Cumhurba% ... aray%C4%B1
Moschee: https://en.wikipedia.org/wiki/%C3%87aml ... lic_Mosque
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zu uns komme Dein Reich; dein türkischer Wille geschehe, wie in Anatolien, so auch in Europa!
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon DieBananeGrillt » Fr 21. Apr 2017, 10:02

Mehmet hat geschrieben:(20 Apr 2017, 23:49)



Jetzt heißt es sowieso erstmal abwarten und gucken wie es weiter geht...

Sultan-Palast: https://de.wikipedia.org/wiki/Cumhurba% ... aray%C4%B1
Moschee: https://en.wikipedia.org/wiki/%C3%87aml ... lic_Mosque



Wer auf dem verarmten Land wohnt, kann nur Beten und Glauben.
So war das früher in Europa auch.
Der einzige Luxus war dann am Sonntag in die Kirche zu gehen, die vor Prunk und Gold nur so gestrahlt hat und dann ein Gefühl vermittelt hat dazuzugehören. Und Hoffnung gegeben hat, das das Leben nicht so grau und mühsam ist und es sich lohnt für etwas zu leben, zu arbeiten.

Und heutzutage nach dem Motto, wir sind zwar arm und das System hat uns nicht reich gemacht, aber sieh doch nur die vielen Paläste, Einkaufzentren, Moscheen, neuen Straßen. Es ist gut so.....

Warum soll nun verstärkt wieder geglaubt werden und der Einfluß sich vergrößern und
macht es Sinn, sich etwas zu unterwerfen, sich Freiheiten beschneiden zu lassen ?
Aber, was heißt schon Freiheit....

Mehr Arme = mehr Gläubige !
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War das eine Protestwahl? In Deutschland

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 21. Apr 2017, 10:36

Der Begriff "Türkische Reichsbürger" finde ich gut. Es gibt da Ähnlichkeiten mit den Deutschen Reichsbürgern. :D

Allerdings muß man fairerweise sagen, das wie auch in der Talkrunde gesagt wurde, viele Türken sich eben auch abgehängt fühlen. So fühlen sich viele Türken in den USA nicht. Deutschland hätte von Anfang an eine stärkere Identität anbieten müssen. Nicht nur so abstrakte Dinge wie Verfassungsdeutscher. "Schwammige Eltern" werden von ihren Kindern oft drangsaliert, weil die Kinder sich wünschen, daß die Eltern mal klar Kante zeigen. Das führt oft zu radiklaen Haltungen. Rein aus Protest, um mal wahrgenommen zu werden und klare Vorgaben zu bekommen. Ich erinnere an Jim Stark:

Jim Stark, ein Jugendlicher aus der oberen Mittelschicht, ist gerade mit seinen Eltern nach Los Angeles gezogen. Er hatte offenbar auch schon an seinen vorherigen Wohnorten Ärger und landet nun mitten in der Nacht bei der Polizei wegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit. Als Grund dafür gibt er gegenüber einem Polizisten an, dass seine Eltern ständig streiten, er sich unverstanden fühlt und keinen Respekt vor seinem Vater haben kann, der unter dem Pantoffel seiner Frau und seiner Schwiegermutter steht.

https://de.wikipedia.org/wiki/…_denn_sie_wissen_nicht,_was_sie_tun


Viele Reichsbürger wünschen sich (wieder?) klare, leicht verständliche Handlungsmuster. Klare Vorgaben.

Deutschland hat seit dem WWII und den 68er davon Abstand genommen. Mache ich Raum dafür frei, weil ich jetzt voll korrekt bin und wirklich allen Thesen, Menschen, Methoden und Gruppen es recht machen will, holen sich andere diesen Raum. Das darf natürlich nicht zu Assimilierungsdruck führen. Aber eben zu klaren Ansagen, ich erinnere an Bassam Tibi und seinen Thesen dazu.

Das Wahlverhalten in Deutschland wundert mich nicht.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Dieter Winter » Fr 21. Apr 2017, 13:58

DarkLightbringer hat geschrieben:(17 Apr 2017, 14:47)

Die Demokratie ging erstmals in der Antike unter und doch kehrt sie immer wieder zurück. Das könnte Gründe haben.


Was heißt hier "immer wieder"?

Bislang genau ein mal seit dem Untergang der römischen Republik. Die aktuelle Version der Demokratie ist relativ jung - und mitnichten weltweit etabliert. Möglicherweise hat sie ihren Zenit bereits überschritten. Neben RUS auch in PL, H, TR und last not least in den USA geht die Tendenz eher in die andere Richtung.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon DarkLightbringer » Fr 21. Apr 2017, 14:14

Dieter Winter hat geschrieben:(21 Apr 2017, 14:58)

Was heißt hier "immer wieder"?

Bislang genau ein mal seit dem Untergang der römischen Republik. Die aktuelle Version der Demokratie ist relativ jung - und mitnichten weltweit etabliert. Möglicherweise hat sie ihren Zenit bereits überschritten. Neben RUS auch in PL, H, TR und last not least in den USA geht die Tendenz eher in die andere Richtung.

Das würde ich ein wenig anders sehen.
Die erste Demokratie ging im antiken Griechenland unter. Mit dem erneuten Auftauchen verbreitete sich die Idee sehr stark, sodann gab es öfters auch mal Rückschläge - Beispiel Weimarer Republik vs. Drittes Reich. Heute ist die Idee auf jedem Kontinent vertreten und praktisch in jedem Land durch mindestens eine Gruppe oder Partei.

Auch ein Istanbuler Frühling ist also durchaus zu erwarten, die Frage ist nur wann.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Bobo » Fr 21. Apr 2017, 16:07

H2O hat geschrieben:(20 Apr 2017, 07:25)

Dann war der plötzliche Rückzug enttarnter türkischer Spitzel wohl reine Propaganda? Unterschätzen Sie auf diesem Felde die Erkenntnisfähigkeit Ihrer deutschen Mitbürger nicht ganz erheblich?

Nichts wird sich beruhigen. Der Argwohn ist in die Welt gesetzt worden, sowohl innerhalb der türkischen Kreise als auch unter deutschen Mitbürgern. Das gab es in der Form vorher nicht. Auch die Beschimpfungen und Terrordrohungen durch Erdogan und seine Spießgesellen erfordern gespannte Aufmerksamkeit.


So ist es ganz gewiss und das Misstrauen gegen Erdogan uns seinen Fans ist europaweit von Erdogan selbst gesät. Das es das Misstrauen gibt, kann man kurzfristig am kommenden Niedergang des europäischen Tourismus in der Türkei ablesen, und Erdogan bekommt sein Fett direkt im politischen Alltag. Darauf kann er den Palast wetten. Führt die Türkei die Todesstrafe ein, fliegt sie unmittelbar auch aus dem Europarat und dann dürfte der Rückweg in ein diktatorisches Entwicklungsland frei sein. Vielleicht hat Trump ja Verwendung für eine islamo-faschistische Junta. Wie bei Erdogan wird künftig auch in Europa das eine oder andere zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus gehen. Auf Erdogan und seinen Fans kommen vermutlich bittere Zeiten zu.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Mehmet » Sa 29. Apr 2017, 10:23

EU erkennt Türkei-Referendum an

Die EU-Außenminister haben sich bei ihrem Treffen auf Malta auch dafür ausgesprochen, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei weiter zu führen.

Die EU-Staaten haben sich nach Angaben der Außenbeauftragten Federica Mogherini grundsätzlich darauf geeinigt, das Ergebnis des umstrittenen Verfassungsreferendums in der Türkei hinzunehmen. „Wir respektieren die Ergebnisse des Referendums, auch wenn wir zur Kenntnis nehmen, dass sie angefochten werden“, sagte die Italienerin am Freitagabend zum Abschluss eines Außenministertreffens auf Malta. Die EU erwarte allerdings, dass sich die türkische Regierung bei dem geplanten Staatsumbau an europäische Standards halte. Konkret nannte Mogherini die Vorgaben von Verfassungsexperten des Europarates („Venedig-Kommission“).

Umstrittene Beitrittsgespräche

Mogherini machte zudem deutlich, dass derzeit weder ein Abbruch noch ein Aussetzen der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zur Debatte stehe. „Der Beitrittsprozess geht weiter“, sagte sie. Fortschritte könnten aber nur erzielt werden, wenn sich die Türkei an die Voraussetzungen in Bereichen wie Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Medienfreiheit halte.

Was habe ich Euch immer gesagt?! Dann wird bald alles wieder so weiterlaufen wie vorher.

So sind dann auch die ganzen Spekulationen von "Scheidung" usw. nun vom Tisch. Und natürlich wird sich beim Staatsumbau auch weiter an "europäische Standards" gehalten. :thumbup:

EDIT: Link vergessen: http://www.tagesspiegel.de/politik/eu-a ... 36204.html
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Audi » Sa 29. Apr 2017, 10:36

Mehmet hat geschrieben:(29 Apr 2017, 11:23)

Was habe ich Euch immer gesagt?! Dann wird bald alles wieder so weiterlaufen wie vorher.

So sind dann auch die ganzen Spekulationen von "Scheidung" usw. nun vom Tisch. Und natürlich wird sich beim Staatsumbau auch weiter an "europäische Standards" gehalten. :thumbup:

EDIT: Link vergessen: http://www.tagesspiegel.de/politik/eu-a ... 36204.html

Somit hat Erdogan den " Werte orientierten Westen" vorgeführt. Köstlich
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Wasteland » So 30. Apr 2017, 20:40

Audi hat geschrieben:(29 Apr 2017, 11:36)

Somit hat Erdogan den " Werte orientierten Westen" vorgeführt. Köstlich


Der Westen ist genauso wenig werteorientiert wie jede andere politische Entität auf dem Globus. Das ist alles eine riesengrosse Verarsche für die Dummen.

In der internationalen Politik geht es um alles, nur nicht um Werte. Macht und Geld vor allem, sonst eigentlich um nichts. Und ja, irgendwie müssen wir mit der Türkei sprechen, auch wenn da so ein Möchtegern-Kalif an der Macht sitzt.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Adam Smith » So 30. Apr 2017, 20:51

Wasteland hat geschrieben:(30 Apr 2017, 21:40)

Der Westen ist genauso wenig werteorientiert wie jede andere politische Entität auf dem Globus. Das ist alles eine riesengrosse Verarsche für die Dummen.


Es gibt hier schon gewisse Unterschiede. Jede Gruppe ihre Auffassung durchzusetzen. Der Unterschied besteht aber darin wie das passiert und was danach passiert. Wenn man den IS betrachtet, dann würde der glatt alle Schiiten umbringen und dann ein Terror-Regime errichten.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Wasteland » So 30. Apr 2017, 20:56

Adam Smith hat geschrieben:(30 Apr 2017, 21:51)

Es gibt hier schon gewisse Unterschiede. Jede Gruppe ihre Auffassung durchzusetzen. Der Unterschied besteht aber darin wie das passiert und was danach passiert. Wenn man den IS betrachtet, dann würde der glatt alle Schiiten umbringen und dann ein Terror-Regime errichten.


Ja, aber wenn ein westliches Land irgendwo interveniert, dann sicherlich nicht um Geschenke zu machen und "Werte" zu exportieren. Es geht um Geld und Macht und sonst nichts.
Das ist ja auch keine Wertung. So ist einfach die menschliche Natur.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Elser » So 30. Apr 2017, 20:59

Wasteland hat geschrieben:(30 Apr 2017, 21:40)

Der Westen ist genauso wenig werteorientiert wie jede andere politische Entität auf dem Globus. Das ist alles eine riesengrosse Verarsche für die Dummen.

In der internationalen Politik geht es um alles, nur nicht um Werte. Macht und Geld vor allem, sonst eigentlich um nichts. Und ja, irgendwie müssen wir mit der Türkei sprechen, auch wenn da so ein Möchtegern-Kalif an der Macht sitzt.


Da muss ich Dir leider Recht geben.

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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Adam Smith » So 30. Apr 2017, 21:08

Wasteland hat geschrieben:(30 Apr 2017, 21:56)

Ja, aber wenn ein westliches Land irgendwo interveniert, dann sicherlich nicht um Geschenke zu machen und "Werte" zu exportieren. Es geht um Geld und Macht und sonst nichts.
Das ist ja auch keine Wertung. So ist einfach die menschliche Natur.


In Bezug auf den Irak-Krieg ging es meines Erachtens um den Export von Werten. Ich war trotzdem gegen diesen Krieg. Des Weiteren ist der Westen kapitalistisch. Jede Förderung des Handels bedeutet, dass Werte exportiert werden. Wobei China im Moment kapitalistischer ist als die USA. In China gibt es ja auch die meisten Hochhäuser und das große Vorbild ist die USA.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon JJazzGold » Mo 1. Mai 2017, 08:42

Audi hat geschrieben:(29 Apr 2017, 11:36)

Somit hat Erdogan den " Werte orientierten Westen" vorgeführt. Köstlich


Wenn man das so betrachten will, auf Kosten seines Volkes, siehe Investitions- und Wirtschaftseinbruch. Von Erdogans Allmachtsallüren, kann der Türke per se nicht abbeißen, so er bedingt durch Erdogans “Werte“ nicht ohnehin an Knastkost knabbert.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Nomen Nescio » Di 2. Mai 2017, 14:06

eine konsequenz des neuen referendum ist daß das verbot für türkische präsidenten mitglied einer politischen partei zu sein, aufgehoben ist.
erdogan ist jetzt wieder mitglied seiner AKpartei. man erwartet daß es nicht lange dauern wird, bevor er dort vorsitzende ist.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon jellobiafra » Fr 5. Mai 2017, 22:58

Wenigstens bleibt uns ein weiteres Referendum in Deutschland erspart.

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_81083914/bundesregierung-wuerde-todesstrafen-referendum-verbieten.html

SPD-Kanzlerkandidat Schulz legt vor, die Bundesregierung legt nach: Sie stimmen Recep Tayyip Erdogan darauf ein, dass die in Deutschland lebenden Türken hier nicht über die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei abstimmen könnten.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Audi » So 7. Mai 2017, 11:20

jellobiafra hat geschrieben:(05 May 2017, 23:58)

Wenigstens bleibt uns ein weiteres Referendum in Deutschland erspart.

http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_81083914/bundesregierung-wuerde-todesstrafen-referendum-verbieten.html

Sicher? So bald Erdo brüllt, knickt Berlin ein. Und warum? hat Gabriel schön gesagt

Was das Thema Nato angeht, müssen Sie wissen, dass die Europäische Union natürlich ein gemeinsames Interesse hat: Die Türkei nicht weiter Richtung Osten abwandern zu lassen

Und das wiederholt er ständig. Noch fragen?
jellobiafra
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon jellobiafra » So 7. Mai 2017, 19:20

Audi hat geschrieben:(07 May 2017, 12:20)

Sicher? So bald Erdo brüllt, knickt Berlin ein. Und warum? hat Gabriel schön gesagt

Was das Thema Nato angeht, müssen Sie wissen, dass die Europäische Union natürlich ein gemeinsames Interesse hat: Die Türkei nicht weiter Richtung Osten abwandern zu lassen

Und das wiederholt er ständig. Noch fragen?


Warten wir es ab. Die Türkei hat auch die Wahlkampfauftritte zum Referendum wg. Präsidialsystem eingestellt. Da ist Erdogan eingeknickt.

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