Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

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Alter Stubentiger
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 18. Apr 2017, 10:51

odiug hat geschrieben:(18 Apr 2017, 08:53)

Aber warum wurde das hier nicht zum Thema gemacht ?
Und sind wir mal ehrlich ... eigentlich geht uns, also der Mehrheitsgesellschaft, die Tuerkei am Allerwertesten vorbei ... solange die Hotels billig und sauber sind und die Strassen sicher.
Was mich auch ein wenig stoerrt, dass es kaum Informationen ueber die eigentlichen Inhalte der Abstimmung gab.
Gerade ein Vergleich mit anderen Praesidentaldemokratien wie USA oder auch Frankreich waere fuer viele bestimmt hilfreich gewesen ... vor allem, wenn man die Unterschiede herausgearbeitet haette und das auch den hier Wahlberechtigten vermittelt haette.
Aber sind wir nochmals ehrlich ... es geht uns wirklich am Allerwertesten vorbei.
Das heisst, wir regen uns gerne auf ueber den Sultan vom Bosporus ... aber mehr auch nicht.
Es waere auch wichtig gewesen, wenn die europaeischen Staatschefs auch klar dargelegt haetten, was diese Abstimmung fuer das Verhaeltnis der Tuerkei zur EU bedeutet.
Die Tuer ist zugeschlagen worden ... da spielt das nun neu angekuendigte Referendum ueber die Todesstrafe kaum mehr eine Rolle.
Europa, auch Deutschland hat die demokratischen, progressiven Kraefte in der Tuerkei einfach links liegen lassen und das war ein Fehler, den wir uns eigentlich nicht leisten koennen.


Man muß da ehrlich sein. Progressive Kräfte in der Türkei findet man nur in den Zentren und den Urlaubsgebieten. Dort hat man auch mehrheitlich gegen das Präsidialsystem gestimmt. Aber die konservativen Landeier waren und sind Erdogan treu ergeben. Die sind nicht erreichbar für türkische oder europäische Demokraten.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 18. Apr 2017, 10:54

JJazzGold hat geschrieben:(18 Apr 2017, 09:45)


Die Kurden als Feindbild wird Erdogan in seinem nahezu 50:50 gespaltenen Staat ebenso dringend benötigen, wie er das externe Feindbild EU benötigt
.


Wahrscheinlich hast du recht. Wird ihm aber nichts nutzen. Ich fürchte es wird so enden wie in Venezuela.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Bobo » Di 18. Apr 2017, 10:58

Moses hat geschrieben:(17 Apr 2017, 15:07)

Wo genau siehst Du eine "große" Türkei - und warum genau soll ich ausgerechnet türkisch lernen?


Trolle sollte man nicht füttern. Mehmet dürfte eine rechte Birne mit Willen zur Provokation sein. Siehe seine Fußnote. Selbst für AKP-Fossis zu absurd.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Nomen Nescio » Di 18. Apr 2017, 11:29

odiug hat geschrieben:(18 Apr 2017, 08:53)

Aber warum wurde das hier nicht zum Thema gemacht ?

ich weiß überhaupt nicht ob erdogan auch eine art »mefowechsel« benützte. denn habe darüber nicht viel (oder nichts) gelesen. es war/schien offenbar nicht wichtig.

und ja, daß teils auf pump gebaut wurde, finde ich logisch.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon jellobiafra » Di 18. Apr 2017, 11:51

http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_80916326/cem-oezdemir-eu-verhandlungen-der-tuerkei-hinten-in-den-schrank-schieben-.html

"Ein Teil der Deutschtürken muss sich kritische Fragen gefallen lassen", sagte Özdemir im ARD-"Morgenmagazin". Sie genössen in Deutschland die Vorteile der Demokratie, richteten in der Türkei aber eine Diktatur ein. "Wir müssen über Versäumnisse der Integrationspolitik reden", sagte der Schwabe mit türkischen Wurzeln.


Hm. ich weiß ehrlich gesagt nicht, was Deutschland noch tun kann. Wir schicken die Türken mindestens 12 Jahre auf deutsche Schulen und dann wählen 29 % Erdogan. An den Lehrern liegt es nicht.
Ich war auch auf einer Schule in Deutschland und mir hat niemand beigebracht, dass Faschismus Klasse ist. Das alte grün-linke Erklärungsmuster: Die Türken sind doof aber die Deutschen sind schuld, ist im Jahr 2017 nicht mehr besonders überzeugend.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 18. Apr 2017, 12:04

Nomen Nescio hat geschrieben:(18 Apr 2017, 12:29)

ich weiß überhaupt nicht ob erdogan auch eine art »mefowechsel« benützte. denn habe darüber nicht viel (oder nichts) gelesen. es war/schien offenbar nicht wichtig.

und ja, daß teils auf pump gebaut wurde, finde ich logisch.


Erdogan hat natürlich keinen Mefo-Wechsel genutzt. Ich denke nicht daß heute einer damit durchkommt. Es gab ja einen echten Wirtschaftsaufschwung. Die Gülen-Leute haben Erdogan ja ihre geballte Wirtschaftskompetenz zur Verfügung gestellt. Der Tourismus boomte ja auch und brachte viel Geld. Solange dies alles lief hatte Erdogan auch genug Geld um all die schöne neue Infrastruktur zu bauen. Die Staatsverschuldung ist also erträglich. Noch. Denn der Tourismus ist schon eingebrochen. Und relativ viele Geschäftsleute sind geflohen, sitzen im Knast oder wurden gar enteignet. Ausländer scheuen sich jetzt in der Türkei zu investieren. Jetzt also fehlen Einnahmen und.....................

.................das eigentliche Problem ist die private Verschuldung. Weil es gerade so schön bergauf ging haben sich viele Türken ziemlich verschuldet. Das hat vor ein paar Jahren den Aufschwung noch befeuert. Ist jetzt aber eine echte Belastung. Da sehe ich die Probleme.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Ammianus » Di 18. Apr 2017, 12:19

odiug hat geschrieben:(18 Apr 2017, 08:53)

...

Was mich auch ein wenig stoerrt, dass es kaum Informationen ueber die eigentlichen Inhalte der Abstimmung gab.
Gerade ein Vergleich mit anderen Praesidentaldemokratien wie USA oder auch Frankreich waere fuer viele bestimmt hilfreich gewesen ... vor allem, wenn man die Unterschiede herausgearbeitet haette und das auch den hier Wahlberechtigten vermittelt haette.

...



Alle großen Nachrichtenmagazine oder andere Formate brachten mehr oder weniger umfassende Zusammenstellungen der Veränderungen, die durch Erdogans sogenannte "Reform" stattfinden würden. Und das zur besten Sendezeit. Wenn ich mich nicht ganz irre, verwies z.B. der Tagesschausprecher noch auf die Webseite, wo dies noch einmal genauer erläutert wurde.

Und es ist auch davon auszugehen, dass die meisten der wahlberechtigten Deutsch-Türken einen wie auch immer gearteten Internetanschluss haben. Wenn ich ein halbwegs bewusster Bürger sein will, dann nutze ich bei Fragen unter Umständen auch dieses Medium.
Es waren genug Informationen vorhanden. Wer wahlberechtigt ist, ist volljährig und hat wenigstens auf dem Papier die Reife, Entscheidungen von entsprechender Tragweite zu fällen - ob er das tut ist dann die andere Frage.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Keoma » Di 18. Apr 2017, 12:33

Ammianus hat geschrieben:(18 Apr 2017, 13:19)

Alle großen Nachrichtenmagazine oder andere Formate brachten mehr oder weniger umfassende Zusammenstellungen der Veränderungen, die durch Erdogans sogenannte "Reform" stattfinden würden. Und das zur besten Sendezeit. Wenn ich mich nicht ganz irre, verwies z.B. der Tagesschausprecher noch auf die Webseite, wo dies noch einmal genauer erläutert wurde.

Und es ist auch davon auszugehen, dass die meisten der wahlberechtigten Deutsch-Türken einen wie auch immer gearteten Internetanschluss haben. Wenn ich ein halbwegs bewusster Bürger sein will, dann nutze ich bei Fragen unter Umständen auch dieses Medium.
Es waren genug Informationen vorhanden. Wer wahlberechtigt ist, ist volljährig und hat wenigstens auf dem Papier die Reife, Entscheidungen von entsprechender Tragweite zu fällen - ob er das tut ist dann die andere Frage.


In der Tat, wenn man wollte, konnte man sich umfassend informieren.
Aber gerade die, auf die es angekommen wäre, schauen nur türkische Staatssender.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 18. Apr 2017, 13:40

Ammianus hat geschrieben:(18 Apr 2017, 13:19)

Alle großen Nachrichtenmagazine oder andere Formate brachten mehr oder weniger umfassende Zusammenstellungen der Veränderungen, die durch Erdogans sogenannte "Reform" stattfinden würden. Und das zur besten Sendezeit. Wenn ich mich nicht ganz irre, verwies z.B. der Tagesschausprecher noch auf die Webseite, wo dies noch einmal genauer erläutert wurde.

Und es ist auch davon auszugehen, dass die meisten der wahlberechtigten Deutsch-Türken einen wie auch immer gearteten Internetanschluss haben. Wenn ich ein halbwegs bewusster Bürger sein will, dann nutze ich bei Fragen unter Umständen auch dieses Medium.
Es waren genug Informationen vorhanden. Wer wahlberechtigt ist, ist volljährig und hat wenigstens auf dem Papier die Reife, Entscheidungen von entsprechender Tragweite zu fällen - ob er das tut ist dann die andere Frage.


Die meisten Türken nutzen die türkischen Staatsmedien und Facebook weil sie den deutschen Medien nicht trauen.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon garfield336 » Di 18. Apr 2017, 13:55

garfield336 hat geschrieben:(17 Apr 2017, 20:55)

67% Das soll das Wahlergebnis in Luxemburg sein.

bei 9000 abgegebenen Stimmen.


pikant: Es leben nur 500Türken in Luxemburg.


Alles kein Problem sagt der türkische Botschafter:
http://www.wort.lu/de/politik/verfassun ... 63e13ad9d2
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Keoma » Di 18. Apr 2017, 13:55

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Apr 2017, 14:40)

Die meisten Türken nutzen die türkischen Staatsmedien und Facebook weil sie den deutschen Medien nicht trauen.


Ich würde behaupten, ein guter Teil würde die deutschen Medien auch nicht verstehen.
Jeder hat ein Recht auf meine Meinung.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon H2O » Di 18. Apr 2017, 13:57

jellobiafra hat geschrieben:(18 Apr 2017, 08:37)

Nichtteilnahme oder Wahlboykott ist bei dieser Wahl tatsächlich eine wichtige Botschaft, da es sich um eine politischen Richtungsentscheidung in einem anderen Land handelt.
Mitbürger, die Herr Erdogan nicht einmal zu einer Wahlteilnahme motivieren kann, kann ich nicht als bedrohlich erkennen. Es bleiben die ca. 400.000 Erdoganwähler, die mir auch ein Unbehagen bereiten.
Von denen wissen wir, dass sie sich - wenn sie die Wahl haben - für eine Diktatur und gegen eine Demokratie entscheiden. Das haben sie ja gerade bewiesen. Es ist eine durchaus relevante rechtsextreme Gruppe in Deutschland. Sollten sie sich tatsächlich als Bedrohung erweisen oder gar tätig werden, dann sollte geprüft werden, ob man diese Leute wieder loswerden kann. (So wie man ausländische IS-Sympathisanten außer Landes schafft) Sie haben ja einen türkischen Pass und derzeit gilt die Türkei ja noch als sicheres Drittland.


Mich verstört, daß nur eine Minderheit wahlberechtigter Deutsch-Türken sich für Demokratie und gegen Verunglimpfungen und Drohungen Erdogans gegen die deutsche Gesellschaft verwahrt... und mit "Nein" stimmten. Ich hätte eine hohe Wahlbeteiligung erwartet und ein krachendes "Nein".

Ich stimme Ihnen zu, daß nun sehr gezielt auffällige türkische Deutschenhasser des Landes verwiesen werden sollten. Wir brauchen keine weiteren wandelnden Zeitbomben. Wer weiß, wozu Erdogan seine Leute noch anstacheln kann. Ich nehme seine offen vorgetragenen Drohungen sehr ernst. Ich hoffe, die deutschen Innenminister sehen das auch so, und sie sinnen nicht erst auf Abhilfe, wenn der Volkszorn nach ermordeten deutschen Staatsbürger ihnen dazu Veranlassung gibt.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Ammianus » Di 18. Apr 2017, 13:59

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Apr 2017, 14:40)

Die meisten Türken nutzen die türkischen Staatsmedien und Facebook weil sie den deutschen Medien nicht trauen.


So sieht es aus. Und die sind immer fester in der Hand der AKP.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon CaptainJack » Di 18. Apr 2017, 14:54

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Apr 2017, 11:51)

Man muß da ehrlich sein. Progressive Kräfte in der Türkei findet man nur in den Zentren und den Urlaubsgebieten. Dort hat man auch mehrheitlich gegen das Präsidialsystem gestimmt. Aber die konservativen Landeier waren und sind Erdogan treu ergeben. Die sind nicht erreichbar für türkische oder europäische Demokraten.
.... und die Deutschtürken!! mit 63%! Das ist unfasslich! :mad:
"Im Namen der Toleranz lässt man zu, dass die Intoleranten ihre Infrastruktur aufbauen."
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon Alter Stubentiger » Di 18. Apr 2017, 14:54

H2O hat geschrieben:(18 Apr 2017, 14:57)

Mich verstört, daß nur eine Minderheit wahlberechtigter Deutsch-Türken sich für Demokratie und gegen Verunglimpfungen und Drohungen Erdogans gegen die deutsche Gesellschaft verwahrt... und mit "Nein" stimmten. Ich hätte eine hohe Wahlbeteiligung erwartet und ein krachendes "Nein".

Ich stimme Ihnen zu, daß nun sehr gezielt auffällige türkische Deutschenhasser des Landes verwiesen werden sollten. Wir brauchen keine weiteren wandelnden Zeitbomben. Wer weiß, wozu Erdogan seine Leute noch anstacheln kann. Ich nehme seine offen vorgetragenen Drohungen sehr ernst. Ich hoffe, die deutschen Innenminister sehen das auch so, und sie sinnen nicht erst auf Abhilfe, wenn der Volkszorn nach ermordeten deutschen Staatsbürger ihnen dazu Veranlassung gibt.


Vergiss nicht daß die Hälfte der Türken hier gar nicht gewählt hat. Das relativiert die Zustimmung doch etwas.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon odiug » Di 18. Apr 2017, 15:32

jellobiafra hat geschrieben:(18 Apr 2017, 09:48)

Diese Partnerschaft sollte aber meiner Meinung nach auf ein vertretbares Minimum "heruntergefahren" werden. Schon um sich nicht erpressbar zu machen.

Wir sind von allen und jedem erpressbar.
Putin, Trump, May, Erdogan, egal ...
Eine Exportnation, noch dazu eine, die auf Importe von Rohstoffen angewiesen ist, ist erpressbar.
Die Frage ist nicht, ob wir erpresst werden, sondern ob wir uns erpressen lassen und wieviel wir bereit sind zu zahlen ... und zwar sowohl als auch, also ob wir nun nachgeben oder standhaft bleiben ... beides hat einen Preis.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon odiug » Di 18. Apr 2017, 15:35

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Apr 2017, 11:51)

Man muß da ehrlich sein. Progressive Kräfte in der Türkei findet man nur in den Zentren und den Urlaubsgebieten. Dort hat man auch mehrheitlich gegen das Präsidialsystem gestimmt. Aber die konservativen Landeier waren und sind Erdogan treu ergeben. Die sind nicht erreichbar für türkische oder europäische Demokraten.

Also im Niemandsland zwischen Berlin und Hamburg findest du auch kaum progressive Kraefte.
Auch in Bayern bestimmen die konservativen Landeier den Ton.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon odiug » Di 18. Apr 2017, 15:39

Ammianus hat geschrieben:(18 Apr 2017, 13:19)

Alle großen Nachrichtenmagazine oder andere Formate brachten mehr oder weniger umfassende Zusammenstellungen der Veränderungen, die durch Erdogans sogenannte "Reform" stattfinden würden. Und das zur besten Sendezeit. Wenn ich mich nicht ganz irre, verwies z.B. der Tagesschausprecher noch auf die Webseite, wo dies noch einmal genauer erläutert wurde.

Und es ist auch davon auszugehen, dass die meisten der wahlberechtigten Deutsch-Türken einen wie auch immer gearteten Internetanschluss haben. Wenn ich ein halbwegs bewusster Bürger sein will, dann nutze ich bei Fragen unter Umständen auch dieses Medium.
Es waren genug Informationen vorhanden. Wer wahlberechtigt ist, ist volljährig und hat wenigstens auf dem Papier die Reife, Entscheidungen von entsprechender Tragweite zu fällen - ob er das tut ist dann die andere Frage.

Stimmt ... wenn du dich informieren willst, dann kannst du das auch.
Und auch richtig, die meisten waehlten eher aus einer Emotion heraus und nicht mit dem Verstand.
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon DarkLightbringer » Di 18. Apr 2017, 16:23

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Apr 2017, 08:27)

Irgendwann. Vielleicht. Vielleicht zerfällt die Türkei auch. Der endlose Krieg gegen die Kurden ist ja auch so eine offene Baustelle.

Portugal und Spanien haben auch ihre autoritäre Phase überwunden.

In Istanbul haben etwa 10.000 Bürger demonstriert. Mit Erdogans Usurpation beginnt der Kampf um Freiheit.
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
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Re: Referendum zur Verfassungsänderung in der Türkei

Beitragvon JJazzGold » Di 18. Apr 2017, 16:56

Alter Stubentiger hat geschrieben:(18 Apr 2017, 11:54)

Wahrscheinlich hast du recht. Wird ihm aber nichts nutzen. Ich fürchte es wird so enden wie in Venezuela.


Es wird ihm gar nichts anderes übrig bleiben, als vermehrt “Feinde“ zu präsentieren, je deutlicher wird, dass die Präsidialherrschaft keinen wirtschaftlichen Aufschwung generiert.
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Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.

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