Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

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Dieter Winter
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Re: Erdogan definiert rote Linie für die islamische Welt

Beitragvon Dieter Winter » Mi 13. Dez 2017, 14:37

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Dec 2017, 13:44)

Erdogan sieht sich und die Türkei in der Pflicht und Führungsrolle innerhalb der islamischen Welt. Das macht er in der Frage Jerusalems deutlich.


Naja, die Araber hatten bereits das Vergnügen unter türkischer (osmanischer) Herrschaft zu leben. So richtig begeistert waren sie nicht, hört man munkeln.

Jerusalem soll Hauptstadt eines Palästinenserstaates sein? Wo soll sich denn dieser befinden? Und wer ist Präsident oder so was in der Art, der von den Palästinensern als solcher anerkannt wird?
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Re: Erdogan definiert rote Linie für die islamische Welt

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 13. Dez 2017, 17:03

Dieter Winter hat geschrieben:(13 Dec 2017, 14:37)

Naja, die Araber hatten bereits das Vergnügen unter türkischer (osmanischer) Herrschaft zu leben. So richtig begeistert waren sie nicht, hört man munkeln.

Jerusalem soll Hauptstadt eines Palästinenserstaates sein? Wo soll sich denn dieser befinden? Und wer ist Präsident oder so was in der Art, der von den Palästinensern als solcher anerkannt wird?


Abgesehen von den politischen Strategien Erdogans dahinter und der osmanischen Geschichte in deren Tradition sich die heutige Türkei durchaus sieht, gibt es keine arabische Macht (mehr), die überhaupt sich an die Spitze von irgendetwas setzen kann. Das können im Moment nur die alten nicht-arabischen Mächte die Türkei oder der Iran.

Sicher sind die arabischen Staaten keinesfalls dafür, daß die Türkei eine solche Rolle einnimmt. Wie auch beim Iran. Auf der anderen Seite sicherlich dankbar, weil sie es nicht können. Nicht offiziell. Nach 1973 haben sich die arabischen Mächte auf andere Methoden zurückgezogen. Auch die Golfaraber. Die Prinzenelite der Golfaraber sind auf gute Beziehungen zum Westen, um an der Macht zu bleiben, angewiesen. Auch, wenn sie sich etwas anderes denken. Deshalb geht die Unterstützung für radikale Elemente, die auch gegen Israel sind immer eher über private Kanäle. Sie können es sich gar nicht erlauben sich offen gegen die USA oder Israel zu stellen. Deshalb unterhalten z.B. die USA gute Kontakte zu ihnen. Weil sie schwach sind. Nicht weil sie gemäßigt sind. Das darf man keinesfalls verwechseln. Sie unterstützen radikalste Gruppen und betreiben Missionierung weltweit. Sie durchdringen Staaten und Gesellschaften z.B. im Westen viel intensiver. Viel mehr, als vergleichsweise die Türkei (Ausnahme in Deutschland) oder sogar als der Iran.

Wie es mal im Kontext Russlands, Chinas und Irans zu lesen war, sie sind bereit die "Kosten" für so eine Haltung zu bezahlen. Gabriel bemängelt, daß die EU das (noch) nicht ist. Die Türkei zeigt diese Haltung zunehmend auch. Führung zu übernehmen. Man könnte gutmenschlich sagen "Verantwortung übernehmen". Oder je nach Perspektive "unangenehm auffallen", bzw. "Konflikte verstärken”. So wird es jedenfalls von den bisherigen Platzhirschen wahrgenommen. Das man dann unangenehm auffällt, davon kann sich auch der Oberverantwortungsübernehmen ein Liedchen singen, die USA. Aber die ziehen sich ja immer mehr zurück. Jetzt kommen u.a. die Osmanen wieder.
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Re: Erdogan definiert rote Linie für die islamische Welt

Beitragvon H2O » Do 14. Dez 2017, 18:25

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Dec 2017, 17:03)

...

... Jetzt kommen u.a. die Osmanen wieder.


Sollen sie und andere. Halten Sie die politischen, wirtschaftlichen, technologischen, wissenschaftlichen, demographischen Potentiale anderer Machtkonzentrationen daneben. Dann wird doch erst klar, wie dünn die Suppe ist, die dort gelöffelt werden soll. Da liegen schlafende Riesen herum und lassen die Mäuschen gewähren. Wehe, wenn die übel geweckt werden!
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Türkische Botschaft in Ostjerusalem

Beitragvon King Kong 2006 » So 17. Dez 2017, 21:39

H2O hat geschrieben:(14 Dec 2017, 18:25)

Sollen sie und andere. Halten Sie die politischen, wirtschaftlichen, technologischen, wissenschaftlichen, demographischen Potentiale anderer Machtkonzentrationen daneben. Dann wird doch erst klar, wie dünn die Suppe ist, die dort gelöffelt werden soll. Da liegen schlafende Riesen herum und lassen die Mäuschen gewähren. Wehe, wenn die übel geweckt werden!


Jetzt kommen sie erstmal wieder.

Türkei will Botschaft in Ostjerusalem öffnen

Der türkische Präsident Erdogan provoziert im Streit um Jerusalem weiter: Nachdem die islamischen Staaten Ostjerusalem als Hauptstadt Palästinas anerkannt haben, spricht er vom nächsten Schritt.


Wobei das natürlich rein faktisch etwas schwierig ist. Israel wird das kaum erlauben.

Bislang sei das jedoch nicht möglich, da Jerusalem besetzt sei.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/r ... 83783.html
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Re: Türkische Botschaft in Ostjerusalem

Beitragvon H2O » Mo 18. Dez 2017, 08:22

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Dec 2017, 21:39)

Jetzt kommen sie erstmal wieder.



Wobei das natürlich rein faktisch etwas schwierig ist. Israel wird das kaum erlauben.


Wäre ich in Israel politisch verantwortlich, würde ich der türkischen Botschaft einen Bauplatz in Ost-Jerusalem anbieten. Zugang nur für israelische Staatsbürger und akkreditierte türkische Diplomaten. :)
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Türkei nimmt Saudi-Arabien ins Visier - Stossrichtung Süden?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 23. Dez 2017, 11:17

Ankara bekräftigt noch einmal nach der Jerusalem-Abstimmung, daß die UN gestärkt werden müsse und nicht nur aus einem Staat besteht (mutmaßlich ist wohl die USA gemeint). Nun richtet sich das Augenmerk auch auf Saudi-Arabien. Riad war vor nicht allzu langer Zeit noch ein gern gesehener Gesprächspartner. Das scheint sich zu ändern.

Pro-Erdogan media targets Saudis after Trump's Jerusalem decision

Saudi Arabia no longer enjoys immunity from being thrashed by media who favor Erdogan and his Justice and Development Party (AKP). On Nov. 9, speaking at the Organization of Islamic Cooperation (OIC) summit on women’s entrepreneurship, Erdogan targeted Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman’s commitment to lead his country to "moderate Islam." Erdogan said, “They are now trying to pump up this idea again. What is that? Moderate Islam! The patent on the term ‘moderate Islam’ belongs to the West." Then Erdogan delivered a line he has said before: “Islam cannot be [classified] as moderate or immoderate.” Erdogan even went on to ridicule the Saudi regime for promoting moderate Islam when it didn't even allow women to drive until recently.


On Dec. 5, pro-AKP newspaper Sabah’s outspoken columnist Hilal Kaplan tweeted about a New York Times article titled “Talk of a Peace Plan That Snubs Palestinians Roils Middle East” and commented, “Now pretending to react, [this piece alleges] Saudi Arabia indeed accepts the agreement where Trump declares Jerusalem Israel's capital, making illegal settlements permanent and destroying the right of return for Palestinians. These are not unexpected from the crown prince.” On Dec. 8, Kaplan retweeted detailed Turkish reporting of the same piece. She then posted in English, commenting on a video about what influenced Trump’s Jerusalem decision. She concluded it was in part the "bromance" between Prince Mohammed and Jared Kushner, Trump's son-in-law and a senior adviser.


“Saudi Arabia along with the UAE openly supports the PKK with the justification of aiding forces against Iran. That is causing direct harm to our national interests,” a junior bureaucrat added. When asked about why Turkey could not work in tandem with Saudi Arabia and its allies in the region, a senior bureaucrat commented, “We cannot keep investing in a losing cause. Saudi Arabia’s allegedly anti-Iran policies in Yemen indeed strengthened Iran’s power in Yemen. Qatar and Iran were pushed together. They [Saudis] caused Sunnis to lose power in Lebanon. So beyond all the talk, indeed, Saudis are pushing for the expansion of Iranian influence in the region.”

Turkish officials and pundits seem to agree the hotheaded crown prince’s sudden rise to power is to blame for the strain on Turkish-Saudi relations. Not long ago, the Turkish political elite was silent about the legitimacy of Saudi Arabia in the Muslim world, but now voices are emerging to urge Erdogan to first reclaim Mecca and Medina (two holy cities of Islam in Saudi Arabia) from the Saudis. As one Twitter user wrote, “Israel will keep winning in Jerusalem as long as we cannot save Mecca and Medina from the Saudis.”


As the Turkish security elite see it, clearly Iran has again emerged as the winner of all these intra-Sunni conflicts. Will blaming it on all Wahhabis help Turks wind up on the winning side? Did Turkey establish a solid basis of cooperation with Iran prior to burning all bridges with the Saudis, or is this another one of Erdogan’s haphazard reactionary bursts?

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z524rpWi28


Zunächst war es u.a. der Iran, der Saudi-Arabien ständig im Nacken saß und so die paradoxe Annäherung an die Osmanen stützte. Allerdings ist der Iran im Grunde genommen außer Konkurrenz. Wenn es um die Vorherrschaft der mehrheitlich sunnitischen Muslime geht, müssen das die Türkei und Saudi-Arabien unter sich ausmachen. Das sind die Konkurrenten. Von Europa, über Asien, Zentralasien usw. der Iran hat natürlich auch dort überall politische und wirtschaftliche Interessen. Aber er kann dort nicht konfessionell andocken. Die iranischen Interessen sind geografisch mehr oder weniger klar zu benennen. Der sunnitische Islam erstreckt sich demografisch viel massiver global. Auch, wenn die Türkei und Saudi-Arabien erstmal in ihrer direkten Nachbarschaft klären müssen, ob die Osmanen oder die Familie al-Saud den Ton angeben möchten.

Die Türkei und der Iran sind alte Nachbarn, mit der vielleicht ältesten weltweit unveränderten Grenze. Als große robuste dynamische Staaten müssen sie miteinander auskommen. Alles andere wäre für beide und die Region katastrophal. Die Saudis sind sind da aus Sicht Irans und hier der Türkei etwas anderes. Ein Kunststaat, der einen Deal mit dem Westen gemacht hat. Die Prinzenelite wird geschützt, dafür bedienen sie die westlichen Wirtschaften. Für Riad ist es gefährlich mit der Türkei und dem Iran im Clinch zu liegen. Erdogan spürt, daß eine weitere "Expansion" am ehesten in Richtung des Familienunternehmens al-Saud (Saudi-Arabien) geht. Im Norden ist Russland, im Osten Iran, die Europäer wollen die Türkei nicht, Trump tut alles, um es der Türkei schwer zu machen, dann eben Richtung Süden?
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Re: Türkei nimmt Saudi-Arabien ins Visier - Stossrichtung Süden?

Beitragvon H2O » So 24. Dez 2017, 12:15

King Kong 2006 hat geschrieben:(23 Dec 2017, 11:17)

.... Für Riad ist es gefährlich mit der Türkei und dem Iran im Clinch zu liegen. Erdogan spürt, daß eine weitere "Expansion" am ehesten in Richtung des Familienunternehmens al-Saud (Saudi-Arabien) geht. Im Norden ist Russland, im Osten Iran, die Europäer wollen die Türkei nicht, Trump tut alles, um es der Türkei schwer zu machen, dann eben Richtung Süden?


Deshalb wird an den Meldungen etwas Wahres dran sein, daß Israel mit Saudi-Arabien zunehmend enger zusammen arbeitet. Da liegt für Erdogan nach Mavi Marmara die nächste Backpfeife in der Luft.
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Re: Türkei nimmt Saudi-Arabien ins Visier - Stossrichtung Süden?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 25. Dez 2017, 10:50

H2O hat geschrieben:(24 Dec 2017, 12:15)

Deshalb wird an den Meldungen etwas Wahres dran sein, daß Israel mit Saudi-Arabien zunehmend enger zusammen arbeitet. Da liegt für Erdogan nach Mavi Marmara die nächste Backpfeife in der Luft.


Die Türkei muß unter Erdogan abwägen, wohin und was sie will. Sie sieht sich als Regionalmacht. Und die sprichwörtlich größten Entfaltungsmöglichkeiten gibt es im Süden. Das ist natürlich dahinsichtlich problematisch. Aus drei Gründen. Zum einen erinnert das an osmanische Zeiten und die arabischen Staaten sind davon nicht im Besonderen zu begeistern. Desweiteren kollidiert dies mit iranischen Interessen in Syrien und Irak. Darum wurde das Verhältnis zwischen der Türkei und dem Iran nach einem guten Start (nach Regierungsübernahme durch Erdogan) sehr schnell abgekühlt und die hohen Erwartungen an die Beziehungen zwischen beiden Staaten wurden nicht annähernd erreicht. Jetzt kommt noch Saudi-Arabien dazu. Mit dem Iran hat man sich wo mittelfristig geeinigt. Ankara sieht jetzt den Konkurrenten maßgeblich bei den al-Sauds. Das geht über die Beziehungen zur Hamas über "Rebellengruppen" in Syrien, um die sich beide bemühen müssen. Auch sieht sich die Türkei eher geeignet für eine Führungsposition in der islamischen Welt als Saudi-Arabien. Das macht sich z.B. in der Jerusalemfrage deutlich.

Den europäischen Raum hat die Türkei praktisch abgehakt. Nicht die Beziehungen per se, ganz im Gegenteil, aber ein Teil dessen werden und sein zu können. Bleibt Vorderasien. Nachdem sich herausgestellt hat, daß Ankara die Ziele in Syrien und Irak nicht erreichen konnte (Absetzung Assads und Förderung pro-türkischer Gruppen, sowie im Irak und betreffs der KRG), geht der Blick tiefer auf die arabische Halbinsel. Die höchsten militärischen Spitzen der Türkei und Irans haben sich mehrfach getroffen. Sicher ging es um Fragen strategischen Ausmasses und Interessensausgleichs. Es ging mutmaßlich um Syrien und Irak (inklusive KRG und der Kurdenfrage), aber auch um den Golfkooperationsrat. In Fragen Qatars liessen sie Saudi-Arabien auflaufen. Sie stehen an der Seite Qatars.

Iran and Turkey: Not an Alliance but an Incredibly Meaningful Partnership

The two greatest Imperial foes of the Ottoman Empire were Russia and Iran (Persia). While the Russian Empire collapsed in 1917, the Ottoman Empire in 1922 and the Iranian in 1979, the modern successor states of the Russian Federation, Republic of Turkey and Islamic Republic of Iran continue to constitute towering Eurasian powers whose influence only continues to grow.

This is not surprising in and of itself, but what is surprising is that these three great Eurasian powers continue to expand in terms of regional influence, but not at each others expense.


At the same time, Turkey’s relations with Iran, in the fields of economic, security, diplomatic and now ideological cooperation have grown throughout this same period, although they are less widely discussed


Today, it is fair to say that Iran and Turkey are experience their best bilateral relations since 1979.

While the Astana Peace Process and Turkey’s gradual acceptance of the legitimate right of the Syrian government to remain in power, are often pointed to as key elements which have aided bilateral relations between Iran and Turkey, the fact of the matter is that both countries see a more wide reaching potential for partnership that transcends the Syrian conflict and associated peace process.

Turkish President Erdogan’s trips to Iran are becoming ever more frequent as trade between the two countries rapidly increases. Furthermore, both countries have pledged to begin trading in national currencies, thus allowing Iran to circumvent Dollar based institutions which Washington has forced to sanction the country, while also allowing Turkey to assert financial independence from its former western partners, as part of a broader move to an almost certainly Yuan based One Belt–One Road trading network.

Pragmatically, both countries look set to collaborate on mutual energy initiatives included the proposed ‘Persian Gas Pipeline’. Among the prospective parties to such a project, Turkey and Iran are the only states not in the EU. This means that Iran and Turkey represent the eastern flank of a project linking Eurasian gas to the European mainland.


However, the most important event of the year in respect of solidifying a long lasting Ankara-Tehran partnership, happened in August.

On the 16th of August, Iran’s Chief of Staff Major General Mohammad Baqeri, became the highest ranking Iranian military officer to visit Turkey since prior to the Islamic Revolution. During the meeting, both countries pledged to cooperate further on wider regional security matters beyond affirming existing commitments to cooperate against the threats of regional and international terrorist groups.

The timing was significant as in September of 2017, when Iraqi Kurds unilateral declared independence, both Iran and Turkey worked to isolate the would-be illegal statelet in northern Iraq. Although leading Kurdish parties in Syria and Iraq are not traditionally allied, the duel threat of Kurdish ethno-nationalism in both Arab states have led to Turkey and Iran cooperating against a Kurdish threat which is increasingly pan-regional.


Even before the proper outbreak of Kurdish troubles on the borders of Iran and Turkey, both countries also found themselves on the same side of the Qatar-GCC dispute, thus proving another area in which each state sees eye to eye on a burning issue of Middle Eastern diplomatic relations.


In terms of ideology and the wider war for hearts and minds, Iran and Turkey have taken a clear lead on the cause of Palestine. While Syria remains a stalwart supporter of Palestine, because of Syria’s internal war against foreign terrorists, the most widely resonating support for Palestine now comes from outside the Arab world.

Turkey as a Sunni majority country, has taken the clear lead in offering increasingly bold criticisms of the Zionist regime which have turned Erdogan into something of the religious hero among Sunnis that he always clearly wanted to be.


More broadly, Iran and Turkey form the core non-Arab members of the emerging Northern Bloc of Middle Eastern states. Both countries are cooperating with each other and with Iraq, and through the Astana Format, Turkey is also cooperating with Iran’s Syrian ally (albeit in a one-step-removed fashion). It is clear that Ankara and Tehran have allies in the northern part of the Middle East while countries in the Southern Bloc, including Egypt, Saudi Arabia, Bahrain, the UAE, Jordan and “Israel”m have increasingly poor relations with both of the major non-Arab states of the region.

Iran and Turkey’s partnership is therefore forged on a combination of economic and security necessity as well as similar goals of wider pan-Eurasian trading, energy and commerce initiatives which are increasingly tied together in public by the cause of Palestine and wider pan-Islamic leadership which both states seem to agree upon sharing a compliment role within.

Unless and/or until Turkey leaves NATO, Iran and Turkey may not be formal allies, but in an age where few zero-sum allies exist, Turkey and Iran represent something more realistic and therefore more meaningful: they are new partners in a new Middle East AND a new Eurasia.

https://www.globalresearch.ca/iran-and- ... ip/5623599


Turkey joins Russia and Iran in supporting Syria

http://www.arabnews.com/node/1214166/middle-east


Ankara und Teheran haben weiterhin ihre Reibungspunkte und es bleiben somit auf eine Zukunftsachse Krisen praktisch vorprogrammiert. Dennoch haben sie es seit 500 Jahren geschafft keinen Krieg mehr miteinander zu führen. Das müssen Nachbarn erstmal schaffen! Vielleicht ist die Zeit reif, ähnlich wie auf dem europäischen Kontinent zwischen Frankreich und Deutschland, daß sich aus pragmatischen Gründen es sich so entwickelt, daß man besser vorankommt, wenn man enger zusammenarbeitet, denn gegeneinander. Das wird sicher vielen nicht gefallen.

Es ist völlig utopisch über so etwas wie der EU für Vorderasien zu sprechen, aber wenn es einen Core, einen Kern geben sollte, dann wird das die Türkei und der Iran sein. Wie in Europa Frankreich und Deutschland.

Langfristig wird man in Ankara und Teheran sehen müssen, wie man mit den relativ neuen arabischen Nationalstaaten umgehen wird. Wie bereits im Irak, Syrien, Libanon oder Libyen gesehen sind sie immer noch im Gestaltungsprozess. Viele Grenzen stehen in Frage, Ethnien oder die Staatsform. Vermutlich sehen sich die Türkei und der Iran nicht nur als potentielle Interventionisten und Imperialisten, sondern betrachten das auch als eine gefährliche Situation. Aus der arabischen Wüste ist immer mal ein überwältigender Sturm gekommen. Sei es in Form des Islams oder arabischer Heere. Im Nordosten, aus Zentralasien sind die Mongolenstürme - zumindest im Iran - im kollektiven Gedächtnis. Das die Türkei und der Iran sich koordinieren sollte man auch aus dieser Perspektive betrachten.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
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Re: Türkei nimmt Saudi-Arabien ins Visier - Stossrichtung Süden?

Beitragvon H2O » Mo 25. Dez 2017, 11:00

King Kong 2006 hat geschrieben:(25 Dec 2017, 10:50)
...
... Aus der arabischen Wüste ist immer mal ein überwältigender Sturm gekommen. Sei es in Form des Islams oder arabischer Heere. Im Nordosten, aus Zentralasien sind die Mongolenstürme - zumindest im Iran - im kollektiven Gedächtnis. Das die Türkei und der Iran sich koordinieren sollte man auch aus dieser Perspektive betrachten.


Geschichtlich ist das alles ganz richtig dargestellt. Aber in unserer sehr vernetzten Welt sind derartige "Überraschungen" doch nicht zu erwarten. Anstatt dessen gibt es erkennbare Entwicklungen von Machtblöcken... China, Indien und von vorhandenen Machtblöcken Europa, USA... denen "Ihren" beiden Kandidaten vielleicht lästig sein könnten, aber nie und nimmer nicht gefährlich. Ein Chaos könnte von Afrika her drohen; das kann ich überhaupt nicht abschätzen.

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