Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

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Re: Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 10. Okt 2017, 19:22

King Kong 2006 hat geschrieben:(10 Oct 2017, 20:13)

Zwischen den USA und der Türkei verschlechtern sich die Beziehungen ziemlich.



Gleichzeitig hält es Ankara für keine gute Idee, falls Cem Özdemir deutscher Außenminister werden würde.

Ja, ich auch nicht. Wenn Trump schon schlecht ist für unsere Rolle in der Welt, jener wäre ein größeres Problem und ein hausgemachtes.
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Re: Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon Cobra9 » Mi 11. Okt 2017, 01:22

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(10 Oct 2017, 20:22)

Ja, ich auch nicht. Wenn Trump schon schlecht ist für unsere Rolle in der Welt, jener wäre ein größeres Problem und ein hausgemachtes.


Sache der Bundesregierung wer Außenminister wird. Hat die Türkei uns gefragt wer ihr neuer Chef wird ?!

Wir dürfen uns nicht erpressbar machen
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Re: Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon Europa2050 » Mi 11. Okt 2017, 05:57

Cobra9 hat geschrieben:(11 Oct 2017, 02:22)

Sache der Bundesregierung wer Außenminister wird. Hat die Türkei uns gefragt wer ihr neuer Chef wird ?!

Wir dürfen uns nicht erpressbar machen


Richtig.

Auch Westerwelle wurde in Saudi-Arabien mit dem Respekt behandelt, der einem deutschen Außenminister gebührt, obwohl er als Saudi verfolgt worden wäre.
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Re: Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 11. Okt 2017, 06:22

Cobra9 hat geschrieben:(11 Oct 2017, 02:22)

Sache der Bundesregierung wer Außenminister wird.

Es geht alle in Deutschland an, wenn Deutschland einen schlechten Minister hat. Die wertvollen Hinweise aus der Türkei decken sich mit dem, was man sonst zu der Person weiß.
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Re: Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon Cobra9 » Mi 11. Okt 2017, 06:34

Europa2050 hat geschrieben:(11 Oct 2017, 06:57)

Richtig.

Auch Westerwelle wurde in Saudi-Arabien mit dem Respekt behandelt, der einem deutschen Außenminister gebührt, obwohl er als Saudi verfolgt worden wäre.


Um den Respekt geht es Mir gar nicht. Nur wenn neuerdings die Türkei sagt XY wollen Wir nicht und man gibt dem mach, dann öffnet man allen Forderungen die Tür.

@Sole

Oh klar jemand der das Amt nicht mal grundsätzlich hatte kann in der Funktion vorab verurteilt werden. Nö der Türkei passt nur nicht das man gegen den großen Führer mault. Gut soll die Türkei Erdogan rauswerfen. Damn können wir verhandeln
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Re: Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 11. Okt 2017, 06:46

Cobra9 hat geschrieben:(11 Oct 2017, 07:34)
Oh klar jemand der das Amt nicht mal grundsätzlich hatte kann in der Funktion vorab verurteilt werden. Nö der Türkei passt nur nicht das man gegen den großen Führer mault. Gut soll die Türkei Erdogan rauswerfen. Damn können wir verhandeln

Die aussichtsreichen Alternativen zu Erdogan werden zu Deutschland eher nicht devoter sein. Du sagst, man kann Politiker nicht beurteilen? Hast du keine Idee, ob Arppe ein guter oder schlechter Außenminister wäre?
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Re: Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon Cobra9 » Mi 11. Okt 2017, 06:57

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(11 Oct 2017, 07:46)

Die aussichtsreichen Alternativen zu Erdogan werden zu Deutschland eher nicht devoter sein. Du sagst, man kann Politiker nicht beurteilen? Hast du keine Idee, ob Arppe ein guter oder schlechter Außenminister wäre?


Ich beurteile jemand nicht vorab. Mag sein der Türkei passt XyZ nicht. Ist Sache unserer Regierung. Wenn die Türkei wünsch Dir was haben will soll Sie anfangen. Oh geht's nicht ?

So ein Mist das Staaten eigene Entscheidungen treffen. Das ist nun mal grundsätzlich so. Eigenständige Staaten sind für Diktatoren eben schwer zu verstehen
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Re: Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 11. Okt 2017, 07:06

Cobra9 hat geschrieben:(11 Oct 2017, 07:57)

Ich beurteile jemand nicht vorab. Mag sein der Türkei passt XyZ nicht. Ist Sache unserer Regierung.

Ich beurteile Menschen wie Arppe oder Özedir durchaus. Sie haben ihr Verhalten bereits gezeigt. Sowas geht alle in Deutschland an. Die Hinweise aus der Türkei sind da willkommen als das was sie sind: Gute Tipps von guten Freunden der Deutschen. Einen Rechtsradikalen mit Gewaltphantasien und Kinderpornos wie Arppe als Minister? "Oh, da habe ich keine Meinung. Das geht nur die Regierung was an".
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Re: Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon MySound » Mi 11. Okt 2017, 13:10

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(11 Oct 2017, 07:22)

Es geht alle in Deutschland an, wenn Deutschland einen schlechten Minister hat. Die wertvollen Hinweise aus der Türkei decken sich mit dem, was man sonst zu der Person weiß.


Wertvolle Hinweise.
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Re: Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon MySound » Mi 11. Okt 2017, 13:11

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(11 Oct 2017, 07:46)

Die aussichtsreichen Alternativen zu Erdogan werden zu Deutschland eher nicht devoter sein. Du sagst, man kann Politiker nicht beurteilen? Hast du keine Idee, ob Arppe ein guter oder schlechter Außenminister wäre?


Kein Mensch will dass die Türkei "devot" gegenüber Deutschland ist - die sollen sich nur um ihren eigenen Kram scheren und dabei nicht unschuldige Menschen einsperren und aus dem Weg räumen, egal welcher Herkunft.
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Die Türkei als Speerspitze in der Akte Jerusalem

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 9. Dez 2017, 09:47

Nachdem Meisterstratege Trump im Alleingang gegen alle Regeln Jerusalem als Hauptstadt Israels Dank der Gnade seiner Macht* erklärt hat, sieht sich ein anderer großer Staatsführer in der Verantwortung gegen den postkolonialen Kreuzzug aufzutreten, der türkischer Sultan. Wie in alten Zeiten, diesmal aber kein Sultan der Seldschuken oder Saladin.

Turkey’s Erdogan seeks to lead Islamic response on Jerusalem

Turkish leader calls President Donald Trump's recognition of holy city as Israel's capital a 'red line' for Muslims

ISTANBUL, Turkey (AFP) — Turkey’s leader is seeking to spearhead Islamic reaction to the US declaration on Jerusalem, but it is uncertain if he can coordinate a meaningful response among often disunited Muslim nations.


With Trump disregarding such warnings, the Turkish president used his position as the current chairman of the Organisation of Islamic Cooperation (OIC) to call a summit of the pan-Islamic group

https://www.timesofisrael.com/turkeys-e ... jerusalem/


Damit risikert Erdogan die empfindlichen Beziehungen zu Israel. Spannend wird sein, wie es die anderen arabischen Staaten hinbekommen. Sie müssten genötigt sein eine harte Haltung gegenüber Israel einzunehmen. Sie haben keine andere Chance. Selbst, wenn die Prinzenelite von Arabien aus persönlichen Gründen vielleicht eine andere Meinung haben.

Erdogan wird diese Situation nutzen, um seinen Führungsanspruch in der islamischen Welt zu demonstrieren. Ob dies zunächst nur ein Papiertiger bleibt, bleibt abzuwarten. Interessant wird die Reaktion der Trump-USA sein. Eigentlich ist die Trump-Administration Erdogan und der Türkei wohlgesonnen. Bleibt es bei diesen Entwicklungen dann dabei?

*fast schon wie ein Papst, der jetzt im aktuellen Fall aber ein Kritiker der Vorkommnisse ist
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: Die Türkei als Speerspitze in der Akte Jerusalem

Beitragvon Europa2050 » Sa 9. Dez 2017, 22:30

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 Dec 2017, 09:47)

Nachdem Meisterstratege Trump im Alleingang gegen alle Regeln Jerusalem als Hauptstadt Israels Dank der Gnade seiner Macht* erklärt hat, sieht sich ein anderer großer Staatsführer in der Verantwortung gegen den postkolonialen Kreuzzug aufzutreten, der türkischer Sultan. Wie in alten Zeiten, diesmal aber kein Sultan der Seldschuken oder Saladin.

Damit risikert Erdogan die empfindlichen Beziehungen zu Israel. Spannend wird sein, wie es die anderen arabischen Staaten hinbekommen. Sie müssten genötigt sein eine harte Haltung gegenüber Israel einzunehmen. Sie haben keine andere Chance. Selbst, wenn die Prinzenelite von Arabien aus persönlichen Gründen vielleicht eine andere Meinung haben.

Erdogan wird diese Situation nutzen, um seinen Führungsanspruch in der islamischen Welt zu demonstrieren. Ob dies zunächst nur ein Papiertiger bleibt, bleibt abzuwarten. Interessant wird die Reaktion der Trump-USA sein. Eigentlich ist die Trump-Administration Erdogan und der Türkei wohlgesonnen. Bleibt es bei diesen Entwicklungen dann dabei?

*fast schon wie ein Papst, der jetzt im aktuellen Fall aber ein Kritiker der Vorkommnisse ist


Dabei waren Trump und Erdogan doch ganz dicke, vor allem wenn es gegen die EU ging.

Das ist das gute an diesen Nationalnarzisten - früher oder später geraten sie ja doch aneinander und lassen uns in Ruhe. Weil ja jeder der schönste sein will... :p
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Re: Die Türkei als Speerspitze in der Akte Jerusalem

Beitragvon JJazzGold » So 10. Dez 2017, 09:43

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 Dec 2017, 09:47)



Damit risikert Erdogan die empfindlichen Beziehungen zu Israel. Spannend wird sein, wie es die anderen arabischen Staaten hinbekommen. Sie müssten genötigt sein eine harte Haltung gegenüber Israel einzunehmen. Sie haben keine andere Chance. Selbst, wenn die Prinzenelite von Arabien aus persönlichen Gründen vielleicht eine andere Meinung haben.

Erdogan wird diese Situation nutzen, um seinen Führungsanspruch in der islamischen Welt zu demonstrieren. Ob dies zunächst nur ein Papiertiger bleibt, bleibt abzuwarten. Interessant wird die Reaktion der Trump-USA sein. Eigentlich ist die Trump-Administration Erdogan und der Türkei wohlgesonnen. Bleibt es bei diesen Entwicklungen dann dabei?

*fast schon wie ein Papst, der jetzt im aktuellen Fall aber ein Kritiker der Vorkommnisse ist



Der Führungsanspruch Erdogans im Nahen Osten entbehrt jeder Grundlage und existiert ausschließlich in seinem Gehirn.
Im wachsenden Konflikt der beiden Achsen Saudi Arabien versus Iran spielt die Türkei keine Rolle, weder als Parteinehmer, noch als Vermittler.
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
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Erdogan greift Israel scharf an

Beitragvon King Kong 2006 » So 10. Dez 2017, 19:16

Erdogan bezeichnet Israel als Terrorstaat

Der türkische Präsident Erdogan hat Israel als Terrorstaat bezeichnet, der "Kinder tötet".


Man werde Jerusalem nicht einem Land der "Kindermörder" überlassen. Er werde mit allen Mitteln gegen die Anerkennung kämpfen, sagte Erdogan.

Erdogan hat zurzeit turnusmäßig den Vorsitz der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) inne, einem Zusammenschluss von 57 Staaten, der sich als "die kollektive Stimme der muslimischen Welt" versteht. Wegen der Jerusalem-Krise hatte Erdogan einen OIC-Sondergipfel einberufen, dessen Gastgeber er am kommenden Mittwoch in Istanbul sein wird.


Auch TV-Komiker Trump bekommt sein Fett weg.

Erdogan hatte sich in den vergangenen Tagen bereits mehrfach erzürnt über das Vorhaben Trumps geäußert, nach der Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen. "Eine solche Entscheidung stürzt die Welt und besonders unsere Region in einen Ring aus Feuer", warnte Erdogan am bereits Donnerstag. "Hey Trump, was machst du? Was soll dieses Vorgehen? Politiker sollten für Versöhnung und nicht für Chaos sorgen!"

http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 82613.html


Natürlich muß man zwischen Polemik und Rethorik auf der einen Seite und dem Alltagsbusiness auf der anderen Seite trennen. Das kann manchmal so diametral unterschiedlich sein, das man glauben mag, man wäre in einer anderen Dimension. Aber Israel als "Kindermörder" und "Terrorstaat" zu bezeichnen hat schon ein gewisses Kaliber. Das kann Israel so nicht stehen lassen.
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Re: Die Türkei als Speerspitze in der Akte Jerusalem

Beitragvon tabernakel » Mo 11. Dez 2017, 20:44

King Kong 2006 hat geschrieben:(09 Dec 2017, 09:47)
Nachdem Meisterstratege Trump im Alleingang gegen alle Regeln Jerusalem als Hauptstadt Israels Dank der Gnade seiner Macht* erklärt hat, sieht sich ein anderer großer Staatsführer in der Verantwortung gegen den postkolonialen Kreuzzug aufzutreten, der türkischer Sultan. Wie in alten Zeiten, diesmal aber kein Sultan der Seldschuken oder Saladin.

Damit riskiert Erdogan vor allem anderen erst mal seine Beziehungen zu den USA. Und das kann für die Türkei böse Folgen haben.

Bisher konnte sich Erdogan sicher sein dass er die Europäer gegeneinander ausspielen kann ohne dass das außenpolitisch größere Folgen hat, denn am Ende entscheidet vor allem die Haltung der USA wo's mit der NATO lang geht. Wenn Erdogan allerdings diese Basis verspielt, dann riskiert er dass es in der NATO zu einem Stimmungswechsel kommt, denn wir werden uns garantiert nicht dagegen sträuben wenn Trump auf die Idee käme die Türkei aus der NATO zu kicken (oder alternativ die NATO durch einen Nachfolger ohne die Türkei zu ersetzen).

Das mag den Sultan erst mal nicht schrecken. Und wenn dann russische Panzerbesatzungen uneingeladen mit ihrem Equipment in Istambul Urlaub machen ist es zu spät ...
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Re: Die Türkei als Speerspitze in der Akte Jerusalem

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 11. Dez 2017, 21:27

tabernakel hat geschrieben:(11 Dec 2017, 20:44)

Damit riskiert Erdogan vor allem anderen erst mal seine Beziehungen zu den USA. Und das kann für die Türkei böse Folgen haben.

Bisher konnte sich Erdogan sicher sein dass er die Europäer gegeneinander ausspielen kann ohne dass das außenpolitisch größere Folgen hat, denn am Ende entscheidet vor allem die Haltung der USA wo's mit der NATO lang geht. Wenn Erdogan allerdings diese Basis verspielt, dann riskiert er dass es in der NATO zu einem Stimmungswechsel kommt, denn wir werden uns garantiert nicht dagegen sträuben wenn Trump auf die Idee käme die Türkei aus der NATO zu kicken (oder alternativ die NATO durch einen Nachfolger ohne die Türkei zu ersetzen).

Das mag den Sultan erst mal nicht schrecken. Und wenn dann russische Panzerbesatzungen uneingeladen mit ihrem Equipment in Istambul Urlaub machen ist es zu spät ...

Das ist von vorne bis hinten ein weltfremdes Szenarium. In der Tat wird niemand die Türkei aus der NATO ausschließen, da dies im NATO-Vertrag gar nicht vorgesehen ist. Andererseits eine neue NATO zu gründen, ist in USA noch unpopulärer als in der bestehenden drin zu bleiben. Und dann müsste man die alte auch noch verlassen.
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Re: Die Türkei als Speerspitze in der Akte Jerusalem

Beitragvon tabernakel » Mo 11. Dez 2017, 21:58

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(11 Dec 2017, 21:27)
Das ist von vorne bis hinten ein weltfremdes Szenarium. In der Tat wird niemand die Türkei aus der NATO ausschließen, da dies im NATO-Vertrag gar nicht vorgesehen ist. Andererseits eine neue NATO zu gründen, ist in USA noch unpopulärer als in der bestehenden drin zu bleiben. Und dann müsste man die alte auch noch verlassen.

Na und? Ich halte ziemlich wenig von Trump, aber wenn diese Art Politiker im Weissen Haus einen Vorteil für die Welt bietet, dann dass "weltfremde Szenarien" und "totale Gewissheiten" eben nicht gelten. Trump traue ich absolut zu die NATO gegebenenfalls durch ein Bündnis ohne die Türkei zu ersetzen. Zumal das für die USA den Anreiz böte die 2% Verteidigungshaushalt-Anteile der Mitglieder nicht nur wie bisher festzuschreiben, sondern auch einen Strafkatalog bei Unterschreitung zu vereinbaren ...
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Re: Die Türkei als Speerspitze in der Akte Jerusalem

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mo 11. Dez 2017, 22:01

tabernakel hat geschrieben:(11 Dec 2017, 21:58)

Na und? Ich halte ziemlich wenig von Trump, aber wenn diese Art Politiker im Weissen Haus einen Vorteil für die Welt bietet, dann dass "weltfremde Szenarien" und "totale Gewissheiten" eben nicht gelten. Trump traue ich absolut zu die NATO gegebenenfalls durch ein Bündnis ohne die Türkei zu ersetzen. Zumal das für die USA den Anreiz böte die 2% Verteidigungshaushalt-Anteile der Mitglieder nicht nur wie bisher festzuschreiben, sondern auch einen Strafkatalog bei Unterschreitung zu vereinbaren ...

Träum weiter. Du hast offenbar nicht verstanden, was ein US-Präsident ist und was er nicht ist. Merkel hat eine innere 2. Hochrechnung, wenn Trump wirklich die Nato aufkündigt. Die EU hat zügig die nötigen Strukturen, um ohne den Nato-Wasserkopf weiterzumachen.
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Re: Die Türkei als Speerspitze in der Akte Jerusalem

Beitragvon tabernakel » Mo 11. Dez 2017, 22:39

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(11 Dec 2017, 22:01)
Träum weiter. Du hast offenbar nicht verstanden, was ein US-Präsident ist und was er nicht ist.

Wenn Du mich schon zum träumen aufforderst: Wenn ich die Wahl hätte, dann würde ich die NATO gerne durch ein weltweites Militärbündnis der Demokratien ersetzen. Mit klaren Regeln zum Beitritt wie auch zum Rausschmiss, und gerne auch verbunden mit Strafzahlungen an die anderen Mitglieder bei Unterschreitung des vereinbarten Minimums des Verteidigungshaushalts. Gerne wenn diese wollen mit neuen Mitgliedern wie Japan, Südkorea, Australien oder Chile. Und perspektivisch nach Beilegung von spezifischen Konfliktfeldern Länder wie Finnland (Konfliktfeld Russland), Mexiko (Einwanderungsstreit mit den USA), Argentinien (Falklandkonflikt mit GB), Brasilien (interne Stabilität), Indien (Kaschmir, Kastensystem) und Israel (Palästinenserkonflikt). Und beim aktuellen Stand der Dinge ohne die Türkei.

Und zum US-Präsidenten: Er ist vor allem anderen Commander in Chief der USA, und damit hat sein Wort in Verteidigungsfragen extremes Gewicht.

Merkel hat eine innere 2. Hochrechnung, wenn Trump wirklich die Nato aufkündigt. Die EU hat zügig die nötigen Strukturen, um ohne den Nato-Wasserkopf weiterzumachen.

Was soll das sein, eine "innere 2. Hochrechnung"? Dir ist schon klar dass wir in Europa sowieso als Teil des EU-Vertrages ein Verteidigungsbündnis unabhängig von der NATO haben? Und dass wir aktuell sowieso daran feilen dieses auszubauen - siehe Pesco.

Das alles sehe ich als gute und wichtige Entwicklung, aber es ist und bleibt als kontinentales Bündnis komplementär zur NATO, oder eben einem Nachfolger desselben.
Zuletzt geändert von tabernakel am Mo 11. Dez 2017, 22:47, insgesamt 2-mal geändert.
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Erdogan definiert rote Linie für die islamische Welt

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 13. Dez 2017, 13:44

Erdogan sieht sich und die Türkei in der Pflicht und Führungsrolle innerhalb der islamischen Welt. Das macht er in der Frage Jerusalems deutlich.

Konferenz islamischer Staaten

Erdogan fordert Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Palästinas

Nach der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch die USA hat der türkische Präsident Erdogan dazu aufgerufen, die Stadt im Gegenzug als Palästinenserhauptstadt anzusehen


Dieser Schritt sei "eine Belohnung für Israel für seine terroristischen Taten", so Erdogan. Bereits am Montag hatte Erdogan vor Parteifunktionären der AKP dem israelischen Staat vorgeworfen.


Vor dem Treffen hatte Erdogan angekündigt, man werde "die gesamte islamische Welt in Bewegung setzen".

http://m.spiegel.de/politik/ausland/rec ... 83060.html
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