Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Dieter Winter
Beiträge: 14771
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 22:08

Re: Erdogan definiert rote Linie für die islamische Welt

Beitragvon Dieter Winter » Mi 13. Dez 2017, 14:37

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Dec 2017, 13:44)

Erdogan sieht sich und die Türkei in der Pflicht und Führungsrolle innerhalb der islamischen Welt. Das macht er in der Frage Jerusalems deutlich.


Naja, die Araber hatten bereits das Vergnügen unter türkischer (osmanischer) Herrschaft zu leben. So richtig begeistert waren sie nicht, hört man munkeln.

Jerusalem soll Hauptstadt eines Palästinenserstaates sein? Wo soll sich denn dieser befinden? Und wer ist Präsident oder so was in der Art, der von den Palästinensern als solcher anerkannt wird?
Never approach a bull from the front, a horse from the rear, or an idiot from any direction.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Erdogan definiert rote Linie für die islamische Welt

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 13. Dez 2017, 17:03

Dieter Winter hat geschrieben:(13 Dec 2017, 14:37)

Naja, die Araber hatten bereits das Vergnügen unter türkischer (osmanischer) Herrschaft zu leben. So richtig begeistert waren sie nicht, hört man munkeln.

Jerusalem soll Hauptstadt eines Palästinenserstaates sein? Wo soll sich denn dieser befinden? Und wer ist Präsident oder so was in der Art, der von den Palästinensern als solcher anerkannt wird?


Abgesehen von den politischen Strategien Erdogans dahinter und der osmanischen Geschichte in deren Tradition sich die heutige Türkei durchaus sieht, gibt es keine arabische Macht (mehr), die überhaupt sich an die Spitze von irgendetwas setzen kann. Das können im Moment nur die alten nicht-arabischen Mächte die Türkei oder der Iran.

Sicher sind die arabischen Staaten keinesfalls dafür, daß die Türkei eine solche Rolle einnimmt. Wie auch beim Iran. Auf der anderen Seite sicherlich dankbar, weil sie es nicht können. Nicht offiziell. Nach 1973 haben sich die arabischen Mächte auf andere Methoden zurückgezogen. Auch die Golfaraber. Die Prinzenelite der Golfaraber sind auf gute Beziehungen zum Westen, um an der Macht zu bleiben, angewiesen. Auch, wenn sie sich etwas anderes denken. Deshalb geht die Unterstützung für radikale Elemente, die auch gegen Israel sind immer eher über private Kanäle. Sie können es sich gar nicht erlauben sich offen gegen die USA oder Israel zu stellen. Deshalb unterhalten z.B. die USA gute Kontakte zu ihnen. Weil sie schwach sind. Nicht weil sie gemäßigt sind. Das darf man keinesfalls verwechseln. Sie unterstützen radikalste Gruppen und betreiben Missionierung weltweit. Sie durchdringen Staaten und Gesellschaften z.B. im Westen viel intensiver. Viel mehr, als vergleichsweise die Türkei (Ausnahme in Deutschland) oder sogar als der Iran.

Wie es mal im Kontext Russlands, Chinas und Irans zu lesen war, sie sind bereit die "Kosten" für so eine Haltung zu bezahlen. Gabriel bemängelt, daß die EU das (noch) nicht ist. Die Türkei zeigt diese Haltung zunehmend auch. Führung zu übernehmen. Man könnte gutmenschlich sagen "Verantwortung übernehmen". Oder je nach Perspektive "unangenehm auffallen", bzw. "Konflikte verstärken”. So wird es jedenfalls von den bisherigen Platzhirschen wahrgenommen. Das man dann unangenehm auffällt, davon kann sich auch der Oberverantwortungsübernehmen ein Liedchen singen, die USA. Aber die ziehen sich ja immer mehr zurück. Jetzt kommen u.a. die Osmanen wieder.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19140
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Erdogan definiert rote Linie für die islamische Welt

Beitragvon H2O » Do 14. Dez 2017, 18:25

King Kong 2006 hat geschrieben:(13 Dec 2017, 17:03)

...

... Jetzt kommen u.a. die Osmanen wieder.


Sollen sie und andere. Halten Sie die politischen, wirtschaftlichen, technologischen, wissenschaftlichen, demographischen Potentiale anderer Machtkonzentrationen daneben. Dann wird doch erst klar, wie dünn die Suppe ist, die dort gelöffelt werden soll. Da liegen schlafende Riesen herum und lassen die Mäuschen gewähren. Wehe, wenn die übel geweckt werden!
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Türkische Botschaft in Ostjerusalem

Beitragvon King Kong 2006 » So 17. Dez 2017, 21:39

H2O hat geschrieben:(14 Dec 2017, 18:25)

Sollen sie und andere. Halten Sie die politischen, wirtschaftlichen, technologischen, wissenschaftlichen, demographischen Potentiale anderer Machtkonzentrationen daneben. Dann wird doch erst klar, wie dünn die Suppe ist, die dort gelöffelt werden soll. Da liegen schlafende Riesen herum und lassen die Mäuschen gewähren. Wehe, wenn die übel geweckt werden!


Jetzt kommen sie erstmal wieder.

Türkei will Botschaft in Ostjerusalem öffnen

Der türkische Präsident Erdogan provoziert im Streit um Jerusalem weiter: Nachdem die islamischen Staaten Ostjerusalem als Hauptstadt Palästinas anerkannt haben, spricht er vom nächsten Schritt.


Wobei das natürlich rein faktisch etwas schwierig ist. Israel wird das kaum erlauben.

Bislang sei das jedoch nicht möglich, da Jerusalem besetzt sei.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/r ... 83783.html
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19140
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Türkische Botschaft in Ostjerusalem

Beitragvon H2O » Mo 18. Dez 2017, 08:22

King Kong 2006 hat geschrieben:(17 Dec 2017, 21:39)

Jetzt kommen sie erstmal wieder.



Wobei das natürlich rein faktisch etwas schwierig ist. Israel wird das kaum erlauben.


Wäre ich in Israel politisch verantwortlich, würde ich der türkischen Botschaft einen Bauplatz in Ost-Jerusalem anbieten. Zugang nur für israelische Staatsbürger und akkreditierte türkische Diplomaten. :)
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Türkei nimmt Saudi-Arabien ins Visier - Stossrichtung Süden?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 23. Dez 2017, 11:17

Ankara bekräftigt noch einmal nach der Jerusalem-Abstimmung, daß die UN gestärkt werden müsse und nicht nur aus einem Staat besteht (mutmaßlich ist wohl die USA gemeint). Nun richtet sich das Augenmerk auch auf Saudi-Arabien. Riad war vor nicht allzu langer Zeit noch ein gern gesehener Gesprächspartner. Das scheint sich zu ändern.

Pro-Erdogan media targets Saudis after Trump's Jerusalem decision

Saudi Arabia no longer enjoys immunity from being thrashed by media who favor Erdogan and his Justice and Development Party (AKP). On Nov. 9, speaking at the Organization of Islamic Cooperation (OIC) summit on women’s entrepreneurship, Erdogan targeted Saudi Crown Prince Mohammed bin Salman’s commitment to lead his country to "moderate Islam." Erdogan said, “They are now trying to pump up this idea again. What is that? Moderate Islam! The patent on the term ‘moderate Islam’ belongs to the West." Then Erdogan delivered a line he has said before: “Islam cannot be [classified] as moderate or immoderate.” Erdogan even went on to ridicule the Saudi regime for promoting moderate Islam when it didn't even allow women to drive until recently.


On Dec. 5, pro-AKP newspaper Sabah’s outspoken columnist Hilal Kaplan tweeted about a New York Times article titled “Talk of a Peace Plan That Snubs Palestinians Roils Middle East” and commented, “Now pretending to react, [this piece alleges] Saudi Arabia indeed accepts the agreement where Trump declares Jerusalem Israel's capital, making illegal settlements permanent and destroying the right of return for Palestinians. These are not unexpected from the crown prince.” On Dec. 8, Kaplan retweeted detailed Turkish reporting of the same piece. She then posted in English, commenting on a video about what influenced Trump’s Jerusalem decision. She concluded it was in part the "bromance" between Prince Mohammed and Jared Kushner, Trump's son-in-law and a senior adviser.


“Saudi Arabia along with the UAE openly supports the PKK with the justification of aiding forces against Iran. That is causing direct harm to our national interests,” a junior bureaucrat added. When asked about why Turkey could not work in tandem with Saudi Arabia and its allies in the region, a senior bureaucrat commented, “We cannot keep investing in a losing cause. Saudi Arabia’s allegedly anti-Iran policies in Yemen indeed strengthened Iran’s power in Yemen. Qatar and Iran were pushed together. They [Saudis] caused Sunnis to lose power in Lebanon. So beyond all the talk, indeed, Saudis are pushing for the expansion of Iranian influence in the region.”

Turkish officials and pundits seem to agree the hotheaded crown prince’s sudden rise to power is to blame for the strain on Turkish-Saudi relations. Not long ago, the Turkish political elite was silent about the legitimacy of Saudi Arabia in the Muslim world, but now voices are emerging to urge Erdogan to first reclaim Mecca and Medina (two holy cities of Islam in Saudi Arabia) from the Saudis. As one Twitter user wrote, “Israel will keep winning in Jerusalem as long as we cannot save Mecca and Medina from the Saudis.”


As the Turkish security elite see it, clearly Iran has again emerged as the winner of all these intra-Sunni conflicts. Will blaming it on all Wahhabis help Turks wind up on the winning side? Did Turkey establish a solid basis of cooperation with Iran prior to burning all bridges with the Saudis, or is this another one of Erdogan’s haphazard reactionary bursts?

Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/origina ... z524rpWi28


Zunächst war es u.a. der Iran, der Saudi-Arabien ständig im Nacken saß und so die paradoxe Annäherung an die Osmanen stützte. Allerdings ist der Iran im Grunde genommen außer Konkurrenz. Wenn es um die Vorherrschaft der mehrheitlich sunnitischen Muslime geht, müssen das die Türkei und Saudi-Arabien unter sich ausmachen. Das sind die Konkurrenten. Von Europa, über Asien, Zentralasien usw. der Iran hat natürlich auch dort überall politische und wirtschaftliche Interessen. Aber er kann dort nicht konfessionell andocken. Die iranischen Interessen sind geografisch mehr oder weniger klar zu benennen. Der sunnitische Islam erstreckt sich demografisch viel massiver global. Auch, wenn die Türkei und Saudi-Arabien erstmal in ihrer direkten Nachbarschaft klären müssen, ob die Osmanen oder die Familie al-Saud den Ton angeben möchten.

Die Türkei und der Iran sind alte Nachbarn, mit der vielleicht ältesten weltweit unveränderten Grenze. Als große robuste dynamische Staaten müssen sie miteinander auskommen. Alles andere wäre für beide und die Region katastrophal. Die Saudis sind sind da aus Sicht Irans und hier der Türkei etwas anderes. Ein Kunststaat, der einen Deal mit dem Westen gemacht hat. Die Prinzenelite wird geschützt, dafür bedienen sie die westlichen Wirtschaften. Für Riad ist es gefährlich mit der Türkei und dem Iran im Clinch zu liegen. Erdogan spürt, daß eine weitere "Expansion" am ehesten in Richtung des Familienunternehmens al-Saud (Saudi-Arabien) geht. Im Norden ist Russland, im Osten Iran, die Europäer wollen die Türkei nicht, Trump tut alles, um es der Türkei schwer zu machen, dann eben Richtung Süden?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19140
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Türkei nimmt Saudi-Arabien ins Visier - Stossrichtung Süden?

Beitragvon H2O » So 24. Dez 2017, 12:15

King Kong 2006 hat geschrieben:(23 Dec 2017, 11:17)

.... Für Riad ist es gefährlich mit der Türkei und dem Iran im Clinch zu liegen. Erdogan spürt, daß eine weitere "Expansion" am ehesten in Richtung des Familienunternehmens al-Saud (Saudi-Arabien) geht. Im Norden ist Russland, im Osten Iran, die Europäer wollen die Türkei nicht, Trump tut alles, um es der Türkei schwer zu machen, dann eben Richtung Süden?


Deshalb wird an den Meldungen etwas Wahres dran sein, daß Israel mit Saudi-Arabien zunehmend enger zusammen arbeitet. Da liegt für Erdogan nach Mavi Marmara die nächste Backpfeife in der Luft.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Türkei nimmt Saudi-Arabien ins Visier - Stossrichtung Süden?

Beitragvon King Kong 2006 » Mo 25. Dez 2017, 10:50

H2O hat geschrieben:(24 Dec 2017, 12:15)

Deshalb wird an den Meldungen etwas Wahres dran sein, daß Israel mit Saudi-Arabien zunehmend enger zusammen arbeitet. Da liegt für Erdogan nach Mavi Marmara die nächste Backpfeife in der Luft.


Die Türkei muß unter Erdogan abwägen, wohin und was sie will. Sie sieht sich als Regionalmacht. Und die sprichwörtlich größten Entfaltungsmöglichkeiten gibt es im Süden. Das ist natürlich dahinsichtlich problematisch. Aus drei Gründen. Zum einen erinnert das an osmanische Zeiten und die arabischen Staaten sind davon nicht im Besonderen zu begeistern. Desweiteren kollidiert dies mit iranischen Interessen in Syrien und Irak. Darum wurde das Verhältnis zwischen der Türkei und dem Iran nach einem guten Start (nach Regierungsübernahme durch Erdogan) sehr schnell abgekühlt und die hohen Erwartungen an die Beziehungen zwischen beiden Staaten wurden nicht annähernd erreicht. Jetzt kommt noch Saudi-Arabien dazu. Mit dem Iran hat man sich wo mittelfristig geeinigt. Ankara sieht jetzt den Konkurrenten maßgeblich bei den al-Sauds. Das geht über die Beziehungen zur Hamas über "Rebellengruppen" in Syrien, um die sich beide bemühen müssen. Auch sieht sich die Türkei eher geeignet für eine Führungsposition in der islamischen Welt als Saudi-Arabien. Das macht sich z.B. in der Jerusalemfrage deutlich.

Den europäischen Raum hat die Türkei praktisch abgehakt. Nicht die Beziehungen per se, ganz im Gegenteil, aber ein Teil dessen werden und sein zu können. Bleibt Vorderasien. Nachdem sich herausgestellt hat, daß Ankara die Ziele in Syrien und Irak nicht erreichen konnte (Absetzung Assads und Förderung pro-türkischer Gruppen, sowie im Irak und betreffs der KRG), geht der Blick tiefer auf die arabische Halbinsel. Die höchsten militärischen Spitzen der Türkei und Irans haben sich mehrfach getroffen. Sicher ging es um Fragen strategischen Ausmasses und Interessensausgleichs. Es ging mutmaßlich um Syrien und Irak (inklusive KRG und der Kurdenfrage), aber auch um den Golfkooperationsrat. In Fragen Qatars liessen sie Saudi-Arabien auflaufen. Sie stehen an der Seite Qatars.

Iran and Turkey: Not an Alliance but an Incredibly Meaningful Partnership

The two greatest Imperial foes of the Ottoman Empire were Russia and Iran (Persia). While the Russian Empire collapsed in 1917, the Ottoman Empire in 1922 and the Iranian in 1979, the modern successor states of the Russian Federation, Republic of Turkey and Islamic Republic of Iran continue to constitute towering Eurasian powers whose influence only continues to grow.

This is not surprising in and of itself, but what is surprising is that these three great Eurasian powers continue to expand in terms of regional influence, but not at each others expense.


At the same time, Turkey’s relations with Iran, in the fields of economic, security, diplomatic and now ideological cooperation have grown throughout this same period, although they are less widely discussed


Today, it is fair to say that Iran and Turkey are experience their best bilateral relations since 1979.

While the Astana Peace Process and Turkey’s gradual acceptance of the legitimate right of the Syrian government to remain in power, are often pointed to as key elements which have aided bilateral relations between Iran and Turkey, the fact of the matter is that both countries see a more wide reaching potential for partnership that transcends the Syrian conflict and associated peace process.

Turkish President Erdogan’s trips to Iran are becoming ever more frequent as trade between the two countries rapidly increases. Furthermore, both countries have pledged to begin trading in national currencies, thus allowing Iran to circumvent Dollar based institutions which Washington has forced to sanction the country, while also allowing Turkey to assert financial independence from its former western partners, as part of a broader move to an almost certainly Yuan based One Belt–One Road trading network.

Pragmatically, both countries look set to collaborate on mutual energy initiatives included the proposed ‘Persian Gas Pipeline’. Among the prospective parties to such a project, Turkey and Iran are the only states not in the EU. This means that Iran and Turkey represent the eastern flank of a project linking Eurasian gas to the European mainland.


However, the most important event of the year in respect of solidifying a long lasting Ankara-Tehran partnership, happened in August.

On the 16th of August, Iran’s Chief of Staff Major General Mohammad Baqeri, became the highest ranking Iranian military officer to visit Turkey since prior to the Islamic Revolution. During the meeting, both countries pledged to cooperate further on wider regional security matters beyond affirming existing commitments to cooperate against the threats of regional and international terrorist groups.

The timing was significant as in September of 2017, when Iraqi Kurds unilateral declared independence, both Iran and Turkey worked to isolate the would-be illegal statelet in northern Iraq. Although leading Kurdish parties in Syria and Iraq are not traditionally allied, the duel threat of Kurdish ethno-nationalism in both Arab states have led to Turkey and Iran cooperating against a Kurdish threat which is increasingly pan-regional.


Even before the proper outbreak of Kurdish troubles on the borders of Iran and Turkey, both countries also found themselves on the same side of the Qatar-GCC dispute, thus proving another area in which each state sees eye to eye on a burning issue of Middle Eastern diplomatic relations.


In terms of ideology and the wider war for hearts and minds, Iran and Turkey have taken a clear lead on the cause of Palestine. While Syria remains a stalwart supporter of Palestine, because of Syria’s internal war against foreign terrorists, the most widely resonating support for Palestine now comes from outside the Arab world.

Turkey as a Sunni majority country, has taken the clear lead in offering increasingly bold criticisms of the Zionist regime which have turned Erdogan into something of the religious hero among Sunnis that he always clearly wanted to be.


More broadly, Iran and Turkey form the core non-Arab members of the emerging Northern Bloc of Middle Eastern states. Both countries are cooperating with each other and with Iraq, and through the Astana Format, Turkey is also cooperating with Iran’s Syrian ally (albeit in a one-step-removed fashion). It is clear that Ankara and Tehran have allies in the northern part of the Middle East while countries in the Southern Bloc, including Egypt, Saudi Arabia, Bahrain, the UAE, Jordan and “Israel”m have increasingly poor relations with both of the major non-Arab states of the region.

Iran and Turkey’s partnership is therefore forged on a combination of economic and security necessity as well as similar goals of wider pan-Eurasian trading, energy and commerce initiatives which are increasingly tied together in public by the cause of Palestine and wider pan-Islamic leadership which both states seem to agree upon sharing a compliment role within.

Unless and/or until Turkey leaves NATO, Iran and Turkey may not be formal allies, but in an age where few zero-sum allies exist, Turkey and Iran represent something more realistic and therefore more meaningful: they are new partners in a new Middle East AND a new Eurasia.

https://www.globalresearch.ca/iran-and- ... ip/5623599


Turkey joins Russia and Iran in supporting Syria

http://www.arabnews.com/node/1214166/middle-east


Ankara und Teheran haben weiterhin ihre Reibungspunkte und es bleiben somit auf eine Zukunftsachse Krisen praktisch vorprogrammiert. Dennoch haben sie es seit 500 Jahren geschafft keinen Krieg mehr miteinander zu führen. Das müssen Nachbarn erstmal schaffen! Vielleicht ist die Zeit reif, ähnlich wie auf dem europäischen Kontinent zwischen Frankreich und Deutschland, daß sich aus pragmatischen Gründen es sich so entwickelt, daß man besser vorankommt, wenn man enger zusammenarbeitet, denn gegeneinander. Das wird sicher vielen nicht gefallen.

Es ist völlig utopisch über so etwas wie der EU für Vorderasien zu sprechen, aber wenn es einen Core, einen Kern geben sollte, dann wird das die Türkei und der Iran sein. Wie in Europa Frankreich und Deutschland.

Langfristig wird man in Ankara und Teheran sehen müssen, wie man mit den relativ neuen arabischen Nationalstaaten umgehen wird. Wie bereits im Irak, Syrien, Libanon oder Libyen gesehen sind sie immer noch im Gestaltungsprozess. Viele Grenzen stehen in Frage, Ethnien oder die Staatsform. Vermutlich sehen sich die Türkei und der Iran nicht nur als potentielle Interventionisten und Imperialisten, sondern betrachten das auch als eine gefährliche Situation. Aus der arabischen Wüste ist immer mal ein überwältigender Sturm gekommen. Sei es in Form des Islams oder arabischer Heere. Im Nordosten, aus Zentralasien sind die Mongolenstürme - zumindest im Iran - im kollektiven Gedächtnis. Das die Türkei und der Iran sich koordinieren sollte man auch aus dieser Perspektive betrachten.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
H2O
Moderator
Beiträge: 19140
Registriert: So 13. Sep 2015, 12:49

Re: Türkei nimmt Saudi-Arabien ins Visier - Stossrichtung Süden?

Beitragvon H2O » Mo 25. Dez 2017, 11:00

King Kong 2006 hat geschrieben:(25 Dec 2017, 10:50)
...
... Aus der arabischen Wüste ist immer mal ein überwältigender Sturm gekommen. Sei es in Form des Islams oder arabischer Heere. Im Nordosten, aus Zentralasien sind die Mongolenstürme - zumindest im Iran - im kollektiven Gedächtnis. Das die Türkei und der Iran sich koordinieren sollte man auch aus dieser Perspektive betrachten.


Geschichtlich ist das alles ganz richtig dargestellt. Aber in unserer sehr vernetzten Welt sind derartige "Überraschungen" doch nicht zu erwarten. Anstatt dessen gibt es erkennbare Entwicklungen von Machtblöcken... China, Indien und von vorhandenen Machtblöcken Europa, USA... denen "Ihren" beiden Kandidaten vielleicht lästig sein könnten, aber nie und nimmer nicht gefährlich. Ein Chaos könnte von Afrika her drohen; das kann ich überhaupt nicht abschätzen.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 2. Feb 2018, 23:46

Jetzt werden "Argumente" für und wieder von Haltungen gegenüber der Türkei zusammengetragen.

Ein türkischer Ex-General in Washington wirbt für Unterstützung für die Türkei bei seinem Vorgehen in Vorderasien. Sonst...

Turkish general warns Washington ‘not to push Turkey toward Iran and Russia’

former Turkish general who is now leading one of Turkey's most important defense companies warned a Washington audience that the U.S. partnership with PKK's Syrian offshoot People's Protection Units (YPG) was pushing Turkey to the side of Iran and Russia.

https://www.dailysabah.com/diplomacy/20 ... and-russia


Ein kurdischer Pastor warnt vor den Plänen Erdogans. Sonst...

Kurdish Pastor: Turkey Bigger Threat to Israel than Iran

Erdogan is preparing the way for the rebirth of the Islamic caliphate by rallying the 'Islamic brotherhood' to surround the Jewish state and destroy it.


Erdogan has mobilized radical Islamic militias to attack the Kurdish population in northern Syria.


Erdogan envisions himself as head of the "last caliphate of Islam" and is bent on redrawing the map of the Middle East.


Majeed believes Erdogan's lack of success (through NATO) of being a "European member" has refocused him on extending his power throughout the Middle East. The Kurds are the only "stumbling stone" to achieving his goal. By accusing them of being infidels and attacking them, he's justifying his own aggression and providing a path to mobilize Islamic militias everywhere to unite against the Kurds. The fact that some of these militias have been trained by international allies and are members of the international coalition complicates the situation even further, he explains.

https://www1.cbn.com/cbnnews/israel/201 ... -than-iran


Demzufolge ist guter Rat teuer. Die Türkei wird in Europa (EU) keine Rolle zugestanden. Es war immer ein Versuch durch die Beitrittsverhandlungen die Türkei von einer selbständigen Rolle abzuhalten. Mit allem was das bedeutet. Irgendwann funzt das nicht mehr. Eine Türkei, das das bevölkerungsreichste Land er EU wäre, mit allen politischen Folgen im EU-Parlament war eigentlich stets ein no-go. Man sieht schon mit Staaten wie Polen, Ungarn oder Slowenien, daß gemeinsame EU-Werte so eine Sache sind. Und die gelten als christlich-abendländische Länder eigentlich noch als einigermassen kompatibel.

Die Türkei sieht seine Zukunft in der Gestaltung Vorderasiens. Mehr denn in Europa. Dort lässt man im EU-Parlament, in dem die Türkei sitzen würde, dies nicht zu. Der kurdische Pastor warnt, der türkischer Ex-General auch. Der eine vor ein einem neuen Kalifat. Der andere vor dem Hinwenden der Türkei gen Osten. Soll sich die Türkei noch weiter entfernen? Ist das nur ein Synonym für eine eigenständige Rolle?
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Wer mit wem?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 15. Feb 2018, 16:20

US-Außenminister Tillerson ("Trump ist ein Idiot") reist nach Ankara. Die Türkei fordert die YPG aus der SDF rauszuhalten. Im Grunde genommen ist das das Ende der SDF, denn die YPG/PKK/PJAK ist die SDF. Bzw. dominiert sie. Vielleicht hofft Erdogan die SDF dann mit pro-türkischen Milizen auffüllen zu können.

Turkey demands U.S. expel Kurdish militia from anti-Islamic State force

https://www.reuters.com/article/us-mide ... SKCN1FZ0LN


Turkey: Relations with US at make-or-break point

http://www.dw.com/en/turkey-relations-w ... a-42547270


Gleichzeitig versucht Ankara den Iran und Russland für sich und gegen die USA zu gewinnen. Letzteres sicher nicht gänzlich unmöglich...

Turkey tries to turn Russia, Iran against the U.S. - Turkey expert

Turkey is trying to bring Iran and Russia around to its side in its confrontation with the United States, Gönül Tol, founding director of The Middle East Institute’s Center for Turkish Studies said in an article in the National Interest Magazine.

https://ahvalnews.com/syria/turkey-trie ... key-expert


Es wäre in der geopolitischen Sache einfacher die Türkei, den Iran und Russland zusammenzubringen, wenn letztere nicht eher auf Assad setzen. Und die Kurden werden von allen gegen alle anderen instrumentalisiert. Das ergibt große Gräben zwischen den Dreien. Zur Zeit macht es den Eindruck, als ob der Riss zum Westen (USA) noch größer wäre. Vielleicht sieht er auch nur größer aus, weil es in den Beziehungen zwischen beiden bis vor 10-15 Jahren "geschmeidiger" war. Er bekam Risse, als Bush in den Irak marschierte. Die Krise um die Kurdenfrage sorgte für Zündstoff zwischen den USA und der Türkei. Die Türkei sieht sich existentiell bedroht.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Ger9374
Beiträge: 2667
Registriert: Sa 19. Nov 2016, 05:39
Benutzertitel: Einigkeit,Recht und Freiheit!!

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Ger9374 » Mo 19. Feb 2018, 06:05

Wenn die Türkei sich als Ordnungsmacht im Nahen Osten etablieren will , kann sie sich nur auf ihre eigene Militärmacht stützen.
Die Nato wird sich für Türkische Grossmachtträume nicht ausnutzen lassen.
Bleiben allianzen mit Russland, Kurden,Iran,Syrien,
Russland hält es mit Assad, Assad will die von den Türken angegriffenen Kurden unterstützen.Der Iran? Das weiss ich ehrlich nicht. Die USA spielen mit Kurden ihr eigenes Spiel. Israel hat mehr auf den Iran das auge gerichtet.
Es scheint das nur die mit Ankara verbündeten Kurden als Partner blieben. Nicht gerade üppig.

Wenn die Türkei ihr aussenpolitisches Abenteuer mal beendet hat , wird sie zurück richtung Nato gehen. Andere Optionen mit Russland halte ich für abwegig.
Jede meinung ist wichtig,sofern man eine eigene hat!
tabernakel
Beiträge: 504
Registriert: Do 26. Mär 2015, 11:12

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon tabernakel » Di 20. Feb 2018, 15:27

Ger9374 hat geschrieben:(19 Feb 2018, 06:05) Andere Optionen mit Russland halte ich für abwegig.

Oh, da bin ich alles andere als dieser Meinung. Für Russland ist die aktuelle Entwicklung eine historische Chance, Putin wird Erdogan daher mit allem Ködern was er hat ...
Benutzeravatar
DerFlamingo
Beiträge: 34
Registriert: Fr 6. Okt 2017, 07:42

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon DerFlamingo » Di 20. Feb 2018, 22:20

tabernakel hat geschrieben:Oh, da bin ich alles andere als dieser Meinung. Für Russland ist die aktuelle Entwicklung eine historische Chance, Putin wird Erdogan daher mit allem Ködern was er hat ...

Sehe ich auch so, ein Bruch Türkei//Nato kann Putin nur recht sein.
Benutzeravatar
Europa2050
Beiträge: 3289
Registriert: Di 4. Mär 2014, 08:38
Benutzertitel: Kein Platz für Nationalismus

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Europa2050 » Mi 21. Feb 2018, 07:49

DerFlamingo hat geschrieben:(20 Feb 2018, 22:20)

Sehe ich auch so, ein Bruch Türkei//Nato kann Putin nur recht sein.


Natürlich gewinnt Putin immer - er ist nunmal der beste Schachspieler unter den Top-Leuten und sonstigen Amateuren. Und skrupellos genug, um über Leichen zu gehen (Donbas, Ost-Ghouta, etc.) wenn es seinen Zielen dient.

Dennoch kann es einfach nicht sein, dass die NATO, die für mich immer noch eine Wertegemeinschaft ist, von einem Partner so diskreditiert wird. Ich - als Deutscher - möchte für die Schandaten des Faschisten in Ankara nicht in Mithaftung genommen werden.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
tabernakel
Beiträge: 504
Registriert: Do 26. Mär 2015, 11:12

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon tabernakel » Mi 21. Feb 2018, 17:56

Europa2050 hat geschrieben:(21 Feb 2018, 07:49)Dennoch kann es einfach nicht sein, dass die NATO, die für mich immer noch eine Wertegemeinschaft ist, von einem Partner so diskreditiert wird. Ich - als Deutscher - möchte für die Schandaten des Faschisten in Ankara nicht in Mithaftung genommen werden.

Die EU ist eine Wertegemeinschaft, und mittels EU-Vertrag auch unser primäres Verteidigungsbündnis. Die Nato ist ein Überbleibsel des kalten Krieges, und verbindet große Teile der EU mit US+Kanada sowie der Türkei und Französisch-Guana. Sie war mal eine Wertegemeinschaft (a.k.a. "der Westen"), aber angesichts der Entwicklung die die Türkei in den letzten 20 Jahren genommen hat kann davon wohl schon länger keine Rede mehr sein. Zumal man auch anmerken sollte dass sich der restliche Westen (also wir) in den letzten 50 Jahren deutlich in die andere Richtung entwickelt hat, das ist also nicht nur "Schuld" der Türkei oder spezifisch Erdogans.

Der Verlust der Türkei wäre zwar auf der einen Seite natürlich ein Verlust da Ankara den Eingang zum schwarzen Meer kontrolliert. Am Ende aber hat die Nato abgesehen von der Türkei im schwarzen Meer wenige vitale Interessen, und der Rhein-Main-Donau Kanal bietet zudem in einigen Fällen Ersatz. Und spätestens wenn Nato-Soldaten auf Nato-Soldaten (speziell US-Soldaten) schießen werden diese Fragen denke ich sowieso hinfällig, dann wird entweder die Türkei rausgeschmissen, oder die Nato wird durch ein Nachfolgebündnis ohne die Türkei ersetzt. Letzteres halte ich für wahrscheinlicher da dann Fragen wie "Rausschmissverfahren" und "Beitrag zum Verteidigungsetat" deutlich detaillierter vereinbart werden könnten.

Überspitzt könnte man also sagen dass wir gerade als Asoziale (wegen unserer fortwährenden Unterschreitung der vereinbarten 2% BIP beim Verteidigungsetat), und die Türkei als Hooligans massiv für die Auflösung der Nato und ihren Ersatz durch ein Nachfolgebündnis zwischen EU, Kanada und den USA (und wer weiss, dann vielleicht als Türkei-Ersatz Japan und Australien) Werbung machen. Mit der Vereinbarung bei Unterschreiten von 2% beim BIP die Differenz als Strafe an die Gemeinschaft zu zahlen, damit unsere Populisten nicht mehr Kindergärten gegen Sicherheit aufrechnen können.
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 3. Apr 2018, 20:08

Neues Basis im Sudan. Nachdem Ankara Truppen in Katar stationiert, wird ein Hafen im Sudan am Roten Meer zusammen mit Katar aufgemöbelt. Offiziell für den Tourismus.

Suakin: 'Forgotten' Sudanese island becomes focus for Red Sea rivalries

Turkey has signed a 99-year lease to redevelop Ottoman-era port as a tourism hub; Riyadh and allies fear Ankara also has military ambitions

http://www.middleeasteye.net/news/suaki ... -394055164


Sudan, Qatar ink $4 billion deal to develop Suakin seaport

https://www.dailysabah.com/africa/2018/ ... in-seaport


Die absolute Monarchie Saudi-Arabiens mit dem freundlichen Gesicht von Prinz Mohammed bin Salman, steht diesen Entwicklungen kritisch gegenüber (“triangle of evil”).

Duell am Roten Meer

Für Saudi-Arabien bilden Katar, Iran und die Türkei ein "Dreieck des Bösen". Am Roten Meer, im Sudan, investieren Doha und Ankara nun in ein strategisches Hafenprojekt - dort droht der nächste Konflikt.

https://www.reuters.com/article/us-saud ... SKCN1GJ1WW


Why is Sudan's Suakin island important for Turkey?

https://www.trtworld.com/turkey/why-is- ... key--13630


Für die Türkei ist das ein Sprungbrett auf den afrikanischen Kontinent. Zudem ein Fuß in dem wichtigen Schifffahrtsweg des Roten Meeres. Das Konkurrenzverhalten der beiden islamischen Staaten, der Türkei und Saudi-Arabiens mag auch eine Rolle spielen. Die Saudis sind zwar mehrheitlich Wahabiten, aber auch sie "fischen" in den sunnitischen Gebieten (Syrien, Irak, Afghanistan, Pakistan uvm.) und da vornehmlich unter den Hardcorekämpfern. Allerdings sieht sich Erdogan als bessere Alternative und womöglich in der Tradition des Osmanischen Reiches. Iran ist in dieser Hinsicht da raus bzw. außer Konkurrenz. Die Salafisten, Wahabiten oder Sunniten lassen sich vom Iran nicht ansprechen, gelten für diese sogar als Ungläubige. Der Einfluß Irans ist da konfessionell/geografisch begrenzt. Das Konkurrenzverhalten spielt da eher zwischen Ankara und Riad. Das Ankara und Doha allerdings mit Teheran abhängen lässt Prinz bin Salman eine Triangel vermuten. Für Riad besonders bitter, da Teheran seit ein paar Jahren raus ist aus dem Sudan. Der Iran war in den Neunzigern dort massiv vertreten. Kommt mit der Türkei und Katar auch der Iran zurück? Der Prinz ist not amused.

Putin ist nebenbei auch in Ankara eingetroffen. Es geht auch um das große AKW in der Türkei. Rouhani wird dazustossen. Um zu beraten, wie es mit Syrien weitergeht. Riad ist auch da draussen. Erdogan spricht mit Moskau und Teheran über die Zukunft der Levante.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 17. Apr 2018, 16:22

Die Regionalmächte Türkei, Iran und Russland wollen weiterhin u.a. in Fragen Syriens kooperieren.

Turkey, Iran vow to continue alliance with Russia on Syria: Ankara

http://www.dailystar.com.lb/News/Middle ... nkara.ashx


Die US-Airforce durfte den Stützpunkt Incirlik in der Türkei für die Angriffe auf Ziele in Syrien nicht nutzen.

Incirlik base not used by U.S. in Syria strikes: Turkey deputy PM

https://www.reuters.com/article/us-mide ... SKBN1HL0J9
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
King Kong 2006
Beiträge: 4699
Registriert: Di 3. Jun 2008, 10:41
Benutzertitel: Kongenial

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 19. Mai 2018, 09:16

Erdogan nimmt sich den Palästinensern an und greift Israel an. Desweiteren wird eine Schutztrupp für die Palästinenser gefordert.

Erdoğan setzt Israels Vorgehen in Gaza mit dem Holocaust gleich

Türkischer Präsident ruft Muslime zur Einheit gegenüber Israel auf – Tausende bei Kundgebung in Istanbul aus Solidarität mit Palästinensern

Istanbul/Gaza – Bei einer Großkundgebung in Istanbul gegen das israelische Vorgehen im Gazastreifen hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Muslime zur Einheit aufgerufen. Die Muslime zeigten ein "scheues und feiges Bild" im Angesicht ihrer Gegner, kritisierte Erdoğan am Freitag in einer Ansprache vor tausenden Menschen.

"Zwischen der Grausamkeit, die vor 75 Jahren in Europa an den Juden begangen wurde, und der Brutalität, der unsere Brüder aus Gaza heute ausgesetzt sind, besteht überhaupt kein Unterschied", sagte Erdoğan am Freitagabend bei der Eröffnung eines Sondergipfels islamischer Staaten in Istanbul. "Die Kinder der Menschen, die im Zweiten Weltkrieg in Konzentrationslagern auf jede erdenkliche Weise gefoltert wurden, greifen heute leider mit Methoden, die denen der Nazis quasi in nichts nachstehen, unschuldige Palästinenser an."

Es sei Zeit, die internen Differenzen zu überwinden und eine "starke Haltung gegen Israels Tyrannei" zu zeigen, hieß es weiter.

derstandard.at/2000080033926/Tuerkischer-Premier-vergleicht-Israel-mit-Hitler-und-Mussolini


Muslimische Staaten fordern Schutztruppe für Palästinenser

Die Mitglieder der Organisation für Islamische Zusammenarbeit verurteilten die "kriminellen Handlungen" Israels im Gazastreifen

Proteste im Gazastreifen Istanbul – Muslimische Staaten haben auf ihrem Gipfeltreffen in Istanbul eine internationale Schutztruppe für die palästinensische Bevölkerung gefordert. Sie reagierten damit auf die Tötung von rund 60 Palästinensern durch das israelische Militär bei Protesten an der Grenze zwischen Gazastreifen und Israel Anfang der Woche. Die 57 Mitglieder zählende Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) verurteilte am Freitag in ihrer Abschlusserklärung den gewaltsamen Tod der Palästinenser als "schwere Verbrechen des israelischen Militärs, begangen mit der Rückendeckung der US-Regierung".

derstandard.at/2000080046221/Muslimische-Staaten-fordern-Schutztruppe-fuer-Palaestinenser


Die USA haben ein Veto für die Untersuchungen der Gewalt eingelegt. Vermutlich werden wie oben beschrieben andere Maßnahmen "outgesourct". Hilf die selbst, dann hilft die Allah. Derweil will die UN trotzdem eine Kommission schicken.

Kommission soll Gewalt in Gaza untersuchen

Nach immer neuen Toten im Gazastreifen will der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen eine Untersuchungskommission an die Grenze zu Israel schicken.

https://www.tagesschau.de/ausland/un-me ... r-101.html


Die Türkei nimmt sich konsequent weiter den Themen in Nahost an.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Beiträge: 11437
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 23. Mai 2018, 19:12

der kurs der lira ist inzwischen schon wieder gesenkt. dieses jahr um 14%. unser korrespondent gab ein beispiel. voriges jahr zahlte er 650 euro; jetzt 440.

als erdogans wirtschaft wuchs, wurde massenhaft auf ihn gestimmt. jetzt ist es nicht zu sagen. es könnte sein, daß dieses verlust der lirawert (was die türken ja gleich spüren) zu abkehr führt. ebenso gut ist denkbar daß sie denken »unter ihn HATTEN wir es gut.

obwohl die arbeitslosigkeit bedeutend wächst, wächst auch die zahl der arbeitslosen, sagt der korrespondent. das wachstum wird auf pump finanziert.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«

Zurück zu „34. Türkei“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast