Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

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King Kong 2006
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Ankara empfängt iranischen Generalstabschef - Engere regionale Kooperationen

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 16. Aug 2017, 13:50

Das erste Mal seit 1979, als der Iran das strategische Bündnis mit den USA verließ, kommt ein iranischer Generalstabschef (Ranghöchster Militär Irans) nach Ankara.

Es geht um Sicherheitsfragen in Syrien und Irak. Um die verbliebenen Gebiete, die von der syrischen Opposition gehalten werden und um die kurdische PKK/PJAK. Sicher kein einfacher Besuch, da es in vielen Bereichen Unstimmigkeiten bis hin zu massiven Zerwürfnissen geht.

Iran’s Top General Makes Rare Visit to Ankara

The chief of staff of the Iranian armed forces, Major General Mohammad-Hossein Baqeri, arrived in Ankara, leading a high-ranking military and political delegation, for three days of talks. It is the first visit by Iran’s chief of staff since the 1979 Iranian revolution.

https://www.voanews.com/a/iran-top-gene ... 86438.html


Energiepolitisch werden die Türkei, Russland und der Iran enger kooperieren. Ein gemeinsames Konsortium.

Iran, Russia, Turkey mark a new turn with $7 billion drilling deal

Turkey’s Unit International which signed a drilling deal last week with Russia's state-owned Zarubezhneft and Iran's Ghadir Investment Holding says the contract is worth $7 billion.

Iran is Turkey's second-biggest supplier of natural gas after Russia and sells about 10 billion cubic meters a year of gas under a 25-year supply deal to Turkey which it uses for electricity generation.


Chemistry for alliance

The drilling agreement marks a new dawn in cooperation between Iranian, Russian and Turkish companies, reflecting on the rapidly changing geopolitical dynamics in the region.


Die Türkei bietet sich als Dritte im Bunde an, weil das Verhältnis zum Westen deutlich schlechter geworden ist.

Moreover, the fallout in diplomatic relations is widening from the West’s support of Turkish dissidents and Washington’s backing for Kurdish militants in Syria which Ankara views as a security threat.

And with Iran also being under US sanctions, Tehran, Ankara and Moscow might be finding chemistry for an alliance of sorts which explains their first ever joint venture signed in Moscow last Tuesday.


Rahimpour touched on the two countries’ vision to boost trade to $30 billion, expressing hope that the two sides would take effective steps to achieve their goals by allocating appropriate facilities.

http://www.presstv.ir/Detail/2017/08/16 ... -sanctions


Iran, Turkey Target 1m Tons in Rail Cargo Transit

Iran-Turkey transit cargo will be transported via Razi border-crossing in West Azarbaijan Province where Iran’s sole rail connection with the neighboring country passes The volume of rail cargo transit in Iran has risen from 470,676 tons in the fiscal 2013-14 to 1.2 million tons last year (March 2016-17)

https://financialtribune.com/articles/d ... go-transit
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Polizeiliche Zusammenarbeit mit der EU und Bruch mit dieser?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 19. Aug 2017, 19:33

Die Beziehungen zwischen Deutschland/EU und der Türkei wird nicht besser.

"Ungeheuerlicher Vorgang"

SPD-Kanzlerkandidat Schulz zeigt sich schockiert angesichts der Festnahme des deutschen Schriftstellers Akhanli. Grünen-Chef Özdemir fordert von der EU, ihre polizeiliche Zusammenarbeit mit der Türkei auf den Prüfstand zu stellen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/m ... 63625.html


Erdogan attackiert Gabriel: "Beachten Sie Ihre Grenzen"

Erdogan warnte Gabriel unterdessen in einer scharfen persönlichen Attacke vor weiterer Kritik an der Türkei. "Er kennt keine Grenzen", sagte der Staatschef am Samstag in einer im Fernsehen übertragenen Rede mit Blick auf Gabriel und fügte hinzu: "Wer sind Sie, dass Sie so mit dem Präsidenten der Türkei reden? Beachten Sie Ihre Grenzen!"

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 63632.html


Den Aufruf von Erdogan an seine türkischen Landsleute in Deutschland nicht wählen zu gehen bzw. gegen Merkel zu wählen sehe ich als geplanten Baustein zum eskalierenden Bruch mit der EU an. Im Grunde genommen bahnt sich ein Kalter Krieg an. Anders ist die Aufforderung an die Türken in Deutschland sich in bestimmter Weise zu verhalten nicht zu deuten.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Ger9374 » Sa 19. Aug 2017, 19:40

Wer tut denn jetzt überrascht!?
Erdogan fährt seit längerem eindeutig einen Anti Deutschen Kurs. Jetzt wiegelt er die Deutsch Türken auf. Tacheles geredet, Freunde sind nicht mehr am Bosporus!!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

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Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon jellobiafra » Sa 19. Aug 2017, 19:53

Die türkische Gemeinde in Deutschland hat sich auch Einmischung verbeten. Die wahlberechtigten Türken sind erstens Deutsche und zweitens erwachsen. Die können sich selber eine Meinung bilden.

Wenn wir aber annehmen, die Deutschtürken folgen in großer Zahl Erdogans Aufforderung, dann nutzt das in erster Linie Frau Merkel und der CDU. Deutsche türkischer Herkunft wählen traditionell eher SPD oder Grüne, so dass diese Parteien mehr Stimmen verlieren werden als die CDU. Vielleicht gibt es eine Wanderung von SPD und Grünen zu den Linken, was Merkels Sieg kaum gefährden dürfte.

Irgendwie gibt es kaum eine Entwicklung von der Frau Merkel nicht profitiert.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Mi 30. Aug 2017, 17:41

jellobiafra hat geschrieben:(19 Aug 2017, 20:53)

Die türkische Gemeinde in Deutschland hat sich auch Einmischung verbeten. Die wahlberechtigten Türken sind erstens Deutsche und zweitens erwachsen. Die können sich selber eine Meinung bilden.

Wenn wir aber annehmen, die Deutschtürken folgen in großer Zahl Erdogans Aufforderung, dann nutzt das in erster Linie Frau Merkel und der CDU. Deutsche türkischer Herkunft wählen traditionell eher SPD oder Grüne, so dass diese Parteien mehr Stimmen verlieren werden als die CDU. Vielleicht gibt es eine Wanderung von SPD und Grünen zu den Linken, was Merkels Sieg kaum gefährden dürfte.

Irgendwie gibt es kaum eine Entwicklung von der Frau Merkel nicht profitiert.

Man kann jetzt auch nicht jede Wählerwanderung auf den klugen Rat aus Ankara beziehen, die SPD und etliche andere Parteien nicht zu wählen. Es gibt viele gute Gründe, die SPD nicht oder nicht mehr zu wählen. Die Einmischung mit Vorschlägen ist weltweit nicht so unüblich. Wir alle erinnern uns noch an die Ansagen gegenüber Griechenland, was gefälligst zu wählen sei wenn weiter Kredite kommen sollen.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 30. Aug 2017, 23:12

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(30 Aug 2017, 18:41)

Wir alle erinnern uns noch an die Ansagen gegenüber Griechenland, was gefälligst zu wählen sei wenn weiter Kredite kommen sollen.

warum sagte der erdogan nicht »wählt AfD« ? das paßt doch irgendwie...
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 31. Aug 2017, 07:59

Nomen Nescio hat geschrieben:(31 Aug 2017, 00:12)

warum sagte der erdogan nicht »wählt AfD« ? das paßt doch irgendwie...

Die AfD zu wählen, ist eine Möglichkeit von Vielen. Nennt sich Demokratie, wäre das nicht auch mal was für dich?
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Nomen Nescio » Do 31. Aug 2017, 08:37

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 Aug 2017, 08:59)

Die AfD zu wählen, ist eine Möglichkeit von Vielen. Nennt sich Demokratie, wäre das nicht auch mal was für dich?

das paßt doch gut bei erdogans partei?

bedankt daß du mich so einschätzt. darf ich um eine untermauerung fragen ?
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 31. Aug 2017, 08:42

Nomen Nescio hat geschrieben:(31 Aug 2017, 09:37)

das paßt doch gut bei erdogans partei?

bedankt daß du mich so einschätzt. darf ich um eine untermauerung fragen ?

Erdogans Partei hat mit AfD Gemeinsamkeiten und Unterschiede wie alle Parteien. Er empfiehlt, bestimmte nicht wählen und sagt, weil. Er sagt nicht, wählen den oder den.
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NATO-Staat Türkei & seine Nachbarn Russland und Iran

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 1. Sep 2017, 18:55

Die Türkei bzw. das Osmanische Reich hat eine spannungsreiche Zeit mit Russland und dem Iran hinter sich. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Türkei ein NATO-Staat. In den letzten Jahren ist Potential entstanden sich zu, vielleicht sogar einmal mit den Nachbarn Russland und Iran neu zu positionieren.

Turkey Cozying Up to Russia and Iran
What does history teach us about the real prospects of closer Turkish relations with Russia and Iran?

By Soner Cagaptay, September 1, 2017

Can Turkey become good friends, or even allies, with Iran and Russia in Syria and beyond? During six centuries of Ottoman rule, the Turks ruled over all their neighbors, except Russia and Iran.
Since Turkey's accession to the alliance in 1952, NATO has been the bedrock of Turkish security against Russia. The only scenario in which Turkey would shift its historic view of Russia and Iran involves a rupture with NATO.

Recent news stories suggesting that Ankara, Tehran, and Moscow are agreeing to cooperate in Syria’s northern Idlib province and to bury the hatchet in Syria’s civil war have brought to the foreground a key question.

Can Turkey become good friends, or even allies, with Iran and Russia in Syria and beyond? History suggests that any “handshake” between Ankara and its two neighbors will be difficult to sustain — unless a rupture occurs in Turkey-NATO ties.

How the Turks view their neighbors

Turkey has a dozen neighbors, distributed in groups of three: In the Middle East (Iran, Iraq, and Syria), the Caucasus (Armenia, Azerbaijan, and Georgia) and Europe (Cyprus, Greece, and Bulgaria). Added to this are its maritime neighbors across the Black Sea (Russia, Romania, and Ukraine) whose access to international waters goes through the Turkish Straits. Ankara’s relations with these neighbors help explain its current orientation:

Ignoring the larger lot

During six centuries of Ottoman rule (1299-1923), the Turks defeated and ruled over all their neighbors, with the exception of Russia and Iran. This resilience elevates the two populous countries in contemporary Turkish views and also in the Turkish foreign policy weltanschauung.

Whereas Ankara can be patronizing in its foreign policy toward its other neighbors, dismissing their concerns and even interfering in their internal affairs — as has been the case in Iraq, Bulgaria, and Syria recently — historically speaking, Turkey neither confronts nor ignores the Russians or the Iranians.


Fearing the Russians

During the eighteenth and nineteenth centuries, Russia not only evaded conquest by the Ottomans but defeated them numerous times, often instigating such wars. Furthermore, Russian policies contributed in many ways to the decline of the Ottoman Empire from the nineteenth century onward.

As a result of the wars, Russia took vast, and often solidly Turkish and Muslim, territories around the Black Sea from the Ottomans, including the Crimean Khanate (including what is now southern Russia and Ukraine) and large parts of the northern and southern Caucasus.

In the Balkans, the Russian czars supported nationalist movements among the Greeks, Bulgarians, Serbs, and Romanians, helping them split away from the Ottoman Empire and eventually leading to near complete Ottoman withdrawal from Europe.

Pivot to NATO

All this explains Turkey’s deep-rooted historical fear of Russia — and the speed with which Ankara pivoted to become a NATO member at the beginning of the Cold War, following Joseph Stalin’s 1946 demand for territory from Turkey.

Since Turkey’s accession to the alliance in 1952, NATO has been the bedrock of Turkish security against Russia.(...)


Taking the Iranians seriously

Historically speaking, Turkish ties with Iran have differed substantially from Turkey-Russia ties. The Ottoman and Persian Empires became neighbors in the fifteenth century, at which point they started to push against each other for control of what is now eastern Turkey and western Iran.

After fighting 166 years of debilitating and inconclusive wars (between 1473 and 1639), and ending up with bankrupt treasuries — the seventeenth-century version of mutually assured destruction — the Turks and Iranians settled on historic power parity, agreeing to avoid future conflict at any cost.(...)

https://www.theglobalist.com/turkey-rus ... ed-states/


Der Text hat geht dann noch auf weitere Themen ein, bei denen es zwischen Russland bzw. Iran und der Türkei knirscht. Die geostrategische Situation zwischen der Türkei und Russland bzw. Iran auf der anderen Seite ist immer noch in Teilen weit auseinander. Bis hin zur Konfrontation. Sollte sich aber das Verhältnis zum Westen, zur EU oder zur USA weiter verändern (man muß nicht einmal verschlechtern hineininterpretieren, manchmal verändern sich einfach wertfrei Situationen), kann das auch das Verhältnis zu Russland oder dem Iran beeinflussen.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 1. Sep 2017, 19:32

ich frage mich, ob erdogan wieder nach einer großtürkei strebt. denn dann muß er vieles bij rußland holen.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 1. Sep 2017, 19:43

Nomen Nescio hat geschrieben:(01 Sep 2017, 20:32)

ich frage mich, ob erdogan wieder nach einer großtürkei strebt. denn dann muß er vieles bij rußland holen.

Wiener Vororte und Budapest etwa.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 1. Sep 2017, 21:55

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(01 Sep 2017, 20:43)

Wiener Vororte und Budapest etwa.

war die krim nicht auch türkisch ?? und natürlich südrußland.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 1. Sep 2017, 21:59

Nomen Nescio hat geschrieben:(01 Sep 2017, 22:55)

war die krim nicht auch türkisch ?? und natürlich südrußland.

Die Krim und auch Südrussland hatten nie eine türkische Bevölkerung heimisch. Du darfst Armenier, Skythen und Griechen nicht mit Türken verwechseln. Eine türkische Bevölkerungsmehrheit ist in vielen Städten Mitteleuropas und des Balkans absehbar. In der Krim dagegen nicht.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 1. Sep 2017, 22:05

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(01 Sep 2017, 22:59)

Die Krim und auch Südrussland hatten nie eine türkische Bevölkerung heimisch. Du darfst Armenier, Skythen und Griechen nicht mit Türken verwechseln. Eine türkische Bevölkerungsmehrheit ist in vielen Städten Mitteleuropas und des Balkans absehbar. In der Krim dagegen nicht.

es war aber erobert als katherina zarin war.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Fr 1. Sep 2017, 22:08

Nomen Nescio hat geschrieben:(01 Sep 2017, 23:05)

es war aber erobert als katherina zarin war.

Das mag sein, jedoch ist das für Erdogan nicht interessant. Auch Ägypten war unter osmanischer Oberhoheit, doch dort gibt es keine Türken. Erdogan interessiert sich für das Wohl aller Türken in der Welt. So auch in Berlin, das nie osmanisch war. So auch in Wien. So nicht auf der Krim oder in Ägypten.
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Militärische Kooperation zwischen der Türkei und dem Iran

Beitragvon King Kong 2006 » Di 3. Okt 2017, 20:04

Offenbar bahnt sich eine enge Zusammenarbeit eines NATO-Staates mit dem Iran auf militärischer Ebene an.

Iran, Turkey Agree to Broaden Military Alliance

The Iranian and Turkish armed forces will broaden cooperation in training, holding war games, and the exchange of experiences, the top Iranian commander said.

https://www.tasnimnews.com/en/news/2017 ... y-alliance


Erdogan wird am 4.10.17 in Teheran erwartet.
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Re: Militärische Kooperation zwischen der Türkei und dem Iran

Beitragvon Olympus » Di 3. Okt 2017, 20:18

King Kong 2006 hat geschrieben:(03 Oct 2017, 21:04)

Offenbar bahnt sich eine enge Zusammenarbeit eines NATO-Staates mit dem Iran auf militärischer Ebene an.



Erdogan wird am 4.10.17 in Teheran erwartet.

Tja, Russland, Türkei, Iran machen sich auf den Westen platt zu machen. Aber erst wenn Europa zerbrochen ist.
Beihilfen: Le Pen, Wilders, AfD, Trump etc.
So fügt sich eines zum nächsten.
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Re: Militärische Kooperation zwischen der Türkei und dem Iran

Beitragvon King Kong 2006 » Di 3. Okt 2017, 20:36

Olympus hat geschrieben:(03 Oct 2017, 21:18)

Tja, Russland, Türkei, Iran machen sich auf den Westen platt zu machen. Aber erst wenn Europa zerbrochen ist.
Beihilfen: Le Pen, Wilders, AfD, Trump etc.
So fügt sich eines zum nächsten.


Russland hat sicherlich am ehesten ein Interesse "den Westen platt zu machen". Russland ist zerbrochen z.T. auch zerbrochen worden. Das Ende der Sowjetunion. Die NATO ist jetzt im Baltikum, ganz nahe. Moskau wird sicherlich versuchen ähnliches mit dem Westen zu veranstalten. Wahlhilfe für Trump. Die merkwürdige Affinität "der Rechten" mit Russland.

Die Türkei und den Iran sehe ich da nicht in vorderster Front. Erdogan versucht über eine von ihm sicher so gesehenen 5. Kolonne (Türken in Europa) dem Westen zu zeigen wie einflußreich er wäre. Um somit eine Karte in der Hand zu haben gegen die massiven Möglichkeiten des Westens auf die Türkei einwirken zu können. Sicher ist Erdogan politisch gesehen daran interessiert die Europäer zu spalten. So, wie Putin. Der Iran ist zu weit weg. Teheran interessiert Asien (China, Indien, Indonesien, Malaysia, Japan usw.) mindestens soviel wie Europa. Teheran spekuliert eher auf eine Emanzipation oder manche sagen eher Bruch mit den USA. Der Iran von heute sieht die USA als global power als Gegner. Weniger "den Westen" in der Gesamtheit oder die EU. Die Türkei, aufgrund der geostrategischen Verhältnisse und der Verflechtungen geht eher Europa an, weniger die USA.

Mit Trump am Ruder sind die Chancen nicht schlecht. Und einigen Schlafmützen in Berlin.
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Beziehungen zum Westen verschlechtern sich rapide

Beitragvon King Kong 2006 » Di 10. Okt 2017, 19:13

Zwischen den USA und der Türkei verschlechtern sich die Beziehungen ziemlich.

Ankara erkennt US-Botschafter in der Türkei nicht mehr an

Der Visastreit zwischen der Türkei und den USA verschärft sich weiter: Der türkische Präsident Erdogan hat mit einem Abbruch der Beziehungen gedroht und den US-Botschafter John Bass attackiert.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/t ... 72306.html


Gleichzeitig hält es Ankara für keine gute Idee, falls Cem Özdemir deutscher Außenminister werden würde.
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