Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

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King Kong 2006
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Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 15. Mär 2017, 20:46

Die Türkei scheint sich zu verschieben. Wenn nicht geografisch signifikant messbar. Denn geopolitisch. Nach dem 1. Weltkrieg, spätestens nach dem 2. Weltkrieg wurde die Türkei im Rahmen des Kalten Krieges u.a. durch die NATO und einer Aussicht zu einem Beitritt zur EG/EU an den Westen herangeführt. Manche meinen, gebunden. Nach dem Ende des Kalten Krieges verändern sich die Verhältnisse, die Bedürfnisse und die Umstände. In der Türkei, in der Region und darüber hinaus.

Ägypten erschien als idealer Partner unter den Muslimbrüdern und Mursi. Dann wurde er gestürzt. Das Verhältnis zum Nachbarn Iran ist ambivalent. Auf der einen Seite mit der vermutlich ältesten Grenze weltweit, was auf Stabilität hinweist, auf der anderen Seite teilweise unverhohlenen Differenzen und einem stagnierenden Verhältnis dadurch bedingt. Was für beide Seite Schade ist. Da wäre viel Potential. Russland ist ein Thema und dann wären da noch die arabischen Staaten am Persischen Golf.

Führt die Entwicklung, der Disput, mit der EU die Türkei näher an die arabischen Golfstaaten?

Erdogans Nahost-Politik

Der Sultan hat es sich verscherzt

Der türkische Präsident vergrätzt Europa. Umso wichtiger wären Erdogans Beziehungen zu den Ländern des Nahen Ostens. Doch auch dort liegen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander.


Als Bittsteller bei den Golfmonarchen

In Ermangelung anderer Partner in der Region wendet sich die türkische Regierung verstärkt den Golfstaaten zu. Im Februar besuchte Erdogan Saudi-Arabien, Katar und Bahrain. Dort trat er jedoch weniger wie der Präsident einer Regionalmacht auf, sondern eher wie ein Bittsteller. Die Zahl der Auslandsinvestitionen in der Türkei ist 2016 um 42 Prozent gefallen, europäische Unternehmen beobachten den Kurs des Landes mit großem Argwohn. Erdogan setzt darauf, dass die wohlhabenden Golfstaaten diese Lücke füllen.

In knapp fünf Wochen stimmen die Türken in einem Referendum darüber ab, ob sie Staatschef Erdogan mit noch größeren Befugnissen ausstatten wollen. Das Gezerre um Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsvertreter in Europa hat das Verhältnis zwischen Türkei und EU schon jetzt massiv beschädigt. Ein autoritär regierender Erdogan dürfte die Beziehungen nach dem 16. April noch weiter verschlechtern - mit negativen Folgen für die türkische Wirtschaft. Der starke Mann aus Ankara wird zukünftig wohl noch mehr auf Partner am Golf angewiesen sein.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/r ... 38738.html


Der Vorteil der arabischen Monarchien ist, daß sie keine blöden Fragen stellen. Die Europäer kommen immer mit dem Zeigestock. Das müsse besser werden, dies müsse geändert werden usw. Und dann ist "klar", daß ein Beitritt sowieso praktisch utopisch ist. Das werden die Könige, Sultane und Scheichs vom Persischen Golf kaum so machen. Andererseits sind diese Länder als Partner, egal zu welchem Thema nicht wirklich ein gleichwertiger Partner zur EU. Das muß man klar sagen. Und die wollen für Kohle und Kredite auch Gegenleistungen.

Ist es wahrscheinlich, daß sich die Türkei von der EU weiter entfernt und gleichzeitig näher an Staaten des vorderen Orients heranrückt? Wenn ja, in welcher Form und Qualität? Der Weg zur Regionalmacht ist hart. Und wird niemanden geschenkt. Erdogan hat von einer superben Politik am Anfang seiner Regierungszeit es geschafft die Türkei in unsichere Gewässer zu führen. Aber, die Frage lautet auch, ist das nicht normal? Wenn man sich verändert? Wenn man umzieht? Sind das nicht Geburtswehen, die normal sind? Ist es nicht immer schlauchend, wenn man sich aus einer alten Haut windet oder aus einer Verpuppung? Das bleibt abzuwarten.

Quo vadis Türkei?
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Bobo » Do 16. Mär 2017, 09:11

King Kong 2006 hat geschrieben:(15 Mar 2017, 20:46)

Die Türkei scheint sich zu verschieben. Wenn nicht geografisch signifikant messbar. Denn geopolitisch. Nach dem 1. Weltkrieg, spätestens nach dem 2. Weltkrieg wurde die Türkei im Rahmen des Kalten Krieges u.a. durch die NATO und einer Aussicht zu einem Beitritt zur EG/EU an den Westen herangeführt. Manche meinen, gebunden. Nach dem Ende des Kalten Krieges verändern sich die Verhältnisse, die Bedürfnisse und die Umstände. In der Türkei, in der Region und darüber hinaus.

Ägypten erschien als idealer Partner unter den Muslimbrüdern und Mursi. Dann wurde er gestürzt. Das Verhältnis zum Nachbarn Iran ist ambivalent. Auf der einen Seite mit der vermutlich ältesten Grenze weltweit, was auf Stabilität hinweist, auf der anderen Seite teilweise unverhohlenen Differenzen und einem stagnierenden Verhältnis dadurch bedingt. Was für beide Seite Schade ist. Da wäre viel Potential. Russland ist ein Thema und dann wären da noch die arabischen Staaten am Persischen Golf.

Führt die Entwicklung, der Disput, mit der EU die Türkei näher an die arabischen Golfstaaten?





Der Vorteil der arabischen Monarchien ist, daß sie keine blöden Fragen stellen. Die Europäer kommen immer mit dem Zeigestock. Das müsse besser werden, dies müsse geändert werden usw. Und dann ist "klar", daß ein Beitritt sowieso praktisch utopisch ist. Das werden die Könige, Sultane und Scheichs vom Persischen Golf kaum so machen. Andererseits sind diese Länder als Partner, egal zu welchem Thema nicht wirklich ein gleichwertiger Partner zur EU. Das muß man klar sagen. Und die wollen für Kohle und Kredite auch Gegenleistungen.

Ist es wahrscheinlich, daß sich die Türkei von der EU weiter entfernt und gleichzeitig näher an Staaten des vorderen Orients heranrückt? Wenn ja, in welcher Form und Qualität? Der Weg zur Regionalmacht ist hart. Und wird niemanden geschenkt. Erdogan hat von einer superben Politik am Anfang seiner Regierungszeit es geschafft die Türkei in unsichere Gewässer zu führen. Aber, die Frage lautet auch, ist das nicht normal? Wenn man sich verändert? Wenn man umzieht? Sind das nicht Geburtswehen, die normal sind? Ist es nicht immer schlauchend, wenn man sich aus einer alten Haut windet oder aus einer Verpuppung? Das bleibt abzuwarten.

Quo vadis Türkei?



Es ist anzunehmen, dass Erdogan ohnehin mehr auf den Nahen Osten schielt, als nach Europa. Mir erscheint es nur logisch, dass der Versuch, Länder zu kaufen, indem man ihnen z. B. Geld für bis dahin nicht vorhandene demokratische Entwicklungen zahlt, scheitern muss. Das führt vorhersehbar zum Auftritt mit Taktstock und gefühlter Bevormundung. Anders herum wird ein Schuh draus. Die unumkehrbare demokratische Entwicklung einschließlich der dazugehörigen Tradition sollten vorhanden und über Jahrzehnte gefestigt sein, bevor über eine Aufnahme in die EU auch nur nachgedacht wird. Alles andere führt zu dem, was die EU heute ist. Ein monetär orientierter Klub, in dem Moral nur Normalbürgern und Wählervolk abverlangt wird. Derweil liefert die deutsche Rüstungsindustrie mithilfe der deutschen Politik weiter Waffen an Diktatoren und Verbrecherstaaten und das moralisch gefestigte Wählervolk spendet weiter für das Überleben der Geschundenen und dem Wiederaufbau der zerbombten Länder. Wenn das nicht vorbildliche demokratische Gewaltenteilung ist. Was Erdogan betrifft: Hat er es nicht oft und deutlich genug gesagt? Die Demokratie ist nur unser Vehikel. Was haben die Europäer daran denn bloß nicht verstanden?
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 16. Mär 2017, 22:14

Bobo hat geschrieben:(16 Mar 2017, 09:11)

Es ist anzunehmen, dass Erdogan ohnehin mehr auf den Nahen Osten schielt, als nach Europa. Mir erscheint es nur logisch, dass der Versuch, Länder zu kaufen, indem man ihnen z. B. Geld für bis dahin nicht vorhandene demokratische Entwicklungen zahlt, scheitern muss. Das führt vorhersehbar zum Auftritt mit Taktstock und gefühlter Bevormundung. Anders herum wird ein Schuh draus. Die unumkehrbare demokratische Entwicklung einschließlich der dazugehörigen Tradition sollten vorhanden und über Jahrzehnte gefestigt sein, bevor über eine Aufnahme in die EU auch nur nachgedacht wird. Alles andere führt zu dem, was die EU heute ist. Ein monetär orientierter Klub, in dem Moral nur Normalbürgern und Wählervolk abverlangt wird. Derweil liefert die deutsche Rüstungsindustrie mithilfe der deutschen Politik weiter Waffen an Diktatoren und Verbrecherstaaten und das moralisch gefestigte Wählervolk spendet weiter für das Überleben der Geschundenen und dem Wiederaufbau der zerbombten Länder. Wenn das nicht vorbildliche demokratische Gewaltenteilung ist. Was Erdogan betrifft: Hat er es nicht oft und deutlich genug gesagt? Die Demokratie ist nur unser Vehikel. Was haben die Europäer daran denn bloß nicht verstanden?


Ich war schon skeptisch bei der Aufnahme der osteuropäischen Staaten. Staaten wie Russland oder eben die Türkei aufnehmen sind meiner Meinung nach nicht wirklich gut. Russland will eh nicht. Das ist ein eigener Block. Die Türkei wurde an der Stange gehalten. Acquis communautaire u.ä. sollten die Türkei soweit transformieren, damit sie nicht abgleitet. So wie der Iran. Das Problem ist aber, daß die Türkei nicht nur transformiert werden will, sondern auch mal aufgenommen. Das ist aber ein großer Fake. Natürlich hat die Türkei auch sehr profitiert von der Westanbindung. Zur EU und in der NATO. Das muß klar gesagt werden. Aber mehr geht eben nicht. Von BEIDEN Seiten. Will die Türkei mehr, dann muß man es gen Osten versuchen.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon X3Q » Do 16. Mär 2017, 23:29

Aber wer soll im Osten auf die Türkei warten?

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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Bobo » Fr 17. Mär 2017, 14:28

King Kong 2006 hat geschrieben:(16 Mar 2017, 22:14)

Ich war schon skeptisch bei der Aufnahme der osteuropäischen Staaten. Staaten wie Russland oder eben die Türkei aufnehmen sind meiner Meinung nach nicht wirklich gut. Russland will eh nicht. Das ist ein eigener Block. Die Türkei wurde an der Stange gehalten. Acquis communautaire u.ä. sollten die Türkei soweit transformieren, damit sie nicht abgleitet. So wie der Iran. Das Problem ist aber, daß die Türkei nicht nur transformiert werden will, sondern auch mal aufgenommen. Das ist aber ein großer Fake. Natürlich hat die Türkei auch sehr profitiert von der Westanbindung. Zur EU und in der NATO. Das muß klar gesagt werden. Aber mehr geht eben nicht. Von BEIDEN Seiten. Will die Türkei mehr, dann muß man es gen Osten versuchen.



Das schnelle Vorpreschen war wohl möglich voreilig, sicher wirtschaftlich getrieben, wird sich aber einpendeln. Die Türkei aber war ein spezieller Fall. Sie selbst beweist aktuell, dass die herrschende Skepsis zu ihrer Aufnahme mehr als berechtigt war, indem sie sich gerade noch rechtzeitig als monetär bedingtes demokratisches Lügenkonstrukt mit Tendenz zur lupenreinen Diktatur outetet. Niemand anders, als die Türken selbst werden darunter leiden. Unter Erdogan ist der Drops „Europa“ für die Türkei endgültig gelutscht und die Türkei versinkt für Europa in Bedeutungslosigkeit.

Zurzeit bangen große Teile der europäischen Politik vor dem Zerfall Europas und jubeln, wann immer die Rechtspopulisten eine Wahl nicht für sich entscheiden, als wäre es ein Glücksfall. In ganz Europa schwellen nationalistische Bestrebungen. Rechtspopulisten schießen aus dem Boden und fahren Erfolge ein. Austritte werden gefordert, einer ist bereits so gut wie vollzogen. Die Rechtspopulisten sind aber nicht aus dem Boden geschossen. Sie sind die direkte Folge der Missachtung der Tatsache, dass die europäische Bereitschaft zum Leben in Multikultigesellschaften innerhalb Europas in Jahrzehnten gewachsen ist und deshalb große Akzeptanz erfährt. Deshalb ist sie aber nicht in gleicher Weise global übertragbar. Die Entstehung der EU forderte den Mitgliedern einen hohen Blutzoll ab, sicherte Frieden und darf schon deshalb nicht von kurzsichtigen Politikern auf Spiel gesetzt werden. Wer jetzt nicht erkennt, dass die europäische Bereitschaft zu Multikulti endet, wo grundsätzliche kulturelle europäische Gemeinsamkeiten sträflich missachtet werden oder fremde Kulturen zur Bildung von Parallelgesellschaften mit unübersehbaren Auswirkungen führen, der ist Teil der Ursache, der Erkrankung des wankenden Patienten Europas.

Weder taugt Europa zum Retter der Welt noch will Europas Bevölkerung die Welt retten, noch will die Welt von Europa gerettet werden. Sämtliche europäischen Errungenschaften enden eine Handbreit hinter den europäischen Außengrenzen. Punkt. Führende Politiker werden nicht müde, die EU eine Wertegemeinschaft zu nennen, Politiker jüngerer Mitgliedsstaaten widersprechen dem offen und liegen damit richtig. Der Gründergedanke war eine Wertegemeinsaft. Haltet Frieden und arbeitet zusammen für Frieden in Freiheit und Wohlstand. Doch das ist längst Geschichte! Rüstungskonzerne wie der Leoparden Bauer erpressen deutsche Politiker ganz offen. Entweder genehmigen sie Exporte in beliebige Drittländer und Verbrecherstaaten oder sie verlegen ihre Panzerfabriken außerhalb ihrer politischen Einflussbereiche. Dank der umweltbewussten Weltenretter „die Grünen“ werden in Afrika riesige Agrarflächen, die dringender zur Ernährung der dortigen Bevölkerungen gebraucht würden, zu umweltschädlichen Monokulturen zwecks Herstellung europäischen Biodiesels. Und um irgendwelchen „Menschenrechten“ genüge zu tun, oder vielleicht auch nur, um als toller Verbündeter zu gelten, helfen wir Deutsche unverdrossen beim bombardieren Syriens, obwohl die Ziele der Aktion nicht einmal mit den NATO-Verbündeten Türkei übereinstimmen, deren Flugbasen wir dafür nutzen und die ganz nebenbei einen neuerlichen Terrorkrieg gegen die Kurden vom Zaun gebrochen haben. Die Liste europäischer Gaunereien ließe sich noch lange fortführen. Am Ende könnte die Erkenntnis stehen, dass Europa in der Tat nur noch eine Vertragsgemeinschaft ist, deren Werte längst den Interessen der Wirtschafts- und Rüstungslobby zum Opfer gefallen sind. Denn Massenzuwanderung wird offenbar europaweit nicht toleriert, ist aber beweisbar die direkte Folge europäischer Wirtschafts- und Kriegspolitik. Letztere natürlich mit besten Grüßen der Rüstungslobby. Hoffentlich ist niemand überrascht, wenn der Flüchtlingsstrom direkt nach dem Referendum in der Türkei erneut einsetzt. Denn so wird es kommen, wenn hinter den Kulissen kein weiterer Kuhhandel abgeschlossen wird. Erdogans Hauptinteresse wird es sein, Europa so effektiv wie möglich zu destabilisieren. Wie immer es kommen mag, die Ursache ist nicht Erdogan, sondern die Politik, die ihm diese Waffe in die Hand spielte. Nicht allein Merkel, sondern die gesamteuropäische Politik, die z. B. Hungersnöte und Kriege erzeugen und die natürlich zu den Massenfluchten führen. Egal wie viel wir spenden, um das Gewissen zu beruhigen. Eine Krankheit endet nicht, wenn die Ursachen nicht behandelt werden. Europa ist ziemlich krank und sollte langsam beginnen, seine Politik wirklich wieder nach den oft zitierten Werten auszurichten. Wenn Frieden für alle schon nicht durchsetzbar ist, dann doch wenigstens keine unnötig langen Scheinkriege zu Lasten anderer Völker unter europäischer Beteiligung. Obwohl ich nichts anderes als die EU kenne, fallen mir grad keine existenzbedrohenden oder nicht egoistischen Argumente ein, warum Europa wie es heute ist, unbedingt gerettet werden müsste. Zumindest Deutschland und Frankreich halte ich auch als Nationalstaaten für stabile Demokratien. England wird es vormachen. Sie werden nach dem Austritt nicht vom Erdboden verschwinden oder zur Elendszone verkümmern.

Sorry, aber es ist schwer, nicht über die Dörfer zu kurven, weil die Themen so eng miteinander verbunden sind.


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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon King Kong 2006 » Mi 19. Apr 2017, 22:19

Erstmal die Lage sondieren.

Ankara holds symposium on North Africa, Iran, Turkey

More than 200 experts from around the world will gather in Ankara on Thursday to discuss political, social, economic and security issues in the region.

The Ankara Center for Iranian Studies and Ankara Yildirim Beyazit University are the co-organizers of the three-day International Symposium on Continuity and Change in North Africa, Turkey and Iran.

http://aa.com.tr/en/turkey/ankara-holds ... key/800966
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Türkei - SCO

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 22. Apr 2017, 18:59

China looks to deepen relations with Turkey in SCO

Chinese Foreign Ministry Spokesperson Hua Chunying hinted at the possibility of deeper relations with Turkey within the Shanghai Cooperation Organization (SCO).


China, Russia, Kazakhstan, Kyrgyzstan, Tajikistan and Uzbekistan formed the Shanghai Cooperation Organization (SCO) in 2001 to fight threats posed by radicalism and drug trafficking from neighboring Afghanistan.

In 2015, the SCO decided to admit India and Pakistan as full members. Even though the SCO is referred to as an Eurasian political, economic, and military organization, the cooperation between member states centers upon the fight against threats posed by terrorism and security issues that include drug trafficking across Asia.

Mongolia, India, Iran, Pakistan and Afghanistan are observers of the SCO, while Belarus, like Turkey, is a dialogue partner

https://www.dailysabah.com/diplomacy/20 ... key-in-sco


Die türkische Seite hat - erstmal - in offiziellen Aussagen daraufhin gewiesen, daß man keine Vollmitgliedschaft anstrebe, oder gar einen Art Austausch SCO-NATO. Diese beiden Organisationen sind auch kaum vergleichbar. Ernsthafte Schritte zu einer Vollmitgliedschaft wären auch praktisch problematisch. NATO und SCO gleichzeitig ist schwierig.

Head of the Presidency's Foreign Relations Department Ayşe Sözen Usluer said the April 16 referendum will be the beginning of a new era in foregin relations. She underlined that the U.K., despite leaving the EU is still a part of the Western alliance and the same will be applied for Turkey. She also said Turkey doesn't see the Shanghai Cooperation Organization as an alternative for NATO or the EU

DS: As the future of relations with the EU are being questioned, some are suggesting that the Shanghai Cooperation Organization (SCO) as an alternative. What is your take on this subject?

Turkey sees the SCO as an alternative for neither NATO nor the EU. I don't believe that we are in an age where we have to choose between the SCO and the EU. On the contrary, I think that Turkey is a country that diversifies its foreign policy and employs its capacity. Turkey is definitely one of the countries that has benefited most from the multipolar system that emerged at the end of Cold War. The SCO is one of the examples of the diversification of foreign policy.

https://www.dailysabah.com/eu-affairs/2 ... referendum
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Audi » So 23. Apr 2017, 08:48

Natürlich nicht. Man hat meistens nur NATO Gerät, Stelle dir vor es kommen keine Ersatzteile mehr. Hat Erdogan keine Armee mehr.
Mit Russland und China hat man sich im Clinch wegen Assad und Syrien
China beschneidet rechte der Muslime im eigenen Land, während Erdogan ein Muslim mit islamistischen Zügen ist

Die NATO sagt kaum was dazu um Erdogan nicht zu vergraulen und das nutzt er aus. Man hat ja auch null Probleme mit Saudi Arabien als strategischer Partner

China und Russland vertretenen Knall hart eigene Interessen und Türkei wird nicht sonderlich gemocht. Sco einfach unrealistisch
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H2O
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon H2O » So 23. Apr 2017, 11:11

Die Sache mit der Türkei als Bewerber um eine EU-Mitgliedschaft hat sich inzwischen ja erledigt; Nachzuckungen nicht ausgeschlossen, aber der Gaul ist tot.

Nun frage ich mich allen Ernstes, ob die Türkei mit ihrer gewählten Herrschaftsform überhaupt noch Mitglied der NATO sein kann. Daß die USA weltpolitisch nicht wählerisch sein können, das ist hinreichend oft bewiesen. Aber die NATO ist als Verteidigungsbündnis demokratischer westlicher Staaten gegen den sowjetischen Block entstanden. Nachdem nun die Türkei zunehmend in das islamistische Lager entschwindet, wird sie zumindest weltanschaulich zum neuen Gegenspieler der NATO.

Verblüffend finde ich das tiefe Schweigen der NATO über diese Entwicklung! Welche westlichen Werte teilt die Türkei jetzt noch mit den Europäern und den USA?
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Audi » So 23. Apr 2017, 11:26

H2O hat geschrieben:(23 Apr 2017, 12:11)

Die Sache mit der Türkei als Bewerber um eine EU-Mitgliedschaft hat sich inzwischen ja erledigt; Nachzuckungen nicht ausgeschlossen, aber der Gaul ist tot.

Nun frage ich mich allen Ernstes, ob die Türkei mit ihrer gewählten Herrschaftsform überhaupt noch Mitglied der NATO sein kann. Daß die USA weltpolitisch nicht wählerisch sein können, das ist hinreichend oft bewiesen. Aber die NATO ist als Verteidigungsbündnis demokratischer westlicher Staaten gegen den sowjetischen Block entstanden. Nachdem nun die Türkei zunehmend in das islamistische Lager entschwindet, wird sie zumindest weltanschaulich zum neuen Gegenspieler der NATO.

Verblüffend finde ich das tiefe Schweigen der NATO über diese Entwicklung! Welche westlichen Werte teilt die Türkei jetzt noch mit den Europäern und den USA?

Ich finde es interessant wie man naiv sein kann bezüglich der NATO??????
Die NATO ist ein Machtblock, wenn nötig dann ist eine islamistische Türkei NATO Partner. Wir sehen es doch in der Ukraine, Saudi Arabien, Türkei. Islamisten Unterstützung in Syrien. Wie kommt man auf eine NATO die irgendwelche Werte fordert? In Sachen russland ganz klar Werte. Bei China und besonders der Türke ist es halt nicht wichtig, da befreundet. Was ist mit 60 000 Gefangenen der Türkei? Mit Journalisten? Da kann ja ein Putin richtig neidisch werden.

Btw Erdogan sagt ja selber, dass die EU und NATO Heuchler sind. Er sagt es öffentlich und ihr fragt euch sie die NATO die Türkei die Stange hält? NATO Chef hat ja Erdogan schon Unterstützung zugesagt.
Erdogan entlarvt unseren Westen wo es nur geht
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon H2O » So 23. Apr 2017, 11:47

Audi hat geschrieben:(23 Apr 2017, 12:26)

Ich finde es interessant wie man naiv sein kann bezüglich der NATO??????
Die NATO ist ein Machtblock, wenn nötig dann ist eine islamistische Türkei NATO Partner. Wir sehen es doch in der Ukraine, Saudi Arabien, Türkei. Islamisten Unterstützung in Syrien. Wie kommt man auf eine NATO die irgendwelche Werte fordert? In Sachen russland ganz klar Werte. Bei China und besonders der Türke ist es halt nicht wichtig, da befreundet. Was ist mit 60 000 Gefangenen der Türkei? Mit Journalisten? Da kann ja ein Putin richtig neidisch werden.

Btw Erdogan sagt ja selber, dass die EU und NATO Heuchler sind. Er sagt es öffentlich und ihr fragt euch sie die NATO die Türkei die Stange hält? NATO Chef hat ja Erdogan schon Unterstützung zugesagt.
Erdogan entlarvt unseren Westen wo es nur geht


Meiner Meinung nach sollte die NATO sich bezüglich ihrer Mitglieder zu ihren Zielen bekennen, ohne Wenn und Aber. Das bedeutet ja nicht, daß sie nicht zur Not auch mit dem Teufel einen Pakt schließen sollte, wenn das ihren Zielen dient.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Audi » So 23. Apr 2017, 11:51

H2O hat geschrieben:(23 Apr 2017, 12:47)

Meiner Meinung nach sollte die NATO sich bezüglich ihrer Mitglieder zu ihren Zielen bekennen, ohne Wenn und Aber. Das bedeutet ja nicht, daß sie nicht zur Not auch mit dem Teufel einen Pakt schließen sollte, wenn das ihren Zielen dient.

Stell dir mal vor Erdogan überwindet seine Probleme mit Putin und bricht mit der NATO. Das wäre eine Katastrophe. Basen wären weg, Rüstungsgüter wären nicht mehr an Erdogan zu verkaufen, Russlands Süd Flanke wäre offen usw.
Da nimmt man schon erdogan in kauf und verrät seine nicht vorhanden Werte und 60 000 Türken und Journalisten. Nur hat der Westen seine Moral Gedöns in Richtung Moskau und andere Orte der Welt zum wiederholten male verloren und sollte so etwas wie Demokratie und werte nicht mehr in den Mund nehmen.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon H2O » So 23. Apr 2017, 11:59

Audi hat geschrieben:(23 Apr 2017, 12:51)

Stell dir mal vor Erdogan überwindet seine Probleme mit Putin und bricht mit der NATO. Das wäre eine Katastrophe. Basen wären weg, Rüstungsgüter wären nicht mehr an Erdogan zu verkaufen, Russlands Süd Flanke wäre offen usw.
Da nimmt man schon erdogan in kauf und verrät seine nicht vorhanden Werte und 60 000 Türken und Journalisten. Nur hat der Westen seine Moral Gedöns in Richtung Moskau und andere Orte der Welt zum wiederholten male verloren und sollte so etwas wie Demokratie und werte nicht mehr in den Mund nehmen.


Mir kommt Ihre Gedankenentwicklung doch sehr unsachlich vor. Meine Welt ist das jedenfalls nicht!
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Audi » So 23. Apr 2017, 12:07

H2O hat geschrieben:(23 Apr 2017, 12:59)

Mir kommt Ihre Gedankenentwicklung doch sehr unsachlich vor. Meine Welt ist das jedenfalls nicht!

Haben doch die Medien schon spekuliert was passiert wenn Erdogan sich Moskau zu wendet.
Das ist bis jetzt nicht machbar wegen Syrien. Lass Mal den Konflikt beenden und schwups ist ein Wechsel zu Moskau möglich. Was der NATO Kopfzerbrechen bereitet. Deswegen auch die Totenstille
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon H2O » So 23. Apr 2017, 12:45

Audi hat geschrieben:(23 Apr 2017, 13:07)

Haben doch die Medien schon spekuliert was passiert wenn Erdogan sich Moskau zu wendet.
Das ist bis jetzt nicht machbar wegen Syrien. Lass Mal den Konflikt beenden und schwups ist ein Wechsel zu Moskau möglich. Was der NATO Kopfzerbrechen bereitet. Deswegen auch die Totenstille


Das sind doch wieder nur Spekulationen. Am 30. Mai ist der Weltuntergang... Diese Totenstille halte ich allerdings für skandalös!
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Audi » So 23. Apr 2017, 13:03

H2O hat geschrieben:(23 Apr 2017, 13:45)

Das sind doch wieder nur Spekulationen. Am 30. Mai ist der Weltuntergang... Diese Totenstille halte ich allerdings für skandalös!

Natürlich sind das Spekulationen, ich finde es logisch das in der NATO Totenstille herrscht. Die NATO ist ein Machtblock und als solches sind Mitglieder wichtig und das egal welche Einstellung man hat.
Merkel ist sehr ruhig, gerade die, die andere Länder Demokratie lehrte
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Mehmet » So 23. Apr 2017, 13:43

Ich verstehe gar nicht warum einige immer die NATO mit heranziehen...

Die Türkei bleibt weiterhin NATO-Mitglied und daran wird sich auch rein gar nichts ändern!
Türke unser, der du bist in Anatolien, geheiligt werde dein Türkentum;
zu uns komme Dein Reich; dein türkischer Wille geschehe, wie in Anatolien, so auch in Europa!
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Audi » So 23. Apr 2017, 15:41

Mehmet hat geschrieben:(23 Apr 2017, 14:43)

Ich verstehe gar nicht warum einige immer die NATO mit heranziehen...

Die Türkei bleibt weiterhin NATO-Mitglied und daran wird sich auch rein gar nichts ändern!

Genau so ist es.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon H2O » So 23. Apr 2017, 16:50

Mehmet hat geschrieben:(23 Apr 2017, 14:43)

Ich verstehe gar nicht warum einige immer die NATO mit heranziehen...

Die Türkei bleibt weiterhin NATO-Mitglied und daran wird sich auch rein gar nichts ändern!


Das mag durchaus so sein; nur könnte sich die NATO dann ändern.
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Re: Die Türkei nach dem Ende des Kalten Krieges - Vorderasien statt EU?

Beitragvon Audi » So 23. Apr 2017, 17:02

H2O hat geschrieben:(23 Apr 2017, 17:50)

Das mag durchaus so sein; nur könnte sich die NATO dann ändern.

Wozu denn? Was und wie sollte die sich ändern? :?:

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