EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Moderator: Moderatoren Forum 3

Praia61
Beiträge: 10145
Registriert: Fr 13. Jan 2012, 15:45

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Praia61 » Do 20. Jul 2017, 14:16

ThorsHamar hat geschrieben:(20 Jul 2017, 13:51)

Das wissen sie jetzt auch schon. Deshalb haben sie ihm ja zugejubelt ....

Als könnten die Deutschen die Erdogantürken darüber aufklären, welch eine braune nationalistische islamistisch angegauchte Politik ihr Führer betreibt.
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 3956
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 20. Jul 2017, 15:56

ThorsHamar hat geschrieben:(20 Jul 2017, 13:51)

Das wissen sie jetzt auch schon. Deshalb haben sie ihm ja zugejubelt ....

Eben. Wobei das letzte Abstimmungsergebnis auch ein Protest gegen unerwünschte Einmischung gewesen sein kann.
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.
Benutzeravatar
JJazzGold
Beiträge: 27118
Registriert: Mo 25. Mai 2009, 00:34
Benutzertitel: L'État, c'est moi

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon JJazzGold » Do 20. Jul 2017, 15:59

Praia61 hat geschrieben:(20 Jul 2017, 15:16)

Als könnten die Deutschen die Erdogantürken darüber aufklären, welch eine braune nationalistische islamistisch angegauchte Politik ihr Führer betreibt.


Wenn sie das nach Jahrzehnten des Lebens in unserem Staat immer noch nicht beurteilen können, dann kann sie niemand aufklären.
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
Dinosaurs eat man. Woman inherits the earth.
Benutzeravatar
Eiskalt
Beiträge: 1596
Registriert: Mi 2. Dez 2009, 11:05
Benutzertitel: Der Staat bin ich

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Eiskalt » Do 20. Jul 2017, 16:37

Da geht noch mehr. Die Reiswarnung muss kommen.
Und auch weitere Zusammenarbeit mit der Türkei muss eingestellt werden.
Memento mori
-Römisches Sprichwort
Praia61
Beiträge: 10145
Registriert: Fr 13. Jan 2012, 15:45

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Praia61 » Do 20. Jul 2017, 16:49

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2017, 16:56)

Eben. Wobei das letzte Abstimmungsergebnis auch ein Protest gegen unerwünschte Einmischung gewesen sein kann.

Das Lieblingsargument von Diktatoren.
Bobo
Beiträge: 2319
Registriert: Fr 5. Okt 2012, 09:41

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Bobo » Do 20. Jul 2017, 16:53

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2017, 11:27)

Ob Deutschland tatsächlich die Macht hat, im Alleingang die Lebensverhältnisse in der Türkei zu verschlechtern oder der EU mitten in ihrer Konsolidierungsphase yet another trade blockade zu verkaufen, wäre eine Frage. Andererseits haben Iran, Nordkorea und Russland bisher eher nahegelegt, dass solche Projekte zwar weh tun, aber auch nicht kostenlos kommen und nicht unmittelbar erhoffte politische Änderungen herbeiführen.



Da werden sich Frankreich, Russland, Israel & Co aber freuen. Boeing hat auch immer was.



Mag alles sein, aber Futterneid ist nicht angebracht, wenn es um das Paktieren mit einen offensichtlich hemmungslosen oder geistesgestörten Despoten geht. Abgerechnet wird zum Schluss, denn wer meint, mit dem Irren zusammenarbeiten zu müssen, der sollte auch die Rechnung dafür präsentiert bekommen. Egal welches Land sich da hervor täte.
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 3956
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 20. Jul 2017, 16:56

Praia61 hat geschrieben:(20 Jul 2017, 17:49)

Das Lieblingsargument von Diktatoren.

War ein Argument der FAZ.
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.
Benutzeravatar
Sole.survivor@web.de
Beiträge: 3956
Registriert: Fr 14. Jul 2017, 19:37

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 20. Jul 2017, 16:57

Bobo hat geschrieben:(20 Jul 2017, 17:53)

Mag alles sein, aber Futterneid ist nicht angebracht, wenn es um das Paktieren mit einen offensichtlich hemmungslosen oder geistesgestörten Despoten geht. Abgerechnet wird zum Schluss, denn wer meint, mit dem Irren zusammenarbeiten zu müssen, der sollte auch die Rechnung dafür präsentiert bekommen. Egal welches Land sich da hervor täte.

Dass jeder Politiker mal geht und gleich welcher Partei und Herrschaftsform irgendwann mal Schluß ist, weiß man auch so. Ob das dann auf solche Programme zurückführt oder einfach die Zeit rum war, weiß kein Mensch.
"I should welcome almost any war, for I think this country needs one" - T. Roosevelt, Politiker.
Bobo
Beiträge: 2319
Registriert: Fr 5. Okt 2012, 09:41

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Bobo » Do 20. Jul 2017, 17:05

"Hieronymus"](20 Jul 2017, 13:13)

Diplomatie läuft nicht immer sichtbar ab, sondern sehr viel im Hintergrund. Du kannst also das Handeln oder Nichthandeln der Regierung überhaupt nicht beurteilen! Gestern wurde der türkische Botschafter öffentlichkeitswirksam einbestellt, heute wird der Außenminister sich näher äußern. Ich erkenne also Handeln.


Diplomatie, die im Verborgenen abläuft, nennt man gewöhnlich Korruption. Deshalb läuft sie im Verborgenen. Öffentlich nicht zu rechtfertigen.

Glaubst du wirklich, was du so daherschreibst? :s


Darauf kannst du wetten.


Das ist der Fehler vieler Hobbypolitiker: sie bevorzugen Konfrontation und vernachlässigen Diplomatie und - ich nenne es mal salopp: "Dicke-Bretter-Bohren". Die Geschichte lehrt, dass die Methode der Konfrontation mehr Probleme schafft als löst.


Jo. Und deine Zeilen sind das Gewäsch amtierender Politiker und deren Wahlkampfschergen.

S
o formuliert, ist es eine "Lüge". Korrekt müsste der Satz lauten: Für die Türkei unter einem Regime Erdogan/AKP ist der Drops EU längst gelutscht!



Ach. Für die Türkei im Zustand der letzten anderthalb Jahrzehnte war der Drops auch schon gelutscht. Irgendwas muss da wohl vorgelegen haben, oder? Unter Erdogan ist es nur auch für Begriffsstutzige offensichtlich geworden.


Die EU versucht mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, diese Entwicklungen abzuwehren. Als Solidargemeinschaft ist sie verpflichtet, die betroffenen Völker vor einem Abgleiten in Diktatur und Unrechtsstaat zu bewahren. Das ist einer der Vorteile der EU für Völker, denen eine solche Entwicklung droht!


Entweder hörst du den Präsidenten diverser ehemaliger Ostblockländern nicht zu oder du kommst nicht vom Wahlkampfmodus los.

Du erwartest auf diesen Unsinn hoffentlich keinen detaillierten Kommentar. :rolleyes:


Nicht unbedingt von dir.
Benutzeravatar
Hieronymus
Beiträge: 247
Registriert: Mo 17. Jul 2017, 17:14

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hieronymus » Do 20. Jul 2017, 19:06

ThorsHamar hat geschrieben:(20 Jul 2017, 13:51)

Das wissen sie jetzt auch schon. Deshalb haben sie ihm ja zugejubelt ....


Zwischen "wissen" und "auf Propaganda hereinfallen" bestehen deutliche Unterschiede.
MfG

H.
Benutzeravatar
Hieronymus
Beiträge: 247
Registriert: Mo 17. Jul 2017, 17:14

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hieronymus » Do 20. Jul 2017, 19:11

Praia61 hat geschrieben:(20 Jul 2017, 15:16)

Als könnten die Deutschen die Erdogantürken darüber aufklären, welch eine braune nationalistische islamistisch angegauchte Politik ihr Führer betreibt.


Es geht nicht darum, dass "die Deutschen" die in Deutschland lebenden Türken "aufklären". Diese Arbeit müssen sie schon selbst leisten. Immerhin können sie sich von Deutschland aus ungehindert über die Vorgänge in der Türkei informieren.
MfG

H.
Benutzeravatar
Hieronymus
Beiträge: 247
Registriert: Mo 17. Jul 2017, 17:14

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hieronymus » Do 20. Jul 2017, 19:17

Bobo hat geschrieben:(20 Jul 2017, 18:05)

Diplomatie, die im Verborgenen abläuft, nennt man gewöhnlich Korruption. Deshalb läuft sie im Verborgenen. Öffentlich nicht zu rechtfertigen.


Du verstehst nicht viel von Politik, aber du hast immer die Chance zu lernen.
MfG

H.
Benutzeravatar
Nomen Nescio
Moderator
Beiträge: 10171
Registriert: So 1. Feb 2015, 19:29

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Nomen Nescio » Do 20. Jul 2017, 20:23

Bobo hat geschrieben:(20 Jul 2017, 18:05)

Diplomatie, die im Verborgenen abläuft, nennt man gewöhnlich Korruption. Deshalb läuft sie im Verborgenen. Öffentlich nicht zu rechtfertigen.

kennst du den begriff »stille diplomatie« nicht ?
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 20492
Registriert: Di 19. Mai 2009, 21:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon ThorsHamar » Do 20. Jul 2017, 21:45

Hieronymus hat geschrieben:(20 Jul 2017, 20:06)

Zwischen "wissen" und "auf Propaganda hereinfallen" bestehen deutliche Unterschiede.


Ein Urteil darüber obliegt allerdings einer Jury. Der Protagonist selbst ist mindestens temporär ganz sicher, zu wissen.
Benutzeravatar
ThorsHamar
Beiträge: 20492
Registriert: Di 19. Mai 2009, 21:53
Benutzertitel: Jury Jury
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon ThorsHamar » Do 20. Jul 2017, 21:47

JJazzGold hat geschrieben:(20 Jul 2017, 16:59)

Wenn sie das nach Jahrzehnten des Lebens in unserem Staat immer noch nicht beurteilen können, dann kann sie niemand aufklären.


Richtig :thumbup:
Praia61
Beiträge: 10145
Registriert: Fr 13. Jan 2012, 15:45

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Praia61 » Do 20. Jul 2017, 21:48

Hieronymus hat geschrieben:(20 Jul 2017, 20:06)

Zwischen "wissen" und "auf Propaganda hereinfallen" bestehen deutliche Unterschiede.

Für Propaganda muss man empfänglich sein.
Also wissen sie zuwenig, obwohl sie sich hier in D, wie du meinst, ungehindert informieren können.
Bobo
Beiträge: 2319
Registriert: Fr 5. Okt 2012, 09:41

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Bobo » Fr 21. Jul 2017, 10:23

Nomen Nescio hat geschrieben:(20 Jul 2017, 21:23)

kennst du den begriff »stille diplomatie« nicht ?


Stellst du die Frage aufgrund des minderqualifizierten bis jämmerlichen Hinweises des Users Hieronymus?

Hinter der stillen Diplomatie verbergen sich in auffälliger Mehrheit Gespräche und Verhandlungen, deren Zugeständnisse und Ergebnisse moralisch oder gar rechtlich oft so fragwürdig sind, dass sie dem Volk nicht, verbrämt oder verschwurbelt plausibel erläutert werden können. Meist werden vermeintlich hehre Gründe vorgeschoben. Siehe TTIP als ein mögliches Beispiel. Sollten die Ergebnisse tatsächlich auch nach sorgfältiger Prüfung als hehr erscheinen, darf davon ausgegangen werden, dass es die dafür gegebenen Zugeständnisse um so weniger sind. Davon auszunehmen wären sicherlich Bereiche, für die sich ausnahmslos die stille Diplomatie eignet, Nationale Sicherheitsinteressen usw. Zu Bereichen jedoch, die keinen offensichtlichen Anlass zur Geheimhaltung bieten, z. B. die Krise mit der Türkei und zu wirtschaftlichen Fragen wie TTIP, geht es ohne Ausnahme darum, Schweinereien verborgen zu halten, die dem Volk offen nicht zu verkaufen wären. Im Falle der Türkei könnte durchaus der illegale Austausch von Asylbewerbern in Deutschland gegen grundlos inhaftierte deutsche Staatsbürger Inhalt stiller Diplomatie sein. Man beachte, dass dieses dreckige Angebot auf dem Wege der stillen Diplomatie einging und eben nicht durch das Auswärtige Amt bekannt gemacht wurde, sondern über Informanten mit Hilfe der Presse. Siehe auch stille Diplomatie zur Kuba-Krise. Die möglichen Schlussfolgerungen sind vielfältig. Eine davon könnte wie folgt lauten: Der Weltfrieden geriet vor allem wegen dem Egotrip eines Präsidenten in Gefahr, der das Zugeständnis, im Gegenzug die Raketen aus der Türkei abzuziehen, als dermaßen große nationale Schande ansah, dass man sich nicht vorstellen mag, was geschehen wäre, wenn die Sowjets der Geheimhaltung zur Aufrechterhaltung des Scheins nicht zugestimmt hätten.

Wer diese extrem problematische Seite der stillen Diplomatie nicht erkennt, reagiert bevorzugt ähnlich peinlich wie der o. g. Politikexperte. Ich danke dir dennoch für die Nachfrage, die sich mit dem freundlichen Angebot der Erläuterung verknüpft hab, aber ich komme schon klar.
Benutzeravatar
Hyde
Beiträge: 776
Registriert: Di 14. Jun 2016, 17:15

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hyde » Fr 21. Jul 2017, 12:55

Die EU hat schon genug Probleme mit osteuropäischen Staaten wie Polen oder Ungarn. Und die sind hinsichtlich Kultur und politischer Mentalität noch deutlich näher an Westeuropa als die Türkei.
Ein EU-Beitritt der Türkei wäre Selbstmord der Europäischen Union.
Benutzeravatar
unity in diversity
Beiträge: 4699
Registriert: So 21. Dez 2014, 09:18
Benutzertitel: Nachtfalter
Wohnort: Falena

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon unity in diversity » Fr 21. Jul 2017, 12:57

Laß das nur nicht den Putin hören.
Der will die Türkei gern aus der NATO herauslösen, wegen ihrer Schnittstelle zwischen Europa und Asien.
"Für jedes Problem gibt es 2 Lösungsansätze.
Den Falschen und den Unsrigen."
(Aus den USA)
Benutzeravatar
Hieronymus
Beiträge: 247
Registriert: Mo 17. Jul 2017, 17:14

Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hieronymus » Fr 21. Jul 2017, 14:44

Praia61 hat geschrieben:(20 Jul 2017, 22:48)

Für Propaganda muss man empfänglich sein.
Also wissen sie zuwenig, obwohl sie sich hier in D, wie du meinst, ungehindert informieren können.


Den Menschen zeichnet aus, dass er dazulernen kann - der eine schneller, der andere langsamer, wenige überhaupt nicht.
MfG

H.

Zurück zu „34. Türkei“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast