EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

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Mehmet
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Mehmet » Fr 28. Apr 2017, 14:45

Laut deutschen Medien will die Regierung in Berlin keine "Scheidung".

Berlin will den Dialog nicht beenden

Seit dem türkischen Verfassungsreferendum ist die Frage heikler denn je: Soll die EU die Beitrittsgespräche mit Ankara fortsetzen? Bei Beratungen der EU-Außenminister sprach sich vor allem die Bundesregierung für weitere Verhandlungen aus.

Am Ende sollte also keiner überrascht sein. Es wird sich also, wie nicht anders zu erwarten, nichts ändern!

Und der Vorschlag vom deutschen Außenminister ist doch mehr als nur fragwürdig, oder? Bei anderen den Finger erheben und von
Demokratie, Rechtsverständnis usw. heucheln und selber nun Methoden vorschlagen, die wohl eher einem extremen Lager zuzuordnen
wären. Kaum vorzustellen, wenn solch Parteien wie die NPD, AfD das vorgeschlagen hätten... das wäre dann gleich wieder Schlagzeilen
wert. Aber wenn so einer daherkommt und meint, man sollte selektieren, dann ist das in Ordnung. Aber egal, das funktioniert sowieso
nicht in Deutschland. Auch wenn der dicke da feuchte Träume hat und wohl möglich in der Vergangenheit schwelgt... :thumbup:

Edit: Link vergessen: https://www.tagesschau.de/ausland/eu-tuerkei-169.html
Der User Audi war schneller. Aber nur weil ich andauernd hier abgelenkt werde! :D
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Audi » Fr 28. Apr 2017, 14:48

Du hast recht, die Werte sind im Westen geheuchelt und Interessen bezogen. Das heißt für mich, wenn Merkel in Russland wieder Menschenrechte mahnt kann man getrost darüber lachen. Wenn man Erdogan wahrung der Menschenrechte mahnt, kann man mit den Achseln zucken.

Nord Korea dürfte auch dufte sein wenn man sich gegen Moskau wendet und pro NATO wird? :D
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Ammianus
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Ammianus » Fr 28. Apr 2017, 15:00

"Oh - mein - Gott"

Wie Felix aus Orpahn Black jetzt sagen würde.
Einschränkend muss gesagt werden, dass im verlinkten Artikel nicht der genaue Wortlaut und der Zusammenhang, in dem es gesagt wurde, steht.
Aber was ist das für eine rattendumme Scheiße? Wenn jemand in einer Kneipendiskussion so was äußert, dann kann man ja drüber reden. Aber als Außenminister?

"Der deutsche Außenminister überraschte jenseits des Streits mit einem ungewöhnlichen Vorschlag: Gabriel könnte sich visafreies Reisen in die EU unter anderem für türkische Intellektuelle und Künstler vorstellen. Also für jene, wie er sich ausdrückte, die "gegen das Referendum gestimmt" haben. Wie das in der praktischen Umsetzung aussehen soll, führte Gabriel nicht weiter aus."
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Audi » Fr 28. Apr 2017, 15:12

Ammianus hat geschrieben:(28 Apr 2017, 16:00)

"Oh - mein - Gott"

Wie Felix aus Orpahn Black jetzt sagen würde.
Einschränkend muss gesagt werden, dass im verlinkten Artikel nicht der genaue Wortlaut und der Zusammenhang, in dem es gesagt wurde, steht.
Aber was ist das für eine rattendumme Scheiße? Wenn jemand in einer Kneipendiskussion so was äußert, dann kann man ja drüber reden. Aber als Außenminister?

"Der deutsche Außenminister überraschte jenseits des Streits mit einem ungewöhnlichen Vorschlag: Gabriel könnte sich visafreies Reisen in die EU unter anderem für türkische Intellektuelle und Künstler vorstellen. Also für jene, wie er sich ausdrückte, die "gegen das Referendum gestimmt" haben. Wie das in der praktischen Umsetzung aussehen soll, führte Gabriel nicht weiter aus."

Diese Bundesregierung ist außenpolitisch eine Katastrophe
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Mehmet
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Mehmet » Fr 28. Apr 2017, 15:28

Audi hat geschrieben:(28 Apr 2017, 15:48)
Du hast recht, die Werte sind im Westen geheuchelt und Interessen bezogen.

Genau so sieht es aus und wird sich auch allem Anschein nach niemals ändern. Im Grunde handelt jeder Staat so
und folgt seinen Interessen, nur mit dem Unterschied, dass nicht jeder penetrant von Moral, Menschenrechte usw.
heuchelt wie die EU... um dann doch ganz natürlich mit zweierlei Maß zu messen... oder ganz wegzugucken...

Audi hat geschrieben:(28 Apr 2017, 15:48)
Das heißt für mich, wenn Merkel in Russland wieder Menschenrechte mahnt kann man getrost darüber lachen.

Vor der ganzen Sache mit der Krim hat sich auch keiner groß um Menschenrechte in Russland gekümmert.
Und schon gar nicht diese Angela Merkel. Ganz im Gegenteil ist doch der Fall, die Merkel hat sich doch gut
mit Putin verstanden und spricht doch auch gut russisch...

Audi hat geschrieben:(28 Apr 2017, 15:48)
Wenn man Erdogan wahrung der Menschenrechte mahnt, kann man mit den Achseln zucken.

Da kommen wieder die Interessen und wie wichtig das jeweilige Land ist, ins Spiel.

Audi hat geschrieben:(28 Apr 2017, 15:48)
Nord Korea dürfte auch dufte sein wenn man sich gegen Moskau wendet und pro NATO wird? :D

Natürlich. Wenn man auch in Betracht zieht, wie viel Soldaten die Chinesen haben, wäre jeder Soldat wichtig!
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Audi » Fr 28. Apr 2017, 15:57

Mehmet hat geschrieben:(28 Apr 2017, 16:28)

Genau so sieht es aus und wird sich auch allem Anschein nach niemals ändern. Im Grunde handelt jeder Staat so
und folgt seinen Interessen, nur mit dem Unterschied, dass nicht jeder penetrant von Moral, Menschenrechte usw.
heuchelt wie die EU... um dann doch ganz natürlich mit zweierlei Maß zu messen... oder ganz wegzugucken...


Vor der ganzen Sache mit der Krim hat sich auch keiner groß um Menschenrechte in Russland gekümmert.
Und schon gar nicht diese Angela Merkel. Ganz im Gegenteil ist doch der Fall, die Merkel hat sich doch gut
mit Putin verstanden und spricht doch auch gut russisch...


Da kommen wieder die Interessen und wie wichtig das jeweilige Land ist, ins Spiel.


Natürlich. Wenn man auch in Betracht zieht, wie viel Soldaten die Chinesen haben, wäre jeder Soldat wichtig!

Volle Zustimmung!
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Mehmet » Di 2. Mai 2017, 16:44

Erdogan droht EU mit Abbruch der Gespräche

Der türkische Präsident Erdogan attackiert die EU. Sollte es keine weiteren Beitrittsgespräche geben, sage er "Auf Wiedersehen".

Ohne die Eröffnung neuer Kapitel im EU-Beitrittsprozess wird die Türkei der Europäischen Union laut Präsident Recep Tayyip Erdogan den Rücken kehren. "Ihr habt keine andere Wahl, als Kapitel zu eröffnen", zitiert die Nachrichtenagentur AFP aus einer Rede Erdogans, die er nach seiner offiziellen Rückkehr in die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) hielt. Andernfalls heiße es "Auf Wiedersehen".

Ich bin gespannt wie sich Deutschland und die EU nun verhalten werden.

Die Ansage Erdogans ist dabei klar und deutlich. Mal gucken, wer am Ende nachgeben- oder ob es Kompromisse geben wird. :D

Link: http://www.spiegel.de/politik/ausland/t ... 45748.html
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Eiskalt » Di 2. Mai 2017, 16:49

Ja ist doch ein super Angebot. Tschüss Türkei!!!
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Audi » Di 2. Mai 2017, 17:40

Mehmet hat geschrieben:(02 May 2017, 17:44)

Ich bin gespannt wie sich Deutschland und die EU nun verhalten werden.

Die Ansage Erdogans ist dabei klar und deutlich. Mal gucken, wer am Ende nachgeben- oder ob es Kompromisse geben wird. :D

Link: http://www.spiegel.de/politik/ausland/t ... 45748.html

EU wird nachgeben. Hat doch Gabriel gesagt, dass man Ankara nicht an russland verlieren will
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Mehmet » Di 2. Mai 2017, 20:02

Audi hat geschrieben:(02 May 2017, 18:40)

EU wird nachgeben. Hat doch Gabriel gesagt, dass man Ankara nicht an russland verlieren will

Das würde ich auch vermuten. Allerdings weiß ich im Moment nicht, ob Erdogan das auch wirklich
so ernst meint. So vermute ich auch, das er das mit der Todesstrafe auch nicht wirklich ernst gemeint
hat. Denn um die Todesstrafe passiert im Moment nicht viel. Auf der anderen Seite ist Erdogan aber im
Gegensatz zur EU unberechenbar. Da weiß man im Moment nicht was als nächstes kommt.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Mi 3. Mai 2017, 11:51

Die Rote Linie ist klar: Die Einführung der Todesstrafe steht im Widerspruch zu Grundwerten der EU. Dann ist das Ende aller Verhandlungen für einen fernen EU-Beitritt besiegelt. So heute die Kanzlerin:

https://web.de/magazine/politik/tuerkei ... e-32303710

Das alles ist aber reichlich theoretisch; denn praktisch wird ein regulärer Beitritt durch nicht erfüllte Beitrittskapitel und außenpolitische Händel und Bürgerkrieg unmöglich. Zu viele Widersprüche sind auch unter den EU-Partnern zu finden.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Audi » Do 4. Mai 2017, 08:14

H2O hat geschrieben:(03 May 2017, 12:51)

Die Rote Linie ist klar: Die Einführung der Todesstrafe steht im Widerspruch zu Grundwerten der EU. Dann ist das Ende aller Verhandlungen für einen fernen EU-Beitritt besiegelt. So heute die Kanzlerin:

https://web.de/magazine/politik/tuerkei ... e-32303710

Das alles ist aber reichlich theoretisch; denn praktisch wird ein regulärer Beitritt durch nicht erfüllte Beitrittskapitel und außenpolitische Händel und Bürgerkrieg unmöglich. Zu viele Widersprüche sind auch unter den EU-Partnern zu finden.

Dann sind die 150 Journalisten im Knast nicht ganz so schlimm? :s
Von den 60 000 weiteren rede ich gar nicht erst....

aber in Russland war Frau Merkel ganz großes Kino in Sachen Menschenrechte. :rolleyes:

Man kann Erdogan nur beifall klatschen, dass er unserer Elite die Maske runter gerissen hat
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Do 4. Mai 2017, 08:25

Audi hat geschrieben:(04 May 2017, 09:14)

Dann sind die 150 Journalisten im Knast nicht ganz so schlimm? :s
Von den 60 000 weiteren rede ich gar nicht erst....

aber in Russland war Frau Merkel ganz großes Kino in Sachen Menschenrechte. :rolleyes:

Man kann Erdogan nur beifall klatschen, dass er unserer Elite die Maske runter gerissen hat


Wie gut, daß in dieser heiklen Angelegenheit die Kanzlerin unser Land vertritt!
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon JJazzGold » Do 4. Mai 2017, 08:39

Audi hat geschrieben:(04 May 2017, 09:14)

Dann sind die 150 Journalisten im Knast nicht ganz so schlimm? :s
Von den 60 000 weiteren rede ich gar nicht erst....

aber in Russland war Frau Merkel ganz großes Kino in Sachen Menschenrechte. :rolleyes:

Man kann Erdogan nur beifall klatschen, dass er unserer Elite die Maske runter gerissen hat


Erzählen Sie doch mal, wie Sie das geregelt hätten.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Audi » Do 4. Mai 2017, 11:10

JJazzGold hat geschrieben:(04 May 2017, 09:39)

Erzählen Sie doch mal, wie Sie das geregelt hätten.

Ich hätte mit alles Parteien auf Augenhöhe verhandelt und dieses Menschenrechtsmärchen nicht mehr erzählt. In Sachen Türkei ist Frau Merkel pragmatisch so wie es sein soll. In Sachen Russland kommt sie mit Menschenrechten anstatt über die Zusammenarbeit und Wirtschaft direkt zu reden. Das halte ich für falsch und sehr heuchlerisch. Wenn man es nicht ernst meint, sollte man es doch sein lassen? In China ist man auch ganz still, da macht man ja auch fett Kohle. Dort darfst du nicht mal mehr muslimische Hochzeiten feiern und keine langen Bärte tragen. Ich finde da fehlt es Merkel sehr viel an Glaubwürdigkeit
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon JJazzGold » Do 4. Mai 2017, 12:12

Audi hat geschrieben:(04 May 2017, 12:10)

Ich hätte mit alles Parteien auf Augenhöhe verhandelt und dieses Menschenrechtsmärchen nicht mehr erzählt. In Sachen Türkei ist Frau Merkel pragmatisch so wie es sein soll. In Sachen Russland kommt sie mit Menschenrechten anstatt über die Zusammenarbeit und Wirtschaft direkt zu reden. Das halte ich für falsch und sehr heuchlerisch. Wenn man es nicht ernst meint, sollte man es doch sein lassen? In China ist man auch ganz still, da macht man ja auch fett Kohle. Dort darfst du nicht mal mehr muslimische Hochzeiten feiern und keine langen Bärte tragen. Ich finde da fehlt es Merkel sehr viel an Glaubwürdigkeit


Was stellen Sie sich argumentativ oder im Bezug auf Aktionen unter Augenhöhe vor?
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Audi » Do 4. Mai 2017, 12:22

JJazzGold hat geschrieben:(04 May 2017, 13:12)


Was stellen Sie sich argumentativ oder im Bezug auf Aktionen unter Augenhöhe vor?

Wirtschaftliche kontakte aufbauen. Aufhören mit Schuldzuweisungen. Das eklige heucheln stecken lassen. Einfach pragmatische Politik betreiben wie man es eben mit Erdo und China macht
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon JJazzGold » Do 4. Mai 2017, 13:00

Audi hat geschrieben:(04 May 2017, 13:22)

Wirtschaftliche kontakte aufbauen. Aufhören mit Schuldzuweisungen. Das eklige heucheln stecken lassen. Einfach pragmatische Politik betreiben wie man es eben mit Erdo und China macht


Wirtschaftliche Kontakte zu Russland existieren bereits in Form von bestehenden Kapitalbeteiligungen und ansteigender Direktinvestitionen.
Noch pragmatischer, als trotz aller Differenzen nach wie vor den Kontakt zu pflegen geht wohl kaum.
Zuletzt geändert von JJazzGold am Do 4. Mai 2017, 15:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Mehmet » Do 4. Mai 2017, 14:31

Audi hat geschrieben:(04 May 2017, 09:14)

aber in Russland war Frau Merkel ganz großes Kino in Sachen Menschenrechte. :rolleyes:

Man kann Erdogan nur beifall klatschen, dass er unserer Elite die Maske runter gerissen hat

Die Wirtschaft und/oder die Abhängigkeit bestimmen die Werte und Menschenrechte der EU.

Wenn man mal überlegt, (und gutes Beispiel im Moment) was für einen Stellenwert der Bürgerkrieg in Syrien
zum Teil bekommt, während der Jemen in Deutschland von den Medien dagegen nahezu totgeschwiegen wird,
dann sollte auch dem Letzten so einiges einleuchten bzw. die Welt mit offenen Augen zu sehen.

Der syrische Machthaber ist der oder das Böse. Auf der anderen Seite haben wir Saudi-Arabien, die mit ihren
Geldern Terroristen unterstützen, wo Menschenrechte völlig Fremd sind, oder das Wort Religionsfreiheit nicht
mal im Duden vorkommt. Und darüber hinaus sind sie am Bürgerkrieg, der nun auch schon seit Jahren im Jemen
stattfindet, beteiligt und bombardieren alles, was sich gerade noch so bewegen kann. Zivilisten mit eingeschlossen.
Die dürfen das. Ungestraft. Saudi-Arabien macht nämlich viele, gute und profitable Geschäfte mit Deutschland.

Merkel fordert Ende der Bombardements im Jemen
Bundeskanzlerin Merkel hat in Saudi-Arabien für eine Deeskalation des Jemen-Konflikts geworben - und für eine noch engere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland und der EU.

"Das sunnitsche Königshaus in Riad bombardiert als Anführer einer arabischen Militärkoalition seit mehr als zwei Jahren Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen im Nachbarland. Diese Bombardements töteten auch immer wieder viele Zivilisten, sodass sogar der enge Verbündete USA im vergangenen Jahr forderte, die Luftangriffe einzustellen. Dem Kinderhilfswerk Unicef zufolge schweben allein 500.000 Kinder wegen des Konflikts in akuter Gefahr."
Link: http://www.spiegel.de/politik/ausland/j ... 45551.html

Ein Land wird ausgehungert
Im Würgegriff des Krieges schlittert der Jemen in eine humanitäre Katastrophe. Das größte Problem ist jedoch nicht das Geld – sondern die saudisch geführte Militärkoalition.

"Grund zur Hoffnung, dass die Not bald gemindert wird, gibt es kaum. Die von den UN vermittelten Gespräche treten auf der Stelle, und die Führung in Saudi-Arabien macht keine Anstalten, den Würgegriff zu lockern, mit dem sie den Widerstand der Houthi und ihrer Verbündeten strangulieren will. Hohe WFP-Funktionäre haben dem Vernehmen nach schon vor Monaten hinter vorgehaltener Hand scharfe Kritik an Riad geäußert und angedeutet, sie verstünden die Blockade als Belagerung, die sich bewusst auch gegen Zivilisten richte. Westliche Beobachter glauben, dass Riad auch immer wieder Bemühungen hintertreibt, Hilfsgelder zusammenzubringen – zum Beispiel indem das Königreich große Summen zusagt, um diese dann aber an Bedingungen zu knüpfen."
Link: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 89025.html

Und darüber wird nur Berichtet, weil Merkel dort vor Ort war. Ansonsten hätte es in den gelenkten, westlichen Medien
keinen Stellenwert eingenommen. In Syrien zum Beispiel geht es nur um Einfluss, Macht usw. und vor allem, dass nicht
noch mehr Flüchtlinge nach Deutschland und/oder die EU kommen. Das könnte die Bevölkerung nämlich weiter verstimmen.
Deshalb wird da so eine künstliche Stimmung drum gemacht. Nicht mehr und nicht weniger.

Und zu guter Letzt kommt die Türkei ins Spiel.
Die Türkei ist allein für die NATO (oder besser, die USA) ein sehr wichtiges Mitglied. Sei es die Lage, Einfluss, oder auch
weil sie innerhalb der NATO die zweitstärkste Kraft nach den USA ist. Dann haben wir die Europäische Union. Für die die
Türkei ebenfalls ein sehr wichtiger Partner ist. Allein schon weil in der EU mehrere Millionen Türken leben! :D

Von daher wird es keine "Scheidung" geben. Niemals! Und schon gar nicht wegen eines Präsidialsystems, was auch in Frankreich
keinen zu stören scheint. Und einen EU-Beitritt braucht es auch nicht! Die EU ist krank, schwach und vor allem gespalten. Es geht
auch alles ohne die EU, ohne das sich groß etwas verändert. Bestes Beispiel ist Norwegen. Großbritannien wird es in Zukunft ähnlich
handhaben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar besser. Und so würde ich mir das auch für die Türkei wünschen!

Und eins noch:
Erdogan hat die Maske nicht runtergerissen, sondern der ein oder andere hat einfach nur mal Grips bewiesen. Denn die EU misst
nicht erst seid Erdogan mit zweierlei Maß. Aber die Macht liegt, wie so oft, bei den Medien... Und am Ende würden die Menschen
dann selbst eins und eins zusammen zählen können. Leider sind die Medien im Westen (bzw. überall!) ziemlich einseitig... von der
Lobby gesteuert und Interessen bezogen... und nur der Andere, ist und hat immer schuld!
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon JJazzGold » Do 4. Mai 2017, 16:02

Mehmet hat geschrieben:(04 May 2017, 15:31)

Die Wirtschaft und/oder die Abhängigkeit bestimmen die Werte und Menschenrechte der EU.

Wenn man mal überlegt, (und gutes Beispiel im Moment) was für einen Stellenwert der Bürgerkrieg in Syrien
zum Teil bekommt, während der Jemen in Deutschland von den Medien dagegen nahezu totgeschwiegen wird,
dann sollte auch dem Letzten so einiges einleuchten bzw. die Welt mit offenen Augen zu sehen.

Der syrische Machthaber ist der oder das Böse. Auf der anderen Seite haben wir Saudi-Arabien, die mit ihren
Geldern Terroristen unterstützen, wo Menschenrechte völlig Fremd sind, oder das Wort Religionsfreiheit nicht
mal im Duden vorkommt. Und darüber hinaus sind sie am Bürgerkrieg, der nun auch schon seit Jahren im Jemen
stattfindet, beteiligt und bombardieren alles, was sich gerade noch so bewegen kann. Zivilisten mit eingeschlossen.
Die dürfen das. Ungestraft. Saudi-Arabien macht nämlich viele, gute und profitable Geschäfte mit Deutschland.



Und darüber wird nur Berichtet, weil Merkel dort vor Ort war. Ansonsten hätte es in den gelenkten, westlichen Medien
keinen Stellenwert eingenommen. In Syrien zum Beispiel geht es nur um Einfluss, Macht usw. und vor allem, dass nicht
noch mehr Flüchtlinge nach Deutschland und/oder die EU kommen. Das könnte die Bevölkerung nämlich weiter verstimmen.
Deshalb wird da so eine künstliche Stimmung drum gemacht. Nicht mehr und nicht weniger.

Und zu guter Letzt kommt die Türkei ins Spiel.
Die Türkei ist allein für die NATO (oder besser, die USA) ein sehr wichtiges Mitglied. Sei es die Lage, Einfluss, oder auch
weil sie innerhalb der NATO die zweitstärkste Kraft nach den USA ist. Dann haben wir die Europäische Union. Für die die
Türkei ebenfalls ein sehr wichtiger Partner ist. Allein schon weil in der EU mehrere Millionen Türken leben! :D

Von daher wird es keine "Scheidung" geben. Niemals! Und schon gar nicht wegen eines Präsidialsystems, was auch in Frankreich
keinen zu stören scheint. Und einen EU-Beitritt braucht es auch nicht! Die EU ist krank, schwach und vor allem gespalten. Es geht
auch alles ohne die EU, ohne das sich groß etwas verändert. Bestes Beispiel ist Norwegen. Großbritannien wird es in Zukunft ähnlich
handhaben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar besser. Und so würde ich mir das auch für die Türkei wünschen!

Und eins noch:
Erdogan hat die Maske nicht runtergerissen, sondern der ein oder andere hat einfach nur mal Grips bewiesen. Denn die EU misst
nicht erst seid Erdogan mit zweierlei Maß. Aber die Macht liegt, wie so oft, bei den Medien... Und am Ende würden die Menschen
dann selbst eins und eins zusammen zählen können. Leider sind die Medien im Westen (bzw. überall!) ziemlich einseitig... von der
Lobby gesteuert und Interessen bezogen... und nur der Andere, ist und hat immer schuld!


Erdogan kann sich ja immer noch für ein Abkommen der privilegierten Partnerschaft bewerben. Das tangiert die NATO Mitgliedschaft nicht.
In der EU, da stimme ich Ihnen zu, hat die jetzige Türkei nichts verloren.
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