EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

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Rodrigezzz
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EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Rodrigezzz » Di 13. Dez 2016, 12:14

Angela Merkel hat endlich das Augenlicht wieder gefunden. Sie hat bei der Sitzung der CDU-Fraktion das Einfrieren der Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei gefordert.

https://i.imgbox.com/AEylg1DZ.jpg

Die Beitrittsgespräche dauern schon viele Jahre. Anfang 2000er Jahre betrachtete man Recep Tayyip Erdogan als ein proeuropäischer Politiker und setzte auf ihn Hoffnungen, dass er aus der islamischen Türkei eine moderne Demokratie nach dem europäischen Muster macht. Es sind mehr als zehn Jahren vergangen, aber die Sache kommt nicht vom Fleck. Erdogan hat eigentlich sein Land geändert, aber nicht in Richtung der europäischen Standards.

Der türkische Präsident setzt den Kurs auf die Beseitigung seiner Kritiker und politischen Gegner fort. Von der Presse- und Meinungsfreiheit ist keine Spur übrig geblieben. Dutzende oppositionelle Journalisten wurden verhaftet und eingekerkert. Hunderte Menschen, die wegen der Verbindung mit Prediger Fethullah Gülen verdächtigt werden oder des Nahestehens der Hizmet-Bewegung absichtlich beschuldigt werden, wurden festgenommen, viele sogar getötet. Nach der Unterdrückung des Militärputsches hat Erdogan die politische Macht in seinen Händen konzentriert, indem er sich ein Sultan gedünkt und die Grundlagen des Rechtsstaates untergraben hat.

In Rücksicht auf die Entwicklungen in der Türkei muss man vielen PolitikerInnen recht geben, die fordern, weitere EU-Beitrittsverhandlungen mit Ankara umgehend zu stoppen.

https://i.imgbox.com/Rz8lYrk1.jpg

Der Staat, der gegen europäische Prinzipien und Werte offen auftritt, gehört der Europäischen Union nicht sowie diejenigen, die versuchen, ihre religiösen und Kulturwerte, die hier in Europa fremd sind, aufzuhalsen. Brüssel müsste endlich begreifen, dass die Zeit der Illusionen vergangen ist, und es ist die höchste Zeit, aus dem Traum zu erwachen.
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schokoschendrezki
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon schokoschendrezki » Di 13. Dez 2016, 13:32

Die Scheidung der Unions-Fraktion von Erika Steinbach ist schon länger (mindestens) ebenso fällig ...
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NMA
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon NMA » Di 13. Dez 2016, 13:58

Ich kann mit dem grünen Argument, dass man den Menschen eher helfe, wenn man weiter Einfluss nimmt, indem man verhandelt, überhaupt nichts anfangen. Wir (auch die Grünen) können nicht allen helfen.

Und wenn die EU nicht auch mal klare Kante zeigt, macht sie sich überflüssig, obsolet. Das hilft auch Niemandem. Die EU ist schon viel zu vorsichtig (oder unvorsichtig, wie mans nimmt) mit Polen und Ungarn.

Erdogan hat die Beitrittsverhandlungen verwirkt. Da muss sich viel ändern (z.B. ein neuer Präsident), um das wieder neu anzufangen. Soweit wenigstens mein Wunsch.
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Jekyll
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Jekyll » Di 13. Dez 2016, 20:22

"Klare Kante zeigen"...europäische "Werte"...aus der Illusion werdet ihr wohl nie rauskommen.
Kahn hat es begriffen => https://youtu.be/GMnBOQAxe4c
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Dozhd » Mi 14. Dez 2016, 01:06

Verhandlungen "einfrieren" ist zu wenig. Alle bisherigen Verhandlungsergebnisse sind als null und nichtig zu erklären. Wenn es wieder Verhandlungen gibt, müssen die leider erneut bei Null anfangen. Vorbedingung für Verhandlungen mit der Türkei muss sein, dass eine fortschrittliche Regierung an der Macht ist und die Verbrechen von Erdogan und seiner AKP juristisch aufgearbeitet werden. Wenn man da klar erkennen sollte, die Sache geht voran, kann die Türkei auch EU-Mitglied werden!
Ich lebe in Europa, nicht im Westen. Russland ist auch Europa, die USA nicht.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Ger9374 » Mi 14. Dez 2016, 02:49

Europa hat andere Sorgen als das es sich noch mehr Größenwahnsinnige ins Haus holt.Die Osteuropäer sind sich einig die Flüchtlingsströme
nicht mal in kleinen Zahlen aufnehmen zu wollen.
Dann macht ihnen ihre Angst vor Russland zu schaffen. Südeuropa hat seine ewigen Schuldenprobleme. Nordeuropa steht vor Wahlen.
Niederlande, Deutschland. Selbst wenn Erdowahn
Sich nicht wie ein Diktator aufführen würde, so
ist er unberechenbar. Zündelt sogar in Syrien rum.
Früher hätte ich die Türkei gerne in der E.U. gesehen, jetzt auf gar keinen Fall.Selbst in der Nato sehe ich die Türkei jetzt kritisch.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon bennyh » Mi 14. Dez 2016, 15:59

Rodrigezzz hat geschrieben:(13 Dec 2016, 12:14)

Angela Merkel hat endlich das Augenlicht wieder gefunden. Sie hat bei der Sitzung der CDU-Fraktion das Einfrieren der Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei gefordert.

https://i.imgbox.com/AEylg1DZ.jpg

Die Beitrittsgespräche dauern schon viele Jahre. Anfang 2000er Jahre betrachtete man Recep Tayyip Erdogan als ein proeuropäischer Politiker und setzte auf ihn Hoffnungen, dass er aus der islamischen Türkei eine moderne Demokratie nach dem europäischen Muster macht. Es sind mehr als zehn Jahren vergangen, aber die Sache kommt nicht vom Fleck. Erdogan hat eigentlich sein Land geändert, aber nicht in Richtung der europäischen Standards.

Der türkische Präsident setzt den Kurs auf die Beseitigung seiner Kritiker und politischen Gegner fort. Von der Presse- und Meinungsfreiheit ist keine Spur übrig geblieben. Dutzende oppositionelle Journalisten wurden verhaftet und eingekerkert. Hunderte Menschen, die wegen der Verbindung mit Prediger Fethullah Gülen verdächtigt werden oder des Nahestehens der Hizmet-Bewegung absichtlich beschuldigt werden, wurden festgenommen, viele sogar getötet. Nach der Unterdrückung des Militärputsches hat Erdogan die politische Macht in seinen Händen konzentriert, indem er sich ein Sultan gedünkt und die Grundlagen des Rechtsstaates untergraben hat.

In Rücksicht auf die Entwicklungen in der Türkei muss man vielen PolitikerInnen recht geben, die fordern, weitere EU-Beitrittsverhandlungen mit Ankara umgehend zu stoppen.

https://i.imgbox.com/Rz8lYrk1.jpg

Der Staat, der gegen europäische Prinzipien und Werte offen auftritt, gehört der Europäischen Union nicht sowie diejenigen, die versuchen, ihre religiösen und Kulturwerte, die hier in Europa fremd sind, aufzuhalsen. Brüssel müsste endlich begreifen, dass die Zeit der Illusionen vergangen ist, und es ist die höchste Zeit, aus dem Traum zu erwachen.

Dem ist wenig hinzuzufügen, höchstens, dass die Türkei mit Brexit ihren mit Abstand wichtigsten Befürworter zu einem EU-Beitritt verloren hat. Damit dürfte das Thema wohl vorerst gestorben sein, war es doch zuvor sowieso komatös.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon MoOderSo » Mi 14. Dez 2016, 16:50

Mit dem Abbruch tut man dem Sultan doch nur einen Gefallen.
Die Genugtuung würde ich ihm nicht gönnen.
Der Anarchist ist kein Feind der Ordnung. Er liebt die Ordnung so sehr, daß er ihre Karikatur nicht erträgt.
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H2O
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Do 15. Dez 2016, 17:30

MoOderSo hat geschrieben:(14 Dec 2016, 16:50)

Mit dem Abbruch tut man dem Sultan doch nur einen Gefallen.
Die Genugtuung würde ich ihm nicht gönnen.


Vielleicht wäre es sinnvoll, tatsächlich Kapitel für Kapitel den Istzustand 2016 fest zu stellen und als Hinweis den Sollzustand an zu geben, der für eine Vollmitgliedschaft nachgewiesen werden muß. Mit der Weiterentwicklung der EU wird der Sollzustand dann aktualisiert. Dann trifft man sich auf einen Kaffee und erläutert diese Veränderung. Und es liegt bei der Türkei, ob sie diese Harmonisierung mit dem EU-Status einführt und Vollmitglied der EU wird, oder eben nicht.

Da waren wir doch vor 10 Jahren schon einmal; damals allerdings viel erwartungsvoller. So ein verdammter Holzkopp!
Zuletzt geändert von H2O am Do 15. Dez 2016, 17:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Ger9374 » Do 15. Dez 2016, 17:35

Die Erdowahn Türkei ist nur eine Last für
Europa , sollen die Türken erstmal selbst
Ihren Sultan so sehen wie er ist:

Größenwahnsinnig
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Do 15. Dez 2016, 17:42

Ger9374 hat geschrieben:(15 Dec 2016, 17:35)

Die Erdowahn Türkei ist nur eine Last für
Europa , sollen die Türken erstmal selbst
Ihren Sultan so sehen wie er ist:

Größenwahnsinnig


Mit dem Gehabe dürfte die Kanzlerin in ihrer zurückhaltenden und sachlichen Art bestens zurecht kommen. Das sind die Tatsachen und Erfordernisse... kein anderer Weg führt in diesen Verein.
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Hyde
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hyde » Fr 16. Dez 2016, 01:13

Es gibt eigentlich auf jedem Gebiet massive Argumente, die gegen einen EU-Beitritt der Türkei sprechen.

1) Demokratiedefizit
2) andere Kultur als Europa (infolge von anderer Religion)
3) Geografisch zu Asien gehörend
4) Stimmungen in der Bevölkerung. Sowohl türkische, als auch europäische Bevölkerung sind gegen einen EU-Beitritt der Türkei. Demzufolge würde ein Türkei-Beitritt den Zerfallsprozess der EU nur noch weiter verstärken (weitere Austrittsvotums)
5) Die Größe der Türkei (bald 100 Mio Einwohner) in Verbindung mit ihrer wirtschaftlichen Rückständigkeit würde die EU auch in dieser Hinsicht ganz massiv verändern und das nicht zum Guten


Wenn ich mir diese fünf Gründe anschaue, dann denke ich einfach, dass EU und Türkei nicht kompatibel miteinander sind und es auch langfristig (also in den kommenden Jahrzehnten) nicht zu einem EU-Beitritt der Türkei kommen wird.
Eine Chance sehe ich wenn überhaupt erst dann, wenn die Türkei ein nicht nur demokratischer, sondern auch wohlhabender Industriestaat geworden ist. Was im optimistischen Fall noch sehr lange dauern wird.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon tabernakel » Fr 16. Dez 2016, 04:07

Hyde hat geschrieben:Wenn ich mir diese fünf Gründe anschaue, dann denke ich einfach, dass EU und Türkei nicht kompatibel miteinander sind und es auch langfristig (also in den kommenden Jahrzehnten) nicht zu einem EU-Beitritt der Türkei kommen wird. Eine Chance sehe ich wenn überhaupt erst dann, wenn die Türkei ein nicht nur demokratischer, sondern auch wohlhabender Industriestaat geworden ist. Was im optimistischen Fall noch sehr lange dauern wird.

Wenn ich mir die Kommentare von (Deutsch-)Türken in meiner Umgebung dazu so anhöre, dann interessiert die EU nicht mehr wirklich sobald die Türkei auch ein "wohlhabender Industriestaat geworden ist". Für die Türkei ist die EU Mittel zum Zweck für Wohlstand, nicht mehr und nicht weniger. Wenn der Wohlstand auch anders zu haben ist, dann ist die EU mit ihren humanitären und politischen Ansichten nur im Weg.

Und damit stellt sich die meiner Meinung nach wichtigere Frage warum die EU überhaupt je angefangen hat mit der Türkei über einen Beitritt zu verhandeln. Das von Merkel um die Jahrtausendwende angestrebte Assoziierungsabkommen, ähnlich dem mit Russland angestrebten Pakt, wäre da deutlich angemessener gewesen: Die Türkei sieht sich kulturell nun mal mehrheitlich nicht als Europäisch, sie sehen sich in Nachfolge des Osmanischen Reichs. Analog zu Russland haben beide natürlich lange historische Verbindungen mit Europa, aber genauso mit Asien, und vor allem anderen sind beide letztlich Zentren eigener Kulturräume. Und beide haben aus meiner Sicht in der EU schlicht nichts zu suchen, da beide geeignet sind das fragile Gebilde EU bis in die Grundfesten zu erschüttern und am Ende zerbrechen zu lassen.

Heisst das dassdie EU und die Türkei niemals in einem Staatenbund verbunden sein können oder sollen? Mitnichten, nur nicht auf der angestrebten Staatenebene. Eine Assoziation auf kontinentaler Ebene - also EU als Ganzes mit der Türkei, und/oder Russland, und/oder den USA - bleibt ohne weiteres denkbar. Aber eben nicht mit türkischen, russischen oder US-Abgeordneten im Europäischen Parlament.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon ebi80 » Fr 16. Dez 2016, 06:36

Das hier immernoch darüber gesprochen wird.
EU - Türkei ist doch ein seit Jahren verrotteter Hund der einfach nicht beerdigt wird.
Die Zeit hätte man für wichtigeres investieren können.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Mehmet » Fr 16. Dez 2016, 19:16

Also ich kenne keinen Türken der die EU braucht oder
meint, dazugehören zu wollen. Die EU ist höchstens gut
als Zahlmeister, allen voran Deutschland, aber das war
es dann auch schon. Die stetige Doppelmoral, also mit
zweierlei Maß gemessen, ist halt verlogen bis ins Mark.
Typisch Deutsch eben. Ich meine natürlich nur deutsche
Politiker damit, nicht falsch verstehen. Mal abgesehen
davon, dass die EU sowieso am kränkeln ist, wüsste ich
auch nicht, was an der EU so toll sein sollte. Also außer
Geld, sehe ich nichts reizvolles dran. Dann könnte man
die Europäische Union auf ein Schlag ausnehmen, haha.

Ich für meinen Teil bin klar gegen einen EU-Beitritt.

Also: Partnerschaft ja, Mitgliedschaft nein
NATO-Mitglied sind wir sowieso, von daher ist alles gut.

UND eines darf man nicht vergessen, nicht Erdogan bzw.
die Türkei hält immer daran fest, es ist die EU die immer
und immer wieder angekrochen kommt. Allen voran deutsche
Politiker wie Merkel und Co. Sie wissen halt um die Wichtigkeit
der Türkei. So sieht das nun mal aus.
Türke unser, der du bist in Anatolien, geheiligt werde dein Türkentum;
zu uns komme Dein Reich; dein türkischer Wille geschehe, wie in Anatolien, so auch in Europa!
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Adam Smith » Fr 16. Dez 2016, 19:23

Mehmet hat geschrieben:(16 Dec 2016, 19:16)
UND eines darf man nicht vergessen, nicht Erdogan bzw.
die Türkei hält immer daran fest, es ist die EU die immer
und immer wieder angekrochen kommt. Allen voran deutsche
Politiker wie Merkel und Co. Sie wissen halt um die Wichtigkeit
der Türkei. So sieht das nun mal aus.

Erdogan hält meines Erachtens auch dran fest. Er kommt aber in der Tat nicht angekrochen. Das ist momentan eine deutsche Eigenschaft.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Jekyll » Fr 16. Dez 2016, 20:26

Die Türkei ist viel zu groß, um in der EU nur ein kleines Rädchen unter vielen anderen zu werden. Das konnte einfach nicht gut gehen. Der EU mangelt es einfach an Größe, daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern.
Kahn hat es begriffen => https://youtu.be/GMnBOQAxe4c
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Fr 16. Dez 2016, 20:33

Jekyll hat geschrieben:(16 Dec 2016, 20:26)

Die Türkei ist viel zu groß, um in der EU nur ein kleines Rädchen unter vielen anderen zu werden. Das konnte einfach nicht gut gehen. Der EU mangelt es einfach an Größe, daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern.


Die Türkei ist ein großes Land mit fast so vielen Menschen wie Deutschland. Was könnte dieses Land leisten, wenn es das denn könnte! Aber sie wähnt sich groß. Dieser Wahn sei dem Führer gegönnt.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hyde » Sa 17. Dez 2016, 10:46

tabernakel hat geschrieben:(16 Dec 2016, 04:07)
Die Türkei sieht sich kulturell nun mal mehrheitlich nicht als Europäisch, sie sehen sich in Nachfolge des Osmanischen Reichs. Analog zu Russland haben beide natürlich lange historische Verbindungen mit Europa, aber genauso mit Asien, und vor allem anderen sind beide letztlich Zentren eigener Kulturräume.


Ich sehe das bei Russland etwas anders. Russland sehe ich als Teil des osteuropäischen Kulturraums und damit Europa zugehörig. Wenn Russland eines Tages ein stabiles, demokratisches und westlich orientiertes Land sein sollte, dann sollte von beiden Seiten ein EU-Beitritt angestrebt werden.

Ich glaube, Russland leidet in Bezug auf Europa an demselben Problem, an dem auch Deutschland bis weit ins 20. Jahrhundert mit seinem Sonderweg gelitten hat. Das Land ist zu groß und mächtig (bzw sieht sich selbst zu groß), um sich im Rest Europas unter - und einzuordnen, sondern hat aufgrund der eigenen Größe Hegemoniebestrebungen.
Die Größe des Landes stand auch Deutschland sehr lange im Weg, um sich in den Westen einzugliedern, und diese Denkweise konnte in Deutschland erst durch zwei Weltkriege gebrochen werden. Ohne die Kriege hätte Deutschland vielleicht eine ähnliche Entwicklung wie Russland genommen, sprich hätte sich bis heute nie wirklich an den Westen angenähert, da man sich als eigenes Machtzentrum in Konkurrenz zum Westen begriffen hätte.

Zynisch formuliert hatte Russland also das "Pech", dass es nie Kriege gegen den Westen gekämpft & verloren hat und so der eigene Machtgedanke als "Gegenpol zum Westen" bis heute gedeihen konnte und nie gebrochen wurde.

Insgesamt gesehen sehe ich Russland aber als Teil des europäischen (oder des westlichen) Erbes, welches sich lediglich aus machtpolitischen Gründen vom Westen entfernt hat (so wie es wie gesagt auch einst Deutschland ab der zweiten Hälfte des 19. Jhds tat). Diese Trennung (die im wesentlichen auf machtpolitischen Erwägungen beruht) kann aber theoretisch grundsätzlich überwunden werden - während die Türkei von vornerein nie ein Teil europäischer Kultur war und somit wesentlich größere grundlegende Differenzen bestehen, die nicht nur auf Machtpolitik beruhen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Cobra9 » Sa 17. Dez 2016, 12:10

Jekyll hat geschrieben:(16 Dec 2016, 20:26)

Die Türkei ist viel zu groß, um in der EU nur ein kleines Rädchen unter vielen anderen zu werden. Das konnte einfach nicht gut gehen. Der EU mangelt es einfach an Größe, daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern.


Die schiere Größe eines Landes in Form von Land ist kein Faktor, die Türkei hat viel Einwohner. Und das ist Macht ?

Ist es nicht. Wirtschaftlich ist die Türkei der EU nicht im Ansatz gewachsen und Sicherheitspolitik mal real gesehen ist die Türkei nicht gerade eine Weltmacht. Wenn es mit Russland oder anderen Staaten mal Reibung gab kroch man immer zur NATO. Schlag mal nach wo die Türkei stehen würde ohne ausländische Miitärhilfen.

Die Türkei ist ein Land mit Potential, aber einmal steht man sich mit dem Nationalen Pathos selber im Weg und wirtschaftlich muss sich viel verändern.
Anton Tschechow

Keine Literatur kann in puncto Zynismus das wirkliche Leben übertreffen.

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