EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

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Ger9374
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Ger9374 » Do 2. Mär 2017, 02:14

Wenn es schon schlecht um den Beitritt der Türkei zur E.U stand, so gibt der Fall Yücel keinen Hinweis darauf das es eine Wende zu Gunsten
der Türkei geben wird!
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

Menschen sind Ausländer irgendwo: :thumbup:
Rassisten sind Arschlöcher überall: :thumbup:
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elmore
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon elmore » So 5. Mär 2017, 17:25

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/verfassungsreferendum-oesterreich-fordert-eu-wahlkampfverbot-fuer-tuerkische-politiker-14909974.html

Man kann über die Haltung Österreichs, ihres SPÖ-Kanzlers Kern, zwar diskutieren und sie für zu stringent halten, seine deutlichen Worte und Forderungen
sind jedoch sehr realistisch und nachvollziehbar:
1. Beendigung der EU-Beitrittsgespräche
2. Wahlkampfauftrittsverbot türkischer Politiker in der gesamten !! EU
3. Beendigung der Beitrittsvorableistungen von 4,5 Mrd. Euro, die die Türkei immer noch bekommt.

Angesichts der Ausfälle türkischer Politiker sind deutlichere Signale angebracht. Wie gerade jüngst wieder durch Erdogan selbst. Der dreist genug ist,
Deutschland, wg. der aus Sicherheitsgründen und aufgrund von türkischer Täuschung abgesagten Auftritte, mit dem Vorgehen und den
Methoden Nazi-Deutschlands gleichzusetzen. Wobei er auch Österreich schon als faschistisch
bezeichnete. Irgendwann helfen "gute" Worte der Mahnung so gut wie nichts mehr.
Statt einer Rückkehr zu halbwegs demokratischen und rechtsstaatlichen Zuständen
entfernt sich die Türkei mehr denn je von diesen "frommen" EU-Wünschen. Schert sich
- noch - ziemlich großkotzig einen feuchten Kehricht um die Mahnungen seiner politischen
Partner und Freunde in Europa.

Gabriel sprach - eben erst - von einer tiefen türkisch-deutschen Freundschaft, die man
sich nicht kaputtmachen lassen dürfe…

Fakt ist, dass Erdogan und sein AKP-gesteuertes Regime alles systematisch kaputtmachen. Die Türkei selbst. Nicht nur politisch, auch wirtschaftlich. Und
auch nicht davor zurückschrecken, Länderfreundschaften kaputtzureiten. Unfrieden, Angst und Bedrohung in andere Länder zu tragen.
Da darf man sich schon fragen, ob die Beschwichtigungslinie des Herrn Bundesaussenministers das nicht einseitig sieht. Zu einseitig.

Geht man so mit Freunden um?
Wie das bis in die höchsten Staatsspitzen derzeit die Türkei praktiziert: Indem man D als ein Land hinstellt, das rechtsstaatliche Grundsätze und Menschenrechte mit Füßen trete, freie Meinungsäusserung
mit Nazimethoden verhindere und staatlicherseits eine Terrorunterstützung (der PKK) nicht nur duldet, sondern aktiv befördert…

Wann also ist es genug? - Oder anders ausgedrückt, an der Zeit, der Türkei des Erdogan nicht nur mit Worten, sondern
auch mit wirksameren Taten ihre Grenzen deutlich zu machen. Vor allem auch klar zu zeigen,
dass es eine Sache ist, wie man in dem tief gespaltenen, zerstrittenen und von innertürkischen, ungelösten!!! Konflikten gebeuteltem Land selbst - mit welchen Maßnahmen auch immer - politische Stabilität und
Verlässlichkeit mit halbwegs rechtsstaatliche Strukturen gewährleisten kann. Eine andere Sache wiederum ist es, diese innertürkischen, selbstverursachten Konflikte und deren Eskalation in andere
Länder zu tragen und dort die friedliche Koexistenz zu stören. Zwischen jenen Türken, die nur türkisches Staatsbürger mit Gaststatus sind und folglich in der Türkei wählen dürfen. Übrigens auch, ob sie nicht lieber
doch in Erdogans Türkei leben möchten. Es steht ihnen frei. Niemand zwingt sie, in Deutschland zu leben. Erdogan kann sie sehr wohl auch aus der Türkei auffordern: "kommt in meine Türkei zurück. Dort werdet
ihr gerecht, fair und mit Respekt behandelt." - Dazu braucht er nicht nach Deutschland oder in andere EU-Gastländer zu reisen. Genausowenig wie seine Marionettenminister.

Eine weitere Sache ist es, Unfrieden durch diesen aufgeputschten türkischen Erdogan-Nationalismus auch noch in jenem Teil
der türkischen Menschen hierzulande zu stiften, die entweder doppelte Staatsbürgerschaft haben, oder sogar die deutsche. Die türkische Gemeinschaft in Gastländern aufzustacheln und das Zusammenleben derart übel zu vergiften.

Und damit auch die deutsche Bevölkerung (oder die anderer Gastländer) auf eine harte Toleranz-Bewährungsprobe zu stellen. Indem man praktisch machtlos zusehen soll, wie Erdogan und seine völlig
in totalitäre Strukturen abdriftende AKP-Türkei die innertürkischen Konflikte exportieren will. Diese innertürkische Konflikte in Gastländer trägt. Konflikte zumal, deren Versäumnisse einer Lösung (mit
dauerhaften Befriedung, Meinungsfreiheit incl. der politischen Machtteilhabe und des Schutzes von Minderheiten) allein in der Verantwortung des Herrn Erdogan liegen und
seiner ihm dackelhaft unterwürfig ergebenen AKP samt seiner alles abnickenden Marionettenregierung. Genauso wie eines Teils der "Opposition", die sich freiwillig dem Diktat
Erdogans unterwirft. Wohl aus Opportunitäts-und Vorteilsgründen. Wie auch immer …

Wer die eigenen innertürkischen Probleme zu lösen versucht, indem er mit Gewalt, Repression, Massenverhaftungen und einem pauschaler Terrorismusverdächtigung
alles und jeden massiv und existenzvernichtend verfolgt …nicht nur im Inland, sondern auch in Gastländern, und dabei alle rechtsstaatlichen Prinzipien über Board wirft … sollte durchaus nachhaltig daran erinnert
werden, dass diese Politik des Totalitarismus spätestens an den Grenzen der Türkei enden muss. So traurig das für das Land Türkei und viele seiner Menschen auch sein mag,
die der Politik des furchtbaren Rachesultans Erdogan ebensowenig zustimmen.

Statt immer nur zu mahnen, sollten tatsächlich auch wirkungsvolle Schritte unternommen werden, wie beispielsweise das Einfrieren jener 4,5 Mrd. EU-Geld,
mit denen die EU eigentlich den Umbau oder die Weiterentwicklung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen incl. Schutz und Gewährleistung der Menschenrechte
nach der EU-Charta unterstützend fördern wollte.

Solange die EU keine Konsequenzen zieht, Erdogan weiter finanziert und dabei zusieht, wie er (auch diese Gelder einsetzt), und statt mehr Demokratie zu schaffen,
das Gegenteil erreichen will, macht man sich unglaubwürdig und bestärkt letztlich diesen gelernten Despoten und Machtpsychopathen in seinem Tun.

Meiner Meinung nach liegt Bundeskanzler Kern mit seinen Forderungen richtig. Wie auch z.B. der Regierungschef der Niederlande, Rutte, der immerhin auch
ein Wahlkampfauftrittsverbot türkischer Politiker für sein Land forderte und für angebracht hält.

Denn im Gegensatz zur Türkei können sich die Wahlberechtigten Türken und Türkinnen in europäischen Gastländern auch ohne die AKP_Vergiftungs- und
Aufstachelungsauftritte sehr wohl über Medien, TV und Internet eine gute Meinung dazu bilden, wieweit sie dieser in eine Präsidialdiktatur
führenden Verfassungsänderung in dem anstehenden Referendum zustimmen wollen oder das - aus guten Gründen - ablehnen.

Dazu braucht es wahrlich keine sog. Informationsveranstaltungen von Ministern oder gar Erdogan selbst in Gastländern. Auftritte, bei denen ohnehin nur
der kranke, spaltende und egomanische Nationalismus des Herrn Erdogan gefeiert wird. Er seine ganzen politischen Lügen und Hinterhältigkeiten zur Alleinwahrheit
hinbiegen kann, weil in diesem Angstklima, das seine fanatisierte Anhängerschaft erzeugt, keiner auch nur den Hauch einer Chance hat, Kritik zu üben…sofern im Leib und Leben lieb ist.
Vor, während und vor allem auch - nach! solchen Veranstaltungen.
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
"Fröschlein, wie geht es dir?" - "Bis auf das Geschwür an meinem Arsch ganz gut", erwiderte dieses.
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Dieter Winter
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Dieter Winter » Mo 6. Mär 2017, 12:38

Angeblich droht er mit einem Aufstand, sollte ihm die Einreise verweigert werden.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 11059.html

Schön langsam nimmt das Züge offener Feindseligkeit an. Warum wird der türkische Botschafter nicht einbestellt? Haben unsere Volksvertreter so viel Schiss?
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elmore
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon elmore » Mo 6. Mär 2017, 16:44

Die Bundesregierung hat sich mittlerweile durch Reg.-Sprecher Seibbert deutlich geäussert.
Ausdrücklich auch im Namen von Kanzlerin Merkel selbst.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/erdogans-nazi-vergleich-bundesregierung-weist-aeusserungen-als-absurd-zurueck-a-1137506.html
Auszug aus dem verlinkten SPON-Artikel:
"Bundesregierung weist Erdogans Nazi-Vergleich als "absurd" zurück
Eine Gleichsetzung der Politik des demokratischen Deutschlands mit der des Nationalsozialismus weisen wir entschieden zurück", erklärte Merkels Sprecher zu Erdogans Äußerungen.
EU-Zahlungen an die Türkei müssten geprüft werden.

Die EU werde prüfen müssen, ob die Zahlungen an die Türkei für einen EU-Beitritt ihren Zweck erfüllten, fügte Seibert hinzu. Wie es mit den sogenannten Heranführungsmitteln weitergehe, sei aber eine europäische Entscheidung.

Zitatende

--------------

Wie schon als Möglichkeit dargestellt, scheint es jetzt ernsthafte Überlegungen innerhalb der EU zu geben bzw. scheint die Bundesregierung das innerhalb der EU
deutlich angestoßen zu haben, ggf. die sog. Vorbeitrittshilfen der EU für die Türkei zu stoppen, auszusetzen oder gar bis auf weiteres zu streichen.

Sicherlich derzeit nur leise und hinter den Kulissen diskutiert, ist das m.M.n. eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten, Erdogan ins "Denken" zu bringen…
Die Türkei hat mit einem drastischen wirtschaftlichen Abschwung zu kämpfen. Der Tourismus, speziell des mit Abstand
größten diesbezüglichen Devisenbringers, den deutschen Türkei-Touristen (ca. 3,6 Mio. im Normalfall), hat 2016 um über 30% abgenommen, die türk. Lira hat
den niedrigsten Wert seit 1981. Nicht nur deutsche, europäische, sondern generell auch internationale Investoren sind angesichts der zunehmend
unsicheren Rechtslage mit einer regierungswilligen Erfüllungsjustiz vorsichtig geworden, und ziehen eher Mittel ab als sie in der Türkei
zu investieren.

Zu schnell sind auch Unternehmer** unter Verdacht, mit der von Erdogan als Terrororganisation eingestuften Gülen-Bewegung
gemein zu sein...oder eine andere Terrorgruppe wie die Kurdische PKK zu unterstützen ...oder ein Agent Deutschlands zu sein … oder beides…oder was auch
immer. Die türkische Regierung unter Erdogan und die gleichgeschaltete Justiz des Landes sind zwar nicht einfallsreich in Ihren Tat- oder Schuldvorwürfen,
um jemanden einfach mal so bis zu fünf Jahre hinter Gitter zu bringen, ohne je einen konkreten Tatvorwurf oder auch eine Anklage auf den Tisch zu bringen,
dafür um so flexibler, mit ihren Pauschalverdächtigungen alles und jeden einfach entgegen jeder rechtsstaatlichen Gepflogenheit ins Gefängnis zu werfen,
sofern er es wagt, Erdogans Marsch in die Präsidialdiktatur das zu nennen, was es ist: Die Zerstörung der modernen Türkei, die der damalige Staatsgründer
Kemal Atatürk in einer historischen politischen Wende vollzog, um das Land zukunftsfähig zu machen.

Das spricht sich herum, besonders Finanz- und Investorenkreise sind hochsensibel hinsichtlich zweifelhafter politischer Stabilität, unsicherer Rechtlage und
regierungsunterworfener Rechtsprechung und Gerichtsbarkeit. Finanzfachleute, Wirtschaftsbosse und Investoren können er und seine AKP nicht so einfach täuschen und hinters Licht führen
wie vergleichsweise uninformierte Bevölkerungsteile in ländlichen türkischen Regionen oder generell politisch anfällige, weil einfacher gestrickte türkische Patrioten und -innen.
Wenn also bei Erdogan etwas wirkt und Eindruck hinterlässt, dann der drohende, weiter zunehmende Niedergang der Wirtschaft. Sein Erfolg ist mehr als alles andere von wirtschaftlichem Aufschwung
der Türkei abhängig und geprägt.

Wozu natürlich auch großzügige Finanzmittel wie jene bis zu 4,5 Mrd. Euro Vorbeitrittshilfen der EU zählen, die dessen Regime immer noch ungestraft einstreicht und sich auch damit
eine antidemokratischen Wahlkampf finanziert und gewaltigen Unfrieden in andere Länder Europas trägt: mit dem Ziel einer totalitären Präsidialdiktatur.

Wirtschaftliche Abwärtsentwicklung ist im übrigen etwas, was auch Otto-Normaltürke in seinem Geldbeutel spürt und damit auch, wie sehr ihn diese Erdogan-Raserei
und dessen Marsch in die Präsidialdikatur treffen, statt seine Lebenssituation zu verbessern. Das könnte so manchen "glühenden" Erdogan- oder AKP-Anhänger zu denken geben…
Sollte der wirtschaftliche Abschwung in der Türkei weitergehen, hat Erdogan ein Problem, das er nicht so einfach einem "Nazi-Deutschland" in die
Schuhe schieben kann.

Sofern die EU klare Demokratie-Kante zeigt, wird dieser für die Türkei enorm wichtige Handelsraum EU auch Erdogan
zur Mäßigung bringen, sofern er das Land nicht vollends in eine wirtschaftliche Abwärtsspirale reissen will. Er wird wohl schwerlich die gesamte
EU unter "Nazimethoden"-Kuratel stellen können. Obwohl ich diesem türkischen Diktator fast jede Schweinerei zutraue, um sein krankes
Machtego auszuleben. Geht es aber wirtschaftlich abwärts, könnte das auch schnell das Ende Erdogans sein oder das Land tatsächlich
in einem bürgerkriegsähnlichem Zustand enden. Wobei der Ausgang eines solchen Machtkampfes offenbleibt. Wünschen kann man das
der Türkei keinesfalls. Nicht einmal jenen blindgläubigen Erdoganisten und AKP-Wählern, die den Schuß weder hören noch sehen wollen.

Erdogans Regierung hat ja erst vor kurzem, da offenbar in gesittetem Ton, um wirtschaftliche Unterstützung und Hilfe seitens der Bundesregierung
angesucht.

Wenn etwas Geld kostet, ist die Sensibilität durchaus höher. Auch bei Erdogan. Und ich denke, auch in der Bevölkerung
der Türkei. Diejenigen AKP-Türken und -innen, die in D wohnen und leben, aber dieser Präsidialdikatur zustimmen wollen, haben ja nichts
zu befürchten. Bei uns sind sie rechtsstaatlich geschützt und sie können (staatlich) unbedroht ihr Ding machen. Ihren Landsleuten im Heimatland allerdings
erweisen sie einen Bärendienst. DAS sollten sie bedenken, bei allem Nationalbewusstsein und patriotischen Stolz. Letzterer war noch nie ein guter Ratgeber, das nur nebenbei.

Fazit: Wer nicht hören will, muss fühlen. Am besten im Geldsackerl.

** (Ein deutscher! Unternehmer sitzt sei gut vier Monaten in der Türkei in Haft, ohne das man etwas dazu in den Medien hört)
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elmore
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon elmore » Mo 6. Mär 2017, 16:58

Allgemein noch eine Anmerkung zum türk. Verfassungsreferendum:

Aktuell hört und liest man in den freien Medien, wohl auch EU-weit, dass der Ausgang
knapp sein könnte, vielleicht sogar Erdogan scheitern könne. Das glaube ich nicht,
es sind schon ganz andere Referenden oder Wahlen (z.B. G.W.Bushs erster Wahlsieg) soweit behindert oder gar seltsam
ausgezählt worden, dass es am Ende reichte. Und Erdogan und sein AKP-Regime werden
das auch hinbekommen … Für mich ist der Ausgang klar: Erdogan wird sein Ziel erreichen.

Dass eine so große Mehrheit gegen das Referendum stimmt, dass selbst Erdogan und seine
Regimetreuen das nicht mehr verfälschen oder vertuschen könnten, halte ich für so gut wie ausgeschlossen.
Und angesichts des wohl knappen Entscheids wird man schon soviele Stimmenabgaben von "Nein"-Sagern
entweder "bürokratisch" verhindern, dass es reicht ... oder ein "JA" im Umfeld der Wahllokals mit "sanftem" Nachdruck
im privaten Umfeld von Wählern oder Wählerinnen herbeiführen. In der Türkei selbst, aber auch hier in Deutschland...
Ein Fröschlein sitzt auf dem Kopf von Erdogan.
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Vongole
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Vongole » Mi 8. Mär 2017, 00:49

In den letzten Tagen hab ich viel diskutiert, weniger in Foren als in RL, und zwar mit türkischen Freunden, die wirklich nicht pro Edogan sind.
Und ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass diese vermeintlichen Auftrittsverbote unter vorgeschobenen Sicherheitsbedenken gleich welcher Art kontraproduktiv sind.
Das Argument meiner Freunde: "In der Türkei dürfen wir unseren Protest nicht artikulieren, das können wir nur hier beim Auftritt türkischer Politiker".
Es gibt, relativ unbemerkt von deutscher Wahrnehmung, durchaus viele türkischstämmige Menschen, die Erdogan ablehnen.
Andererseits trifft Edogan mit seiner Rhetorik hier auf viele Menschen, die sich qua mangelnder Bildung, Sprache plus Ablehnung durch die deutsche Mehrheit immer noch als Türken fühlen, als Verlierer unserer Gesellschaft.
Es gibt auch die anderen, vorwiegend junge Männer, beruflich durchaus erfolgreich, aber Erdogan zugeneigt, weil er den vom Elternhaus unterstützen Machismo unterstützt.
Aus meiner Sicht sollten wir Erdogan auf politischer, sprich Regierungsebene, schon die Grenzen aufzeigen, aber wir sollten uns hüten, ihm in die Hände zu spielen, indem wir "die Türkei und die Türken" mit ihm gleichstellen.
Denn das ist die Botschaft, die bei vielen Deutsch-Türken ankommt, und das hilft ihm.
Und bitte, kommt nicht mit der Antwort, wenn diese Menschen die Türkei so toll finden, warum leben sie dann hier?
Wer "ausländische" Wurzeln hat, kennt diese Spaltung, besonders, wenn er/sie sich hier aus welchen Gründen auch immer nicht akzeptiert fühlt.
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Dieter Winter
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Dieter Winter » Mi 8. Mär 2017, 09:56

Sollte Deutschland nicht besser seine Soldaten aus der TR abziehen?

Es kann doch unmöglich im Interesse der Türken sein, Nazitruppen im Land zu haben. Zumindest mal keine aus Deutschland.

Die Veranstaltungen der türkischen Regierungsmitglieder schaden wohl nicht. Die Erdogan - Anhänger werden sowieso für die Verfassungsänderung stimmen, die Gegner besuchen die Propagandaevents ohnehin nicht.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Alter Stubentiger » Mi 8. Mär 2017, 11:39

Dieter Winter hat geschrieben:(08 Mar 2017, 09:56)

Sollte Deutschland nicht besser seine Soldaten aus der TR abziehen?

Es kann doch unmöglich im Interesse der Türken sein, Nazitruppen im Land zu haben. Zumindest mal keine aus Deutschland.

Die Veranstaltungen der türkischen Regierungsmitglieder schaden wohl nicht. Die Erdogan - Anhänger werden sowieso für die Verfassungsänderung stimmen, die Gegner besuchen die Propagandaevents ohnehin nicht.


Einfach nicht ernst nehmen. Man muß das verstehen. Erdogan braucht sein Präsidialsystem um den Personenkult verpflichtend für alle Türken einführen zu können. Und der Personenkult ist nötig um jede Kritik dauerhaft als Terrorismus bezeichnen zu können. Deshalb muß Erdogan es jetzt schaffen bevor die selbstgemachte Wirtschaftskrise die Brieftasche des kleinen Mannes in der Türkei erreicht. Denn dann wird der Türke unzufrieden. Und Erdogan abgewählt. Aber mit dem neuen System kann er jede Wahl verhindern und Präsident auf Lebenszeit werden. Das ist sein Ziel.

"Demokratie ist ein Zug der einen zum Ziel führt"
( Recep Erdogan)
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Zinnamon
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Zinnamon » Mi 8. Mär 2017, 16:59

Alter Stubentiger hat geschrieben:(08 Mar 2017, 11:39)

Einfach nicht ernst nehmen. Man muß das verstehen. Erdogan braucht sein Präsidialsystem um den Personenkult verpflichtend für alle Türken einführen zu können. Und der Personenkult ist nötig um jede Kritik dauerhaft als Terrorismus bezeichnen zu können. Deshalb muß Erdogan es jetzt schaffen bevor die selbstgemachte Wirtschaftskrise die Brieftasche des kleinen Mannes in der Türkei erreicht. Denn dann wird der Türke unzufrieden. Und Erdogan abgewählt. Aber mit dem neuen System kann er jede Wahl verhindern und Präsident auf Lebenszeit werden. Das ist sein Ziel.

"Demokratie ist ein Zug der einen zum Ziel führt"
( Recep Erdogan)


Aus der brandaktuellen Wahlkampfrede des türkischen Wirtschaftsministers in D

"Wer hat die Türkei zu einer internationalen Wirtschaftsmacht gemacht?!"

frenetischer Jubel des Publikums : "Erdogan!!!!!!!!!!!!!"

Die ersten neuen Tourismuszahlen sind übrigens raus. Kannst ja mal auf der letzten Seite des Wahlkampfstranges/Türkei gucken, habe verlinkt und zitiert.

:x
Zuletzt geändert von Zinnamon am Mi 8. Mär 2017, 20:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Teeernte » Mi 8. Mär 2017, 18:28

Vongole hat geschrieben:(08 Mar 2017, 00:49)

In den letzten Tagen hab ich viel diskutiert, weniger in Foren als in RL, und zwar mit türkischen Freunden, die wirklich nicht pro Edogan sind.
Und ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass diese vermeintlichen Auftrittsverbote unter vorgeschobenen Sicherheitsbedenken gleich welcher Art kontraproduktiv sind.
Das Argument meiner Freunde: "In der Türkei dürfen wir unseren Protest nicht artikulieren, das können wir nur hier beim Auftritt türkischer Politiker".
Es gibt, relativ unbemerkt von deutscher Wahrnehmung, durchaus viele türkischstämmige Menschen, die Erdogan ablehnen.
Andererseits trifft Edogan mit seiner Rhetorik hier auf viele Menschen, die sich qua mangelnder Bildung, Sprache plus Ablehnung durch die deutsche Mehrheit immer noch als Türken fühlen, als Verlierer unserer Gesellschaft.
Es gibt auch die anderen, vorwiegend junge Männer, beruflich durchaus erfolgreich, aber Erdogan zugeneigt, weil er den vom Elternhaus unterstützen Machismo unterstützt.
Aus meiner Sicht sollten wir Erdogan auf politischer, sprich Regierungsebene, schon die Grenzen aufzeigen, aber wir sollten uns hüten, ihm in die Hände zu spielen, indem wir "die Türkei und die Türken" mit ihm gleichstellen.
Denn das ist die Botschaft, die bei vielen Deutsch-Türken ankommt, und das hilft ihm.
Und bitte, kommt nicht mit der Antwort, wenn diese Menschen die Türkei so toll finden, warum leben sie dann hier?
Wer "ausländische" Wurzeln hat, kennt diese Spaltung, besonders, wenn er/sie sich hier aus welchen Gründen auch immer nicht akzeptiert fühlt.


Merkst Du selbst - wie Du Dir widersprichst ?

Hier hat keiner VORGESCHOBENE Sicherheitsbedenken.....

Es gibt, relativ unbemerkt von deutscher Wahrnehmung, durchaus viele türkischstämmige Menschen, die Erdogan ablehnen.


Es ist doch ein UNTERSCHIED ob sich
Verlierer unserer Gesellschaft
treffen,
oder doch irgendein Auslandspolitiker - den hier die MEHRHEIT...der UREINWOHNER hier - nicht mag ??
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Ger9374 » Mi 8. Mär 2017, 20:48

Die Türkei und Deutschland haben eine lange Zeit eine durchaus freundschaftliche und kooperative Zusammenarbeit gepflegt. Es ist beschämend das seit der Wahl von AKP und Erdoan dieses in Frage gestellt wird.Das geheuchel der Bundesregierung um einen E.U beitritt der Türkei tat ihr übriges.
Selbst jetzt am Scheideweg nur geheuchel!
Kein Rückrad auf Deutscher Seite zu sagen Schluss es reicht. Die Türkei hat nichts mehr zu verlieren, auch ist Wahlkampf.Nazi vergleiche dürften zeigen das diese Türkische Regierung nur provozieren will . Klare Ansage an das Türkische Volk das die BRD mit einer AKP regierten Türkei nur noch minimal Verständigung sucht. Bis zu einem Kurswechsel.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Vongole » Do 9. Mär 2017, 01:29

Teeernte hat geschrieben:(08 Mar 2017, 18:28)

Merkst Du selbst - wie Du Dir widersprichst ?

Hier hat keiner VORGESCHOBENE Sicherheitsbedenken.....



Es ist doch ein UNTERSCHIED ob sich
treffen,
oder doch irgendein Auslandspolitiker - den hier die MEHRHEIT...der UREINWOHNER hier - nicht mag ??


Wo widerspreche ich mir?
Eine Halle, in der sicher viele Veranstaltungen stattfanden, ohne Brandschutzbedenken?
Ob die Ureinwohner, wie du uns nennst, den nicht mögen, darum geht es doch gar nicht, warum sollte ich Erdogan und Konsorten mögen, oder Trump z.B.?
Trotzdem trifft sich die deutsche Regierung mit diesen Leuten, wenn auch auf anderem Parkett.
Ich schrieb über die Bedenken der Gegner Erdogans türkischer Herkunft in Deutschland, und die sind sicher keine Ureinwohner, aber Staatsbürger, die, wie du sicherlich weisst,
nicht unwesentlich zum Bruttosozialprodukt unsereres Landes beitragen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon odiug » Do 9. Mär 2017, 05:22

Jekyll hat geschrieben:(16 Dec 2016, 20:26)

Die Türkei ist viel zu groß, um in der EU nur ein kleines Rädchen unter vielen anderen zu werden. Das konnte einfach nicht gut gehen. Der EU mangelt es einfach an Größe, daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern.

Stimmt ... und solange einige Tuerken nicht verstehen wollen, dass es auf Groesse in der EU nicht wirklich ankommt, dass ein Land wie Daenemark oder sogar Luxenburg genauso wichtig ist, wie Deutschland, Frankreich oder dann eben die Tuerkei ... solange wird das wirklich nix.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Jekyll » Do 9. Mär 2017, 05:32

odiug hat geschrieben:(09 Mar 2017, 05:22)

Stimmt ... und solange einige Tuerken nicht verstehen wollen, dass es auf Groesse in der EU nicht wirklich ankommt, dass ein Land wie Daenemark oder sogar Luxenburg genauso wichtig ist, wie Deutschland, Frankreich oder dann eben die Tuerkei ... solange wird das wirklich nix.
Im Grunde sagst du etwas Ähnliches aus wie ich, wenn du die Größe eines Landes nicht von seiner räumlichen Ausdehnung abhängig machst. Das ist halt so wie bei Menschen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon odiug » Do 9. Mär 2017, 06:01

OK ... dann mal ehrlich:
So wie ich das sehe, erpresst Erdogan die Tuerken, indem er sie als Geiseln fuer seine Person missbraucht.
Opposition gegen Erdogan und seinen Kurs ist Ablehnung der Tuerkei, Misstrauen gegen alle Tuerken, ist letztlich Rassismus.
Das ist Mist!
Das ist genau das, was ihn mit Le Pen, Wilders, Hoecke, Orban, Trump, Putin und Kaczyński auf eine Stufe stellt.
Mich kotzt das an.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon JJazzGold » Do 9. Mär 2017, 07:32

Dieter Winter hat geschrieben:(08 Mar 2017, 09:56)

Sollte Deutschland nicht besser seine Soldaten aus der TR abziehen?

Es kann doch unmöglich im Interesse der Türken sein, Nazitruppen im Land zu haben. Zumindest mal keine aus Deutschland.

Die Veranstaltungen der türkischen Regierungsmitglieder schaden wohl nicht. Die Erdogan - Anhänger werden sowieso für die Verfassungsänderung stimmen, die Gegner besuchen die Propagandaevents ohnehin nicht.



Das ist jetzt der falsche Zeitpunkt. Der Abzug hätte nach dem Sprechverbot der türkischen Regierung für deutsche Politiker zu deutschen Soldaten auf türkischem Boden stattfinden müssen und damit zu einem Problem der Nato gemacht werden müssen. Würde er jetzt stattfinden, wäre er nichts anderes als ein Zeichen dafür, dass man dem geistigen Dünnschiss dieses bildungs- und erziehungsfernen türkischen Präsidenten zu viel Beachtung zollt.
God creates dinosaurs. God destroys dinosaurs. God creates man. Man destroys God. Man creates dinosaurs.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Teeernte » Do 9. Mär 2017, 20:38

Vongole hat geschrieben:(09 Mar 2017, 01:29)du sicherlich weisst,
nicht unwesentlich zum Bruttosozialprodukt unsereres Landes beitragen.


??

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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Jekyll » Fr 10. Mär 2017, 07:12

odiug hat geschrieben:(09 Mar 2017, 06:01)

OK ... dann mal ehrlich:
So wie ich das sehe, erpresst Erdogan die Tuerken, indem er sie als Geiseln fuer seine Person missbraucht.
Das ist jetzt sehr hart formuliert. Ein Machtmensch ist er aber, das ist offenkundig. Und anscheinend ist er von seinem Standpunkt sehr überzeugt. Allerdings entscheidet letztlich das türkische Volk, wer wie zu regieren hat...ob ihm hier ernstlich eine "Geiselhaft" bescheinigt werden kann, wage ich zu bezweifeln.

Opposition gegen Erdogan und seinen Kurs ist Ablehnung der Tuerkei, Misstrauen gegen alle Tuerken, ist letztlich Rassismus.
Das ist Mist!
Tut mir Leid, das habe ich jetzt nicht wirklich verstanden.

Das ist genau das, was ihn mit Le Pen, Wilders, Hoecke, Orban, Trump, Putin und Kaczyński auf eine Stufe stellt.
Mich kotzt das an.
Erdogan und Putin würde ich in diese erlauchte Liste der gruppenbezogenen Menschenhassern nicht hinzufügen (bei Kaczynski bin ich mir nicht sicher, irgendwie recht unscheinbar der Typ). Die sind eher Machtmenschen mit einem stark ausgeprägten Hang zum Pragmatismus (man beachte z. B. das Verhältnis Erdogans zu Putin und vor allem zu Trump...kein kritisches Wörtchen über die Moslem-Politik des Letztgenannten). Nicht jeder, der irgendwie autoritär rüberkommt ist gleich ein Nazi (ist Uli Hoeneß etwa einer?).
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odiug
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon odiug » Fr 10. Mär 2017, 08:56

Jekyll hat geschrieben:(10 Mar 2017, 07:12)

Das ist jetzt sehr hart formuliert. Ein Machtmensch ist er aber, das ist offenkundig. Und anscheinend ist er von seinem Standpunkt sehr überzeugt. Allerdings entscheidet letztlich das türkische Volk, wer wie zu regieren hat...ob ihm hier ernstlich eine "Geiselhaft" bescheinigt werden kann, wage ich zu bezweifeln.

Tut mir Leid, das habe ich jetzt nicht wirklich verstanden.

Erdogan und Putin würde ich in diese erlauchte Liste der gruppenbezogenen Menschenhassern nicht hinzufügen (bei Kaczynski bin ich mir nicht sicher, irgendwie recht unscheinbar der Typ). Die sind eher Machtmenschen mit einem stark ausgeprägten Hang zum Pragmatismus (man beachte z. B. das Verhältnis Erdogans zu Putin und vor allem zu Trump...kein kritisches Wörtchen über die Moslem-Politik des Letztgenannten). Nicht jeder, der irgendwie autoritär rüberkommt ist gleich ein Nazi (ist Uli Hoeneß etwa einer?).

Der Punkt ist, dass Kritik an der Politik Erdogans von diesem als Kritik an der Tuerkei, den Tuerken verkauft wird und diese das auch noch kaufen, zumindest die Tuerken, die an Ergogan glauben.
Und da reiht sich Erdogan in die von mir Genannten ein ... ohne Probleme.
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Ich habe nun eine deutsche Tastatur ... äöüß :cool:
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Zinnamon
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Zinnamon » Fr 10. Mär 2017, 09:06

odiug hat geschrieben:(10 Mar 2017, 08:56)

Der Punkt ist, dass Kritik an der Politik Erdogans von diesem als Kritik an der Tuerkei, den Tuerken verkauft wird und diese das auch noch kaufen, zumindest die Tuerken, die an Ergogan glauben.
Und da reiht sich Erdogan in die von mir Genannten ein ... ohne Probleme.


In der gestrigen Monitor Sendung wurde gezeigt, wie Erdogan während einer Rede Nein Sager zum Referendum mit Terroristen gleichsetzt.

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