EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

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Audi
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Audi » Di 31. Jan 2017, 19:32

AKP Politiker beleidigen die NATO als Terroristen.
Erdogan hat Beweise, dass USA IS unterstützt
Erdogan sagte der Westen will nur Muslime Tod sehen usw

1. Wie kann Merkel kritiklos Erdogan Unterstützung geben obwohl man zig aber tausende einsperrt oder anders beseitigt. (Man erinnere sich an pussy Riot oder chordokowsk,) Menschen 2. Klasse?
2. Wieso lässt man sich mit Flüchtlingen erpressen?
3. Wieso wird die NATO Mitgliedschaft nicht infrage gestellt?

Hat Erdogan Recht, dass die EU hinterhältig ist und nur heucheln?
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Ger9374
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Ger9374 » Di 31. Jan 2017, 23:45

Merkel hat den Flüchtlingsdeal der ihr alles verbietet abgeschlossen. Sie muss mit Erdogan zurechtkommen. Sonst geht die Party wie 2016 ab. Sie könnte es auf einen Streit mit dem Mini Adolf vom Bosporus ankommen lassen, aber sie zieht das aussitzen vor. Jeder kann sich denken was passieren wird.
:thumbup: Es gibt eine Streitkultur, der Hass gehört ganz gewiss nicht dazu :thumbup: :thumbup: :D

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Adam Smith
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Adam Smith » Mi 1. Feb 2017, 07:23

Ger9374 hat geschrieben:(31 Jan 2017, 23:45)

Merkel hat den Flüchtlingsdeal der ihr alles verbietet abgeschlossen. Sie muss mit Erdogan zurechtkommen. Sonst geht die Party wie 2016 ab. Sie könnte es auf einen Streit mit dem Mini Adolf vom Bosporus ankommen lassen, aber sie zieht das aussitzen vor. Jeder kann sich denken was passieren wird.

Der Deal sieht vor, dass Griechenland entlastet wird, weil die griechische Grenze zu Mazedonien und Bulgarien zu ist. Die griechische Grenze zur Türkei ist offen. Wenn Flüchtlinge Griechenland verlassen und in die Türkei gehen nimmt Deutschland Flüchtlinge aus der Türkei auf. Nur gibt es bisher kaum Flüchtlinge die sich Richtung Türkei bewegen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Ger9374 » Mi 1. Feb 2017, 07:35

Adam Smith hat geschrieben:(01 Feb 2017, 07:23)

Der Deal sieht vor, dass Griechenland entlastet wird, weil die griechische Grenze zu Mazedonien und Bulgarien zu ist. Die griechische Grenze zur Türkei ist offen. Wenn Flüchtlinge Griechenland verlassen und in die Türkei gehen nimmt Deutschland Flüchtlinge aus der Türkei auf. Nur gibt es bisher kaum Flüchtlinge die sich Richtung Türkei bewegen.


Wenn Erdogan die Grenzen öffnet, oder sie durchlässiger wird rechne ich mit Problemen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Wasteland » Mi 1. Feb 2017, 07:49

Audi hat geschrieben:(31 Jan 2017, 19:32)

AKP Politiker beleidigen die NATO als Terroristen.
Erdogan hat Beweise, dass USA IS unterstützt
Erdogan sagte der Westen will nur Muslime Tod sehen usw

1. Wie kann Merkel kritiklos Erdogan Unterstützung geben obwohl man zig aber tausende einsperrt oder anders beseitigt. (Man erinnere sich an pussy Riot oder chordokowsk,) Menschen 2. Klasse?
2. Wieso lässt man sich mit Flüchtlingen erpressen?
3. Wieso wird die NATO Mitgliedschaft nicht infrage gestellt?

Hat Erdogan Recht, dass die EU hinterhältig ist und nur heucheln?


Chodorkowski und Pussy Riot war Putin.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Adam Smith » Mi 1. Feb 2017, 08:05

Die Grenze zu Griechenland ist offen. Mehr öffnen geht gar nicht.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Audi » Mi 1. Feb 2017, 15:01

Wasteland hat geschrieben:(01 Feb 2017, 07:49)

Chodorkowski und Pussy Riot war Putin.

Ah das ist also der Unterschied?
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Wasteland » Mi 1. Feb 2017, 15:48

Audi hat geschrieben:(01 Feb 2017, 15:01)

Ah das ist also der Unterschied?


Ich kann dir nicht folgen. Bei Erdogan gibt's andere Beispiele (Can Dündar etc.). Chodorkowski und Pussy Riot haben nichts mit Erdogan zu tun.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Do 2. Feb 2017, 17:30

Adam Smith hat geschrieben:(01 Feb 2017, 08:05)

Die Grenze zu Griechenland ist offen. Mehr öffnen geht gar nicht.


Irgendwie paßt ihre Anmerkung aber nicht dazu, daß man Schlepper braucht, um aus der Türkei nach Griechenland zu gelangen. Die Landgrenze zu Griechenland und Bulgarien scheint dicht zu sein; andernfalls könnten Leute ja ohne zu ertrinken in die EU eindringen... geht aber nicht so leicht! Der Seeweg ist auch nicht offen; allerdings funktioniert bisher der Trick mit der Seenot. Dagegen hat die Türkei aber nach einem Vertrag mit der EU einen wirksamen Riegel vorgeschoben.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Ger9374 » Do 2. Feb 2017, 17:33

Wenn ich nachdenke , in den 90er Jahren habe ich spekuliert das die Türkei bei dem Reform Tempo
in spätestens 10 Jahren in der E.U wäre.
Das hätte auch ins Auge gehen können.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Do 2. Feb 2017, 17:36

Ger9374 hat geschrieben:(01 Feb 2017, 07:35)

Wenn Erdogan die Grenzen öffnet, oder sie durchlässiger wird rechne ich mit Problemen.


Wenn sich die EU davon überraschen ließe, dann wären bei ihr wirklich die unfähigsten Politiker im Einsatz. Fast machen Sie mich neugierig! :)
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Do 2. Feb 2017, 17:40

Ger9374 hat geschrieben:(02 Feb 2017, 17:33)

Wenn ich nachdenke , in den 90er Jahren habe ich spekuliert das die Türkei bei dem Reform Tempo
in spätestens 10 Jahren in der E.U wäre.
Das hätte auch ins Auge gehen können.


Hatte ich bis 2005 auch so gesehen und damals noch gedacht: Ja, warum denn nicht? Wer weiß heute, was danach geschehen wäre? Hätte ja auch gut gehen können. Ein Land in 10 Jahren zum Saustall regieren, das schafft auch nicht jeder!
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Adam Smith » Do 2. Feb 2017, 17:44

H2O hat geschrieben:(02 Feb 2017, 17:30)

Irgendwie paßt ihre Anmerkung aber nicht dazu, daß man Schlepper braucht, um aus der Türkei nach Griechenland zu gelangen. Die Landgrenze zu Griechenland und Bulgarien scheint dicht zu sein; andernfalls könnten Leute ja ohne zu ertrinken in die EU eindringen... geht aber nicht so leicht! Der Seeweg ist auch nicht offen; allerdings funktioniert bisher der Trick mit der Seenot. Dagegen hat die Türkei aber nach einem Vertrag mit der EU einen wirksamen Riegel vorgeschoben.

Die Flüchtlinge wollen ganz bestimmt weiter reisen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Adam Smith » Do 2. Feb 2017, 17:49

H2O hat geschrieben:(02 Feb 2017, 17:40)

Hatte ich bis 2005 auch so gesehen und damals noch gedacht: Ja, warum denn nicht? Wer weiß heute, was danach geschehen wäre? Hätte ja auch gut gehen können. Ein Land in 10 Jahren zum Saustall regieren, das schafft auch nicht jeder!

Die ersten Jahre hat Erdogan übrigens durchaus erfolgreich regiert. Danach ist er dann übergeschnappt.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Do 2. Feb 2017, 18:46

Adam Smith hat geschrieben:(02 Feb 2017, 17:44)

Die Flüchtlinge wollen ganz bestimmt weiter reisen.


Sie meinen sicher die Flüchtlinge, die derzeit in Griechenland gestrandet sind?

Klar wollen die aus der Öde der Lager heraus und eine Zukunft aufbauen; ist ja eigentlich auch sinnvoll, wenn sie denn erkennungsdienstlich eindeutig erfaßt wurden und Asylgründe ohne jeden Zweifel bestehen. Aber ohne solche Voraussetzung, das darf sich nie mehr wiederholen.

Und dann bitte auf die gesamte EU nach gerechtem Verteilungsschlüssel verteilt, und nicht nur auf Österreich, Deutschland und Schweden. Ist ja auch wieder klar, daß bösartige Zeitgenossen diese ausbleibende Solidarität bei der Lastenverteilung nutzen werden, um innere Unruhen zu schüren.

Oder meinen Sie Flüchtlinge in der Türkei? Auch das ist klar, weil ihr Überleben in der Türkei meist nur noch unter Qualen möglich ist: Oft genug berichtet. Bei erkennungsdienstlich eindeutig erfaßten Syrern kann man aus meiner Sicht darüber reden, aber nicht über die vielen anderen Flüchtlinge aus Pakistan, Afghanistan, Afrika. Da würde eine neue Welle von Flüchtlingen in die Türkei hinein schwappen.

Auf jeden Fall scheinen die Grenzen Griechenlands dicht zu sein; sicher auch unter Mitwirkung der Türkei.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Kardux » Fr 3. Feb 2017, 13:07

Adam Smith hat geschrieben:(02 Feb 2017, 17:49)

Die ersten Jahre hat Erdogan übrigens durchaus erfolgreich regiert. Danach ist er dann übergeschnappt.


Die absolute Mehrheit der türkischen Bevölkerung macht es aber erst möglich, dass er "überschnappt". Wer einem Narzissten dabei behilflich ist die Gewaltenteilung aufzuheben ist an erster Stelle für diese Entwicklung verantwortlich. Man sollte aufhören alles an einzelnen Personen festzumachen.

Die Türkei hat niemals in die sogenannte EU gepasst und wird es auch nie. Die Türkei hat eine andere Geschichte und hat keinen realen Bezug zu den griechisch-römischen bzw. christlich-jüdischen Denkern. Platon, Aristoteles, Horaz, Machiavelli, Descartes, Locke, Rousseau, Voltaire, Hobbes, Kant, Nietzsche, Lacan, Freud, Foucault, Judith Butler sind kein Teil der türkischen Kultur und haben auch niemals die türkische Gesellschaft beeinflusst. Atatürk war ein Narr der keinen realen Bezug zu "seinem" Volk hatte. Er wollte etwas Künstliches schaffen. Und heute, knapp 100 Jahre danach, bekommt er die Rechnung präsentiert...
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Sa 4. Feb 2017, 19:41

Kardux hat geschrieben:(03 Feb 2017, 13:07)

Die absolute Mehrheit der türkischen Bevölkerung macht es aber erst möglich, dass er "überschnappt". Wer einem Narzissten dabei behilflich ist die Gewaltenteilung aufzuheben ist an erster Stelle für diese Entwicklung verantwortlich. Man sollte aufhören alles an einzelnen Personen festzumachen.

Die Türkei hat niemals in die sogenannte EU gepasst und wird es auch nie. Die Türkei hat eine andere Geschichte und hat keinen realen Bezug zu den griechisch-römischen bzw. christlich-jüdischen Denkern. Platon, Aristoteles, Horaz, Machiavelli, Descartes, Locke, Rousseau, Voltaire, Hobbes, Kant, Nietzsche, Lacan, Freud, Foucault, Judith Butler sind kein Teil der türkischen Kultur und haben auch niemals die türkische Gesellschaft beeinflusst. Atatürk war ein Narr der keinen realen Bezug zu "seinem" Volk hatte. Er wollte etwas Künstliches schaffen. Und heute, knapp 100 Jahre danach, bekommt er die Rechnung präsentiert...


Warum "sogenannte" EU? Der Verein nennt sich so! Mag sein, daß 99,9% der Menschen in der EU keine Vorstellung davon haben, welche Gedanken die Geistesgrößen Ihrer langen Aufzählung bewegt haben. Ich sehe mich da auch matt gesetzt. Vielleicht ist das auch ein Grund für den beklagenswerten Zustand der EU? Da wäre es auf die paar Türken auch nicht mehr angekommen. ;) Wenn sie doch nur die Beitrittsbedingungen erfüllt hätten. Das aber wollten sie nicht, und deshalb sind sie nicht in der EU. Man kann also diese Sache völlig frei von hohem Blutdruck abhandeln. Genau so geht die Sache mit den Reiseerleichterungen. Die Bedingungen dafür sind genannt, aber nicht erfüllt. Also gibt es die Erleichterungen nicht.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Kardux » So 5. Feb 2017, 11:42

H2O hat geschrieben:Warum "sogenannte" EU?


Weil die EU zu Bröckeln beginnt und das mitunter auch daher rührt weil einzelne Staaten innerhalb der EU ihre transatlantischen Beziehungen den gesamteuropäischen Interessen vorziehen.

H2O hat geschrieben:Mag sein, daß 99,9% der Menschen in der EU keine Vorstellung davon haben, welche Gedanken die Geistesgrößen Ihrer langen Aufzählung bewegt haben. Ich sehe mich da auch matt gesetzt. Vielleicht ist das auch ein Grund für den beklagenswerten Zustand der EU? Da wäre es auf die paar Türken auch nicht mehr angekommen.


Das glaube ich eher weniger, dass Sie kein Grundwissen zu diesen Geistesgrößen haben. ;)

Abgesehen davon kann man doch nicht von einem Prozentsatz 99,9 ausgehen. Diese Geistesgrößen haben mitunter das Staatswesen und das demokratische Grundgerüst der europäischen Staaten mitaufgebaut. Diese Denker werden rauf und runter analysiert aber (ganz wichtig) auch hinterfragt an den europäischen Universitäten. Der Ottonormal-Verbraucher hat zwar nichts über Montesquieu oder Locke gelesen, weiß aber sehr wohl wie wichtig es ist deren ausgearbeites Prinzip, also die Gewaltenteilung, zu verteidigen. Diese Prinzipien haben sich über die Jahrhunderte in der europäischen Gesellschaft konsolidiert. Das war ein langwieriger Prozeß mit vielen Tiefen, wie zum Beispiel dem Aufkeimen der autokratischen Systeme in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die türkische Gesellschaft hat einen ganz anderen Bezug zu wichtigen Ereignissen der europäischen Geschichte, wie zum Beispiel der Französischen Revolution oder eben den großen europäischen Philosophen aber auch Wissenschaftlern. Erst mit Atatürk wurde der Versuch unternommen sich dieser europäischen Gesellschaft anzupassen. Er veränderte die Schrift, Sprache, Tracht, und die Sitten der türkischen Gesellschaft. Die Türken waren zwar niemals in ihrer Geschichte streng religiös, aber über Jahrhunderte hinweg war man die leitende Kraft der muslimischen Welt, sozusagen der Kopf des Islams. Das hat die türkische Gesellschaft geprägt. Der Islam und ihre führende Position in dieser Religion aber auch ihre Stellung als eine der Weltmächte. Als dies nach der Zerschlagung des Reiches verloren ging und Atatürk seine Gesellschaft ins kalte Wasser warf, war es nicht verwunderlich das die Menschen dies ohne einen Prozeß bzw. natürlichen Übergang nicht gut aufnehmen würden. Jede türkische Massenbewegung nach Atatürk nutzte den Islam um die türkischen Massen anzuwerben.

Das passt einfach nicht zu den Wertevorstellungen der Europäer. Und natürlich kommt es dann auch auf die "paar Türken" an. Es ist ja nicht so, dass die Türkei die Stellung eines baltischen Staates innerhalb der EU einnehmen würde. Man wäre, alleine wegen der Bevölkerung, mit Deutschland und Frankreich gleichgestellt.

H2O hat geschrieben:Wenn sie doch nur die Beitrittsbedingungen erfüllt hätten. Das aber wollten sie nicht, und deshalb sind sie nicht in der EU.


Genau weil die türkische Gesellschaft nicht zu dieser EU passt, haben sie die Beitrittsverhandlungen nicht erfüllt. Das ändert aber nichts an der Tatsache dass jeder Türke gerne ein Teil der EU wäre. Die Vorteile sind sehr lukrativ, sowohl wirtschaftlich als auch reisetechnisch. Der Punkt ist, dass man nur die Vorteile haben möchte ohne etwas dafür zu tun. ;)

Ihr Optimismus und Ihre Weltoffenheit in allen Ehren, aber ein muslimisches Land mit der Größe und Geschichte der Türkei hätte sich niemals in der EU integrieren können, dass merkt man schon an den türkischen Migranten die derzeit in Europa leben. ;)
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » So 5. Feb 2017, 22:12

Sicher, die für das europäische Projekt bereitgestellten Mittel sind ein hoher Anreiz sich als Europäer aus zu geben. Das sehen wir ja handfest in der EU... kassieren ohne sich weiter zu entwickeln, etwa bei der Bekämpfung der Korruption, derzeit in aller Munde Rumänien, vermutlich nicht besser Bulgarien. Vielleicht glaubten die Obertürken, daß die EU bei ihnen dann auch Gnade vor Recht ergehen ließe... wer weiß. Auf jeden Fall hat die Kanzlerin von vornherein ihre Bedenken genannt und am Ende ergebnisoffenen Beitrittsverhandlungen zugestimmt. Das Ergebnis ist derzeit so, daß ein Beitritt ausgeschlossen ist. Mehr gibt es dazu doch gar nicht zu sagen.

Es gibt nicht "die türkischen Migranten" in Europa. Die große Mehrzahl hat sich bestens in unsere Gesellschaft eingefügt. Ziemlich ärgerlich sind natürlich Zuwanderer, die hier einen Staat im Staate bilden, um Einfluß auf die Bundesregierung aus zu üben, oder in unserem Lande türkische Innenpolitik betreiben. Das geht auf Dauer nicht gut. Das Theater mit DITIB war vorhersehbar; das wollte offenbar aber kein Innenpolitiker hören. Aber jetzt ist der Schutthaufen ins Rutschen gekommen. Das Spiel ist noch nicht beendet.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Provokateur » Mi 1. Mär 2017, 12:49

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