EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

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Boraiel
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Boraiel » So 12. Mär 2017, 09:57

Teeernte hat geschrieben:(12 Mar 2017, 09:50)

Ob das die hier arbeitenden Türken gut finden ? DENEN geht es doch ans Fell ? Oder haben DIE das noch nicht gemerkt ?

Also du meinst, dass Erdogan will, dass es in Westeuropa zu Übergriffen auf Türken kommt!?
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Adam Smith
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Adam Smith » So 12. Mär 2017, 10:05

Jekyll hat geschrieben:(12 Mar 2017, 08:51)

Und in dieser Realität fehlt das völkisch-nationalistische Element völlig (immerhin redet er auch von Arabern und Kurden).

Erdogan führt in einem Nachbarland aus völkischen Gründen Krieg und redet dauernd von Turkmenen, denen er sich äusserst verbunden fühlt.
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Teeernte
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Teeernte » So 12. Mär 2017, 10:12

Boraiel hat geschrieben:(12 Mar 2017, 09:57)

Also du meinst, dass Erdogan will, dass es in Westeuropa zu Übergriffen auf Türken kommt!?


Er ist bei Abspaltung von der EU die stärkste muslimische Führungsnation - .....der Ausschluss wird ihm weitere Gefolgsstaaten akquirieren.

DAS GROSSREICH steht in greifbarer Nähe ! ....und das funktioniert nur OHNE EU.....und GEGEN die EU !

Das "GELD"/Firmen und die vielen gut ausgebildeten Türken müssen dazu ......zurück in die Türkei geholt werden....auch - damit man das WISSEN an die anderen Staaten weiter vermitteln kann.....eine TÜRKISCHE Industrie/Macht in den Arabischen Ländern aufbauen kann....

Die Türkei benötigt GENAU DA die EU nicht - und ist MÄCHTIG genug ! Eine Ausweitung der Türkischen Interessen widerspricht denen der EU....

Die Türken währen schön Blöd - sich nun der EU zu unterwerfen. Der Bruch mit der EU ist unvermeidlich und im TÜRKISCHEN INTERESSE !
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Adam Smith
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Adam Smith » So 12. Mär 2017, 10:36

Teeernte hat geschrieben:(12 Mar 2017, 10:12)
Die Türken währen schön Blöd - sich nun der EU zu unterwerfen. Der Bruch mit der EU ist unvermeidlich und im TÜRKISCHEN INTERESSE !

Ein Bruch mit der Türkei ist im Interesse aller Menschen. Die Türkei bricht ihr eigenen Gesetze und droht anderen Ländern deswegen. So etwas geht nicht.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Teeernte » So 12. Mär 2017, 10:38

Adam Smith hat geschrieben:(12 Mar 2017, 10:36)

Ein Bruch mit der Türkei ist im Interesse aller Menschen. Die Türkei bricht ihr eigenen Gesetze und droht anderen Ländern deswegen. So etwas geht nicht.


Der Eu geht es im Moment am A... vorbei..... und die Türkei wird eine Großmacht-Diktatur.

Das ist nicht im Interesse der EU - aber wir werden das erst in einem oder zwei Jahren bemerken.....
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Ammianus » So 12. Mär 2017, 11:06

Jekyll hat geschrieben:(12 Mar 2017, 08:57)

Ja, und am Ende wird Erdogan die kritisierten Länder genau dort haben, wo er sie bereits verordnet hat. Ein Wahnsinn, der bis jetzt recht gut zu funktionieren scheint.


Tja, wir leben in interessanten Zeiten. Mal sehen ob sich meine Vermutungen bestätigen. Im Endeffekt wird es für die Menschen in der Türkei eine Zeit des schlimmsten Katers nach nationalreligiösem Rausch geben.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Jekyll » So 12. Mär 2017, 11:46

Adam Smith hat geschrieben:(12 Mar 2017, 10:05)

Erdogan führt in einem Nachbarland aus völkischen Gründen Krieg und redet dauernd von Turkmenen, denen er sich äusserst verbunden fühlt.
Wie du selbst eben zitiert hast, redet er auch über Araber und Kurden. Lesen kannst du noch, oder? Wenigstens deine eigenen Beiträge inkl. Zitate?
Kahn hat es begriffen => https://youtu.be/GMnBOQAxe4c
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Adam Smith
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Adam Smith » So 12. Mär 2017, 11:52

Jekyll hat geschrieben:(12 Mar 2017, 11:46)

Wie du selbst eben zitiert hast, redet er auch über Araber und Kurden. Lesen kannst du noch, oder? Wenigstens deine eigenen Beiträge inkl. Zitate?

Er redet völkisch über Araber, Kurden und Turkmenen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon King Kong 2006 » So 12. Mär 2017, 13:46

Der ganze Hickhack zeigt doch jetzt deutlich, dass türkischer Wahlkampf in Deutschland bzw. Europa durchaus Auswirkungen auf hiesigen Wahlkampf haben kann. Siehe Wilders und AfD, oder Le Pen. Von daher ist dieser innertürkische Kampf um Sultanat oder Rechtsstaat in der EU in dieser Form durchaus deplatziert.
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Bobo » Do 16. Mär 2017, 09:53

Erdogan dürfte sich mit der erkennbar verlogenen Behauptung zum holländischen Massaker an Muslimen endgültig verzockt haben. Klar wurde ihm das vermutlich durch die Ansage, dass in Deutschland ein generelles Einreiseverbot für hochrangige türkische Politiker bei fortgesetzter Herabwürdigung Deutschlands erwogen würde. Seit dem herrscht in Richtung Deutschland relative Funkstille. Die Türken werden erkennen, dass Erdogan selbst den neuerlichen Terror in der Türkei bewusst und heraufbeschworen hat, um sich als starken Mann zu präsentieren, der er tatsächlich nicht im Ansatz ist. Das wird er auch als möglicher türkischer Sultan und "Erfinder der demokratischen Alleinherrschaft" nicht werden. Es darf zurecht daran gezweifelt werden, dass der demokratisch orientierte Teil der türkischen Bevölkerung Putin als alleiniger künftiger Gesprächspartner reichen wird. Soweit hat Erdogan die Türkei politisch bereits isoliert.

Erdogan hat den Türken nichts weiter getan, als die Türken bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen alles und jeden, der ihm gegenüber kritisch ist, aufzuhetzen, die Türkei von Europa wegzuführen und die einst in Aussicht gestandenen Visaerleichterungen für türkische Staatsbürger wird es mit völliger Gewissheit auch nicht mehr geben. Die Entwicklung im Tourismus bliebe abzuwarten. Erdogan dürfte wissen, dass er bezüglich Europa alles verspielt hat. Wirtschaftshilfen aus Deutschland gibt es vorerst auch keine mehr. Vermutlich hat er das Flüchtlingsabkommen deshalb zumindest erst einmal soweit aufgekündigt, dass die Türkei "vorerst" keine Flüchtlinge von den griechischen Inseln mehr zurücknimmt, bis die "EU" die in Aussicht gestellten Visaerleichterungen umgesetzt hat. Da das bekanntlich nicht geschehen wird, ist der türkische Wirtschaftsminister bereits dazu übergegangen, alle Kühe aus den Niederlanden verladen und außer Landes schaffen zu lassen. Demnächst wird man vermutlich alle Holzschuhe öffentlich verbrennen lassen und Puppen Made in Niederlande Einreise- und Aufenthaltsgenehmigung entziehen.

Erdogan uns dein Kabinett sind trotzige kleine Buben mit entsprechenden geistigen Kapazitäten. Es wäre für die türkische Bevölkerung weniger folgenreich einen beliebigen türkischen Kindergarten zum neuen Regierungssitz und einen Sprach unfähigen Säugling zum Präsidenten zu erklären.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Do 16. Mär 2017, 11:21

Aus meiner Sicht sollte man die Türkei nicht völlig von Europa abdrängen, sondern so gut wie irgend möglich Verbindung halten zu Kreisen, die sich Europa nahe empfinden. Wie das bei einem Gewaltmenschen wie Erdogan gehen kann, das kann ich auch nicht sagen... da muß man eben das Mögliche versuchen.

Die Türkei brodelt sicher auch weiter vor sich hin, so lange dort dieser unlösbare Gegensatz von Moderne und Mittelalter bestehen wird. Mir täte es sehr leid um meine türkischen Freunde, die ich als weltoffene und gebildete ...ja: Europäer!... kennen gelernt habe. Diese Menschen haben eine Zukunft mit Europa verdient, so lange es diese Menschen noch geben wird.

Aber klar ist auch: Mit einem ungehobelten Flegel im Amt eines Staatspräsidenten mitsamt entsprechenden Bandenmitgliedern sind freundschaftliche Beziehungen auf Staatsebene überhaupt nicht mehr vorstellbar. In der Angelegenheit würde ich auch von unseren Partnern europäische Solidarität erwarten
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Nomen Nescio » Do 16. Mär 2017, 16:47

H2O hat geschrieben:(16 Mar 2017, 11:21)

Aus meiner Sicht sollte man die Türkei nicht völlig von Europa abdrängen, sondern so gut wie irgend möglich Verbindung halten zu Kreisen, die sich Europa nahe empfinden. Wie das bei einem Gewaltmenschen wie Erdogan gehen kann, das kann ich auch nicht sagen... da muß man eben das Mögliche versuchen.

türlich, wie das muß weiß keiner.

jetzt aber höre ich daß die türkische regierung noch weiter geht. vermutlich weil die EU auch sagte daß NL absolut nicht nazistisch ist, wird jetzt gesagt daß die EU einen religionskrieg vorbereitet. natürlich durch NL geführt.

PM demirel sagte, daß dank der türkei nicht die fascisten in NL gewonnen hatten. erdogan ging sogar noch weiter (ich konnte die zwei worte deutlich hören :D ) »hee rutte, die freundschaft zwischen der türkei und NL ist vorbei«.

hat er denn noch immer angst nicht sein referendum zu gewinnen? oder ist dies schon dxer anfang vom bekannten ablenkungstaktik »ja, es geht nicht gut. das ist aber die schuld von der bösen außenwelt«.
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H2O
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Do 16. Mär 2017, 18:01

Nomen Nescio hat geschrieben:(16 Mar 2017, 16:47)

türlich, wie das muß weiß keiner.

jetzt aber höre ich daß die türkische regierung noch weiter geht. vermutlich weil die EU auch sagte daß NL absolut nicht nazistisch ist, wird jetzt gesagt daß die EU einen religionskrieg vorbereitet. natürlich durch NL geführt.

PM demirel sagte, daß dank der türkei nicht die fascisten in NL gewonnen hatten. erdogan ging sogar noch weiter (ich konnte die zwei worte deutlich hören :D ) »hee rutte, die freundschaft zwischen der türkei und NL ist vorbei«.

hat er denn noch immer angst nicht sein referendum zu gewinnen? oder ist dies schon dxer anfang vom bekannten ablenkungstaktik »ja, es geht nicht gut. das ist aber die schuld von der bösen außenwelt«.


In dem Punkt hat Erdolf die Sache auf den nämlichen gebracht: Herr Rutte verdankt vermutlich Erdolfs Ideenreichtum seinen Wahlsieg, weil Herr Rutte seinen Mitbürgern zeigen konnte, wie man Erdolfs Zumutungen zurück weist: Mit der Staatsgewalt, wenn Erdolf & Cie. sie heraus fordern.

Die Drohung mit einem Religionskrieg geht von Erdolf aus; ich habe das Gefühl, daß dieser "Krieg" schon längst ausgebrochen ist. Islamistischer Terror ist eine besonders bösartige Spielart davon; wer weiß, welche Spielart Erdolf nun vorschwebt. Aus meiner Sicht verschwimmt zunehmend der Unterschied zwischen einer Gangsterbande und einer Staatsführung! Lassen wir uns überraschen, aber bitte nicht ohne solche Szenarien sicherheitstechnisch durch zu spielen. Ich meine, daß diese Sicherheitsfragen in der EU grenzübergreifend durchgespielt werden müssen, weil auch Islamisten den Vorteil offener Grenzen bei begrenzter Polizeigewalt nutzen. Solche Szenarien sind im Koran unter dem Oberbegriff "Auswanderer" nach zu lesen, allerdings nach den Regeln des frühen Mittelalters. Man muß nur genau hinsehen und die Möglichkeiten der Jetztzeit bedenken.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Cat with a whip » Do 16. Mär 2017, 19:02

Die Türkei tritt nun offen als Agressor gegen NATO-Parter auf und droht mit dem Anzetteln eines Bürgerkriegs in EU-Ländern.
Damit hat die Türkei den Rubikon überschritten. Jetzt gehts rund.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 27821.html
„Die Türkei befiehlt, ihr könnt um etwas bitten.“
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon H2O » Do 16. Mär 2017, 20:49

Cat with a whip hat geschrieben:(16 Mar 2017, 19:02)

Die Türkei tritt nun offen als Agressor gegen NATO-Parter auf und droht mit dem Anzetteln eines Bürgerkriegs in EU-Ländern.
Damit hat die Türkei den Rubikon überschritten. Jetzt gehts rund.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 27821.html
„Die Türkei befiehlt, ihr könnt um etwas bitten.“


Der übergeordnete Gesichtspunkt NATO ist in der Tat ganz aus der Wahrnehmung gerutscht... etwa so, als ob die Türkei schon ein EU-Mitglied wäre. Verrückt!
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hyde » Do 16. Mär 2017, 21:32

Mittlerweile dürfte es sowieso nur noch darum gehen, wann die Beitrittsverhandlungen abgebrochen werden.
Die Türkei wird langfristig, ähnlich wie Russland, zu stolz sein und zu viele Großmachtsfantasien haben, um sich in einer EU unterordnen zu wollen. Schon allein deshalb sehe ich keine Perspektive.
Und auch in der EU wird man wissen, dass ein Türkei-Beitritt in den europäischen Bevölkerungen so unpopulär ist, dass ein türkischer Beitritt zum endgültigen Aus und Zerbrechen der EU führen würde. Die EU könnte dann kaum ihre Legitimation in der Bevölkerung aufrecht erhalten.
Zudem würde sich die EU mit der Türkei jemanden ins Boot holen, der vermutlich ein großer Bremser weiterer europäischer Integration wäre. Also quasi ein neues Großbritannien, bloß ärmer und noch eigenbrötlerischer.
Das kann nicht ernsthaft das Ziel der EU sein.
Daher sehe ich die Trennung tatsächlich als unvermeidlich an.

Was generell weitere EU-Beitritte angeht: Die EU wird die nächsten 10-15 Jahre genug damit beschäftigt sein, Ex-Jugoslawien bzw. den Balkan zu integrieren.

Danach sollte und muss erstmal Schluss sein, um eine Überdehnung und Überforderung zu verhindern. Für eine Integration weiterer ehemaliger Sowjetrepubliken, ob in Osteuropa oder dem Kaukasus, sehe ich in den kommenden Jahrzehnten keinen Spielraum.
Was die EU jetzt braucht, sind keine weiteren Erweiterungen, sondern eine (jahrzehnte)lange Phase der Konsolidierung
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Misterfritz » Do 16. Mär 2017, 21:36

Wurde das hier schon thematisiert?
Wenn ausländische Politiker in der Türkei auftreten wollen
Tjaaa, das sollte man der türkischen Regierung eigentlich jeden Tag mehrmals um die Ohren hauen, wann immer wenn denen mal wieder der Schaum vor dem Mund zuviel wird ...
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon elmore » Fr 17. Mär 2017, 01:12

Hyde hat geschrieben:(16 Mar 2017, 21:32)

Mittlerweile dürfte es sowieso nur noch darum gehen, wann die Beitrittsverhandlungen abgebrochen werden.
Die Türkei wird langfristig, ähnlich wie Russland, zu stolz sein und zu viele Großmachtsfantasien haben, um sich in einer EU unterordnen zu wollen.


Ich denke, sie meinten mit dem fetthervorgehobenen eher den Umstand des sich - gleichberechtigten - Einordnens.
Es ist ja ein knapp an den Tatsachen vorbeiführender Faktenschluß, dass ein Beitritt zur EU ein sich unterordnen, eine Art Unterwerfungsakt
darstellen würde, mit der Wirkung, dass diese "böse" EU dann über die Köpfe des neuen EU-Mitgliedslandes bestimmen könne oder würde.

Das ist ja eines der beliebtesten Anti-EU oder antieuropäischen Argumente, gerade von nationalistich rückwärts gewandten Populisten,
die für Ihre Länder einen EU- oder auch Euroaustritt fordern. (Selbstverständlich sind Sie mit dem Hinweis auf "Populisten" in diesem Zusammenhang
NICHT im Entferntesten gemeint). Mir war nur wichtig, darauf deutlich hinzuweisen, dass jedes EU - Mitgliedsland, auch diejenigen, die z.B. in einer nationalen und souveränen
Landesentscheidung den Euro ablehnten, durchaus Rechte haben und die derzeitige EU die nationale Souveränität jedes Landes garantiert. Sogar Vetorechte, bei all jenen Entscheidungen innerhalb der EU, wo
einstimmige Zustimmung aller EU-Länder erforderlich ist und ein einziges Land, dass sein Veto einlegt, eine gewünschte Entscheidung zu Fall bringen kann.

Was das Einordnen angeht, sollte man das besser als Bekenntnis zur EU-Charta und
ihrer Wertebasis ansehen und dem GRUNDSÄTZLICHEN Einverständnis zu demokratischen, rechtsstaatliche Strukturen.

Letztlich scheiterte die Türkei bisher vor allem an ihrem Umbau zu einem wirklichen demokratischen Rechtsstaat. Damit war
die wesentlichste Grundbedingung für einen EU-Beitritt aussen vor. Mit Unterordnung hatte das nie etwas zu tun.
Auch wenn Erdogan dieses Märchen gerne und oft verbreitet, genauso wie das auch innerhalb der EU-Staaten immer wieder
von anti-europäischen Parteien und Politikern verbreitet wird.

Gleicher unter Gleichen ist wohl zutreffender. Innerhalb einer Vorteilsgemeinschaft, die selbstverständlich nicht nur Vorteile bietet,
sondern auch Pflichten und gemeinsames solidarischen Handeln verlangt.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hyde » Fr 17. Mär 2017, 02:25

elmore hat geschrieben:(17 Mar 2017, 01:12)

Ich denke, sie meinten mit dem fetthervorgehobenen eher den Umstand des sich - gleichberechtigten - Einordnens.
Es ist ja ein knapp an den Tatsachen vorbeiführender Faktenschluß, dass ein Beitritt zur EU ein sich unterordnen, eine Art Unterwerfungsakt
darstellen würde, mit der Wirkung, dass diese "böse" EU dann über die Köpfe des neuen EU-Mitgliedslandes bestimmen könne oder würde.


Es ist schon ein Unterordnen unter ein großes Ganzes, man gibt ja auch in bestimmten Bereichen Souveränität ab, hat sich zum Beispiel EU-Recht zu unterwerfen.

Das ist ja auch der Hauptgrund, warum ein EU-Beitritt Russlands (mal unabhängig davon, dass sie EU-Standards nicht erfüllen) nicht in Frage kommt: Russland sieht sich als eigenständige Großmacht neben der EU und der USA und wäre dementsprechend nicht bereit, sich unter dem Dach der EU als "einer von vielen" einzuordnen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon elmore » Fr 17. Mär 2017, 18:46

Hyde hat geschrieben:(17 Mar 2017, 02:25)

Es ist schon ein Unterordnen unter ein großes Ganzes, man gibt ja auch in bestimmten Bereichen Souveränität ab, hat sich zum Beispiel EU-Recht zu unterwerfen.

Das ist ja auch der Hauptgrund, warum ein EU-Beitritt Russlands (mal unabhängig davon, dass sie EU-Standards nicht erfüllen) nicht in Frage kommt: Russland sieht sich als eigenständige Großmacht neben der EU und der USA und wäre dementsprechend nicht bereit, sich unter dem Dach der EU als "einer von vielen" einzuordnen.


Okay, so kann man es und wird es wohl auch von - Staaten wie RUS sowieso - neuerdings auch GB, so interpretiert oder angesehen.

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