EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 18. Jul 2017, 16:29

Der Fall zeigt eine gewisse Hilflosigkeit der Deutschen. Sie haben im Ausland nicht so viel zu melden wie sie gern denken. Das Ausland erinnert sich der Geschichte und ist froh drum.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Audi » Di 18. Jul 2017, 16:34

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(18 Jul 2017, 17:29)

Der Fall zeigt eine gewisse Hilflosigkeit der Deutschen. Sie haben im Ausland nicht so viel zu melden wie sie gern denken. Das Ausland erinnert sich der Geschichte und ist froh drum.

Deutschland erpresst sich schon fast selber... Man hat genug Daumenschrauben die aber aus angst nicht angezogen werden. Das versteht fast keiner.
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Hieronymus
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hieronymus » Di 18. Jul 2017, 20:01

Der Ruf, die "Daumenschrauben" fest anzuziehen, berücksichtigt nicht die internationale Lage - um nicht missverstanden zu werden: damit meine ich nicht das Flüchtlingsabkommen. Es muss also sorgfältig überlegt werden, welche "Daumenschrauben" wann und wie fest angezogen werden sollen. Unsere Regierung handelt klug, nichts zu überstürzen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Bobo » Do 20. Jul 2017, 09:41

Hieronymus hat geschrieben:(18 Jul 2017, 21:01)

Der Ruf, die "Daumenschrauben" fest anzuziehen, berücksichtigt nicht die internationale Lage - um nicht missverstanden zu werden: damit meine ich nicht das Flüchtlingsabkommen. Es muss also sorgfältig überlegt werden, welche "Daumenschrauben" wann und wie fest angezogen werden sollen. Unsere Regierung handelt klug, nichts zu überstürzen.


Die Regierung handelt überhaupt nicht. So hat Merkel es in Krisenfällen schon immer gehalten. Und ihre Berater geben alles, um ihre vollkommene Inkompetenz in Krisenfällen als Besonnenheit zum Vorteil von wem auch immer zu verbrämen. Tatsächlich geht's um die Wahrung wirtschaftlicher Interessen einiger weniger Profiteure, deren Geld in der Türkei hängt. So war es immer. Bei der EU- und NATO Osterweiterung. Es ging um nur und ausschließlich um Kohle, bzw. deren Umverteilung. Die Steuerzahler der EU zahlen kräftig drauf, um der Clique der Wirtschafts-Lobbyisten die Türen zum Abkassieren zu öffnen. Scheiß auf Demokratie und Wertegemeinschaft. Die EU wurde mit der Osterweiterung zum handlungsunfähigen Scheißhaufen, dem Deutschland nach England den Rücken kehren sollte. Eine andere Möglichkeit zum Erhalt der einstigen Wertegemeinschaft sähe ich weit und breit nicht. Ein Neustart mit europäischen Staaten, die nachweislich gefestigte Demokratien sind, erscheint in der heutigen Lage alternativlos. Ein Paukenschlag, der sicher auch mit wirtschaftlichen Einschränkungen verbunden sein dürfte, aber ein heilsamer. Möglicherweise führt die Aussicht auf das endgültige Ende des Zugriffs auf das europäische Füllhorn zur Einsicht der einschlägigen Diktaturen, dass es in der wirklich werteorientierten EU keinen Rückschritt in Diktaturen, schon gar nicht auf Kosten der EU-Steuerzahler gibt. Für die Türkei ist der Drops EU längst gelutscht. Alles andere wäre eine Lüge. Die EU von heute hat schon jetzt zu viel Nationalstaaten und Länder, die wieder in Diktaturen abgleiten, am Hals, der es sich konsequent entledigen sollte.

Die EU wurde von den amtierenden Politikern im Namen grenzenloser Profitgier der Wirtschaftsbosse zur Hure, welche die Beine weit spreizt, um von Diktatoren und Möchtegernsultane gevögelt zu werden. Das Absurde daran ist, die Hure bezahlt die Freier und wird vom abstrusen Regelwerk buchstäblich zum Stillhalten verurteilt, weil die Freier jede Gegenreaktion blockieren können.
Zuletzt geändert von Bobo am Do 20. Jul 2017, 09:54, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Praia61 » Do 20. Jul 2017, 09:46

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Dec 2016, 13:32)

Die Scheidung der Unions-Fraktion von Erika Steinbach ist schon länger (mindestens) ebenso fällig ...

Ist Frau Erika Steinbach Türkin ?
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Praia61 » Do 20. Jul 2017, 09:50

Hieronymus hat geschrieben:(18 Jul 2017, 21:01)

Der Ruf, die "Daumenschrauben" fest anzuziehen, berücksichtigt nicht die internationale Lage - um nicht missverstanden zu werden: damit meine ich nicht das Flüchtlingsabkommen. Es muss also sorgfältig überlegt werden, welche "Daumenschrauben" wann und wie fest angezogen werden sollen. Unsere Regierung handelt klug, nichts zu überstürzen.

Erdogan betrachtet unser behutsames Vorgehen als Schwäche.
Er wird dadurch animiert den nächsten Schritt zu tun.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 20. Jul 2017, 09:55

Bobo hat geschrieben:(20 Jul 2017, 10:41)

Die Regierung handelt überhaupt nicht.

Der Außenminister hat extra seinen Urlaub beendet und sein Körpervolumen zurück in den Amtssessel gepumpt, um den türkischen Botschafter einzubestellen. Vereinzelt ist auch von Wirtschaftssanktionen und Einreiseverboten die Rede. Viel mehr kann Deutschland nicht machen. Es kann laufende Verfahren blockieren, mit denen die Türkei irgendwo reinkommen soll - die treten überwiegend sowieso auf der Stelle. Der Schmerz ist überschaubar. Konkrete Maßnahmen, um kurzfristig die deutschen Personen freizuzwingen sind nicht verfügbar. Weder die Bombardierung von Regierungsstellen noch Kommandoeinsätze sind für Deutschland ernste Optionen, anders als größere Länder kann Deutschland sowas nicht ohne ernste Folgen wagen. Vor diesem Hintergrund ist das Getöse des Grünen-Sultans Özmir reiner Wahlkampf.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 20. Jul 2017, 09:56

schokoschendrezki hat geschrieben:(13 Dec 2016, 13:32)

Die Scheidung der Unions-Fraktion von Erika Steinbach ist schon länger (mindestens) ebenso fällig ...

Frau Steinwald wirbt doch inzwischen für die braune AfD.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon yogi61 » Do 20. Jul 2017, 10:03

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2017, 10:55)

Der Außenminister hat extra seinen Urlaub beendet und sein Körpervolumen zurück in den Amtssessel gepumpt, um den türkischen Botschafter einzubestellen. Vereinzelt ist auch von Wirtschaftssanktionen und Einreiseverboten die Rede. Viel mehr kann Deutschland nicht machen. Es kann laufende Verfahren blockieren, mit denen die Türkei irgendwo reinkommen soll - die treten überwiegend sowieso auf der Stelle. Der Schmerz ist überschaubar. Konkrete Maßnahmen, um kurzfristig die deutschen Personen freizuzwingen sind nicht verfügbar. Weder die Bombardierung von Regierungsstellen noch Kommandoeinsätze sind für Deutschland ernste Optionen, anders als größere Länder kann Deutschland sowas nicht ohne ernste Folgen wagen. Vor diesem Hintergrund ist das Getöse des Grünen-Sultans Özmir reiner Wahlkampf.


Die Bundesregierung könnte eine Reisewarnung aussprechen mit all den daraus entstehenden zivilrechtliche Auswirkungen, von der kostenlosen Stornierung bis dahin, dass Versicherungen ihre Leistungen im Verletzungs oder Todesfall nicht mehr voll oder gar nicht erbringen müssen.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon schokoschendrezki » Do 20. Jul 2017, 10:05

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2017, 10:56)

Frau Steinwald wirbt doch inzwischen für die braune AfD.

Erika Steinbach ist Mitte Januar 2017 aus der CDU ausgetreten (und damit fraktionslose Abgeordnete). Mein Beitrag war von Dezember 2016.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Pro&Contra » Do 20. Jul 2017, 10:05

yogi61 hat geschrieben:(20 Jul 2017, 11:03)

Die Bundesregierung könnte eine Reisewarnung aussprechen mit all den daraus entstehenden zivilrechtliche Auswirkungen, von der kostenlosen Stornierung bis dahin, dass Versicherungen ihre Leistungen im Verletzungs oder Todesfall nicht mehr voll oder gar nicht erbringen müssen.


Und das wäre mittlerweile angemessen.
Wenn ich nicht antworte, dann habe ich entweder keine Lust oder deine Argumente sind Unsinn.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Praia61 » Do 20. Jul 2017, 10:06

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2017, 10:56)

Frau Steinwald wirbt doch inzwischen für die braune AfD.

Ohne das Braune wäre Deutschland weniger bunt. :D
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Bobo » Do 20. Jul 2017, 10:08

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(20 Jul 2017, 10:55)

Der Außenminister hat extra seinen Urlaub beendet und sein Körpervolumen zurück in den Amtssessel gepumpt, um den türkischen Botschafter einzubestellen. Vereinzelt ist auch von Wirtschaftssanktionen und Einreiseverboten die Rede. Viel mehr kann Deutschland nicht machen. Es kann laufende Verfahren blockieren, mit denen die Türkei irgendwo reinkommen soll - die treten überwiegend sowieso auf der Stelle. Der Schmerz ist überschaubar. Konkrete Maßnahmen, um kurzfristig die deutschen Personen freizuzwingen sind nicht verfügbar. Weder die Bombardierung von Regierungsstellen noch Kommandoeinsätze sind für Deutschland ernste Optionen, anders als größere Länder kann Deutschland sowas nicht ohne ernste Folgen wagen. Vor diesem Hintergrund ist das Getöse des Grünen-Sultans Özmir reiner Wahlkampf.


Da liegst du vollkommen richtig. Die Verhafteten werden schmoren, bis Erdogan Macht im Inneren ins Wanken käme. Und das geschieht am ehesten, wenn sich die Lebensumstände für die Mehrheit spürbar verschlechtern. Der längst überfällige Schritt wäre die Einstellungen aller Zahlungen aus der EU Kasse zu den Beitrittsgesprächen Sie waren nur und ausschließlich für die Installation und Festigung demokratischer Strukturen vorgesehen. Diese demontiert Erdogan. Bereits die Ankündigung des Referendums zur Erweiterung seiner Macht hätte die Einstellung der Zahlungen nach sich ziehen müssen. Als nächstes wäre das runterfahren der wirtschaftlichen Kooperationen zu prüfen und sukzessive zu verstärken. Rüstungsgüter aus Deutschland darf es unter Erdogan überhaupt nicht mehr geben. Nicht eine Patrone! NATO oder nicht. Das Gerede zur Unterscheidung zwischen Erdogan und dem Volk ist Augenwischerei für Bildleser. Erdogan wurde durch das Volk zu dem, was er ist, also darf es die Konsequenzen auch spüren.

Das Volk beurteilt seine Präsidenten immer nach dem eigenen Wohlbefinden. Unter Erdogan wurde alles besser! Also sollten wir aufhören, dazu beizutragen, dass dieser Irrglaube länger anhält, bevor seine Macht unantastbar wird.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 20. Jul 2017, 10:27

Bobo hat geschrieben:(20 Jul 2017, 11:08)

Da liegst du vollkommen richtig. Die Verhafteten werden schmoren, bis Erdogan Macht im Inneren ins Wanken käme. Und das geschieht am ehesten, wenn sich die Lebensumstände für die Mehrheit spürbar verschlechtern.

Ob Deutschland tatsächlich die Macht hat, im Alleingang die Lebensverhältnisse in der Türkei zu verschlechtern oder der EU mitten in ihrer Konsolidierungsphase yet another trade blockade zu verkaufen, wäre eine Frage. Andererseits haben Iran, Nordkorea und Russland bisher eher nahegelegt, dass solche Projekte zwar weh tun, aber auch nicht kostenlos kommen und nicht unmittelbar erhoffte politische Änderungen herbeiführen.


Rüstungsgüter aus Deutschland darf es unter Erdogan überhaupt nicht mehr geben. Nicht eine Patrone! NATO oder nicht.

Da werden sich Frankreich, Russland, Israel & Co aber freuen. Boeing hat auch immer was.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon ThorsHamar » Do 20. Jul 2017, 10:31

yogi61 hat geschrieben:(20 Jul 2017, 11:03)

Die Bundesregierung könnte eine Reisewarnung aussprechen mit all den daraus entstehenden zivilrechtliche Auswirkungen, von der kostenlosen Stornierung bis dahin, dass Versicherungen ihre Leistungen im Verletzungs oder Todesfall nicht mehr voll oder gar nicht erbringen müssen.


Gerade eben dazu im Newticker gelesen:

Zitat n-tv: "AUSWÄRTIGES AMT VERSCHÄRFT REISEHINWEISE FÜR DIE TÜRKEI
Außenminister Gabriel teilt mit, sein Ministerium habe die Reise-Hinweise für die Türkei angepasst. Auch die Hermes-Bürgschaften für Unternehmen, die in der Türkei investieren wollen, werden überprüft. Insgesamt werde die Bundesregierung zu einer "Neuausrichtung" ihrer Türkei-Politik kommen."

Schön, dass wir so viele Erdoganfans schon in Deutschland haben.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hieronymus » Do 20. Jul 2017, 12:13

Bobo hat geschrieben:(20 Jul 2017, 10:41)

Die Regierung handelt überhaupt nicht. So hat Merkel es in Krisenfällen schon immer gehalten. Und ihre Berater geben alles, um ihre vollkommene Inkompetenz in Krisenfällen als Besonnenheit zum Vorteil von wem auch immer zu verbrämen.


Diplomatie läuft nicht immer sichtbar ab, sondern sehr viel im Hintergrund. Du kannst also das Handeln oder Nichthandeln der Regierung überhaupt nicht beurteilen! Gestern wurde der türkische Botschafter öffentlichkeitswirksam einbestellt, heute wird der Außenminister sich näher äußern. Ich erkenne also Handeln.

Tatsächlich geht's um die Wahrung wirtschaftlicher Interessen einiger weniger Profiteure, deren Geld in der Türkei hängt. So war es immer. Bei der EU- und NATO Osterweiterung. Es ging um nur und ausschließlich um Kohle, bzw. deren Umverteilung. Die Steuerzahler der EU zahlen kräftig drauf, um der Clique der Wirtschafts-Lobbyisten die Türen zum Abkassieren zu öffnen. Scheiß auf Demokratie und Wertegemeinschaft. Die EU wurde mit der Osterweiterung zum handlungsunfähigen Scheißhaufen, dem Deutschland nach England den Rücken kehren sollte.


Glaubst du wirklich, was du so daherschreibst? :s


Eine andere Möglichkeit zum Erhalt der einstigen Wertegemeinschaft sähe ich weit und breit nicht. Ein Neustart mit europäischen Staaten, die nachweislich gefestigte Demokratien sind, erscheint in der heutigen Lage alternativlos. Ein Paukenschlag, der sicher auch mit wirtschaftlichen Einschränkungen verbunden sein dürfte, aber ein heilsamer. Möglicherweise führt die Aussicht auf das endgültige Ende des Zugriffs auf das europäische Füllhorn zur Einsicht der einschlägigen Diktaturen, dass es in der wirklich werteorientierten EU keinen Rückschritt in Diktaturen, schon gar nicht auf Kosten der EU-Steuerzahler gibt.


Das ist der Fehler vieler Hobbypolitiker: sie bevorzugen Konfrontation und vernachlässigen Diplomatie und - ich nenne es mal salopp: "Dicke-Bretter-Bohren". Die Geschichte lehrt, dass die Methode der Konfrontation mehr Probleme schafft als löst.

Für die Türkei ist der Drops EU längst gelutscht. Alles andere wäre eine Lüge.


So formuliert, ist es eine "Lüge". Korrekt müsste der Satz lauten: Für die Türkei unter einem Regime Erdogan/AKP ist der Drops EU längst gelutscht!

Die EU von heute hat schon jetzt zu viel Nationalstaaten und Länder, die wieder in Diktaturen abgleiten, am Hals, der es sich konsequent entledigen sollte.


Die EU versucht mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, diese Entwicklungen abzuwehren. Als Solidargemeinschaft ist sie verpflichtet, die betroffenen Völker vor einem Abgleiten in Diktatur und Unrechtsstaat zu bewahren. Das ist einer der Vorteile der EU für Völker, denen eine solche Entwicklung droht!

Die EU wurde von den amtierenden Politikern im Namen grenzenloser Profitgier der Wirtschaftsbosse zur Hure, welche die Beine weit spreizt, um von Diktatoren und Möchtegernsultane gevögelt zu werden. Das Absurde daran ist, die Hure bezahlt die Freier und wird vom abstrusen Regelwerk buchstäblich zum Stillhalten verurteilt, weil die Freier jede Gegenreaktion blockieren können.


Du erwartest auf diesen Unsinn hoffentlich keinen detaillierten Kommentar. :rolleyes:
MfG

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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon Hieronymus » Do 20. Jul 2017, 12:17

Praia61 hat geschrieben:(20 Jul 2017, 10:50)

Erdogan betrachtet unser behutsames Vorgehen als Schwäche.
Er wird dadurch animiert den nächsten Schritt zu tun.


Mag sein. Aber da täuscht er sich, der Erdogan. Soll er doch weitere Schritte gehen, die ihn nach und nach immer mehr entlarven werden. Für Europa und Deutschland kann das nur gut sein, wenn die ansässigen Türken wenigstens langsam begreifen, wem sie zugejubelt haben.
MfG

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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon yogi61 » Do 20. Jul 2017, 12:27

ThorsHamar hat geschrieben:(20 Jul 2017, 11:31)

Gerade eben dazu im Newticker gelesen:

Zitat n-tv: "AUSWÄRTIGES AMT VERSCHÄRFT REISEHINWEISE FÜR DIE TÜRKEI
Außenminister Gabriel teilt mit, sein Ministerium habe die Reise-Hinweise für die Türkei angepasst. Auch die Hermes-Bürgschaften für Unternehmen, die in der Türkei investieren wollen, werden überprüft. Insgesamt werde die Bundesregierung zu einer "Neuausrichtung" ihrer Türkei-Politik kommen."

Schön, dass wir so viele Erdoganfans schon in Deutschland haben.


Leider hat man sich noch nicht zu einer Reisewarnung durchringen können, aber immerhin.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon ThorsHamar » Do 20. Jul 2017, 12:50

yogi61 hat geschrieben:(20 Jul 2017, 13:27)

Leider hat man sich noch nicht zu einer Reisewarnung durchringen können, aber immerhin.


Die kommt noch. Mal sehen, wie sich die Heimaturlaube meiner Nachbarn dann so gestaltet.
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Re: EU und Türkei: Die Scheidung unvermeidlich

Beitragvon ThorsHamar » Do 20. Jul 2017, 12:51

Hieronymus hat geschrieben:(20 Jul 2017, 13:17)

Mag sein. Aber da täuscht er sich, der Erdogan. Soll er doch weitere Schritte gehen, die ihn nach und nach immer mehr entlarven werden. Für Europa und Deutschland kann das nur gut sein, wenn die ansässigen Türken wenigstens langsam begreifen, wem sie zugejubelt haben.


Das wissen sie jetzt auch schon. Deshalb haben sie ihm ja zugejubelt ....

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