Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

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HugoBettauer

Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon HugoBettauer » Mo 8. Aug 2016, 19:38

JJazzGold hat geschrieben:(08 Aug 2016, 13:16)

Danke Dir, nachdem ich jetzt einen Namen habe, bin ich auch beim Münchner Merkur fündig geworden.
Mir ist es nicht verständlich, dass einem PKK Führer in Deutschland eine Videoübertragung gestattet wurde, selbst wenn es im Rahmen eines Kulturfestivals geschah. Das ist doch ein eklatanter Widerspruch zu der Einordnung der PKK als terroristische Organisation in Deutschland.

Ich bin ja auch nicht für die PKK, aber die aktive Handlung wäre hier das Verbot. Öffentliche Demonstrationen, ob nun mit Videoschalte oder sonstwie, sind nur anzeigepflichtig und ein Verbot oder eine Auflage wäre zu rechtfertigen, nicht die Demo mit Video.
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JJazzGold
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon JJazzGold » Di 9. Aug 2016, 09:49

HugoBettauer hat geschrieben:(08 Aug 2016, 20:38)

Ich bin ja auch nicht für die PKK, aber die aktive Handlung wäre hier das Verbot. Öffentliche Demonstrationen, ob nun mit Videoschalte oder sonstwie, sind nur anzeigepflichtig und ein Verbot oder eine Auflage wäre zu rechtfertigen, nicht die Demo mit Video.


Was nach wie vor die Frage aufwirft, weshalb einem PKK Führer ein Auftritt per Videozuschaltung genehmigt wurde, oder dieser unbeobachtet und unkommentiert blieb und Erdogan nicht. Letztendlich wird nach meiner Einschätzung der Unterschied im formellen Bereich gelegen haben.
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon HugoBettauer » Di 9. Aug 2016, 15:35

Das denke ich auch. Evtl war es einfach so, dass bei Erdogan eher jemand drauf kam, wer das ist und dass es ihm nicht behagt und dass der PKK-Mann unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle passierte.
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon X3Q » Di 9. Aug 2016, 15:57

JJazzGold hat geschrieben:(09 Aug 2016, 10:49)


Was nach wie vor die Frage aufwirft, weshalb einem PKK Führer ein Auftritt per Videozuschaltung genehmigt wurde, oder dieser unbeobachtet und unkommentiert blieb und Erdogan nicht. Letztendlich wird nach meiner Einschätzung der Unterschied im formellen Bereich gelegen haben.

Ich meine, die Aktion der PKK damals war eine private Veranstaltung und nicht als politische Demonstration angemeldet.

--X
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon Wasteland » Di 9. Aug 2016, 16:21

Passt dazu. Die türkische Zeitung Yeni Söz behauptet, dass der Westen die Türkei mit "künstlichen Erdbeben" bedroht.

Ausserdem schützt die jüdische Familie Rothschild die Gülen-Bewegung. :dead:

https://twitter.com/nblaser18/status/762552452189134848

https://www.facebook.com/photo.php?fbid ... =3&theater
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon Keoma » Mi 10. Aug 2016, 06:31

Ist ja auch nicht schlecht:

http://www.handelsblatt.com/politik/int ... 83744.html

"Auf Twitter schrieb Burhan Kuzu, Chefberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, über Österreichs Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ): „Verpiss dich, Ungläubiger!“ "
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon JJazzGold » Mi 10. Aug 2016, 13:34

X3Q hat geschrieben:(09 Aug 2016, 16:57)

Ich meine, die Aktion der PKK damals war eine private Veranstaltung und nicht als politische Demonstration angemeldet.

--X


Guter Gedanke, das könnte tatsächlich den Unterschied ausmachen, die Veranstaltung in Straßburg z.B. war auch eine kulturelle Veranstaltung.
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon Atheist » Mi 10. Aug 2016, 13:55

JJazzGold hat geschrieben:(10 Aug 2016, 14:34)

Guter Gedanke, das könnte tatsächlich den Unterschied ausmachen, die Veranstaltung in Straßburg z.B. war auch eine kulturelle Veranstaltung.


Private Neonazi-Festivals werden auch öfters auf gefahrenabwehrrechtlicher Grundlage aufgelöst, hier wurde jedoch nicht eingegriffen. Die Frage ist wohl eher, ob es eine Straftat ist, das Führungs- oder sonstiges Personal der PKK auf einer nichtöffentlichen Veranstaltung live zuzuschalten. Vom § 86 StGB wird es nicht erfasst. Volksverhetzungen, Aufforderungen zu Straftaten etc. scheinen wohl auch unterblieben zu sein. Vielleicht wollte man lieber beobachten, was da so vor sich geht, und Daten über die Besucher sammeln...

Der Vergleich zu Erdogan hinkt aber sowieso, weil bei Erdogan völlig andere Gründe gegriffen haben, namentlich juristisch: Versammlungsfreiheit nur für physisch Anwesende (im digitalen Zeitalter fragwürdig!); politisch: Zuständigkeit der Bundesregierung (verständlich!); ablaufbezogen: Sicherheitsbedenken (eher fragwürdig!).
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon Kardux » Mi 10. Aug 2016, 19:16

Keoma hat geschrieben:"Auf Twitter schrieb Burhan Kuzu, Chefberater des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, über Österreichs Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ): „Verpiss dich, Ungläubiger!“ "
So macht man sich Freunde.


Ja, und der türkische Außenminister bezeichnete Wien als die „Hauptstadt des radikalen Rassismus“.

Ich meine was soll man dazu genau sagen? Auf der einen Hand behaupten viele Türken das man eigentlich gar nicht an einem EU- Beitritt interessiert ist und türkische Politiker steuern ja auch in die entgegen gesetzte Richtung welche die EU vorgegeben hat, aber dann reagiert man immer so dünnhäutig wenn bestimmte EU-Staaten das aussprechen was sich wohl die Mehrheit in der EU mittlerweile denkt. Bundeskanzler Kern hat natürlich mit seiner Aussage Recht, aber ich denke das er auch irgendwo Wahlpropaganda betreibt. Die FPÖ wird nämlich immer stärker. Auf der anderen Seite wird die SPÖ mit diesen Massnahmen damit rechnen müssen das viele Österreich-Türken, die traditionell rot wählen, bei kommenden Wahlen wohl boykottieren werden. Ein Ritt auf der Rasierklinge für Bundeskanzler Kern. Ich würde aus türkischer Sicht solche Sprüche aus Wien anders aufnehmen.

Abgesehen davon wird Wien seit mehreren Jahren zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt. Davon profitieren auch Auslandstürken. Wenn Wien die Hauptstadt des radikalen Rassismus wäre, gäbe es kaum so viele türkische Idealistenvereine und Islamistenvereine (nicht unbedingt radikal-islamisch aber zum Teil fanatische AKP-Anhänger).
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon Jekyll » Mi 10. Aug 2016, 22:44

JJazzGold hat geschrieben:(10 Aug 2016, 14:34)

Guter Gedanke, das könnte tatsächlich den Unterschied ausmachen, die Veranstaltung in Straßburg z.B. war auch eine kulturelle Veranstaltung.
Ja, wirklich clever, Terrorismus unter "kultureller Veranstaltung" zu subsumieren. Das macht in der Tat ein Unterschied aus, insbesondere was die Hohlheit angeht.
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon Atheist » Mi 10. Aug 2016, 23:25

Kardux hat geschrieben:(10 Aug 2016, 20:16)

Ja, und der türkische Außenminister bezeichnete Wien als die „Hauptstadt des radikalen Rassismus“.

Ich meine was soll man dazu genau sagen?


Dass Sebastian Kurz angefangen hat und er nicht der einzige ist, der seine Gedanken undiplomatisch äußern kann. Ansonsten zurücklehnen und das Theater genießen. :D
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon Marmelada » Do 11. Aug 2016, 05:00

Lernen müsst ihr alle, das Strangthema zu beachten. Auch hier muss ich themenfremdes wegräumen.
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon Kardux » Sa 24. Feb 2018, 09:36

Nachdem die türkische Armee, das besetzte Nordkurdistan (Südostanatolien) vor drei Jahren mit Krieg und Zerstörung überzog, zeigten einige türkische Akademiker Zivilcourage und starteten eine Petition die sich gegen den Krieg richtet. Viele dieser Akademiker wurden daraufhin wegen "Terrorunterstützung" (weil man gegen Krieg ist) angeklagt. Nun wurde das Urteil für drei dieser Akademiker bekannt:

Turkey Hands Suspended Jail Sentences to Three Academics Over Kurdish Letter: Lawyers

A Turkish court sentenced three academics on Friday to suspended prison terms on terrorism charges for signing a 2016 petition calling for an end to state violence against Turkey's Kurds, two lawyers in the case said.

The three from Istanbul University, who each received suspended jail sentences of 15 months, were the first to be convicted of 148 academics now being prosecuted for signing the open letter to the Turkish government.

The three were found guilty of using the media to spread terrorist propaganda.

The letter, entitled "We will not be a party to this crime!", was published in January 2016 in reaction to months of fighting between the state and the outlawed Kurdistan Workers Party (PKK), after a 2-1/2-year ceasefire broke down in 2015.

The government put large parts of the southeast under curfew and some largely Kurdish areas were bombarded by heavy weapons.

Calling themselves "Academics for Peace", the 1,128 signatories included Turkish scholars and prominent overseas academics such as American linguist Noam Chomsky.

They said Turkey was condemning residents of towns in the southeast to hunger through the use of curfews and also called for a solution to the conflict that included talks with the Kurdish political movement.

The government says its measures were necessary to root out Kurdish militants who had dug trenches and laid explosives. The United Nations has estimated the security operations left 2,000 people dead and up to half a million displaced.

NO APPEAL PLANNED

"I do not think the verdict is lawful," said one of the lawyers who declined to be named due to the sensitivity of the issue. "What they did does not constitute a crime under terror laws. There needs to be a call to violence for it to be a crime."

The lawyer said there would not be an appeal, citing a lack of trust in the Turkish judicial system.

The trials of seven other academics who also appeared before a court on Friday were adjourned until April, the lawyers said.

The PKK, considered a terrorist organization by Turkey, the United States and the European Union, has waged a three-decade insurgency against the state that has killed more than 40,000 people.

Since a failed coup in July 2016, Turkish President Tayyip Erdogan has embarked on a large-scale crackdown that has seen more than 50,000 people arrested and some 150,000, including many academics, sacked or suspended from their jobs.

The government says its clampdown is necessary given the security threats that Turkey faces.

https://www.usnews.com/news/world/articles/2018-02-23/turkey-hands-suspended-jail-sentences-to-three-academics-over-kurdish-letter-lawyers

Diese Akademiker haben bewiesen, dass es in der Türkei auch noch Menschen gibt, die sich diesem kurdophoben Rassismus nicht anschliessen möchten.
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon tabernakel » So 25. Feb 2018, 05:41

Kardux hat geschrieben:(24 Feb 2018, 09:36) Diese Akademiker haben bewiesen, dass es in der Türkei auch noch Menschen gibt, die sich diesem kurdophoben Rassismus nicht anschliessen möchten.

Daran hätte ich auch ohne diese Akademiker nicht gezweifelt. Und auch nicht daran dass dieser Teil der Türkei unter der Entwicklung der letzten 10 Jahre am meisten leidet.
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon Nomen Nescio » So 25. Feb 2018, 07:51

tabernakel hat geschrieben:(25 Feb 2018, 05:41)

Daran hätte ich auch ohne diese Akademiker nicht gezweifelt. Und auch nicht daran dass dieser Teil der Türkei unter der Entwicklung der letzten 10 Jahre am meisten leidet.

und wieder wird ein land in der vergangenheit gestürzt. 15-20 jahre brauchte china um das ungetan zu machen.
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blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Rassismus, Fremdenfeindlichkeit & Verschwörungsmentalität in der Türkei

Beitragvon Kardux » Fr 2. Mär 2018, 13:24

Erdogan has released the genealogy of thousands of Turks – but what is his motive?

In 2003, the Armenian newspaper Agos, whose editor Hrant Dink was assassinated outside his office in 2007, reported that the Turkish government was secretly coding minorities in registers.

Only in Turkey is the identity of a citizen a matter of national security. That’s why the population registry in Ankara was until now a closed book, its details a state secret. Mustafa Kemal Ataturk’s definition of “Turkishness” was “anyone who is attached to the Turkish state as a citizen”. Turks came from a clear ethnic identity, untainted by racial minorities or doubtful lineage. That’s one reason why the Nazis lavished praise on Ataturk’s republic, their newspapers mourning his death in black-bordered front pages.

After all, as Hitler was to ask in several newspaper interviews – and to his generals before he invaded Poland – who now remembers the Armenians? Ataturk had supposedly inherited an Armenian-free Turkey, just as Hitler intended to present his followers with a Jew-free Europe. The Armenian genocide of 1915 – denied by the Turkish government today – destroyed a million and a half Christian Ottoman citizens in the first industrial holocaust of the 20th century. Almost the entire Armenian community had been liquidated. Or had it?

For the stunned reaction of Turks to the sudden and unexpected opening of population registers on an online genealogy database three weeks ago was so immediate and so vast that the system crashed within hours. Rather a lot of Turks, it turned out, were actually Armenians – or part-Armenians – or even partly Greek or Jewish. And across the mountains of eastern Anatolia – and around the cities of Istanbul, Izmir, Erzurum, Van and Gaziantep and along the haunted death convoy routes to Syria, ancient ghosts climbed out of century-old graves to reassert their Armenian presence in Turkish history. For the registry proved that many of them – through their families – were still alive.

Until now, for at least two decades – at least before Sultan Erdogan’s post-coup autocracy – thousands of Turks spoke freely, albeit in private, about their ancestry. They knew that amid the mass slaughter and rape of the Armenians, many Christian families sought sanctuary in conversion to Islam, while tens of thousands of young Armenian women were given in marriage to Turkish or Kurdish Muslim men. Their children grew up as Muslims and regarded themselves as Turks but often knew that they were half-Armenian. Tens of thousands of Armenian orphans were placed in Muslim schools, forced to speak Turkish and change their names. One of the largest schools was in Beirut, organised for a time by one of Turkey’s leading feminists who wrote of her experience and was later to die in America.

The Armenian diaspora – the 11 million Armenians living outside Turkey or Armenia itself, and who trace their ancestry back to the survivors of the 1915 genocide – were the first to understand the significance of the newly-opened population registers, noting that some information dated back to the early 1800s. Up to four million Turkish citizens were reported to have sought access to their family tree within 48 hours – which is why the system crashed – and in the days since it was re-established, according to retired statistician and Armenian demographer George Aghjayan, eight million Turks have requested their pedigrees. That’s 10 per cent of the entire Turkish population.

The documents can be vague. And they are not complete. There are examples of known Armenian ancestors listed as Muslim without reference to their origin. The names shown for those known to have converted during the 1915 genocide are Muslim names – but the Christian names of their parents are also shown. There will always be discrepancies and unknown details. Many Ottoman registrars did not give accurate details of birthdays: Turkish officials might travel to a village once a month and simply list its newborn under the date of their visit. There are still centenarians alive in Lebanon and Syria, for example, who all possess the same birth date, whatever their origin.

So why has Turkey released these files now? Erdogan is quoted to have once complained that Turks were “accused of being Jews, Armenians or Greeks”. Tayfun Atay, a columnist for the Turkish newspaper Cumhuriyet, wrote that he was “advised in a friendly matter not to admit that I am a Georgian…What about those who risk learning that they are of Armenian ancestry or a convert? Just think: you think you are a red-blooded Turk but turn out to be a pure-blood Armenian.”

Journalist Serdar Korucu told Al-Monitor that “if they had done this a few years ago when we were [becoming more tolerant], conspiracy theories would not have been as strong as today, when the state believes we are in a struggle for existence. This is how Turkey reinvigorates the spirit of the Independence War” – to inspire patriotism and pro-government thinking.

In 2003, the Armenian newspaper Agos, whose editor Hrant Dink was assassinated outside his office in 2007, reported that the Turkish government was secretly coding minorities in registers: Greeks were one, according to the paper. Armenians were two. Jews were three. Korucu recalled how the director of the Turkish Historical Society threatened minorities in 2007. “Don’t make me angry. I have a list of converts I can reveal down to their streets and homes.” The director later became a politician in the rightist Nationalist Action Party.

Ethnic Armenian columnist Hayko Bagdat placed this in a story he told the Al-Monitor website – including an individual family tale which might be humorous if it was not so charged with tragedy. “During the 1915 genocide, along with mass conversions, there were also thousands of children in exile…The society is not yet ready to deal with this reality.” Imagine, Bagdat said, that Lutfi Dogan, who had served as Turkey’s director of religious affairs, was the brother of someone who was the Armenian patriarch, Sinozk Kalustyan.

“Kalustyan, who returned to Turkey from Beirut in 1961, was remembered as a saint in the Turkish Armenian Patriarchate and as someone who had served in the most difficult times after 1915. During the genocide, his mother sent the children away and converted to Islam. Later she married [a man called] Dogan, who was of high social standing, and had two girls and a boy. The boy was Lutfi Dogan. When the mother, who was then with the Nationalist Action Party…died, his uncle came in priest garb from Beirut to attend the funeral. Nobody could say anything.”

This predicament was eloquently conveyed in Fethiye Cetin’s memoir of her grandmother, a respected Muslim housewife in the small Turkish town of Maden, who revealed to her granddaughter that she was Armenian. Most of the men in her village were slaughtered, Seher (her real Armenian name was Heranus) said. A Turkish gendarme had adopted her. Fethiye Cetin, a human rights lawyer who acted for the soon-to-be-murdered Hrant Dink, posted her grandmother’s death announcement in Dink’s paper, Argos: “Heranus lost her entire family and never saw them again,” she wrote. “She was given a new name, to live in a new family. She forgot her mother tongue and her religion…she never ever forgot her name, her village, her mother, her father…She lived until the age of 95.” Relatives in America read the death notice and Heranus’ sister – still alive – called Cetin in Istanbul. A family reunited.

Perhaps two million Turks have Armenian grandmothers. But they are supposed to believe that the genocide never happened.

http://www.independent.co.uk/voices/turkey-race-armenian-recep-tayyip-erdogan-generlogy-family-trees-ethnicity-a8234346.html
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