Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

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Der Neandertaler
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Der Neandertaler » So 17. Jul 2016, 14:12

Hallo Boraiel.
Boraiel hat geschrieben:[Genau, deswegen habe ich ja auch gesagt, dass die Nacht von Freitag auf Samstag, egal ob das nun so geschieht oder ob der Putsch erfolgreich gewesen wäre, das Ende einer in Anfängen freiheitlichen Demokratie in der Türkei war.
Schenk dem Mann doch mal jemand ein Wörterbuch. Langsam wird's nämlich langwelig!

Der Putsch richtete sich gegen die Demokratie - STIMMT! Der Ausgang des Putsches (und die Folgen der Erdogan'schen Säuberungen) ist aber keineswegs (zwangsläufig) "das Ende einer in Anfängen freiheitlichen Demokratie in der Türkei" - das Volk will es ja so ... oder billigt es zumindest in seiner Mehrheit. Also sind diese Maßnahmen sehr wohl demokratisch! Demokratie: demos = Volk - kratie = Herrschaft - kann man also weitgehend als Wille des Volkes übersetzen.
"Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, daß Sie Ihre Meinung frei äußern können." (Voltaire)
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Frank_Stein
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Frank_Stein » So 17. Jul 2016, 14:19

Boraiel hat geschrieben:(17 Jul 2016, 14:35)

Doch das können wir, allerdings nicht, wenn Leute wie du immer das Gegenteil propagieren.
Türken, die in Deutschland leben, oder Deutsche mit türkischen Migrationshintergrund muss man eine Entscheidung abverlangen, die Entscheidung, ob man Teil der türkischen oder deutschen Gesellschaft sein will.
Dazu muss man sie drängen, Abschaffung einer doppelten Staatsbürgerschaft, Einstufung der AKP (und ggf. anderer) als terroristischer Vereinigung, usw. und wer dann Teil der türkischen Gesellschaft sein will, aber in Deutschland lebt, mit vielen Benachteiligungen, Gefängnis (z.B. bei Unterstützung der AKP) rechnen, wohingegen es anderen "Türken" hier gut ergeht.



Ich will nicht ein System, das wohl den Terrorismus des IS lange Zeit zumindest durch Nichtstun geduldet hat - durch ein anderes System ersetzen, das
die Freiheit seiner Bürger einschränkt. Mir gefällt nicht, das Erdogan die Türken in Deutschland für sich nutzen will, um hier Politik zu machen.
Aber was will man machen? So wie ich - nach Sachsen auswandern, wenn einem das nicht gefällt?
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Frank_Stein » So 17. Jul 2016, 14:22

Der Neandertaler hat geschrieben:(17 Jul 2016, 15:12)

Hallo Boraiel.Schenk dem Mann doch mal jemand ein Wörterbuch. Langsam wird's nämlich langwelig!

Der Putsch richtete sich gegen die Demokratie - STIMMT! Der Ausgang des Putsches (und die Folgen der Erdogan'schen Säuberungen) ist aber keineswegs (zwangsläufig) "das Ende einer in Anfängen freiheitlichen Demokratie in der Türkei" - das Volk will es ja so ... oder billigt es zumindest in seiner Mehrheit. Also sind diese Maßnahmen sehr wohl demokratisch! Demokratie: demos = Volk - kratie = Herrschaft - kann man also weitgehend als Wille des Volkes übersetzen.



Du bist sehr voreilig- wir wissen noch nicht, wo diese "Säuberung" enden wird - und ob jene, die heute Erdogan unterstützen, das morgen auch noch tun, wenn sie selbst oder eigene Bekannte und Verwandte der Säuberung zum Opfer gefallen sind.
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Boraiel
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Boraiel » So 17. Jul 2016, 14:26

Der Neandertaler hat geschrieben:Ach wie schön einfach war es doch zu Zeiten des "Kalten Krieges"! Wir, die Guten, gegen die da, die Roten ... die Bösen! Man, wo lebst Du?
... unter welchem Stein bist Du hervorgekrochen?

Stein? Wenn du so willst bin ich von den Sternen hinabgestiegen und aus meiner Mutter herausgeflutscht .. ;)
Aber an dich gefragt, warum versteckst du dich hinter Steinen und kannst nicht aufrecht stehen? :?
Der Neandertaler hat geschrieben:Du möchtest alle Andersdenkende, die uns ja Böses antun könnten, ausweisen, übersiehst (oder verkennst) dabei aber die Realitäten.

Das gilt nur für Nichtdeutsche Staatsangehörige oder solche mit zwei Staatsangehörigkeiten. Selbstverständlich will ich diese los werden. Sie sind aber sollten nicht Problem dieses Landes sein.
Der Neandertaler hat geschrieben:Wie vielfach betont, ist in Nach-"Kalten Kriegs"-Zeiten und der ständig wachsenden Globalisierung eine strikte Abgrenzung vollkommen unrealistisch.

Globalisierung kann und sollte gestaltet werden von der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland. Wenn wir z.B. gerade in Südeuropa hohe Arbeitslosenzahlen haben, was hindert uns daran den Import von Textilien aus dem Ausland zu verbieten? Hunderttausende Jobs würden aus Bangladesh, Vietnam, Indien etc. nach Europa zurückverlagert werden. Textilien würden wohl treuer werden, aber durch den Einsatz fortgeschrittender Technologie würde die Herstellung auch effizienter und vor allem bleibt das Geld, was wir jährlich dafür ausgeben, im Land bzw. auf dem Kontinent.
Der Neandertaler hat geschrieben:Wir (Europa und die EU) benötigen die Türkei, die NATO benötigt sie ebenso. Aber auch die Türkei braucht die EU (weil: sie möchte ja Visafreiheit für ihre Bürger) und ebenso braucht sie die NATO - die Türkei könnte sich wohl nicht ausreichend gegen ... etwa Russland verteidigen.

Jetzt hast du schön geschrieben, warum die Türkei uns braucht. Mir ist allerdings nicht klar, warum ich, warum wir die Türkei brauchen.
Der Neandertaler hat geschrieben:Eine "My-home-is-my-castle"-Mentalität ist wohl nicht mehr angebracht.

Doch absolut, Reiche setzen darauf weltweit, weil es eben funktioniert. Sag das mal dem Villenbesitzer, Sicherheitstechnik etc. ist nicht angebracht, weil Globalsierung und wir müssen offen nach allen Seiten sein. :D
Der Neandertaler hat geschrieben:Dies ist es wohl auch, was dazu beigetragen hat ... was die EU gezwungen hat, mit der Türkei ein Flüchtlingdeal abzuschließen ... abschließen mußte - weil etwa die Visegrád-Staaten eine Wagenburgmentalität an den Tag legten und sich so jedem Kompromis versagten.

Realitätsverlust? Diese Staaten haben richtig gehandelt, der Flüchtlingsdeal ist auch keine gute Lösung, sondern man muss einfach niemanden mehr ins Land lassen. Das war gestern die Lösung und ist heute die Lösung.
Ich lehne es ja gar nicht ab, sich in berechtigten Fällen solidarisch zu verhalten, ich finde es z.B. richtig, wenn Deutschland Syrer, weil ich die Verantwortung für die dortigen Ereignisse nicht in erster Linie den Syrer zuschreiben kann, aufgenommen hätte. Aber in begrenzter Zahl sagen wir 50.000 -100.000 und ein Querschnitt aus der Bevölkerung, wenn nicht besonders Ältere, Frauen und Kinder.
Der Neandertaler hat geschrieben:Russland benötigt genauso Europa, wie umgekehrt. Wohin sollte Russland sonst sein Gas zu einem ansehnlichen Preis verkaufen?
... nach China?

Ja, z.B. Russland, Europa, die USA, China, Indien sind Gebiete, die aufgrund ihrer Größe, der Vielzahl an Ressourcen, dem technologischen Niveau, was sie alleine erreichen, aber auch recht autark und in Abgrenzung zu anderen bleiben können, wobei Europa und Russland insbesondere profitieren, wenn durch Europa das technologische Niveau in Russland erhöht wird und im Gegenzug dafür Ressourcen von dort nach Europa kommen.
Der Neandertaler hat geschrieben:Wohin eine Abschottung führt, kann man sehr gut etwa an Nordkorea sehen. Sogar Nordkoreas engster Verbündeter China ist nicht immer vollkommen mit Mondgesichts USA- und Südkoreas-Reizungen einverstanden - dessen Großmanssucht ist sogar Peking ein Dorn im Auge. Eine Abschottung kann und wird sich zeitweise zu Imponiergehabe auswirken ... wird sich narzisstisch auswirken.

Nordkorea ist aufgrund seiner geringen Größe dringend auf China (und früher die Sowjetunion) angewiesen. Cuba konnte nach dem Zusammenbruch des Ostblock nicht so weiter machen, sondern musste sich dem Westen öffnen.
Auch die Bundesrepublik kann sich nicht gänzlich von aller Welt abschirmen, das würde zu Zuständen wie in Nordkorea während der Hungerjahre führen. Die USA können sowas mit Sicherheit, genauso wie es Europa gemeinsam kann. Selbst Frankreich würde ich deutlich bessere Chancen als der BRD geben, wenn es sich vom Rest der Welt abschirmen wollen würde.
Zuletzt geändert von Boraiel am So 17. Jul 2016, 14:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Boraiel » So 17. Jul 2016, 14:29

Der Neandertaler hat geschrieben:(17 Jul 2016, 15:12)

Hallo Boraiel.Schenk dem Mann doch mal jemand ein Wörterbuch. Langsam wird's nämlich langwelig!

Der Putsch richtete sich gegen die Demokratie - STIMMT! Der Ausgang des Putsches (und die Folgen der Erdogan'schen Säuberungen) ist aber keineswegs (zwangsläufig) "das Ende einer in Anfängen freiheitlichen Demokratie in der Türkei" - das Volk will es ja so ... oder billigt es zumindest in seiner Mehrheit. Also sind diese Maßnahmen sehr wohl demokratisch! Demokratie: demos = Volk - kratie = Herrschaft - kann man also weitgehend als Wille des Volkes übersetzen.

Und deswegen habe ich für dich freiheitlich noch mal unterstrichen. Gern geschehen. :p
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Boraiel » So 17. Jul 2016, 14:37

theo hat geschrieben:(17 Jul 2016, 15:19)

Ich will nicht ein System, das wohl den Terrorismus des IS lange Zeit zumindest durch Nichtstun geduldet hat - durch ein anderes System ersetzen, das
die Freiheit seiner Bürger einschränkt. Mir gefällt nicht, das Erdogan die Türken in Deutschland für sich nutzen will, um hier Politik zu machen.
Aber was will man machen? So wie ich - nach Sachsen auswandern, wenn einem das nicht gefällt?

Natürlich kannst du nach Sachsen auswandern, dass hilft dir ganz persönlich, dagegen ist nichts einzuwenden. Aber wenn wir als Gesellschaft keine fünfte Kohorte Erdogans im Land haben wollen, müssen wir dagegen halt mit repressiven Maßnahmen vorgehen, wie gesagt z.B. Einstufung der AKP als terroristische Vereinigung.
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Frank_Stein » So 17. Jul 2016, 14:40

Boraiel hat geschrieben:(17 Jul 2016, 15:37)

Natürlich kannst du nach Sachsen auswandern, dass hilft dir ganz persönlich, dagegen ist nichts einzuwenden. Aber wenn wir als Gesellschaft keine fünfte Kohorte Erdogans im Land haben wollen, müssen wir dagegen halt mit repressiven Maßnahmen vorgehen, wie gesagt z.B. Einstufung der AKP als terroristische Vereinigung.


Die fünfte Kohorte Erdogans haben wir bereits im Land - aber einen rechtsstaatlichen Weg, das zu beseitigen, sehe ich nicht. Also bleibt einem nur, selbst den Rückzug anzutreten.
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Boraiel » So 17. Jul 2016, 15:01

theo hat geschrieben:(17 Jul 2016, 15:40)

Die fünfte Kohorte Erdogans haben wir bereits im Land - aber einen rechtsstaatlichen Weg, das zu beseitigen, sehe ich nicht. Also bleibt einem nur, selbst den Rückzug anzutreten.

Das ist mir bewusst, aber wieso sollte die EInstufung der AKP als terroristische Vereinigung und das polizeiliche Vorgehen gegen die Unterstützer dieser nicht funktionieren?
Man muss einfach glasklar deutlich machen, dass dies kein Weg ist der in Deutschland funktioniert, es aber sehr wohl andere Wege für die betreffenden Personen gibt.
Das kann man durch eine Vielzahl weitere repressiver, aber rechtsstaatlicher Maßnahmen erweitern, z.B. das Aufhängen der türkischen Flagg (und weiterer ausländischer Flaggen) unter Strafe stellen im öffentlichen Raum.
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Ebiker » So 17. Jul 2016, 15:03

Dann dürfte es keine offiziellen Staatsbesuche türkischer Politiker mehr geben, unmöglich
Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Hemisphäre verlassen, um in der nördlichen Hemisphäre einzufallen. Und sie werden sie erobern, indem sie sie mit ihren Kindern bevölkern.
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Atheist » So 17. Jul 2016, 15:05

Boraiel hat geschrieben:(17 Jul 2016, 15:26)


Globalisierung kann und sollte gestaltet werden von der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland. Wenn wir z.B. gerade in Südeuropa hohe Arbeitslosenzahlen haben, was hindert uns daran den Import von Textilien aus dem Ausland zu verbieten?


Die Weltgeschichte (Protektionismus --> Weltwirtschaftskrise 1929).

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/g ... e-1.472621
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Weltregierung » So 17. Jul 2016, 15:08

Boraiel hat geschrieben:(17 Jul 2016, 16:01)

Das ist mir bewusst, aber wieso sollte die EInstufung der AKP als terroristische Vereinigung und das polizeiliche Vorgehen gegen die Unterstützer dieser nicht funktionieren?


Weil wir in einem Rechtsstaat leben und man nicht nach eigenem Gutdünken Organisationen als terroristische Vereinigung einstufen kann. In der Türkei unter Führer Erdogan mag sowas möglich sein, in Deutschland aber nicht.
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon frems » So 17. Jul 2016, 15:10

Boraiel hat geschrieben:(17 Jul 2016, 16:01)
Das kann man durch eine Vielzahl weitere repressiver, aber rechtsstaatlicher Maßnahmen erweitern, z.B. das Aufhängen der türkischen Flagg (und weiterer ausländischer Flaggen) unter Strafe stellen im öffentlichen Raum.

Dann sind auch die Autobahnen wieder in einem besseren Zustand.
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Atheist » So 17. Jul 2016, 15:12

Boraiel hat geschrieben:(17 Jul 2016, 16:01)

Das ist mir bewusst, aber wieso sollte die EInstufung der AKP als terroristische Vereinigung und das polizeiliche Vorgehen gegen die Unterstützer dieser nicht funktionieren?


Warum ist die AKP eine terroristische Vereinigung?

Definition und Unterschied zur kriminellen Vereinigung

Terrorismus ist nach der Definition der Verfassungsschutzbehörden der nachhaltig geführte Kampf für politische Ziele, die mit Hilfe von Anschlägen auf Leib, Leben und Eigentum anderer Menschen durchgesetzt werden sollen, insbesondere durch schwere Straftaten, wie sie in § 129a Absatz 1 Strafgesetzbuch genannt sind, oder durch andere Straftaten, die zur Vorbereitung solcher Straftaten dienen.[3]

Von der kriminellen Vereinigung unterscheidet sich die terroristische Vereinigung nicht nur in der Schwere der Straftaten und damit verbunden im Strafmaß (siehe Bildung terroristischer Vereinigungen gem. § 129a StGB), sondern auch, indem sie zusätztlich ideologische Ziele verfolgt.


https://de.wikipedia.org/wiki/Terrorist ... ereinigung
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Boraiel » So 17. Jul 2016, 15:14

Weltregierung hat geschrieben:(17 Jul 2016, 16:08)

Weil wir in einem Rechtsstaat leben und man nicht nach eigenem Gutdünken Organisationen als terroristische Vereinigung einstufen kann. In der Türkei unter Führer Erdogan mag sowas möglich sein, in Deutschland aber nicht.

Das macht man auch nicht nach Gutdünken, sondern am besten mit parlamentarischen Mehrheitsbeschluss. Irgendwelche Begründungen findet man da bzgl. der AKP ohne Weiteres, man muss ja nur mal das Vorgehen gegen den Kurden nennen.
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Atheist » So 17. Jul 2016, 15:15

frems hat geschrieben:(17 Jul 2016, 16:10)

Dann sind auch die Autobahnen wieder in einem besseren Zustand.


Da gäbe es auch noch allerhand künstlich angelegte Gewässer, die saniert werden könnten. Nach fast einem Jahrhundert besteht da jedenfalls Handlungsbedarf.
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Der Neandertaler » So 17. Jul 2016, 15:15

Hallo Atheist.
Atheist hat geschrieben:Warum ist die AKP eine terroristische Vereinigung?
Weil Boraiel es in seiner Welt eben so haben will!
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Atheist » So 17. Jul 2016, 15:19

Boraiel hat geschrieben:(17 Jul 2016, 16:14)

Das macht man auch nicht nach Gutdünken, sondern am besten mit parlamentarischen Mehrheitsbeschluss. Irgendwelche Begründungen findet man da bzgl. der AKP ohne Weiteres, man muss ja nur mal das Vorgehen gegen den Kurden nennen.


Hehehe. Wo wir mal wieder beim Rechtsstaat und bei der Demokratie wären... :D

Hast dir wohl Sultan Erdi zum Vorbild genommen!?
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Weltregierung » So 17. Jul 2016, 15:20

Boraiel hat geschrieben:(17 Jul 2016, 16:14)

Das macht man auch nicht nach Gutdünken, sondern am besten mit parlamentarischen Mehrheitsbeschluss. Irgendwelche Begründungen findet man da bzgl. der AKP ohne Weiteres, man muss ja nur mal das Vorgehen gegen den Kurden nennen.


Nein, das macht man nicht mit parlamentarischem Mehrheitsbeschluss basierend auf "irgendwelchen Begründungen", sondern das überlässt man der Justiz (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__129a.html).
Falls Du Beweise hast, dass die in §129a genannten Kriterien für einen terroristische Vereinigung auf die AKP zutreffen, kann ich Dir nur raten, diese den Strafverfolgungsbehörden mitzuteilen.

Gegen die Kurden geht davon abgesehen nicht die AKP vor, sondern die türkische Regierung.
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Boraiel » So 17. Jul 2016, 15:28

Weltregierung hat geschrieben:(17 Jul 2016, 16:20)

Nein, das macht man nicht mit parlamentarischem Mehrheitsbeschluss basierend auf "irgendwelchen Begründungen", sondern das überlässt man der Justiz (https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__129a.html).
Falls Du Beweise hast, dass die in §129a genannten Kriterien für einen terroristische Vereinigung auf die AKP zutreffen, kann ich Dir nur raten, diese den Strafverfolgungsbehörden mitzuteilen.

Gegen die Kurden geht davon abgesehen nicht die AKP vor, sondern die türkische Regierung.

Wer auch immer das macht, ob der Verfassungsschutz, Richter, der europäische Ministerrat, es sollte getan werden.
Der Neandertaler hat geschrieben:Hallo Atheist.Weil Boraiel es in seiner Welt eben so haben will!

Auch richtig. So kommt vieles zustande. Weil Menschen es so wollten.
Atheist hat geschrieben:
Hehehe. Wo wir mal wieder beim Rechtsstaat und bei der Demokratie wären... :D

Hast dir wohl Sultan Erdi zum Vorbild genommen!?

Vorbild ist am ehesten Mr. Jefferson (<-- siehe Avatarbild) :)
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Re: Wie sollte sich das Ausland angesichts des Untergangs der türkischen Republik verhalten?

Beitragvon Der Neandertaler » So 17. Jul 2016, 15:37

Hallo Atheist.
Atheist hat geschrieben:Hast dir wohl Sultan Erdi zum Vorbild genommen!?
Ich glaube noch nichtmal, daß er das Wort Vorbild überhaupt kennt! Geschweige denn - er hat ja noch nicht mal Grundkenntnisse, was Rechtststaat bedeutet. Rechtsstaat bedeutet nämlich nicht zwangsläufig das Gegenteil von Linksverkehr.

Boraiel - Nachhilfe:
zur Einstufung einer "terroristischen Vereinigung" oder zu einer "Kriminellen Vereinigung" - was eh schon ein Unterschied ist, gibt es festdefinierte Regeln im Strafgesetzbuch - dazu braucht es keinen "parlamentarischen Mehrheitsbeschluss"
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