Wirtschaft Türkei

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Zinnamon
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Zinnamon » Do 9. Mär 2017, 11:32

Wasteland hat geschrieben:(09 Mar 2017, 11:28)

Putler und Erdolf sind zwei vom selben Schlag, das ist alles.


Aber Erdolf hat die grössere Prise Duterte. Gewonnen!

:D
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Wasteland » Do 9. Mär 2017, 13:25

Zinnamon hat geschrieben:(09 Mar 2017, 11:32)

Aber Erdolf hat die grössere Prise Duterte. Gewonnen!

:D


Meinst du? Ich mein Putin hat auf jeden Fall mehr Journalisten auf dem Gewissen. Bei Erdolf sitzen sie nur im Knast ( na gut, bei Putin auch) und kriege gegen Minderheiten im eigenen Land haben sie beide auf dem kerbholz. Wobei diese daran mitschuldig sind(Tscherschenen-Islamisten& PKK). Scheisse, warum muss es immer kompliziert sein? :|

Aber ich habe ja hier bereits von der üblichen Seite gelernt das Putin weniger schlimm ist weil der uns kulturell näher steht und Russen Alkohol trinken. Das ist es was gut und böse ausmacht. :|
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Zinnamon
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Zinnamon » Do 9. Mär 2017, 13:34

Wasteland hat geschrieben:(09 Mar 2017, 13:25)

Meinst du? Ich mein Putin hat auf jeden Fall mehr Journalisten auf dem Gewissen. Bei Erdolf sitzen sie nur im Knast ( na gut, bei Putin auch) und kriege gegen Minderheiten im eigenen Land haben sie beide auf dem kerbholz. Wobei diese daran mitschuldig sind(Tscherschenen-Islamisten& PKK). Scheisse, warum muss es immer kompliziert sein? :|

Aber ich habe ja hier bereits von der üblichen Seite gelernt das Putin weniger schlimm ist weil der uns kulturell näher steht und Russen Alkohol trinken. Das ist es was gut und böse ausmacht. :|


Das war von meiner Seite aus bloss nen Scherzken. ;)

Erdogan hat meines Wissens nach auch noch nichts annektiert. Ich weiss nicht die Zahlen, was Journalisten unter Putin angeht. Aber Erdogan liegt immerhin noch vor China, was mich auch wunderte. Das wurde in letzter Zeit von verschiedenen seriösen Medien so kolportiert. Wobei die Zahl verhafteter Journalisten meist mit 150, einmal mit 140 angegeben wurde. Desweiteren war die Rede von 3000 Berufsverboten. Bezogen auf die Türkei, die genauen Zahlen für China wurden nicht genannt.
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Wasteland » Do 9. Mär 2017, 13:40

Zinnamon hat geschrieben:(09 Mar 2017, 13:34)

Das war von meiner Seite aus bloss nen Scherzken. ;)

Erdogan hat meines Wissens nach auch noch nichts annektiert. Ich weiss nicht die Zahlen, was Journalisten unter Putin angeht. Aber Erdogan liegt immerhin noch vor China, was mich auch wunderte. Das wurde in letzter Zeit von verschiedenen seriösen Medien so kolportiert. Wobei die Zahl verhafteter Journalisten meist mit 150, einmal mit 140 angegeben wurde. Desweiteren war die Rede von 3000 Berufsverboten. Bezogen auf die Türkei, die genauen Zahlen für China wurden nicht genannt.


Ich bin mir sicher das es für China überhaupt keine verlässlichen zahlen gibt.
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Zinnamon » Do 9. Mär 2017, 13:55

Wasteland hat geschrieben:(09 Mar 2017, 13:40)

Ich bin mir sicher das es für China überhaupt keine verlässlichen zahlen gibt.


Das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Auch die Todesstrafe könnte hier eine Rolle spielen, dass einfach keiner mehr den Mund aufmacht.. .
Dorthin steuert allerdings auch die Türkei, falls das Referendum durchgeht und beispielsweise missliebige Meinungen als Unterstützung von Terroristen oder gleich Terroristentum gewertet würde und falls das ein Grund für die Todesstrafe wäre.

Naja, mal sehen, wohin die Reise geht. Dass es aber zu weniger Verhaftungen in Zukunft kommen könnte, wenn das Referendum durchgeht, halte ich für durchaus möglich. Insofern ist auch die Zahl inhaftierter Journalisten nicht aussagekräftig, wenn man die Umstände bedenkt, unter denen es geschieht.

Auch die aktuelle Gesetzeslage ist ja bereits so, dass, wenn es auch nur für U-Haft langt, man völlig legal unter fragwürdigen Haftbedingungen bis zu einem halben Jahrzehnt auf seine Verhandlung warten darf. Auch die Zahl der verhafteten Journalisten in der Türkei dürfte vllt sogar deutlich höher sein als sie jetzt ist, wenn dem nicht so wäre. Natürlich trauen sich J. mehr zu schreiben, wenn sie dafür nicht u.U. ein halbes Jahrzehnt inhaftiert sind, bevor man sie vllt sogar freispricht oder auch nicht .
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon immernoch_ratlos » Do 9. Mär 2017, 15:58

Warum auch ein eigentlich "trockenes Thema" wie "Wirtschaft Türkei" mindestens seltsame Beiträge hervorruft ist nur schwer zu verstehen.

Dabei ist doch mit nüchterner und vorbehaltloser Betrachtung klar - "Hängen im Schacht".

Hier einige Anmerkungen die allesamt seit Beginn 2017 zu finden sind :
Welt N24 hat geschrieben:Keine Währung hat 2017 so viel verloren wie die Türkische Lira. Investoren verlieren das Vertrauen in Erdogan. Der Lira-Absturz könnte dem Land, das am Rande einer Rezession steht, den Rest geben.

Die gesamte Volkswirtschaft ist hoch verschuldet, zum großen Teil in harten Devisen. Allein die auf Dollar lautenden Verbindlichkeiten belaufen sich auf 307 Milliarden ($), in Euro kommen noch mal Schulden in Höhe von 69 Milliarden hinzu.

So hatte Erdogan im Dezember seine Landsleute aufgefordert, ihre Dollar-Bestände als Geste des Patriotismus in Türkische Lira zu wechseln. Zu Beginn folgten die Bürger dem Aufruf. Fast eine halbe Milliarde Dollar tauschten sie binnen weniger Tage.

Doch inzwischen ist der Trend gekippt. Die Menschen flüchten verstärkt aus der Lira und schichten in Dollar um, den sie für stabiler und sicherer halten.

Während Erdogan auf das Referendum hinarbeitet, nimmt die Geldentwertung immer mehr zu. Schon im Dezember lag die offizielle Inflationsrate bei 8,5 Prozent. Mit dem fortgesetzten Lira-Verfall, der ausländische Produkte verteuert, könnte die Teuerung 2017 leicht auf zweistellige Werte springen.


Quelle FAZ (2016.08.20) hat geschrieben:Ein Gesetz, das vor einem Jahr verabschiedet wurde, gibt dem Staat das Recht, von Personen, bei denen diese Straftatbestände vorliegen, Eigentum zu beschlagnahmen. Davon macht der Staat umfangreich Gebrauch. Es begann am 3. August, als zu Beginn der Jagd auf Gülen-nahe Unternehmer in Konya das Vermögen von 119 Personen beschlagnahmt wurde. Nicht bekannt ist, wie viele der bislang 40000 festgenommenen Personen ebenfalls ihr Privatvermögen verloren haben. Bekannt sind lediglich Einzelfälle wie die des Journalisten Ali Ünal. Der Staat beschlagnahmte selbst das Bankkonto für seine behinderte Tochter, mit der sie ihr Leben finanzieren sollte.

.....Eine Erklärung, was solche Unternehmen mit dem Putsch zu tun haben, liegt bis heute nicht vor. Verfolgt werden nicht nur Unternehmen, sondern auch gewöhnliche Kunden der Bank Asya, die bis zu ihrer Zerschlagung ebenfalls zum Umfeld der Bewegung gehört hatte. Betroffene ziehen eine Parallele zum Jahr 1915, als das Vermögen der verfolgten Armenier beschlagnahmt und unter Türken verteilt wurde.

Heute werden die beschlagnahmten Vermögen unter Anhängern der AKP verteilt. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte, bislang habe der Staat 4.262 Wirtschaftseinheiten, von Krankenhäusern über Medien bis Universitäten, übernommen. Als Ziel hatte Erdogan ausgegeben, die Verbindungen der Gülen-Bewegung in die Geschäftswelt zu kappen sowie ihre Vermögen zu kassieren. Bis jetzt, so Erdogan, sei erst die Spitze des Eisbergs gefasst worden.
Doch wer der "bösen westlichen Presse" wenig vertraut, kann sich beim "türkischen Statistical Institute" die November 2016 Zahlen ansehen :
Quelle : turkstat.gov hat geschrieben:Labour Force Statistics, November 2016
Unemployment rate realized as 12,1%

The number of unemployed persons aged 15 years old and over realized as 3 million 715 thousand persons with 590 thousand persons increased in the period of November 2016 in Turkey compared with the same period of the previous year. The unemployment rate was 12.1% with 1.6 percentage point increase. In the same period, non-agricultural unemployment rate was 14.3% with 1.9 percentage point increase. While youth unemployment rate including persons aged 15-24 was 22.6% with 3.5 percentage point increase, the unemployment rate for persons aged 15-64 occurred as 12,3% with 1.6 percentage point increase.
Offensichtlich ist die derzeit herrschende Kaste, in jedes "Fettnäpfchen" einzusteigen was irgendwo herumsteht.

Schuld an der Misere ist selbstverständlich der Feind von "außen" - u.a. "ausländische Investoren als "Wirtschaftsterroristen", deren Ziel es sei, die türkische Wirtschaft lahmzulegen." Ansonsten übt die "Adalet ve Kalkınma Partisi" schon mal Wagenburg und Islamisierung des Landes. Ob der "Rest" der türkischen Bevölkerung mit diesem Verlauf einverstanden ist - ein "lokaler" Bürgerkrieg gibt es ja schon ? Wenig tröstlich :
Quelle : SZ (2016.10.28) hat geschrieben:Überall werden Waffen verteilt. Steht die Türkei kurz vor dem Bürgerkrieg?
Die Osmanische Einheit ist eine recht neue Organisation. 2009 gegründet, wurde sie bekannt, als sie die Redaktion der Tageszeitung Hürriyet nach den Wahlen vom 7. Juni 2015 angriff und verwüstete. Sie benennt ihre Ziele deutlich: "Religiöse Generationen heranziehen; einen am Koran orientierten Lebensstil wiederbeleben; sich für die Wiedereinführung des Kalifats einsetzen; die Hagia Sophia wieder als Moschee eröffnen" und so fort.

Die Pro-Regierungs-Journalisten unterstützen diesen Trend eifrig. Abdullah Sanlidag, ein Kolumnist der antisemitischen und antiwestlichen Tageszeitung Yeni Akti, schreibt: "Habt keine Angst vor diesem Staat! Denn er weiß genau, wer getötet werden muss."
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Bobo » Fr 10. Mär 2017, 08:46

Wasteland hat geschrieben:(09 Mar 2017, 11:28)

Putler und Erdolf sind zwei vom selben Schlag, das ist alles.



Okay.
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon yogi61 » Fr 10. Mär 2017, 10:06

Türkei-Urlaub? : Viele Deutsche sagen: Nein, danke!

Vor allem die Deutschen meiden das einst so beliebte Reiseziel. Bei den Frühbuchungen gab es einen Rückgang um 58 Prozent.

Der Niedergang setzte im Jahr 2016 (- 30%) ein.

Die Flaute ist für die Regierung Erdogan eine Katastrophe. Der Umsatz in der Tourismus-Branche brach 2016 um acht Milliarden Euro ein. Vom Niedergang der Türkei profitieren Spanien und die griechischen Inseln (Kos: 182 % mehr Buchungen).

Die Ursachen liegen in der Gewalt in der Türkei: der Militäreinsatz gegen die Kurden, der Selbstmordanschlag in Istanbul im Januar 2016, der blutige Putschversuch im Juli 2016, weitere Terroranschläge auf Flughäfen und die Touristenregionen am Mittelmeer, aktuell die Inhaftierung des deutschen Journalisten Deniz Yücel, die Hass-Attacke auf „Nazi-Deutschland“ durch Präsident Erdogan.


http://www.msn.com/de-de/finanzen/top-s ... id=SL5MDHP

Selbst den deutschen Schnäpchenjägern ist die Sache inzwischen nicht mehr geheuer.
Two unique places, one heart
https://www.youtube.com/watch?v=Ca9jtQhnjek
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon immernoch_ratlos » Fr 10. Mär 2017, 11:27

Welche "Beweggründe" halten nicht nur dt. Touristen von Reisen in die Türkei ab ?

Vordergründig geht es um die möglichen Gefährdungen die sich aus (türkischen) innerstaatlichen, seit Jahren gewaltsamen Auseinandersetzungen ergeben. Wer schon bei relativ geringer Bedrohung im eigenen Land, wenig rational reagiert, wird wohl kaum in einem Land Urlaub mit der Familie machen wollen, wo es allein durch die bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen mit einer Ethnie in ~25 Jahren wenigstens 45.000 Tote sowohl auf der "aufständischen Seite", als auch beim türkischen Militär, Polizei und Geheimdiensten gegeben hat.

Seit Beginn des selbsternannten "Islamischen Staates", der innerstaatlichen Kämpfe Iraks und dem syrischen Bürgerkrieg, finden zunehmend Terrorakte dieser höchst unübersichtlichen Parteien, auch auf türkischem Gebiet statt.

"Neuerdings" verändert sich die Türkei zunehmend von einer "hoffnungsvollen Demokratie" in eine Einparteiendiktatur mit einer gut bekannten Clique an der Spitze. Ein Vorgang, der massiv auch und gezielt auf das eigene dt. Territorium übertragen wird. :mad:

Wer da annimmt, Tourismus, würde davon nicht beeinträchtigt, lebt ganz offensichtlich in eine "alternativen - faktenfreien Parallelwelt". Selbst politisch wenig aktiven Menschen fällt auf, dt. Soldaten auf türkischem Staatsgebiet (ein Natostützpunkt) "dürfen" zumindest zeitweise nicht von ihren Bundestagsabgeordneten besucht werden. Andererseits fordern türkische Regierungsvertreter im Ministerrang, "freien Zugang" für höchst bedenkliche Wahlveranstaltungen auf dt. Territorium (wobei sie eigene türkische Gesetze gezielt missachten).

Wer möchte sich da noch freiwillig in den Machtbereich einer nahezu vollständigen Diktatur begeben, wo u.U. in den nächsten Wochen eventuell mit innerstaatlichen Auseinandersetzungen in großem Ausmaß zu rechen ist ? Die Türkei ist durch die Umwandlung in einen islamischen Staat, im Inneren zutiefst gespalten. Mutmaßlich kriminelle werden aus den Gefängnissen entlassen um Platz für politische Gefangene zu machen. Polizei und Justiz werden gezielt von allen die den verbleibenden Rechtsrahmen "verteidigen" könnten, mit den Mitteln und den Begründungen einer Diktatur, nicht nur aus ihren Ämtern entfernt, sondern ohne rechtliche Handhabe in die von Kleinkriminellen geräumten Gefängnisse verschleppt. Ohne jede Aussicht auf rechtsstaatliche Mittel der Verteidigung.

Dort hin WILL selbst die Masse der weitgehend unpolitischen Touristen schlich nicht mehr reisen. Das wird für lange Zeit so bleiben und im Umfang noch zunehmen.

Das Verhalten der türkischen Staatsangehörigen auf dt. Territorium - dieses unsinnige sich in den Vordergrund drängen - wird auch im Inland zu verstärkter Ablehnung führen. Die Parallelen zu den politischen Auseinandersetzungen um Asylbewerber, Flüchtlinge und illegal nach D Einreisende, könnte "Pate" stehen, für die zukünftige Auffassung gegenüber dieser Gruppe. Besonders, die Tatsache, das auch "Zweistaatler" geradezu exemplarisch unter den türkischstämmigen Deutschen, sich in den politischen Vordergrund rücken, wird jede Menge "politischen Porzellan" zerschlagen.

Keine andere Migrantengruppe (neben Asylbewerbern, Flüchtlingen und illegal nach D Einreisende) konnte bislang soviel Aufmerksamkeit erregen. Zum ausschließlichen Nutzen der meist Rechtsaußen Gruppierungen. Indem solche Gruppierungen wenig "integratives" Verhalten an den Tag legen, wird die Ablehnung - auch und besonders ihrer Herkunftsländer befördert.

Sehr schade, ich selbst habe die Türkei und besonders Türken in anderer und durchaus sympathischer Erinnerung. Doch würde ich jetzt in die Türkei reisen wollen - hinein in ein innenpolitisches Klima mit Aussicht auf einen eventuellen Bürgerkrieg ? Wohl eher nicht...
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon DieBananeGrillt » Sa 11. Mär 2017, 00:02

Die türkische Wirtschaft basiert zum großen Teil auf Tourismus in den Urlaubsgebieten.
Kein Wunder, das Erdogan nun nach Putin wandert, um wieder die Russen als Touristen zu gewinnen.
Wo sollen die nun auch Urlaub machen, auf der Krim ?
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Boracay » Sa 11. Mär 2017, 09:17

DieBananeGrillt hat geschrieben:(11 Mar 2017, 00:02)

Die türkische Wirtschaft basiert zum großen Teil auf Tourismus in den Urlaubsgebieten.


So ein Schwachsinn. Einfach mal den Wiki Artikel Wirtschaft Türkei durchlesen und staunen.
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 11. Mär 2017, 23:40

ich habe mal eine frage die an sich mit JA oder NEIN beantwortet werden kann. die erklärung wäre vermutlich ausgebreitet.

stimmt es daß erdogans wirtschaftsboom abgeflautet ist oder daß sogar von einer wirtschaftskrise rede ist?
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Wasteland » So 12. Mär 2017, 02:11

Nomen Nescio hat geschrieben:(11 Mar 2017, 23:40)

ich habe mal eine frage die an sich mit JA oder NEIN beantwortet werden kann. die erklärung wäre vermutlich ausgebreitet.

stimmt es daß erdogans wirtschaftsboom abgeflautet ist oder daß sogar von einer wirtschaftskrise rede ist?


Das habe ich auch gehört. Was ich definitiv weiss ist, dass die Lira starker Inflation unterliegt.

Vermutlich setzt er daher immer mehr auf die Nationalismuskarte....Damit kann man die Menschen immer verarschen.
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon JJazzGold » So 12. Mär 2017, 07:32

Nomen Nescio hat geschrieben:(11 Mar 2017, 23:40)

ich habe mal eine frage die an sich mit JA oder NEIN beantwortet werden kann. die erklärung wäre vermutlich ausgebreitet.

stimmt es daß erdogans wirtschaftsboom abgeflautet ist oder daß sogar von einer wirtschaftskrise rede ist?


Im letzten Jahr schrumpfte die Wirtschaftsleistung, die Währung verlor drastisch an Kaufkraft und die Arbeitslosenrate lag bei ca. 12%. Die Frage kann mit “ja“ beantwortet werden. Von einer Wirtschaftskrise würde ich allerdings nicht reden.
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Mär 2017, 11:45

JJazzGold hat geschrieben:(12 Mar 2017, 07:32)


Im letzten Jahr schrumpfte die Wirtschaftsleistung, die Währung verlor drastisch an Kaufkraft und die Arbeitslosenrate lag bei ca. 12%. Die Frage kann mit “ja“ beantwortet werden. Von einer Wirtschaftskrise würde ich allerdings nicht reden.

:thumbup:
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Keoma » So 12. Mär 2017, 12:48

Vielleicht führt ein wirtschaftlicher Abstieg zur Erkenntnis, dass man den Koran nicht essen kann.
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon elmore » So 12. Mär 2017, 14:56

Keoma hat geschrieben:(12 Mar 2017, 12:48)

Vielleicht führt ein wirtschaftlicher Abstieg zur Erkenntnis, dass man den Koran nicht essen kann.


Zumindest ist die EU, besonders D, ein ganz essentieller Handelspartner, für die Türkei.
Größter Exportmarkt für die Türkei ist die EU (ca. 40 Mrd. USD in 2014), als einzelnes Exportland türkischer Waren und Dienstleisungen
steht Deutschland an erster Stelle (ca. 14 Mrd. USD in 2014) der 10 wichtigsten Exportländer.

Im Gegensatz dazu ist Deutschland von den 10 wichtigsten Importländern an dritter Stelle, hinter RUS und CHINA,
von denen das Land mehr als doppelt soviele Importe bezieht wie von D.

Signifkant ist ausserdem, dass besonders RUS gegenüber die Handelsbilanz der Türkei enorm negativ ist,
Verhältnis von Import (=ca.25 Mrd. USD) zum Export nach RUS (ca. 6,5 Mrd. USD). Gegenüber China
dürfte das Verhältnis wohl noch gravierdender negativ sein, da CHINA nicht unter den zehn wichtigsten Exportländern
der Türkei zu finden ist.

Siehe hier eine tabellarische Aufstellung der zehn wichtigsten Import- und Exportländer der Türkei:
https://www.bpb.de/internationales/europa/tuerkei/187249/handelspartner

Die Türkei hat(te) schon länger eine sehr negative Handelsbilanz, importiert weitaus mehr aus dem Ausland,
als sie exportiert. Verhältnis Importe (250 Mrd. USD) zu Exporten (100 Mrd. USD) ist sehr ungleich,
verbesserte sich aber insbesondere aufgrund des Wegfalls von Handelsbeschränkungen (Zölle, Einfuhrerleichterungen usw.) in den EU-Raum
in den letzten Jahren, deutlich.

Es dürfte aber mittlerweile nicht mehr sehr aufwärts gehen, vor allem im letzten Jahr brach der Wachstumsboom der türkischen Wirtschaft
ein. Besonders der Rückgang im Tourismus, der etwa 15% der gesamten Wirtschaftsleistung ausmacht, ging wohl um ca. 30% in 2016 zurück.
Die Frühbucher-Quote für 2017 bei deutschen Touristen zeigt einen Rückgang von 58%. Allerdings weiss ich nicht, welches Vergleichsjahr hier
herangezogen wurde. Wenn es das ohnehin schon negative Jahr 2016 war, sind diese Einbrüche natürlich noch drastischer.
Deutsche Türkei - Touristen machen anteilig wohl den größten Einzelländer-Anteil für den türkischen Tourismus aus. Ca. 3,6 Mio.
je Jahr.

Hier vielleicht noch einige andere Zahlen, die das Verhältnis oder auch die durchaus nicht so unwichtige und intakte Partnerschaft
für die Türkei gegenüber der EU wiederspiegelt und auch die manchmal etwas machohaft überhöhte Bedeutung und wirtschaftliche Macht
der Türkei in ein realistisches Verhältnis bringt:

Stand der Bevölkerungszahlen ist 2011 für EU28, sonst 2014. Stand der BIP-Zahlen ist 2015, basierend auf den Schätzungen des IWF, als Währung ist der USD zugrundegelegt

EU 28: Gesamteinwohnerzahl (2011): 508 Mio. Einwohner - Gesamtes BIP (2015): ca. 17.000 Mrd. USD
Türkei: " (2014) ca. 80 Mio. - " (2015): ca. 750 Mrd. USD
Niederlande (2014) ca. 17 Mio. " (2015) ca. 750 Mrd. USD
Deutschland (2014) ca. 82 Mio. " (2015) ca. 3.300 Mrd. USD
Rußland inc. Krim (2014) ca. 146 Mio. " (2015) ca. 1.350 Mrd. USD

Positiv an der Türkei ist ihre SEHR niedrige Staatsverschuldung von ca. 35%, davon können alle EU-Länder (ausser Norwegen) nur träumen.
Es war eine enorme Leistung der Türkei, ihre Staatsverschuldung von Anfang 2000 mit über 80% Verschuldungsquote so weit zu reduzieren.

Negativ ist wiederum ihr enormes Handelsbilanzdefizit. Die Türkei steht mit F etwa gleich auf mit ca. -64 Mrd. USD auf der Liste der 20 Länder
mit dem höchsten Handelsbilanzdefizit weit vorne. Übertroffen wird die Türkei nur von Indien, dem UK (2016) sogar mit ca. -204 Mrd. USD Defizit,
gemessen an der Größe des Landes, und natürlich dem unangefochtenem Spitzenreiter USA mit seinem astronomischen Handelsbilanzdefizit (2015) von über -800 Mrd. USD.

Deutschland weist als einer der "Exportweltmeister" einen Überschuß in 2016 von ca. +260 Mrd. USD aus. Die Niederlande ca. +64 Mrd. USD.

Weil das auch angesprochen wurde: Die Währungsverluste der neuen türkischen Lira…hier gegenüber dem EURO im Zeitraum von 2012 bis Anfang 2017:

2012 musste man für 1 EUR ca. 2.3 türk. LIRA bezahlen, Anfang 2014 ca. 3,2 LIRA, bis Anfang 2015 erholte sich der LIRA-Kurs gegenüber dem EURO etwas,
und stieg wieder auf ca. 2.7 LIRA je EURO, fiel dann bis Anfang 2016 wieder auf ca. 3,3 LIRA / je EUR und brach dann bis Anfang 2017 massiv ein auf
aktuell zeitweise über 4.1 LIRA je EURO.

Man kann also pauschal sagen, allein innerhalb der letzten 12 Monate verlor die neue türk. LIRA ca. 25% an Wert gegenüber dem EURO.
Von 2012 bis 2017 verlor die türk. LIRA sogar gut 50% ihres Wertes gegenüber dem EURO.
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Nomen Nescio » So 12. Mär 2017, 16:55

elmore hat geschrieben:(12 Mar 2017, 14:56)

Man kann also pauschal sagen, allein innerhalb der letzten 12 Monate verlor die neue türk. LIRA ca. 25% an Wert gegenüber dem EURO.
Von 2012 bis 2017 verlor die türk. LIRA sogar gut 50% ihres Wertes gegenüber dem EURO.

danke !

ich erinnere mich die vielen devaluationen von frankreich. die weise wie das in den vergangenen jahren in der türkei verlief ähnelt die sehr. von frankreich erinnere ich mich noch daß vor 1958 (antoine pinay + de gaulle) dauernd das wort »deflation« fiel.
droht das möglicherweise bei der türkei ?
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Wasteland » So 12. Mär 2017, 17:09

Keoma hat geschrieben:(12 Mar 2017, 12:48)

Vielleicht führt ein wirtschaftlicher Abstieg zur Erkenntnis, dass man den Koran nicht essen kann.


Genau daher kann es sehr lehrreich sein wenn Islamisten an die Macht kommen. Denn wenn die sich nicht liberalisieren und eine moderne Wirtschaftspolitik betreiben, was immer mit einer Öffnung der Gesellschaft einher geht, dann fahren sie ihr Land an die Wand und werden gestürzt oder abgewählt.
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Re: Wirtschaft Türkei

Beitragvon Eiskalt » So 12. Mär 2017, 21:26

Nomen Nescio hat geschrieben:(12 Mar 2017, 11:45)

:thumbup:


Jetzt müssten wir ihm eigentlich nur noch den Rest geben.
Memento mori
-Römisches Sprichwort

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