Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

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Abensberg
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Abensberg » Di 15. Dez 2015, 11:03

Blickwinkel » Mo 14. Dez 2015, 22:18 hat geschrieben:
Tja, da wäre doch eine Wiederbelebung des Nato-Russlands-Rates nützlich oder der Petersburger Dialog. Aber Washington blockt da ab und unterbindet auch jeden Versuch der dt. Regierung nach einem Dialog. Warum nur machen die das nicht, um den irren Iwan zu stoppen?

Wann fliegt der islamistische erdogan aus der nato um den irrsinn zu stoppen
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Blickwinkel
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Blickwinkel » Di 15. Dez 2015, 11:49

Abensberg » Di 15. Dez 2015, 12:03 hat geschrieben:Wann fliegt der islamistische erdogan aus der nato um den irrsinn zu stoppen


Warum sollte er denn rausfliegen? Er macht doch alles richtig, aus Sicht Washingtons. Er kriegt eher einen Orden für herausragende Leistung. Das ist übrigens keine Satire.
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon zollagent » Di 15. Dez 2015, 11:59

Blickwinkel » Di 15. Dez 2015, 11:49 hat geschrieben:
Warum sollte er denn rausfliegen? Er macht doch alles richtig, aus Sicht Washingtons. Er kriegt eher einen Orden für herausragende Leistung. Das ist übrigens keine Satire.

Eher die Verkündung einer recht schrägen Weltsicht. :p
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » Fr 25. Dez 2015, 23:23

Es soll signifikante Hackerangriffe auf türkische Einrichtungen gegeben haben.

Türkei: Hacker-Attacken auf Banken

In der Türkei sind Banken und öffentliche Institutionen Opfer großangelegter Cyberattacke geworden. Lokale Medien spekulieren, die Cyberangriffe würden von Russland oder der Hackergruppe Anonymus gesteuert.

"Die Hackerangriffe sind schwerwiegend", sagte ein Sprecher des türkischen Internetanbieters Turk Telekom am Freitag. Die Banken Isbank, Garanti und Ziraat Bank bestätigten die Attacken. Es gebe vereinzelt Störungen von Kreditkarten-Transaktionen. Schon seit zwei Wochen komme es immer wieder zu Angriffen auf IT-Systeme, die Intensität habe in den vergangenen zwei Tagen aber extrem zugenommen. Offizielle Angaben gab es dazu nicht.

http://www.dw.com/de/türkei-hacker-attacken-auf-banken/a-18942465


Sicher wird sich Moskau dazu nicht äußern. Die Leute von Anonymus schon.

"Operation ISIS"

Anonymous erklärt Türkei den Krieg

Das Hacker-Kollektiv Anonymous hat der Türkei den Krieg erklärt. Weil die Regierung den IS unterstütze, hat dias Hacker-Kollektiv die digitale Infrastruktur des Landes ins Visier genommen. Doch was bringt so eine Kriegserklärung?

http://www.stern.de/panorama/weltgesche ... 18786.html


Russland stellt Zusammenarbeit mit Türkei auf rechtlichem Gebiet ein © AP Photo/ Emrah Gurel

Das Ministerkabinett Russlands wird Präsident Wladimir Putin vorschlagen, die Türkei über die Einstellung der Zusammenarbeit in den Bereichen Zivil-, Handels- und Strafrecht in Kenntnis zu setzen. Die entsprechende Verordnung hat das Internet-Portal für Rechtsinformationen veröffentlicht.

Das Kabinett bittet Putin, den vom Justizministerium der Russischen Föderation vorgelegten Vorschlag zu befürworten, „der türkischen Seite eine Benachrichtigung über die Absicht der Russischen Seite zu schicken, nicht Teilnehmer des Vertrages zwischen der Russischen Föderation und der Republik Türkei über gegenseitigen Rechtsbeistand in Zivil-, Handels- und Strafsachen zu werden, der in Ankara am 15. Dezember 1997 unterzeichnet wurde“, heißt es in dem Dokument.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/politik/20151 ... z3vNE7m5R5


Russland spielt die Kurdenkarte. Natürlich müssen sich "die Kurden" auch darauf einrichten, daß sie von Russland in der Frage Türkei vermutlich nur instrumentalisiert werden. Zumal Damaskus, Bagdad und Teheran sich das genau anschauen, was Moskau da veranstaltet. In diesem aktuellen Kontext zielt es einfach auf Ankara. Ich kann mir nicht vorstellen, daß da etwas substantielles in der Kurdenfrage herauskommt. Könnte dies - auch - ein Grund für die Türkei gewesen sein Truppen in den Nordirak zu entsenden? Was geschieht dort (aus Sicht der Türkei)? Besser man hat Beobachter vor Ort.

Wladimir Putin nähert sich Kurden an - für Erdogan fatal

Russland bekundet Sympathie für kurdische Autonomiebestrebungen, Außenminister Lawrow empfängt kurdische Spitzenpolitiker. Was bedeutet das für die Türkei?

Wie ist das Verhältnis der Türkei mit anderen Akteuren der Region?

„Null Probleme mit den Nachbarn“: Das war die politische Maxime von Ahmet Davutoglu, als er 2009 das Außenministerium in Ankara übernahm. Sechs Jahre später – Davutoglu ist inzwischen Ministerpräsident – könnte man sagen: Die Türkei hat nicht null, sondern nur Probleme mit ihren Nachbarn. Mit fast allen liegt sie im Streit, darunter früheren Verbündeten wie Israel und Ägypten. Im Nahen Osten und Nordafrika hat sie ihren Einfluss weitgehend verloren.

http://www.tagesspiegel.de/politik/russ ... 56884.html


Wie Eingangs berichtet will/muß die Türkei in der veränderten Weltlage aus ihrer ehemaligen NATO-Rolle heraus. Sie will eine aktivere Rolle spielen. Eine Null-Probleme Politik kann man damit natürlich nicht fahren. Das macht man, wenn man eher passiv ist. Und sich da einfügt, wo Groß- und Supermächte die Rollen zuschieben. Wenn man über sich hinauswachsen will und Macher sein möchte, wird man anderen auf die Füsse treten. Ende der Null-Probleme Ära. Hat die Türkei aber eine andere Wahl? Die Zeiten und die Rollen ändern sich. Man muß mitschwimmen. Fragt sich nur wie.

Analysis: Turkey's dangerous ambitions

The confrontation with Russia has given Moscow an excuse to augment its military deployment in Syria and the eastern Mediterranean, and weaken allied air strikes against Islamic State (ISIS).

Russia has increased its military assets in the region, including deploying S-400 air and anti-missile defense systems, probably ready to shoot down the first Turkish fighter jet flying over Syrian skies.

Waiting for Turkish-Russian tensions to ease, and trying to avoid a clash between NATO member Turkey and Russia, US officials have quietly put on hold a request for Turkey to more actively join the allied air missions in Syria against ISIS. After having lost its access to Syrian soil, Turkey also has been declared militarily non grata in Iraq.

As Professor Norman Stone, a prominent expert on Turkish politics, explained in a recent article: "Erdogan's adventurism has been quite successful so far, but it amounts to an extraordinary departure for Turkish foreign policy, and maybe even risks the destruction of the country. How on earth could this happen? The background is an inferiority complex, and megalomania. For centuries, and even since the Mongols, sensible Islam has asked: 'What went wrong? Why has God forsaken us, and allowed others to reach the moon?'"

With the inferiority complex and megalomania still gripping the country's Islamist polity, Erdogan's Islam is not sensible; it is perilous.

Burak Bekdil, based in Ankara, is a Turkish columnist for the Hürriyet Daily and a Fellow at the Middle East Forum.

http://www.jpost.com/Middle-East/Analys ... ons-438320
Zuletzt geändert von King Kong 2006 am Fr 25. Dez 2015, 23:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Kardux » Sa 26. Dez 2015, 13:08

King Kong 2006 hat geschrieben:Russland spielt die Kurdenkarte. Natürlich müssen sich "die Kurden" auch darauf einrichten, daß sie von Russland in der Frage Türkei vermutlich nur instrumentalisiert werden. Zumal Damaskus, Bagdad und Teheran sich das genau anschauen, was Moskau da veranstaltet. In diesem aktuellen Kontext zielt es einfach auf Ankara. Ich kann mir nicht vorstellen, daß da etwas substantielles in der Kurdenfrage herauskommt.


Da teile ich, ausnahmsweise, Ihre Meinung. Russlands Engagement ist nichts weiter als ein Vortasten bzw. als eine Warnung an die Türkei. Fest steht, falls Russland die PKK aktiv unterstützen würde (mit speziellen Waffenlieferungen), wäre das Resultat eine enorme Zuspitzung des Konflikts und da würde Russland dann nicht mehr so leicht heraus kommen. Die Türkei hat eben das Glück das der Westen ein erstarktes Russland fürchtet, sonst hätten die Russen schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts die beiden entscheidenden Meeresengen am Bosporus und an den Dardanellen eingenommen. Inwieweit sich Russland einen offenen Konflikt mit der Türkei erlauben kann erschließt sich mir nicht, aber aus kurdischer Sicht sollte man über die russischen Annäherungsversuche sehr skeptisch sein. Wirklich handfestes gab es bis jetzt auch noch nicht, was auch nicht für die Russen spricht.
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 26. Dez 2015, 13:51

Kardux » Sa 26. Dez 2015, 14:08 hat geschrieben:
Da teile ich, ausnahmsweise, Ihre Meinung. Russlands Engagement ist nichts weiter als ein Vortasten bzw. als eine Warnung an die Türkei. Fest steht, falls Russland die PKK aktiv unterstützen würde (mit speziellen Waffenlieferungen), wäre das Resultat eine enorme Zuspitzung des Konflikts und da würde Russland dann nicht mehr so leicht heraus kommen. Die Türkei hat eben das Glück das der Westen ein erstarktes Russland fürchtet, sonst hätten die Russen schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts die beiden entscheidenden Meeresengen am Bosporus und an den Dardanellen eingenommen. Inwieweit sich Russland einen offenen Konflikt mit der Türkei erlauben kann erschließt sich mir nicht, aber aus kurdischer Sicht sollte man über die russischen Annäherungsversuche sehr skeptisch sein. Wirklich handfestes gab es bis jetzt auch noch nicht, was auch nicht für die Russen spricht.


Die Türkei wird als Brückenkopf in der Region Naher- Mittlerer Osten von den USA genutzt. Seit sich Ankara durch den Wegfall des Kalten Krieges (oder sagen wir eher Abschwächung...) aus der Rolle innerhalb der NATO herauskämpft gibt es allerdings zahllose Konflikte mit den USA dadurch. Die USA hat eben ihre Rollen für alle Staaten in ihrer Geostrategie. Man springt der Türkei nicht nur aus NATO-Vertragswerken bei, sondern natürlich wegen/gegen Russland. Und Russland will sicherlich keine maßlose Eskalation mit der Türkei. Nur das Selbstverständnis Russlands und der Türkei lässt keine Handlungen zu, die als Schwäche ausgelegt werden könnten. Zumal auch in jeder Krise ziemliche Vorteile gezogen werden können. Russland macht das gerade. Im übrigen auch gegenüber dem Iran in Syrien.

Die Kurden können sich meiner Meinung weiterhin primär erstmal nur auf sich verlassen. Tendenziell grundsätzlich im bestimmten Rahmen auch auf die USA. Alles andere wie jetzt im Falle Russlands ist wohl eher temporär. Da muß Erbil schauen, was man kriegen kann, solange es läuft.

Aber die Auflösung der Staaten Syrien und Irak bieten den Kurden jetzt die besten Chancen seit langem auf Autonomie. Wenn ich mir die kurdisch kontrollierten Gebiete in Syrien anschaue, sind sie ja ziemlich kohärent und mit Anschluß an die Gebiete der KRG im Irak.
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » Di 12. Jan 2016, 08:30

Offenbar vertieft sich die angespannte Lage zwischen den beiden Nachbarn.

Wirtschaftliche Verluste: Teurer türkischer Fehler mit dem russischen Bären

Auf wenigstens vier Milliarden Dollar wird der Schaden für die türkische Wirtschaft durch Sanktionen geschätzt Wenn sie nur könnten, dann würden sie jenen 24. November rückgängig machen: den Moment, als der türkische Pilot auf den Knopf drückte und den russischen Kampfjet abschoss, der ganze 17 Sekunden den Luftraum verletzt hatte. Die Türken bekommen seither Wladimir Putins Zorn zu spüren. Nichts, so scheint es, kann den russischen Präsidenten besänftigen – außer einer schlichten Entschuldigung für den Abschuss der Maschine und den Tod des russischen Piloten im syrischen Rebellengebiet. Dazu aber ist die türkische Führung noch nicht bereit. 0,3 bis 0,7 Prozentpunkte könnten Russlands Sanktionen das Wachstum der türkischen Wirtschaft in diesem Jahr kosten, so schätzt die Europäische Bank für Wiederaufbau (EBRD). 0,44 Prozentpunkte hat der Thinktank Tepav in Ankara in einer gerade erschienenen Studie errechnet.


Der Krieg in den Kurdenstädten im Südosten der Türkei schadet jetzt schon Handel und Tourismus; eine Parteinahme für Saudi-Arabien im neuen Konflikt am Golf könnte auch noch die Wirtschaftsbeziehungen der Türkei zum Iran ruinieren.


Einseitige Abhängigkeit

Die Türkei exportiert nichts, was sich russische Abnehmer nicht auch auf anderen Märkten relativ einfach besorgen könnten: Nutzfahrzeuge, Obst, Gemüse, Maschinen. Andersherum sieht es schwieriger aus: Mehr als 70 Prozent ihrer Energielieferungen bezieht die Türkei aus Russland. Dass es bei dem fatalen Luftzwischenfall im vergangenen November weniger ums Prinzip als um Politik ging, hat der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu mittlerweile zu erkennen gegeben. Es waren die russischen Bombenangriffe gegen Rebellen der turkmenischen Minderheit in Syrien nahe der türkischen Grenze, die Ankara aufgebracht hatten und für die Russland eine Lektion erteilt werden wollte.

http://derstandard.at/2000028852562/Wir ... hem-Baeren


Gibt es im Moment Anzeichen der Entspannung in den Beziehungen der Türkei zu Russland?
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Cobra9 » Di 12. Jan 2016, 09:25

King Kong 2006 hat geschrieben:(12 Jan 2016, 08:30)

Offenbar vertieft sich die angespannte Lage zwischen den beiden Nachbarn.







Gibt es im Moment Anzeichen der Entspannung in den Beziehungen der Türkei zu Russland?



Nicht wirklich. Ich will jetzt keine Schuld zuschieben, aber ich behaupte mal mit den beiden Herren an den Landesspitzen wird es keine pragmatische Lösung geben. Das Verhälniss wird einige Zeit leiden noch.
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Liegestuhl » Di 12. Jan 2016, 09:39

King Kong 2006 hat geschrieben:(12 Jan 2016, 08:30)
Der Krieg in den Kurdenstädten im Südosten der Türkei schadet jetzt schon Handel und Tourismus;


Naja, nicht nur im Südosten.

"Der Tourismus in Antalya ist tot"

Russen waren nach den Deutschen die größte Touristengruppe in der Türkei. Die Einheimischen in Antalya sind überzeugt, dass ihr Fehlen durch Putins Sanktionen einen schweren Schaden hinterlassen wird.


http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... t-tot.html

Aber eine Entschuldigung von Erdogan wird es nicht geben. Das würde bedeuten, dass man einen Fehler gemacht hat. Und das passt nicht zum regionalen Verständnis von Stärke.
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon King Kong 2006 » Do 21. Jan 2016, 18:47

Angeblich errichten die russischen Streitkräfte in einem von der PYD kontrolliertem Gebiet in Syrien einen Militärstützpunkt. Falls dies stimmt, ist nicht davon auszugehen, daß die russischen Einheiten dort sind, um die PYD zu bekämpfen, sondern um diese u.a. zu schützen. Das kann durchaus als Affront gegenüber der Türkei gewertet werden. Moskau hat im Rahmen der bilateralen Krise zwischen beiden Staaten auch die kurdische Karte ausgespielt.

Russen stehen an der Grenze zur Türkei

Moskau soll Soldaten und Ingenieure in syrische Grenzstadt Qamishli verlegt haben Ankara – Russland baut in der syrischen Stadt Qamishli, unmittelbar an der Grenze zur Türkei, einen neuen Stützpunkt für seine Militäreinsätze aus. Hundert Soldaten und ein Team von Ingenieuren seien mit dem Ausbau des Flughafens der Stadt beschäftigt, meldeten türkische Medien unter Berufung auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London und Oppositionsgruppen im Bürgerkriegsland.


Zentrum der Kurden Qamishli ist ein Zentrum der syrischen Kurden der PYD, die entlang eines großen Teils der Grenze zur Türkei ihr selbst verwaltetes Gebiet Rojava errichtet haben. Die türkische Regierung sieht darin eine Bedrohung für die territoriale Einheit ihres eigenen Landes, weil die Erfolge der syrischen Kurden auch die Kurden auf der türkischen Seite zu separatistischen Bestrebungen anspornten.


In Nusaybin liefern sich Bewaffnete der kurdischen Untergrundarmee PKK und türkische Sicherheitskräfte seit Monaten immer wieder Gefechte. Der Flughafen von Qamishli wird noch von Truppen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad kontrolliert, was für Ankara ein weiterer Beleg ist, dass die syrischen Kurden der PYD gemeinsame Sache mit Assad machen. Russland und die USA unterstützen die PYD als Bündnispartner im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat". Ankara gegen PYD Die Türkei dagegen hat auch die PYD zu einer Terrororganisation erklärt. Premier Ahmet Davutoglu lehnt eine Teilnahme der PYD bei den anstehenden Verhandlungen zwischen den syrischen Bürgerkriegsparteien kategorisch ab, wie er beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Donnerstag erklärte. Großen Einfluss auf die Besetzung am Verhandlungstisch hat Ankara freilich nicht.

http://derstandard.at/2000029525787/Rus ... ur-Tuerkei


Für "die kurdische Sache" ist das Engagement Russlands vor Ort sicher sehr willkommen. Auch die USA haben die PYD als Bündnispartner.
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon H2O » Do 21. Jan 2016, 20:31

Da bahnt sich doch eine Möglichkeit für eine friedliche
Lösung der seit Ewigkeiten schwelenden Auseinander-
setzungen mit den Kurden an:

Die Russen unterstützen die syrischen Kurden,
um die Türken daran zu hindern, ihren selbst-
gewählten Erzfeinden höchstselbst an die Gurgel
zu gehen. Die USA unterstützen die syrischen
Kurden als verlässliche Kämpfer gegen den IS
und gegen Assad.

Irgendwann muß es ja zu einem Beschluß kommen,
ob Syrien als Zentralstaat wieder hergestellt werden
soll, oder ob eine weitgehend autonome kurdische
Provinz in Syrien vertraglich zugelassen wird. Wenn
es zur zweiten Lösungsvariante kommt, dann böte
sich diese Lösung auch für die Türkei an, um dort den
Bürgerkrieg zu beenden. In Irak wäre so auch ein zu
befürchtender Bürgerkrieg um den Erhalt des Gesamt-
staats zu vermeiden. Dann gäbe es drei autonome
Kurdenprovinzen, die aneinander grenzen. Mit gutem
Willen könnte daraus etwas Gutes werden, wenn die
Kurden sich darauf einigen könnten, ihren jeweiligen
Gesamtstaaten keinen Schaden zu zu fügen.

Hoffen wir das Beste, lieber Leser...
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon zollagent » Mo 25. Jan 2016, 14:25

Das wäre eine Lösung, wie sie mir auch vorschwebte, aber die Nationalismen in der Region werden es nicht zulassen, daß ein Kurdistan entsteht, das wäre Gesichtsverlust. Da bin ich sehr pessimistisch.
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon H2O » Mo 25. Jan 2016, 15:19

zollagent hat geschrieben:(25 Jan 2016, 14:25)

Das wäre eine Lösung, wie sie mir auch vorschwebte, aber die Nationalismen in der Region werden es nicht zulassen, daß ein Kurdistan entsteht, das wäre Gesichtsverlust. Da bin ich sehr pessimistisch.


Nein, das werden die beteiligten Zentralstaaten nicht zulassen;
ein unabhängiges Kurdistan war deshalb auch nicht mein Gedanke
in diesem Tohuwabohu der Interessen. Ich dachte an Autonomie-
Statute in den Zentralstaaten für 3 aneinandergrenzende kurdisch
besiedelte Provinzen. Wenn alle Beteiligten treu mitspielten, dann
könnte daraus vielleicht mehr werden als ein kurdischer National-
staat je bewirken könnte... die Kurden als Brücke zwischen diesen
Nachbarn: Zugleich Staatsbürger im jeweiligen Zentralstaat, und
durch gemeinsames Schicksal verbunden, mit Provinzgrenzen ohne
Stacheldraht als Verwaltungsgrenzen.

Na ja, das ist wohl eher ein süßer Traum als eine echte Möglichkeit!
Kohlmeise

Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Kohlmeise » Sa 30. Jan 2016, 18:58

Putin spielt wieder mit Feuer.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/g ... 74863.html

Russland ist bald völlig pleite. Darum will Putin wieder einen Krieg vom Zaun brechen. Er kann sich damit trösten, nicht der erste Diktator zu sein, der so was tut.
Shadowrunner

Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Shadowrunner » Sa 30. Jan 2016, 19:54

Der Putin ist schon Geisteskrank.
Am Ende wird er abdanken wie Gorbatschow.
Die Zeit tickt gegen Russland.
Die Frage ist nur, wann der wahnsinnige Zar Russland zum Bankrott treibt.
Kohlmeise

Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Kohlmeise » So 31. Jan 2016, 16:08

Erdogan droht Russland.

Erdogan issues warning to Moscow after warplane allegedly violated Turkish airspace.

http://www.foxnews.com/world/2016/01/31 ... space.html

Nach dem erfolgreichen Überfall auf Krim überschätzt sich nun Herr Putin masslos.
Seine Devisen aus dem Ölgeschäft sind im Schwinden begriffen.
Einen Krieg gegen den Nato-Staat kann er nicht gewinnen.

http://www.fr-online.de/brennpunkt-tuer ... 81976.html
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Abensberg » So 31. Jan 2016, 19:24

Fast hätte Putin mit EINER Su-34 der Türkei den Krieg erklärt. Nochmal glück gehabt
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H2O
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon H2O » So 31. Jan 2016, 21:01

Abensberg hat geschrieben:(31 Jan 2016, 19:24)

Fast hätte Putin mit EINER Su-34 der Türkei den Krieg erklärt. Nochmal glück gehabt


Ganz so witzig ist dieses dämliche Spiel hier wirklich nicht:

Die Türkei hat gegen Assad Partei ergriffen und mit Saudi-
Arabien Islamisten gefördert, die drauf und dran waren,
Assad nieder zu ringen. Den Nebel um den IS will ich lieber
nicht lüften!

Iran stützte Assad mit der libanesischen Hisbollah, aber konnte
der sunnitisch-islamistischen Front nicht Stand halten.

Jetzt kommt Russland ins Spiel und dreht die Lage wieder,
schon um seine Einflußsphäre im östlichen Mittelmeer zu
behalten, natürlich gegen die Interessen der Türkei. Und hält
mit den syrischen Kurden noch ein Ass im Ärmel, das es bei
Bedarf ausspielen kann, auch wieder gegen die Interessen der
Türkei.

Die USA und einige Partner halten aus der Luft den IS nieder,
die Kurden in Syrien und Irak gehen am Boden erfolgreich gegen
diese Mörderbande vor.

Desgleichen die Regierungstruppen mit von Iran unterstützten
schiitischen Milizen Bagdads im Irak.

Die Türkei befindet sich in einer unangenehmen Lage: Verfeindet
mit den Russen, unklar in Richtung USA, im Streit mit der Regierung
in Bagdad, und Bürgerkrieg im Inneren gegen die PKK und die mit
ihr sympathisierenden Kurden.

Da kann ein unbedachter "Schachzug" der Russen einen sehr ern-
sten Krieg auslösen. Dabei ist die Frage von Gewinnen oder Verlieren
gar kein Thema. Verlieren werden alle Beteiligten!
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Kardux » Mo 1. Feb 2016, 16:03

TURKISH GOVERNMENT DECLARES: WE CAN OCCUPY RUSSIA IN SEVEN DAYS…RUSSIAN GOVERNMENT: LOL!
“Since the crash of” Sukhoi-24 “russian, Russia has taken every conceivable opportunity to undermine Turkey. Certainly my government behaves like a mature and experienced government, but our patience has limits. Faced with Russian efforts, we have, no fear, no remorse. We act with moderation, to bring our relations back to normal, if necessary, I assure you ,we can can occupy Russia in less than seven days with NATO and our regional allies ”

The Pentagon has responded to a globally-released ‘Kill List’, asking law enforcement to give extra protection for military personnel whose personal information was released, News Channel 10 reports.

http://www.jewsnews.co.il/2015/12/18/turkish-government-declares-we-can-occupy-russia-in-seven-days-russian-government-lol/

Woher kommt eigentlich dieser Größenwahn ? Die Türken haben in ihrer gesamten Geschichte fast keine wichtige Schlacht gegen die Russen gewonnen, ohne den Westen hätte man Istanbul und weite Teile der heutigen Türkei schon im 19. Jahrundert an die Russen verloren. Der Westen wollte schon damals das Gleichgewicht halten.
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Re: Türkisch-russische Beziehungen in der Krise?

Beitragvon Abensberg » Mo 1. Feb 2016, 16:48

Weil die nato hinter dem rücken steht. Lass mal die ersatzteile fur die luftwaffe ausgehen. Dann hat die türkei verloren ohne feindeinwirkung. Erdogan ist verrückt und unterstütz islamisten an der seite von den saudis. Türkische armee schießt kurden nieder, [...]. Er versucht assad nach zu machen. Die nato bleibt sehr still anstatt mal kritik zu üben. Aber man heilt lieber rum wenn ein russischer jet entlang der grenze bzw sekbsternannten pufferzone fliegt. Ja, in 7 tagen russland erober... Was soll man dazu sagen.... Lol
[...]
Erdogan ist ein [...] und hält sich daran was der mann im weisen haus sagt. Im irak hat man es schon 2 mal gesehen. Alleine würde er nicht mal das wort besetzen und russland in den mund nehmen
Zuletzt geändert von Marmelada am Di 2. Feb 2016, 10:22, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Unterstellungen ohne Beleg und Gepöbel entfernt

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