Türkei nimmt britische Journalisten fest

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Billabong
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Billabong » Fr 18. Sep 2015, 23:12

Nathan » Fr 18. Sep 2015, 12:18 hat geschrieben:
Du solltest dir nicht selbst ein Bein stellen. Ich bin zwar ein erklärter Freund des Landes und des türkischen Volkes, aber es gibt nun mal immer noch gesellschaftliche Eigenheiten in der Türkei, die westlichen Standards nicht genügen und dazu gehört ganz vorne auch die Pressefreiheit. Diese westlichen Standards müssen aber erfüllt werden wenn die Türkei in der EU aufgenommen werden soll, was ich ihm Gegensatz zu vielen anderen hier durchaus begrüßen würde.
Wenn du die Türkei mit totalitären Staaten wie ausgerechnet dem Iran vergleichst tust du dir selbst keinen Gefallen sondern lieferst ganz feines Fresschen an deine Gegner, mit Petersilie obendrauf! Ganz abgesehen davon ist der Vergleich auch völlig abwegig.


Du hast da etwas falsch verstanden. Die türkische neue Rechte will nicht in die EU.
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bakunicus
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon bakunicus » Fr 18. Sep 2015, 23:21

palulu » Mi 2. Sep 2015, 04:24 hat geschrieben:Mir persönlich ist es zudem scheißegal, ob man dem IS Panzer, Raketen oder Haubitzen geliefert hat. Letztlich killen sich der IS und die PKK gegenseitig. Das juckt mich nicht die Bohne. Da militante Marxisten, hier Islamisten; fehlen nur noch die Faschos im Bunde und der Liberalismus obsiegt.



du bist eben ein echter demokrat und humanist, ein wahrer freund und bewahrer des rechtsstaatlichen gedankens ...

p.s. dieser beitrag enthält spuren von sarkasmus
Zuletzt geändert von bakunicus am Fr 18. Sep 2015, 23:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Liegestuhl » Sa 19. Sep 2015, 04:44

Ferit » Fr 18. Sep 2015, 03:14 hat geschrieben:Und was genau stört dich jetzt daran, dass die türkische Justiz gegen Terrorpropaganda vorgeht?


Mit den Terroristen der Hamas hat die türkische Justiz offensichtlich weniger Probleme.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Kardux
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Kardux » Sa 19. Sep 2015, 13:11

Ferit hat geschrieben:Sorry, aber PKK-Propaganda ist in der Türkei verboten und zieht nun mal Konsequenzen nach sich. Ihr könnt dies aber prächtigst im Nordirak machen, oder auch in der EU. Dort unterstützt man die PKK ja ebenfalls tatkräftig.


Ja, der Nordirak wird immer ein Rückzugsgebiet für die PKK sein, und auch für alle anderen kurdischen Bewegungen in der Türkei, dem Iran, und Syrien. Da braucht man sich keine Illusionen machen.

Wie gesagt, wo PKK- Propaganda anfängt und wo es aufhört ist ganz willkürlich zu bestimmen. Kurden die ganz einfach nur das Unrecht des türkischen Staates anprangern werden sofort zu PKK- Anhänger deklariert. Wer die Kurdenpolitik Ankaras kritisiert wird sofort als Terroristenfreund angeprangert. Wer über den Staatsterror der Türkei berichtet macht sich der PKK- Propaganda schuldig.

Die Türkei ein Rechtsstaat ? Bestimmt...

Nathan hat geschrieben:Dumme Vorurteile reproduzieren hilft auch nicht weiter. "Sultan", "türkische Gefühle"...was soll der Unfug?


Das Erdogan die Macht an sich reißt und eine Alleinherrschaft aufbaut ist kein dummes Vorurteil sondern eine Tatsache, das sage nicht ich, sondern türkische Oppositionelle. Das Erdogan in diesem Kontext als Sultan bezeichnet wird, aufgrund seiner neoosmanischen Rhetorik ist auch nicht weiter verwunderlich.

Bezüglich der türkischen Gefühle beziehe ich mich auf die Türken selbst, die oftmals Aussenstehende anpranger weil sie türkische Gefühle verletzen. Oftmals kommt das vor, wenn über den Armeniergenozid gesprochen wird. Haben Sie von diesem Genozid schon gehört oder kennen Sie nur die türkische Riviera, lecker Döner und Ayran ?

Die Nation beleidigt
Der türkische Nobelpreisträger Orhan Pamuk steht auf der Todesliste einer Gruppe nationalistischer Verschwörer

Literaturnobelpreisträger werden nicht immer geliebt in ihrem Land, dessen Ansehen in der Welt sie mit ihren Werken mehren. So war es auch in der Türkei, als Orhan Pamuk der Preis zuerkannt wurde. Nun aber muss der Schriftsteller feststellen, dass sein Land doch einzigartig ist, denn dort trachtet man nach seinem Leben und verurteilt ihn für sein freies Wort. Pamuks Feinde sind keine entrüsteten Leser aus der türkischen Provinz. Seine Möchtegernhenker kommen aus der Tiefe des türkischen Staats.

Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs aus der vergangenen Woche jedenfalls liefert eine beklemmende Koinzidenz. Darin wird Orhan Pamuk nach dem berüchtigten Maulkorbparagrafen 301 für schuldig befunden, die nationalen Gefühle der Türken verletzt zu haben, weil er in einem Interview gesagt hat, dass in der Türkei 30.000 Kurden und fast eine Million Armenier getötet worden seien. Für diese in der seriösen internationalen Geschichtsschreibung unumstrittene Feststellung darf nun jeder Türke eine Entschädigung von Pamuk verlangen.

http://www.zeit.de/2008/06/Pamuk

Nathan hat geschrieben:Das Kurdenproblem ist uralt und bis heute politisch ungelöst, und für die Türken sind die Kurden ungefähr das, was die Palis für Israel bedeuten.


Im Gegensatz zu den Kurden sind die Palis in Israel ein anerkanntes Volk und Arabisch ist zweite Amtssprache. Sie sollten schon Grundkenntnisse in einer Materie haben bevor Sie Vergleiche aufstellen.

Nathan hat geschrieben:Sei froh, dass du mich hast

Wofür genau ? Sie müssen ja nicht mit mir einer Meinung sein, aber wollen Sie sich wirklich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigen ? Wenn ja, dann sollten Sie über den Tellerrand schauen. Die Türkei ist kein Rechtsstaat wie Deutschland. Sie sollten sich eher Fragen wie eine radikale Widerstandsgruppe oder von mir aus Terrororganisation (wenn es Sie glücklich macht) wie die PKK entstehen konnte. Das hat doch einen Hintergrund.
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Nathan » Sa 19. Sep 2015, 23:59

Kardux » Sa 19. Sep 2015, 14:11 hat geschrieben:


Das Erdogan die Macht an sich reißt und eine Alleinherrschaft aufbaut ist kein dummes Vorurteil sondern eine Tatsache, das sage nicht ich, sondern türkische Oppositionelle. Das Erdogan in diesem Kontext als Sultan bezeichnet wird, aufgrund seiner neoosmanischen Rhetorik ist auch nicht weiter verwunderlich.

---
Im Gegensatz zu den Kurden sind die Palis in Israel ein anerkanntes Volk und Arabisch ist zweite Amtssprache. Sie sollten schon Grundkenntnisse in einer Materie haben bevor Sie Vergleiche aufstellen.


Immer langsam mit den jungen Pferden. Sie sollten schon wissen wo vorne und hinten bei einem Pferd ist, bevor sie aufsteigen...

Die Palästinenser sind kein anerkanntes Volk weil es ihnen an einem anerkannten Staatsgebiet gebricht und der komplette Nahostkonflikt dreht sich zu einem sehr erheblichen Teil um genau dieses Problem. Sollte Ihnen dieser Umstand entgangen sein? Der Volksmund meint: Wer im Pferdestall sitzt soll nicht mit Äpfeln werfen...

Wofür genau ? Sie müssen ja nicht mit mir einer Meinung sein, aber wollen Sie sich wirklich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigen ? Wenn ja, dann sollten Sie über den Tellerrand schauen. Die Türkei ist kein Rechtsstaat wie Deutschland. Sie sollten sich eher Fragen wie eine radikale Widerstandsgruppe oder von mir aus Terrororganisation (wenn es Sie glücklich macht) wie die PKK entstehen konnte. Das hat doch einen Hintergrund.

Ihre Meinung interessiert mich so wenig wie die Meinungen anderer Leute. Wo sind ihre Argumente? Bis jetzt habe ich nur Behauptungen von Ihnen gelesen, Betrachtungen aus den Stallungen, aber Zählbares war nicht dabei. Es ist nicht logisch, jemand das Pferd zu neiden wenn man selbst nicht reiten kann...hrhrhr

Den türkischen Oppositionellen wünschen ich einen deutlich qualifizierteren Fürsprecher als die bisher aufgetretenen.
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Nathan » So 20. Sep 2015, 00:05

Billabong » Sa 19. Sep 2015, 00:12 hat geschrieben:
Du hast da etwas falsch verstanden. Die türkische neue Rechte will nicht in die EU.

Die nicht, nein. Dann müssten sie ja die griechischen Schulden mittragen und das ist eine Vorstellung, die keinem nationalistischen Türken behagt... :D
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Jekyll » So 20. Sep 2015, 01:35

Nathan » Fr 18. Sep 2015, 11:18 hat geschrieben:Du solltest dir nicht selbst ein Bein stellen. Ich bin zwar ein erklärter Freund des Landes und des türkischen Volkes, aber es gibt nun mal immer noch gesellschaftliche Eigenheiten in der Türkei, die westlichen Standards nicht genügen und dazu gehört ganz vorne auch die Pressefreiheit. Diese westlichen Standards müssen aber erfüllt werden wenn die Türkei in der EU aufgenommen werden soll, was ich ihm Gegensatz zu vielen anderen hier durchaus begrüßen würde.
Danke, weiß ich zu schätzen. Aber das mit "westlichen Standards" halte ich offen gesagt für etwas naiv. Entspricht Ungarn wirklich den westlichen Standards, so allgemein betrachtet? Haben sich die Amerikaner immer an westliche Standards gehalten in ihrer Geschichte (nicht in der EU aber der so ziemlich westlichste Staat der Welt)? Ist es nicht eher so, dass außergewöhnliche Umstände außergewöhnliche Maßnahmen erfordern? Der Begriff "westliche Standards" gehört meiner Ansicht nach in die Kategorie "Ideale", in der Umsetzung werden diese natürlich deutlich abgespeckt, je nach Situation. Ich bin gespannt, wie viel von diesen "westlichen Standards" in der aktuellen Flüchtlingskrise übrig bleiben werden.
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Nathan » So 20. Sep 2015, 12:59

Jekyll » So 20. Sep 2015, 02:35 hat geschrieben:Danke, weiß ich zu schätzen. Aber das mit "westlichen Standards" halte ich offen gesagt für etwas naiv. Entspricht Ungarn wirklich den westlichen Standards, so allgemein betrachtet? Haben sich die Amerikaner immer an westliche Standards gehalten in ihrer Geschichte (nicht in der EU aber der so ziemlich westlichste Staat der Welt)? Ist es nicht eher so, dass außergewöhnliche Umstände außergewöhnliche Maßnahmen erfordern? Der Begriff "westliche Standards" gehört meiner Ansicht nach in die Kategorie "Ideale", in der Umsetzung werden diese natürlich deutlich abgespeckt, je nach Situation. Ich bin gespannt, wie viel von diesen "westlichen Standards" in der aktuellen Flüchtlingskrise übrig bleiben werden.


Natürlich. Die "westlichen Standards" bedürfen noch einer erheblichen Standardisierung :D

Freut mich, dass du es wirklich genau nimmst. Ich habe mich dieses oberflächlichen Begriffs bedient, weil er eine weit verbreitete Akzeptanz genießt. Tatsächlich ist der sogenannte "westliche Standard" ein ziemlicher Fake und mehr oder weniger nur ein frommer Wunsch aber keine Wirklichkeit. Das beginnt ja auch schon mit der Definition des "Westens", die eher ein Kind des Bauchgefühls ist als allgemein anerkannt und klar und deutlich festgelegt.

Dennoch umschreibt der Begriff in diesem Zusammenhang ganz gut was ich ausdrücken will: Im Vergleich auch zur fragwürdigsten demokratischen Praxis in einem europäischen Staat rangiert die demokratische Praxis der Türkei am untersten Rand. Da ist noch sehr viel Luft nach oben, aber es wird kommen wie es immer kommt, wenn sich erstmal der postmoderne Kapitalismus durchgesetzt haben wird. Wie in Griechenland, letztlich auch wie bei uns und in allen anderen Staaten wird den Bürgern genau so viel Demokratie erlaubt wie es erforderlich ist um bei den Bürgern das Gefühl zu erzeugen, sie lebten in einer Demokratie. Der Rest, der eigentlich zur Freiheit gehört wird abgeschnitten. Den braucht das Kapital um sich in "freien Märkten" bewegen zu können. TTIP ist ja auch nur wieder ein Versuch, den Kapitalgesellschaften mehr Bewegungsspielraum innerhalb der Gesetze eines Staates zu verschaffen.
Der Kapitalismus wird die Türkei erobern. Er hat schon mächtig damit begonnen und man kann zeigen (habe ich schon öfter, aber es ermüdet auf Dauer) dass Kapitalismus und Demokratie stets eine gesellschaftspolitische Symbiose eingehen. Das eine geht nicht ohne das andere. Ist erstmal der Kapitalismus auf Drehzahl gekommen, dann winkt auch der Türkei mehr Demokratie, praktisch automatisch und man muss dazu auch keinerlei konkrete Maßnahmen ergreifen.

Damit wir uns nicht missverstehen: Wahre Demokratie sähe anders aus aber so gesehen kenne ich überhaupt kein Land auf der Erde, in dem wahre Demokratie gelebt würde.
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Kardux » So 20. Sep 2015, 13:07

Nathan hat geschrieben:Immer langsam mit den jungen Pferden. Sie sollten schon wissen wo vorne und hinten bei einem Pferd ist, bevor sie aufsteigen...

Die Palästinenser sind kein anerkanntes Volk weil es ihnen an einem anerkannten Staatsgebiet gebricht und der komplette Nahostkonflikt dreht sich zu einem sehr erheblichen Teil um genau dieses Problem. Sollte Ihnen dieser Umstand entgangen sein? Der Volksmund meint: Wer im Pferdestall sitzt soll nicht mit Äpfeln werfen...


Ja, was Sie da so verzapfen erinnert mich wirklich an "Pferdemist". Ich mage Ihre Metaphern.

Ihnen scheint entgangen zu sein das Arabisch neben Hebräisch die zweite Amtssprache ist und das die Palis SEHR WOHL EIN ANERKANNTES VOLK sind. Man muss nicht ein anerkanntes Staatsgebiet haben um ein anerkanntes Volk zu sein. Die Basken sind auch ein anerkanntes Volk, sowohl in Frankreich als auch in Spanien, haben aber trotzdem kein eigenes anerkanntes Staatsgebiet. Darum geht es nicht. Die Kurden, werden in der türkischen Verfassung nicht einmal erwähnt, sie existieren quasi rechtlich nicht. Ihre Sprache ist auch keine offizielle Landessprache.

Weiterbilden dann tippen...

Nathan hat geschrieben:Ihre Meinung interessiert mich so wenig wie die Meinungen anderer Leute.


Was suchen Sie dann in einem politischen Forum ? Sie waren wohl zu lange im Pferdestall. Das bekommt Ihnen nicht gut.

Nathan hat geschrieben:Wo sind ihre Argumente? Bis jetzt habe ich nur Behauptungen von Ihnen gelesen, Betrachtungen aus den Stallungen, aber Zählbares war nicht dabei. Es ist nicht logisch, jemand das Pferd zu neiden wenn man selbst nicht reiten kann...hrhrhr


Lesen Sie meine Beiträge, dort finden Sie die Argumente...

Wenn Sie etwas konkret als eine Behauptung abstempeln, sollten Sie schon so nett sein und die bestimmte Stelle zitieren, damit ich diese "Behauptung" auch belegen kann. Glauben Sie mir, so leichtsinnig wie Sie stürze ich mich in keine Diskussion.

Also Schuster, bleib bei deinen Leisten (den Pferden ?).
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Kardux » Fr 2. Okt 2015, 07:38

Pressefreiheit in der Türkei ?

Prominent Turkish journalist beaten up in 'organised, planned attack'

A prominent Turkish journalist has been attacked outside his home, his newspaper has said, in the latest sign of deteriorating conditions for the media under the president, Recep Tayyip Erdoğan.

Ahmet Hakan, a columnist for Turkey’s leading secular Hürriyet newspaper and a presenter on broadcaster CNN Turk, was followed home from the television station by four men in a black car late on Wednesday, before being assaulted near his residence, according to the Hürriyet editor-in-chief, Sedat Ergin.

“We see that it was an organised, planned attack,” Ergin was quoted as saying. Hakan was treated for a broken nose and ribs, the newspaper said.

The attack comes just weeks after prosecutors launched an investigation into the paper’s owner, Doğan Media Group, for alleged “terrorism propaganda“.

Last month, pro-government mobs attacked Hürriyet offices, accusing the newspaper of sympathising with the banned Kurdistan Workers’ party (PKK) insurgent group.

Hürriyet has been singled out for criticism from Erdoğan as the government struggles to control a surge in Kurdish militant violence in the south-east.

Tensions have been further ratcheted up after Erdoğan’s ruling AK party lost its parliamentary majority in June general elections, and failed coalition talks prompted a snap election, due on 1 November.

In an initial reaction, a senior AKP official denounced the attack. “Turkey is democracy, there is a state of law. We do not approve of or accept this attack,” Ayhan Sefer Üstün said.

In May, Doğan Holding was suspended from state tenders after Erdoğan accused its head, Aydın Doğan, of being a “coup lover” and described its media columnists as “charlatans”.

Turkey has dropped down press freedom league tables under Erdoğan, currently ranking 149th out of 180 in the Reporters Without Borders press freedom index.

On 15 September the group warned of a “dangerous surge in censorship” that threatened to worsen tensions.


http://www.theguardian.com/world/2015/oct/01/prominent-turkish-journalist-beaten-up-in-organised-planned-attack
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon HugoBettauer » Fr 2. Okt 2015, 19:28

PRESSEfreiheit hat nichts damit zu tun, ob Journalisten sich mit der Mafia einlassen und dann übel zugerichtet werden, was ein übles Verbrechen ist. Nicht jeder Angriff auf eine. Journalisten ist ein Angriff auf den Journalismus.
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon HugoBettauer » Fr 2. Okt 2015, 19:32

Platon » Di 1. Sep 2015, 22:23 hat geschrieben:Im Iran weiß jeder, dass es keine Demokratie, keine Menschenrechte, keine Pressefreiheit gibt.
Die Türkei hingegen ist eine Demokratie und da kann man erwarten, dass Journalisten nicht einfach im Gefängnis verschwinden.

Das läuft alles streng rechtsstaatlich ab. Da verschwindet niemand einfach so.
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Ferit » Di 6. Okt 2015, 01:53

HugoBettauer » Fr 2. Okt 2015, 20:28 hat geschrieben:PRESSEfreiheit hat nichts damit zu tun, ob Journalisten sich mit der Mafia einlassen und dann übel zugerichtet werden, was ein übles Verbrechen ist. Nicht jeder Angriff auf eine. Journalisten ist ein Angriff auf den Journalismus.

Das versteht der Kurde Kardux aber nicht. Für ihn bedeutet Terrorpropaganda Pressefreiheit. :rolleyes:
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Ferit » Di 6. Okt 2015, 01:53

HugoBettauer » Fr 2. Okt 2015, 20:32 hat geschrieben:Das läuft alles streng rechtsstaatlich ab. Da verschwindet niemand einfach so.

Du schreibst ja ziemlich richtiges Zeug! Aber bist du denn Deutscher?
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Kardux » Di 6. Okt 2015, 06:05

HugoBettauer » Fr 2. Okt 2015, 20:28 hat geschrieben:PRESSEfreiheit hat nichts damit zu tun, ob Journalisten sich mit der Mafia einlassen und dann übel zugerichtet werden, was ein übles Verbrechen ist. Nicht jeder Angriff auf eine. Journalisten ist ein Angriff auf den Journalismus.


HugoBettauer hat geschrieben:Das läuft alles streng rechtsstaatlich ab. Da verschwindet niemand einfach so.


Ziemlich schäbig das man als Nicht- Türke die Machenschaften von Erdogan so in Schutz nimmt. Ihre schäbigen Beiträge bezüglich der Türkei haben schon solch ein Ausmass angenommen, dass sich türkische User schon über Sie wundern:

Ferit hat geschrieben:Du schreibst ja ziemlich richtiges Zeug! Aber bist du denn Deutscher?


:D

Im Jahr 2012 meinten die Reporter ohne Grenzen bezüglich der Türkei:

Erst am vergangenen Dienstag hat die in New York ansässige Nichtregierungsorganisation Committee to Protect Journalists (CPJ) auf die jüngste Inhaftierung einer Journalistin hingewiesen. Kurz nach Bekanntwerden des Falls Nummer 50 meldet sich nun auch die international tätige NGO Reporter ohne Grenzen (ROG) zu Wort. Sie bezeichnet die Türkei als das „weltweit größte Gefängnis für Journalisten“.

Seit dem Ende des Militärregimes 1983 hätten in der Türkei nie so viele Journalisten im Gefängnis gesessen wie heute. Den meisten von ihnen würden Straftaten nach dem umstrittenen Antiterrorgesetz zur Last gelegt. Weil sie Gefangene übermäßig lange in Untersuchungshaft halten würde, sei die Türkei zudem wiederholt international kritisiert und mehrmals vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt worden. Eine Reform des Antiterrorgesetzes im Juli 2012 habe jedoch nur geringfügige Verbesserungen gebracht.

Demnach habe, so die Zeitung Hürryiet, das kürzliche Änderungspaket zur Freilassung von 15 Journalisten geführt. Ausgestanden seien die Fälle allerdings noch nicht. Diese Gesetzesreformen, konstatiert auch die NGO, müssten durch Änderungen in der gerichtlichen Praxis im Einklang mit den Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte begleitet werden. Konkret bedeute das viel weniger Rückgriff auf Sicherungsverwahrung, mehr Respekt für das Recht auf Informationen zu Themen von öffentlichem Interesse, Schutz für journalistische Quellen und eine unabhängige und transparente Justiz.

ROG forderte das türkische Justizsystem darüber hinaus auf, sich an „internationale Übereinkommen, die auch von der Türkei ratifiziert wurden, und die festlegen, dass die Freiheit der Meinungsäußerung nur beschränkt werden kann, wenn explizit zu Hass oder Gewalt aufgerufen“ werde, zu halten. Außerdem wurden die türkischen Gerichte zur sofortigen Freilassung aller Journalisten, die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit inhaftiert wurden, aufgefordert.

Reporter ohne Grenzen haben die Türkei bereits seit längerem im Auge. Anfang des Jahres war das Land in deren Rangliste der Pressefreiheit um ganze zehn Ränge auf Platz 148 von insgesamt 178 zurückgefallen. „Statt der versprochenen Reformen startete das Justizsystem eine Welle von Verhaftungen von Journalisten, wie es sie das letzte Mal bei der Militärdiktatur (nach dem Militärcoup vom 12. September 1980, Anmerkung der Redaktion) gegeben hat“, rügte die NGO schon damals. “Unter dem Vorwand, den Terrorismus zu bekämpfen wurden Dutzende gefangengenommen, bevor ihnen ein Prozess gemacht wurde”.

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/12/464768/reporter-ohne-grenzen-tuerkei-ist-das-weltgroesste-gefaengnis-fuer-journalisten/

Aus dem Jahr 2015 noch etwas:



Die absurd hohen Haftstrafandrohungen für 18 türkische Journalisten bestärkt den besorgniserregenden Trend in der Türkei: Die Pressefreiheit wird politischen Zielen geopfert. Die Türkei entfernt sich auf diese Weise immer weiter von europäischen Grundwerten und Menschenrechten. Und keiner scheint sie aufzuhalten. Immer wieder berichten unabhängige Organisationen über die zunehmende Gefährdung für Journalisten in der Türkei. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) zählte 2012 und 2013 in der Türkei die meisten inhaftierten Journalistinnen und Journalisten weltweit. Und Reporter ohne Grenzen hat im vergangenen Jahr 117 Fälle von direkten Bedrohungen und Angriffen gegenüber Journalistinnen und Journalisten registriert.

Die internationale Gemeinschaft ist dazu angehalten, sich für die Freilassung inhaftierter JournalistInnen und rechtmäßige Prozesse einzusetzen und ihren Druck auf Erdogan deutlich zu erhöhen. Das gilt auch für die Bundesregierung, die bisher kaum öffentlich Kritik übt. Sie muss der Erosion der Pressefreiheit in der Türkei öffentlich etwas entgegensetzen und sich auf diplomatischer Ebene für die strafrechtliche Verfolgung der Polizeigewalt gegenüber JournalistInnen einsetzen. Nur wenn Journalistinnen und Journalisten ungehindert recherchieren und veröffentlichen können, kann die Öffentlichkeit sich eine unabhängige politische Meinung bilden. Meinungs- und Pressefreiheit ist essentiell für die Demokratie.


http://tabea-roessner.de/2015/08/05/tuerkei-verstaerkt-druck-auf-journalisten-europaeische-gemeinschaft-muss-handeln/

Pressefreiheit in der Türkei ?

Das ist der Sitz der türkischen Zeitung Hürriyet, einer der auflagenstärksten Zeitungen im Land, natürlich kritisch gegenüber der AKP:

Zuletzt geändert von Kardux am Di 6. Okt 2015, 06:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon HugoBettauer » Di 6. Okt 2015, 06:28

Ferit » Di 6. Okt 2015, 01:53 hat geschrieben:Du schreibst ja ziemlich richtiges Zeug! Aber bist du denn Deutscher?

So was in der Art.
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Mirrorside » Di 6. Okt 2015, 18:50

Kardux » Di 6. Okt 2015, 07:05 hat geschrieben:


Ziemlich schäbig das man als Nicht- Türke die Machenschaften von Erdogan so in Schutz nimmt. Ihre schäbigen Beiträge bezüglich der Türkei haben schon solch ein Ausmass angenommen, dass sich türkische User schon über Sie wundern:



:D

Im Jahr 2012 meinten die Reporter ohne Grenzen bezüglich der Türkei:


http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2012/12/464768/reporter-ohne-grenzen-tuerkei-ist-das-weltgroesste-gefaengnis-fuer-journalisten/

Aus dem Jahr 2015 noch etwas:



http://tabea-roessner.de/2015/08/05/tuerkei-verstaerkt-druck-auf-journalisten-europaeische-gemeinschaft-muss-handeln/

Pressefreiheit in der Türkei ?

Das ist der Sitz der türkischen Zeitung Hürriyet, einer der auflagenstärksten Zeitungen im Land, natürlich kritisch gegenüber der AKP:




Aydin Dogan wird bald an den Sack gepackt. Ich an seiner Stelle würde alles verkaufen und abdüsen.

MFG Mirrorside
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Kardux » Fr 9. Okt 2015, 21:17

Turkish journalist detained for tweets critical of president

Police in Turkey have detained the chief editor of an opposition English-language newspaper for posting tweets critical of President Recep Tayyip Erdogan.

Bulent Kenes, editor-in-chief of Today's Zaman, was taken away from the newspaper's headquarters in Istanbul on Friday as supporters chanted: "Free media cannot be silenced!" The detention was televised live.

A court issued a warrant for his arrest for tweets that a Turkish prosecutor says insult Erdogan. Kenes, who received a suspended sentence earlier this year for insulting the president, denies the accusation, insisting he is exercising his right to free speech.

Dozens of people have been prosecuted under a previously seldom-used law that bars insults to the president. Free speech advocates say the law is being used aggressively to muffle dissent.


http://bigstory.ap.org/article/1344f07967754617b9655813873dfe31/turkish-journalist-detained-tweets-critical-president
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Kardux » Mo 19. Okt 2015, 19:36

British journalist found dead at Turkish airport
Tributes have been paid to a British journalist who has died in Turkey in suspicious circumstances.

Jacqueline Sutton died at Istanbul’s Ataturk airport, according to local media reports. The Turkish newspaper Hürriyet said she was en route to the Iraqi city of Irbil and was due to change flights in Turkey.

It was not clear how Sutton had died, with some reports saying she had taken her own life. But fellow journalist and development worker Rebecca Cooke called for an international investigation.

“Shocking and sad news about the death of Jacky Sutton in Istanbul. An international not just local investigation is needed,” she told the Press Association.

She held various positions over the years with humanitarian organisations and the United Nations as well as working as a producer for the BBC, according to her LinkedIn profile.


http://www.theguardian.com/world/2015/oct/19/jacqueline-sutton-foreign-office-died-istanbul-airport
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Re: Türkei nimmt britische Journalisten fest

Beitragvon Hassad » Do 26. Nov 2015, 23:24

In der Türkei werden ständig Journalisten verhaftet.
Wer über heimliche waffenlieferungen der Türkei berichtet begiebt sich sogar in lebensgefahr.



Zwei regierungskritische Journalisten in der Türkei wurden wegen "Spionage" und "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" verhaftet.
Der Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet" und sein Büroleiter hatten Fotos von angeblichen Waffenlieferungen nach Syrien veröffentlicht.

Erdoğan persönlich hatte die Anzeige gestellt
http://www.sueddeutsche.de/politik/tuer ... -1.2756938
Zuletzt geändert von Hassad am Do 26. Nov 2015, 23:25, insgesamt 1-mal geändert.

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