Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Provokateur » Sa 25. Jul 2015, 12:14

Allerdings haben IS-Leute schon Vergeltung gegen die Türkei angekündigt.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Hassad » Sa 25. Jul 2015, 12:36

Kardux » Sa 25. Jul 2015, 11:08 hat geschrieben:
Lesen Sie einfach Nachrichten. Ich traue auch Ihnen zu 1+1 zusammen zu zählen.



http://www.reuters.com/article/2015/07/25/us-mideast-crisis-turkey-idUSKCN0PZ03J20150725

Das Attentat in Suruc und die plötzliche Wende der türkischen Politik (Freigabe für Incirlik an die USA) haben einen Zusammenhang. Die Türkei wird sich ein paar Scharmützel mit dem IS liefern ein paar kleine Fische in der Türkei festnehmen lassen und im Gegenzug dürfen sie rigoros gegen die Kurden vorgehen.

Erdogan sieht nicht das er diesen Kampf nicht gewinnen kann.

PS: Mit "wir" meinte ich auch Sie...


Sind bei dem Attentat in Suruc nicht nur Kurden getötet worden? Dann verstehe ich nicht wiese sich der Erdowahn darüber aufregt. Liegt doch eigentlich im Interesse der Politik von erdowahn, die Kurden wollten Kobane wieder aufbauen und standen glaube ich,der Pkk nahe.
Es ist auch meine einschätzung, das die Türkei viel stärker die Pkk bekämpft, als den IS.
Leider, fürchte ich, kann Erdogan den Krieg gewinnen.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Jekyll » Sa 25. Jul 2015, 12:56

Kardux » Sa 25. Jul 2015, 10:08 hat geschrieben:Lesen Sie einfach Nachrichten. Ich traue auch Ihnen zu 1+1 zusammen zu zählen.
Danke für Ihr vertrauen, aber mich interessiert im Moment, welche Schlussfolgerungen Sie aus den ganzen Vorkommnissen ziehen.

Das Attentat in Suruc und die plötzliche Wende der türkischen Politik (Freigabe für Incirlik an die USA) haben einen Zusammenhang.
Klar hängt das alles zusammen. Und?

Die Türkei wird sich ein paar Scharmützel mit dem IS liefern ein paar kleine Fische in der Türkei festnehmen lassen und im Gegenzug dürfen sie rigoros gegen die Kurden vorgehen.
Und in Zusammenhang mit Ihrer Aussage "Die PKK war dumm das sie sich auf dieses Spielchen der Türkei eingelassen haben. Wir wissen nämlich wer hinter dem Attentat in Suruc steckt." bedeutet das jetzt was?

Erdogan sieht nicht das er diesen Kampf nicht gewinnen kann.
Doch, das hat er. Gerade aus diesem Grund hat er ja die Initiative ergriffen und den Friedensprozess mit Kurden in die Wege geleitet, indem er kurdischen Interessen entgegenkam und auch mit kurdischen Extremisten Verhandlungen aufgenommen hat. Ein Friedensprozess, den die Kurden gerade mit dem Mord an zwei Türken selber gebrochen haben. Ihnen ist hoffentlich bewusst, wie sehr diskreditierend dieses Verhalten der Kurden ihrer eigenen Sache gegenüber ist, oder Kardux?
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Kardux » Sa 25. Jul 2015, 13:26

Jekyll hat geschrieben:Und in Zusammenhang mit Ihrer Aussage "Die PKK war dumm das sie sich auf dieses Spielchen der Türkei eingelassen haben. Wir wissen nämlich wer hinter dem Attentat in Suruc steckt." bedeutet das jetzt was?


Das bedeutet das der türkische Staat entweder von dem Attentat wusste bzw. ihn geleitet hat. Auf jedenfall steckt die Türkei dahinter. Und das zeigen eben die Vorkommnisse der letzten Tage. Die PKK war dumm, das sie türkische Polizisten zum Ziel nahmen (als Racheakt), anstatt einfach nur Massendemos zu organisieren. Erdogan wollte die Radikalisierung - er hat sie bekommen...und um nicht ganz alleine dazustehen musste die Türkei im Bezug auf den IS den USA ein wenig entgegen kommen. Macht das die Türkei damit zum IS- Gegner ? Nein...

Jekyll hat geschrieben:Doch, das hat er. Gerade aus diesem Grund hat er ja die Initiative ergriffen und den Friedensprozess mit Kurden in die Wege geleitet, indem er kurdischen Interessen entgegenkam und auch mit kurdischen Extremisten Verhandlungen aufgenommen hat.


Der sogenannte Friedensprozess war nichts weiter als eine Hinhaltetaktik. Ich möchte mich nicht als Hellseher bezeichnen, aber ich habe das von Anfang an geahnt. Die türkische Gesellschaft ist nicht bereit für eine Demokratisierung. Die Zugeständnisse gegenüber den Kurden waren zwar fortschrittlich, wenn man die AKP mit seinen Vorgängern vergleichen will, aber wirkliche Minderheitenrechte haben die Kurden bis zum heutigen Tag nicht erlangt. Die Kurden werden weiterhin laut Verfassung geleugnet. Also welchen kurdischen Interessen ist er denn wirklich entgegen gekommen. Erdogan spielt einfach nur auf Zeit. Er hat zwar in den Südosten investiert (Infrastruktur) aber man darf auch nicht vergessen das er neue Kasernen hat bauen lassen und das zu einer Zeit wo man noch in den Friedensverhandlungen steckte.

Was genau denken Sie sich eigentlich, wenn Sie von kurdischen Extremisten schreiben ? Wer sonst, wenn nicht die PKK vertritt denn die Kurden in der Türkei ?

Jekyll hat geschrieben:Ein Friedensprozess, den die Kurden gerade mit dem Mord an zwei Türken selber gebrochen haben. Ihnen ist hoffentlich bewusst, wie sehr diskreditierend dieses Verhalten der Kurden ihrer eigenen Sache gegenüber ist, oder Kardux?


Den Friedensprozess haben nicht die Kurden vor einigen Tagen gebrochen, sondern die Türkei vor Jahren, als sie die Jihadisten unterstützten, welche sich gegen Kurden richteten. Der Mord an den Polizisten war jedoch in der Tat ein Rückschlag für die kurdische Sache. Man sollte aber nicht vergessen wer das provoziert hat. Leider ist die PKK darauf eingegangen.

Vor kurzem meinte ich ja das ein großer Bürgerkrieg in der Türkei bevor steht. Die Angriffe der türkische Armee auf Militärlager der PKK im Nordirak gestern Nacht bestätigen wohl diese Annahme. Die PKK hat heute den Waffenstillstand für beendet erklärt.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Vizegott » Sa 25. Jul 2015, 15:11

Ohne Unterstützung durch den Westen also auch der Türkei ist der Bürgerkrieg in Syrien nicht denkbar. Peter Scholl-Latour berichtete von kilometerlangen LKW Schlangen vor der türkischen Grenze. Die Terroristen können keinen Krieg gegen das syrische Volk führen ohne Waffen.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Platon » Sa 25. Jul 2015, 15:36

Vizegott » Sa 25. Jul 2015, 16:11 hat geschrieben:Ohne Unterstützung durch den Westen also auch der Türkei ist der Bürgerkrieg in Syrien nicht denkbar. Peter Scholl-Latour berichtete von kilometerlangen LKW Schlangen vor der türkischen Grenze. Die Terroristen können keinen Krieg gegen das syrische Volk führen ohne Waffen.

Der Westen unterstützt die Aufstandsbewegung gegen Assad nur marginal, die materielle und humanitäre Hauptlast tragen die Gegner von Assad in der Region (Türkei, Jordanien, Saudi-Arabien, Qatar usw.), von daher ist es einfach falsch hier "den Westen" als Bösewicht zu identifizieren. Es gab einen landesweiten Aufstand der in sunnitisch dominierten ländlichen Gegenden und verschiedenen sunnitischen Slumvierteln der großen Städte in einen Bürgerkrieg abglitt, den regionale Unterstützer mit Waffen und Geld förderten, während die USA und europäische Staaten Assad zwar international isolierten, aber halt eben nicht massenhaft Waffen lieferten. Die Unterstützung war zunächst humanitär, nicht tödliche Ausrüstung wie es hieß und auch noch im Millionen und nicht Milliarden-Dollar-Bereich. Mittlerweile haben ein paar Gruppen diese TOW-Panzerraketen bekommen, aber auch damit wird man Damaskus nicht einnehmen können.

Der IS wiederum existiert mittlerweile völlig ohne ausländische Hilfe und finanziert sich über Steuern, Verkäufe von Öl und diverse kriminelle Machenschaften wie Waffen- und Menschenhandel. Da braucht es dann nicht einmal mehr die Türkei oder Saudi-Arabien, das ermöglicht der Gruppe dann tatsächlich alle gegen einen zu spielen...

Die USA und der Westen sind mit der Situation in Syrien völlig überfordert und wissen gar nicht was sie wollen, weil es keinen vernünftige Perspektive/Gruppe vor Ort gibt die man unterstützen kann. Assad ist durch seine Reaktion auf den Aufstand 2011 und die vielen Kriegsverbrechen delegitimiert, die sunnitischen Aufständigen sind längst so radikalisiert, dass man bei ihrem Sieg Massaker und Vertreibungen von Minderheiten befürchten müsste und ein Sieg von Al Qaida ist ja ohnehin der Super-GAU wie man ihn mit den Eroberungen 2014 und der Ausrufung und Etablierung des Kalifats de facto bereits erlebt hat.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Kardux » Sa 25. Jul 2015, 19:47

Platon hat geschrieben:Der IS wiederum existiert mittlerweile völlig ohne ausländische Hilfe und finanziert sich über Steuern, Verkäufe von Öl und diverse kriminelle Machenschaften wie Waffen- und Menschenhandel. Da braucht es dann nicht einmal mehr die Türkei oder Saudi-Arabien, das ermöglicht der Gruppe dann tatsächlich alle gegen einen zu spielen...


Und wem verkaufen sie das Öl ? Und produziert der IS seine Waffen selber ? Zu wem hat der IS denn seine Grenzen ? Weshalb hat die Türkei solch ein großes Theater veranstaltet als die Gefahr bestand das die Kurden eventuell noch die restliche Grenze zwischen der Türkei und dem IS einnehmen ? Fragen über Fragen.

Ohne die Türkei und die arabischen Golfstaaten könnte der IS keine zwei Wochen standhalten.

Platon hat geschrieben:Die USA und der Westen sind mit der Situation in Syrien völlig überfordert und wissen gar nicht was sie wollen, weil es keinen vernünftige Perspektive/Gruppe vor Ort gibt die man unterstützen kann.


Natürlich ist man überfordert. Der Westen möchte an den alten Grenzen festhalten. Das widerspricht jedoch jeder Logik. Deshalb gibt es auch keine "vernünftige Gruppe" vor ort welche dieses "vernünftige" Unterfangen (Sykes- Picot- Abkommen) unterstützen will bzw. es auf seine Weise tun will.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Platon » Sa 25. Jul 2015, 20:24

Kardux » Sa 25. Jul 2015, 20:47 hat geschrieben:
Und wem verkaufen sie das Öl ?

Dem Schwarzmarkt in der Türkei, wohl auch über Assad. Ich meine auch mal gelesen zu haben, dass der IS Strom in Rebellengebiete liefert, natürlich gegen Bezahlung. Da der IS bereit ist Sachen zum Discount-Preis zu verkaufen ist Abnehmer zu finden überhaupt nicht das Problem. Die Schmuggelrouten gibt es ja schon länger.
Und produziert der IS seine Waffen selber ?

Ich glaube, wenn man entsprechend Geld hat, ist an Waffen zu kommen in der Region das kleinste Problem.
Ohne die Türkei und die arabischen Golfstaaten könnte der IS keine zwei Wochen standhalten.

Die Türkei könnte fraglos versuchen die Grenze dicht zu machen, aber das hat gegen die Kurden ja auch nie wirklich funktioniert. Ansonsten sollte man politische und strategische Überlegungen in ihrer Bedeutung nicht überschätzen, wenn es um Handel in Kriegszeiten geht. Wenn beide Seiten einen Vorteil sehen, werden sie Handel treiben, völlig egal ob sie eigentlich verfeindet sind oder nicht.
Beispiel:
https://en.wikipedia.org/wiki/Israeli_s ... 93Iraq_war
Zuletzt geändert von Platon am Sa 25. Jul 2015, 20:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Kardux » Sa 25. Jul 2015, 22:04

Platon hat geschrieben:Dem Schwarzmarkt in der Türkei, wohl auch über Assad. Ich meine auch mal gelesen zu haben, dass der IS Strom in Rebellengebiete liefert, natürlich gegen Bezahlung. Da der IS bereit ist Sachen zum Discount-Preis zu verkaufen ist Abnehmer zu finden überhaupt nicht das Problem. Die Schmuggelrouten gibt es ja schon länger.


Und der türkische Geheimdienst kann dies nicht unterbinden ? Schmuggelrouten hin oder her, wir sprechen hier noch immer vom flachen Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei das sehr übersichtlich ist.

Platon hat geschrieben:Die Türkei könnte fraglos versuchen die Grenze dicht zu machen, aber das hat gegen die Kurden ja auch nie wirklich funktioniert.


Ja, weil die Kurden Sachen nicht über die syrisch- türkische Grenze schmuggeln, sondern über die irakisch- türkische. Dieses Grenzgebiet wird übrigens seit gestern von Seiten der Türkei heftig bombardiert.

Platon hat geschrieben:Ansonsten sollte man politische und strategische Überlegungen in ihrer Bedeutung nicht überschätzen, wenn es um Handel in Kriegszeiten geht. Wenn beide Seiten einen Vorteil sehen, werden sie Handel treiben, völlig egal ob sie eigentlich verfeindet sind oder nicht.


Ihr Argument ist gut, aber die Unterstützung der Türkei für den IS ging über den Handel hinaus. Welchen wirtschaftlichen Nutzen hat es denn wenn man den IS im eigenen Land gewähren lässt und die Rekrutierung voran treibt und seine Grenzen für Jihadisten offen lässt ?
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Provokateur » Sa 25. Jul 2015, 22:50

Kardux » Sa 25. Jul 2015, 23:04 hat geschrieben:Ihr Argument ist gut, aber die Unterstützung der Türkei für den IS ging über den Handel hinaus. Welchen wirtschaftlichen Nutzen hat es denn wenn man den IS im eigenen Land gewähren lässt und die Rekrutierung voran treibt und seine Grenzen für Jihadisten offen lässt ?


Wirtschaftlich nicht unbedingt, aber man kauft sich erst einmal Ruhe und Frieden, Dass ein derart erratisch kämpfendes System wie der IS dieses Abkommen irgendwann aufkündigt, war allerdings recht früh klar und ist aus Sicht der Zwei-Häuser-Lehre eine zwingende Folge. Es stellt sich dann nur die Frage nach dem "Wann".
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon King Kong 2006 » Sa 25. Jul 2015, 23:09

Anti-IS Demonstrationen, aber auch Demonstrationen gegen die Luftangriffe. Die PKK kündigt den Waffenstillstand auf. Mit einer steigenden Involvierung der Türkei in den Bürgerkriegsszenario steigen auch die innenpolitischen Probleme.

Polizei löst Anti-IS-Kundgebung in Ankara gewaltsam auf

Hunderte Verhaftungen in der Türkei – Für Sonntag geplanter Friedensmarsch verboten – Außenminister für Sicherheitszone in Nordsyrien – PKK kündigt den Waffenstillstand auf

Ankara – Mit Wasserwerfern und Tränengas ist die türkische Polizei am Samstag in Ankara gegen rund 1.000 Menschen vorgegangen, die in der Hauptstadt gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) demonstrierten. Mehrere Menschen wurden festgenommen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Demonstranten kritisierten die türkische Regierung für ihre jüngsten Luftwaffeneinsätze in Syrien und dem Irak und verurteilten den Anschlag in Suruc an der Grenze zu Syrien, bei dem am Montag 32 Menschen getötet und etwa hundert weitere verletzt wurden. Die Tat wird dem IS zugeschrieben.

Nach Angaben türkischer Medien lag die Zahl der Festnahmen in Ankara bei etwa 30. Die Nachrichtenagentur Dogan berichtete zudem, das im Istanbuler Stadtteil Gazi eine Kundgebung zum Gedenken den linken Aktivisten Günay Özaslan mit Wasserwerfern aufgelöst worden sei. Özaslan war am Freitag bei einer Polizeirazzia getötet worden.

Friedensmarsch verboten


PKK kündigt Waffenstillstand

Parallel zu den Militäraktionen gegen den IS startete die Türkei auch Angriffe auf die PKK im Nordirak. Die von den USA und der Europäischen Union (EU) als terroristische Organisation eingestufte Arbeiterpartei Kurdistans erklärte umgehend, die türkische Regierung habe den Waffenstillstand damit beendet. Durch den Beschuss der PKK-Lager im Nordirak sei er auch für die PKK bedeutungslos geworden, erklärte sie auf ihrer Internetseite.

http://derstandard.at/2000019701090/Tue ... n-und-Irak
Wenn man zuviel weiß, wird es immer schwieriger, einfache Entscheidungen zu treffen.
Wissen stellt eine Barriere dar, die einen daran hindert, etwas in Erfahrung zu bringen.
- Frank Herbert, Die Kinder des Wüstenplaneten
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Jekyll » So 26. Jul 2015, 00:27

Kardux » Sa 25. Jul 2015, 13:26 hat geschrieben:Das bedeutet das der türkische Staat entweder von dem Attentat wusste bzw. ihn geleitet hat. Auf jedenfall steckt die Türkei dahinter.
Sie verwechseln den türkischen Staat mit der PKK, Sherlock. Aber genau das hatte ich vermutet, dass Sie sich solche Erklärungen zurechtinterpretieren. Die türkische Regierung bringt also einfach mal so ihre eigenen Bürger um, um ein Vorwand für eine militärische Intervention zu kreieren....Ein Paradebeispiel dafür, wie paranoid ideologisch Verblendete sein können.

Und das zeigen eben die Vorkommnisse der letzten Tage. Die PKK war dumm, das sie türkische Polizisten zum Ziel nahmen (als Racheakt), anstatt einfach nur Massendemos zu organisieren.
Die PKK tut das, was sie schon immer getan hat - sie mordet und terrorisiert. Das ist sicher auch dumm, aber bei weitem nicht so ungewöhnlich für diese Bande, wie Sie es gerade vorzugeben versuchen, Herr Kardux.

Erdogan wollte die Radikalisierung - er hat sie bekommen...
Er hat lediglich die Einladung angenommen, die er von IS und den Kurden so eindringlich erhalten hat. Actio reactio.

und um nicht ganz alleine dazustehen musste die Türkei im Bezug auf den IS den USA ein wenig entgegen kommen. Macht das die Türkei damit zum IS- Gegner ? Nein...
Die Türkei ist gerade dabei, IS-Kämpfer zu liquidieren und deren Stellungen zu zerstören (zusammen mit denen der anderen Terrororganisation, der PKK). Wenn das kein Ausdruck von Gegnerschaft ist...
Zuletzt geändert von Jekyll am So 26. Jul 2015, 00:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon TomToxBox » So 26. Jul 2015, 03:43

Lieber Dr. Jekyll,

Deine Argumentation ist für mich nicht ganz schlüssig. Tatsache ist es gibt 2 Weltmächte, die erste sind die Vereinigten Staaten, die zweite Weltmacht sind die Massenmedien.

Kriege und Kriegseintritte wurden in den meisten Fällen immer mit Lügen über die Massenmedien, eingeleitet. Das die Türkei die IS unterstützt hat dürfte jedem klar sein. Das die Türkei nun gedealt hat mit den USA, dafür die Kurden von den USA nun fallengelassen werden ebenfalls.

Problem: In der Türkei muss der Angriff auf die Kurden irgendwie gerechtfertigt werden. Mit dem Anschlag hat man dann komischerweise ganz schnell die Rechtfertigung gehabt.

Wenn man eine Region nicht wirklich kontrollieren kann, dies scheint in Syrien wohl so zu sein, dann destabilisiert man halt die Gegend in dem man sie entvölkert.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Provokateur » So 26. Jul 2015, 08:36

Nicht der Anschlag war die Rechtfertigung für den Angriff auf die Kurden, sondern die Erschießung von zwei türkischen Polizisten durch die PKK.

Wirf mal nicht alles durcheinander.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Platon » So 26. Jul 2015, 10:58

Kardux » Sa 25. Jul 2015, 23:04 hat geschrieben:
Und der türkische Geheimdienst kann dies nicht unterbinden ? Schmuggelrouten hin oder her, wir sprechen hier noch immer vom flachen Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei das sehr übersichtlich ist.



Ja, weil die Kurden Sachen nicht über die syrisch- türkische Grenze schmuggeln, sondern über die irakisch- türkische. Dieses Grenzgebiet wird übrigens seit gestern von Seiten der Türkei heftig bombardiert.



Ihr Argument ist gut, aber die Unterstützung der Türkei für den IS ging über den Handel hinaus. Welchen wirtschaftlichen Nutzen hat es denn wenn man den IS im eigenen Land gewähren lässt und die Rekrutierung voran treibt und seine Grenzen für Jihadisten offen lässt ?

Nun die Türkei sah den IS als Mittel Assad zu schädigen, was sie ja nicht wirklich gemacht haben, weil der IS lange Zeit nicht Assad sondern andere Rebellen angegriffen hat. Dazu ist auch der Türkei klar, dass in ihrem Land zigtausende IS-Anhänger sind und eine Auseinandersetzung mit dem IS zu Anschlägen in türkischen Städten führen wird. Das ist ja genau das was jetzt zu erwarten ist und man versucht ja bereits mit Razzien die entsprechenden Kandidaten aus dem Verkehr zu ziehen.

Dazu kommt jetzt auch noch eine weitere Eskalation mit der PKK. Das lief meines Erachtens erst einmal unabhängig voneinander, aber die Reaktion des türkischen States ist beides Mal dasselbe. Bombardierungen, Massenverhaftungen, die Reaktion wird auch dieselbe sein - Anschläge in der Türkei und Gefechte im Grenzgebiet.

Erdogan hat es damit hinbekommen innerhalb von 48 Stunden aus einem Friedensprozess mit den Kurden und einem kritisierten Stillhalten mit dem IS zwei bewaffnete Aufstände/Terrorserien in türkischen Städten zu machen. Wenn es so kommt wie es aktuell erscheint, darf man nun auch die Türkei von der Liste der sicheren Reiseländer in der Region streichen. :thumbup:
Zuletzt geändert von Platon am So 26. Jul 2015, 10:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Platon » So 26. Jul 2015, 11:06

Wenn das so weitergeht ist am Ende der Iran, neben Israel, das einzige Land in der Region indem man nicht erwarten muss, dass man irgendwie entführt, durch einen Anschlag ums Leben kommt oder plötzlich in ein Feuergefecht verwickelt wird.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Kardux » So 26. Jul 2015, 16:19

Jekyll hat geschrieben:Sie verwechseln den türkischen Staat mit der PKK, Sherlock. Aber genau das hatte ich vermutet, dass Sie sich solche Erklärungen zurechtinterpretieren. Die türkische Regierung bringt also einfach mal so ihre eigenen Bürger um, um ein Vorwand für eine militärische Intervention zu kreieren....Ein Paradebeispiel dafür, wie paranoid ideologisch Verblendete sein können.


Sie haben wohl ein sehr schlechtes Gedächtnis. Ich aber nicht.

Die syrische Führung hat der Türkei vorgeworfen, sie habe die jüngsten Angriffe an der Grenze selbst inszeniert. Die regierungsnahe syrische Tageszeitung „Al-Watan“ schrieb, Ziel dieser Taktik sei es, die Einrichtung eines „befreiten Gebietes“ im Norden der syrischen Provinz Idlib durchzusetzen.


http://www.focus.de/politik/ausland/grenzkonflikte-syrien-kritisiert-ankara-tuerkei-will-pufferzone-durchsetzen_aid_836006.html

Wenn diese Meldung stimmt - und angesichts der Beweise dürfte dies der Fall sein - dann wäre dies eine Bombe. Die österreichische Militärzeitsschrift Der Soldat meldete, dass der Granatbeschuss auf türkisches Territorium vom Oktober letzten Jahres, bei dem fünf Menschen umkamen, mittels NATO-Granaten erfolgte. Ohne weitere Untersuchung machte die Türkei sofort syrische Regierungstruppen dafür verantwortlich.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten, wie es zum Beschuss türkischen Territoriums durch NATO-Munition kommen konnte: Erstens: Die NATO selbst tat es (Frage: Kann sie so dumm sein?). Zweitens: Die Granaten wurden tatsächlich von syrischer Seite aus abgefeuert. Dann erhebt sich die Frage, wie sie nach Syrien kamen. Der Verdacht fällt auf die Türkei, die die syrischen "Rebellen" massiv mit Munition beliefert. Im "Soldat" (vom 18.01.2013) heißt es dazu wörtlich:

"Türkei: Jene Werfergranate aus Syrien, die fünf Türken tötete, stammt eindeutig aus NATO-Beständen. Es scheint so, als hätte das NATO-Mitglied Türkei die syrischen Aufständischen mit Waffenlieferungen unterstützt. Allerdings müssten diese Lieferungen mit anderen NATO-Staaten abgestimmt sein.“

http://michael-mannheimer.net/2013/03/20/eilmeldung-der-granatangriff-auf-die-turkei-war-hochstwahrscheinlich-inszeniert/

Der Türkei hat in seiner Geschichte gezeigt das sie niemals Skrupel hat. Die asymmetrische Kriegsführung der Türkei gegen die Kurden in den 80er und 90er Jahren ist sehr gut dokumentiert.

Jekyll hat geschrieben:Die PKK tut das, was sie schon immer getan hat - sie mordet und terrorisiert. Das ist sicher auch dumm, aber bei weitem nicht so ungewöhnlich für diese Bande, wie Sie es gerade vorzugeben versuchen, Herr Kardux.


Wer den türkischen Staat als Feind hat, kann nur radikal enden. Das liegt auf der Hand. Es war nämlich der türkische Staat der zuerst gemordet und terrorisiert hat, da existierte noch nicht einmal eine PKK. Wie Sie so schön sagten "Actio reactio".

Jekyll hat geschrieben:Er hat lediglich die Einladung angenommen, die er von IS und den Kurden so eindringlich erhalten hat. Actio reactio.


Als der Fall von Kobanê letztes Jahr drohte zeigte Erdogan unverhohlen was er in Wahrheit vom Friedensprozess mit den Kurden hält. Die Türkei hat den IS unterstützt und Militärkasernen im Südosten bauen lassen, lange bevor die zwei türkischen Polizisten erschossen wurden. Erdogan will die Auseinandersetzung, und er wird sie bekommen.

Jekyll hat geschrieben:Die Türkei ist gerade dabei, IS-Kämpfer zu liquidieren und deren Stellungen zu zerstören (zusammen mit denen der anderen Terrororganisation, der PKK). Wenn das kein Ausdruck von Gegnerschaft ist...


Das ist nur Mittel zum Zweck. Die Türkei fokusiert sich in erster Linie auf den Beschuss der PKK- Lager. Der IS ist weiterhin Türkeis Spielzeug.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Platon » Fr 31. Jul 2015, 11:49

Den Friedensprozess hat Erdogan beendet. Er hätte auf die Ermordung der zwei türkischen Polizisten auch anders reagieren können, z.B. ein paar Luftangriffe auf PKK-Ziele im Irak und über inoffizielle Kanäle die Nachricht, dass man keine Eskalation wünscht, sich so ein Vorfall aber nicht zu wiederholen hat. Ähnlich wie Israel mit der Hamas umgeht.
Stattdessen hat man sich von den USA das ok für eine neue Militäroffensive und einem Ende des Friedensprozesses gegeben, im Gegenzug für ein aktives Vorgehen der Türkei gegen den IS. Das aber ja noch aussteht.

Das innenpolitische Kalkül die HDP durch ein Ende des Friedensprozesses mit den Kurden für viele unwählbar zu machen und bei den nächsten Wahlen dann wieder die absolute Mehrheit zu erreichen ist ziemlich offensichtlich und wird wohl auch erfolgreich sein. Ich habe nicht den Eindruck, dass man glaubt die PKK nun wirklich in die Knie zwingen zu können, militärisch wird man kaum mehr Erfolg haben, als in den vergangenen Jahrzehnten. Von daher sehe ich keinen strategischen Nutzen gegen die PKK vorzugehen, wenn man auch einen Waffenstillstand mit Aussicht auf einen dauerhaften Frieden hätte haben können.

Die Frage ist halt ob Erdogan nach den vorgezogenen Neuwahlen, die ja irgendwann kommen werden, dann die absolute Mehrheit erreicht und den Friedensprozess mit den Kurden wieder aufnimmt oder ob es nun wieder 20-30 Jahre Krieg mit den Kurden gibt.

Und ob es tatsächlich gelingt den IS von der türkischen Grenze zurückzudrängen und dort dann gemäßigte Rebellen herrschen und Flüchtlingslager errichten zu lassen.
Zuletzt geändert von Platon am Fr 31. Jul 2015, 11:54, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Provokateur » Fr 31. Jul 2015, 12:00

Ich würde mir so sehr wünschen, dass die Türken diese Taktik ihres Präsidenten erkennen. Denn klar ist: Erdogan führt nicht Krieg gegen die PKK, er führt Krieg für das Präsidialsystem, welches die AKP einführen soll.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Unterstützt die türkische Regierung (indirekt) den IS?

Beitragvon Kardux » Fr 31. Jul 2015, 12:22

Platon hat geschrieben:Den Friedensprozess hat Erdogan beendet. Er hätte auf die Ermordung der zwei türkischen Polizisten auch anders reagieren können


Erdogan hat doch die Ermordung dieser Polizisten bewusst provoziert. Die Eskalation war gewollt. Es ist ja auch nichts Neues. Wurde nicht auch vor den Wahlen in der Türkei ein Parteilokal der HDP in die Luft gejagt ?

Platon hat geschrieben:Das innenpolitische Kalkül die HDP durch ein Ende des Friedensprozesses mit den Kurden für viele unwählbar zu machen und bei den nächsten Wahlen dann wieder die absolute Mehrheit zu erreichen ist ziemlich offensichtlich und wird wohl auch erfolgreich sein.


Ich glaube eher das die HDP bis zu den Neuwahlen verboten wird oder man ihre politischen Führer inhaftiert. Unterm Strich will Erdogan seine Mehrheit zurück, egal wie.

Platon hat geschrieben:Die Frage ist halt ob Erdogan nach den vorgezogenen Neuwahlen, die ja irgendwann kommen werden, dann die absolute Mehrheit erreicht und den Friedensprozess mit den Kurden wieder aufnimmt oder ob es nun wieder 20-30 Jahre Krieg mit den Kurden gibt.

Und ob es tatsächlich gelingt den IS von der türkischen Grenze zurückzudrängen und dort dann gemäßigte Rebellen herrschen und Flüchtlingslager errichten zu lassen.


Erdogan hat jegliches Vertrauen unter den Kurden verloren. Mit ihm wird es keinen Friedensprozess (damit meine ich einen richtigen) mehr geben. Ob sich die Türkei einen 20-30 jährigen Krieg mit den Kurden überhaupt leisten kann bezweifel ich mal sehr stark. Was sich die Türkei für Syrien hat einfallen lassen ist ebenfalls mehr als nur waghalsig. Wie möchte man denn diese Pufferzone längerfristig kontrollieren ohne den Hass der Araber und Kurden auf sich zu lenken ?

Erdogans Außenpolitik war an dem Tag zum Scheitern verurteilt als er Kontakte zur Hamas aufnahm und sich den Arabern widmete. Es war nicht seine Aufgabe sich gegen Assad zu stellen oder sich Feinde in Tripolis und Kairo zu verschaffen.

Er hätte am Friedensprozess mit den Kurden festhalten sollen und sich dem Westen widmen sollen.
Make Kurdistan Free Again...

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