Grubenunglück in der Türkei

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Adlerauge
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Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Adlerauge » Do 15. Mai 2014, 01:27

Erdogan: So etwas passiert „überall auf der Welt“ Nach dem Grubenunglück in der Türkei sind in Istanbul und Ankara Tausende auf die Straßen gegangen. Sie machen die Regierung Erdogan mitverantwortlich für das Unglück. Doch der weist alle Schuld von sich. Und die Polizei geht mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Demonstranten vor.
Nach dem verheerenden Grubenunglück in der Türkei richten sich Trauer und Wut zunehmend gegen die Regierung. In Ankara und Istanbul demonstrierten am Mittwochabend mehrere tausend Menschen gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Menge vor. Bei dem Grubenunglück im westlichen Soma starben mindestens 274 Menschen, dutzende Kumpel wurden am Mittwochabend noch vermisst.


http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 39807.html

Es ist schrecklich, was da passiert ist und die verachtenden Worte von Erdogan setzen dem Genzen noch die Krone auf.
Aber die Türken haben ihn gewählt-jetzt sehen sie, was sie davon haben.

http://media1.faz.net/ppmedia/aktuell/2 ... n-soma.jpg
Recht muss Recht bleiben, dem Unrecht muss das Recht entzogen werden!
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schelm
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon schelm » Do 15. Mai 2014, 14:16

Es existiert imho ein Zusammenhang zwischen dem gesellschaftlichen Status der Rechte des Individuums und der Umsetzung von Sicherheit in der Arbeitswelt.

Die Türkei ist natürlich keine Diktatur - aber auch noch keine wirkliche Demokratie. So schmerzlich so ein Unglück sein mag - für die Türkei als Gesellschaft kann es ein Weckruf zur Reflexion über den Status der Wertbemessung des Individuums werden.

Freundliche Grüße, schelm
Jeder Kaiser hat das Recht nackt vor sein Volk zu treten, aber dafür bedarf es eines Volkes, das nicht blind ist.
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Cat with a whip
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Cat with a whip » Do 15. Mai 2014, 14:47

Diejenigen, die das Credo der Privatsierung anstimmen, haben anschaulich die Gleichung vor Augen: Menschenleben gegen Profit. Gerade unter Tage ist Sicherheit jedoch evident. Die Beschäftigung entrechteter billiger Leiharbeiter aus Gewinnsucht, die nicht mehr die Fachkunde der langjährigen Grubenarbeiter besitzen und Sicherheitsprobleme nicht erkennen oder nicht die Courage haben darauf hinzuweisen sind ein Rückschritt für die Arbeitsbedingungen unter Tage. Dann kommt sowas von sowas. Nun, man kann mit dieser Verfahrensweise sicher scheinbar wirtschaftliche Fortschritte erzielen wie gezeigt, es bleibt aber in sicherheitsrelevanten Bereichen nicht ohne Konsequenzen.

Ob das Ereignis für die AKP brisant werden könnte wird man sehen. Möglich ist es auch, dass viele Türken bereits schon so abgestumpft sind und die Show der AKP mitspielen und ihren starken Übervater der schon alles richtig macht weiterhin wählen. Wir Deutsche müssten das ja gut nachempfinden können, so wie die 50% Unionswähler hier in Deutschland, die laut repräsentativer Umfragen einfach nur hirnverbrannt das "Image Merkel" wählten und explizit keine politischen Inhalte. Es scheint mir ähnlich wie in Deutschland zu sein, ein sich psychologisches Abschotten einer halbwegs saturierten Aufsteigerschicht gegen drängende aktuelle gesellschaftliche Fragen. Realitätsflucht in ein Weiter so ohne etwas von gesamtgesellschaftlichen Implikationen wissen zu wollen.

Damit es für die AKP eng wird, reicht es wie immer nicht dass nur Kinder oder Studendis oder Gewerkschafter gegen die autoritär-bigotten Korruptis Erdogans krakeelen, dazu muß schon die kritische Masse der einfache Erhan Yılmaz stämmen. Momentan wird wie letztes Jahr von den Gewekschaften zum Generalstreik aufgerufen. Mal schaun, die Unruhen weiten sich ja grad wieder aus. Aber vielleicht will Erhan mehrheitlich einfach nur seine Ruhe und die Toten im Bergwerk vergessen. Am besten draufhauen bis Ruhe ist. Mal schaun...
Zuletzt geändert von Cat with a whip am Do 15. Mai 2014, 14:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Cat with a whip » Do 15. Mai 2014, 16:46

Grad im Radio, pro geförderter Tonne liegen selbst in China die tödlichen Arbeitsunfälle weit unter der der Türkei.
Zuletzt geändert von Cat with a whip am Do 15. Mai 2014, 16:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Demobekämpfung nach Art der Türkei

Beitragvon Anti-Gutmensch » Do 15. Mai 2014, 23:10

Wie schafft man sich unbequeme Demonstranten vom Hals?
Ganz einfach: Man läßt in von Polizisten festhalten und tritt zu - als Regierungsangehöriger

http://www.bild.de/politik/ausland/rece ... .bild.html
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Cat with a whip » Fr 16. Mai 2014, 03:53

"Erdogan hat erstmals für alle erkennbar sein wahres Gesicht gezeigt", sagte der türkische Wirtschaftswissenschaftler und bekannte Zeitungskolumnist Mehmet Altan aus Istanbul der FR. "In Wahrheit interessieren ihn die kleinen Leute gar nicht. In Soma hat er sich wie der beste Freund der Minenbarone gebärdet." Das könnte zum Problem werden, denn der Premier will, dass ihn die einfachen Leute im August zum Staatspräsidenten wählen. "Die Türken neigen dazu, vergesslich zu sein. Aber es könnte diesmal anders laufen. Soma könnte zu einer Änderung der Wahrnehmung Erdogans im Volk führen", meint Altan.

http://www.fr-online.de/tuerkei/grubenu ... 40558.html

Es ist oft nichtmal die Vergesslichkeit, es ist oft das uninformiertheit der Bürger, die Politikern das Überleben sichern. Es gab kurz vor dem Grubenunglück einen Antrag der kemalistischen CHP in der Nationalversammlung (das türksiche Parlament "Meclis") zu einer parlamentarischen Untersuchung der Sicherheit in jenem Bergwerk Soma. Noch gut 2 Wochen vor dem Unglück wurde diese Untersuchung vom Parlament mit der Stimmenmehrheit von Erdogans AKP abgelehnt.

Das alleine ist eigentlich ein Skandal. Man muß schon recht abgestumpft sein, wenn man da nichtmal fragt, ob die AKP die richtige Wahl war.
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Cat with a whip » Fr 16. Mai 2014, 12:04

Ob die Zeugenaussagen korrekt sind? Macht sich ja nie gut, wenn man als Volksvertreter vor dem Mob die Contenance verliert und gewalttätig wird.

Bei seinem Besuch im westtürkischen Soma nach dem schweren Grubenunglück soll Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nach Medienberichten zwei Passanten tätlich angegriffen haben. Ein Opfer sei ein 15-jähriges Mädchen gewesen, berichteten die Zeitung "Evrensel" und andere Medien am Freitag. Das Kind sei Tochter eines Todesopfers des Grubenunglücks und habe Erdogan in Soma als "Mörder meines Vaters" beschimpft. Erdogan habe zudem einen Bergmann geschlagen und als "Ausgeburt Israels" beschimpft.
.....
Der Bergmann, Taner Kuruca, bestätigte den Vorfall vom Mittwoch, sagte aber, er wolle keine Strafanzeige stellen, obwohl er auch von den Leibwächtern Erdogans verprügelt worden sei. Erdogan habe die Ohrfeige sicher nicht gewollt.
.....
Die Leibwächter Erdogans ließen den 60-jährigen Regierungschef vor der Abfahrt aus der Stadt vor einem Supermarkt aussteigen, wo erneut Parolen gegen die Regierung aufbrandeten. Vor dem Eingang des Geschäfts soll Erdogan die Schläge ausgeteilt haben.

http://www.fr-online.de/tuerkei/tuerkei ... 47502.html
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Kopernikus » Fr 16. Mai 2014, 12:10

Erdogan ist einfach ein absolutes Arschloch, wenn man seinen Umgang mit dem Unglück betrachtet. Die gewalttätigen Angriffe seiner Leute (oder gar von ihm selbst) auf Angehörige der Opfer setzt dem ganzen noch die Krone auf. Obligatorisch natürlich auch die antisemitisch motivierte Diffamierung als "Ausgeburt Israels". Wie dumm kann man sein? :rolleyes:
Zuletzt geändert von Kopernikus am Fr 16. Mai 2014, 14:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Cat with a whip » Fr 16. Mai 2014, 14:54

Die Strategie Erdoğans lautete stets: Ich teile und herrsche. Damit hat er das Land polarisiert und alle Wahlen gewonnen. Dieses Rezept dürfte zumindest nach Soma nicht mehr so gut funktionieren. Denn die Menschen im Ruhrgebiet der Türkei waren bislang keine Regierungsgegner, viele wählten AKP.

http://www.sueddeutsche.de/politik/grub ... -1.1964314

Politisch zumindest unklug...
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Ferit » Fr 16. Mai 2014, 16:46

Erdoğan muss weg. Wäre er ein aufrichtiger Politiker, wären er und seine AKP-Truppe schon längst zurückgetreten. Aber sie treten lieber auf die Menschen.
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Blasphemist » Fr 16. Mai 2014, 16:57

Ferit » Fr 16. Mai 2014, 17:46 hat geschrieben:Erdoğan muss weg. Wäre er ein aufrichtiger Politiker, wären er und seine AKP-Truppe schon längst zurückgetreten. Aber sie treten lieber auf die Menschen.

Woher plötzlich der Sinneswandel. Du warst doch immer ein treuer Anhänger.
Nur wegens des Unglücks?

Aber besser jetzt als nie :thumbup:
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Ferit » Fr 16. Mai 2014, 16:59

Unterstellung
Zuletzt geändert von Cobra9 am Di 20. Mai 2014, 10:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Blasphemist » Fr 16. Mai 2014, 17:00

Ferit » Fr 16. Mai 2014, 17:59 hat geschrieben:
Blasphemist » Fr 16. Mai 2014, 16:57 hat geschrieben:Woher plötzlich der Sinneswandel. Du warst doch immer ein treuer Anhänger.
Nur wegens des Unglücks?

Aber besser jetzt als nie :thumbup:

Das kann doch dir egal sein. Du bist wahrscheinlich froh darum, dass es 284 Türken weniger auf der Welt gibt.

Beleidigung
Zuletzt geändert von Cobra9 am Di 20. Mai 2014, 10:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Subutai » Fr 16. Mai 2014, 18:43

Spam
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Tjorvenluy » Mi 21. Mai 2014, 13:04

Natürlich passieren solche Unglücke öfters mal, - nicht nur in der Türkei, damit hat Erdogan schon recht, aber wenn im Sommer die CHP einen Antrag in Ankara gestellt hat, das die Sicherheitslücken überprüft werden, weil es immer wieder zu kleineren Arbeitsunfällen kam, dann sollte er sich entschuldigen(!), weil es eindeutig der Fehler seiner Partei war, denn solche Arbeitsunfälle und die über 300 Toten die damit verbunden sind, lassen sich dadurch vermeiden.
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon frems » Mi 21. Mai 2014, 13:09

Tjorvenluy » Mi 21. Mai 2014, 14:04 hat geschrieben:Natürlich passieren solche Unglücke öfters mal, - nicht nur in der Türkei, damit hat Erdogan schon recht, aber wenn im Sommer die CHP einen Antrag in Ankara gestellt hat, das die Sicherheitslücken überprüft werden, weil es immer wieder zu kleineren Arbeitsunfällen kam, dann sollte er sich entschuldigen(!), weil es eindeutig der Fehler seiner Partei war, denn solche Arbeitsunfälle und die über 300 Toten die damit verbunden sind, lassen sich dadurch vermeiden.

Die Verbitterung lag wohl vor allem auch am Umgang. Natürlich kann so ein Unfall überall passieren, egal wie hoch die Sicherheitsvorkehrungen sind. Wenn bloß so viele Menschen trauern, vor allem die Angehörigen, dann schießt man sich selbst ins Aus, wenn man den Fall herunterspielt und flapsig als Betriebsunfall darstellt. Eigentlich müßte man, wenn man schon nicht den Hut zieht (wie in Südkorea, Lettland etc. nach größeren Unglücken), die Aufklärung des Vorfalls zur Chefsache erklären statt nur zu verkünden, daß in Land XY doch auch mal passiert ist.
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon BattalGazi » Do 22. Mai 2014, 07:24

Auch wenn Erdogan sich in der Pflicht sah sich verteidigen zu müssen, da die CHP keine zwei Stunden nach dem Unglück öffentlich der Regierung die Schuld gab in dem man auf den Abgelehnten Antrag im türkischen Parlament verwies, war die Wortwahl nicht nur ungeschickt, sondern unangebracht und verletzend. Ich bin mir sicher, dass dies so vom türkischen Premier nicht beabsichtigt gewesen ist, aber er hätte die Kritik der Opposition erst einmal links liegen lassen müssen und zumindest auf die schwere des Unglückes verweisen und Beileidbekundungen abgeben müssen. Das ist es was man von Staatsmännern erwartet. Alles andere ist politisch, und hat seinen Platz zur passenden Zeit im Parlament. Da muss man selbstverständlich auch die Berater von Erdogan tadeln, denn das Ergebnis zeigt, dass sie keine gute Arbeit geleistet haben.

Alles im allen hat mich fast die gesamte Landschaft der Türkei beim Umgang mit diesem Unglück enttäuscht. So wurde das Unglück innerhalb kürzester Zeit politisch instrumentalisiert, für Kravalle und Propaganda gegen die Regierung missbraucht, obwohl den Türken der dezente Umgang in einem Trauerfall bekannt ist.
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Marmelada » Do 22. Mai 2014, 07:40

frems » Mi 21. Mai 2014, 14:09 hat geschrieben:
Tjorvenluy » Mi 21. Mai 2014, 14:04 hat geschrieben:Natürlich passieren solche Unglücke öfters mal, - nicht nur in der Türkei, damit hat Erdogan schon recht, aber wenn im Sommer die CHP einen Antrag in Ankara gestellt hat, das die Sicherheitslücken überprüft werden, weil es immer wieder zu kleineren Arbeitsunfällen kam, dann sollte er sich entschuldigen(!), weil es eindeutig der Fehler seiner Partei war, denn solche Arbeitsunfälle und die über 300 Toten die damit verbunden sind, lassen sich dadurch vermeiden.

Die Verbitterung lag wohl vor allem auch am Umgang. Natürlich kann so ein Unfall überall passieren, egal wie hoch die Sicherheitsvorkehrungen sind. Wenn bloß so viele Menschen trauern, vor allem die Angehörigen, dann schießt man sich selbst ins Aus, wenn man den Fall herunterspielt und flapsig als Betriebsunfall darstellt. Eigentlich müßte man, wenn man schon nicht den Hut zieht (wie in Südkorea, Lettland etc. nach größeren Unglücken), die Aufklärung des Vorfalls zur Chefsache erklären statt nur zu verkünden, daß in Land XY doch auch mal passiert ist.
Und dadurch, dass er es auch noch mit Grubenunglücken im 19. Jahrhundert verglichen hat, macht es seine Aussage nicht nur pietätlos, sondern in Bezug auf die mangelhaften Sicherheitsstandards der heutigen Türkei obendrein zynisch.
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Cat with a whip
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Cat with a whip » So 27. Nov 2016, 16:48

Unangenehme Nachrichten schnürt die Türei nun gleich am Übermittler ab: Deutsche WDR-Journalistin in Kurdengebiet festgenommen, nachdem sie von Grubenunglück mit Toten berichtete. Vorwand: Sie habe angeblich unerlaubt Bilder von militärischer Sperrzone gemacht.

http://www.fr-online.de/politik/hatice- ... 68788.html
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Re: Grubenunglück in der Türkei

Beitragvon Gallipoli » Mo 28. Nov 2016, 04:30

Cat with a whip hat geschrieben:(27 Nov 2016, 16:48)

Unangenehme Nachrichten schnürt die Türei nun gleich am Übermittler ab: Deutsche WDR-Journalistin in Kurdengebiet festgenommen, nachdem sie von Grubenunglück mit Toten berichtete. Vorwand: Sie habe angeblich unerlaubt Bilder von militärischer Sperrzone gemacht.

http://www.fr-online.de/politik/hatice- ... 68788.html


Militärische Sperrzonen sollte man beachten, besonders wenn Ausnahmezustand besteht und ganz besonders wenn Pressefreheit nicht mehr gestattet ist. Bin gespannt was die Tante über den Fall berichten wird :)

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