Der neue Kalterkrieg und die Türkische Positionierung

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Subutai
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Der neue Kalterkrieg und die Türkische Positionierung

Beitragvon Subutai » So 20. Apr 2014, 11:14

Die Ukraine-Kriese, welche die EU-Schwachmaten losgetreten haben, entwickelt ein Eigenleben und es scheint ein neuer Kalter Krieg in der Luft zu liegen.

Obama focuses updated Cold War approach on Putin

WASHINGTON — Even as the crisis in Ukraine continues to defy easy resolution, President Obama and his national security team are looking beyond the immediate conflict to forge a new long-term approach to Russia that applies an updated version of the Cold War strategy of containment.

Just as the United States resolved in the aftermath of World War II to counter the Soviet Union and its global ambitions, Obama is focused on isolating President Vladimir Putin’s Russia by cutting off its economic and political ties to the outside world, limiting its expansionist ambitions in its own neighborhood and effectively making it a pariah state.

Obama has concluded that even if there is a resolution to the current standoff over Crimea and eastern Ukraine, he will never have a constructive relationship with Putin, aides said.
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As a result, Obama will spend his final 2½ years in office trying to minimize the disruption Putin can cause, preserve whatever marginal cooperation can be saved and otherwise ignore the master of the Kremlin in favor of other foreign policy areas where progress remains possible.

...

http://www.bostonglobe.com/news/world/2 ... story.html




A quick end won't serve Vladimir Putin's purposes in Ukraine

Russian President Vladimir Putin wants to regain his influence over Ukraine by forcing constitutional reform and muddying the upcoming election.

...

http://www.latimes.com/world/europe/la- ... z2zPiMfSND



Why Turkey is key to the Russia-Ukraine-EU crisis

An overwhelming majority of NGOs and analysts have led the diplomats of the EU and the U.S. into playing a detrimental role in the status of Ukraine. The EU was looking for a western-facing Ukraine -- leaving Russia behind -- and failed to take into consideration that Sevastopol in Crimea was the only door the Russian Navy has to the Black Sea and “the Bear” would fight for this with its life.

Now those who supported the internal conflicts in Ukraine are holding meeting after meeting and have come to realize they have nothing left other than threatening Russia with sanctions. Russia’s economy mainly depends on natural resources extraction, most of which is sold to the EU. Sanctions – if applied – would only further damage European economies and Russia could end up exporting its rich natural resources to the rapidly-rising East.

Ukraine is a hub for the East-West corridor and has been subjected to occupation and pillage due to Asia-Europe disputes throughout its history.

The EU certainly did not pull Ukraine so forcefully to its side thinking the Ukrainians would excel in democracy, art and science and therefore contribute to a great extent to the culture of the European Union. They did so because the thirsty EU economies needed at least a part of this vital country to have control over the Russian energy corridor to Europe.

...

This should lead us to think of, and take precautions for, a potential axial shift dispute in the Balkans, a new conflict to spread to the coasts of the Black Sea, like the one in the Persian Gulf. If the crisis gets bigger, the Black Sea will become a militarized region, the center for a Russia-West conflict, and countries in the region will begin arming themselves to the teeth: Romania, Bulgaria and Ukraine will turn into vast military encampments.

Here we have to turn to the country which has the longest Black Sea coasts and controls the sea traffic in the Black Sea: Turkey.

....

Istanbul Canal is the key to Black Sea power struggle



Die USA möchten also mittelfristig Russland isolieren und zu einem Pariah-Staat machen.

Und ich frage mich als Türke, was bringt dieser Zeitabschnitt für die Türkei und wie sollte sich die Türkei positionieren, um den Schaden zu minimieren, der sich daraus ergibt. Es gibt eigentlich nur drei Möglichkeiten für die Türkei: Wir könnten uns den Westen oder Russland anschließen oder uns raushalten.

-Die zweite Alternative, uns Russland anzuschließen ist nur eine Theoretische und kommt eigentlich nicht in Frage. Die Türkei könnte aber Russland unterstützen bzw dessen Isolierung schwächen und das Abkommen von Montreux strickter für den Westen auslegen.
Das hätte aber hohe Kosten, der Westen könnte versuchen auch die Türkei zu isolieren, ob ihnen das glingt ist fraglich. Der wirtschafltiche Schaden hielte sich in Grenzen, da die Türkei mehr aus dem Westen importiert als dorthin exportiert, das wäre also verkraftbar. Der wirkliche Schaden würde darin bestehen, dass wir von westlicher Technologie komplett abgeschnitten wären und die brauchen wir für die Modernisierung der Türkei.

- Die Türkei könntenatürlich auch wie schon im 1. KK, sich dem Westen anschließen und ihre Beziehungen zu Russland komplett aufgeben. Da aber die Türkei rund 70% ihre Energie aus Russland bezieht und Russland auch der zweitgrößter Exportmarkt für die Türkei ist, wäre der Schaden immens.

- Daher bleibt für die Türkei nur die dritte Möglichkeit, sich komplett aus diesem Konflickt raus zu halten und möglicherweise die NATO zu verlassen. Auch hier werden die Westlichen Staaten Druck auf die Türkei ausüben und/oder versuchen ein Regierungswechsel einzuleiten. Der Druck würde sich steuern lassen, wenn die Türkei damit drohen würde komlett ins Russische Lager zu wechseln. Unter ähnlichen Drohungen wurden schon US-Sanktionen gegen die Türkei in den 70ern nach dem Zypernkrieg aufgehoben.
Zuletzt geändert von Subutai am So 20. Apr 2014, 11:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der neue Kalterkrieg und die Türkische Positionierung

Beitragvon palulu » So 20. Apr 2014, 21:40

Wenn sie für alle Ausfälle Kompensationen bezahlen, dann gerne, in diesem Fall können wir auch gegen Russland Partei ergreifen. Die Regierung aber will sich einfach heraushalten.
Zuletzt geändert von palulu am So 20. Apr 2014, 21:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der neue Kalterkrieg und die Türkische Positionierung

Beitragvon Ach Gott » Do 24. Apr 2014, 18:05

Sofern die Türkei amerikanischen Begehrlichkeiten nicht folgen will, sollte sie ihre Rolle in Der NATO überdenken.
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Re: Der neue Kalterkrieg und die Türkische Positionierung

Beitragvon palulu » Do 24. Apr 2014, 20:56

Ohne die Türkei ist die Nato niemals komplett. Für den Westen ist die Vorstellung einer solchen Türkei überdies viel zu gefährlich. Darauf warten doch Staaten wie China und Russland nur.
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Re: Der neue Kalterkrieg und die Türkische Positionierung

Beitragvon Subutai » Do 24. Apr 2014, 20:59

Die Türkei braucht die NATO nicht nur eine nukleare Abschreckung.
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Re: Der neue Kalterkrieg und die Türkische Positionierung

Beitragvon Ach Gott » Do 24. Apr 2014, 22:26

Subutai » Do 24. Apr 2014, 20:59 hat geschrieben:Die Türkei braucht die NATO nicht nur eine nukleare Abschreckung.

Solche Kapazitäten kann die Türkei heute entweder selber entwickeln, einkaufen oder strategische Partnerschaften eingehen. Dazu sind längst nicht mehr nur NATO-Staaten in der Lage.
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Re: Der neue Kalterkrieg und die Türkische Positionierung

Beitragvon palulu » Do 24. Apr 2014, 22:41

Ach Gott » Do 24. Apr 2014, 23:26 hat geschrieben:
Subutai » Do 24. Apr 2014, 20:59 hat geschrieben:Die Türkei braucht die NATO nicht nur eine nukleare Abschreckung.

Solche Kapazitäten kann die Türkei heute entweder selber entwickeln, einkaufen oder strategische Partnerschaften eingehen. Dazu sind längst nicht mehr nur NATO-Staaten in der Lage.


Ankara hat vor Kurzem (War's in Italien?) indirekt seinen Verzicht auf solche Waffen erklärt.
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Re: Der neue Kalterkrieg und die Türkische Positionierung

Beitragvon Subutai » Fr 25. Apr 2014, 19:25

Ach Gott » Do 24. Apr 2014, 22:26 hat geschrieben:
Subutai » Do 24. Apr 2014, 20:59 hat geschrieben:Die Türkei braucht die NATO nicht nur eine nukleare Abschreckung.

Solche Kapazitäten kann die Türkei heute entweder selber entwickeln, einkaufen oder strategische Partnerschaften eingehen. Dazu sind längst nicht mehr nur NATO-Staaten in der Lage.

So ist es, es sind ja auch Nicht-NATO-Staaten, die die Nuklearkraftwerke in der Türkei bauen werden.

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