Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

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lamb of god
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Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon lamb of god » Sa 4. Okt 2008, 18:10

Anläßlich des heutigen Angriffs auf einen türkischen Grenzposten möchte ich diese Frage einmal aufwerfen.
Wiki hat geschrieben:Die Kurden sind eine iranischsprachige Ethnie im Nahen Osten, deren Siedlungsgebiet zusammenfassend als Kurdistan bezeichnet wird. Sie sind mehrheitlich sunnitische Muslime und sprechen Dialekte der kurdischen Sprache. Die Kurden sind das größte Volk(gesamt ca. 26.600.000) der Welt ohne einen eigenen Staat und leben als bedeutende Minderheit innerhalb der Staatsgrenzen der Türkei, Irans, Iraks und Syriens.
In Europa macht inzwischen jeder Schafhirtenclan seinen eigenen Staat auf und wird sogar unter Umgehehung völkerrechtlicher Bestimmungen, von der einen oder anderen Seite anerkannt und auf der anderen Seite ist hier eine Ethie, der nun schon seit 80 Jahren verwehrt wird, was bei anderen Vöölkern als selbstverständlich gilt. Meinungen dazu?
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bakunicus
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon bakunicus » Sa 4. Okt 2008, 18:27

so weit ich informiert bin geht es dabei ums wasser.

dieses kommt aus den bergen, in alle betroffenen länder türkei, irak, syrien und iran.

ein kurdischer staat hätte darauf zugriff, und die betroffenen tiefebenen wären dann abhängig.
daher haben diese länder, in deren staatsgebiet sich ein kurdischer staat befinden würde, elementare interessen.

abgesehen davon, dass auch andere bodenschätze und wertvolles land in kurdistan wäre.

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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon jack000 » Sa 4. Okt 2008, 18:36

lamb of god hat geschrieben:In Europa macht inzwischen jeder Schafhirtenclan seinen eigenen Staat auf und wird sogar unter Umgehehung völkerrechtlicher Bestimmungen, von der einen oder anderen Seite anerkannt und auf der anderen Seite ist hier eine Ethie, der nun schon seit 80 Jahren verwehrt wird, was bei anderen Vöölkern als selbstverständlich gilt. Meinungen dazu?


Frage zur Verständnis : Was meinst du denn mit dem fettgedrucktem ?

Zum Thema Kurden : Aus meiner Sicht hätte die Beendigung des Saddam Hussein-Regimes eine Chance geboten den Kurden ihren eigenen Staat (oder zumindest eine autonome Provinz) zu gründen (Was nun nicht das Gesamte Gebiet der Kurden betroffen hätte, aber es wäre ein Anfang gewesen).
Wenn 26.000.000 Menschen einen eigenen Staat haben wollen, dann sollen die den auch bekommen.
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon bakunicus » Sa 4. Okt 2008, 19:47

jack000 hat geschrieben:
Frage zur Verständnis : Was meinst du denn mit dem fettgedrucktem ?

Zum Thema Kurden : Aus meiner Sicht hätte die Beendigung des Saddam Hussein-Regimes eine Chance geboten den Kurden ihren eigenen Staat (oder zumindest eine autonome Provinz) zu gründen (Was nun nicht das Gesamte Gebiet der Kurden betroffen hätte, aber es wäre ein Anfang gewesen).
Wenn 26.000.000 Menschen einen eigenen Staat haben wollen, dann sollen die den auch bekommen.



das sehe ich auch so ...

separatismus ist kein verbrechen.

nur dann, wenn er mit gewalt verbunden ist.

allerdings gehört dazu auch, das von betroffenen staaten ein überzeugendes votum anerkannt wird.


dementsprechende begehren allein mit einer souverenität des staates abzulehnen ist unzureichend, und sehr gefährlich.

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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon lamb of god » So 5. Okt 2008, 14:05

jack000 hat geschrieben:Frage zur Verständnis : Was meinst du denn mit dem fettgedrucktem ?
Z.B. uf dem Balkan Kosovo und im Kaukasus Südossetien.

jack000 hat geschrieben:Zum Thema Kurden : Aus meiner Sicht hätte die Beendigung des Saddam Hussein-Regimes eine Chance geboten den Kurden ihren eigenen Staat (oder zumindest eine autonome Provinz) zu gründen (Was nun nicht das Gesamte Gebiet der Kurden betroffen hätte, aber es wäre ein Anfang gewesen).
Wenn 26.000.000 Menschen einen eigenen Staat haben wollen, dann sollen die den auch bekommen.

Das sehe ich auch so.
@baku
Natürlich geht es auch um Ressourcen und Boden, aber wo geht es nicht darum? Bei Gewaltanwendung, bitte auch mal differenzieren. Bei den Kurden ist die angewandte Gewalt eine Reaktion auf zuvor erlebte Gewalt. Bombardierte Dörfer, Verschwindenlasen, Folter, Terror, Kulturverbote i der Türkei und nicht zuletzt im Irak Giftgasangriffe sind allesamt zu verurteilende Mittel. Selbstverteidigung dagegen ist kein Verbrechen.
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon bakunicus » So 5. Okt 2008, 14:18

lamb of god hat geschrieben:Z.B. uf dem Balkan Kosovo und im Kaukasus Südossetien.


Das sehe ich auch so.
@baku
Natürlich geht es auch um Ressourcen und Boden, aber wo geht es nicht darum? Bei Gewaltanwendung, bitte auch mal differenzieren. Bei den Kurden ist die angewandte Gewalt eine Reaktion auf zuvor erlebte Gewalt. Bombardierte Dörfer, Verschwindenlasen, Folter, Terror, Kulturverbote i der Türkei und nicht zuletzt im Irak Giftgasangriffe sind allesamt zu verurteilende Mittel. Selbstverteidigung dagegen ist kein Verbrechen.



ich dachte, dass ich das deutlich gemacht hätte ....

"allerdings gehört dazu auch, das von betroffenen staaten ein überzeugendes votum anerkannt wird.

dementsprechende begehren allein mit einer souverenität des staates abzulehnen ist unzureichend, und sehr gefährlich."

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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon lamb of god » So 5. Okt 2008, 16:17

@baku
Deine Argumentation klingt wie: "Wäre die Welt ein Würfel könnten wir auf den Kanten laufen". In einem anderem hread hast du selbst gesagt, dass du eine Politik des Konjungtiv ablehnst. Die Weklt ist aber wie sie ist und derzeit deutet nichts auf eine Klärung der Kurdenfrage. Sie ist anscheinend von allen politischen Verantwortlichen nicht gewollt. Die Gewalt, und so wird es von den Mainstreams nun mal getan, einseitig seit Jahrzehnten den Kurden zuzuschieben, stellt für mich diese Journalisten schon auf das Niveau von Schreibtischtätern.
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon palulu » So 5. Okt 2008, 16:29

Also,

ich bin absolut gegen einen kurdischen Staat.

1. Wie der Name schon sagt, heißt es Nordirak und nicht Kurdistan. Der Irak ist ein souveräner und eigenständiger Staat. Jeder Versuch diesen Staat zu Teilen wäre ein Verbrechen.


2. Politisch gesehen hätte dieser Staat keine Überlebenschancen. Aus dem ganz einfachen Grund, dass die Türkei und der Iran gegen diesen Staat sind. Der südliche Teil des Iraks ist ebenfalls dieser Meinung. Was Syrien angeht ist es auch ganz klar: Gegen USA also gegen die Kurden.

Nordirak wäre ganz einfach ein Spielball. Ähnlcih wie Georgien nur halt das diesmal mehrere Staaten im Spiel sind. Außerdem wäre das ein gefundenes Fressen für die Türkei endlich in Kerkük einzumarschieren und die dort lebenden Türkmenen unter der Herrschaft der Kurden zu befreien, was ich absolut befürworte.


Es bringt einfach viel zu viele Probleme mit sich und ich kann mich nur wiederholen: Der Irak ist ein Staat den man nicht mir nichts, dir nichts Teilen kann. Es leben da mehr als nur Kurden.
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon Mithrandir » So 5. Okt 2008, 23:03

palulu hat geschrieben:1. Wie der Name schon sagt, heißt es Nordirak und nicht Kurdistan. Der Irak ist ein souveräner und eigenständiger Staat. Jeder Versuch diesen Staat zu Teilen wäre ein Verbrechen.

Und was wäre, wenn der Irak den südlichen Teil Kurdistans in die Unabhängigkeit entließe?
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon jack000 » So 5. Okt 2008, 23:15

palulu hat geschrieben:Es bringt einfach viel zu viele Probleme mit sich und ich kann mich nur wiederholen: Der Irak ist ein Staat den man nicht mir nichts, dir nichts Teilen kann. Es leben da mehr als nur Kurden.


Zweifellos fällt das ganze nicht unter die Kategorie "Mal ebens so.." Aber momentan gibt es doch auch sehr erhebliche Probleme ?

Natürlich leben da auch andere Bevölkerungsgruppen, aber wäre eine Lösung nicht z.B. eine weitestgehende Autonomie ?
Es wird sogar nicht mehr im PF geleugnet: "Ja die Gewalt gegen Frauen hat bedingt durch Zuwanderung zugenommen, und jetzt?"
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon Mithrandir » Mo 6. Okt 2008, 00:21

jack000 hat geschrieben:Natürlich leben da auch andere Bevölkerungsgruppen, aber wäre eine Lösung nicht z.B. eine weitestgehende Autonomie ?

Der irakische Teil Kurdistans hat innerhalb des Iraks bereits sehr starke Autonomie.
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon Quatschki » Mo 6. Okt 2008, 06:53

lamb of god hat geschrieben:Anläßlich des heutigen Angriffs auf einen türkischen Grenzposten möchte ich diese Frage einmal aufwerfen.
In Europa macht inzwischen jeder Schafhirtenclan seinen eigenen Staat auf und wird sogar unter Umgehehung völkerrechtlicher Bestimmungen, von der einen oder anderen Seite anerkannt und auf der anderen Seite ist hier eine Ethie, der nun schon seit 80 Jahren verwehrt wird, was bei anderen Vöölkern als selbstverständlich gilt. Meinungen dazu?

Eine Frage der Machtbalance.
Hauptgrund dürfte aber sein, daß das kurdische Volk keine staatsbildende Kraft besitzt, keinen Drang, sich einem nationalen Anführer zu unterstellen,
sondern die lokalen Autoritäten jeweils immer ihre eigenen Bündnisse nach Interessenlage geschmiedet haben.
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon Berk » Sa 11. Okt 2008, 18:10

Mithrandir hat geschrieben:Der irakische Teil Kurdistans hat innerhalb des Iraks bereits sehr starke Autonomie.

Die aber nur aufrecht erhalten wird dank der USA die dort andere Interessen vertreten nicht nur wegen dem Öl. ;)
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon Sakartwelo » Mo 20. Okt 2008, 20:00

Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat? Dann wird die Türkei fast ganzes Ostanatolien verlieren :dunno:
Nur in der Türkei leben mehr als 14 000 000 Kurden :twitch:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0223204751
Russische Skinheads, Hooligans, Nationalisten, Faschisten und Rassisten http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 18,00.html

Verzeihen? - http://www.youtube.com/watch?v=K5crSTjC ... annel_page
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon petronius » Fr 24. Okt 2008, 09:06

palulu hat geschrieben:Also,

ich bin absolut gegen einen kurdischen Staat.

1. Wie der Name schon sagt, heißt es Nordirak und nicht Kurdistan. Der Irak ist ein souveräner und eigenständiger Staat. Jeder Versuch diesen Staat zu Teilen wäre ein Verbrechen


der irak ist auch nichts anderes als ein von den kolonialmächten mit lineal und bleistift auf der landkarte gezogenes gebilde (ohne die betroffenen zu fragen). warum es ein verbrechen sein soll, wenn diese grenzen nun neu gezogen werden sollten, weil die betroffenen bevölkerungsgruppen das so wollen - das weiß ich nicht

in wie weit es nun gut ist, daß sich einzelne ethnien "selbständig machen", ist eine andere frage. würden etwa die kurden in der türkei autonomie und anerkennung genießen, so bestünde imho kein grund für einen eigenen kurdenstaat, weil die interessen der kurden auch im rahmen des türkischen staats gewahrt wären (man beachte den konjunktiv - noch ist es ja nicht so weit)

palulu hat geschrieben:2. Politisch gesehen hätte dieser Staat keine Überlebenschancen. Aus dem ganz einfachen Grund, dass die Türkei und der Iran gegen diesen Staat sind. Der südliche Teil des Iraks ist ebenfalls dieser Meinung. Was Syrien angeht ist es auch ganz klar: Gegen USA also gegen die Kurden


du meinst, wenn es den nachbarstaaten nicht paßt, würden sie sich einfach militärisch in die inneren angelegenheiten der irakis einmischen und den kurdenstaat plattmachen?

soll das realpolitik sein, die du bedauernd zur kenntnis nimmst, oder würdest d ein solches vorgehen als gerechtfertigt ansehen?

palulu hat geschrieben:Nordirak wäre ganz einfach ein Spielball. Ähnlcih wie Georgien nur halt das diesmal mehrere Staaten im Spiel sind. Außerdem wäre das ein gefundenes Fressen für die Türkei endlich in Kerkük einzumarschieren und die dort lebenden Türkmenen unter der Herrschaft der Kurden zu befreien, was ich absolut befürworte.


du befürwortest eine militärische intervention der türkei in einem nachbarland, noch dazu auf fragwürdiger "völkischer" grundlage?

palulu hat geschrieben:Es bringt einfach viel zu viele Probleme mit sich und ich kann mich nur wiederholen: Der Irak ist ein Staat den man nicht mir nichts, dir nichts Teilen kann. Es leben da mehr als nur Kurden


gerade das wird ja vielleicht zur teilung führen. der irak ist eben kein einheitliches gebilde, dem sich alle irakischen staatsbürger mehr verpflichtet sehen als ihrer eigenen ethnie, religion usw.

trotzdem meine auch ich, daß ein kurdenstaat (auf dem gesamten kurdischen siedlungsgebiet, im nordirak existiert er de facto ja schon und funktioniert auch besser als der rest des irak) nicht ein wert an sich ist und unbedingt ausgerufen werden müßte. die berechtigten interessen der kurden ließen sich auch im rahmen der heutigen grenzziehung verwirklichen (man beachte erneut den konjunktiv)
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon petronius » Fr 24. Okt 2008, 09:09

Berk hat geschrieben:Die aber nur aufrecht erhalten wird dank der USA die dort andere Interessen vertreten nicht nur wegen dem Öl. ;)


na klar

die us haben in erster linie interesse daran, daß im irak endlich ruhe ist. in kurdistan ist das noch am ehesten der fall

und was sollte verkehrt daran sein?
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon Platon » Fr 24. Okt 2008, 09:20

lamb of god hat geschrieben:Bei den Kurden ist die angewandte Gewalt eine Reaktion auf zuvor erlebte Gewalt.

Und die Reaktion der türkischen Armee ist eine Reaktion auf zehttausende Tote durch kurdische Anschläge auf Einkaufszentren, Touristenhochburgen etc.
Die Türkei hat erstmal alles Recht seine Staatsbürger vor terroristischen Anschlägen zu beschützen.
Es ist wie sonst auch immer müßig zu diskutieren, wer mit der Gewalt angefangen hat.

Auch leben Millionen Kurden in der Türkei, als eine weitere Ethnie unter vielen weiteren ohne einen Volksaufstand zu tätigen, die PKK ist darüber hinaus wie jede seperatistische Gruppe hoch kriminalisiert.

Ein kurdischer Staat existiert wie angedeutet wurde im Nordirak, doch das hat nicht zur Stabilsiierung beigetragen sondern dafür gesorgt, dass die PKKler einen sicheren Hafen bekommen von wo sie ihre Aktionen gegen die Türkei richten. Die türkische Armee lässt sowas natürlich nicht auf sich sitzen.

Nach all den Jahrzehnten Krieg wird die Türkei niemals ein unabhängiges Kurdistan akzeptieren, die Lösung wären Zugeständnisse auf dem kulturellen Bereich wie z.B. die Nicht-Unterdrückung von kurdischer Sprache und solche Sachen.

Aber die PKK hat daran kein Interesse weil einen das selbst überflüssig würden ließe und jegliche eigene Macht zerstören würde.
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon Mithrandir » Fr 24. Okt 2008, 13:50

petronius hat geschrieben:du meinst, wenn es den nachbarstaaten nicht paßt, würden sie sich einfach militärisch in die inneren angelegenheiten der irakis einmischen und den kurdenstaat plattmachen?

Waren nicht vor kurzem erst türkische Soldaten in den Nordirak einmarschiert?
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon Berk » Sa 25. Okt 2008, 19:38

petronius hat geschrieben:
na klar

die us haben in erster linie interesse daran, daß im irak endlich ruhe ist. in kurdistan ist das noch am ehesten der fall

und was sollte verkehrt daran sein?

Dann weisst du wohl nicht das im Norden Iraks Christen verfolgt werden und Türkmenen Vertrieben.

Und da aus dem Nord Irak Terroristen in die Türkei kommen und die Jandarmeri angreifen wobei dann auch noch Zivilisten von den Angriffen betroffen werden weil bei ihnen (Häuser,Wohnung) Kugeln rein fliegen.Das dann aber auch noch Selbstmord Attentäter los geschickt werden ist dir das auch bewusst?
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Re: Warum haben die Kurden keinen eigenen Staat?

Beitragvon Häretiker » Sa 25. Okt 2008, 19:53

Ich bin aus verschiedenen Gründen für einen Kurdenstaat.

Aber ich bin auch für einen Staat der Basken.

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