Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

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Skidalas LaZuri
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Re: Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

Beitragvon Skidalas LaZuri » Mi 2. Jul 2008, 14:16

Fengos hat geschrieben:

Das weiß der Arme selber nicht mehr. Die Verwirrung läßt ihn immer seltsamere Postings verfassen. Was kann man da nur machen?



Tja, er kann wenigstens noch froh sein in GR leben zu können, denn in der TR haben andere Minderheiten nicht annähernd vergleichbare gute Umstände. Assimilieren tut ihn schonmal keiner.
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Fengos
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Re: Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

Beitragvon Fengos » Mi 2. Jul 2008, 15:15

Skidalas LaZuri hat geschrieben:

Tja, er kann wenigstens noch froh sein in GR leben zu können, denn in der TR haben andere Minderheiten nicht annähernd vergleichbare gute Umstände. Assimilieren tut ihn schonmal keiner.


Er erzählt aber erfundene Horrorgeschichten von Westthrakien, um bei seinen grauen Wolfsfreunden Punkte zu sammeln.

Die Türkei hat ihre Minderheiten drangsaliert, wo sie konnte und immer noch gibt es zum Beispiel keine Fernsehsendungen in lazischer Sprache.

Werdet Türken oder verlaßt das Land - heißt es von Fascho-Generälen. Diese Gestalten sollte man allesamt ins diktatorische Nordkorea abschieben. :twisted:
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Fengos
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Re: Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

Beitragvon Fengos » Mi 2. Jul 2008, 15:18

Entweder oder

Christian Bommarius

Nichts gegen Tendenzliteratur, aber wenn sie Literatur sein will, sollte sie die Mahnung Heinrich Heines nicht vergessen: " Blase, schmettre, donnre täglich,/Bis der letzte Dränger flieht-/Singe nur in dieser Richtung,/Aber halte deine Dichtung/Nur so allgemein als möglich." In diesem Sinne ist Orhan Pamuk einer der bedeutendsten Tendenzschriftsteller unserer Zeit. Seine Romane verkünden keine Botschaft, sie erzählen Geschichten und Geschichte zugleich - vorzugsweise Geschichten über die Geschichte der Türkei. Allein schon das macht Orhan Pamuk zur Provokation. Je intensiver er die historischen Wege und Irrwege der Türkei - die Größe des Osmanischen Reichs und die Idiotie des Nationalismus, die Blüte der islamischen Kultur und die Modernisierungskrämpfe der Türkei nach Kemal Atatürk - erzählend ins Bewusstsein hebt, je näher sich seine Geschichtsschreibung auf die Gegenwart zubewegt ("Schnee"), desto irritierender werden seine Romane - nicht nur - für Pamuks türkische Zeitgenossen. Denn das Bild, das er ihnen zeigt, ist das Bild, in dem sie sich erkennen. Pamuks Romane sind nicht nur ein irrlichterndes Kaleidoskop fantastischer Figuren und verrückter Gedanken, sie sind der Spiegel, den der Autor der türkischen Gesellschaft vorhält.

Das beherrscht er so vorzüglich, dass er nicht nur der international bekannteste türkische Schriftsteller geworden ist, sondern auch der in seiner Heimat umstrittenste. Man könnte sagen: Die Wahrheit seiner Geschichten wird durch den Streit um die Person des Autors beglaubigt. Die Türkei, die er in seinen Werken zeigt, ist zerrissen von Vergangenheitsverzauberung und Zukunftsglauben, Geltungsanspruch und Identitätsverlust, islamischer Kultur, säkularem Nationalismus und Europa als Sehnsuchtsort. Und just diese sich selbst zerreißende Türkei hat Pamuk zu spüren bekommen, als er in einem Interview die Ermordung von einer Million Armeniern im Jahr 1915/1916 im damaligen Osmanischen Reich und von 30 000 Kurden in der Türkei erwähnte. Wie vor wenigen Wochen seine Kollegin Elif Shafak wurde Pamuk wegen "Herabwürdigung des Türkentums" gemäß § 301 des türkischen Strafgesetzbuchs vor Gericht gezerrt. Das Türkentum? Eine Gesellschaft, die ihre Orientierung verloren hat, ist auch daran zu erkennen, dass sie die Beglaubigung des Verlusts unter Strafe stellt. Nichts könnte das Türkentum - wäre es mehr als die Vermählung von historischem Selbstbetrug und nationalistischem Wahn - mehr herabwürdigen als dieser Tatbestand des türkischen Strafrechts. Denn wäre es mehr als diese unappetitliche Verbindung, bräuchte das Türkentum nicht nur keinen strafbewehrten Schutz - es würde sich dagegen als Herabwürdigung des aufgeklärten, also tatsächlich aufgeschlossenen Türkentums verwahren. Beide Verfahren - gegen Elif Shafak und Orhan Pamuk - sind nach langem juristischem und politischem Hin und Her dann recht schnell eingestellt worden. Aber selbst noch in der Einstellung der Prozesse gibt sich zu erkennen, was Pamuk in seinen Romanen zeigt - ein Land, eine Nation von zwei Ufern gleich weit entfernt. Mitten im Strom.

Natürlich hat das Komitee für den Literaturnobelpreis mit der Vergabe an Orhan Pamuk ein Zeichen gesetzt. Aber es wäre ein Missverständnis zu denken, dieses Zeichen werde ausschließlich den Türken gesetzt. Die Geschichte der Türkei und der Türken in den vergangenen Jahrzehnten war der - natürlich prekäre, immer wieder fehlgeschlagene und immer wieder erneuerte - Versuch, den Anschluss an Europa zu finden. Diese Suchbewegung ist von Europa von Anfang an argwöhnisch beäugt worden, doch ist dieser Argwohn - unter dem Eindruck der islamistischen Bedrohung - inzwischen in teils offene Ablehnung umgeschlagen. Man mag das begrüßen, weil die kulturelle Differenz zwischen der Türkei und Europa am Ende unüberwindlich erscheint. Aber man sollte es befürchten: Eine Türkei, der die Anerkennung Europas verweigert wird, kann nur so reagieren eben wie einer, dem die Anerkennung verweigert worden ist.

Natürlich kann man die Ablehnung der Türkei befürworten, aber man kann sie nicht befürworten und zugleich die Vergabe des Literaturnobelpreises an Orhan Pamuk begrüßen. "So wie ich mir keine Türkei vorstellen kann, die nicht von Europa träumt, so glaube ich auch nicht an ein Europa, das sich ohne die Türkei definiert." So spricht nicht nur der Intellektuelle Orhan Pamuk, davon, vor allem davon handeln auch seine Bücher. Auch deshalb hat er den Literaturnobelpreis verdient.

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http://www.berlinonline.de/berliner-zei ... index.html
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Re: Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

Beitragvon αλπασλαν » Mi 2. Jul 2008, 19:01

Skidalas LaZuri hat geschrieben:

Ne Hauptschüler sein, ist eher ein Deutsch-Türkisches Problem aus Germany. Nicht in Georgien. Du Griechischer Türke/Thraker/Pomake oder was auch immer. :mrgreen:


naja jetzt weisst du wenigstens, das es die türken nicht erst seit 1923 gibt und das ohne georgische hauptschule,ist doch auch mal was :twitch:
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Re: Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

Beitragvon Skidalas LaZuri » Fr 4. Jul 2008, 06:39

αλπασλαν hat geschrieben:
naja jetzt weisst du wenigstens, das es die türken nicht erst seit 1923 gibt und das ohne georgische hauptschule,ist doch auch mal was :twitch:



Türken gibt es sicherlich, aber nur in Mittelasien, nicht in der Türkei, aber keine Türken, da gibt es nur die Fascho Ideologie Türkentum, und auch du als Mischling hast nur dieses als Halt. Ansonsten würdest du nichtmal wissen von wem du abstammen würdest. Da kannst du deinem Ata dankbar sein, dir diese Lüge geschenkt zu haben. ;)
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Re: Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

Beitragvon Enigma » Do 28. Aug 2008, 09:36

palulu hat geschrieben:Vollkommen richtig.
Die verschiedenen Volksgruppen in der Türkei sind assimiliert und werden assimiliert.
Die Kinder dieser Volkgruppen sprechen nur noch türkisch und weiterhin ist der türkische Staat ein "Einheitsstaat"(=üniter).

Die Realität sieht nicht so aus wie im Eingangsposting beschrieben ist. Ganz im Gegeneil sogar, immer mehr Menschen können nur noch türkisch und nicht mehr ihre eigentliche Muttersprache.

Ich muss dazu sagen, dass ich das eigentlich nicht gut finde, aber anders würde es in der Türkei nicht funktionieren , denke ich mal.

Gruß
Palulu

siehe schweiz ...alles funktioniert wenn man nur will
[url=http://www.youtube.com/watch?v=LTQqFGLDdJ0]Do you think that money is the root of all evil?[/url]
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Re: Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

Beitragvon Enigma » Do 28. Aug 2008, 09:38

Fengos hat geschrieben:
Laut einer Aussage des Ministerpräsidenten Erdogan sind ca. 95 % der Bevölkerung muslimisch. Das heißt, daß der Rest entweder Christen oder Atheisten sind. Da in der Türkei eine gewisse Aversion gegen das Christentum herrscht, offenbaren nicht alle Bürger ihre wahre Konfession, deswegen ist die agegebene Zahl nicht abwegig. ;)

atheisten und agnostiker werden in der türkei nicht erfasst und deswegen als muslime aufgezählt...was ja nicht stimmt , deswegen sind realistische zahlen zur glaubensangehörigkeit in der türkei total verfälscht
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Re: Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

Beitragvon Skidalas LaZuri » Mi 24. Dez 2008, 19:50

αλπασλαν hat geschrieben:

lernt man das in georgien in der hautpschule ? :zzz:

die türkische indentität existiert bisschen länger als nur aus dem 19 jhrt



Ach im übrigen, um mal auf Georgien zurückzukommen. Die Georgier haben eine Jahrtausendalte Identität, sie haben sich im Kaukasus gegen ihnen hundertmal größere Supermächte behauptet.

Und die Georgier nutzen heute noch ihre eigene Sprache und vor allem: Eigene Schrift :mrgreen:

Ihr besitzt wiederum, nur Kopien aus dem Westen, alles was heute die Türkei oder den "Türken" ausmacht, ist immer anderer Herkunft. Und das ist euch bewusst, bzw. wird euch auch jedem Tag bewusster.

Es bröckelt. ;) 8)
Zuletzt geändert von Skidalas LaZuri am Mi 24. Dez 2008, 19:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

Beitragvon 3rk4n » Mo 16. Feb 2009, 00:22

Fengos hat geschrieben:http://www.habertakimi.com/haber_detay.php?haber_id=22716
Das Ergebnis dürfte den ultranationalistischen Nazi-AntiTuranisten nicht sehr gefallen. :D


So müsste das eigentlich heissen...! :nails:
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Re: Umfrage: 40 % der Befragten sehen sich nicht als Türken

Beitragvon Idberg » So 15. Mär 2009, 14:09

Enigma hat geschrieben:siehe schweiz ...alles funktioniert wenn man nur will


Wenn man in der Schweiz so verfahren wäre wie in der Türkei, würde man in Genf und Lauis (statt Genève und Lugano) offiziell nur Deutsch lesen und schreiben, es würden keine Aufschriften auf Französisch und Italienisch geduldet, keine Zeitungen in diesen Sprachen erscheinen, alle Namen Deutsch sein und jede Kommunikation mit den Behörden auf Deutsch erfolgen.

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