Wirtschaft am Bosporus

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Eiskalt
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Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Eiskalt » Di 9. Okt 2018, 18:09

Schwache Lira und Rekord-Inflation von 25 Prozent strangulieren Konsum und Wachstum in der Türkei. Der IWF senkt seine Prognose für das Land dramatisch. Externe Berater lehnt Präsident Erdogan in der Krise ab, drangsaliert ob der Preisspirale lieber die Unternehmen im Land und holt sich einen Theologieprofessor als Wirtschaftsberater.

Der Theologieprofessor hat sich auf Islamic Finance spezialisiert.

Tatsächlich beschränkte sich Albayraks Vorstellung im Kern darauf, die Unternehmen aufzufordern, die Preise "freiwillig" um 10 Prozent zu senken. Dabei weiß der Minister den Präsidenten auf seiner Seite. Hatte Erdogan doch zuvor angekündigt, im Kampf gegen die hohe Inflation, die Unternehmen persönlich zur Rechenschaft ziehen zu wollen.

http://m.manager-magazin.de/politik/artikel/tuerkei-lira-verfall-und-inflation-strangulieren-wirtschaft-a-1232318-2.html


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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Trutznachtigall » Mi 10. Okt 2018, 08:07

Eiskalt hat geschrieben:(09 Oct 2018, 19:09)

Schwache Lira und Rekord-Inflation von 25 Prozent strangulieren Konsum und Wachstum in der Türkei. Der IWF senkt seine Prognose für das Land dramatisch. Externe Berater lehnt Präsident Erdogan in der Krise ab, drangsaliert ob der Preisspirale lieber die Unternehmen im Land und holt sich einen Theologieprofessor als Wirtschaftsberater.

Der Theologieprofessor hat sich auf Islamic Finance spezialisiert.

Tatsächlich beschränkte sich Albayraks Vorstellung im Kern darauf, die Unternehmen aufzufordern, die Preise "freiwillig" um 10 Prozent zu senken. Dabei weiß der Minister den Präsidenten auf seiner Seite. Hatte Erdogan doch zuvor angekündigt, im Kampf gegen die hohe Inflation, die Unternehmen persönlich zur Rechenschaft ziehen zu wollen.

Erdoğan sollte die Inflation zum Staatsfeind erklären und einbuchten, so einfach ist das.
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Orbiter1 » Mi 10. Okt 2018, 08:34

Trutznachtigall hat geschrieben:(10 Oct 2018, 09:07)

Erdoğan sollte die Inflation zum Staatsfeind erklären und einbuchten, so einfach ist das.
Die Überlegungen gehen ja bereits in diese Richtung, allerdings soll nicht die Inflation ins Gefängnis sondern die Unternehmer und Händler die (aus Sicht von Erdogan) für die Inflation verantwortlich sind und es bei den Preiserhöhungen übertreiben.
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Trutznachtigall » Mi 10. Okt 2018, 08:40

Orbiter1 hat geschrieben:(10 Oct 2018, 09:34)

Die Überlegungen gehen ja bereits in diese Richtung, allerdings soll nicht die Inflation ins Gefängnis sondern die Unternehmer und Händler die (aus Sicht von Erdogan) für die Inflation verantwortlich sind und es bei den Preiserhöhungen übertreiben.

Nein, nein die Inflation selber muss es sein. Das Übel an der Wurzel anpacken. Lebenslänglich muss sie kriegen! Oder vielleicht sogar die Todestrafe. ;)
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Audi » Mi 10. Okt 2018, 11:33

Was ist an dem "Vertrag" dran, dass die Türkei ab 2023 seine Bodenschätze fördern darf? Man hört es immer wieder... Jemand eine Info? Im Netz kann ich nichts stichhaltiges finden
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon zollagent » Mi 10. Okt 2018, 15:55

Audi hat geschrieben:(10 Oct 2018, 12:33)

Was ist an dem "Vertrag" dran, dass die Türkei ab 2023 seine Bodenschätze fördern darf? Man hört es immer wieder... Jemand eine Info? Im Netz kann ich nichts stichhaltiges finden

Gibt es so einen "Vertrag"? Und wer sind die Vertragspartner?
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Audi » Mi 10. Okt 2018, 17:39

TÜRKEI 2023 aber warum 2023? 2023 ist die Vollendung der 100 jährigen Vereinbarung von Laussaint (Lozan) was 1923 von Mustafa Kemal Atatürk und Ismet Inönü unterschrieben wurde. 2023 hat die Türkei das Recht seine Bodenschätze selbst rauszuholen und zu vermarkten. Ebenfalls werden die Städte von Nordirak Musul, Kerkük und Erbil wieder Türkei gehören. Auch werden die Schiffe die über Istanbul (Bosporus) passieren somit der Türkei Steuern zahlen müssen, was seit 1923 kein Cent einnimmt. Hierzu wird aktuell das "Kanal Istanbul" Projekt gebaut, wo die Transport-Schiffe passieren und somit Bosporus keine Transport-Schiffe mehr stören werden. Genau deswegen wollen die westlichen Staaten ERDOGAN und die TÜRKEI nicht.

So etwas ist immer wieder zu hören, auch in der Arbeit.
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Fuerst_48 » Mi 10. Okt 2018, 18:19

Kleine Randnotiz : Istanbul ist nicht die Türkei. Wird gern mal vergessen.
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon zollagent » Do 11. Okt 2018, 10:13

Audi hat geschrieben:(10 Oct 2018, 18:39)

TÜRKEI 2023 aber warum 2023? 2023 ist die Vollendung der 100 jährigen Vereinbarung von Laussaint (Lozan) was 1923 von Mustafa Kemal Atatürk und Ismet Inönü unterschrieben wurde. 2023 hat die Türkei das Recht seine Bodenschätze selbst rauszuholen und zu vermarkten. Ebenfalls werden die Städte von Nordirak Musul, Kerkük und Erbil wieder Türkei gehören. Auch werden die Schiffe die über Istanbul (Bosporus) passieren somit der Türkei Steuern zahlen müssen, was seit 1923 kein Cent einnimmt. Hierzu wird aktuell das "Kanal Istanbul" Projekt gebaut, wo die Transport-Schiffe passieren und somit Bosporus keine Transport-Schiffe mehr stören werden. Genau deswegen wollen die westlichen Staaten ERDOGAN und die TÜRKEI nicht.

So etwas ist immer wieder zu hören, auch in der Arbeit.

In diesem Vertrag ist nichts von deinen Ausführungen zu finden.
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Audi » Do 11. Okt 2018, 12:52

Das ist es ja, jetzt würde ich gerne wissen woher man diese "anderen Klauseln" her hat
Vielleicht meldet sich ein türkischer User
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Eiskalt » Do 11. Okt 2018, 17:38

Bei 25 Prozent Inflation müssen die Menschen in der Türkei auch für viele Produkte des täglichen Bedarfs tief in die Tasche greifen. Präsident Erdogan lässt verstärkt Preise kontrollieren, schickt Polizei in die Supermärkte und fordert die Bevölkerung auf, satte Preisaufschläge zu melden. Das ist ein massiver Eingriff in die Marktwirtschaft - und führt selten zum Ziel.

http://m.manager-magazin.de/politik/artikel/tuerkische-lira-erdogan-greift-massiv-in-freie-marktwirtschaft-ein-a-1232737.html

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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon zollagent » Fr 12. Okt 2018, 09:39

Audi hat geschrieben:(11 Oct 2018, 13:52)

Das ist es ja, jetzt würde ich gerne wissen woher man diese "anderen Klauseln" her hat
Vielleicht meldet sich ein türkischer User

Da es diese "anderen Klauseln" im Vertragstext nicht gibt, würde ich das als Latrinenparole einstufen.
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Eiskalt » Fr 12. Okt 2018, 13:36

Weil es in der Wirtschaft eng wird, entlassen unzählige Unternehmen ihre Arbeitnehmer. Gab es da nicht einen Arbeitslosenfonds, gebildet aus jahrelangen Abzügen von unseren Löhnen und Gehältern? Der sollte Leute unterstützen, die ihr Einkommen verlieren, bis sie eine neue Arbeit finden. Nun aber stellte sich heraus, dass die dort eingezahlten circa 1,5 Milliarden Euro auf krummen Wegen staatlichen Banken zur Verfügung gestellt wurden, deren Kapital abgeschmolzen war. Und warum war staatlichen Banken ihr Kapital abhandengekommen? Natürlich wegen der Kredite für regierungsnahe Unternehmer.

Erst vor wenigen Monaten war die größte Mediengruppe des Landes an einen Unternehmer verkauft worden, der Erdogan mit „Boss“ anredet. Sie wollen wissen, wie? Mit dem Kredit einer staatlichen Bank in Höhe von rund 600 Millionen Euro! Ganz umsonst gab es diesen Kredit allerdings nicht. Den Palast unterstützen sollte er schon. Und die Augen vor der Wirtschaftskrise verschließen. Und so sieht die Spirale aus, in der wir stecken: Im Land bricht eine Krise aus. Mit dem Geld, das Arbeitslosen ausgezahlt werden müsste, werden regierungsnahe Unternehmer veranlasst, Medien aufzukaufen. Diese Medien verschweigen dann die Krise. Wir sind unterdessen weiter arbeits- und mittellos.

Wer außerhalb des Palastes lebt, bekommt allerdings sehr kräftig zu spüren, wie die wirkliche Lage ist. Erdogan strapaziert die Grenzen liberaler Wirtschaft, wenn er sagt: „Wenn es Preisunterschiede bei Waren gibt, meldet es der Polizei“, und damit versucht, polizeiliche Maßnahmen einzusetzen. Die Grundlagen der Wirtschaft reagieren aber nicht auf Druck. Laut den Zahlen, die das staatliche Statistikamt letzte Woche veröffentlichte, stieg die Verbraucherinflation auf 25 Prozent, die Produzenteninflation sogar auf 46 Prozent. Unabhängigen Analysen zufolge erhöhten sich die Preise in einem Jahr gar um 80 Prozent. Doch selbst wenn Sie die offiziellen Zahlen zugrunde legen, sind wir mit dem schlimmsten Szenario der letzten 15 Jahre konfrontiert. Was, glauben Sie, tat nun die Regierung angesichts dieser Situation, die die Lage der Wirtschaft im Land widerspiegelt? Sie zerbrach den Spiegel. Der im Statistikamt für die Inflationszahlen zuständige Vizedirektor wurde entlassen. Und er ist nicht der Einzige, der seine Stelle verlor, weil er seinen Job gemacht hatte. Letzte Woche wurden ein Gewerkschafter verhaftet, weil er sich für die Rechte der Arbeiter eingesetzt, und ein Anwalt, weil er seinen Mandanten verteidigt hatte. Wir leben ja in einem Land, in dem Journalisten für ihre Berichterstattung hinter Gitter müssen. Nicht umsonst ist der Etat für die Haftanstalten zehnmal so hoch wie der für Bildung.

http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/brief-aus-istanbul/brief-aus-istanbul-erdogan-gibt-bankette-das-volk-wird-beklaut-15831138.html


Da haben sich die Türken ja einen ausgesucht.
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Eiskalt » Fr 12. Okt 2018, 14:15

Durch türkische Supermärkte patrouilliert neuerdings die Polizei. Nicht um Ladendiebe zu fangen, sondern um vermeintliche Preistreiber zu ermahnen. Wer Waschmittel, Kürbisse oder Kaffee zu hoch einpreist, erhält eine Mahnung. Dafür sind die Beamten mit einer Preisliste ausgestattet, auf der der „faire Preis“ von Zahnpasta und Co. vermerkt ist.


https://www.wiwo.de/politik/europa/lira-verfall-erdogan-will-die-inflation-einfach-verbieten/23165450.html

Muss mal gucken ob ich nicht in der Türkei kaufe.
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Europa2050 » Fr 12. Okt 2018, 15:01

Eiskalt hat geschrieben:(12 Oct 2018, 15:15)

Durch türkische Supermärkte patrouilliert neuerdings die Polizei. Nicht um Ladendiebe zu fangen, sondern um vermeintliche Preistreiber zu ermahnen. Wer Waschmittel, Kürbisse oder Kaffee zu hoch einpreist, erhält eine Mahnung. Dafür sind die Beamten mit einer Preisliste ausgestattet, auf der der „faire Preis“ von Zahnpasta und Co. vermerkt ist.


https://www.wiwo.de/politik/europa/lira-verfall-erdogan-will-die-inflation-einfach-verbieten/23165450.html

Muss mal gucken ob ich nicht in der Türkei kaufe.


Dieses Modell der Inflationsbekämpfung war bereits unter Faschisten und Kommunisten ausgesprochen erfolgreich.

Die einen hatten erst Krieg und dann keine Waren mehr, die anderen hatten ohne Krieg nur noch Einheitsbrei.

Und beide einen hohen Schwarzkurs für Auslandswährung.
Nationalismus lehrt Dich,
stolz auf Dinge zu sein, die Du nie getan hast und
Leute zu hassen, denen Du nie begegnet bist.
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Julian » So 28. Okt 2018, 20:57

Erdogan wird morgen den neuen Flughafen von Istanbul einweihen. Zwar ist noch nicht alles fertig, aber es kann schon geflogen werden, und bis Anfang nächsten Jahres kann man mit Vollbetrieb rechnen.

Der Vergleich mit Berlin ist frappant. Der Flughafen in Istanbul ist viermal so groß und wurde in einer viel kürzeren Zeit geplant und gebaut. Zudem ist er architektonisch viel beeindruckender. Es ist auch damit zu rechnen, dass er mindestens zum größten Flughafen in Europa avanciert, möglicherweise der Welt, während Berlin als Provinzflughafen für die Berliner Mallorca-Touristen geplant wurde.

Tja, da kann man nur staunen aus dem rückständigen Deutschland und sich mokieren, wie schlecht es doch der türkischen und wie gut es der deutschen Wirtschaft geht. Na, zumindest waren deutsche Firmen führend am Bau des neuen Flughafens in Istanbul beteiligt. Das Versagen in Berlin ist also wohl eher auf die Politik zurückzuführen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/e ... ageIndex_0
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon H2O » So 28. Okt 2018, 21:16

Julian hat geschrieben:(28 Oct 2018, 20:57)

Erdogan wird morgen den neuen Flughafen von Istanbul einweihen. Zwar ist noch nicht alles fertig, aber es kann schon geflogen werden, und bis Anfang nächsten Jahres kann man mit Vollbetrieb rechnen.

Der Vergleich mit Berlin ist frappant. Der Flughafen in Istanbul ist viermal so groß und wurde in einer viel kürzeren Zeit geplant und gebaut. Zudem ist er architektonisch viel beeindruckender. Es ist auch damit zu rechnen, dass er mindestens zum größten Flughafen in Europa avanciert, möglicherweise der Welt, während Berlin als Provinzflughafen für die Berliner Mallorca-Touristen geplant wurde.

Tja, da kann man nur staunen aus dem rückständigen Deutschland und sich mokieren, wie schlecht es doch der türkischen und wie gut es der deutschen Wirtschaft geht. Na, zumindest waren deutsche Firmen führend am Bau des neuen Flughafens in Istanbul beteiligt. Das Versagen in Berlin ist also wohl eher auf die Politik zurückzuführen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/e ... ageIndex_0


Über das Versagen und die Schuld am Versagen des termin- und kostengerechten Baus des Berliner Flughafens gibt es sehr viele Darstellungen... und auch Rücktritte.

Eine Schande für das hochmütige Selbstgefühl populärer Politiker; den beteilgten Unternehmen macht wohl kaum jemand einen Vorwurf (so weit ich das weiß). Die haben vollzogen, was ihnen gesagt wurde. Da könnte ja jeder kommen. :p
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon Orbiter1 » So 28. Okt 2018, 21:30

Julian hat geschrieben:(28 Oct 2018, 20:57)

Der Vergleich mit Berlin ist frappant. Der Flughafen in Istanbul ist viermal so groß und wurde in einer viel kürzeren Zeit geplant und gebaut. Zudem ist er architektonisch viel beeindruckender. Es ist auch damit zu rechnen, dass er mindestens zum größten Flughafen in Europa avanciert, möglicherweise der Welt, während Berlin als Provinzflughafen für die Berliner Mallorca-Touristen geplant wurde.
Ja, wird Zeit dass hierzulande wieder Zwangsenteignungen und die Verhaftung von Gewerkschaftern salonfähig werden. Und wegen ein paar Dutzend toter Bauarbeiter muß man auch keinen Wind machen. Dann geht's endlich wieder zügiger voran auf Deutschlands Baustellen.
Tja, da kann man nur staunen aus dem rückständigen Deutschland und sich mokieren, wie schlecht es doch der türkischen und wie gut es der deutschen Wirtschaft geht.
Der neue Istanbuler Flughafen wird der größte der Welt. Eine Nummer kleiner wäre für Erdogan auch nicht akzeptabel. Ob er jemals ausgelastet wird darf man bezweifeln. Die internationalen Drehkreuze im nahen Dubai und Doha sehen sich herausgefordert und planen bereits Gegenmaßnahmen. Mal sehen wer von den Dreien den finanziell längsten Atem hat.
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Re: Wirtschaft am Bosporus

Beitragvon H2O » So 28. Okt 2018, 22:11

Orbiter1 hat geschrieben:(28 Oct 2018, 21:30)

Ja, wird Zeit dass hierzulande wieder Zwangsenteignungen und die Verhaftung von Gewerkschaftern salonfähig werden. Und wegen ein paar Dutzend toter Bauarbeiter muß man auch keinen Wind machen. Dann geht's endlich wieder zügiger voran auf Deutschlands Baustellen.
Der neue Istanbuler Flughafen wird der größte der Welt. Eine Nummer kleiner wäre für Erdogan auch nicht akzeptabel. Ob er jemals ausgelastet wird darf man bezweifeln. Die internationalen Drehkreuze im nahen Dubai und Doha sehen sich herausgefordert und planen bereits Gegenmaßnahmen. Mal sehen wer von den Dreien den finanziell längsten Atem hat.


Zustimmung zu Ihrem Hinweis auf "Disziplinierungsmaßnahmen" gegen Bauarbeiter.

Ihre Vorhersage zum Fluggastaufkommen sehe ich nicht so abgesichert. Als Weltstadt und Wirtschaftsstandort wird die Türkei mit ihren bis zu 80 Mio Einwohnern immer ein wichtiges Ziel im Flugverkehr bleiben. "Umsteigebahnhof international", da könnten Sie Recht haben. Diese Zukunft würde mich auch überraschen.

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