Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon Liegestuhl » Mi 5. Apr 2017, 12:49

relativ hat geschrieben:(05 Apr 2017, 13:47)

So einfach wird man den Heimatbegriff bzw. Gefühl wohl nicht los Liegestuhl.


Die sind nach Israel ausgewandert, weil Israel die Heimat des jüdischen Volkes ist.

Oder glaubst du, dieses Gefühl wird man so einfach los?
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relativ
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon relativ » Mi 5. Apr 2017, 12:53

Liegestuhl hat geschrieben:(05 Apr 2017, 13:49)

Die sind nach Israel ausgewandert, weil Israel die Heimat des jüdischen Volkes ist.

Oder glaubst du, dieses Gefühl wird man so einfach los?

Woher weisst du was Migranten noch fühlen. Wenn, wie du sagst, viele russische Juden nach Israel ausgewandert sind weil sie in Russland diskriminiert und verfolgt wurden, können sie doch trotzdem noch Heimatgefühle für Russland haben, oder?. Darauf zielte doch deine Frage, oder?
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon Liegestuhl » Mi 5. Apr 2017, 12:56

relativ hat geschrieben:(05 Apr 2017, 13:53)

Woher weisst du was Migranten noch fühlen. Wenn, wie du sagst, viele russische Juden nach Israel ausgewandert sind weil sie in Russland diskriminiert und verfolgt wurden, können sie doch trotzdem noch Heimatgefühle für Russland haben, oder?. Darauf zielte doch deine Frage, oder?


Nach meiner Erfahrung fühlt man sich dort, wo man verfolgt und diskriminiert wird, nicht wirklich beheimatet.

Eine Heimat gefunden, haben sie in Israel.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon relativ » Mi 5. Apr 2017, 13:01

Liegestuhl hat geschrieben:(05 Apr 2017, 13:56)

Nach meiner Erfahrung fühlt man sich dort, wo man verfolgt und diskriminiert wird, nicht wirklich beheimatet.

Eine Heimat gefunden, haben sie in Israel.

Ja und ich glaube , daß es so einen einfache Definition nicht gibt, schon gar nicht für die, die aus ihrer Heimat in die neue Heimat flüchten mussten oder immigriert sind. Beispiel dafür gibt es genug, selbst bei überlebenden Juden des Holocoust hat es sowas gegeben.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon ThorsHamar » Mi 5. Apr 2017, 13:01

Liegestuhl hat geschrieben:(05 Apr 2017, 13:45)

Definiere in diesem Zusammenhang mal "Heimat"!

Da, wo man verfolgt wird?


Hier geht es darum, dass in Tel Aviv russisch beleuchtet wurde, in Berlin nicht.
EIN Grund ist, dass sehr viele Israelis Russen waren, z.B. der Verteidigungsminister, und offensichtlich, wie man sehen kann, auch noch an der Heimat hängen.
Ein anderer Grund ist, dass Berlin nicht für Deutschland bislang bei Notwendigkeit geflaggt hat, sondern als Stadt wegen der Städtepartnerschaften.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon Liegestuhl » Mi 5. Apr 2017, 13:08

ThorsHamar hat geschrieben:(05 Apr 2017, 14:01)
Hier geht es darum, dass in Tel Aviv russisch beleuchtet wurde, in Berlin nicht.
EIN Grund ist, dass sehr viele Israelis Russen waren, z.B. der Verteidigungsminister, und offensichtlich, wie man sehen kann, auch noch an der Heimat hängen.


Der Einwand von JJazzGold bleibt. Auch in der Bundesrepublik leben einige Millionen Menschen, die früher mal in Russland beheimatet waren. Ich kann ein Lied davon singen.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon Bleibtreu » Mi 5. Apr 2017, 13:10

ThorsHamar hat geschrieben:(05 Apr 2017, 13:28)

Natürlich, Russland ist ja schliesslich die Heimat viele Israelis ....

Na klar musst du wieder mit den russisch staemmigen kommen. Es stammen auch viele Juden aus WestEuropa, wie ich oder aus Afrika oder aus Persien. Du hast dich an den russischen festgebissen und erbrichst das bei jeder auch noch so unpassenden Gelegenheit. Obsession nennt sich das. :D

Die Heimat eines Israelis ist Israel - Punkt! :) Und Liebermann lebt sei 1978, seit er 20 ist, in Israel. Es geht hier auch nicht um Israel im speziellen, sondern um Solidaritaet mit TerrorOpfern!

JJazzGold hat geschrieben:(05 Apr 2017, 13:36)

Russland ist auch noch die vermeintliche “Heimat“ diverser sog. Russlanddeutschen oder Deutschrussen. Dementsprechend mühte nach Deiner Vorstellung das Tor entsprechend farbig angestrahlt werden.

Nur geht es bei einer Zeichensetzung nicht um Diejenigen, die irgendwo ihre zweite Heimat vermuten, sondern gegen den Terror und um die durch Terror Umgekommenen, respektive deren Hinterbliebenen, und die Verletzten.


Genau so ist es! :thumbup:
Zuletzt geändert von Bleibtreu am Mi 5. Apr 2017, 13:13, insgesamt 1-mal geändert.
• This right is the natural right of the Jewish people to be masters of their own fate, like all other nations, in their own sovereign State [Ben-Gurion]

https://www.shabak.gov.il/english/Pages/index.html#=2
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon H2O » Mi 5. Apr 2017, 13:12

Bleibtreu hat geschrieben:(05 Apr 2017, 12:29)

Aber auch nicht ohne vorherigen Plan, Konstruktion, usw. :D Israel hat in Tel Aviv die russische Fahne an das BuergermeisterGebaeude geworfen. Und uns kann sicherlich niemand vorwerfen, mit TerrorKroeten zimperlich umzugehen.
Du siehst, es geht beides.


Au ha, wenn ich hier Pläne ausbreite, dann werden aber einige Leute munter! :D

Israel kann doch unabhängig von Deutschland seine Verbundenheit mit Rußland zum Ausdruck bringen. Jeder auf seine Weise; Deutschland verhält sich eben ziemlich stoffelig! Markenzeichen :)
Zuletzt geändert von H2O am Mi 5. Apr 2017, 13:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon Liegestuhl » Mi 5. Apr 2017, 13:14

H2O hat geschrieben:(05 Apr 2017, 14:12)
Jeder auf seine Weise; Deutschland verhält sich eben ziemlich stoffelig! Markenzeichen :)


Nicht Deutschland, sondern Berlin.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon bennyh » Mi 5. Apr 2017, 13:15

H2O hat geschrieben:(05 Apr 2017, 11:00)
Aber grundsätzlich halte ich die wiederkehrenden Lichtspiele für entbehrlich. Sollen Menschen ihre Betroffenheit privat ausdrücken. In der Hauptstadt gibt es sicher eine Russische Botschaft und russische (sowjetische) Ehrenmäler, wo Kondolenzbücher ausliegen und vielleicht auch Kerzen aufgestellt werden können. Kommt mir irgendwie ehrlicher vor, als routiniert einige Projektoren ein-aus zu schalten.

Es ist eine Verlängerung der obligatorischen Kondolenzbekundungen der Politiker nach einem solchen Anschlag. Grundsätzlich sehe ich kein Problem darin, bzw. halte es eigentlich für eine nette Geste, um internationale Solidarität auszudrücken. Grade im Zeitalter, wo Nationalismus wieder zunehmend tiefe Gräben bis hin Hass zwischen Völkern schürt, bräuchten wir mehr solcher Gesten. Es mag zwar albern und belanglos wirken, aber es ist eine Geste, die von Millionen von Menschen wahrgenommen wird. Bei internationalen Krisen werden häufig die entsprechenden Botschafter vorgeladen und/oder ausgewiesen. Nüchtern betrachtet ist es heutzutage für den Verlauf der Dinge ziemlich irrelevant, ob ein Botschafter nun im Land ist oder nicht. (Wenn es wirklich etwas wichtiges zu bereden gibt, kann man im Zweifelsfall - anders als z.B. 1914 oder zuvor - zum Telefonhörer greifen.) Es geht in erster Linie um die Symbolwirkung, die mit der Bevölkerung resoniert.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon H2O » Mi 5. Apr 2017, 13:17

Liegestuhl hat geschrieben:(05 Apr 2017, 14:14)

Nicht Deutschland, sondern Berlin.


Das wird alles viel besser, wenn in Schönefeld der Betrieb so richtig los geht. Derzeit sind alle Kräfte dort im Einsatz. :)
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon JJazzGold » Mi 5. Apr 2017, 13:17

ThorsHamar hat geschrieben:(05 Apr 2017, 13:55)

Ich bitte Dich. Von ca. 8,5 Millionen Einwohnern (2016) sind heute ca. 1 Million russischer Emigranten. Die Vorfahren der Israelis, welche ihre russischen Namen bei der Einwanderung ausgetauscht haben und die also auch russische Wurzeln haben, meine ich nichtmal .... Das wären dann sicher mindestens 80%, wenn man die heutige Ukraine noch dazu nimmt ....
Ein sehr hübsches und kurzweiliges Buch dazu:
Meir Shalev: Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger
Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama
Diogenes Verlag, Zürich 2011
281 Seiten, 19,90 Euro


Ist doch egal, wie viele ex Russen, oder vermeintliche immer noch Russen, oder zweigeteilte Russen in einem Staat leben.
Die Beleuchtung in Farben des durch Terror betroffenen Staates hat damit nichts zu tun. Oder wie erklärst Du dir ansonsten die Beleuchtung des Brandenburger Tores in den jeweiligen Nationalfarben bezogen auf den prozentualen Anteil der in Deutschland Lebenden ex der jeweils betroffenen Staaten?

Man sollte sich entscheiden, entweder ganz oder gar nicht. So, wie es jetzt gehandhabt wird, wirkt es erbärmlich.

Trotzdem, danke für den Buchtipp. Das Buch lese ich, wenn ich mit “Der Kaffeedieb“ fertig bin.

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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon bennyh » Mi 5. Apr 2017, 13:18

Liegestuhl hat geschrieben:(05 Apr 2017, 14:14)
Nicht Deutschland, sondern Berlin.

Wer ist für die Beleuchtung des Bb Tors verantwortlich? Wird diese Entscheidung auf kommunaler Ebene getroffen?
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon relativ » Mi 5. Apr 2017, 13:19

bennyh hat geschrieben:(05 Apr 2017, 14:15)

Es ist eine Verlängerung der obligatorischen Kondolenzbekundungen der Politiker nach einem solchen Anschlag. Grundsätzlich sehe ich kein Problem darin, bzw. halte es eigentlich für eine nette Geste, um internationale Solidarität auszudrücken. Grade im Zeitalter, wo Nationalismus wieder zunehmend tiefe Gräben bis hin Hass zwischen Völkern schürt, bräuchten wir mehr solcher Gesten. Es mag zwar albern und belanglos wirken, aber es ist eine Geste, die von Millionen von Menschen wahrgenommen wird. Bei internationalen Krisen werden häufig die entsprechenden Botschafter vorgeladen und/oder ausgewiesen. Nüchtern betrachtet ist es heutzutage für den Verlauf der Dinge ziemlich irrelevant, ob ein Botschafter nun im Land ist oder nicht. (Wenn es wirklich etwas wichtiges zu bereden gibt, kann man im Zweifelsfall - anders als z.B. 1914 oder zuvor - zum Telefonhörer greifen.) Es geht in erster Linie um die Symbolwirkung, die mit der Bevölkerung resoniert.

Stimme ich völlig mit dir überein.
So eine Geste tut nicht weh und bewirkt ein gutes Gefühl auf beiden Seiten. Für sowas darf/sollte es keine bürokratischen Hindernisse geben.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon relativ » Mi 5. Apr 2017, 13:20

bennyh hat geschrieben:(05 Apr 2017, 14:18)

Wer ist für die Beleuchtung des Bb Tors verantwortlich? Wird diese Entscheidung auf kommunaler Ebene getroffen?

Evtl. wird es bald wieder ein Politikum, sollte das mediale Rad sich weiter darauf zudrehen.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon Liegestuhl » Mi 5. Apr 2017, 13:23

bennyh hat geschrieben:(05 Apr 2017, 14:18)

Wer ist für die Beleuchtung des Bb Tors verantwortlich? Wird diese Entscheidung auf kommunaler Ebene getroffen?


Der Berliner Senat ist dafür verantwortlich.
Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter, aber ein Jäger ist es nicht.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon H2O » Mi 5. Apr 2017, 13:24

bennyh hat geschrieben:(05 Apr 2017, 14:15)

Es ist eine Verlängerung der obligatorischen Kondolenzbekundungen der Politiker nach einem solchen Anschlag. Grundsätzlich sehe ich kein Problem darin, bzw. halte es eigentlich für eine nette Geste, um internationale Solidarität auszudrücken. Grade im Zeitalter, wo Nationalismus wieder zunehmend tiefe Gräben bis hin Hass zwischen Völkern schürt, bräuchten wir mehr solcher Gesten. Es mag zwar albern und belanglos wirken, aber es ist eine Geste, die von Millionen von Menschen wahrgenommen wird. Bei internationalen Krisen werden häufig die entsprechenden Botschafter vorgeladen und/oder ausgewiesen. Nüchtern betrachtet ist es heutzutage für den Verlauf der Dinge ziemlich irrelevant, ob ein Botschafter nun im Land ist oder nicht. (Wenn es wirklich etwas wichtiges zu bereden gibt, kann man im Zweifelsfall - anders als z.B. 1914 oder zuvor - zum Telefonhörer greifen.) Es geht in erster Linie um die Symbolwirkung, die mit der Bevölkerung resoniert.


Ja, warum nicht; jetzt eben einmal nicht! Die internationale Öffentlichkeit wäre vermutlich genau so angerührt, wenn Leute vor Kondolenzbüchern Schlange stehen oder eben Kerzen und Blumen ablegen. Nur gar nichts tun, das finde ich auch schofelig!

Ich erinnere mich an den Mord an JF Kennedy und die unendlich langen Menschenströme vor den Kondolenzbüchern im Schöneberger Rathaus in West-Berlin. Sehr anrührend und sehr eindrucksvoll.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon Quatschki » Mi 5. Apr 2017, 13:24

Provokateur hat geschrieben:(05 Apr 2017, 12:47)

Dresden hatte den Kulturpalast "in russisch" beleuchtet. Nun ja. Nicht ganz so ein Nationalsymbol wie das Brandenbunte Tor, aber gut.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article163421118/Dresden-laesst-Kulturpalast-in-russischen-Nationalfarben-anstrahlen.html

Dafür hat Berlin die drei Terroristenbarrikadenbusse aus Dresden abgeholt, um sie im Herbst vor dem dortigen Maxim-Gorki-Theater (gibts wirklich!) aufzustellen.
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon ThorsHamar » Mi 5. Apr 2017, 13:27

JJazzGold hat geschrieben:(05 Apr 2017, 14:17)

Ist doch egal, wie viele ex Russen, oder vermeintliche immer noch Russen, oder zweigeteilte Russen in einem Staat leben.
Die Beleuchtung in Farben des durch Terror betroffenen Staates hat damit nichts zu tun. Oder wie erklärst Du dir ansonsten die Beleuchtung des Brandenburger Tores in den jeweiligen Nationalfarben bezogen auf den prozentualen Anteil der in Deutschland Lebenden ex der jeweils betroffenen Staaten?

Man sollte sich entscheiden, entweder ganz oder gar nicht. So, wie es jetzt gehandhabt wird, wirkt es erbärmlich.

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Ja, sehe ich genau so wie Du. ICH hätte angesichts der jüngsten Historie der Beleuchtung einfach das Licht angemacht, für die Petersburger.
Und meine Bemerkung zu den russischen Migranten in Israel hatte allein mit dem Kontext der Diskussion hier zu tun.
Die Bindung von Millionen Israelis zu Russland und Sowjetunion ist prozentual ungleich höher als hier. Das war schon Alles ....
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Re: Solidaritätsbeleuchtung am Brandenburger Tor

Beitragvon ThorsHamar » Mi 5. Apr 2017, 13:28

bennyh hat geschrieben:(05 Apr 2017, 14:18)

Wer ist für die Beleuchtung des Bb Tors verantwortlich? Wird diese Entscheidung auf kommunaler Ebene getroffen?

Ja.
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