Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Moderator: Moderatoren Forum 3

Benutzeravatar
Summers
Beiträge: 1270
Registriert: Mi 4. Jun 2008, 12:46
Wohnort: Wuppertal, Berlin, Köln

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon Summers » Di 6. Dez 2016, 12:28

Welfenprinz hat geschrieben:(05 Dec 2016, 22:04)

Hm,durch die ganzen Verweise hier im Forum,egal ob Rüstungskooperation mit der Ukraine oder New silkroad übers Baltikum bis Duisburg, erscheint mir das so,dass der russische Bär langfristig an die Kette gelegt wird.
China führt keine Kriege.....hat aber immer irgendein Druckmittel um seine Interessen durchzusetzen.
Gut,ob die Eisenbahn durch ein russisches oder europäisches Baltikum fährt,kann den Chinesen egal sein. Aber fahren muss sie. Zuverlässig,unzerstört,frei zugänglich.


Es gibt doch überhaupt gar keine durchgehende Eisenbahn und es wird auch keine geben. Aufgrund technischer Restriktionen müssen die Container mindestens zweimal umgeladen werden. Diese neue Seidenstraße ist ein Marketing-Mittel, nicht mehr, und Du fällst darauf herein!
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8375
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon Welfenprinz » Di 6. Dez 2016, 12:49

@summers: diese durchgehende Eisenbahn soll doch nur symbol oder Beispiel sein. Für die weitreichenden ,wirtschaftlichen Aktivitäten Chinas. Und Peking wird sich da nicht in die Suppe spucken lassen.....sie haben Möglichkeiten Moskau in die Schranken zu weisen. Als auch wohl Brüssel.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8375
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon Welfenprinz » Di 6. Dez 2016, 12:56

ciesta hat geschrieben:(06 Dec 2016, 11:33)

Man sollte bei dem Thema China nicht vergessen, dass Russland und China schon ein paar Tage Nachbarn sind.
Die kennen sich deutlich besser als zb. wir China kennen. Deshalb dürfte Russland auch deutlich widerstandsfähiger sein.
Aber eine Annäherung zw. Russland und China ist für den Westen eine Art Worst-Case.
D


Das,was darkfire angesprochen hat,dass weite Gebiete Russlands an den Grenzen quasi “kampflos“ chinesisch werden,wie weit ist das dehnbar und ertragbar.

Meine -unsere?- Informationslage darüber ist dünn aus unseren Medien. Meines Wissens fliessen halt chinesische Gelder an die dortigen Oligarchen und Regionalregierungen.....das kann kein dauerhafter Zustand sein. ;)

Ob diese langjährige Nachbarschaft jetzt Basis für eine Annäherungs- und Bündniszukunft sein kann,lassen wir mal dahingestellt. :cool:
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8375
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon Welfenprinz » Di 6. Dez 2016, 13:02

Also die ideale Voraussetzung für wechselnde Bündnisse? :)
Meiner Meinung nach wird Peking-Europa der Zug sein,der Moskau mitnimmt.
Dass die wirtschaftliche Attraktivität Europas höher ist,ist nur eins. Wichtiger ist die Kontinuität und Stabilität. Die westlichen Staaten funktionieren unabhängig von Personen und Parteien relativ verlässlich weiter.
Wenn Putin morgen stirbt,kann es gut sein,dass erstmal wieder ein paar Jahre Chaos ausbricht.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
ciesta
Beiträge: 1269
Registriert: Mo 28. Dez 2015, 11:53

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon ciesta » Mi 7. Dez 2016, 10:32

Welfenprinz hat geschrieben:(06 Dec 2016, 12:56)

Das,was darkfire angesprochen hat,dass weite Gebiete Russlands an den Grenzen quasi “kampflos“ chinesisch werden,wie weit ist das dehnbar und ertragbar.

Meine -unsere?- Informationslage darüber ist dünn aus unseren Medien. Meines Wissens fliessen halt chinesische Gelder an die dortigen Oligarchen und Regionalregierungen.....das kann kein dauerhafter Zustand sein. ;)

Ob diese langjährige Nachbarschaft jetzt Basis für eine Annäherungs- und Bündniszukunft sein kann,lassen wir mal dahingestellt. :cool:


Ist ja erst mal eher ein russisches Problem, aber die haben die Weiten ja auch in den Zeiten gehalten/geholt, als die Chinesen ebenfalls schon bevölkerungstechnisch weit vorne lagen.

Russland hat aber vor einiger Zeit recht öffentlichwirksam Programme angestoßen, damit dort mehr Russen hingehen (Land wird umsonst zugesprochen) und ich denke mal auch die Pläne zur wirtschaftl. Entwicklung des fernen Ostens sind sicher auch mit diesen Hintergedanken angereichert. Die Demographie in China und Russland wird da auch ein Baustein sein. Die 3-Kind-Familie, die Putin zur russischen "Norm" machen will, ist sicher nicht kurzfristgetrieben.

Dazu kommt dann noch, dass die Russen seit Jahrhunderten eine ziemlich wirksame Diplomatie pflegen. Heute bieten sich zb. Indien, Japan, Vietnam und letztlich sogar die USA als Gegenpole zu China an.
Auch über diese Fähigkeiten sind sie überhaupt nur in die Position gekommen, soviel Land zu vereinen und ua. China abzunehmen.

Aber das ist letztlich erst mal nur Kaffeesatzleserei. :D
Egal wie dicht du bist. Goethe war Dichter.
Egal was du kochst. Karl Marx.

Do not correct a fool, or he will hate you.
Correct a wise man and he will appreciate you.
Benutzeravatar
DarkLightbringer
Beiträge: 22112
Registriert: Mo 19. Dez 2011, 16:49
Benutzertitel: Vive la Liberté !

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 7. Dez 2016, 11:14

Japan will die Sanktionen verlängern und auch den Reformprozess in der Ukraine unterstützen. Das ist eine begrüssenswerte Haltung im Verbund der Staaten, die kriegshemmend wirken wollen.

„Ich möchte, dass der durch russische Aggression verursachte Konflikt, so schnell wie möglich gelöst wird. Japan wird die Unterstützung der territorialen Integrität der Ukraine durch die Sanktionen gegen Russland fortsetzen“, sagte der Diplomat.
http://www.ukrinform.de/rubric-politik/ ... utzen.html
>>We’ll always have Paris<<
[Humphrey Bogart als Rick Blaine in >Casablanca<, 1942]
Benutzeravatar
Welfenprinz
Beiträge: 8375
Registriert: So 6. Jul 2008, 18:55
Benutzertitel: Nec aspera terrent
Wohnort: wo eigentlich die marienburg stehen sollte

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon Welfenprinz » Mi 7. Dez 2016, 17:12

@ciesta: ja,Kaffeesatzleserei. Und meinerseits auch mangelnde Kenntnis.

Ich fand aber eben darkfires Verweis darauf,dass “weite Gebiete kampflos an Chinesen fallen“ beachtenswert. Einmal für die Frage wie leistungsfähig ist Russland übers ganze Gebiet gesehen und ob die Abwägung “ein paar qkm Baltikum sind mehr wert als die fernöstliche Leere“ im Raum steht.
Sterben kann nicht so schlimm sein,sonst würden es nicht so viele tun.
Lt. griinpissstudien stirbt eine Ratte, wenn ihr ein 200l-Fass Glyphosat auf den Kopf fällt.
Benutzeravatar
Cobra9
Vorstand
Beiträge: 21024
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 10:28

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon Cobra9 » Mi 7. Dez 2016, 17:20

China hat nach meiner Bewertung dafür gesorgt das Russland sich in der Ukrane zügelt. Als Peking mal Tachless mit Putin redete schrumpfte die Agression der Sepas wesentlich spürbar. Ja Russland tut alles weiterhin dafür das die Ukraine nicht zur Ruhe kommt, aber im wesentlichen haben die ukr. Streitkräfte derzeit keine echten Probleme mit den Sepas. Bis auf die gegenseitigen Liebesgrüsse. China nutzt die Ukraine sowohl Russland einfach zu seinem Vorteil. Die Ukraine muss damit leben, Russland will damit leben und merkt seine Fehler nicht.
Anton Tschechow

Keine Literatur kann in puncto Zynismus das wirkliche Leben übertreffen.
ciesta
Beiträge: 1269
Registriert: Mo 28. Dez 2015, 11:53

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon ciesta » Mi 7. Dez 2016, 18:47

Welfenprinz hat geschrieben:(07 Dec 2016, 17:12)

@ciesta: ja,Kaffeesatzleserei. Und meinerseits auch mangelnde Kenntnis.

Ich fand aber eben darkfires Verweis darauf,dass “weite Gebiete kampflos an Chinesen fallen“ beachtenswert. Einmal für die Frage wie leistungsfähig ist Russland übers ganze Gebiet gesehen und ob die Abwägung “ein paar qkm Baltikum sind mehr wert als die fernöstliche Leere“ im Raum steht.


ImA greift der Vergleich/die Abwägung nicht wirklich, weil die Nummer mit Sibirien nicht von der Krim abhängig ist.
Diese Menschenströme gab es ja schon vorher und warum nun das "Überfremden" nicht stattfinden sollte, wenn Russland weiter als zahmes Land unterwegs gewesen wäre, wüsste ich jetzt nicht. Tatsächlich dürfte die russische WirtschaftskKrise rein nach Lehrbuch die Bewegung der Chinesen wahrscheinlich sogar gebremst haben (ohne das ich das jetzt belegen kann :D ). Menschen bewegen sich normalerweise eher in wachsende Regionen.

Ansonsten spielen da so viele Faktoren rein, dass man damit sicher einige Bücher füllen könnte.
Sollte mal jemand eine übersetzte chinesische oder russische "Thinktank"-Analyse finden, wäre ich wahrscheinlich nicht abgeneigt, die zu lesen :D
Egal wie dicht du bist. Goethe war Dichter.
Egal was du kochst. Karl Marx.

Do not correct a fool, or he will hate you.
Correct a wise man and he will appreciate you.
ciesta
Beiträge: 1269
Registriert: Mo 28. Dez 2015, 11:53

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon ciesta » Do 22. Dez 2016, 11:55

Hier der Artikel, auf den sich Sputnik heute bezieht.
http://foreignpolicy.com/2016/12/21/sit ... ar-crimes/
The list. A Pentagon memo outlining the incoming Trump administration’s top “defense priorities” identifies defeating the Islamic State, eliminating budget caps, developing a new cybersecurity strategy, and finding greater efficiencies as the president-elect’s primary concerns. “But the memo, obtained by Foreign Policy, does not include any mention of Russia, which has been identified by senior military officials as the No. 1 threat to the United States,”


Es spricht immer mehr dafür, dass die USA unter Trump sich bezüglich Russland versuchen werden differenzierter aufzustellen. Sicher werden sie keine besten Freunde, aber im Vergleich zur Lage unter Obama spricht viel für Verbesserungen...
Egal wie dicht du bist. Goethe war Dichter.
Egal was du kochst. Karl Marx.

Do not correct a fool, or he will hate you.
Correct a wise man and he will appreciate you.
Benutzeravatar
Dieter Winter
Beiträge: 12056
Registriert: Fr 6. Jan 2012, 22:08

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon Dieter Winter » Do 22. Dez 2016, 12:19

ciesta hat geschrieben:(22 Dec 2016, 11:55)

Hier der Artikel, auf den sich Sputnik heute bezieht.
http://foreignpolicy.com/2016/12/21/sit ... ar-crimes/
The list. A Pentagon memo outlining the incoming Trump administration’s top “defense priorities” identifies defeating the Islamic State, eliminating budget caps, developing a new cybersecurity strategy, and finding greater efficiencies as the president-elect’s primary concerns. “But the memo, obtained by Foreign Policy, does not include any mention of Russia, which has been identified by senior military officials as the No. 1 threat to the United States,”


Es spricht immer mehr dafür, dass die USA unter Trump sich bezüglich Russland versuchen werden differenzierter aufzustellen. Sicher werden sie keine besten Freunde, aber im Vergleich zur Lage unter Obama spricht viel für Verbesserungen...


CIA und Falken hüpfen ob dieser Entwicklung offenbar im Dreieck. Zumal Russland faktisch wirklich keinerlei Bedrohung für die USA und den Westen darstellt. Weder militärisch noch wirtschaftlich. Zumindest Letzteres lässt sich von China nicht gerade behaupten.

Gibt es eigentlich einen objektiven Grund, warum Spiegel & Co. über diese Nachricht Stillschweigen bewahren?
ciesta
Beiträge: 1269
Registriert: Mo 28. Dez 2015, 11:53

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon ciesta » Do 22. Dez 2016, 12:46

Dieter Winter hat geschrieben:(22 Dec 2016, 12:19)
1.
CIA und Falken hüpfen ob dieser Entwicklung offenbar im Dreieck. Zumal Russland faktisch wirklich keinerlei Bedrohung für die USA und den Westen darstellt. Weder militärisch noch wirtschaftlich. Zumindest Letzteres lässt sich von China nicht gerade behaupten.
2.
Gibt es eigentlich einen objektiven Grund, warum Spiegel & Co. über diese Nachricht Stillschweigen bewahren?


1.
Für den US-internen Richtungsstreit gibt es ja seit einiger Zeit praktisch unübersehbare Zeichen.
Russland muss da aber eh nehmen, was kommt.
Sie hätten sicher auch für die so genannten Falken einige Überraschungen parat gehabt.
Ich wäre aber nicht traurig, wenn sie die weiteren Überraschungen nicht zeigen müssen.

China ist ein Thema, dass hier im Forum etwas stiefmütterlich behandelt wird.
Aber ich stimme dir da zu, wobei mir das Wort Bedrohung etwas zu wertend ist.
Sie werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die nächste Supermacht und diese haben schon immer die Spielregeln bestimmt.
Dem werden wir uns sicher auch fügen müssen.
Mit der aktuellen EU-Politik wohl nur noch viel mehr als wenn man mit Russland eine Art Partner geworden wäre...

2.
Die deutschen Medien haben derzeit sicher andere Prioritäten.
Ich denke mal, dass die auch nicht permanent den Veröffentlichungen von US-Auslandspolitikseiten hinterherlaufen.
Sollte das Thema bei Reuters und Co zirkulieren, werden sie es sicher aufnehmen.

Aber mal ganz davon ab: Die enthaltene Aussage, dass Trump russlandfreundlicher zu sein scheint als Obama, gab es auch bei SPON und Co oft genug zu lesen. :)
Egal wie dicht du bist. Goethe war Dichter.
Egal was du kochst. Karl Marx.

Do not correct a fool, or he will hate you.
Correct a wise man and he will appreciate you.
ciesta
Beiträge: 1269
Registriert: Mo 28. Dez 2015, 11:53

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon ciesta » Mo 16. Jan 2017, 12:12

https://www.bloomberg.com/news/articles ... tary-chief
Russia Urges Libya Leadership Role for UN-Defying Military Chief


Russland schickt sich mehr und mehr an, in Libyen die Versuche der EU(insbesondere Dtl) in Sachen Einheitsregierung zu torpedieren.
Egal wie dicht du bist. Goethe war Dichter.
Egal was du kochst. Karl Marx.

Do not correct a fool, or he will hate you.
Correct a wise man and he will appreciate you.
Benutzeravatar
Cobra9
Vorstand
Beiträge: 21024
Registriert: Mo 10. Okt 2011, 10:28

Re: Russlands Außenpolitk und ihre Folgen

Beitragvon Cobra9 » Di 17. Jan 2017, 19:36

Sehr interessanter Artikel zur Handlungsweise von Russland und dem Modus Operandi

https://warontherocks.com/2017/01/the-m ... -strategy/
Anton Tschechow

Keine Literatur kann in puncto Zynismus das wirkliche Leben übertreffen.

Zurück zu „33. Osteuropa - GUS - Kaukasus“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast