Das russische Rentensystem

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Cobra9
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Cobra9 » Do 8. Sep 2016, 04:20




Nö. Deutsche Site der Orga, aber von Sputnik wohl übernommen. Und by the Way...schau mal wann Ich zuerst eine Quelle mit der Studie verlinkte . Quelle war da die Caritas und mein Beitrag vom 5.09.16, ergo deine kleine Kritik ein Schuss in den Ofen. Von der Caritas Quelle:

Wer alt ist, braucht oft Pflege, und wer Hauspflege in Anspruch nehmen möchte, braucht Geld. Die meisten der über 40 Millionen Rentner/innen in Russland müssen jedoch mit einer Minimalrente von weniger als 80 Euro auskommen. Davon müssen sie Miete, Lebensmittel und Medikamente bezahlen. Das ist gerade in den Städten wie Petersburg oder Moskau kaum vorstellbar.

Russland ist in Sachen Lebensqualität für Senioren und Seniorinnen im Ländervergleich von 91 Ländern auf Platz 78 eingestuft worden. Bei der Studie galten neben dem Einkommen der Gesundheitszustand, Bildungsgrad, Beschäftigung, die Umweltsituation und soziale Aktivitäten als Gradmesser. In allen anderen BRICS-Ländern wie Brasilien, Indien, China und Südafrika geht es älteren Menschen besser als in Russland.

http://www.caritas-international.de/hil ... gesundheit



Aber die Studie zeigt das Russland in Sachen Rente ein Problem hat, nennt Zahlen. Wenn Ich mal von einem durch. Rentner mit 80 Euro an Rente ausgehe komme Ich bei den Preisen von Dir , gennant hier

viewtopic.php?p=3648790#p3648790


Bei 80. 00 Euro an Rente kauft sich jeder Rentner sicher Kaviar für 7,00 Euro pro 100 Gramm :rolleyes: Also bitte liefere mal einen lockeren Überblick wo bsp. die Caritas Quelle ins Absurde führt. Ich warte

Also kommt von Dir mal was mit Substanz ?
Ich gebe Hilfestellung. Rechnung einfacher Art. Kosten komplett im Schnitt gegen Russ. Rente im Schnitt. Allerdings mal zu deiner Aussage mit pauschaler Abrechnung bei WW....ist falsch. Viele Wohnungen in Russland haben noch keine Zähler zum Messen des verbrauchten Wassers, der verbrauchten Heizenergie, des verbrauchten Gases und des Stroms. In solchen Wohnungen in Miethäusern wird daher nach der Größe der Wohnung abgerechnet oder bezahlt jede Mietpartei dasselbe (z.B. Wasserverbrauch des Miethauses geteilt durch Anzahl der Mieter)

Bei einer Bekannten von Mir, wohnhaft in einem kleinen Vorort von Woronesch beträgt für eine 2-Raum-Wohnung die Kaltmiete heute etwa 200 € und das Paket der Nebenkosten in einer Altbauwohnung aus den 50er Jahren etwa 35 € (Vergünstigung für Rentner berücksichtigt da viele Russen das Glück haben die Vergünstigungen nutzen zu können familär wie bsp. von Rentnern usw.) Klar ist das auf den ersten Blick günstig. Nur sollte man bedenken meine Bekannte verdient nur 823 Euro netto. So nun ist der Preis der Wohnung in Miete schon reduziert usw. dank der alten Dame im Haushalt. Für meine Bekannte bleibt trotzdem kaum was über. So billig lebt es sich in Russland nicht.

Aber ohne ihre Tochter wäre die Rentnerin am Arsch. Die leben in einer relativ kleinen Wohnung zusammen, die alte Dame kriegt exakt 92,00 Euro umgerechnet an Rente usw. und ohne ihre Tochter wäre eine Wohnung ein echtes Problem. Komm mir bloss nicht mit deinem Garten Tick. Eine 80 Jährige die nicht mal richtig gehen kann wird sicher im Garten arbeiten eh ... :rolleyes:

Also erzähl mir nix vom Pferd da Ich auch Russland und die Verhältnisse etwas kenne. Russland ist für Rentner nicht gerade das Paradies auf Erden, im internationalen Ranking und Vergleich steht man schlicht beschissen da.
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Zerberster » Do 8. Sep 2016, 15:34

Wenn es jetzt so schlimm ist, wieso gibt es dann keine (militanten) Massendemos mehr von den Rentnern, wie damals unter Jelzin? Die Alten kaufen eh kaum was für sich in den Geschäften. Mehl, Zucker und sowas werden gekauft. Die Grundnahrungsmittel an sich sind in Russland sehr billig. Alles andere holen sich die Alten von ihrem Garten, aus den Wäldern und Flüssen. Fischen und Jagen sind in Russland weit verbreitet. So haben die Leute auch die 90er bzw. den Neoliberalismus überlebt. Und klar können sich die Alten auch mit 80 um ihren Garten kümmern. Eine Großmutter von mir hat noch als Rentnerin sich um ihre Kühe gekümmert. Die hat täglich mehrere Kilometer Heu auf ihrem Rücken getragen. Die Alten dort sind nicht so verweichlicht wie hier.
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon SirToby » Do 8. Sep 2016, 20:04

Zerberster hat geschrieben:(08 Sep 2016, 16:34)

Wenn es jetzt so schlimm ist, wieso gibt es dann keine (militanten) Massendemos mehr von den Rentnern, wie damals unter Jelzin? Die Alten kaufen eh kaum was für sich in den Geschäften. Mehl, Zucker und sowas werden gekauft. Die Grundnahrungsmittel an sich sind in Russland sehr billig. Alles andere holen sich die Alten von ihrem Garten, aus den Wäldern und Flüssen. Fischen und Jagen sind in Russland weit verbreitet. So haben die Leute auch die 90er bzw. den Neoliberalismus überlebt. Und klar können sich die Alten auch mit 80 um ihren Garten kümmern. Eine Großmutter von mir hat noch als Rentnerin sich um ihre Kühe gekümmert. Die hat täglich mehrere Kilometer Heu auf ihrem Rücken getragen. Die Alten dort sind nicht so verweichlicht wie hier.


Dafür muss man erst mal einen Garten haben. Und nicht jeder wohnt direkt am Waldrand, wo stündlich kapitale Hirsche vorbeimarschieren... :rolleyes:

Man kann von einem hochentwickelten Staat, der Russland ja wohl sein will, schon verlangen praktikablere lösungen zu finden.
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Zerberster » Do 8. Sep 2016, 21:07

SirToby hat geschrieben:(08 Sep 2016, 21:04)

Dafür muss man erst mal einen Garten haben. Und nicht jeder wohnt direkt am Waldrand, wo stündlich kapitale Hirsche vorbeimarschieren... :rolleyes:

Man kann von einem hochentwickelten Staat, der Russland ja wohl sein will, schon verlangen praktikablere lösungen zu finden.


Fast alle haben nen Garten oder ne Datscha. Zumindest war das so bei fast allen unseren Verwandten, Freunden, Nachbarn und Bekannten. Nur ne Tante von uns hatte keinen Garten, weil die keinen brauchte. Sie zählte zu den Topverdienern. Zumal sie auch mit Sachen aus dem Garten von unseren Großeltern dauernd eindeckt wurde. Die war alleinerziehend und deswegen haben die Großeltern sie übertrieben verwöhnt. Manchmal ist der Opa mit nem Sack voller Granatapfel zu der. Von seinen Kaninchen hat die auch immer welche bekommen gehabt.
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Cobra9 » Fr 9. Sep 2016, 04:46

Zerberster hat geschrieben:(08 Sep 2016, 16:34)

Wenn es jetzt so schlimm ist, wieso gibt es dann keine (militanten) Massendemos mehr von den Rentnern, wie damals unter Jelzin? Die Alten kaufen eh kaum was für sich in den Geschäften. Mehl, Zucker und sowas werden gekauft. Die Grundnahrungsmittel an sich sind in Russland sehr billig. Alles andere holen sich die Alten von ihrem Garten, aus den Wäldern und Flüssen. Fischen und Jagen sind in Russland weit verbreitet. So haben die Leute auch die 90er bzw. den Neoliberalismus überlebt. Und klar können sich die Alten auch mit 80 um ihren Garten kümmern. Eine Großmutter von mir hat noch als Rentnerin sich um ihre Kühe gekümmert. Die hat täglich mehrere Kilometer Heu auf ihrem Rücken getragen. Die Alten dort sind nicht so verweichlicht wie hier.


Das es schlimm ist das es scheinbar keine Demos oder Kritik von Rentnern gäbe habe Ich keine Zeile geschrieben. Bitte die Behauptung per Zitat mal klarstellen oder ist das nur der Versuch wieder Inhalte einzubauen die der Kreativität von Dir entsprechen ?


Es ist auch nicht so das Ich behaupten will es gibt keine Rentner mit Garten, Datschen usw., nur das ist bei weitem keine Selbstversorgung. Körperliche Gebrechen im Alter sowie verminderte Leistung sind wissenschaftlich belegt. Such in Russland. Die Daten Quellen sind bsp. bei der Caritas genannt. Es ist also nicht möglich das Russ. Rentner alle Selbstversorger sind, abgesehen von Leistungen die sowieso nicht im Selbstversorgung machbar sind. Die Kosten sind real da und Russ. Rentner sind arme Menschen. Auch nach persönlichen Erfahrungen und allen öffentlichen zugänglichen Daten zeigt sich


++++ Rentner sein in Russland ist nicht toll und im internationalen Vergleich ist Russland eine Nation mit Problemen ++++


Aber klar alles Lüge :)
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Zerberster » Fr 9. Sep 2016, 17:31

Deiner Meinung nach haben russische Rentner kaum Geld zum Überleben und können sich auch nicht von ihrem Garten usw. versorgen, wenn sie gebrechlich werden. Wie existieren dann diese Leute? Kein Geld, kein Essen, kein Protest. Irgendwie kann da doch etwas nicht stimmen. Wenn die Alten gebrechlich werden dann werden die von ihren Kindern oder Enkelkindern versorgt. So wie ich das mitbekommen habe wurden die Alten einige Monate vor ihrem Tod von ihren Verwandten gepflegt. Mir ist kein Fall bekannt wo man das jahrelang machen musste. Sicherlich wird es das auch irgendwo gegeben haben. Aber die allerwenigsten waren schon mit Mitte Fünfzig gebrechlich. Bei den meisten war das erst kurz vor ihrem Tod der Fall. Und dann wurden die auch von vielen Verwandten unterstützt. Ich musste z.B. auch zu meiner Uroma desöfteren ne Suppe oder sowas von meiner Mutter paar Straßen lang tragen als sie mit Anfang Neunzig bettlägrig wurde.
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Cobra9 » Fr 9. Sep 2016, 20:46

Zerberster hat geschrieben:(09 Sep 2016, 18:31)

Deiner Meinung nach haben russische Rentner kaum Geld zum Überleben und können sich auch nicht von ihrem Garten usw. versorgen, wenn sie gebrechlich werden. Wie existieren dann diese Leute? Kein Geld, kein Essen, kein Protest. Irgendwie kann da doch etwas nicht stimmen. Wenn die Alten gebrechlich werden dann werden die von ihren Kindern oder Enkelkindern versorgt. So wie ich das mitbekommen habe wurden die Alten einige Monate vor ihrem Tod von ihren Verwandten gepflegt. Mir ist kein Fall bekannt wo man das jahrelang machen musste. Sicherlich wird es das auch irgendwo gegeben haben. Aber die allerwenigsten waren schon mit Mitte Fünfzig gebrechlich. Bei den meisten war das erst kurz vor ihrem Tod der Fall. Und dann wurden die auch von vielen Verwandten unterstützt. Ich musste z.B. auch zu meiner Uroma desöfteren ne Suppe oder sowas von meiner Mutter paar Straßen lang tragen als sie mit Anfang Neunzig bettlägrig wurde.


Du verdrehst mal wieder. Ich schrieb klar das es keine 100% Selbstversorgung geben kann, das Geld beim Schnitt relativ knapp ist. Das alles kannste auch nachlesen und wo Russland steht belegen Quellen. Widme Dich Argumenten :)

Mach es Dir einfach

1---> ist das Ranking über die Lage der Rentner falsch ?

Wenn JA bitte Quellen die geanu das belegen und nicht die Lage von Rotarmisten anno 54

2---> Bitte belegen mit Quellen das die russ. Rente über Selbstversorgung funktioniert und sich auszeichnet
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Zerberster » So 11. Sep 2016, 20:49

Die Selbstversorgung hatte schon unter Gorbatschow und Jelzin funktioniert. Ich hatte nirgendwo etwas von Rotarmisten von 1954 geschrieben. Zumal die Rentner von damals lieber unter Stalin als unter Gorbatschow und Jelzin gelebt hätten.


„Selbst diejenigen, die der Sowjetunion keine Träne nachweinen, halten das, was danach kam, für eine der schwierigsten Phasen in der russischen Geschichte. Der Kollaps des zwangsfürsorglichen Systems, die Putschversuche, der Ausbruch von Seperatismus und ethnischer Gewalt in Regionen, die man jahrelang als sowjetische Brüdervölker betrachtet hatte, der Missbrauch der gerade erst frei gewordenen Medien durch eine neue Kaste von Superreichen – das alles wäre vielleicht zu verkraften gewesen. Der Zusammenbruch der Wirtschaft war es nicht. Millionen verloren ihre Ersparnisse im Staatsbankrott von 1998. Wie im Krieg überlebte Russland nur, indem es sich aufs Land zurückzog. Gurken, Äpfel und Tomaten auf der Datscha erntete. Viele Männer begingen Selbstmord. Ärzte behandelten Kinder mit Magengeschwüren. … In Russland bekam das Wort Demokratie nach den Erfahrungen in den neunziger Jahren für Millionen einen fast bedrohlichen Klang. Für die politische Führung gehört die Schmähung dieser Zeit zu den festen rhetorischen Figuren. Demokratie, Pluralismus, ein freier politischer Diskurs gelten als gefährlicher Luxus, den Russland besser anderen, weiter entwickelten Ländern überlässt.“
Waleri Panjuschkin: Die Nichteinverstandenen, München 2009, S. 8

„Was die Misere darüber hinaus politisch so brisant macht, ist die Tatsache, daß der allgemeine Lebensstandard seit dem Beginn der Perestroika kontinuierlich sank. Es stimmt schon nachdenklich, wenn ältere Leute von den Zeiten unter Stalin und Breschnew schwärmen, weil man da noch Fleisch, Fisch und Kaviar bekommen konnte, während man jetzt nicht mal mehr sicher sein kann, ob es Brot gibt.“
Gabriele Krone-Schmalz: ...an Rußland muß man einach glauben, Düsseldorf 1991, S. 33
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Cobra9 » Mo 12. Sep 2016, 05:46

Zerberster hat geschrieben:(11 Sep 2016, 21:49)

Die Selbstversorgung hatte schon unter Gorbatschow und Jelzin funktioniert. Ich hatte nirgendwo etwas von Rotarmisten von 1954 geschrieben. Zumal die Rentner von damals lieber unter Stalin als unter Gorbatschow und Jelzin gelebt hätten.


„Selbst diejenigen, die der Sowjetunion keine Träne nachweinen, halten das, was danach kam, für eine der schwierigsten Phasen in der russischen Geschichte. Der Kollaps des zwangsfürsorglichen Systems, die Putschversuche, der Ausbruch von Seperatismus und ethnischer Gewalt in Regionen, die man jahrelang als sowjetische Brüdervölker betrachtet hatte, der Missbrauch der gerade erst frei gewordenen Medien durch eine neue Kaste von Superreichen – das alles wäre vielleicht zu verkraften gewesen. Der Zusammenbruch der Wirtschaft war es nicht. Millionen verloren ihre Ersparnisse im Staatsbankrott von 1998. Wie im Krieg überlebte Russland nur, indem es sich aufs Land zurückzog. Gurken, Äpfel und Tomaten auf der Datscha erntete. Viele Männer begingen Selbstmord. Ärzte behandelten Kinder mit Magengeschwüren. … In Russland bekam das Wort Demokratie nach den Erfahrungen in den neunziger Jahren für Millionen einen fast bedrohlichen Klang. Für die politische Führung gehört die Schmähung dieser Zeit zu den festen rhetorischen Figuren. Demokratie, Pluralismus, ein freier politischer Diskurs gelten als gefährlicher Luxus, den Russland besser anderen, weiter entwickelten Ländern überlässt.“
Waleri Panjuschkin: Die Nichteinverstandenen, München 2009, S. 8

„Was die Misere darüber hinaus politisch so brisant macht, ist die Tatsache, daß der allgemeine Lebensstandard seit dem Beginn der Perestroika kontinuierlich sank. Es stimmt schon nachdenklich, wenn ältere Leute von den Zeiten unter Stalin und Breschnew schwärmen, weil man da noch Fleisch, Fisch und Kaviar bekommen konnte, während man jetzt nicht mal mehr sicher sein kann, ob es Brot gibt.“
Gabriele Krone-Schmalz: ...an Rußland muß man einach glauben, Düsseldorf 1991, S. 33



Schöne alte Zeiten :) Wo liegt Russland im Ranking den ? Upsss. Die reale Lage für unseren Buch Liebhaber


Die soziale Situation von älteren Menschen in Belarus, Russland und der Ukraine (Schriftenreihe des Fonds "Erinnerung und Zukunft") Taschenbuch – 1. Mai 2006
von Fonds "Erinnerung und Zukunft" (Herausgeber), Sabine Erdmann-Kutnevic

Als PDF
http://www.stiftung-evz.de/fileadmin/us ... studie.pdf

Und jap klar die Selbstversorgung funktioniert in der Fläche und für die Mehrheit :D Ich denke wenn wir an 50% kommen ist das realistisch.


Und nochmals in einfachen Zahlen :

Russland ist in Sachen Lebensqualität für Senioren und Seniorinnen im Ländervergleich von 91 Ländern auf Platz 78 eingestuft worden.
Bei der Studie galten neben dem Einkommen der Gesundheitszustand, Bildungsgrad, Beschäftigung, die Umweltsituation und soziale Aktivitäten als Gradmesser. In allen anderen BRICS-Ländern wie Brasilien, Indien, China und Südafrika geht es älteren Menschen besser als in Russland.

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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon SirToby » Mi 19. Okt 2016, 22:26

Ein guter Bericht zum russ. Rentensystem und wie die Rentenzahlungen das Budget Russlands aufzehren, wenn nicht bald Reformen eingeleitet werden.
Russland muss jährlich 50 Mrd $ zuschiessen, um das System am Laufen zu halten. Und die Reserven schrumpfen.

"....

Russia’s 22 percent pension tax is near the median worldwide—it’s higher than the United States’ 12.4 percent and Germany’s 19.6 percent, but lower than Spain’s 28.3 percent or Hungary’s 34 percent. Over the last decade, the Russian government has raised payouts to pensioners significantly, spending about 8-9 percent of GDP each year from 2010 to 2014, up from 5-6 percent from 2001 to 2008. This makes sense—the economy grew significantly over the last 15 years and the government, flush with cash from energy exports, decided it would be politically expedient to redistribute some of its earnings, especially after pensioners revolted over changes made in 2005. The spending increase is also due to a rise in the pensioner population: after the number of retired people held steady at about 38.5 million from 2001-2008, it gradually increased to almost 41.5 million today.

The Russian government, and former Finance Minister Kudrin in particular, planned for these changes in the 2000s, knowing that the state would need a source of money to pay for pensions in the years when the price of oil fell. This source became the National Wealth Fund (NWF), created in 2008 along with the Reserve Fund, both of which were successors to the Stabilization Fund formed in 2004. The NWF grew to over $93 billion in early 2009 and held steady above $80 billion until 2014.

A Gaping Hole

At the moment, the NWF has about $74 billion left, or 4.9 trillion rubles—but its stated purpose has changed. After being opened up to infrastructure projects in 2012, the fund has become a piggy bank for state companies to raid for investment money. In the midst of Russia’s current recession, the total value of requests from the fund has exceeded the amount of cash it possesses, and new appeals from the likes of Gazprom and Rosneft roll in every month. This is despite the fact that in recent years, Gazprom has massively overinvested in new capacity, to the point that it can produce 617 billion cubic meters of gas while it has only needed 400-450 b.c.m. annually in recent years, due to a worldwide glut of hydrocarbons. In other words: state companies, led by the likes of Putin pals Alexei Miller and Igor Sechin, want money that was originally promised to pensioners in order to invest in capacity they probably don’t even need.

The bigger problem, however, is that the NWF doesn’t have enough money to feed the zombie pension system. Just as a bank is called a “zombie” if it has zero net worth but keeps functioning thanks to state bailouts, Russia’s pension system is an economic walking corpse. Russia’s 2015 budget projects pension expenditures of 7.77 trillion rubles, or well over $100 billion, and revenue of only 4.14 trillion rubles. The government has to make up that difference of 3.63 trillion rubles ($54 billion) with money from the budget, which itself is expected to have a deficit of 2.68 trillion rubles this year. The current draft budget for 2016-2018 predicts annual pension system shortfalls of about 3.7 trillion rubles, to be compensated from the budget. If the National Wealth Fund were used to pay for these shortfalls instead, it would be gone in 16 months.

How did this happen? A confluence of factors acted to expand the hole in the system. As Russia’s population has aged, the size of the workforce has been flat—while the number of pensioners has increased by 3 million in recent years to 41.5 million, the labor pool has held steady for the last decade at just over 75 million people. This means that while the same number of people are being taxed, many more people are collecting pensions. At the same time, pension payments have gone up as a percentage of GDP, even as the economic bloc in Russia’s government warned that the increases were unsustainable without structural changes that would increase worker productivity and, therefore, per capita tax revenue. The government also did not stash away enough of the proceeds from energy sales to be able to plug the hole using the NWF. From 2011 to 2014, as the price of oil shot to above $100 per barrel, the government nonetheless ran an average of a 0.1 percent annual budget deficit, instead of running a surplus that could have been put into its rainy day funds."

http://www.imrussia.org/en/analysis/eco ... bie-part-1
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Wildermuth » Do 20. Okt 2016, 00:20

WEnn russland nicht so toll wäre, dann würden doch nicht millionen dorthin einwandaern wollen. Die würden dann doch lieber nach europa oder usa.
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon SirToby » Do 20. Okt 2016, 07:22

Vor dem Hintergrund der russischen Rentenproblematik ist es sinnvoll, sich zu vergegenwärtigen, dass das Defizit der staatlichen Rentenversicherung vor allem aus dem National Wealth Fond ausgeglichen wird.

http://www.russia-direct.org/analysis/c ... lanation-6

Die Reserven aus diesem Fond werden voraussichtlich noch bis 2017 reichen, dann sind die Mittel erschöpft.

http://www.cnbc.com/2016/07/05/russia-t ... posal.html
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Firlefanzdetektor » Do 20. Okt 2016, 09:18

Cobra9 hat geschrieben:(08 Sep 2016, 05:20)

Nö. Deutsche Site der Orga, aber von Sputnik wohl übernommen.

Was typisch für dieses Staatspropagandaorgan ist, wenn sich ein Russland betreffendes Thema im deutschen Medienmarkt nicht mehr verschweigen, leugnen oder schönreden lässt.
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Wo der Sinn aufhört, beginnt der Wahnsinn. (Erhard Horst Bellermann)
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon Störtebeker » Do 20. Okt 2016, 12:52

Was bedeutet das nun für den Westen? Tun uns diese Rentner leid oder haben wir wieder Grund zum Siegestaumel? Kalten Krieg gewonnen, nun brauchen wir nur noch mehr Härte zeigen und die Sanktionsschraube nachziehen. Die Altersarmut ist ein weltweites Problem, da sollte man keine Statistiken erstellen, die z.B. Deutschland "noch" etwas besser dastehen läßt.
"Wo liegt Russland im Ranking?" fragt die Cobra aus der Vorstandsetage, na, auf dem 78.Platz, wurde doch schon ermittelt auf der Scala von 91. Gute Zeiten-schlechte Zeiten. Nach westlicher Wertedarstellung ist der 2.Platz schon der 1. Verlierer, der pure Größenwahn.
Europa muss aufwachen und begreifen, daß es unter Angriff von Rußland steht. Die Unterstützung der Ukraine sollte darüber hinaus als Verteidigungsausgaben der EU-Staaten angesehen werden.
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Re: Das russische Rentensystem

Beitragvon SirToby » Di 10. Jan 2017, 09:09

http://www.ostexperte.de/renten-in-russ ... 000-rubel/

Im Reich des grossen Vladimir herrscht eitel Sonnenschein...

"Russische Regierung beschließt: Keine weitere Rentenindexierung, sondern Einmalzahlung

Wie die Rossijskaja Gazeta berichtet, hat die russische Regierung beschlossen, die Renten in Russland nicht an die Inflation anzupassen, sondern stattdessen eine Einmalzahlung in Höhe von 5000 Rubel zu leisten.

Insgesamt sollen sich die Kosten dafür laut Premierminister Dmitri Medwedew auf 200 Milliarden Rubel (rund 2,8 Milliarden Euro) belaufen. 43 Millionen Bürger sollen die Zahlung von umgerechnet rund 70 Euro erhalten. Das Geld soll erst im Januar 2017 fließen. Für viele dürfte es ohnehin ein Tropfen auf dem heißen Stein sein."
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