Russische Propaganda

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imp
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Re: Russische Propaganda

Beitragvon imp » So 18. Mär 2018, 15:40

JJazzGold hat geschrieben:(18 Mar 2018, 15:18)

Dass Strauss von Wirtschaft nichts verstand, halte ich für ein Gerücht.
Die Babuschka und ihre Kinder und Enkel wollen nichts Anderes, als der Bayer oder Deutsche, einen soliden Arbeitsplatz mit kontinuierlichem Einkommen, ein komfortables Dach über dem Kopf, eine größere Nahrungsmittelauswahl, als es der eigene Garten hergibt und möglichst keine toten Enkel beim militärischen Einsatz im Ausland. Das ließe sich in Russland bedingt durch die reichen Bodenschätze einfacher bewerkstelligen, als im kleinen Ressourcen armen Deutschland. Mir ist schleierhaft, weshalb Putin das nicht ohne, oder besser geschrieben, trotz Einsatz massiven externen Investments nicht schafft. Vor allem, in all den Jahren nicht geschafft hat.

Monokausale Erklärungen sind oft nicht zielführend. Unter den ärmeren Ländern der Welt haben viele irgendwelche Rohstoffe. Russland hat in der Tat bei vielen Indikatoren von einer Erbmasse aus der Sowjetzeit gelebt, etwa bei Frauenbildung, Abschlüssen insgesamt, Lesekompetenz, Patentanmeldungen. Die haben ihre besten Jahre hinter sich und in den 90ern/2000ern kam wenig nach. Zudem brachen die Geburten ein, was noch zu diversen Problemen führen wird. Die Geburtenrate ist inzwischen wieder eine der besten Europas und Russland ist ein großes Einwanderungsland, aber der Schaden ist da. Russland hat auch viele Fehler gemacht, indem es Lehrbuchweisheiten befolgt hat. Es fehlte an Konzentration, Schwerpunkten. Daneben ist die seit den 90ern herrschende Korruption samt Mafia immer noch nicht ausreichend besiegt, obwohl viel gemacht wurde. Einige Mafioso sind ja auch davongerannt und schreiben jetzt gegen kleinen Lohn Klagelieder. Da ist so wahnsinnig viel kaputt.

Dazu gehört selbstverständlich auch Glaubwürdigkeit, explizit im bürokratischen Bereich. Aber die besitzt China auch nicht und ist Russland wirtschaftlich meilenweit überlegen.

Ja, die braucht es. Durch Korruption und korruptionsgetriebene Bedenken bei Investitionen entsteht wahnsinniger Schaden.

China hat Jahrzehnte lang die Bevölkerung stalinmäßig verheizt. Der Erfolg ist unbestreitbar, aber noch heute träumt kein durchschnittlicher Russe davon, ein durchschnittlicher Chinese zu werden.

Der Germanist und Metzgersohn Strauss war ein großer und umstrittener Politiker. Man kann auch sagen, dass Bayern in seiner Zeit gut gefahren ist. Nichts an seiner Biographie zeigt herausragende Auskennerei in Wirtschaft. Brauchte er wohl nicht. Er war ein praktischer Typ. Sowas braucht Russland auch.
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Everythingchanges
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Re: Russische Propaganda

Beitragvon Everythingchanges » Fr 12. Okt 2018, 19:18

https://fm4.orf.at/stories/2940657/
Agentencoup der NATO erwischt Russland auf dem falschen Fuß

Die öffentliche Blamage von GRU-Agenten durch die NATO-Allianz hat die Propagandamaschine Putins sichtlich aus dem Takt gebracht. Die neue westliche Strategie mit Gegenangriffen auf der Informationsebene hat zumindest bei ihrer Premiere funktioniert.
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Cat with a whip
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Re: Russische Propaganda

Beitragvon Cat with a whip » Mo 22. Okt 2018, 13:16

Terror der kremlnahen nationalistischen Oligarchen gegen die liberale russische Presse:

Erfinden von Fakenews, Besichtigung als Vaterlandsverräter und Morddrohungen und Psychoterror. In einem dem Feudalismus ähnlichen System. Sich mit den kremlnahen Banditen anzulegen sei oft gefährlicher als mit dem Kreml selbst.

Die Botschaft sei verständlich: „Wir schneiden euch die Köpfe ab“, sagt Dmitri Muratow, der Herausgeber der oppositionellen „Nowaja Gaseta“. Muratow erklärte unserer Zeitung, schon vorher hätten nationalistische Medien und Online-Bots eine Verleumdungskampagne gegen seine Zeitung und ihren neuen Reporter Korotkow gestartet.

So berichtete das wenig bekannte Portal „Ran“, die russischen Sicherheitsdienste hätten in der Uralstadt Ufa mehrere Terroristen des sogenannten Islamischen Staats festgenommen. Bei dem Versuch, Familien russischer Luftwaffenpiloten zu ermorden, die in Syrien kämpften. Die Adressen ihrer Opfer aber hätten sie angeblich aus Artikeln Denis Korotkows. Die „Nowaja Gaseta“ bezeichnet diese Behauptung als Fake-News. Und die Petersburger Internetzeitung „Fontanka“, für die Korotkow bis August arbeitete, schreibt, er habe niemals sensible Angaben über Wehrpflichtige wie Dienstnummern oder Geburtsdaten veröffentlicht.
Finanzierte Söldnergruppe Wagner

In der rechten Nachrichtenagentur RIA FAN wurde Korotkow trotzdem als „Vaterlandsverräter“ beschimpft. Er arbeite schon seit September in der „Nowaja Gaseta“, habe aber noch nichts veröffentlicht, weil er insgeheim damit beschäftigt sei, die BBC und Leute des Exiloligarchen Michail Chodorkowski mit Informationen zu versorgen.

Es gilt in Russland als offenes Geheimnis, dass RIA FAN dem kremlnahen Großunternehmer Jewgeni Prigoschin gehört. Er soll auch die Söldnergruppe Wagner finanzieren. Über ihre Kämpfer hatte Korotkow früher für „Fontanka“ zahlreiche Artikel geschrieben, über ihre Einsätze in der Ostukraine und in Syrien, auch über ihre schweren Verluste dort. Prigoschin soll außerdem die „Fabrik der Trolle“, ein Petersburger Zentrum für Internetpropaganda, bezahlen. Und sein Petersburger VIP-Restaurant „New Island“ besucht auch der russische Staatschef gern; böse Zungen bezeichnen Prigoschin als „Putins Koch“, inzwischen auch als „Putins Schlächter.“

Journalisten, die sich zu heftig für seine Projekte interessieren, leben gefährlich. Der Jekaterinenburger Reporter Maxim Borodin hatte über Familien gefallener Wagner-Söldner berichtet; er stürzte im April von seinem Balkon im vierten Stockwerk und starb. Ende Juli wurden die liberalen Reporter Orchan Dschemal, Alexander Rastorgujew und Kirill Radtschenko in der Zentralafrikanischen Republik erschossen. Sie wollten einen Film über Wagner-Kämpfer drehen, die dort auch Goldminen bewachen. Laut dem Portal The Bell gehören diese zumindest zum Teil Firmen Prigoschins.


http://www.fr.de/kultur/netz-tv-kritik- ... -a-1605575
"Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen." Joseph Weizenbaum

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