Drohender Krieg mit Russland?

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zollagent
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon zollagent » Do 12. Apr 2018, 11:41

Polibu hat geschrieben:(12 Apr 2018, 12:09)

Die Bürger fragt ja keiner. Jetzt mal abgesehen davon, dass auch immer mehr normale Bürger offen für diverse Kriegsspielchen sind. Als es vor Jahren, um den Bundeswehreinsatz in Afghanistan ging war eine große Mehrheit gegen diesen Einsatz. Mittlerweile halten viele Deutsche Kriegseinsätze für legitim.

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass die Mehrheit noch gegen solche Kriege ist.

Es ist ja auch in Deutschland nur eine ca. 12-13%ige Minderheit, die von einem Bürgerkrieg träumt. :D
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 12. Apr 2018, 12:14

Es gibt Meldungen, dass das russ. Militär bereits damit begonnen hat, den Funkverkehr amerikan. Aufklärungsdrohnen zu stören.

Putins kreidefressende Propagandarede ist etwas für Naivlinge. Die sich wünschen, er sei so, wie er gar nicht ist.
Er hat z.B. die Ankündigung des russ. Botschafters im Libanon nicht dementiert, die da lautet, "nicht nur amerikanische Missiles/Raketen etc., die auf Syrien
gefeuert würden, abzuschießen, sondern auch jene "Objekte", von denen diese abgefeuert wurden, ANZUGREIFEN".

Damit sollte der Unterschied auch klar sein, wer hier tatsächlich mit dem Höllenfeuer spielt, ohne zu zucken.
Während der Westen, vor allem die USA, das Syrien des Massenmörders am eigenen Volk angreifen und einbremsen wollen,
will RUS unter Putin genau dafür sogar die USA und andere westl. Verbündete angreifen.

Selbst Trump in seiner Rockerboss-Rhetorik hat nicht erklärt, russ. Einrichtungen angreifen zu wollen.
Sein zwar dämlich formulierter Satz gipfelt allenfalls in der Ankündigung, die dafür eingesetzten Raketen/Missiles seien so schlau,
so "smart", dass die Russen sie gar nicht abfangen können. Möglicherweise zu dick aufgetragen, aber mit keinem Wort erklärte er
ähnliches, nämlich russische Abfang-bzw. dortige Militäreinrichtungen angreifen zu wollen.

Es ist strittig, ob man nicht damit leben kann, wenn Putin - entsprechend der neuen russ. Militärdoktrin - Syrien als von RUS
beherrschte, neue geostrategische Militärbasis unangetastet behalten kann. Damit sind seine Militärs im Hintergrund zufrieden,
er kann seine dicken Eier wiedermal vor seinem Volk vorzeigen. Im Grunde ist es völlig gaga, dafür so einen militärischen Bohai
zu veranstalten, der Putin dann auch noch völlig überzogene öffentliche Beachtung und Aufmerksamkeit bringt, statt ihn einfach ins Leere
laufen zu lassen.

Aber das geht eben mit diesem gleichgearteten Macho und Pussygrabber Trump nicht. Besonders nicht, seit der chronische Kriegstreiber Bolton
sein neuer, sicherheitspolitischer Einflüsterer ist und ein gewisser Herr Pompeo Aussenminister. Ebenfalls ein Falke und Verfechter jener G.W.Bush-Thinktank-Gang, die
unter der Regie von Typen wie Cheney, Wolfowitz, Kagan u.a. für ein "neues Amerika of the 21th Century" Waffengänge als angebracht und
notwendig hielt, um die Vorherrschaft der USA in jeder Hinsicht dahin zu bringen, wo auch Trump das Land sehen will: America first. Militärisch. Geostrategisch. Wirtschaftlich.

Irgendwie alles Braunkack, aktuell. Nicht wahr!?
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Apr 2018, 12:18

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(12 Apr 2018, 13:14)

Es gibt Meldungen, dass das russ. Militär bereits damit begonnen hat, den Funkverkehr amerikan. Aufklärungsdrohnen zu stören.

Warum auch nicht? Diese Drohnen haben im syrischen Luftraum nichts verloren. Was würde wohl mit einer syrischen Drohne im USA-Luftraum passieren? Im Chinesischen? Im Türkischen?

Irgendwie alles Braunkack, aktuell. Nicht wahr!?

Es ist der normale Lauf der Dinge.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 12. Apr 2018, 12:29

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Apr 2018, 13:18)

Was würde wohl mit einer syrischen Drohne im USA-Luftraum passieren? Im Chinesischen? Im Türkischen?


Welch eine bucklige Frage… Natürlich würden die USA, China oder die Türkei diese Drohnen nicht dulden, stören bzw.
entfernen. Und das nicht von RUS erledigen lassen. Erkennen Sie den Unterschied? Y/N?

Gegenfrage: Ist Syrien Teil der russ. Föderation? - So eine Art Krim der anderen Art?
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Audi » Do 12. Apr 2018, 12:47

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(12 Apr 2018, 13:14)

Es gibt Meldungen, dass das russ. Militär bereits damit begonnen hat, den Funkverkehr amerikan. Aufklärungsdrohnen zu stören.

Putins kreidefressende Propagandarede ist etwas für Naivlinge. Die sich wünschen, er sei so, wie er gar nicht ist.
Er hat z.B. die Ankündigung des russ. Botschafters im Libanon nicht dementiert, die da lautet, "nicht nur amerikanische Missiles/Raketen etc., die auf Syrien
gefeuert würden, abzuschießen, sondern auch jene "Objekte", von denen diese abgefeuert wurden, ANZUGREIFEN".

Damit sollte der Unterschied auch klar sein, wer hier tatsächlich mit dem Höllenfeuer spielt, ohne zu zucken.
Während der Westen, vor allem die USA, das Syrien des Massenmörders am eigenen Volk angreifen und einbremsen wollen,
will RUS unter Putin genau dafür sogar die USA und andere westl. Verbündete angreifen.

Selbst Trump in seiner Rockerboss-Rhetorik hat nicht erklärt, russ. Einrichtungen angreifen zu wollen.
Sein zwar dämlich formulierter Satz gipfelt allenfalls in der Ankündigung, die dafür eingesetzten Raketen/Missiles seien so schlau,
so "smart", dass die Russen sie gar nicht abfangen können. Möglicherweise zu dick aufgetragen, aber mit keinem Wort erklärte er
ähnliches, nämlich russische Abfang-bzw. dortige Militäreinrichtungen angreifen zu wollen.

Es ist strittig, ob man nicht damit leben kann, wenn Putin - entsprechend der neuen russ. Militärdoktrin - Syrien als von RUS
beherrschte, neue geostrategische Militärbasis unangetastet behalten kann. Damit sind seine Militärs im Hintergrund zufrieden,
er kann seine dicken Eier wiedermal vor seinem Volk vorzeigen. Im Grunde ist es völlig gaga, dafür so einen militärischen Bohai
zu veranstalten, der Putin dann auch noch völlig überzogene öffentliche Beachtung und Aufmerksamkeit bringt, statt ihn einfach ins Leere
laufen zu lassen.

Aber das geht eben mit diesem gleichgearteten Macho und Pussygrabber Trump nicht. Besonders nicht, seit der chronische Kriegstreiber Bolton
sein neuer, sicherheitspolitischer Einflüsterer ist und ein gewisser Herr Pompeo Aussenminister. Ebenfalls ein Falke und Verfechter jener G.W.Bush-Thinktank-Gang, die
unter der Regie von Typen wie Cheney, Wolfowitz, Kagan u.a. für ein "neues Amerika of the 21th Century" Waffengänge als angebracht und
notwendig hielt, um die Vorherrschaft der USA in jeder Hinsicht dahin zu bringen, wo auch Trump das Land sehen will: America first. Militärisch. Geostrategisch. Wirtschaftlich.

Irgendwie alles Braunkack, aktuell. Nicht wahr!?


Der Politologe Wassili Kaschin von der Higher School of Economics sagt, die Aussage des Botschafters sei höchstwahrscheinlich aus dem Kontext gerissen und dann fehlerhaft aus dem Arabischen ins Englische übersetzt worden.

Tatsächlich habe der russische Botschafter Sasypkin nur das wiederholt, was der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow vor ihm gesagt hatte: Dass Russland die Raketen und deren Trägerplattformen dann abschießen werde, wenn der US-Angriff gegen Syrien das Leben russischer Militärangehöriger gefährden sollte.

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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Apr 2018, 12:53

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(12 Apr 2018, 13:29)

Welch eine bucklige Frage… Natürlich würden die USA, China oder die Türkei diese Drohnen nicht dulden, stören bzw.

So ist es.

Gegenfrage: Ist Syrien Teil der russ. Föderation? - So eine Art Krim der anderen Art?

Bisher noch nicht. Bisher ist Russland auf Einladung der syrischen Regierung vor Ort, um Schutz vor allerlei auswärtiger und einheimischer Gefahr zu bieten.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Selina » Do 12. Apr 2018, 13:06

Polibu hat geschrieben:(12 Apr 2018, 12:09)

Die Bürger fragt ja keiner. Jetzt mal abgesehen davon, dass auch immer mehr normale Bürger offen für diverse Kriegsspielchen sind. Als es vor Jahren, um den Bundeswehreinsatz in Afghanistan ging war eine große Mehrheit gegen diesen Einsatz. Mittlerweile halten viele Deutsche Kriegseinsätze für legitim.

Nichtsdestotrotz glaube ich, dass die Mehrheit noch gegen solche Kriege ist.


Es bleibt von uns allen kein Stäubchen mehr übrig nach solch einem Krieg. Höchstens ein Schatten an einer Ruine. Da ist es mir schleierhaft, wieso man an dem Gegeneinander-Aufhetzen-Spiel auch als "normaler Bürger" überhaupt teilnehmen kann. Weil es schick ist? Weil es Spaß macht? Weil alles eine Art computersimuliertes Action-Spiel ist? Keine Ahnung, was da in einigen Leuten vorgeht. Die Antwort kann immer nur heißen: Reden - Verhandeln - Reden - Verhandeln. Und insofern sind mir Verlautbarungen bestimmter Politiker lieber, die in die Dialog-Richtung gehen, als die dümmliche Säbelrassel-Twitterei. Man wacht morgens auf und fragt sich: Überleben wir alle noch bis morgen? Das kanns ja nicht gewesen sein. Wo bleibt da der massenhafte Protest?
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon JJazzGold » Do 12. Apr 2018, 13:11

Selina hat geschrieben:(12 Apr 2018, 11:58)

Diese ständige Weltkriegsgefahr ist unerträglich. Das kann doch eigentlich kein vernünftiger Mensch wollen. Da müsste doch so ein großer weltweiter Protest aller friedliebenden demokratischen Kräfte losbrechen. Eigentlich. Wo sind die nur alle? Vor allem, wenn man auf den aktuellen Anlass in Syrien schaut, den sich Trump für seine Kriegsspielerei ausgesucht hat, dann ist doch nun auch hier die Schuldfrage beiweitem nicht geklärt. Im Gegenteil: Ein solch mächtiger Angriff der Amerikaner würde sämtliche Ursachen-Untersuchung zum Giftgaseinsatz zunichte machen. Was will man dann noch untersuchen. Alles zerstört. Da lobe ich mir schon diesen ZDF-Bericht vom Korrenspondenten Strumpf, der sicher nicht gerade als Assad- oder Putin-Freund bekannt ist. Da wird ganz zum Schluss auch mal die berechtigte Frage gestellt, ob das nicht auch von den "islamischen Rebellen" als letzte Verzweiflungstat stammen könnte. Vor allem wird dort auch klipp und klar gesagt, dass alles völlig offen ist und man auch hier nicht gleich wieder völlig ohne Beweise mit dem Finger auf den Lieblingsfeind, die Russen, zeigen sollte. So schürt man Konflikte, statt sie zu lösen. Eskalation statt Deeskalation. Das alte Spiel. Und das Ganze noch mit nem Irren am Knopp.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-jo ... n-100.html


Den “Kriegsspielplatz“ hat sich nicht nur Trump rausgesucht, dort spielen Russland, der Iran, Saudi-Arabien und die Türkei bereitwillig mit.

Wo sie alle sind, die friedliebenden Demonstranten, die sich nach sieben Jahren bequemen sollen zu demonstrieren? Das kann ich Ihnen sagen. Die sitzen wie Sie und ich zuhause. Denn Syrien ist nun einmal ein gefährliches Pflaster, auch wenn die AfD Reiselustigen ohne ausreichend eigene Kohle uns etwas Anderes vorlügen wollen und wer sich in Gefahr begibt, noch dazu solch multipler, der droht darin umzukommen. Und selbst wenn, rein fiktiv, sich die friedliebenden Demonstranten weltweit auf den Weg nach Syrien machen wollten, sie kämen wahrscheinlich gar nicht rein und selbst wenn sie reinkämen, würden sie sich wahrscheinlich nach anfäglicher Verständigung untereinander kloppen, weil letztendlich doch jeder eine unterschiedliche Vorstellung davon hat, wer am geeignetsten ist, Syrien wiederzubeleben.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Vongole » Do 12. Apr 2018, 13:14

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Apr 2018, 13:53)

So ist es.


Bisher noch nicht. Bisher ist Russland auf Einladung der syrischen Regierung vor Ort, um Schutz vor allerlei auswärtiger und einheimischer Gefahr zu bieten.


Bisher ist Russland auf "Einladung" eines Diktators vor Ort, um diesem "Schutz" vor der eigenen Bevölkerung zu bieten, indem man diese abschlachtet, vergiftet und in die Flucht treibt.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Selina » Do 12. Apr 2018, 13:17

JJazzGold hat geschrieben:(12 Apr 2018, 14:11)

Den “Kriegsspielplatz“ hat sich nicht nur Trump rausgesucht, dort spielen Russland, der Iran, Saudi-Arabien und die Türkei bereitwillig mit.

Wo sie alle sind, die friedliebenden Demonstranten, die sich nach sieben Jahren bequemen sollen zu demonstrieren? Das kann ich Ihnen sagen. Die sitzen wie Sie und ich zuhause. Denn Syrien ist nun einmal ein gefährliches Pflaster, auch wenn die AfD Reiselustigen ohne ausreichend eigene Kohle uns etwas Anderes vorlügen wollen und wer sich in Gefahr begibt, noch dazu solch multipler, der droht darin umzukommen. Und selbst wenn, rein fiktiv, sich die friedliebenden Demonstranten weltweit auf den Weg nach Syrien machen wollten, sie kämen wahrscheinlich gar nicht rein und selbst wenn sie reinkämen, würden sie sich wahrscheinlich nach anfäglicher Verständigung untereinander kloppen, weil letztendlich doch jeder eine unterschiedliche Vorstellung davon hat, wer am geeignetsten ist, Syrien wiederzubeleben.


Ok. Aber ich meinte den Protest eher in der Form, wie es ihn in Deutschland und weltweit vorm Irakkrieg gab. Da gingen 500.000 Menschen in Berlin auf die Straße und weitere Millionen weltweit. Seitdem gab es so einen Riesenprotest nie wieder. Und heute geht es um noch eine viel größere Bedrohung (im Übrigen sitze ich bei solchen Protesten nie zu Hause, sondern bin selbstverständlich mittendrin).

http://www.faz.net/aktuell/politik/irak ... 89450.html
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon JJazzGold » Do 12. Apr 2018, 13:32

Selina hat geschrieben:(12 Apr 2018, 14:17)

Ok. Aber ich meinte den Protest eher in der Form, wie es ihn in Deutschland und weltweit vorm Irakkrieg gab. Da gingen 500.000 Menschen in Berlin auf die Straße und weitere Millionen weltweit. Seitdem gab es so einen Riesenprotest nie wieder. Und heute geht es um noch eine viel größere Bedrohung.

http://www.faz.net/aktuell/politik/irak ... 89450.html


Das bisher einzige Mal in meinem Leben, dass ich mich einer Demonstration, allerdings im Ausland, in den USA, angeschlossen habe. Verhindert hat es nichts, es brachte persönliche Erleichterung, meinem Zorn gegen dieses Öffnen von Pandoras Büchse im Nahen Osten Ausdruck verliehen zu haben und ein paar neue, inzwischen langjährige Freunde.


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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Alexyessin » Do 12. Apr 2018, 13:34

Selina hat geschrieben:(12 Apr 2018, 14:17)

Ok. Aber ich meinte den Protest eher in der Form, wie es ihn in Deutschland und weltweit vorm Irakkrieg gab. Da gingen 500.000 Menschen in Berlin auf die Straße und weitere Millionen weltweit. Seitdem gab es so einen Riesenprotest nie wieder. Und heute geht es um noch eine viel größere Bedrohung (im Übrigen sitze ich bei solchen Protesten nie zu Hause, sondern bin selbstverständlich mittendrin).

http://www.faz.net/aktuell/politik/irak ... 89450.html


Weil der Grund für den Irakkrieg so grottenschlecht dahergelogen wurde, das selbst bis weite Teile des eher US-freundlichen Bürgertums dies gemerkt wurde.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Eulenwoelfchen » Do 12. Apr 2018, 13:34

Audi hat geschrieben:(12 Apr 2018, 13:47)

Der Politologe Wassili Kaschin von der Higher School of Economics sagt, die Aussage des Botschafters sei höchstwahrscheinlich aus dem Kontext gerissen und dann fehlerhaft aus dem Arabischen ins Englische übersetzt worden.

Tatsächlich habe der russische Botschafter Sasypkin nur das wiederholt, was der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow vor ihm gesagt hatte: Dass Russland die Raketen und deren Trägerplattformen dann abschießen werde, wenn der US-Angriff gegen Syrien das Leben russischer Militärangehöriger gefährden sollte.

So viel zu "Russland will US Truppen angreifen"


Pardon. Verhohnepipeln kann ich mich selbst. Wieso ausgerechnet ein Politologe und nicht beispielsweise Putin oder ein entprechend hochrangiger und autorisierter Regierungsvertreter solche "angeblich und wiedermal völlig missinterpretierten oder schlecht übersetzten Aussagen"
korrigierte, sondern irgendein Politologe, bleibt ein - nur allzuoft - gesehenes "Geheimnis" (vernebelnder russ. Propaganda). Sie dürfen den Unsinn gerne glauben und Putin &. Co. als ständig missverstandene Friedensengel anpreisen.
Aber ich hoffe, Sie verstehen, dass nicht jedermann, also ich zumindest, auf diese durchschaubare mittlerweile übliche, russ. Gegenpropaganda hereinfällt und diesen Unsinn für bare Münze nimmt.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Selina » Do 12. Apr 2018, 13:38

JJazzGold hat geschrieben:(12 Apr 2018, 14:32)

Das bisher einzige Mal in meinem Leben, dass ich mich einer Demonstration, allerdings im Ausland, in den USA, angeschlossen habe. Verhindert hat es nichts, es brachte persönliche Erleichterung, meinem Zorn gegen dieses Öffnen von Pandoras Büchse im Nahen Osten Ausdruck verliehen zu haben und ein paar neue, inzwischen langjährige Freunde.




Freunde bei so einer Veranstaltung gefunden zu haben, ist doch auch schon was wert. Und solche Demos generell sein zu lassen, weil man glaubt, das bringe ja eh nix, halte ich für den falschen Weg. Man sollte als so genannter "kleiner Mann" den Regierenden (manchmal auch den eigenen) schon immer mal ein deutliches Stoppschild vor die Nase halten. Mal ganz davon abgesehen, dass es für Kriegsgegner schon auch selbst gut ist, diesen Schulterschluss zu spüren. Vereinzelung und Isolation oder Rückzug in den ganz kleinen Kreis der Vertrauten halte ich bei solchen existenziellen Fragen wie Krieg oder Frieden für falsch.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Selina » Do 12. Apr 2018, 13:43

Alexyessin hat geschrieben:(12 Apr 2018, 14:34)

Weil der Grund für den Irakkrieg so grottenschlecht dahergelogen wurde, das selbst bis weite Teile des eher US-freundlichen Bürgertums dies gemerkt wurde.


Es wurde auch danach gelogen und "Krieg" gerufen. Außerdem ist es doch egal, ob erfundener oder echter Grund eines Konfliktes, Krieg muss immer ausgeschlossen werden. Der ist heute nicht mehr beherrschbar. Da ist die fade entschuldigende Antwort aus dem Weißen Haus, Syrien zu bombardieren, sei nur eine von mehreren Möglichkeiten, ebenfalls die falsche Antwort. Krieg ist nie eine Option. Ich halte heute unter dem Eindruck des gewaltigen weltweiten Atomwaffenarsenals auch die Theorie von "gerechten" und "ungerechten Kriegen" für überholt und falsch.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Audi » Do 12. Apr 2018, 13:56

Eulenwoelfchen hat geschrieben:(12 Apr 2018, 14:34)

Pardon. Verhohnepipeln kann ich mich selbst. Wieso ausgerechnet ein Politologe und nicht beispielsweise Putin oder ein entprechend hochrangiger und autorisierter Regierungsvertreter solche "angeblich und wiedermal völlig missinterpretierten oder schlecht übersetzten Aussagen"
korrigierte, sondern irgendein Politologe, bleibt ein - nur allzuoft - gesehenes "Geheimnis" (vernebelnder russ. Propaganda). Sie dürfen den Unsinn gerne glauben und Putin &. Co. als ständig missverstandene Friedensengel anpreisen.
Aber ich hoffe, Sie verstehen, dass nicht jedermann, also ich zumindest, auf diese durchschaubare mittlerweile übliche, russ. Gegenpropaganda hereinfällt und diesen Unsinn für bare Münze nimmt.

Putin hat sich doch gar nicht geäußert :?: Wieso so Putin fixiert?

Und ja, der Generalstab hat sich dazu geäußert und es hieß von anfang an: Sollten russische Soldaten direkt angegriffen werden. Die Fantasie geht mit Ihnen durch
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Apr 2018, 15:47

JJazzGold hat geschrieben:(12 Apr 2018, 14:32)

Das bisher einzige Mal in meinem Leben, dass ich mich einer Demonstration, allerdings im Ausland, in den USA, angeschlossen habe. Verhindert hat es nichts, es brachte persönliche Erleichterung, meinem Zorn gegen dieses Öffnen von Pandoras Büchse im Nahen Osten Ausdruck verliehen zu haben und ein paar neue, inzwischen langjährige Freunde.



Es ist nicht immer schön "es ja gewusst zu haben". Der Erfolg solcher Demos ist in der Tat begrenzt. Politiker, ob nun demokratisch oder sonst wie, haben ihre Positionen nicht über Nacht gewählt. Solange der Umfang einer Demo dem erwartbaren Potential des Themas entspricht, beeindruckt das niemanden. Nur, wenn die Beteiligung unerwartet hoch ist und die Gegenposition nichts vergleichbares hervorbringt, kann man mit einer Reaktion rechnen. Wie die dann genau ausfällt, ist eine andere Frage. Der Irakkrieg wurde nicht wegdemonstriert. Bei Vietnam und bei der russischen Afghanistan-Intervention dürften die hohen Kosten und der nachhaltige Unwillen der Bevölkerung, Kosten und Opfer weiter hinzunehmen, den Ausschlag gegeben haben. Ob nun in Form von Demos oder sonst wie.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon JJazzGold » Do 12. Apr 2018, 16:56

Selina hat geschrieben:(12 Apr 2018, 14:38)

Freunde bei so einer Veranstaltung gefunden zu haben, ist doch auch schon was wert. Und solche Demos generell sein zu lassen, weil man glaubt, das bringe ja eh nix, halte ich für den falschen Weg. Man sollte als so genannter "kleiner Mann" den Regierenden (manchmal auch den eigenen) schon immer mal ein deutliches Stoppschild vor die Nase halten. Mal ganz davon abgesehen, dass es für Kriegsgegner schon auch selbst gut ist, diesen Schulterschluss zu spüren. Vereinzelung und Isolation oder Rückzug in den ganz kleinen Kreis der Vertrauten halte ich bei solchen existenziellen Fragen wie Krieg oder Frieden für falsch.


Es war eine ausgesprochen enervierende Erfahrung. Um die 900 Demonstranten wurden direkt aus der Demo verhaftet. Nicht weil sie sich aufgeführt hätten, wie der schwarze Block, sondern allein aufgrund ihres “arabischen“ Aussehens. Seitdem ist mir bewusst, dass es letztendlich nicht die Masse der Demonstranten macht und auch nicht die Menge der Demonstrationen, sondern einzig und allein außenpolitisches Vorgehen, und/oder Umstände, die zuvor nicht ausreichend in Betracht gezogen wurden.
Zuletzt geändert von JJazzGold am Do 12. Apr 2018, 17:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon JJazzGold » Do 12. Apr 2018, 17:05

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(12 Apr 2018, 16:47)

Es ist nicht immer schön "es ja gewusst zu haben". Der Erfolg solcher Demos ist in der Tat begrenzt. Politiker, ob nun demokratisch oder sonst wie, haben ihre Positionen nicht über Nacht gewählt. Solange der Umfang einer Demo dem erwartbaren Potential des Themas entspricht, beeindruckt das niemanden. Nur, wenn die Beteiligung unerwartet hoch ist und die Gegenposition nichts vergleichbares hervorbringt, kann man mit einer Reaktion rechnen. Wie die dann genau ausfällt, ist eine andere Frage. Der Irakkrieg wurde nicht wegdemonstriert. Bei Vietnam und bei der russischen Afghanistan-Intervention dürften die hohen Kosten und der nachhaltige Unwillen der Bevölkerung, Kosten und Opfer weiter hinzunehmen, den Ausschlag gegeben haben. Ob nun in Form von Demos oder sonst wie.


Bei Vietnam dürfte auch die Summe der Fahnenflüchtigen, sowie die steigende Menge an tief traumatisierten Rückkehrenden eine Rolle gespielt haben, wie auch die Erkenntnis, gegen den Guerillakampf auch auf Dauer nichts ausrichten zu können.

Der Syrienkrieg läuft seit sieben Jahren und jetzt holt uns das externe händeringende Zusehen ein. Wobei ich, definitiv keine Putinfreundin, dann doch eher auf dessen Bereitschaft zur Besonnenheit setze, als auf Dauer-Soap-Konsumenten.
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Re: Drohender Krieg mit Russland?

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 12. Apr 2018, 18:11

JJazzGold hat geschrieben:(12 Apr 2018, 18:05)

[color=#0000BF]Bei Vietnam dürfte auch die Summe der Fahnenflüchtigen, sowie die steigende Menge an tief traumatisierten Rückkehrenden eine Rolle gespielt haben, wie auch die Erkenntnis, gegen den Guerillakampf auch auf Dauer nichts ausrichten zu können.

Ich bin da unschlüssig, ob es wirklich "unmöglich" wäre. Es gibt in USA Leute, die meinen, dass mit hinreichendem Einsatz ein "Sieg" hätte produziert werden können. Es wollte einfach kaum mehr jemand die nötigen Mittel und Methoden bewilligen, so diese Lesart.

Der Syrienkrieg läuft seit sieben Jahren und jetzt holt uns das externe händeringende Zusehen ein. Wobei ich, definitiv keine Putinfreundin, dann doch eher auf dessen Bereitschaft zur Besonnenheit setze, als auf Dauer-Soap-Konsumenten.

Ich sehe das ähnlich. Aktuell ist die Regierung Assad mit Rückendeckung aus Russland und Iran im Land umfassend unter Kontrolle und die Kurden, von allen Seiten enttäuscht, sehen auch eher im intakten Syrien als in der türkischen Besetzung ihr relatives Heil. Der Regierung gehen die militärisch potenten Gegner aus. Natürlich könnte ein umfangreicher Einsatz USA+EU die Dinge drehen, aber zu hohem Preis für die Bevölkerung - und politisch steht das einfach bei niemandem auf der Karte. Assad wird nach Ende der Kampfhandlungen praktische Probleme lösen müssen: Wiederaufbau, Befriedung der fraktionierten Gesellschaft, Umgang mit umfassend ruinierten Staatsfinanzen und weitgehender internationaler Isolation. Viele Möglichkeiten, im Land kleine und große Veränderungen zu erkaufen.

Es wird irgendwelche Angriffe geben, schon allein der Ankündigung wegen. Das wird sich aber im erwartbaren Rahmen halten und eher ein Statement sein als eine neue Lage herbeiführen.
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