Blick nach Russland Sammelstrang

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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 16. Mai 2018, 09:46

zollagent hat geschrieben:(15 May 2018, 22:14)

Dann gib doch mal ein nachvollziehbares Beispiel, wie sie sich ausgewirkt haben soll, diese angebliche Medienmanipulation. Nenn dazu Ross und Reiter.

das fragst du vermutlich vergebens. du bekommst stammtischphrasen.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Nomen Nescio » Mi 16. Mai 2018, 09:53

ich stelle fest daß selina sich weigert zu antworten ob die frage was passieren würde wenn sie ihre freundliche putinphrasen anno 1939 zu AH geäußert hatte.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon zollagent » Mi 16. Mai 2018, 09:59

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(16 May 2018, 07:39)

Viele sind ja auch umgezogen, wenn es ihnen nicht gepasst hat.

Meine Eltern sind damals auch "umgezogen". Wie sehr man doch mit der geeigneten Sprache ziemlich robuste Vorgehensweisen verhübschen kann. :mad2:
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon zollagent » Mi 16. Mai 2018, 10:09

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 08:50)

Ich hab nichts gesagt von wegen "Gefühle Putins". Son Quatsch. Ich hab generell ein anderes Politikverständnis. Da ist die Rolle von Einzelpersönlichkeiten immer nur im Zusammenhang mit der generellen Interessenlage einer Regierung, einer Weltmacht, mit den zeitgeschichtlichen Hintergründen und Zielvorstellungen etc zu sehen.


Und wenn es die richtige "Weltmacht" ist, darf sie halt auch ihren Willen mit Gewalt durchsetzen, sind ja ihre Interessen! :rolleyes:

Nur mal am Rande ein kleiner Hinweis, Nuklearwaffen machen noch keine Weltmacht. Helmut Schmidt hat mal über die Sowjetunion gesagt "Obervolta mit Raketen". In Bezug auf Russland hat diese Aussage nichts von ihrer Gültigkeit verloren.


Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 08:50) Es kann zwar echt viel passieren, schaut man sich solche kranken Leute an wie Trump, das stimmt, da wird Politik nach Laune gemacht (siehe neue Nordkorea-Entwicklung), was einmalig sein dürfte im Bereich der Großmächte. Aber ansonsten bringt das Überbetonen vom Wollen und Agieren einzelner Leute in der Betrachtung und Kommentierung gar nichts. Wenn ich mal "Putin" sage, meine ich die Politik, die dahintersteckt, nicht irgendeine Gefühlslage. Der Mann ist mir menschlich eher egal. Und ich weiß auch nicht, was mit dem "psychisch" so los ist; da hab ich wahrlich kein Vertrauen zur Regenbogenpresse, dass da auch nur ein einziger "privater" Satz so stimmt, wie er da zu lesen ist. Nein, was ich lediglich sagte, war, dass die Krim-Problematik unter dem Einbeziehen von Ursache, Anlass und Wirkung diskutiert werden sollte, und zwar aus der Sicht aller Seiten, nicht nur der vom Westen. Erst dann würde das Ganze Sinn machen.


Natürlich ist Putin die treibende Kraft hinter Russlands Expansionsbestrebungen. Gäbe es Putin nicht, dann hätte Russland mit vielen sich gegenseitig bekämpfenden Oligarchen im Inland so viel zu tun, daß es nach außen hin gar keine Interessen definieren könnte. Auch, wenn die "Regenbogenpresse" nicht schreibt, was du gerne lesen möchtest, könnte es nicht sein, wenn doch alle, unabhängig von ihrer Ausrichtung, Ähnliches schreiben, daß einiges von diesen Beschreibungen doch zutrifft? Wenn man so die Darstellung Putins in den russischen Medien sieht, dann sieht man in der Tat einen Mann, der "einen Kerl darstellen möchte", der etwas gelten möchte. Leider zielt er daneben, er kommt nicht als der Macher an, sondern mehr als BRAVO-Starschnitt eines schwulen Machos rüber. Du erzählst auch immer von "der Sicht Putins", die wir berücksichtigen sollen. Erzählt doch mal was von dieser "Sicht". Führe aus, warum sich Völker außerhalb Russlands dieser "Sicht" unterordnen sollen. Das wäre in der Tat interessant.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon zollagent » Mi 16. Mai 2018, 10:37

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 09:08)

Sag mal, gehts noch?


Gestern gings noch, ob's morgen wieder geht, werden wir sehen. :D :D

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 09:08) Wo ist dein Problem?



Ich erinnere mich, das bereits schon mal ausgeführt zu haben. Ich habe ein Problem mit Gewaltpolitikern, mit Autokraten, mit Diktatoren. Du, wie es scheint, nicht. Das ist schade.

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 09:08) Wie gesagt, der Putin ist mir menschlich egal, und ich sehe genau wie alle anderen Dinge, die zu kritisieren sind in Russland und in der russischen Politik.


Auch hier schrieb ich dir schon, daß ich dir das nicht glauben kann. Auf mich machst du den Eindruck eines Putin-Groupies, für das alles, was er tut, gut und richtig ist.


Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 09:08) Ich bin nur entschieden gegen Einmischung und Steuerung wichtiger Prozesse von außen.


Auch hier sehe ich nicht, was dich so aufregt? Wer versucht denn, Russland "von außen zu steuern"? Es ist doch im Gegenteil Russland, daß von außen in Georgien, in der Ukraine und in Syrien zu steuern, und dabei über Berge von Leichen geht, Einsätze von Massenvernichtungswaffen zumindest toleriert und sich mit Verbrechern verbündet. Ein Assad ist nichts weiter als ein Massenmörder, der eher auf die Anklagebank in Den Haag als auf einen Präsidentenstuhl gehört. Nur scheinst du gegen solche Steuerung wenig zu haben.



Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 09:08) Das kommt dem Westen nicht zu, aber alles, was er unternimmt entspricht selbstverständlich seiner geopolitischen Interessenlage. Der "Kampf um die Menschenrechte" ist da immer vorgeschoben. Logisch.


Richtig, logisch. Wer weiß, daß gegen ihn erhobene Vorwürfe zutreffen, der versucht, diese als "vorgeschoben" darzustellen. Ist ja nur eitler, dekadenter Tand. :mad2:

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 09:08) Da gehts in allererster Linie um Macht und um Einflusssphären. Das ist bei Russland so und das ist bei den Westmächten so. Nix Neues.


Hier redest du irre. Einflußsphären konnten wir 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn und 1968 in der Tschechoslowakei "bewundern". Da wurde der Wille des großen Bruders durchgesetzt. Die Völker selbst hatten nichts zu melden. Wo bitte machen das "die Westmächte" und vor allem, welche "Westmächte". Mir scheint, du bist immer noch tief im kalten Krieg verwurzelt.

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 09:08) Du solltest dich mal ein wenig beherrschen und deine persönlichen Angriffe unterlassen. Wir haben halt eine völlig andere Sicht auf das Weltgeschehen. So etwas ist normal und auch auszuhalten in einem Politik-Forum. Also benimm dich mal.


Die Sicht von Leuten, die Diktaturen befürworten, und in einer Demokratie leben und da jammern, wie schlimm sie unterdrückt, benachteiligt oder diskrimiert würden, ist eher von einer Abart der Schizophrenie geprägt. Klar, auch Adolf hatte "eine völlig andere Sicht auf das Weltgeschehen", Stalin genauso, Pol-Pot und Mao auch. Deswegen muß man solche "Sichten" aber nicht akzeptieren. Danke, ich jammere nicht. Das tust du. Du bist es, die das Primat demokratischer Werte nicht akzeptieren will. Offen gesagt, wenn ich solche Aussagen lese, kommt mir immer Max Liebermanns Spruch in den Sinn, als er die Kolonnen der Fackelträger sah. Keine "Sicht" der Macht rechtfertigt es, Hegemonie einzufordern. Schon gar nicht mit Gewalt.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Selina » Mi 16. Mai 2018, 12:21

Die Jungs bringen es gut auf den Punkt, worum es geht :D

https://www.youtube.com/watch?v=LSDitudiGR4
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon zollagent » Mi 16. Mai 2018, 12:40

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 13:21)

Die Jungs bringen es gut auf den Punkt, worum es geht :D

https://www.youtube.com/watch?v=LSDitudiGR4

Das ist der Unterschied. Bei uns darf so was wie die Anstalt im Fernsehen gezeigt werden, bei Onkel Wladimir säßen sie in der Anstalt.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Selina » Mi 16. Mai 2018, 12:43

zollagent hat geschrieben:(16 May 2018, 13:40)

Das ist der Unterschied. Bei uns darf so was wie die Anstalt im Fernsehen gezeigt werden, bei Onkel Wladimir säßen sie in der Anstalt.


Ja, die Anstalt gehört zu den angenehmen Ausnahmen, wo richtig Klartext gesprochen wird. Und das noch auf gutem Satire-Niveau. Allerdings gehts mir mehr um den Inhalt dieser knackigen acht Minuten :D
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon zollagent » Mi 16. Mai 2018, 12:45

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 13:43)

Ja, die Anstalt gehört zu den angenehmen Ausnahmen, wo richtig Klartext gesprochen wird. Und das noch auf gutem Satire-Niveau. Allerdings gehts mir mehr um den Inhalt dieser knackigen acht Minuten :D

Mir wiederum geht es um den Inhalt von Putins Taten. ;)
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 16. Mai 2018, 12:49

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 08:50)

Ich hab nichts gesagt von wegen "Gefühle Putins". Son Quatsch. Ich hab generell ein anderes Politikverständnis. Da ist die Rolle von Einzelpersönlichkeiten immer nur im Zusammenhang mit der generellen Interessenlage einer Regierung, einer Weltmacht, mit den zeitgeschichtlichen Hintergründen und Zielvorstellungen etc zu sehen. Es kann zwar echt viel passieren, schaut man sich solche kranken Leute an wie Trump, das stimmt, da wird Politik nach Laune gemacht (siehe neue Nordkorea-Entwicklung), was einmalig sein dürfte im Bereich der Großmächte. Aber ansonsten bringt das Überbetonen vom Wollen und Agieren einzelner Leute in der Betrachtung und Kommentierung gar nichts. Wenn ich mal "Putin" sage, meine ich die Politik, die dahintersteckt, nicht irgendeine Gefühlslage. Der Mann ist mir menschlich eher egal. Und ich weiß auch nicht, was mit dem "psychisch" so los ist; da hab ich wahrlich kein Vertrauen zur Regenbogenpresse, dass da auch nur ein einziger "privater" Satz so stimmt, wie er da zu lesen ist. Nein, was ich lediglich sagte, war, dass die Krim-Problematik unter dem Einbeziehen von Ursache, Anlass und Wirkung diskutiert werden sollte, und zwar aus der Sicht aller Seiten, nicht nur der vom Westen. Erst dann würde das Ganze Sinn machen.

Die "westliche Sicht" auf Trump beinhaltet fraglos teils Kritik, sowohl in populären Medien wie auch von offizieller Seite. Die Kritik an Mr. Putin ist oftmals deutlich leiser - in der Ukraine und in Litauen vielleicht nicht, im europäischen Westen aber schon.
Und selbstverständlich kann man den russisch-ukrainischen "Konflikt", den Anschluß der Krim und die Gefechte im Donbass, unter Einbeziehung der Ursachen, Anlässe und Wirkungen debattiert werden. Wird ja auch, es gibt ganze Bücher dazu, sogar schon wissenschaftliche Abhandlungen.
Die Ansicht, dass die liberale Presse in den westlichen Demokratien nicht zuverlässig oder nicht legitim sei, teile ich zwar nicht, verweise aber gern und oft auf die Vereinten Nationen, die ja in einer Vollversammlung zu einer bestimmten Ansicht gelangt sind.

Aus meiner Sicht macht es schon Sinn, sich über die Grundlagen der Zivilisation Gedanken zu machen, zumal sie von der Aufklärung und den Erfahrungen mit den Weltkriegen und den humanitären Katastrophen geprägt sind.
Das Gewaltverbot der UN-Charta ist ja nicht nur ein reiner Jux, es meint vielmehr, dass Krieg nicht gut ist und Meinungsverschiedenheiten anders gehandhabt werden könnten. Internationale Regeln aufzustellen - mögen sie auch nicht vollkommen oder am Ende einer Entwicklung sein - ist die auf historische Erfahrung beruhende Idee, die Stärke des Rechts vor dem Recht des Stärkeren zu setzen.

Wir kennen das im Grunde aus dem gewöhnlichen Zivilleben, auch hier gilt ja ein gewisses Gewaltverbot, das sogar Unbewaffnete schützen und Täter abschrecken soll. Und selbstverständlich wird hierbei immer wieder Motivforschung, aber auch Prävention überdacht.

In Moskau zeichnet sich derzeit ein Kompromiss ab, was die Durchleitung von Gas betrifft. Demnach soll der Ukraine ein "substantieller Gastransit" garantiert werden, über die genaue Mengen und Preise verhandeln Altmaier und Amtskollege Nowak noch.
Nordstream 2 wäre damit kein reiner Kriegsgewinn.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/n ... 07851.html

Eine Entkrampfung an den sog. Kontaktlinien (offiziell ist es keine Front, da ja der Waffenstillstand gilt, der lediglich nicht eingehalten wird) wäre überdies sehr schön. Noch immer ist es so, dass kaum ein paar Tage vergehen, an denen es mal keine Tote und Verwundete gibt.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Selina » Mi 16. Mai 2018, 12:50

zollagent hat geschrieben:(16 May 2018, 13:45)

Mir wiederum geht es um den Inhalt von Putins Taten. ;)


Schon klar. Du solltest dir die acht Minuten aber schon mal reinziehen. Das genau ist es nämlich, was ich die ganze Zeit über meine mit Zuspitzung, mit Eskalation, mit dem Krieg der Worte, der immer dem Krieg der Waffen vorausgeht. Echt mal, da kannste was lernen. Vielleicht ;)
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 16. Mai 2018, 12:53

Nomen Nescio hat geschrieben:(16 May 2018, 10:53)

ich stelle fest daß selina sich weigert zu antworten ob die frage was passieren würde wenn sie ihre freundliche putinphrasen anno 1939 zu AH geäußert hatte.

1939 gab es in England u. a. eine faschistische Friedensbewegung, die den Ausgleich mit Hitler anstrebte.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Selina » Mi 16. Mai 2018, 13:09

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 May 2018, 13:49)

Aus meiner Sicht macht es schon Sinn, sich über die Grundlagen der Zivilisation Gedanken zu machen, zumal sie von der Aufklärung und den Erfahrungen mit den Weltkriegen und den humanitären Katastrophen geprägt sind.
Das Gewaltverbot der UN-Charta ist ja nicht nur ein reiner Jux, es meint vielmehr, dass Krieg nicht gut ist und Meinungsverschiedenheiten anders gehandhabt werden könnten.


Genauso siehts aus. Da stimme ich dir zu. Und deshalb ist der Angriff der Westmächte Frankreich, Großbritannien und USA auf Syrien völkerrechtswidrig. Und Deutschland hat ihn noch abgenickt. Dabei beruht das Ganze auf der reinen Vermutung, der von Russland gestützte und beschützte Assad könnte einen Giftgasanschlag verübt haben. Erst heute vermeldet die OPCW, dass sie Spuren von einem Chlorgasanschlag gefunden habe. Aber noch immer weiß niemand, wer genau den Anschlag nun verübt hat. Alles nur Vermutungen. Aber einfach auf Verdacht schließen sich die Großmächte mal eben zusammen und ballern drauf los. Wie war das doch gleich mit der Irak-Kriegs-Lüge? Die Folge: Hunderttausende Opfer. Nee nee, so unschuldig, friedlich und defensiv ist der Westen nicht, wie er immer tut. Wenn es um Einflusssphären, Machterweiterung und Hegemonie geht, mischt der Westen immer locker mit im Weltgefüge. Da ist Russland zehn Pfennige wert und der Westen einen Groschen (wie geht der Spruch eigentlich mit Euro und Cent :?: :D )
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon zollagent » Mi 16. Mai 2018, 13:10

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 13:50)

Schon klar. Du solltest dir die acht Minuten aber schon mal reinziehen. Das genau ist es nämlich, was ich die ganze Zeit über meine mit Zuspitzung, mit Eskalation, mit dem Krieg der Worte, der immer dem Krieg der Waffen vorausgeht. Echt mal, da kannste was lernen. Vielleicht ;)

Zum "reizen" gehören immer zwei. Einer, der reizt und einer, der sich reizen läßt.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon zollagent » Mi 16. Mai 2018, 13:12

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 14:09)

Genauso siehts aus. Da stimme ich dir zu. Und deshalb ist der Angriff der Westmächte Frankreich, Großbritannien und USA auf Syrien völkerrechtswidrig. Und Deutschland hat ihn noch abgenickt. Dabei beruht das Ganze auf der reinen Vermutung, der von Russland gestützte und beschützte Assad könnte einen Giftgasanschlag verübt haben. Erst heute vermeldet die OPCW, dass sie Spuren von einem Chlorgasanschlag gefunden habe. Aber noch immer weiß niemand, wer genau den Anschlag nun verübt hat. Alles nur Vermutungen. Aber einfach auf Verdacht schließen sich die Großmächte mal eben zusammen und ballern drauf los. Wie war das doch gleich mit der Irak-Kriegs-Lüge? Die Folge: Hunderttausende Opfer. Nee nee, so unschuldig, friedlich und defensiv ist der Westen nicht, wie er immer tut. Wenn es um Einflusssphären, Machterweiterung und Hegemonie geht, mischt der Westen immer locker mit im Weltgefüge. Da ist Russland zehn Pfennige wert und der Westen einen Groschen (wie geht der Spruch eigentlich mit Euro und Cent :?: :D )

Daß es ausgerechnet Russland ist, daß durchgesetzt hat, daß die OPCW kein Mandat hat, auszusagen, von wem der gefundene Giftstoff ist, sagt es doch schon fast. Übrigens, ich schrieb es schon, das Völkerrecht soll die Völker schützen, nicht die Despoten.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon DagDag » Mi 16. Mai 2018, 13:23

Vermutlich waren es die Opfer selbst, die sich Chlorbomben bauten um sich damit selbst zu bombardieren. Das klingt doch viel realer als ein Assad unter Putinscher Schutzherrschaft.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 16. Mai 2018, 13:58

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 14:09)

Genauso siehts aus. Da stimme ich dir zu. Und deshalb ist der Angriff der Westmächte Frankreich, Großbritannien und USA auf Syrien völkerrechtswidrig. Und Deutschland hat ihn noch abgenickt. Dabei beruht das Ganze auf der reinen Vermutung, der von Russland gestützte und beschützte Assad könnte einen Giftgasanschlag verübt haben. Erst heute vermeldet die OPCW, dass sie Spuren von einem Chlorgasanschlag gefunden habe. Aber noch immer weiß niemand, wer genau den Anschlag nun verübt hat. Alles nur Vermutungen. Aber einfach auf Verdacht schließen sich die Großmächte mal eben zusammen und ballern drauf los. Wie war das doch gleich mit der Irak-Kriegs-Lüge? Die Folge: Hunderttausende Opfer. Nee nee, so unschuldig, friedlich und defensiv ist der Westen nicht, wie er immer tut. Wenn es um Einflusssphären, Machterweiterung und Hegemonie geht, mischt der Westen immer locker mit im Weltgefüge. Da ist Russland zehn Pfennige wert und der Westen einen Groschen (wie geht der Spruch eigentlich mit Euro und Cent :?: :D )

Kaum spricht man von den Grundlagen der Zivilisation im Zusammenhang mit der russischen Aggressions- und Annexionspolitik in Bezug auf Krim und Ostukraine-Krieg, da kommst du schnell wieder mit einer Haudrauf-Propaganda rüber - diesmal zugunsten des Assad-Regimes und der Chemiewaffen-Freundlichkeit.

Eine "Friedensbewegung", die so argumentiert, ist teilmilitarisiert und steht zur Mobilmachung stramm. Nur eben nicht auf der einen Seite, sondern der anderen - das Prinzip ist jedoch das gleiche. Sicher, ein sog. Siegfrieden ist ja auch Frieden, nur muss der Krieg dazu erstmal gewonnen werden, gegen den Westen eben und an der Seite von Premiumpartnern wie Assad, Nasrallah und der Mullah-Riege. Ein nicht ganz unerheblicher Teil des syrischen Volkes ist dabei im Wege.

Deine persönliche "Friedensbewegung" hat den Groschen, ja, und die Gerassimowsche Militär-Doktrin hat 10 Cent. So ist es doch. ;)
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Selina » Mi 16. Mai 2018, 14:55

DarkLightbringer hat geschrieben:(16 May 2018, 14:58)

Kaum spricht man von den Grundlagen der Zivilisation im Zusammenhang mit der russischen Aggressions- und Annexionspolitik in Bezug auf Krim und Ostukraine-Krieg, da kommst du schnell wieder mit einer Haudrauf-Propaganda rüber - diesmal zugunsten des Assad-Regimes und der Chemiewaffen-Freundlichkeit.

Eine "Friedensbewegung", die so argumentiert, ist teilmilitarisiert und steht zur Mobilmachung stramm. Nur eben nicht auf der einen Seite, sondern der anderen - das Prinzip ist jedoch das gleiche. Sicher, ein sog. Siegfrieden ist ja auch Frieden, nur muss der Krieg dazu erstmal gewonnen werden, gegen den Westen eben und an der Seite von Premiumpartnern wie Assad, Nasrallah und der Mullah-Riege. Ein nicht ganz unerheblicher Teil des syrischen Volkes ist dabei im Wege.

Deine persönliche "Friedensbewegung" hat den Groschen, ja, und die Gerassimowsche Militär-Doktrin hat 10 Cent. So ist es doch. ;)


Du hast wirklich eine blühende Fantasie. Wie lange die einmal vermittelten Feindbilder doch immer fortbestehen. Was das Knäblein mal in Kindheit und Jugend gelernt hat, behält es fest und unverrückbar in sich bewahrt bis ins Erwachsenenalter. Schon verrückt. Der Unterschied ist nur: Es gibt kein sozialistisches Weltsystem mehr, was es zu bekämpfen gilt. Russland ist genauso ein kapitalistisches Land wie Deutschland, Frankreich, die USA und dergleichen mehr. Alles eins. Daher wirkt die Aufrechterhaltung oder Wiederbelebung des alten antrainierten Feindbildes aus Kindheitstagen so kurios. Da würde ich wirklich empfehlen, wieder zum Niveau der Brandtschen Entspannungspolitik zurückzugelangen oder mindestens zum Klima der Verständigung der 90er Jahre. Alles andere ist ein Spiel mit dem Feuer.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon Hyde » Mi 16. Mai 2018, 15:11

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 15:55)

Du hast wirklich eine blühende Fantasie. Wie lange die einmal vermittelten Feindbilder doch immer fortbestehen. Was das Knäblein mal in Kindheit und Jugend gelernt hat, behält es fest und unverrückbar in sich bewahrt bis ins Erwachsenenalter. Schon verrückt. Der Unterschied ist nur: Es gibt kein sozialistisches Weltsystem mehr, was es zu bekämpfen gilt. Russland ist genauso ein kapitalistisches Land wie Deutschland, Frankreich, die USA und dergleichen mehr. Alles eins. Daher wirkt die Aufrechterhaltung oder Wiederbelebung des alten antrainierten Feindbildes aus Kindheitstagen so kurios. Da würde ich wirklich empfehlen, wieder zum Niveau der Brandtschen Entspannungspolitik zurückzugelangen oder mindestens zum Klima der Verständigung der 90er Jahre. Alles andere ist ein Spiel mit dem Feuer.


Die einzige Partei, die noch in Feindbildern denkt, ist die Linke. Dort wird ständig mit zweierlei Maß gemessen, Syrien, Russland, Iran etc sind die Länder, die beschützt werden müssen und deren Verbrechen relativiert werden müssen, und die westlichen Staaten sind die Feinde Nummer 1, die bekämpft werden müssen.

In unseren westlich orientierten Medien und von westlich eingestellten Menschen werden alle kritisiert, wenn sie kritisiert werden müssen, egal ob sie nun dem westlichen Bündnissystem angehören (Trump, Erdogan, Orban, Kaczynski, Netanjahu, ...) oder ob sie anderen Bündnissen angehören (Putin, Assad etc).

Hingegen wird von Linken ständig versucht, die einen zu dämonisieren und die Verbrechen der anderen kleinzureden, je nachdem, welchem Bündnissystem sie angehören.

Daher ist es eine besondere Ironie, wenn ausgerechnet Leute wie du kritisieren, dass in „alten Feindbildern“ gedacht wird. Niemand tut das, außer den Linken und Rechten, die hier eine gewaltige Doppelmoral an den Tag legen.
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Re: Blick nach Russland Sammelstrang

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 16. Mai 2018, 15:21

Selina hat geschrieben:(16 May 2018, 15:55)

Du hast wirklich eine blühende Fantasie. Wie lange die einmal vermittelten Feindbilder doch immer fortbestehen. Was das Knäblein mal in Kindheit und Jugend gelernt hat, behält es fest und unverrückbar in sich bewahrt bis ins Erwachsenenalter. Schon verrückt. Der Unterschied ist nur: Es gibt kein sozialistisches Weltsystem mehr, was es zu bekämpfen gilt. Russland ist genauso ein kapitalistisches Land wie Deutschland, Frankreich, die USA und dergleichen mehr. Alles eins. Daher wirkt die Aufrechterhaltung oder Wiederbelebung des alten antrainierten Feindbildes aus Kindheitstagen so kurios. Da würde ich wirklich empfehlen, wieder zum Niveau der Brandtschen Entspannungspolitik zurückzugelangen oder mindestens zum Klima der Verständigung der 90er Jahre. Alles andere ist ein Spiel mit dem Feuer.

Ganz genau, der Sowjetkommunismus ist definitiv untergegangen, an dessen Stelle ist eine korrupte Kleptokratie getreten und die "richtige" Linke, die es in Russland auch gibt, lehnt Putinismus, Oligarchie, Neozarismus, Expansion, Neoimperialismus und sogar den Krieg mit der Ukraine in aller Schärfe ab - und das nicht nur als bemühtes Lippenbekenntnis, sondern engagiert und kämpferisch. Sie bewerten den Krieg als Auseinandersetzung unter Oligarchen.
Den anderen, westlichen Kapitalismus lehnen sie allerdings auch ab.

Die Osteuropäer sind nicht unsere Feinde, ganz im Gegenteil, die meisten sind doch Freunde und Verbündete. Es ist ihnen nicht vorzuhalten, die Westintegration angestrebt zu haben, das Recht auf Selbstbestimmung und Koalitionsfreiheit entsprechend der Charta von Paris nach Ende des Kalten Krieges.

Das Erbe von Willy Brandt und Ernst Reuter schließt weder Entspannung noch Verteidigungsfähigkeit aus, weder Sicherheit noch Freiheit. Und es erkennt ausdrücklich die Geschichte jener "Zwischenländer" an - z. B. Polen, Litauen - die sich erst spät aus der Neokolonialumklammerung der Sowjetunion befreien konnten. Diese Länder bezahlten mit ihrer Freiheit für den Zweiten Weltkrieg, der von Deutschland zu verantworten ist.

Die restaurativen Kräfte der Oligarchie und des Rechtspopulismus erkennen dieses Erbe und diesen Teil der Geschichte nicht an und vertreten daher auch nicht das Erbe von Willy Brandt und Ernst Reuter.
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