Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russland

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Rautenberger
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon Rautenberger » Mo 19. Okt 2015, 07:46

Alexyessin » Mo 12. Okt 2015, 15:38 hat geschrieben:
Wieso denn nicht. Korruption ist ja eben auch ein Problem für Russland selbst, ob für Putin oder nicht. Ansich ist die Idee gut Information bzgl. Korruption eben an die Schaltstelle weiterzugeben. Meint er es ernst mit der Korruptionsbekämpfung hat er Material - meint er es nicht ernst wird ihm das immer vor die Nase gehalten.


Das halte ich für absolut absurd. Korruption ist integraler Bestandteil des Putin-Systems. Es gibt genügend Hinweise darauf, dass sich die Leute in Putins Umfeld und wahrscheinlich auch er selbst an der Staatskasse bedienen. Würde Putin konsequent die Korruption abschaffen wollen, müsste er sich selbst abschaffen. Deshalb ist von diesem System betreffend Korruptionsbekämpfung auch nichts zu erwarten. Alles, was als solche deklariert wird, ist entweder politisch motiviert oder Kosmetik, um der Öffentlichkeit vorzugaukeln, man würde gegen Korruption vorgehen.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon HugoBettauer » Di 20. Okt 2015, 20:49

schokoschendrezki » Do 15. Okt 2015, 15:50 hat geschrieben:Russland ist aber nach übereinstimmender Meinung einer Mehrheit von Politiologen keine Diktatur sondern eine Autokratie. Für einen einzelnen Oppositionellen macht das kaum einen Unterschied - bzw. zur Unterdrückung durch die Regierung kommt sogar noch die eigene Isolation in der Mehrheit hinzu. Aber eben diese Mehrheit in Russland befindet sich mit der Regierung im großen und ganzen in Übereinstimmung.

Das ist bei allen Formen so, solange sie halbwegs erfolgreich laufen. Also meistens bis kurz vor dem Ende. Daran kannst du eine Autokratie also nicht erkennen. In Deutschland ist eine Mehrheit auch im Großen und Ganzen mit Merkel zufrieden und wenn sich das mal nachhaltig ändern sollte, dauert es meist nicht bis zum nächsten Wahltag, bis die Regierung wechselt. Selbes in Venezuela, in Hitlerdeutschland, in Schweden oder in Belarus.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon zollagent » Mi 21. Okt 2015, 14:38

HugoBettauer » Di 20. Okt 2015, 21:49 hat geschrieben:Das ist bei allen Formen so, solange sie halbwegs erfolgreich laufen. Also meistens bis kurz vor dem Ende. Daran kannst du eine Autokratie also nicht erkennen. In Deutschland ist eine Mehrheit auch im Großen und Ganzen mit Merkel zufrieden und wenn sich das mal nachhaltig ändern sollte, dauert es meist nicht bis zum nächsten Wahltag, bis die Regierung wechselt. Selbes in Venezuela, in Hitlerdeutschland, in Schweden oder in Belarus.

Ein Regierungswechsel in Deutschland würde jedenfalls einfacher und undramatischer Verlaufen als in Russland, wo schon mal die Verfassung gebogen wurde, um die "richtige" Regierung einsetzen zu können.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 21. Okt 2015, 15:54

schokoschendrezki » Do 15. Okt 2015, 15:50 hat geschrieben:Russland ist aber nach übereinstimmender Meinung einer Mehrheit von Politiologen keine Diktatur sondern eine Autokratie. Für einen einzelnen Oppositionellen macht das kaum einen Unterschied - bzw. zur Unterdrückung durch die Regierung kommt sogar noch die eigene Isolation in der Mehrheit hinzu. Aber eben diese Mehrheit in Russland befindet sich mit der Regierung im großen und ganzen in Übereinstimmung.

HugoBettauer » Di 20. Okt 2015, 21:49 hat geschrieben:Das ist bei allen Formen so, solange sie halbwegs erfolgreich laufen. Also meistens bis kurz vor dem Ende. Daran kannst du eine Autokratie also nicht erkennen. In Deutschland ist eine Mehrheit auch im Großen und Ganzen mit Merkel zufrieden und wenn sich das mal nachhaltig ändern sollte, dauert es meist nicht bis zum nächsten Wahltag, bis die Regierung wechselt. Selbes in Venezuela, in Hitlerdeutschland, in Schweden oder in Belarus.

Die weitgehende Übereinstimmung einer Mehrheit mit der Regierungspolitik ist nur das Kriteriun zur Unterscheidung einer Diktatur von einer Autokratie oder einer "gelenkten Demokratie". Für die Unterscheidung in die andere Richtung sind in Russland zwei Dinge wichtig: Die Kontrolle der zugelassenen Parteien und Abgeordneten durch Präsident und Regierungschef. Und die weigehende Kontrolle der Medien, insbesondere des Fernsehens.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 21. Okt 2015, 16:02

Wenn das Regime den Volkswillen hinter sich weiß, müsste es nicht gegen einzelne Oppositionelle vorgehen. Man denke nur mal an die Darstellung Nemzows als "Alien" an Hausfassaden.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon von Grimm » Mi 21. Okt 2015, 19:04

DarkLightbringer » Mi 21. Okt 2015, 17:02 hat geschrieben:Wenn das Regime den Volkswillen hinter sich weiß, müsste es nicht gegen einzelne Oppositionelle vorgehen. Man denke nur mal an die Darstellung Nemzows als "Alien" an Hausfassaden.


Du wirst also Bilder posten?
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon schokoschendrezki » Do 22. Okt 2015, 08:56

DarkLightbringer » Mi 21. Okt 2015, 17:02 hat geschrieben:Wenn das Regime den Volkswillen hinter sich weiß, müsste es nicht gegen einzelne Oppositionelle vorgehen. Man denke nur mal an die Darstellung Nemzows als "Alien" an Hausfassaden.

Einen "Volkswillen" ... sowas gibts nicht. Es gibt ganz sachlich und empirisch feststellbare Zustimmungs- oder Ablehnungswerte. Und was die Situation von Oppositionellen wie Nemzow in einer Autokratie oder gelenkten Demokratie anbelangt, so hatte ich an anderer Stelle schon mal die Ansicht geäußert, dass ihre Situation in einer solchen Gesellschaft in gewisser Weise noch schwieriger ist als in einer gemäßigten Diktatur. Denn zur Unterdrückung durch die Regierenden kommen noch Isolation innerhalb und Verleumdungen durch die Mehrheitsgesellschaft.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon HugoBettauer » Do 22. Okt 2015, 14:20

schokoschendrezki » Mi 21. Okt 2015, 15:54 hat geschrieben:
Die weitgehende Übereinstimmung einer Mehrheit mit der Regierungspolitik ist nur das Kriteriun zur Unterscheidung einer Diktatur von einer Autokratie oder einer "gelenkten Demokratie". Für die Unterscheidung in die andere Richtung sind in Russland zwei Dinge wichtig: Die Kontrolle der zugelassenen Parteien und Abgeordneten durch Präsident und Regierungschef. Und die weigehende Kontrolle der Medien, insbesondere des Fernsehens.

Diese Kriterien auf Italien angewandt ergeben ein interessantes Bild.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon HugoBettauer » Do 22. Okt 2015, 14:22

DarkLightbringer » Mi 21. Okt 2015, 16:02 hat geschrieben:Wenn das Regime den Volkswillen hinter sich weiß, müsste es nicht gegen einzelne Oppositionelle vorgehen. Man denke nur mal an die Darstellung Nemzows als "Alien" an Hausfassaden.

Doch, das folgt daraus zwangsläufig. Wenn Regierung und weite Teile des Volkes sich einig sind über bestimmte Minderheiten, dann spricht nichts dagegen, dieser Haltung auch in der Tat zu folgen. Das ist in Ungarn ähnlich.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon DarkLightbringer » So 25. Okt 2015, 01:44

schokoschendrezki » Donnerstag 22. Oktober 2015, 08:56 hat geschrieben:Einen "Volkswillen" ... sowas gibts nicht. Es gibt ganz sachlich und empirisch feststellbare Zustimmungs- oder Ablehnungswerte. Und was die Situation von Oppositionellen wie Nemzow in einer Autokratie oder gelenkten Demokratie anbelangt, so hatte ich an anderer Stelle schon mal die Ansicht geäußert, dass ihre Situation in einer solchen Gesellschaft in gewisser Weise noch schwieriger ist als in einer gemäßigten Diktatur. Denn zur Unterdrückung durch die Regierenden kommen noch Isolation innerhalb und Verleumdungen durch die Mehrheitsgesellschaft.

Gut, dann heißt der frühere "Volkswillen" nun eben "Mehrheitsgesellschaft" und die frühere "Diktatur" nun "gelenkte Demokratie". Du bist sicher, dich als Reformer zu verstehen? Dein Humor oder Sinn für Wortspiele ähnelt zunehmend dem des Regimes.

Wenn die Kreml-Jugendorganisation Naschi Wehrsporterziehung im Ferienlager praktiziert oder symbolisch die Köpfe von Liberalen aufspießt, dann entspricht das vermutlich auch "sachlich und empirisch feststellbaren Zustimmungswerten".
Wie nennt sich jetzt Wehrsporterziehung - "russisch Lego"?

Kreml-Kritiker Boris Reitschuster über Putins Umfragewerte:
Die Beliebtheitsrate von Putin soll auf 90 Prozent gestiegen sein. Von diesem neuen Rekord berichtet zumindest das kremlnahe Umfrageinstitut WZIOM. Ich halte Meinungsumfragen in einer Diktatur für ziemlich unsinnig und warte weiter auf das Überschreiten der 100-Prozent-Marke - wie bei den Wahlen in Tschetschenien ;-)))
Gefällt mir = 111 Prozent für Putin!
P.S.. Die "Respondentenrate", also die Zahl derjenigen, die sich bei Umfragen bereit erklären, zu antworten, liegt in Russland bei ca. 30 Prozent. Noch Fragen?
Quelle: http://echo.msk.ru/news/1644924-echo.html
https://www.facebook.com/reitschuster
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon schokoschendrezki » So 25. Okt 2015, 07:21

DarkLightbringer » So 25. Okt 2015, 02:44 hat geschrieben:Gut, dann heißt der frühere "Volkswillen" nun eben "Mehrheitsgesellschaft" und die frühere "Diktatur" nun "gelenkte Demokratie". Du bist sicher, dich als Reformer zu verstehen? Dein Humor oder Sinn für Wortspiele ähnelt zunehmend dem des Regimes.

Für meinen Geschmack ist das Regime und vor allem sein Chef eine Ausgeburt an Humorlosigkeit. Dass nach Jelzins "Defekter Demokratie" der Terminus "Gelenkte Demokratie" zutreffend das politische System Russlands nach 2000 beschreibt, ist Konsens unter allen seriösen und unabhängigen Beobachtern.
Kreml-Kritiker Boris Reitschuster über Putins Umfragewerte:

Und Reitschuster ist kein seriöser Beobachter sondern.....Edit
Zuletzt geändert von Cobra9 am Di 27. Okt 2015, 16:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon zollagent » So 25. Okt 2015, 09:11

HugoBettauer » Do 22. Okt 2015, 15:22 hat geschrieben:Doch, das folgt daraus zwangsläufig. Wenn Regierung und weite Teile des Volkes sich einig sind über bestimmte Minderheiten, dann spricht nichts dagegen, dieser Haltung auch in der Tat zu folgen. Das ist in Ungarn ähnlich.

Wenn diese Haltung Grundrechten widerspricht, spricht allerhand gegen so ein Vorgehen.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon DarkLightbringer » So 25. Okt 2015, 17:57

schokoschendrezki » Sonntag 25. Oktober 2015, 07:21 hat geschrieben:Für meinen Geschmack ist das Regime und vor allem sein Chef eine Ausgeburt an Humorlosigkeit. Dass nach Jelzins "Defekter Demokratie" der Terminus "Gelenkte Demokratie" zutreffend das politische System Russlands nach 2000 beschreibt, ist Konsens unter allen seriösen und unabhängigen Beobachtern.

Und Reitschuster ist kein seriöser Beobachter sondern ein irrer Psychopath.

Schwer zu sagen, ob die alte KGB-Schule zur Diffamierung kritischer Journalisten oder von Dissidenten als "seriös" zu bezeichnen ist, aber der "Psychopath" Reitschuster trat heute jedenfalls im ARD-Presseclub auf, um einen "irren" Beitrag zum Thema zu leisten.

>>Wie viel geht noch ohne Putin? Comeback der Großmacht<<
http://mediathek.daserste.de/Presseclub ... tId=311790
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon von Grimm » So 25. Okt 2015, 18:04

DarkLightbringer » So 25. Okt 2015, 17:57 hat geschrieben:Schwer zu sagen, ob die alte KGB-Schule zur Diffamierung kritischer Journalisten oder von Dissidenten als "seriös" zu bezeichnen ist, aber der "Psychopath" Reitschuster trat heute jedenfalls im ARD-Presseclub auf, um einen "irren" Beitrag zum Thema zu leisten.

>>Wie viel geht noch ohne Putin? Comeback der Großmacht<<
http://mediathek.daserste.de/Presseclub ... tId=311790


Und wieviel Zuschauer?
:rolleyes:
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon DarkLightbringer » So 25. Okt 2015, 18:20

von Grimm » Sonntag 25. Oktober 2015, 18:04 hat geschrieben:
Und wieviel Zuschauer?
:rolleyes:

"Russia Today" ist mit einer Viertelmilliarde Euro jährlich aus dem Staatshaushalt des Regimes ausgestattet, damit kann der "Presseclub" natürlich nicht mithalten, ist aber auch nicht zur Steuerung der Dependancen im Ausland gedacht.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon von Grimm » So 25. Okt 2015, 18:28

DarkLightbringer » So 25. Okt 2015, 18:20 hat geschrieben:"Russia Today" ist mit einer Viertelmilliarde Euro jährlich aus dem Staatshaushalt des Regimes ausgestattet, damit kann der "Presseclub" natürlich nicht mithalten, ist aber auch nicht zur Steuerung der Dependancen im Ausland gedacht.


Ich fragte nach Zuschauern.
Dass ich den den sogenannten Presseclub mit finanziere, weiß ich selbst.
Zuletzt geändert von von Grimm am So 25. Okt 2015, 18:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon DarkLightbringer » So 25. Okt 2015, 21:06

von Grimm » Sonntag 25. Oktober 2015, 18:28 hat geschrieben:
Ich fragte nach Zuschauern.
Dass ich den den sogenannten Presseclub mit finanziere, weiß ich selbst.

Da musst du vielleicht die Programmdirektion fragen. Meine Einschätzung ist, dass ein "Presseclub" natürlich nicht die Reichweite haben kann wie eine Propaganda-Direktion, die sich an Führungswillige wendet.
Zuletzt geändert von DarkLightbringer am Mo 26. Okt 2015, 00:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Dmitrij Gudkow und das Ende des Parlamentarismus in Russ

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 26. Okt 2015, 10:09

DarkLightbringer » So 25. Okt 2015, 18:57 hat geschrieben:Schwer zu sagen, ob die alte KGB-Schule zur Diffamierung kritischer Journalisten oder von Dissidenten als "seriös" zu bezeichnen ist, aber der "Psychopath" Reitschuster trat heute jedenfalls im ARD-Presseclub auf, um einen "irren" Beitrag zum Thema zu leisten.

>>Wie viel geht noch ohne Putin? Comeback der Großmacht<<
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Reitschuster fiel in dieser Runde klug und ausgewogen argumentierender und die ganze Komplexität der politischen Situation erfassender Journalisten mit der holzschnittartigen und infantilen Weltsicht eines Achtjährigen auf.

Indem er etwa allen Ernstes den Westen auf der einen Seite als durchgängig friedlichen Akteur darstellt, dem ein Putin gegenübersteht, der das Schachbrett nicht zum Schachspielen nutzt sondern mit der Damenfigur auf den Gegner einprügelt. Unmittelbar darauf verweist ein Journalistenkollege auf eine ausführliche Analyse in der New York Times, in der herausgestellt wird, dass Putin - im Gegensatz zur Darstellung in den meisten Medien - ein sehr schlechtes Verhältnis zur Person Assad hat und das Verhältnis Lawrow/Kerry verglichen damit außerordentlich gut sei. Für eine gelenkte Demokratie wie Russland stehe an allererster Stelle die Aufrechterhaltung einer staatlichen Ordnung und nicht die Stützung einer konkreten Person oder politischen Gruppe. Und die außerordentlich intensiven Bemühungen Russlands mit allen Akteuren im Nahen Osten (einschließlich Saudi Arabien und Israel) auf diplomatischen Weg sind alles andere als "Einprügeln".
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Mo 26. Okt 2015, 10:10, insgesamt 1-mal geändert.
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