Russische proton rakete mit mexikanischer satellite versagt

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Akuma

Russische proton rakete mit mexikanischer satellite versagt

Beitragvon Akuma » Sa 16. Mai 2015, 15:31

Die 5. Stufe bei der heutigen Start hat versagt. Die proton stürzte mit der Ladung wieder ab. Was ist in Russland los? Erst vor 2 Wochen versagte die Soyuz mit Progress auf den Flug zur ISS. Vorher explodierten 4 Proton Raketen mit ihrer Ladung. Der selbe Satellit musste 3 mal gebaut werden. Da jedes mal die rakete versagte. die russische Mission zu Mars Phobos Grunt konnte nicht einmal Erde verlassen und stürzte wieder auf Boden. Galileo Satelliten wurde in falsche Umlaufbahn gebracht.

Eine solche Kette von Crashs ist einmalig.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon Provokateur » Sa 16. Mai 2015, 18:47

Ich wundere mich auch schon seit längerem darüber, dass die russischen Weltraumtraktoren versagen. Bisher war ich immer der Meinung, dass die russischen Raketen simpel, aber zuverlässig sind.
ABer da bin ich bestimmt nicht der einzige, der sich hier die Frage stellt, was da Phase ist. Verdächtig ist es schon. Und irgendwo auch lustig, denn wenn kein hochbezahlter Verräter dahintersteht, zeigt es, dass die russische Weltraumware einfach nichts mehr taugt.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon frems » Sa 16. Mai 2015, 18:48

Hier übrigens eine Meldung zum Thema:

Fehlgriff nach den Sternen

Russlands Raumfahrt hat erneut Probleme mit den Triebwerken seiner Raketen. Am Samstag stürzte eine Trägerrakete mit einem Satelliten an Bord über Sibirien ab.

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/ ... 85156.html
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon happySchland » Sa 16. Mai 2015, 21:18

Wenn es sich häuft, obwohl die Rakete als sehr zuverlässig gilt, werfe ich mal den Verdacht auf Sabotage in den Raum.
Als weitere Erklärungsmöglichkeit.
Bitte keine Wörter in den Mund legen und beim Thema bleiben.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon zollagent » So 17. Mai 2015, 00:33

Wenn wir schon spekulieren, sollte man nicht außer Acht lassen, daß sich hier evtl. auch die Sanktionen bemerkbar machen. Für Russland sind jetzt manch High-Tech-Märkte nicht mehr erreichbar. Und die eigenen Entwicklungen sind womöglich nur ein schwacher Ersatz.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon Provokateur » So 17. Mai 2015, 08:51

Die Fehlerserie begann aber schon vor den Sanktionen. Ich habe mich schon die gesamte Zeit gewundert, dass nur noch Sachen fliegen, die zur ISS hochgehen.
Harry riss sich die Augen aus dem Kopf und warf sie tief in den Wald. Voldemort schaute überrascht zu Harry, der nun nichts mehr sehen konnte.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon MN7 » So 17. Mai 2015, 09:03

Die Proton ist nicht allzu zuverlässig. Von 400 Starts gingen 40 verloren. Die radikalen Budgetkürzungen zugunsten der Aufrüstung Russlands tun ihr übriges. Jetzt werden Sündenböcke benannt, das Management neu besetzt. Rogosin soll auch auf der Abschussliste stehen.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon Perdedor » So 17. Mai 2015, 18:25

Die Anzahl der Fehlschläge ist inzwischen besorgniserregend.
Diesmal handelte es sich "nur" um einen kommerziellen Satelliten. Nächstes Jahr soll die europäische ExoMars Mission mit einer Proton Rakete gestartet werden. Bei einem Fehlstart scheitert das gesamte Forschungsprojekt (über 1Mrd €). Vielleicht war es nicht so klug an dieser Stelle zu sparen.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon MN7 » So 17. Mai 2015, 19:36

Perdedor » So 17. Mai 2015, 19:25 hat geschrieben:Die Anzahl der Fehlschläge ist inzwischen besorgniserregend.
Diesmal handelte es sich "nur" um einen kommerziellen Satelliten. Nächstes Jahr soll die europäische ExoMars Mission mit einer Proton Rakete gestartet werden. Bei einem Fehlstart scheitert das gesamte Forschungsprojekt (über 1Mrd €). Vielleicht war es nicht so klug an dieser Stelle zu sparen.


Versichert die ESA ihr Equipment nicht?
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon Perdedor » So 17. Mai 2015, 20:12

MN7 hat geschrieben:Versichert die ESA ihr Equipment nicht?


Sicher. Aber bei Forschungsmissionen geht es um mehr als Geld.
Wenn die Mission scheitert gibt es keine Wiederholung. Das kann ganze Forscherkarrieren ruinieren. Mal ganz abgesehen von der verlorenen Erkenntnis (Marsmissionen sind ja nicht gerade alltäglich).
Zuletzt geändert von Perdedor am So 17. Mai 2015, 20:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon happySchland » So 17. Mai 2015, 20:47

zollagent » So 17. Mai 2015, 00:33 hat geschrieben:Wenn wir schon spekulieren, sollte man nicht außer Acht lassen, daß sich hier evtl. auch die Sanktionen bemerkbar machen. Für Russland sind jetzt manch High-Tech-Märkte nicht mehr erreichbar. Und die eigenen Entwicklungen sind womöglich nur ein schwacher Ersatz.

Und wenn China einspringt?
Oh...
Ach bitte! Immer diese Vorurteile!

MN7 hat geschrieben:Die Proton ist nicht allzu zuverlässig. Von 400 Starts gingen 40 verloren. Die radikalen Budgetkürzungen zugunsten der Aufrüstung Russlands tun ihr übriges.

Haben Sie Infos darüber wie hoch die Kürzungen ausfallen?
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon Rautenberger » Mo 18. Mai 2015, 05:21

zollagent » So 17. Mai 2015, 00:33 hat geschrieben:Wenn wir schon spekulieren, sollte man nicht außer Acht lassen, daß sich hier evtl. auch die Sanktionen bemerkbar machen. Für Russland sind jetzt manch High-Tech-Märkte nicht mehr erreichbar. Und die eigenen Entwicklungen sind womöglich nur ein schwacher Ersatz.


Das glaube ich nicht. Es wäre ja Wahnsinn, wenn der Westen mit den Sanktionen die Versorgung seiner eigenen Raumstation ISS sabotieren würde...
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon MN7 » Mo 18. Mai 2015, 07:06

happySchland » So 17. Mai 2015, 21:47 hat geschrieben:Haben Sie Infos darüber wie hoch die Kürzungen ausfallen?


Anfang des Jahres fielen sie unter die pauschalen 10% Kürzung, die jeder außer dem Verteidigungsministerium verordnet bekam. Im neuen Zehnjahresplan wurden dann erstmal etwa 30% des Budgets gestrichen, von knapp drei Billionen auf zwei Billionen Rubel. Sollte sich der wirtschaftliche Verfall Russlands fortsetzen, wovon auszugehen ist, dann wird es weitere Kürzungen geben.
Zuletzt geändert von MN7 am Mo 18. Mai 2015, 07:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon zollagent » Mo 18. Mai 2015, 09:52

Rautenberger » Mo 18. Mai 2015, 05:21 hat geschrieben:
Das glaube ich nicht. Es wäre ja Wahnsinn, wenn der Westen mit den Sanktionen die Versorgung seiner eigenen Raumstation ISS sabotieren würde...

Schau dir die Sanktionslisten an und bilde dir ein eigenes Urteil.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon MG-42 » Mo 18. Mai 2015, 14:11

zollagent » Mo 18. Mai 2015, 02:52 hat geschrieben:Schau dir die Sanktionslisten an und bilde dir ein eigenes Urteil.


Und bei den Sanktionen gibt es schon Ausnahmen für russische Raketen, die vor den Sanktionen bestellt wurden und zur Zeit wird beim Congress gelobbyt um weitere Ausnahmen durchzusetzen. Zur Zeit liegt die Raumstations Versorgung hauptsächlich auf den Schultern der Russen.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon MN7 » Mo 18. Mai 2015, 17:37

Perdedor » So 17. Mai 2015, 21:12 hat geschrieben:
Sicher. Aber bei Forschungsmissionen geht es um mehr als Geld.
Wenn die Mission scheitert gibt es keine Wiederholung. Das kann ganze Forscherkarrieren ruinieren. Mal ganz abgesehen von der verlorenen Erkenntnis (Marsmissionen sind ja nicht gerade alltäglich).


Warum gibt es keine Wiederholung? Gemessen am Gesamtaufwand für das Projekt ist doch der Nachbau der zerstörten Sonde nicht allzu aufwendig.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon MN7 » Mi 20. Mai 2015, 13:13

Eine nicht ganz unwichtige Rolle dürfte auch die Vorgabe spielen, die russische Raumfahrtindustrie von ihren ausländischen, meist ukrainischen Zulieferern unabhängig zu machen und stattdessen Nachbauten aus russischer Produktion zu verwenden. Darunter leidet zwangsläufig die Qualität.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon Perdedor » Fr 22. Mai 2015, 11:30

MN7 hat geschrieben:Warum gibt es keine Wiederholung? Gemessen am Gesamtaufwand für das Projekt ist doch der Nachbau der zerstörten Sonde nicht allzu aufwendig.


Es stimmt schon, dass der Großteil der Kosten in die Entwicklung fließt.
Aber da da die meisten Geräte Einzelstücke sind, ist der Aufwand der Herstellung durchaus erheblich. Und das begrenzte Budget war ja gerade der Grund warum man überhaupt auf die Proton zurückgegriffen hat. Nach dem Rückzug der NASA war das Projekt ja bereits kurz vor dem scheitern.
Hinzu kommt, dass geeigente Startfenster abgewartet werden müssen. Bei einer Verzögerung von mehreren Jahren stellt sich dann natürlich auch die Frage, ob man ein dann "veraltetes" Gerät noch verwenden will. Ein Neubau würde also wieder neue Entwicklungskosten erfordern.
Könnte man alles machen, aber ich bezweifle, dass die Gelder dafür bewilligt würden.
Zuletzt geändert von Perdedor am Fr 22. Mai 2015, 11:31, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon Cobra9 » Mo 8. Jun 2015, 12:58

Noch was neues dazu im Thema



Wie das britische Royal United Services Institute for Defence and Technology Studies (RUSI) jüngst feststellte, machen die ukrainischen Lieferungen zwar nur 4,4 Prozent der russischen Importe bei Raketen- und Raumfahrttechnik aus. Doch einige Posten davon seien für Moskau schlicht lebenswichtig.

http://www.welt.de/wissenschaft/weltrau ... n-Not.html
Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
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Re: Russische proton rakete mit mexikanischer satellite vers

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 8. Jun 2015, 14:09

Eine weitere wilde Spekulation: Die Pannenserie ist indirekt Folge des Klimawandels. Wie ich kürzlich las, liegt der Weltraumbahnhof Baikonur in einer Region mit extrem kontintentalen Klima. Die gesamtjährliche Temperaturspanne liegt zwischen plus und minus 50 (!) Grad. Ebenfalls sehr hoch ist der Temperaturgegensatz zwischen Tag und Nacht.
Dass der Klimawandel die Dinge noch beschleunigt erkennt man leicht daran, dass der 200 km weiter westlich gelegene (einst riesige) Aralsee langsam verschwindet. Für Material, Bauten und Technik gleich welcher Art ist das bestimmt nicht optimal.
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt

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