Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon frems » Mo 14. Nov 2016, 06:21

TheTank hat geschrieben:(14 Nov 2016, 03:42)

Dodon wird neuer Präsident der Republik Moldau https://twitter.com/moldovaorg

“I will be everyone’s president, both of those who see themselves as right-wing anf those who see themselves as left-wing, those who want EU integration and those who want to be close to Russia”.
http://www.moldova.org/en/dodons-victor ... es-russia/

Klingt so als wenn der Status Quo zwischen den Stühlen bliebe.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon ciesta » Mo 14. Nov 2016, 08:44

Summers hat geschrieben:(14 Nov 2016, 06:11)

Ein weiteres Land, das der EU den Rücken kehrt: http://www.tagesschau.de/ausland/moldau ... l-101.html


In Bulgarien ist das Szenario ähnlich
http://www.sueddeutsche.de/politik/wahl ... -1.3248359

In beiden Ländern gibt es jetzt "prorusssiche" Sieger.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon SirToby » Mo 14. Nov 2016, 12:09

Eher amüsant, dass es anscheinend Leute gibt, die glauben mit prorussischen Kandidaten gäbe es weniger Korruption im Land.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon DevilsNeverCry » Mo 14. Nov 2016, 15:14

ciesta hat geschrieben:(14 Nov 2016, 08:44)

In Bulgarien ist das Szenario ähnlich
http://www.sueddeutsche.de/politik/wahl ... -1.3248359

In beiden Ländern gibt es jetzt "prorusssiche" Sieger.


Dodon wie auch Voronin (Ex-Präsident Moldawiens) sind Verräter wenn es um post-sowjetische Integrationsprozesse geht. Beide haben das schon mehrmals bewiesen. Sobald die in Brüssel mit dem Scheckbuch ein bisschen gewedelt haben, hat ein jeder der beiden seine innen- sowie außenpolitische Ambitionen sofort über Bort geworfen. Wer des russischen/englischen mächtig ist findet zu den beiden die ein oder anderen Sachen. Jedenfalls wird sich unter einer Regierung Dodon auch nicht viel ändern (vorausgesetzt es kommt überhaupt nun zu sofortigen Parlamentswahlen).
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon Kritikaster » Mo 14. Nov 2016, 16:46

DevilsNeverCry hat geschrieben:(14 Nov 2016, 15:14)

Dodon wie auch Voronin (Ex-Präsident Moldawiens) sind Verräter wenn es um post-sowjetische Integrationsprozesse geht.

Unter einem "post-sowjetischen Integrationsprozess" habe ich was zu verstehen? :s
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon ciesta » Di 15. Nov 2016, 09:13

DevilsNeverCry hat geschrieben:(14 Nov 2016, 15:14)

Dodon wie auch Voronin (Ex-Präsident Moldawiens) sind Verräter wenn es um post-sowjetische Integrationsprozesse geht. Beide haben das schon mehrmals bewiesen. Sobald die in Brüssel mit dem Scheckbuch ein bisschen gewedelt haben, hat ein jeder der beiden seine innen- sowie außenpolitische Ambitionen sofort über Bort geworfen. Wer des russischen/englischen mächtig ist findet zu den beiden die ein oder anderen Sachen. Jedenfalls wird sich unter einer Regierung Dodon auch nicht viel ändern (vorausgesetzt es kommt überhaupt nun zu sofortigen Parlamentswahlen).


Das Problem der EU ist nur, dass das Scheckbuch der EU nicht mehr sonderlich prall gefüllt ist.
Nur durch einen Brexit fehlen 11 Mrd Euro im EU-Haushalt im Vgl. zu einem Zustand wo GB in der EU ist.
Man "spart" zwar auch Gelder, die sonst nach GB fließen würden, aber GB ist der drittgrößte Nettozahler.

Es gibt dort unten eine Konstellation, in der die Zahlung der EU quasi als "normal" gelten und der EU nicht mehr das Hochglanzimage zugeschrieben wird.
Gerade Bulgarien gehört zu den ärmsten EU-Ländern und für Moldau ist die Perspektive EU wegen Transnistiren eh nicht realistisch.
Russland kann derzeit mit Wiederaufnahme von mehr Handel ködern, weil die Wirtschaft dieser Länder ggü Russland in viel mehr Bereichen wettbewerbsfähige Produkte liefern konnte (vor allem Landwirtschaft), die jetzt eben nicht mehr geliefert werden dürfen. Ob das wirklich im besonders großem Umfang geschehen würde, darf bei den aktuellen Wechselkursen bezweifelt werden, aber es ist nicht sonderlich schwer zu erraten, wen die dortigen Bevölkerungen dort bei so einer Entwicklung tendenziell verantwortlich machen würden.

China als Player ist mit einem Scheckbuch ausgestattet, dass alles auf diesem Erdball in den Schatten stellt.
Bulgarien und Moldau sind zwar nach meinem Wissenstand nicht unbedingt besonders wichtige Zielländer Chinas, aber was noch nicht ist, kann noch werden und in den Nachbarstaaten ist China sehr aktiv.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon SirToby » Di 15. Nov 2016, 09:18

ciesta hat geschrieben:(15 Nov 2016, 09:13)

Das Problem der EU ist nur, dass das Scheckbuch der EU nicht mehr sonderlich prall gefüllt ist.
Nur durch einen Brexit fehlen 11 Mrd Euro im EU-Haushalt im Vgl. zu einem Zustand wo GB in der EU ist.
Man "spart" zwar auch Gelder, die sonst nach GB fließen würden, aber GB ist der drittgrößte Nettozahler.

Es gibt dort unten eine Konstellation, in der die Zahlung der EU quasi als "normal" gelten und der EU nicht mehr das Hochglanzimage zugeschrieben wird.
Gerade Bulgarien gehört zu den ärmsten EU-Ländern und für Moldau ist die Perspektive EU wegen Transnistiren eh nicht realistisch.
Russland kann derzeit mit Wiederaufnahme von mehr Handel ködern, weil die Wirtschaft dieser Länder ggü Russland in viel mehr Bereichen wettbewerbsfähige Produkte liefern konnte (vor allem Landwirtschaft), die jetzt eben nicht mehr geliefert werden dürfen. Ob das wirklich im besonders großem Umfang geschehen würde, darf bei den aktuellen Wechselkursen bezweifelt werden, aber es ist nicht sonderlich schwer zu erraten, wen die Bevölkerung dort bei so einer Entwicklung verantwortlich machen würden.

China als Player ist mit einem Scheckbuch ausgestattet, dass alles auf diesem Erdball in den Schatten stellt.
Bulgarien und Moldau sind zwar nach meinem Wissenstand nicht unbedingt besonders wichtige Zielländer Chinas, aber was noch nicht ist, kann noch werden und in den Nachbarstaaten ist China sehr aktiv.


Der Hauptgrund für einen EU-Beitritt sind der riesige Markt, die einheitlichen Standards, und die Reisefreiheit. Selbst demokratisch nicht so stark angehauchte Regierungschef wie Orban erkennen das an.

Die riesigen EU-Fördertöpfe, auf die die Osteuropäer angeblich so heiss sind, sind nichts als eine Urban Legend. Man kann das rechnerisch auch recht gut nachvollziehen, wenn man sich den Anteil der Eu-Zahlungen am BIP dieser Länder ansieht. Der ist nämlich sehr gering.

Nachtrag: China ist ebenso nicht der allmächtige Gigant, den viele sehen (wollen).

Europas Geldvermögen ist immer noch bei weitem höher als das der Chinesen. Für Nordamerika dito. Man merkt halt, dass China lange Zeit ein Entwicklungsland war. Bei Vermögen liegen die Chinesen halt noch 2 Generationen zurück.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon ciesta » Di 15. Nov 2016, 09:33

SirToby hat geschrieben:(15 Nov 2016, 09:18)

Der Hauptgrund für einen EU-Beitritt sind der riesige Markt, die einheitlichen Standards, und die Reisefreiheit. Selbst demokratisch nicht so stark angehauchte Regierungschef wie Ortban erkennen das an.

Die riesigen EU-Fördertöpfe, auf die die Osteuropäer angeblich so heiss sind, sind nichts als eine Urban Legend. Man kann das rechnerisch auch recht gut nachvollziehen, wenn man sich den Anteil der Eu-Zahlungen am BIP dieser Länder ansieht. Der ist nämlich sehr gering.


Der Punkt ist eben, dass man sich mit dem System EU die politischen Probleme quasi gleich mit einhandelt, wenn es nicht gelingt strukturschwache Regionen nach vorne zu bringen.
Hier beißt sich denn auch die Katze in den Schwanz.

Um eine wettbewerbsfähige Wirtschaftsstrukturen zu entwickeln macht es für im Vergleich schwache Staaten oft mehr Sinn, sich markttechnisch für Konkurrenz zumindest temporär abzuschotten (vgl. zb. Friedrich List und diverse historische Beispiele). Die Regeln der EU sehen aber grade vor, dass das nicht mehr möglich ist und somit mehr oder weniger ein ungebremster Wettbewerb mit den weltweit mit besten Wettbewerbern stattfindet.
Das wiederum fördert einen Abwanderungstrend (Gerade in Bulgarien einfach heftig) aus diesen Regionen und die, die zurück bleiben, wählen dann natürlich irgendwann so, wie es in strukturschwachen Regionen früher oder später normal ist.

Ein Ausgleich dafür wären hohe Zahlungen an diese Länder, aber in Krisen ist dieses Geld umkämpft und es verhindert in schwachen Regionen die Anti-EU-Haltung eher nicht.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon SirToby » Di 15. Nov 2016, 10:03

ciesta hat geschrieben:(15 Nov 2016, 09:33)

Der Punkt ist eben, dass man sich mit dem System EU die politischen Probleme quasi gleich mit einhandelt, wenn es nicht gelingt strukturschwache Regionen nach vorne zu bringen.
Hier beißt sich denn auch die Katze in den Schwanz.

Um eine wettbewerbsfähige Wirtschaftsstrukturen zu entwickeln macht es für im Vergleich schwache Staaten oft mehr Sinn, sich markttechnisch für Konkurrenz zumindest temporär abzuschotten (vgl. zb. Friedrich List und diverse historische Beispiele). Die Regeln der EU sehen aber grade vor, dass das nicht mehr möglich ist und somit mehr oder weniger ein ungebremster Wettbewerb mit den weltweit mit besten Wettbewerbern stattfindet.
Das wiederum fördert einen Abwanderungstrend (Gerade in Bulgarien einfach heftig) aus diesen Regionen und die, die zurück bleiben, wählen dann natürlich irgendwann so, wie es in strukturschwachen Regionen früher oder später normal ist.

Ein Ausgleich dafür wären hohe Zahlungen an diese Länder, aber in Krisen ist dieses Geld umkämpft und es verhindert in schwachen Regionen die Anti-EU-Haltung eher nicht.


Temporär ja, aber wenn man komparative Vorteile wirtschaftlich nutzen will, kommt man um "offene" Grenzen nicht drum herum. Es ist natürlich klar, dass man ein Land nicht in einer Generation zu einer wirtschaftlichen starken Macht aufbauen kann.

Aber diese Länder haben auch Vorteile für einen Investor, wie etwa günstigere Standortbedingungen, niedrigere Lohnkosten. Gleichzeitig kann der Investor darauf vertrauen, dass seine Produkte EU-weit verkaufter sind, da die Standards gleich sind, und ebenso die Vorprodukte dieselben Standards aufweisen, wie überall in der EU, was die Beschaffung auch wieder vereinfacht.

Es kann ja schlecht sein, dass diese Länder Produkte herstellen, die nicht konkurrenzfähig sind, und andererseits sich bei uns beschwert wird, dass Arbeitsplätze dahin abwandern.

China ist da übrigens ein ganz gutes Beispiel, was passiert, wenn man sich dauerhaft von der restlichen Welt abschottet. China war mal wirtschaftlich und kulturell führend auf der Welt. Aber mit seiner Abschottungspolitik seit dem 13./14. Jh. hat China sich selbst in einer Zeitblase konserviert, während der Rest der Welt sich weiterentwickelt hat. China ist immer noch in der Erholungsphase von diesem isolationistischen Abenteuer.

P.S.: Mag ein extremes Beispiel sein, aber es zeigt im Kern halt recht gut, was passiert, wenn ein Land sich von dauerhaft von der Welt abschottet.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon ciesta » Di 15. Nov 2016, 10:45

SirToby hat geschrieben:(15 Nov 2016, 10:03)

Temporär ja, aber wenn man komparative Vorteile wirtschaftlich nutzen will, kommt man um "offene" Grenzen nicht drum herum. Es ist natürlich klar, dass man ein Land nicht in einer Generation zu einer wirtschaftlichen starken Macht aufbauen kann.

China ist da übrigens ein ganz gutes Beispiel, was passiert, wenn man sich dauerhaft von der restlichen Welt abschottet. China war mal wirtschaftlich und kulturell führend auf der Welt. Aber mit seiner Abschottungspolitik seit dem 13./14. Jh. hat China sich selbst in einer Zeitblase konserviert, während der Rest der Welt sich weiterentwickelt hat. China ist immer noch in der Erholungsphase von diesem isolationistischen Abenteuer.

P.S.: Mag ein extremes Beispiel sein, aber es zeigt im Kern halt recht gut, was passiert, wenn ein Land sich von dauerhaft von der Welt abschottet.



Tatsächlich war China auch sehr lange auf einem technologisch sehr hohem Level und selbst die USA sind in einer recht isolatorischen Phase zur Wirtschaftskraft Nr. 1 geworden.
Der entscheidende Unterschied zw. Europa und Asien lag beim Thema Industrieller Revolution. Das diese in Europa begann, hat wenig mit Öffnung oder Isolation zu tun. Eher mit den damals vorhandenen Umständen. http://ef-magazin.de/2009/07/20/1363-di ... ahrhundert

China musste diesen Sprung nachvollziehen, aber dass das nötig wurde, lag nicht an Isolation, sondern am Kolonialsstreben des Westens und der daraus folgenden Konfrontation. Wobei Japan da eigentlich das noch bessere Beispiel ist. Einen guten recht groben Überblick gibt es hier: https://www.amazon.de/imperiale-Traum-G ... 3593391422
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 15. Nov 2016, 11:14

SirToby hat geschrieben:(15 Nov 2016, 09:18)
Die riesigen EU-Fördertöpfe, auf die die Osteuropäer angeblich so heiss sind, sind nichts als eine Urban Legend. Man kann das rechnerisch auch recht gut nachvollziehen, wenn man sich den Anteil der Eu-Zahlungen am BIP dieser Länder ansieht. Der ist nämlich sehr gering.

Ein wichtiger Punkt. Denn dieses Argument der "Fördertöpfe" wird in politischen Diskussionen immer und immer wieder als Daueragument angeführt. Diese Fördertöpfe sind zwar nicht nichts, aber selbst für einen (anteiligen) Spitzengeförderten wie Ungarn (5.64% des BIP) spielen sie eine eher untergeordnete Rolle. Es ist so ein bissel wie das Märchen der Trump-Wähler von den gierigen Staatsangestellten in den USA-Städten, die Angst um "ihre Staats-Töpfe" hätten und nun zu tausenden in den USA-Städten weiterdemonstrierten (heute früh eine Reportage aus einem ländlichen US-Gebiet).
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon SirToby » Di 15. Nov 2016, 12:32

ciesta hat geschrieben:(15 Nov 2016, 10:45)

Tatsächlich war China auch sehr lange auf einem technologisch sehr hohem Level und selbst die USA sind in einer recht isolatorischen Phase zur Wirtschaftskraft Nr. 1 geworden.
Der entscheidende Unterschied zw. Europa und Asien lag beim Thema Industrieller Revolution. Das diese in Europa begann, hat wenig mit Öffnung oder Isolation zu tun. Eher mit den damals vorhandenen Umständen. http://ef-magazin.de/2009/07/20/1363-di ... ahrhundert

China musste diesen Sprung nachvollziehen, aber dass das nötig wurde, lag nicht an Isolation, sondern am Kolonialsstreben des Westens und der daraus folgenden Konfrontation. Wobei Japan da eigentlich das noch bessere Beispiel ist. Einen guten recht groben Überblick gibt es hier: https://www.amazon.de/imperiale-Traum-G ... 3593391422


Sooo isolatorisch waren die USA gar nicht.

Die USA hielten sich aus den Angelegenheiten der europäischen Mächte heraus, allerdings galt dies nicht für den am. Kontinent, wie Spanien leidvoll erfahren musste.

Und der erste Krieg in Übersee folgte ja auch bald nach der Unabhängigkeit. Damals ging es um die sichere Fahrt der am. Handelsschiffe im Mittelmeer. Das war noch ein "klassischer" Krieg im Sinne von Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Noch eine Randnotiz: Die USA definierten sich geg. den Barbaresken, im Gegensatz zu den Europäern, als nicht-christliche Nation, was im 18 Jh. ein absolutes Novum war.

Wirtschaftlich mischten die USA durchaus auf der Weltbühne mit, etwa mit der (erzwungenen) Öffnung Japans, oder mit der von Ihnen zu Recht erwähnten industriellen Revolution, wirtschaftlich stieg man schnell zur Nummer 1 auf( ist übrigens ein sehr guter Artikel, ich musste mal ein Referat über die industrielle Revolution an meiner High School halten). Nach dem Bürgerkrieg überholten die USA relativ schnell alle europ. Nationen bei Schlüsselwerten wie Stahl, Kohle, Getreideproduktion, etc.

Das Ganze lässt sich in etwa vergleichen mit dem Aufstieg Chinas, das ja derzeit auch eine Wirtschaftsmacht ist, aber (noch) keine bedeutende militärische Macht. Ich glaube halt, dass ab einer gewissen Grösse, eine Nation gar keine andere Wahl hat als aussenpolitisch in irgendeiner Art zu agieren. Ich weiss, dass viele Leute meinen, man könne sich auf so einen Neutralitätszustand zurückziehen wie die Schweiz, aber ich glaube das funktioniert nur bei kleinen Ländern, die da für sich eine "Nische" gefunden haben. Für so ein grosses Land wie Deutschland ist dieser Ansatz imho untauglich.
Man sieht es ja an der EU, Deutschland hat eine Schlüsselrolle, und ich denke nicht, dass Deutschland sich da aufgedrängt hat, sondern eher in diese Rolle gedrängt worden ist.

So: Das war jetzt aber genug Offtopic. Das Thema ist sehr interessant, gehört aber nicht her.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon SirToby » Di 15. Nov 2016, 12:34

schokoschendrezki hat geschrieben:(15 Nov 2016, 11:14)

Ein wichtiger Punkt. Denn dieses Argument der "Fördertöpfe" wird in politischen Diskussionen immer und immer wieder als Daueragument angeführt. Diese Fördertöpfe sind zwar nicht nichts, aber selbst für einen (anteiligen) Spitzengeförderten wie Ungarn (5.64% des BIP) spielen sie eine eher untergeordnete Rolle. Es ist so ein bissel wie das Märchen der Trump-Wähler von den gierigen Staatsangestellten in den USA-Städten, die Angst um "ihre Staats-Töpfe" hätten und nun zu tausenden in den USA-Städten weiterdemonstrierten (heute früh eine Reportage aus einem ländlichen US-Gebiet).


Eben. Es bedeutet halt eben nicht, dass diese Zahlungen völlig unbedeutend sind, aber ihre Bedeutung wird halt von interessierter aus meiner Sicht stark übertrieben.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 15. Nov 2016, 13:22

SirToby hat geschrieben:(15 Nov 2016, 12:34)

Eben. Es bedeutet halt eben nicht, dass diese Zahlungen völlig unbedeutend sind, aber ihre Bedeutung wird halt von interessierter aus meiner Sicht stark übertrieben.


Für Länder wie Ukraine und - vielleicht noch mehr - Moldawien ist die EU-Agrarpolitik vielleicht noch wichtiger als der Umgang mit Fördergeldern. Um zum Thema zurückzukehren. Irgendwo las ich mal eine Reportage über einen moldawischen Weinbauern, der auf Urlaub in Deutschland war und am Ende meinte, bei dem Riesenangebot guter und preiswerter Weine aus der EU, bräuchte man nicht auch noch moldawische Weine. In seiner Erinnerung an die Sowjetunion waren Moldawien (und auch Georgien) für Moskau die Lieferanten exklusiver und (gemessen an Russland mit seinem Klima) vorzüglicher Weine. Und ukrainischen Stahl braucht man in der EU vielleicht noch weniger. Ich denke, da schwirren eine ganze Reihe von Illusionen in diesen potenziellen Beitrittskandidaten. Gut möglich, dass die Autoindustrie ihre Fertigungsanlagen mal von Bratislava oder Südpolen weiter nach Osten verlegt, weil die Arbeitskräfte dort noch mal soundsoviel billiger und williger sind. Es ist verständlicherweise für den normalen Menschen schwer einsehbar, dass der Wechsel von einer Mangel- in eine Überflusszone unter Umständen die Verhältnisse eher noch schwieriger macht.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon ciesta » Mi 16. Nov 2016, 07:31

SirToby hat geschrieben:(15 Nov 2016, 12:34)

Eben. Es bedeutet halt eben nicht, dass diese Zahlungen völlig unbedeutend sind, aber ihre Bedeutung wird halt von interessierter aus meiner Sicht stark übertrieben.


Übertreiben kann man so was kaum.
Selbst ein BIP-Beitrag von nur 1% ist eine immense Spritze für eine Wirtschschaft.
Dazu kommt aber, dass diese Zahlungen ja so genannte Zweitrundeneffekte auslösen und damit selber Grundlage für weit mehr als 1% BIP sind.
Je besser diese Zuschüsse/Subvention designt sind, desto größer die Zweitrundeneffekte.

Aber die meisten gewöhnen sich einfach an Zahlungen und nehmen sie nicht mehr als was besonderes wahr. Das ist das große Problem mit regelmäßigen Geldanreizen (gilt dabei nicht nur für Staaten, sondern auch zb. bei 13. oder 14. Gehältern. Die werden irgendwann einfach eingeplant, obwohl es eigentlich Motivationsteile enthalten soll.)
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon Cobra9 » Mi 16. Nov 2016, 07:40

Ich sehe das pragmatisch. Wenn Moldawien sich an Russland angliedern möchten oder anlehnen, bitte nur zu. Aber dann auch die negativen Folgen tragen. Ich würde dann klar sagen...eure Wahl akzeptieren wir. Aber damit endet unser Förderung. Somit würde Russland die Kosten übernehmen müssen. Dann würde man sehr schnell sehen wie hier die Hilfe aussehen würde.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon ciesta » Mi 16. Nov 2016, 08:10

Cobra9 hat geschrieben:(16 Nov 2016, 07:40)

Ich sehe das pragmatisch. Wenn Moldawien sich an Russland angliedern möchten oder anlehnen, bitte nur zu. Aber dann auch die negativen Folgen tragen. Ich würde dann klar sagen...eure Wahl akzeptieren wir. Aber damit endet unser Förderung. Somit würde Russland die Kosten übernehmen müssen. Dann würde man sehr schnell sehen wie hier die Hilfe aussehen würde.


Die finanzieren doch schon das, was ihnen nutzt (zb. in Transnistiren). Angliedern werden die Russen Moldau nicht.
Russland würde einfach nur den Handel wieder zulassen und das wäre schon ein gewisser Push. Dazu dann die Zollunion und Moskaus Position wäre quasi festgezogen.
Ein besonderes Problem ist, das Moldau so klein ist.
Es wäre für Russland relativ billig, dort wirklich einen Boom zu erzeugen. Dazu reichen schon Freundschaftsgaspreise und Förderung/Neuaufnahme der Landwirtschaftsprodukte nach Russland.
Russland könnte dort genau das abziehen, was in den politischen Träumen der EU mit der Ukraine passieren sollte, um zu zeigen, dass der Weg EU besser ist als Anbindung an Russland.

Ich bin da bezüglich der EU ebenso pragmatisch und denke, dass das der beste Weg wäre.
Der eigentlich Punkt ist aber, dass ein quasi offizieller Rückzug der EU ein massiver Richtungswechsel wäre, der sich in seinen politischen Auswirkungen sicher nicht auf Moldau beschränken lassen würde.
Mittlerweile ist das imA leider die pragmatischste Richtung, weil die EU zu viele interne Probleme hat.

Ich habe gestern dazu einen Kommentar gelesen, der das recht klar auf den Punkt gebracht hat.
Das Russlands Einfluss dort steigt, hängt nicht mit Russlands Stärke zusammen, sondern mit der Schwäche der EU.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon Cobra9 » Mi 16. Nov 2016, 08:20

ciesta hat geschrieben:(16 Nov 2016, 08:10)

Die finanzieren doch schon das, was ihnen nutzt (zb. in Transnistiren). Angliedern werden die Russen Moldau nicht.
Russland würde einfach nur den Handel wieder zulassen und das wäre schon ein gewisser Push. Dazu dann die Zollunion und Moskaus Position wäre quasi festgezogen.
Ein besonderes Problem ist, das Moldau so klein ist.
Es wäre für Russland relativ billig, dort wirklich einen Boom zu erzeugen. Dazu reichen schon Freundschaftsgaspreise und Förderung/Neuaufnahme der Landwirtschaftsprodukte nach Russland.
Russland könnte dort genau das abziehen, was in den politischen Träumen der EU mit der Ukraine passieren sollte, um zu zeigen, dass der Weg EU besser ist als Anbindung an Russland.

Ich bin da bezüglich der EU ebenso pragmatisch und denke, dass das der beste Weg wäre.
Der eigentlich Punkt ist aber, dass ein quasi offizieller Rückzug der EU ein massiver Richtungswechsel wäre, der sich in seinen politischen Auswirkungen sicher nicht auf Moldau beschränken lassen würde.
Mittlerweile ist das imA leider die pragmatischste Richtung, weil die EU zu viele interne Probleme hat.

Ich habe gestern dazu einen Kommentar gelesen, der das recht klar auf den Punkt gebracht hat.
Das Russlands Einfluss dort steigt, hängt nicht mit Russlands Stärke zusammen, sondern mit der Schwäche der EU.


Ohh deshalb würde Ich auch einige andere Wege gehen. Moldawien bringt der EU welchen Nutzen ? Geringen freundlich gesagt. Das Potential ist eher absehbar. Wenn Russland die Kosten hier haben möchte, okay. Wir sollten uns auf potentiell nützliche Länder erstmal beschränken.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon ciesta » Mi 16. Nov 2016, 08:40

Cobra9 hat geschrieben:(16 Nov 2016, 08:20)

Ohh deshalb würde Ich auch einige andere Wege gehen. Moldawien bringt der EU welchen Nutzen ? Geringen freundlich gesagt. Das Potential ist eher absehbar. Wenn Russland die Kosten hier haben möchte, okay. Wir sollten uns auf potentiell nützliche Länder erstmal beschränken.


Die Frage ist dabei eben, ob das so einfach möglich ist (gerade derzeit geht es imA eher um die Frage, ob es denn bei 28/27 EU-Mitgliedern bleibt, oder ob andere Exits folgen).
Bezüglich Moldau ist man eben in der historischen Entwicklung gefangen. Die EU wollte die mal zumindest perspektivisch dazuhaben und hat auch entsprechende Anstrengungen unternommen.
Ein Rückzug wäre deshalb für sich schon eine politische Niederlage.

Wenn die Annäherung an Moskau in Moldau positive Früchte tragen würde (Stünde ja in den Sternen, aber da die so klein sind, wäre es für Russland ein sehr einfach zu erzeugender Weg), dann werden sich viele potentiell nützliche Länder fragen, was die EU wert ist (das tun die eh, aber ein Fall Moldau wäre die real gewordenen Alternative. EU und Russland haben sich um Einfluss bemüht und das erst Mal hätte Russland "gewonnen".). Der Mythos EU und dessen Strahlkraft würde da eine zusätzlichen Einbruch erleiden.

Wenn die EU stark wäre, würde sie das sicher nicht zulassen. ImA spielt für die Richtungsänderung (weniger/keine Erweiterung) der EU die Konfrontation mit Russland eine überragende Rolle.
Eine perspektivische Lösung wäre das kooperative Einbinden Russlands. Das wäre imA strategisch pragmatisch und dann müsste man sich um Moldau/Bulgarien und Co keinen großen Kopf machen.
Aber dem stehen eben taktische Hinderungsgründe im Wege.
Ich denke da, dass diese aktuelle gegenseitige Konfliktsituation Russland eher nutzen als der EU (im reinen Verhältnis EU und Russland), denn in dieser Hinderungsphase baut Russland seinen Einfluss in Europa aus, während die EU ihn verliert.
Insgesamt freuen sich darüber sicher China und auch die USA am meisten, wenn sich die Juniorpartner gegenseitig versuchen zu schwächen.
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Re: Moldawien wählt: EU-Annäherung am Ende?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 16. Nov 2016, 08:42

ciesta hat geschrieben:(16 Nov 2016, 08:10)
Ich habe gestern dazu einen Kommentar gelesen, der das recht klar auf den Punkt gebracht hat.
Das Russlands Einfluss dort steigt, hängt nicht mit Russlands Stärke zusammen, sondern mit der Schwäche der EU.

Bzw. mit der Stärke und dem Einfluss der EU-Agrarwirtschaft. Weinwirtschaft ist nach wie vor der wichtigste Produktionszweig in Moldawien. 25 Prozent der Exporte und 25 Prozent der Arbeitskräfte sind dort gebunden. Doch trotz der sehr guten Voraussetzungen auch für ökoligischen/biologischen Weinanbau dürften die Chancen Moldawiens in dieser Hinsicht in der EU angesichts der übermächtigen Agrarlobby gleich Null sein. 90 Prozent der Weinproduktion wird ausgeführt, 82 Prozent davon nach Russland, 7 Prozent in die Ukraine und 3,8 Prozent nach Kasachstan. Alles andere zählt nicht weiter. So und ganz nüchtern (haha) gesehen, ist die Entscheidung pro Russland oder pro EU auch eine Entscheidung, ob man Hilfsgüterempfänger werden oder Weinverkäufer bleiben will. Mal ganz davon abgesehen, dass sich das Land nahezu vollständig in der Hand von (teils hochkriminellen) Oligarchen befindet.
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