Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

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Postnix

Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon Postnix » Di 14. Okt 2014, 11:30

Moralisch hat er schon lange fertig. Militärisch hat er nur einen Phyrrussieg errungen. Entscheidend wird wohl sein, wenn er auch wirtschaftlich endgültig abgewirtschaftet hat. Derzeit stehen die Chancen für einen ökonomischen Kollaps gut:

Verfall des Ölpreise stranguliert Putin.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon Ikarus » Di 14. Okt 2014, 12:17

Damit Russland ernsthaft Probleme bekommt, muss der Preis viel tiefer fallen. Mit 80 Euro kann man immer noch gut verdienen. Bis 2007 lag der Preis durgehend durchschnittlich niedriger. Das hat Russland nicht daran gehindert Reserven anzuhäufen.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 14. Okt 2014, 12:46

Russland hat 2008/2009 im Zuge der Weltwirtschaftskrise gerade erst eine schwere Krise hinter sich. Gelingen konnte das nur dank eines stark antizyklischen Umgangs mit den im wesentlichen aus dem Rohstoffhandel vorher erwirtschafteten Devisenreserven von etwa 300 Milliarden Rubel. Reserven in etwa dieser Größenordnung sind aktuell inzwischen wieder aufgelaufen. Von einem bevorstehenden Kollaps kann insofern nicht mal ansatzweise die Rede sein.

Um die quantitative Entwicklung von Russlands Wirtschaft größenordnungsmäßig einzuordnen: 2004 lag das BIP bei etwa 21 Prozent und 2011 bei etwa 51 Prozent des bundesdeutschen BIP. Nur vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass ein durchschnittlicher Russe während der 90er nicht um bessere Einkünfte sondern in einer Weise ums nackte Überleben zu kämpfen hatte, die es während der gesamten Nachkriegszeit nicht gab, sind bestimmte - auch negative - politische Entwicklungen überhaupt zu verstehen.

Dennoch ist natürlich die Wirtschaftsstruktur, die Abhängigkeit vom Rohstoffexport, der Modernisierungsrückstand das große ungelöste und sich auch noch weiter verschärfende Problem. Auch wenn Russland - im Unterschied etwa zu Nigeria oder Venezuela alles andere als ein "Petrostaat" ist.

Die große Hoffnung sind die technologieorientierten Sonderwirtschaftszonen und damit im Zusammenhang das Hereinströmen ausländischer Investitionen. Es gibt inzwischen mehrere davon. Dies ist nach wie vor von der Regierung gewollt und sollte vom Westen unter allen Umständen unterstützt werden. Das ist eine viel wirksamere Strategie gegen die Gefahr militärischer Konflikte als weiter eine Isolierung Russlands zu betreiben.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon Tiefsinniger » Di 14. Okt 2014, 12:47

Postnix » Di 14. Okt 2014, 12:30 hat geschrieben:Moralisch hat er schon lange fertig. Militärisch hat er nur einen Phyrrussieg errungen. Entscheidend wird wohl sein, wenn er auch wirtschaftlich endgültig abgewirtschaftet hat. Derzeit stehen die Chancen für einen ökonomischen Kollaps gut:

Verfall des Ölpreise stranguliert Putin.


Fangen wir mit einer Logik an, nicht nur immer eine dumme boese Hetze verzapfen.

Meinen Sie, dass der Sieg Putins ein Pyrrhussieg war, weil :

- die guten Amerikaner mit den Erdoellieferanten einen Komplott abschlossen und so die Preise herabsetzten ?
- die Senkung der Oelpreise eine komplizierte Folge des Kriegs in der Ostukraine war (auf welcher Weise dann) ?
- sonst was ?
Zuletzt geändert von Tiefsinniger am Di 14. Okt 2014, 12:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon schokoschendrezki » Di 14. Okt 2014, 13:00

Selbst wenn die Rohstoffpreise kurz- und mittelfristig und selbst für einige Jahre sinken. Langfristig und unter dem Strich können sie nur steigen. Zumindest solange die Menschheit nicht von einem Weltkrieg oder einer globalen Epidemie dahingerafft wird.

Wenn es eine rein auf Rohstoffausbeute gerichtete Wirtschaftspolitik in Russland gäbe, müsste man sich allerdings auch dann Sorgen machen. Weil die fließenden Einnahmen Modernisierungen für bequeme Politiker unnötig erscheinen lassen.

Diversifizierung und Modernisierung sind aber gewollt. Zumindest solange Wirrköpfe wie Dugin nicht am Ruder sind. Die Rohstoffwirtschaft am staatlichen Zügel, die verarbeitende Industrie und Landwirtschaft in privater oder ausländischer Hand. Im Grunde passt dieses Wirtschaftsmodell auf ein Land wie Russland und könnte durchaus funktionieren.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon nichtkorrekt » Di 14. Okt 2014, 14:03

Ist die Frage wer den längeren Atem hat und ob sich Europa einen waschechten Handelskrieg mit Rußland leisten kann, aus meiner Region häufen sich die Klagen der Obst- und Milchbauern und auch der Maschinenbauer. Sicher gesamtwirtschaftlich ist das wohl nicht relevant, aber in Deutschland ist es mit dem Wirtschaftswachstum auch nicht so weit her.

China und die USA dürften die lachenden Dritten sein.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon X3Q » Di 14. Okt 2014, 15:12

schokoschendrezki » Di 14. Okt 2014, 12:46 hat geschrieben:Russland hat 2008/2009 im Zuge der Weltwirtschaftskrise gerade erst eine schwere Krise hinter sich. Gelingen konnte das nur dank eines stark antizyklischen Umgangs mit den im wesentlichen aus dem Rohstoffhandel vorher erwirtschafteten Devisenreserven von etwa 300 Milliarden Rubel. Reserven in etwa dieser Größenordnung sind aktuell inzwischen wieder aufgelaufen. Von einem bevorstehenden Kollaps kann insofern nicht mal ansatzweise die Rede sein.

...

Das ist nun wirklich kappes, da die Situationen damals und heute unterschiedlich sind. Nur weil der Devisenstand ähnlich ist, läßt sich daraus nicht der gleiche Handlungsspielraum für Russland folgern.

--X
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon palulu » Di 14. Okt 2014, 15:16

Warum sollte es Russland wirtschaftlich schlecht gehen? Darunter leidet wieder nur das Volk -- und nicht Putin. Das sieht man doch in allen gottverdammten Konflikten rund um die Welt.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon Dragus » Di 14. Okt 2014, 22:52

Rund drei Viertel der russischen Exporte hängen direkt oder indirekt am Ölpreis. Weitere zehn Prozent der Ausfuhren stammen aus anderen Rohstoffverkäufen wie Metallen und Mineralien, wo die Preissituation ebenfall prekär ist.

Moskaus Staatsbudget basiert auf einem Ölpreis von rund 100 Dollar. "Notierungen von 80 Dollar würden den rusisschen Haushalt tiefer ins Defizit drücken", sagt Richard Batley, Stratege beim Londoner Analysehaus Lombard Street Research. Unter normalen Umständen wäre das kein Problem. "Die Finanzierungsmöglichkeiten des Kreml sind limitiert", sagt Batley.

Noch verfügt das Land über Reserven der Notenbank und einen Notfonds. Doch zuletzt ist der Devisenschatz der Notenbank unter 400 Milliarden Dollar gefallen und auch der Staatsfonds ist mit 90 Milliarden Dollar nicht unbegrenzt groß "Russlands gesamte Auslandsschulden liegen bei 715 Milliarden Dollar, das liegt weit über den Währungsreserven", sagt Batley.

Die Märkte haben bereits reagiert. Auch einheimische Investoren verlangen immer höhere Zinsen. Inzwischen muss Moskau für zehnjährige Rubel-Anleihen zehn Prozent Rendite bieten, so viel wie seit Jahren nicht mehr. Der deutsche Staat bekommt zehnjährige Anleihen für 0,85 Prozent los.
http://www.welt.de/finanzen/article133240457/Sinkender-Oelpreis-treibt-Russland-in-den-Ruin.html?wtmc=google.editorspick?wtmc%3Dgoogle.editorspick&google_editors_picks=true


Seit vielen Jahren versucht die Opec, über eine Ausweitung beziehungsweise Kürzung der Quoten die Preise stabil zu halten. "Saudi-Arabien scheint nicht willens, die Produktion zu kürzen", sagt Edward Morse, Energiestratege bei der Citi.

Sinneswandel hat Märkte überrascht

Bislang waren Börsianer davon ausgegangen, dass Saudi-Arabien – wie viele andere Ölförderländer auch – einen Preis von über 100 Dollar je Fass zur Finanzierung seines Haushaltes benötigt und diese Marke daher verteidigen würde. Nun ließ das Land über vertrauliche Kanäle die Marktteilnehmer wissen, dass es für ein oder zwei Jahre mit einem Ölpreis unter 90 Dollar oder auch einem Preis von 80 Dollar leben könnte.
http://www.welt.de/finanzen/article133240457/Sinkender-Oelpreis-treibt-Russland-in-den-Ruin.html?wtmc=google.editorspick?wtmc%3Dgoogle.editorspick&google_editors_picks=true

Es kann sein, das außenpolitische Aspekte die Entscheidung der OPEC beeinflussten, den Ölpreis zu senken. Russland hat sie gegen sich aufgebracht durch seine Haltung im Syrien Konflikt und der Parteinahme für den Iran.

Für die russische Wirtschaft sieht es schlecht bis miserabel aus, da die Ölpreise weiter fallen und sehr viel mehr hat man nicht, um Devisen zu erlösen.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon Teeernte » Di 14. Okt 2014, 23:27

Dragus » Di 14. Okt 2014, 23:52 hat geschrieben:Für die russische Wirtschaft sieht es schlecht bis miserabel aus, da die Ölpreise weiter fallen und sehr viel mehr hat man nicht, um Devisen zu erlösen.


Die russische Wirtschaft folgt keiner "Planwirtschaft" mehr...die Inflation und der Schmuggel (über Bulgarien, Griechenland und die Türkei) wird einen neuen Aufschwung für einige "Unternehmen" bringen.

Ja - den einfachen Russen wird es dadurch nicht besser gehen - , die Korruption wird weiter steigen, ....die "Wirtschaft" wird wieder mehr eine russische Wirtschaft werden.

Was dem einen "schadet" - ist dem anderen "das" Geschäft. Ja - Russland wird von Europa weiter abgekoppelt - ob das auch für uns ein Nutzen ist ?
...solange dadurch der Ölpreis sinkt = Ja gibt es mehr "NUTZEN" ?
Obs zu kalt, zu warm, zu trocken oder zu nass ist:.... Es immer der >>menschgemachte<< Klimawandel. :D
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon Azaloth » Mi 15. Okt 2014, 04:12

Postnix » Di 14. Okt 2014, 11:30 hat geschrieben:Moralisch hat er schon lange fertig. Militärisch hat er nur einen Phyrrussieg errungen. Entscheidend wird wohl sein, wenn er auch wirtschaftlich endgültig abgewirtschaftet hat. Derzeit stehen die Chancen für einen ökonomischen Kollaps gut:

Verfall des Ölpreise stranguliert Putin.


Seit wann hat er moralisch fertig? Und welchen Pyrrhussieg meinst du? Von einem wirtschaftlichen Ende ist auch weit und breit nichts zu sehen.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 15. Okt 2014, 07:55

schokoschendrezki hat geschrieben:Russland hat 2008/2009 im Zuge der Weltwirtschaftskrise gerade erst eine schwere Krise hinter sich. Gelingen konnte das nur dank eines stark antizyklischen Umgangs mit den im wesentlichen aus dem Rohstoffhandel vorher erwirtschafteten Devisenreserven von etwa 300 Milliarden Rubel. Reserven in etwa dieser Größenordnung sind aktuell inzwischen wieder aufgelaufen. Von einem bevorstehenden Kollaps kann insofern nicht mal ansatzweise die Rede sein.

...


X3Q » Di 14. Okt 2014, 16:12 hat geschrieben:Das ist nun wirklich kappes, da die Situationen damals und heute unterschiedlich sind. Nur weil der Devisenstand ähnlich ist, läßt sich daraus nicht der gleiche Handlungsspielraum für Russland folgern.

--X


Der gleiche Handlungsspielraum schon deshalb nicht, weil auch noch die Sanktionen hinzukommen.
Es geht darum, dass die Ankündigung eines "bevorstehendenden Kollaps" eine völlig unreflektierte Boulevardzeitungsparole ist .
Zuletzt geändert von schokoschendrezki am Mi 15. Okt 2014, 07:57, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 15. Okt 2014, 08:05

Dragus » Di 14. Okt 2014, 23:52 hat geschrieben:Für die russische Wirtschaft sieht es schlecht bis miserabel aus, da die Ölpreise weiter fallen und sehr viel mehr hat man nicht, um Devisen zu erlösen.


Das derzeitige Fallen des Ölpreises hat weder etwas mit sinkender Nachfrage noch mit steigendem Angebot, also den klassischen Preisbildungsfaktoren sondern mit Bewegungen auf den Finanzmärkten zu tun.

Heiner Flassbeck hat geschrieben:Auf finanzialisierten Märkten fallen die Ölpreise wie die Aktienkurse.
...
Dem ist nichts hinzuzufügen. Mit physischem Angebot und der konkreten Nachfrage nach Öl und nach Ölprodukten hat die jetzige Preisentwicklung praktisch nichts zu tun.


Da nicht zu erwarten ist, dass wie durch ein Wunder weitere noch völlig unbekannte, leicht zugängliche und große Vorräte entdeckt werden, kann langfristig der Ölpreis nur noch steigen.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon zollagent » Mi 15. Okt 2014, 08:31

Ikarus » Di 14. Okt 2014, 13:17 hat geschrieben:Damit Russland ernsthaft Probleme bekommt, muss der Preis viel tiefer fallen. Mit 80 Euro kann man immer noch gut verdienen. Bis 2007 lag der Preis durgehend durchschnittlich niedriger. Das hat Russland nicht daran gehindert Reserven anzuhäufen.

Eine Bilanz erstellt man, wenn man Einnahmen und Ausgaben kennt. Und Letztere laufen Putin derzeit davon.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon zollagent » Mi 15. Okt 2014, 08:33

nichtkorrekt » Di 14. Okt 2014, 15:03 hat geschrieben:Ist die Frage wer den längeren Atem hat und ob sich Europa einen waschechten Handelskrieg mit Rußland leisten kann, aus meiner Region häufen sich die Klagen der Obst- und Milchbauern und auch der Maschinenbauer. Sicher gesamtwirtschaftlich ist das wohl nicht relevant, aber in Deutschland ist es mit dem Wirtschaftswachstum auch nicht so weit her.

China und die USA dürften die lachenden Dritten sein.

Die leben mit den gleichen Problemen. Und der "Handelskrieg" mit Russland ist in der der Tat gesamtwirtschaftlich unerheblich. Schau dir doch mal an, welchen Anteil die Maschinenbauer von ihrem Gesamtumsatz mit Russland machen. Einstellige Prozentzahlen sind das.
Zuletzt geändert von zollagent am Mi 15. Okt 2014, 08:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon schokoschendrezki » Mi 15. Okt 2014, 09:52

Die Ölpreispolitik der USA und vor allem Saudi Arabiens richtet sich aktuell nicht nur gegen Russland sondern auch gegen den IS und Iran. Beliebig lange können die aber auch nicht den Preis beliebig absenken.

Das große Risiko für Russland besteht offenbar darin, einen drohenden Kapitalabfluss vor allem der Oligarchen zu stoppen, bevor die Rohstoffpreise wieder ansteigen.

Was in nachträglichen Analysen der großen Rubelkrise 98/99 immer wieder auffällt: Man hat außerhalb Russlands einen Totalcrash für unaufhaltbar gehalten. Kam aber nicht. Ein Land dieser Größe und Ressourcenvielfalt kann sich zeitweilig praktisch selbst aufrecht erhalten. Rein bilanzökonomisch hätte es zu einer großen Zahl von Hungertoten kommen müssen. Aber allein der "informelle" Wirtschaftssektor außerhalb jeder Finanzen wird völlig unterschätzt. Es gibt traditionell einen großen Anteil an "Eigenversorgung" verschiedenster Art.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon zollagent » Mi 15. Okt 2014, 11:48

schokoschendrezki » Mi 15. Okt 2014, 10:52 hat geschrieben:Die Ölpreispolitik der USA und vor allem Saudi Arabiens richtet sich aktuell nicht nur gegen Russland sondern auch gegen den IS und Iran. Beliebig lange können die aber auch nicht den Preis beliebig absenken.

Das große Risiko für Russland besteht offenbar darin, einen drohenden Kapitalabfluss vor allem der Oligarchen zu stoppen, bevor die Rohstoffpreise wieder ansteigen.

Was in nachträglichen Analysen der großen Rubelkrise 98/99 immer wieder auffällt: Man hat außerhalb Russlands einen Totalcrash für unaufhaltbar gehalten. Kam aber nicht. Ein Land dieser Größe und Ressourcenvielfalt kann sich zeitweilig praktisch selbst aufrecht erhalten. Rein bilanzökonomisch hätte es zu einer großen Zahl von Hungertoten kommen müssen. Aber allein der "informelle" Wirtschaftssektor außerhalb jeder Finanzen wird völlig unterschätzt. Es gibt traditionell einen großen Anteil an "Eigenversorgung" verschiedenster Art.

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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon Tom Bombadil » Mi 15. Okt 2014, 12:21

Putin bezahlt Krimfolgen mit Kapitalflucht und Rubelabsturz
http://derstandard.at/2000006698078/Put ... -des-Rubel
The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. It is its natural manure.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon Dragus » Mi 15. Okt 2014, 18:28

schokoschendrezki » Mi 15. Okt 2014, 04:22 hat geschrieben:Die Ölpreispolitik der USA und vor allem Saudi Arabiens richtet sich aktuell nicht nur gegen Russland sondern auch gegen den IS und Iran. Beliebig lange können die aber auch nicht den Preis beliebig absenken.

Das große Risiko für Russland besteht offenbar darin, einen drohenden Kapitalabfluss vor allem der Oligarchen zu stoppen, bevor die Rohstoffpreise wieder ansteigen.

Was in nachträglichen Analysen der großen Rubelkrise 98/99 immer wieder auffällt: Man hat außerhalb Russlands einen Totalcrash für unaufhaltbar gehalten. Kam aber nicht. Ein Land dieser Größe und Ressourcenvielfalt kann sich zeitweilig praktisch selbst aufrecht erhalten. Rein bilanzökonomisch hätte es zu einer großen Zahl von Hungertoten kommen müssen. Aber allein der "informelle" Wirtschaftssektor außerhalb jeder Finanzen wird völlig unterschätzt. Es gibt traditionell einen großen Anteil an "Eigenversorgung" verschiedenster Art.

Ist mir entgangen, zumal die Oligarchie auch nur den Mittelstand und die normalen Sparer quasi enteigneten.

Was ist überhaupt ein Totalcrash, den Begriff kenne ich aus der Ökonomie nicht.
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Re: Wann ist Putin auch wirtschaftlich am Ende?

Beitragvon Walter Hofer » Do 16. Okt 2014, 11:21

Ikarus » Do 16. Okt 2014, 12:19 hat geschrieben:
Dabei hat Russland noch keine Sanktionen gegen DAX-Unternehmen. Man stelle sich vor.


Die sind auch nicht nötig! Der freie Fall am Ölmarkt sagt alles.
Wer sein Leben genießt, dem wird es vermießt.

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