Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Europa2050 » Sa 2. Jun 2018, 17:07

Orbiter1 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 18:00)

Was für Potenziale? Korruption? Vetternwirtschaft?


Wir können nichts tun und genau das eintreten lassen.

Wir können im Sinne von Fördern und Fordern dafür sorgen, dass der unter anderem am Maidan demonstrierte Wille des ukrainischen Volkes nach einem Rechtsstaat eine Chance hat.

Was ist wohl sinnvoller?
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 2. Jun 2018, 17:35

Orbiter1 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 18:00)

Was für Potenziale? Korruption? Vetternwirtschaft?

Es ist das größte Land in Europa, mit vielen Konsumenten, die Bildung ist stark, der Maschinenbau, die Agrarprodukte.

Darüber hinaus sind die Militärausgaben hoch und die Zivilgesellschaft ist robust.
Mittelfristig könnte die Ukraine die Türkei als NATO-Partner ersetzen.

Der Kreml wird im wesentlichen von der Datscha-Vereinigung geführt, dem Zusammenschluß von Mafia und Geheimdienst.
Die Ukraine ist hier weniger das Problem als vielmehr die Unterwanderung des Westens.
Warum gibt es bei uns keinen Schröder-Untersuchungsausschuß ?
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Orbiter1 » Sa 2. Jun 2018, 17:49

Europa2050 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 18:07)

Wir können nichts tun und genau das eintreten lassen.
Das gibt’s dort schon im Übermaß und wie man an Ländern wie Griechenland, Rumänien oder Bulgarien sehen kann ändern auch Jahrzehnte Mitgliedschaft in der EU nichts daran.
Wir können im Sinne von Fördern und Fordern dafür sorgen, dass der unter anderem am Maidan demonstrierte Wille des ukrainischen Volkes nach einem Rechtsstaat eine Chance hat.

Was ist wohl sinnvoller?
Am sinnvollsten ist es wenn sich die EU da raushält. Das letzte was die EU brauchen kann ist ein hyperkorruptes Faß ohne Boden das einen aggressiven Nachbarn hat, der auch noch über das weltweit größte Reservoir an Atomwaffen verfügt. Die EU sollte sich zur Abwechslung mal um sich selbst kümmern. Eigene Probleme gibt es wahrlich genug.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Europa2050 » Sa 2. Jun 2018, 18:01

Orbiter1 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 18:49)

Das gibt’s dort schon im Übermaß und wie man an Ländern wie Griechenland, Rumänien oder Bulgarien sehen kann ändern auch Jahrzehnte Mitgliedschaft in der EU nichts daran.
Am sinnvollsten ist es wenn sich die EU da raushält. Das letzte was die EU brauchen kann ist ein hyperkorruptes Faß ohne Boden das einen aggressiven Nachbarn hat, der auch noch über das weltweit größte Reservoir an Atomwaffen verfügt. Die EU sollte sich zur Abwechslung mal um sich selbst kümmern. Eigene Probleme gibt es wahrlich genug.


Genau das hat man in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in Russland getan: Die Oligarchen das Volk ausrauben lassen, und gehofft, der Rechtsstaat käme von selbst.

Mit der Folge, dass wir jetzt faschistisches Gedankengut an unserer Ostgrenze sitzen haben, die Oligarchen den Staat unter sich aufgeteilt haben und um das Volk abzulenken, auch noch die EU für alles schuldig machen und destabilisieren.

Da wären ein paar Mrd., die man in den Aufbau eines Rechtsstaates und die Möglichkeit, dem Volk zu zeigen, dass es davon Nutzen hat, sinnvoll gewesen ...
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 2. Jun 2018, 18:36

Orbiter1 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 18:49)
Am sinnvollsten ist es wenn sich die EU da raushält. Das letzte was die EU brauchen kann ist ein hyperkorruptes Faß ohne Boden das einen aggressiven Nachbarn hat, der auch noch über das weltweit größte Reservoir an Atomwaffen verfügt. Die EU sollte sich zur Abwechslung mal um sich selbst kümmern. Eigene Probleme gibt es wahrlich genug.

Die EU kann sich nicht aus Europa heraushalten, darum geht es ja. Wir müssen uns zu einem aggressiven Nachbarn verhalten, dessen Fass und Boden der Inbegriff der mafiösen Korruption ist und der mit Nordstream 2 eine Kanüle in die Mitte Europas verlegen will.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Orbiter1 » Sa 2. Jun 2018, 18:48

Europa2050 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 19:01)

Da wären ein paar Mrd., die man in den Aufbau eines Rechtsstaates und die Möglichkeit, dem Volk zu zeigen, dass es davon Nutzen hat, sinnvoll gewesen ...
Ihre Naivität ist wirklich grenzenlos. In Griechenland hatte die letzten 7 Jahre nicht die griechische Regierung sondern die Troika bestimmt wo es langgeht. Und Kredite über 286 Mrd € nach Griechenland vergeben. Geändert hat sich das Land aber Null. Korruption und Vetternwirtschaft sind so verbreitet wie eh und je. Und da wollen sie in der noch viel korrupteren Ukraine, in der die Korruption selbstverständlich bis in allerhöchste Kreise reicht mit ein paar Mrd Euro einen Rechtsstaat aufbauen. Das ist einfach nur lächerlich.

Da müssen 4 Wochen lang jeden Tag 10 Millionen Ukrainer auf der Straße stehen, wie das in vergleichbarer Größenordnung in Georgien passiert ist, und es muß charismatische Politiker geben die ernsthaft Veränderungen wollen, dann hat das Land vielleicht eine Chance. Aber nicht durch irgendwelche Initiativen von außen. Da wäre es sinnvoller sie würden die vorgesehenen Mrd anzünden. Dann kann man sich wenigstens für ein paar Minuten die Hände wärmen.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 2. Jun 2018, 18:54

Litauen hat sich doch auch reformiert. Nicht überall ist Griechenland.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Orbiter1 » Sa 2. Jun 2018, 19:21

DarkLightbringer hat geschrieben:(02 Jun 2018, 19:54)

Litauen hat sich doch auch reformiert. Nicht überall ist Griechenland.
Das hat was mit Geschichte und Mentalität zu tun. Die Ukraine ist da ein hoffnungsloser Fall. Genauso wie Rußland.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 2. Jun 2018, 19:25

Orbiter1 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 20:21)

Das hat was mit Geschichte und Mentalität zu tun. Die Ukraine ist da ein hoffnungsloser Fall. Genauso wie Rußland.

Das Potential Litauens hat die Ukraine auf jeden Fall. Die Polizei-Reform war beispielsweise sehr ambitioniert.
Und die Zivilgesellschaft ist ähnlich robust. Das sollte man nicht unterschätzen.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Orbiter1 » Sa 2. Jun 2018, 19:47

DarkLightbringer hat geschrieben:(02 Jun 2018, 20:25)

Das Potential Litauens hat die Ukraine auf jeden Fall. Die Polizei-Reform war beispielsweise sehr ambitioniert.
Und die Zivilgesellschaft ist ähnlich robust. Das sollte man nicht unterschätzen.
Alles Wunschdenken. Die Realität ist eine andere.

„Präsident Petro Poroschenko, vor vier Jahren als prowestlicher Hoffnungsträger gewählt, versprach damals, Korruption und Misswirtschaft zu besiegen, die Ukraine an die EU zu binden und Kurs auf einen Beitritt zu nehmen. Gelungen ist ihm nichts von alledem. Im Gegenteil: Unter dem Milliardär Poroschenko hat sich die Herrschaft der Oligarchen verfestigt, genau wie die abgrundtiefe Enttäuschung der Menschen über die Eliten.“ Quelle: https://www.lr-online.de/nachrichten/me ... d-23119199
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Sa 2. Jun 2018, 19:57

Orbiter1 hat geschrieben:(02 Jun 2018, 20:47)

Alles Wunschdenken. Die Realität ist eine andere.

„Präsident Petro Poroschenko, vor vier Jahren als prowestlicher Hoffnungsträger gewählt, versprach damals, Korruption und Misswirtschaft zu besiegen, die Ukraine an die EU zu binden und Kurs auf einen Beitritt zu nehmen. Gelungen ist ihm nichts von alledem. Im Gegenteil: Unter dem Milliardär Poroschenko hat sich die Herrschaft der Oligarchen verfestigt, genau wie die abgrundtiefe Enttäuschung der Menschen über die Eliten.“ Quelle: https://www.lr-online.de/nachrichten/me ... d-23119199

Das Land befindet sich im Krieg und wir wissen, dass Russland sehr viel Geld dafür ausgibt, um gegen die Ukraine Propaganda zu machen.
Russland investiert sehr viel ins Militär, aber wenig in die Bürger.

Die Polizei-Reform in der Ukraine war in der Bevölkerung sehr populär, die Leute machten Selfies mit den neuen Beamten.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Darkfire » Sa 2. Jun 2018, 20:32

Das vieles in der Ukraine im argen liegt bestreitet niemand, aber man merkt das hier einige Putinfans das als Rechtfertigung für den den Krieg Russlands gegen die Ukraine relativieren wollen.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Orbiter1 » Sa 2. Jun 2018, 20:50

Darkfire hat geschrieben:(02 Jun 2018, 21:32)

Das vieles in der Ukraine im argen liegt bestreitet niemand,
Das Problem ist das der Westen schon Unterstützung gewährt und einige Mrd in der Ukraine versenkt hat, aber es immer schlechter wird. Oder wollen sie das bestreiten?
aber man merkt das hier einige Putinfans das als Rechtfertigung für den den Krieg Russlands gegen die Ukraine relativieren wollen.
Wer rechtfertigt denn hier den Krieg Russlands gegen die Ukraine? Sollte ja nicht so schwer sein ein entsprechendes Zitat zu finden.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Nomen Nescio » Sa 2. Jun 2018, 21:15

DarkLightbringer hat geschrieben:(02 Jun 2018, 14:47)

Wenn das Land nicht "Kriegspartner" der Russischen Föderation wäre, würde sich niemand für die Internas der Ukraine interessieren.

Oder interessiert sich jemand für Usbekistan oder Gambia, Tadschikistan und Togo ?

das ist alles »fernweggistan«
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 4. Jun 2018, 11:31

Nomen Nescio hat geschrieben:(02 Jun 2018, 22:15)

das ist alles »fernweggistan«

Vietnam lag dann näher als die Ukraine.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 4. Jun 2018, 11:39

Die Präsidentin Estlands sagte anlässlich ihres Staatsbesuches in der Ukraine, die Ereignisse im Land seien kein "eingefrorener Konflikt", sondern ein Krieg.

Zum andern sprach sie die Reformen an und die Zuversicht in der Zivilgesellschaft.

„Ich konnte sehen, dass die Zivilgesellschaft der Ukraine hofft, und selbst wenn wir nicht viele Veränderungen sehen,
glauben sie selbst, dass sich die Reformen beschleunigen. Im Gesundheitswesen, im Rentensystem, bei der Ausstattung der
lokalen Behörden mit Vollmachten. Deshalb gibt es unter den Ukrainern Hoffnung, deshalb gibt es gute Gründe für die
Bewahrung unseren Glaubens und unserer Hoffnung“, sagte sie.
https://www.ukrinform.de/rubric-polytic ... krieg.html
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 4. Jun 2018, 12:43

Darkfire hat geschrieben:(02 Jun 2018, 21:32)

Das vieles in der Ukraine im argen liegt bestreitet niemand, aber man merkt das hier einige Putinfans das als Rechtfertigung für den den Krieg Russlands gegen die Ukraine relativieren wollen.

Eine kritische Sicht auf den Fall Babtschenko jedenfalls ist alles andere als ein "Relativierungsversuch". Gesine Dornblüth, , Slawistin, jahrelang Korrespondentin in Russland und der Ukraine und zweifelsfrei eine der profundesten Kritikerinnen der Politik Putins im DLF. Das Kernproblem der Angelegenheit Babtschenko fasst sie so zusammen:
Schon der Name macht es deutlich: Geheimdienste arbeiten im Geheimen. Journalisten dagegen bringen Dinge in die Öffentlichkeit. Beides schließt einander aus. Geheimdienste lügen professionell, um ihre Interessen durchzusetzen. Und deshalb sind Journalisten gut beraten, jede Information, die von Geheimdiensten kommt, mit großer Vorsicht zu behandeln.
http://www.deutschlandfunk.de/der-fall-babtschenko-geheimdienst-und-journalismus-gehen.720.de.html?dram:article_id=419402
Und daran ändert weder
Natürlich hat Arkadij Babtschenko wie jeder Mensch das Recht, sein Leben zu retten.

noch
Immerhin befände sich die Ukraine im Krieg, müsse sich gegen eine Aggression von außen zur Wehr setzen.

Auch wenn beides richtig ist.

Die Konsequenzen dieses Falls für die so dringend notwendige Unterscheidbarkeit von echten und gefakten Informationen sind verheerend.

Und so wie es ein gebetsmühlenartiges Inschutznehmen der Putinpolitik gibt, gibt es ein gebetsmühlenartiges Verunglimpfen von Menschen mit grundsätzlich kritischer Distanz.

Nur zur Erinnerung:
Das Prinzip der Parteilichkeit ist ein von Lenin in der Abhandlung Materialismus und Empiriokritizismus (1908) eingeführtes Postulat, dem zufolge eine objektive und wertfreie Beobachtung und Interpretation der Realität nicht möglich sei. Im Rahmen einer marxistischen Geschichts- und Weltinterpretation müsse, so Lenin, immer strikt ein Standpunkt im Interesse der Arbeiterklasse bezogen werden. Später wurde dieses Prinzip in der Sowjetunion und in der DDR so verstanden, dass der KPdSU bzw. der SED eine Interpretationshoheit über das, was als wahr zu gelten habe, zugestanden werden müsse („Die Partei, die Partei, die hat immer recht …“).
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mo 4. Jun 2018, 12:53

schokoschendrezki hat geschrieben:(04 Jun 2018, 13:43)

Eine kritische Sicht auf den Fall Babtschenko jedenfalls ist alles andere als ein "Relativierungsversuch". Gesine Dornblüth, , Slawistin, jahrelang Korrespondentin in Russland und der Ukraine und zweifelsfrei eine der profundesten Kritikerinnen der Politik Putins im DLF. Das Kernproblem der Angelegenheit Babtschenko fasst sie so zusammen:
http://www.deutschlandfunk.de/der-fall-babtschenko-geheimdienst-und-journalismus-gehen.720.de.html?dram:article_id=419402
Und daran ändert weder

noch

Auch wenn beides richtig ist.

Die Konsequenzen dieses Falls für die so dringend notwendige Unterscheidbarkeit von echten und gefakten Informationen sind verheerend.

Und so wie es ein gebetsmühlenartiges Inschutznehmen der Putinpolitik gibt, gibt es ein gebetsmühlenartiges Verunglimpfen von Menschen mit grundsätzlich kritischer Distanz.

Nur zur Erinnerung:

Das mag ja alles sein, aber just Babtschenko hebt selbst auf den Unterschied von Journalisten und Geheimdienstlern ab. Er sagt, er erklärt nicht dem Geheimdienst, wie sie ihren Job machen sollen und
sie sagen ihm nicht, wie er einen Artikel schreibt.
Er hat sozusagen auf den Plan, sein Leben zu retten, mit Zustimmung reagiert. Weniger als Journalist, vielmehr als Mensch, was er nebenbei ja auch noch ist.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 6. Jun 2018, 12:31

"Ich entschied mich, am Leben zu bleiben", sagt Arkady Babtschenko.

https://www.rferl.org/a/ukraine-babchen ... 62097.html

Video mit englischen Untertiteln
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Do 7. Jun 2018, 17:44

Kurz vor der WM droht Putin der Ukraine mehr oder weniger offen mit Krieg

"Ich hoffe, dass es nicht zu solchen Provokationen kommt", sagte Putin in Moskau bei seiner jährlichen TV-Fragestunde. "Wenn
das passiert, wird es, so sehe ich das, sehr schwere Folgen für die ganze ukrainische Staatlichkeit haben."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/w ... 11741.html
Im Video: Gefangen von Separatisten - Die Qualen eines ukrainischen Soldaten


Ein ähnliches Video zeigt die Misshandlung ukrainischer Gefangener:

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