Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

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Nomen Nescio
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Nomen Nescio » Mo 4. Sep 2017, 17:15

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(04 Sep 2017, 18:11)

Immer noch? Was sagt das über die aktuellen Figuren?

weniger als über die herrschende moral dort sowieso.

nicht umsonst sagten russen zu unserer korrespondentin »bitte, keinen neuen präsident. seine taschen müssen noch gefüllt werden«».
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
blues über mich: »du bist ein klassischer Liberaler und das ist auch gut so.«
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Flaschengeist » Mo 4. Sep 2017, 21:31

Moses hat geschrieben:(04 Sep 2017, 14:16)

Eine sachliche Antwort?

J wurde demokratisch gewählt auf Grund seines Willens, das Land an die EU und die NATO anzunähern - ein fauler Pakt mit Putin hat ihn zu einer Kehrtwende bewogen die Leute auf die Straße getrieben - dass er dann nach Russland abgehauen ist willst Du tatsächlich den enttäuschten Wählern anlasten?


Was war an dem Pakt faul?

Und was berechtigt die EU Staaten und die USA sich in die inneren Angelegenheiten der Ukraine einzumischen?
Zuletzt geändert von Flaschengeist am Di 5. Sep 2017, 00:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Der General
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Der General » Di 5. Sep 2017, 00:04

Moses hat geschrieben:(04 Sep 2017, 14:16)

Eine sachliche Antwort?

J wurde demokratisch gewählt auf Grund seines Willens, das Land an die EU und die NATO anzunähern


Tut mir leid, aber das ist Nachweißlich falsch und kann auch ganz einfach auf logischerweise belegt werden.

Damals gab es ja die Stichwahl zwischen Janukowitsch und der Timochenko, wobei letztendlich J. als knapper Sieger hervorging.

Ich hatte hier vor langer Zeit eine Grafik von der Gesamten Ukraine verlinkt, welche Regionen, Bezirke usw. für und gegen Janukowitsch gestimmt hatte. Der komplette Teil des Westlichen Landes wählte Mehrheitlich Timochenko, wobei aber die Östliche Hälfte, mit einem kleinen Anteil an Mehrstimmen, Janukowitsch wählten. Dieser Gewann bekanntlich diese Demokratische Wahl.

Logischerweise hat demnach eine Mehrheit aus dem Östlichen Teil der Ukraine dem Janukowitsch zum Sieg verholfen. Wie die Haltung der Ostukraine zur EU und NATO ist, brauche ich Dir hoffentlich nicht erklären oder?

Also, was ich damit sagen möchte ist, dass die Ukraine schon weit vor der Krise sehr tief gespalten war !

Im übrigen, darf es niemals in einer Demokratie passieren, nur weil ein Präsident oder auch Kanzler seine Versprechen nicht erfüllt oä. GEWALTSAM, so wie es in der Ukraine passiert ist, aus dem Amt gejagt werden. Ich verstehe bis Heute nicht, warum darüber kein Konsens besteht, was eigentlich völlig Selbstverständlich wäre!

Moses hat geschrieben:- ein fauler Pakt mit Putin hat ihn zu einer Kehrtwende bewogen die Leute auf die Straße getrieben - dass er dann nach Russland abgehauen ist willst Du tatsächlich den enttäuschten Wählern anlasten?


Zu diesem Zeitpunkt, wurde schon massiver Druck ausgeübt und die Regierung destabilisiert. Janukowitsch musste eine Entscheidung fällen wo es sowieso schon zu spät war.

"Enttäuschte" Wähler hin oder her.. ICH und ganz viele andere werden in drei Wochen auch sehr enttäuscht werden, dennoch wird es in einer Deutschen Demokratie Nie den Versuch geben, den Bundestag zu stürmen und die Merkel gewaltsam entfernen.....

Fazit: Eine Minderheit hat Rechtswidrig gehandelt und eine Mehrheit ist dagegen und lässt sich das bis Heute nicht gefallen bzw. kann das nicht akzeptieren. Das ist praktisch die Wurzel der Krise.....
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Der General » Di 5. Sep 2017, 00:21

Europa2050 hat geschrieben:(04 Sep 2017, 14:32)

"Man" hat eine Revolution gemacht. Das war erstmal das Volk von der Straße. Staatsrechtler waren wohl die wenigsten. Deswegen ist ja auch der Vermittlungsversuch von Steinmeier & Co. Gescheitert. Das war vor Ort nach den Erfahrungen den Menschen nicht zu verkaufen. Klitschko hat es ja versucht.

Offensichtlich hat "man" dem Herrn J. Nicht mehr getraut, nachdem, was er alles im Jahrzehnt vorher und speziell im direkten Vorfeld so angestellt hatte.

Dennoch kann man die möglicherweise gemachten formellen Fehler spätestens nach der nächsten Präsidenten- und Rada-Wahl als geheilt betrachten, hier wäre eine Rückkehr möglich gewesen, wenn sie denn gewünscht gewesen wäre.

Insgesamt sagt die europäische Friedensordnung (Helsinki) nichts über interne Revolutionen aus, legt aber eben sehr hohe Hürden an territoriale Veränderungen. (BTW.: Deswegen zieht ja auch keiner, nicht einmal die USA so richtig in Sachen Kurdistan). Da haben die Staatsmänner wohl aus den Aktionen 1918-45 gelernt.

Ich hoffe, das war sachlich genug, für mehr fehlt mir die Detailkenntnis.


DEINE Beiträge, lesen sich fast ausschließlich immer Sachlich !

"Revolution hat man gemacht"... das ist schon ein Schwerwiegender Begriff, den ich aber insgesamt zustimme, andere sagen es war ein Putsch.

Wie in meinem zu vorigen Beitrag geschrieben, ist es für mich keine Rechtfertigung in einem Demokratischen Land, so wie es die Ukrainische Verfassung vorsieht, eine Revolution zu starten, nur weil man dem Präsidenten nicht traut. Generell gibt es kaum eine Rechtfertigung und schon gar nicht für eine Gewaltsame Entsorgung, da greifen dann andere Verfassungsgemäße Mittel für eine Amtsenthebung usw....

Ich gebe Dir aber Recht, dass es Möglichkeiten gegeben hätte, dass Ausmaß der gemachten Fehler zu korrigieren. Hierbei hat man das Ausmaß unterschätzt und keine gute Diplomatische Arbeit geleistet. Nach meiner Meinung nach, wollte man mit allen Mitteln einen sogenannten Regime Chance erzwingen.

Wie dem auch sei, große Lust hier weiter im Detail zu diskutieren habe ich nicht. Ich wünsche mir aber und das meine ich Ehrlich, dass dieser Unsinnige Konflikt bzw. Krieg in der Ukraine jetzt endlich wieder beigelegt wird.

grüsse
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Moses » Di 5. Sep 2017, 05:58

Der General hat geschrieben:(05 Sep 2017, 01:04)

Tut mir leid, aber das ist Nachweißlich falsch und kann auch ganz einfach auf logischerweise belegt werden.

Damals gab es ja die Stichwahl zwischen Janukowitsch und der Timochenko, wobei letztendlich J. als knapper Sieger hervorging.

Ich hatte hier vor langer Zeit eine Grafik von der Gesamten Ukraine verlinkt, welche Regionen, Bezirke usw. für und gegen Janukowitsch gestimmt hatte. Der komplette Teil des Westlichen Landes wählte Mehrheitlich Timochenko, wobei aber die Östliche Hälfte, mit einem kleinen Anteil an Mehrstimmen, Janukowitsch wählten. Dieser Gewann bekanntlich diese Demokratische Wahl.

Logischerweise hat demnach eine Mehrheit aus dem Östlichen Teil der Ukraine dem Janukowitsch zum Sieg verholfen. Wie die Haltung der Ostukraine zur EU und NATO ist, brauche ich Dir hoffentlich nicht erklären oder?

Also, was ich damit sagen möchte ist, dass die Ukraine schon weit vor der Krise sehr tief gespalten war !

Im übrigen, darf es niemals in einer Demokratie passieren, nur weil ein Präsident oder auch Kanzler seine Versprechen nicht erfüllt oä. GEWALTSAM, so wie es in der Ukraine passiert ist, aus dem Amt gejagt werden. Ich verstehe bis Heute nicht, warum darüber kein Konsens besteht, was eigentlich völlig Selbstverständlich wäre!



Zu diesem Zeitpunkt, wurde schon massiver Druck ausgeübt und die Regierung destabilisiert. Janukowitsch musste eine Entscheidung fällen wo es sowieso schon zu spät war.

"Enttäuschte" Wähler hin oder her.. ICH und ganz viele andere werden in drei Wochen auch sehr enttäuscht werden, dennoch wird es in einer Deutschen Demokratie Nie den Versuch geben, den Bundestag zu stürmen und die Merkel gewaltsam entfernen.....

Fazit: Eine Minderheit hat Rechtswidrig gehandelt und eine Mehrheit ist dagegen und lässt sich das bis Heute nicht gefallen bzw. kann das nicht akzeptieren. Das ist praktisch die Wurzel der Krise.....


Du scheinst das mit der Demokratie miss zu verstehen. Nur weil eine Minderheit in der Wahl unterlegen ist und das das Land mithin nicht zu 100% den Präsidenten wählt heißt das nicht, dass sich der unterlegenen Teil vom Nachbarn militärisch destabilisiert werden darf.
Wenn die Bewohner der ostdeutschen Länder mit mehrheilt die SED-Nachfolger wählen würden gibt das auch niemanden das Recht, Teile dieser Länder zu besetzen oder mit "Soldaten-Urlaubern" in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Das mein lieber General sind die Fakten.

@Flaschengeit:
inwiefern hat sich denn die EU oder gar die NATO in innere Angelegenheiten der Ukraine eingemischt?
Der Herr gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich nicht hinnehmen kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Di 5. Sep 2017, 06:47

Spätestens im 19. Jahrhundert wurde die russische Hochkultur Teil der europäischen, der Transfer vollzog sich nicht mehr nur einseitig von Westen nach Osten. Was wäre die europäische Literatur ohne Puschkin, Gogol, Turgenjew, Tolstoi, Dostojewski und Tschechow, was die europäische Musik ohne Tschaikowsky, Mussorgski und Rachmaninow? Die russische Malerei, das russische Theater und Ballett gehörten vom Ende des 19. Jahrhunderts an zur kulturellen Avantgarde Europas, wovon Namen wie Strawinsky, Malewitsch, Stanislawski und Djagilew zeugen.
Auch die Wissenschaft gewann Weltgeltung, sichtbar in den Arbeiten des Chemikers Dmitri Mendelejew und des Mediziners Iwan Pawlow.

Das (scheinbar) Absurde besteht darin, dass auch der jüngere Anti-Europa-DIskurs in Russland, die Abgrenzungstendenzen, das Beharren auf einer nationale Kultur und Eigenständigkeit Teil einer Bewegung und Tendenz ist, die gegenwärtig überall in Europa mehr oder weniger dominant ist. Russland ist also mit seiner verbreiteten Europa-Skepsis ein typisch europäisches Land. Und das ist auch in der Ukraine, im Baltikum, in Georgien nicht anders. Und in der Türkei schon gar nicht.

Allein schon der (vollständige) Titel einer jüngeren politischen Publikation (des ehemaligen ARD-Korrespondenten Reinhold Vetter) fasst all dies bezeichnend zusammen: Reinhold Vetter: "Nationalismus im Osten Europas. Was Kaczynski und Orbán mit Le Pen und Wilders verbindet."
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Der General » Di 5. Sep 2017, 13:17

Moses hat geschrieben:(05 Sep 2017, 06:58)

Du scheinst das mit der Demokratie miss zu verstehen. Nur weil eine Minderheit in der Wahl unterlegen ist und das das Land mithin nicht zu 100% den Präsidenten wählt heißt das nicht, dass sich der unterlegenen Teil vom Nachbarn militärisch destabilisiert werden darf.
Wenn die Bewohner der ostdeutschen Länder mit mehrheilt die SED-Nachfolger wählen würden gibt das auch niemanden das Recht, Teile dieser Länder zu besetzen oder mit "Soldaten-Urlaubern" in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Das mein lieber General sind die Fakten


Da liegen wir gar nicht so weit von einander entfernt. Das was Du bei Deiner Argumentation übersiehst, ist die Tatsache das die Destabilisierung nicht von den "Soldaten-Urlaubern" erfolgte, sondern von diesem Teil, der mit dem zuvor gewählten Präsident nicht mehr zufrieden war.

Die Ostukraine konnte praktisch nur zuschauen wie der, von den meisten dort gewählte, Präsident Gewaltsam entfernt wurde. Das was anschließend passiert ist und bis Heute noch anhält, ist nur die Folge von dessen.

Der Bürgerkrieg ist die Folge einer nicht legitimierten und Undemokratischer Handlung von einer West-ukrainischen Minderheit gewesen.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Moses » Di 5. Sep 2017, 13:28

Der General hat geschrieben:(05 Sep 2017, 14:17)

Da liegen wir gar nicht so weit von einander entfernt. Das was Du bei Deiner Argumentation übersiehst, ist die Tatsache das die Destabilisierung nicht von den "Soldaten-Urlaubern" erfolgte, sondern von diesem Teil, der mit dem zuvor gewählten Präsident nicht mehr zufrieden war.

Die Ostukraine konnte praktisch nur zuschauen wie der, von den meisten dort gewählte, Präsident Gewaltsam entfernt wurde. Das was anschließend passiert ist und bis Heute noch anhält, ist nur die Folge von dessen.

Der Bürgerkrieg ist die Folge einer nicht legitimierten und Undemokratischer Handlung von einer West-ukrainischen Minderheit gewesen.


Beim letzten gehen unsere Ansichten doch sehr weit auseinander - ein wie auch immer gearteter Protest in der Ostukraine wäre ohne russische Hilfe niemals zu einem Bürgerkrieg dieses Ausmaßes und dieser Länge eskaliert.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Der General » Di 5. Sep 2017, 13:54

Moses hat geschrieben:(05 Sep 2017, 14:28)

Beim letzten gehen unsere Ansichten doch sehr weit auseinander - ein wie auch immer gearteter Protest in der Ostukraine wäre ohne russische Hilfe niemals zu einem Bürgerkrieg dieses Ausmaßes und dieser Länge eskaliert.


Es war für mich kein "wie auch immer gearteter Protest", den es durchaus am Anfang Friedlich gab, sondern ein Regierungsputsch, Revolte wobei man einen Präsidenten Gewaltsam aus dem Amt jagte.

Hätte man nur ein paar wenige Monate gewartet, hätte man diesen in der Tat schlechten Präsidenten auf legitimer und Demokratischer Wahl abwählen können, so wie es in jeder anderen Demokratie normal wäre !

Das Rußland sich zu dem Zeitpunkt einmischte, als es Faktisch keine Regierung mehr gab und der wilde Mob tobte in der Form, dass eine eigene Miliz entstand und das Recht des stärkeren auf den Straßen tobte, ist für mich durchaus verständlich. Man darf nicht vergessen was bei anderen Gewaltsamen Protesten in der jüngsten Vergangenheit passiert ist. Bestes Beispiel ist wohl Libyen als man den Diktator Gaddafi beseitigte und anschließend das Land bis Heute im Chaos versank und auch die Regionen der Nachbarländer betroffen wurden...

Wie dem auch sei, ich werde niemals auf der Seite von denjenigen stehen, die Gewaltsam und Rechtswidrig etwas durchsetzen wollen !

PS. wir müssen jetzt auch nicht mehr weiter Diskutieren, viel interessanter bzw Wichtiger ist eine Lösung des Konfliktes herbei zu führen.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Moses » Di 5. Sep 2017, 13:58

Der General hat geschrieben:(05 Sep 2017, 14:54)

Es war für mich kein "wie auch immer gearteter Protest", den es durchaus am Anfang Friedlich gab, sondern ein Regierungsputsch, Revolte wobei man einen Präsidenten Gewaltsam aus dem Amt jagte.

Hätte man nur ein paar wenige Monate gewartet, hätte man diesen in der Tat schlechten Präsidenten auf legitimer und Demokratischer Wahl abwählen können, so wie es in jeder anderen Demokratie normal wäre !

Das Rußland sich zu dem Zeitpunkt einmischte, als es Faktisch keine Regierung mehr gab und der wilde Mob tobte in der Form, dass eine eigene Miliz entstand und das Recht des stärkeren auf den Straßen tobte, ist für mich durchaus verständlich. Man darf nicht vergessen was bei anderen Gewaltsamen Protesten in der jüngsten Vergangenheit passiert ist. Bestes Beispiel ist wohl Libyen als man den Diktator Gaddafi beseitigte und anschließend das Land bis Heute im Chaos versank und auch die Regionen der Nachbarländer betroffen wurden...

Wie dem auch sei, ich werde niemals auf der Seite von denjenigen stehen, die Gewaltsam und Rechtswidrig etwas durchsetzen wollen !

PS. wir müssen jetzt auch nicht mehr weiter Diskutieren, viel interessanter bzw Wichtiger ist eine Lösung des Konfliktes herbei zu führen.

Müssen wir nicht, richtig - nur wer Putins Militäreinsatz lobt, der stellt sich auf die Seite derer, die rechtswidrig und mit Gewalt seine Vorstellungen umsetzt.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Der General » Di 5. Sep 2017, 14:16

Moses hat geschrieben:(05 Sep 2017, 14:58)

Müssen wir nicht, richtig - nur wer Putins Militäreinsatz lobt, der stellt sich auf die Seite derer, die rechtswidrig und mit Gewalt seine Vorstellungen umsetzt.


Du verurteilst Praktisch denjenigen der bei einer wilden Schlägerei eingreift, anstatt denjenigen der mit dieser Schlägerei angefangen hat.

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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Europa2050 » Di 5. Sep 2017, 14:26

Der General hat geschrieben:(05 Sep 2017, 15:16)

Du verurteilst Praktisch denjenigen der bei einer wilden Schlägerei eingreift, anstatt denjenigen der mit dieser Schlägerei angefangen hat.

PS.
ich muß jetzt los...und Danke das meine Beiträge stehengeblieben sind.


Das kann man sicher so sehen - aber darauf hat man sich nunmal informell nach dem WK2 und formell in Helsinki geeinigt.
Und '53/'61 in der DDR, '56 in Ungarn und '68 in der ČSSR hätte der Westen auch bei der Schlägerei eingreifen können, dem Frieden war wohl förderlicher, dass er es nicht getan hat.

Natürlich war die Situation in der Ukraine undurchsichtig, aber bewaffnete Leute über die Grenze schicken/unterstützen/lassen um die Zentralgewalt zu bekämpfen ist und bleibt einfach Aggression. Das kann höchstens die UN vereinbaren.

Und ja, Serbien war auch ein Fehler, aber was kann die Ukraine dafür?
Denkt an 1914, denkt an 1933 ...
... und macht verdammt nochmal nicht die gleichen Fehler ... :mad2:
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Cobra9 » Di 5. Sep 2017, 16:14

Goldig wie einige Menschen hier versuchen was zu drehen. Janukowitsch hat sich verzockt. Er wurde nicht gestürtzt direkt , sondern Parteien, Parlament und die Armee unterstützen Ihn nicht mehr. Alpha sowie Berkut empfingen teilweise keine Befehle mehr.

http://www.nytimes.com/2015/01/04/world ... .html?_r=0

https://www.google.de/amp/m.faz.net/akt ... 3.amp.html


https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wiktor_Janukowytsch

Wer die Quellen liest und verstehen will , der kapiert warum die Ukraine auf die Straße ging. Ein bestechlicher Präsident hätte Sie verkauft war die Stimmung
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Moses » Di 5. Sep 2017, 17:41

Der General hat geschrieben:(05 Sep 2017, 15:16)

Du verurteilst Praktisch denjenigen der bei einer wilden Schlägerei eingreift, anstatt denjenigen der mit dieser Schlägerei angefangen hat.

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Wenn der, der "eingreift" dabei eine Staatsgrenze verletzt, auf fremden Territorium militärisch aktiv wird . . . ja, dann verurteile ich das.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Di 5. Sep 2017, 18:24

Was oft vergessen wird - vor 27 Jahren gab es in der Ukraine schon die sog. "Revolution auf Granit". Eine Kampagne, die überwiegend von der Jugend und den Studierenden getragen wurde, und die sich wesentlich auf die Korruption der Kommunistischen Partei bezog. Zur Forderung damals gehörte auch die Nichtunterzeichnung eines neuen Unionsvertrages und die nach einer Mehrparteienwahl.
Die "Granit-Revolution" gilt als Meilenstein auf dem Weg zur Unabhängigkeit, die 1991 erfolgte.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Mo 11. Sep 2017, 07:30

DarkLightbringer hat geschrieben:(03 Aug 2017, 16:37)

Wenn man Putin als "Russland" definiert, geht es sogar teils in Russland "antirussisch" zu - es sind ja nicht alle im Exil.

Sakaaschwili war mal ein erfolgreicher Reformer, aber Agent ist wohl nicht er, sondern Agenten dürften jene sein, die hinter ihm her sind.


Gestern hat Saakaschwili mit Hilfe von Unterstützern von Polen aus ukrainisches Territorium betreten. Das wurde noch letzte Woche von politischen Beobachtern für unwahrscheinlich gehalten, da die Ukraine mit Georgien ein Auslieferungsabkommen hat und Georgien ihn per Haftbefehl sucht. Es drohen ihm dort bis zu 11 jahre Gefängnis.

Nein. Nach "Agentum" sieht diese Konfrontation ehemals Verbündeter, Poroschenko & Co. auf der einen und Saakaschwili, Timoschenko & Co. auf der anderen Seite nicht aus. Eher nach einem Machtkampf zweier großer einflussreicher Clans.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Di 12. Sep 2017, 03:17

schokoschendrezki hat geschrieben:(11 Sep 2017, 08:30)

Gestern hat Saakaschwili mit Hilfe von Unterstützern von Polen aus ukrainisches Territorium betreten. Das wurde noch letzte Woche von politischen Beobachtern für unwahrscheinlich gehalten, da die Ukraine mit Georgien ein Auslieferungsabkommen hat und Georgien ihn per Haftbefehl sucht. Es drohen ihm dort bis zu 11 jahre Gefängnis.

Nein. Nach "Agentum" sieht diese Konfrontation ehemals Verbündeter, Poroschenko & Co. auf der einen und Saakaschwili, Timoschenko & Co. auf der anderen Seite nicht aus. Eher nach einem Machtkampf zweier großer einflussreicher Clans.

Das ist ein Thema der sog. zweiten Front, da geht es um die Reformen. Saakaschwili hat einige Anhänger in der Ukraine und er wird von Julija Timoschenko unterstützt.

Beim Kriegsgegner rumort es unterdessen, Gudkows "Team Demokratie" ist bei den Lokalwahlen eine kleine Revolution gelungen - 12 von 12 Sitzen sind ausgerechnet im Bezirk Putins erobert worden. Insgesamt ziehen 266 in die Bezirksversammlungen. Gudkows Mannschaft ist damit zweite Kraft in Moskau.
Die Sammlungsbewegung ist gegen Putin, gegen den Krieg mit der Ukraine und gegen die Annexion der Krim. Die Anhänger sind schlicht Regime-Gegner.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/w ... 67170.html
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Cobra9 » Di 12. Sep 2017, 12:45

Sollte es doch noch Blauhelme in der Ukraine geben ? Scheinbar ist Russland mittlerweile zu einigen Kompromissen bereit. Auch wenn vorerst "nur" die OSZE Beobachter einen gewissen Schutz erhalten sollen, es wäre ein guter Anfang. Mit einer Eskorte wären die Beobachter nicht mehr ohne Schutz und könnten dort rein wo es brennt. Dazu könnte man die Grenzen zwischen Ukraine sowie Russland unter Beobachtung halten.

http://www.fr.de/politik/un-mission-ukr ... -a-1349234

Wenn das keine PR Nummer vom Kreml ist sage Ich mal ....interessante Wendung. Insgesamt können die OSZE Beobachter mit einer UN Eskorte ihrem Job aber besser nachkommen. Finde Ich gut
Anton Tschechow

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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Di 12. Sep 2017, 16:07

Kritik an Putins Vorstoß kommt von den Grünen. Die Osteuropa-Expertin der Partei, Marieluise Beck, erklärte, zwar könne eine Blauhelmmission zum Frieden in der Region beitragen. "Doch der Vorschlag von Wladimir Putin ist vergiftet. Mit einer UN-Mission entlang der sogenannten Kontaktlinie schlägt er die faktische Abtrennung des Donbass von der Ukraine vor." Mit diesem "durchsichtigen Manöver" wolle Putin die internationale Gemeinschaft zum "Handlanger einer Annexion eines weiteren Teils der Ukraine machen", so Beck.
https://www.tagesschau.de/ausland/ukrai ... t-101.html

Kiew schlägt seit längerem eine internationale Aufsicht vor, betrachtet dabei aber Russland nicht als Friedensvermittler, sondern als Konfliktpartei.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 12. Sep 2017, 16:14

Cobra9 hat geschrieben:(12 Sep 2017, 13:45)

Sollte es doch noch Blauhelme in der Ukraine geben ? Scheinbar ist Russland mittlerweile zu einigen Kompromissen bereit. Auch wenn vorerst "nur" die OSZE Beobachter einen gewissen Schutz erhalten sollen, es wäre ein guter Anfang. Mit einer Eskorte wären die Beobachter nicht mehr ohne Schutz und könnten dort rein wo es brennt. Dazu könnte man die Grenzen zwischen Ukraine sowie Russland unter Beobachtung halten.

http://www.fr.de/politik/un-mission-ukr ... -a-1349234

Wenn das keine PR Nummer vom Kreml ist sage Ich mal ....interessante Wendung. Insgesamt können die OSZE Beobachter mit einer UN Eskorte ihrem Job aber besser nachkommen. Finde Ich gut

Trump ist innenpolitisch verkämpft und außenpolitisch mit Korea blamiert. Die Chinesen kaufen Afrika. Die Türkei ist mit der Abwehr des Terrorismus und ihrem Syrienabenteuer angespannt, zudem mit dem kolonial anmutenden Auftreten der deutschen EU auf Neuorientierung gedrängt. Europa sucht seine Perspektive und ist von einem Konflikt, bei dem es nichts zu gewinnen gibt, zunehmend genervt. Für Russland ist die ganze Angelegenheit teuer genug, zudem ist alles, das kurzfristig zu erreichen geht, erreicht. Eine Trennung der Konfliktparteien verfestigt die eigenständige Existenz dieses faktischen Staates in Abhängigkeit von Russland und macht Schaufenster-Investitionen in die Ukraine entbehrlich - was noch zu einigen Konflikten führen kann. Momentan ist es für niemanden spannend, eine graduelle Befriedung nicht anzutesten.

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