Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

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Orbiter1
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Orbiter1 » Mi 30. Mai 2018, 18:09

Putin ist ein verachtenswerter Despot, aber was die Ukraine hier abgezogen hat geht gar nicht. Deutschland sollte die Verbindungen zu diesem Land auf das allernötigste beschränken. Der Besuch von Steinmeier wird hoffentlich der letzte für die nächsten Jahre bleiben. Und auf gar keinen Fall darf die Ukraine Mitglied der NATO oder gar der EU werden.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 30. Mai 2018, 18:13

Nach Angaben des SBU-Geheimdienstes seien insgesamt 30 Morde geplant gewesen.

https://www.ukrinform.de/rubric-crime/2 ... raine.html
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Trutznachtigall » Mi 30. Mai 2018, 18:44

Orbiter1 hat geschrieben:(30 May 2018, 16:48)

Sind ja sonderbare Methoden die der ukrainische Geheimdienst anwendet. Da wird sogar die Ermordung eines russlandkritischen Journalisten inszeniert.

"Der angeblich in Kiew ermordete russische Journalist Arkadi Babtschenko lebt. Der 41-Jährige erschien am Mittwoch in Kiew auf einer Pressekonferenz des ukrainischen Geheimdienstes SBU, wie russische Agenturen meldeten. ... Das ukrainische Nachrichtenportal "112.ua" berichtete, SBU-Chef Wassili Grizak habe auf der Pressekonferenz offengelegt, dass der angebliche Mord an Babtschenko inszeniert gewesen sei. Es sei bekannt gewesen, dass ein Anschlag auf dessen Leben geplant gewesen sei. Ziel der Inszenierung sei gewesen, die Hintermänner des geplanten Mordkomplotts aufzudecken. Nachdem Grizak sein Statement beendet hatte, sei überraschend der totgeglaubte Babtschenko erschienen." Quelle: https://www.focus.de/politik/ausland/ue ... 12348.html

Ich interpretiere das so: der ukrainische Geheimdienst hat über den geplanten Mord an Babtschenko gewusst, auch wer den Mord durchführen sollte. Man hat Babtschenko genau beobachtet und als der potentielle Mörder ihn erschießen wollte, diesen verhaftet. Den Mord hat man vorgetäuscht, um die Russen zunächst im Glauben zu halten, dass das Attentat gelungen sei. Gerettet haben sie Babtschenko, indem die Russen es nun nicht wagen können, ihn wirklich umzulegen. Wir sollten weitere Details abwarten.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Mi 30. Mai 2018, 19:22

Der bekannte Journalist Boris Reitschuster verweist auf den Tod einer Teenagerin:
Daria Kasemirowa wurde heute im Alter von 15 Jahren in der Ostukraine getötet - durch einen Artillerietreffer der von Moskau gesteuerten Kämpfer.
Mitten in Europa, im Hof ihres Wohnhauses.
Wenige Wochen, bevor die Welt in Russland eine WM feiert - und Putins Krieg ignoriert.
https://twitter.com/reitschuster/status ... 9551788033

Europas vergessener Krieg fordert immer wieder seine Opfer.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Orbiter1 » Mi 30. Mai 2018, 19:57

Trutznachtigall hat geschrieben:(30 May 2018, 19:44)

Ich interpretiere das so: der ukrainische Geheimdienst hat über den geplanten Mord an Babtschenko gewusst, auch wer den Mord durchführen sollte. Man hat Babtschenko genau beobachtet und als der potentielle Mörder ihn erschießen wollte, diesen verhaftet. Den Mord hat man vorgetäuscht, um die Russen zunächst im Glauben zu halten, dass das Attentat gelungen sei. Gerettet haben sie Babtschenko, indem die Russen es nun nicht wagen können, ihn wirklich umzulegen. Wir sollten weitere Details abwarten.
Die Ukraine muß jetzt absolut unwiderlegbare Beweise für die russischen Mordaufträge vorlegen sonst geht die Aktion von heute nach hinten los. Was will man diesem Land noch glauben wenn es keine unwiderlegbaren Beweise gibt? Möglicherweise ist es ja nur inszeniert worden. Wäre keine Überraschung wenn morgen ein Vertreter Russlands äußert der ukrainische Geheimdienst versucht den Abschuss von MH17 Russland in die Schuhe zu schieben obwohl es die Ukraine war. Man wisse ja jetzt mit welchen Methoden dort gearbeitet wird.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Trutznachtigall » Mi 30. Mai 2018, 21:24

Orbiter1 hat geschrieben:(30 May 2018, 20:57)

Die Ukraine muß jetzt absolut unwiderlegbare Beweise für die russischen Mordaufträge vorlegen sonst geht die Aktion von heute nach hinten los. Was will man diesem Land noch glauben wenn es keine unwiderlegbaren Beweise gibt? Möglicherweise ist es ja nur inszeniert worden. Wäre keine Überraschung wenn morgen ein Vertreter Russlands äußert der ukrainische Geheimdienst versucht den Abschuss von MH17 Russland in die Schuhe zu schieben obwohl es die Ukraine war. Man wisse ja jetzt mit welchen Methoden dort gearbeitet wird.

Ich stimme dir zu und denke, die Ukraine wird die Beweise liefern können, sonst wäre die Sache sinnlos und gefährlich. Durch diese ganze spektakuläre Angelegenheit wurde natürlich viel mehr Aufmerksamkeit erreicht, als wenn die Ukraine einfach nur die "Mörder" verhaftet hätte; das wäre schon fast im Alltagsgeschäft untergegangen. An die Morde an russischen Oppositionspolitikern und Journalisten hat man sich doch fast schon gewöhnt.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Troh.Klaus » Mi 30. Mai 2018, 21:35

Trutznachtigall hat geschrieben:(30 May 2018, 22:24)
Ich stimme dir zu und denke, die Ukraine wird die Beweise liefern können, sonst wäre die Sache sinnlos und gefährlich. Durch diese ganze spektakuläre Angelegenheit wurde natürlich viel mehr Aufmerksamkeit erreicht, als wenn die Ukraine einfach nur die "Mörder" verhaftet hätte; das wäre schon fast im Alltagsgeschäft untergegangen. An die Morde an russischen Oppositionspolitikern und Journalisten hat man sich doch fast schon gewöhnt.

Unwiderlegbare Beweise werden im Zeitalter der Alternativen Fakten nicht reichen.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Vongole » Mi 30. Mai 2018, 23:16

Raul71 hat geschrieben:(30 May 2018, 16:56)

So einfach ist es, Russland in Misskredit zu bringen. Alle haben es geglaubt.


Ja, warum wohl?
Es ist doch bekannt, dass Putin-Gegnern oder Kritikern schnell mal was passiert.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Darkfire » Do 31. Mai 2018, 05:43

Interessant daran ist, daß die selben Leute die sich so gar nicht dran stören das ein Putin seine Gegner reihenweise liquidieren lässt, sich nun plötzlich über einen verhinderten Mord aufregen.
Aber ja klar ich weis schon Putin ist ein Unschuldslamm und das seine Gegner sterben wie die Fliegen, hat mit ihm so gar nichts zu tun, die Gegner Putins liquidieren sich natürlich Niederträchtigerweise alle gegenseitig um Putin in einem schlechten Licht dastehen zu lassen.
Warum sterben dann eigentlich keine Verbündeten Putins, wenn der Westen und seine Geheimdienste so böse sind ?
Warum kann eine Krone Schmalz ungehindert abledern, während eine Anna Stepanowna Politkowskaja als Nestbeschmutzerin erschossen wird ?
Ach ich vergaß ja, daß Cia killt nur noch Putingegner als Verschwörung.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 31. Mai 2018, 10:14

Orbiter1 hat geschrieben:(30 May 2018, 19:09)

Putin ist ein verachtenswerter Despot, aber was die Ukraine hier abgezogen hat geht gar nicht. Deutschland sollte die Verbindungen zu diesem Land auf das allernötigste beschränken. Der Besuch von Steinmeier wird hoffentlich der letzte für die nächsten Jahre bleiben. Und auf gar keinen Fall darf die Ukraine Mitglied der NATO oder gar der EU werden.

Das ist ziemlich unwahrscheinlich. Die Ukraine kommt nicht in die EU. Ihre Grenzfragen sind im Fluss, sie ist in regelmäßige Militäreinsätze verwickelt, hat wirtschaftlich nichts vorzuweisen und ist durch Korruption und Kriminalität unattraktiv.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Do 31. Mai 2018, 10:26

Ein sicherer Hort für kritische Exil-Russen wird aus Sicht des Kreml nicht opportun sein - weder in England noch in der Ukraine.

Boris Reitschuster schreibt in einem seiner Bücher, viele Dinge könne man schon sagen, vor allem als ausländischer Journalist. Nur wenn man über die Mafia spreche, werde es schnell gefährlich.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Everythingchanges » Do 31. Mai 2018, 10:32

Raul71 hat geschrieben:(30 May 2018, 16:56)

So einfach ist es, Russland in Misskredit zu bringen. Alle haben es geglaubt.


Die beste Beschreibung für die Nummer, die ich gelesen habe: "Skripal für Arme"

Ist schon spannend, wie die ukrainische Elite sich müht, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Jetzt probieren sie es schon mit Slapstick. :D
Aber ihnen wird sicher auch immer klarer, dass das mit den Gräben zw. EU und Russland vertiefen heute ungemein schwerer ist als vor 3-4 Jahren.

Ob nun Juncker, Merkel, Macron oder Lagarde. Heute werden die Gräben glücklicherweise (und leider auch gezwungenermaßen) lieber eher zugeschüttet...
Die haben eben ein anderen Stand als May, Maas, Beck, Poroschwenko oder Grybauskaitė.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 31. Mai 2018, 10:58

Everythingchanges hat geschrieben:(31 May 2018, 11:32)

Die beste Beschreibung für die Nummer, die ich gelesen habe: "Skripal für Arme"

Ist schon spannend, wie die ukrainische Elite sich müht, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. Jetzt probieren sie es schon mit Slapstick. :D
Aber ihnen wird sicher auch immer klarer, dass das mit den Gräben zw. EU und Russland vertiefen heute ungemein schwerer ist als vor 3-4 Jahren.

Ob nun Juncker, Merkel, Macron oder Lagarde. Heute werden die Gräben glücklicherweise (und leider auch gezwungenermaßen) lieber eher zugeschüttet...
Die haben eben ein anderen Stand als May, Maas, Beck, Poroschwenko oder Grybauskaitė.

Ein Schaden der Zusammenarbeit Deutschland-Russland wird nicht automatisch zum Gewinn für das Regime in Ukraine. Geld und politische Gefälligkeiten fließen doch eher zögerlich und USA will Waffen lieber verkaufen als herschenken, wo es durchsetzbar ist.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Everythingchanges » Do 31. Mai 2018, 11:16

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 May 2018, 11:58)

Ein Schaden der Zusammenarbeit Deutschland-Russland wird nicht automatisch zum Gewinn für das Regime in Ukraine. Geld und politische Gefälligkeiten fließen doch eher zögerlich und USA will Waffen lieber verkaufen als herschenken, wo es durchsetzbar ist.


Zumindest die letzten drei Jahre scheinen diese Kausalität in den Köpfen der ukrainischen Leader gefestigt zu haben.
Die EU hat gerade wieder einen Mrd "Kredit" freigegeben und Angie vertritt aus politischen Gründen eine Haltung, die den Russen Zugeständnisse in Sachen Gastransit abverlangt.

Aber ich schrieb ja, dass es immer weniger gut funktioniert.
Sprich die Ukraine wird über kurz oder lang wieder auf einen russlandfreundlicheren (ausdrücklich nicht unbedingt ein russlandfreundlichen) Kurs einschwenken.
Auch die Oligarchen müssen ja essen. :D
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 31. Mai 2018, 11:28

Everythingchanges hat geschrieben:(31 May 2018, 12:16)

Zumindest die letzten drei Jahre scheinen diese Kausalität in den Köpfen der ukrainischen Leader gefestigt zu haben.
Die EU hat gerade wieder einen Mrd "Kredit" freigegeben und Angie vertritt aus politischen Gründen eine Haltung, die den Russen Zugeständnisse in Sachen Gastransit abverlangt.

Aber ich schrieb ja, dass es immer weniger gut funktioniert.
Sprich die Ukraine wird über kurz oder lang wieder auf einen russlandfreundlicheren (ausdrücklich nicht unbedingt ein russlandfreundlichen) Kurs einschwenken.
Auch die Oligarchen müssen ja essen. :D

Es gibt dort jenseits der paar überwiegend kriminellen Schwerreichen nicht viel Unternehmertum. Die Interessen sind klar verteilt: Die USA wollen vorwiegend keine Störung ihrer Ordnung, weil das eine Relativierung ihrer Ordnungskompetenz ist. Die EU-Führungsmächte wollen analog Weltgewicht, außerdem politischen und wirtschaftlichen Zugriff auf den Südosten. Dazu braucht es keine Mitgliedschaft. Die Russen sind vorerst auch damit zufrieden, dass die Ukraine nicht stabil einem Bündnissystem beitreten kann, nachdem die Bindung an ihr Bündnissystem vorerst nicht erreichbar erscheint. Die Ukraine, ähnlich Belarus, lebt von der Konkurrenz um ihre Zugehörigkeit. Man muss abwarten, wie wichtig den Beteiligten Nord Stream und die Ukraineroute tatsächlich sind und wer da wem wieviel abringen kann. Das sind aber Preisfragen, keine Grundsatzfragen. Für die Ukraine dreht es sich dabei nur darum, wie groß der Schaden für sie selbst wird. Abwendbar ist er für sie nicht, denn die Alternative zur Nordroute ist der russische Weg zu LNG-Technik und anderen Überlandalternativen ODER politisch-preislichen Neugestaltungen. Die Ausmischung des Zankapfels geschieht so oder so. Besser den Konflikt noch kapitalisieren, solange noch wer was drauf gibt.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Everythingchanges » Do 31. Mai 2018, 11:35

Sole.survivor@web.de hat geschrieben:(31 May 2018, 12:28)

Es gibt dort jenseits der paar überwiegend kriminellen Schwerreichen nicht viel Unternehmertum. Die Interessen sind klar verteilt: Die USA wollen vorwiegend keine Störung ihrer Ordnung, weil das eine Relativierung ihrer Ordnungskompetenz ist. Die EU-Führungsmächte wollen analog Weltgewicht, außerdem politischen und wirtschaftlichen Zugriff auf den Südosten. Dazu braucht es keine Mitgliedschaft. Die Russen sind vorerst auch damit zufrieden, dass die Ukraine nicht stabil einem Bündnissystem beitreten kann, nachdem die Bindung an ihr Bündnissystem vorerst nicht erreichbar erscheint. Die Ukraine, ähnlich Belarus, lebt von der Konkurrenz um ihre Zugehörigkeit. Man muss abwarten, wie wichtig den Beteiligten Nord Stream und die Ukraineroute tatsächlich sind und wer da wem wieviel abringen kann. Das sind aber Preisfragen, keine Grundsatzfragen. Für die Ukraine dreht es sich dabei nur darum, wie groß der Schaden für sie selbst wird. Abwendbar ist er für sie nicht, denn die Alternative zur Nordroute ist der russische Weg zu LNG-Technik und anderen Überlandalternativen ODER politisch-preislichen Neugestaltungen. Die Ausmischung des Zankapfels geschieht so oder so. Besser den Konflikt noch kapitalisieren, solange noch wer was drauf gibt.


Bin ich absolut bei dir. Mir fehlt nur noch China in der Aufzählung, die da auch den einen oder anderen Interessenbeitrag einbringen :D
Spannend finde ich, dass die EU ua. über die Ukrainekrise schwächer geworden ist und heute in klein vor einer ähnlichen Frage (wie groß der Schaden für sie selbst wird. Abwendbar ist er für sie nicht) wie die Ukraine steht. Egal wie sie sich entscheiden. Die Entscheidung wird einer anderen Partei deutlich mehr bringen als der EU selber.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Do 31. Mai 2018, 12:12

China ist in der fröhlichen Lage, opportunistisch abwarten und auswählen zu können, was sich als lohnend erweist.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Tiefsinniger » Fr 1. Jun 2018, 08:04

Trutznachtigall hat geschrieben:(30 May 2018, 19:44)

Ich interpretiere das so: der ukrainische Geheimdienst hat über den geplanten Mord an Babtschenko gewusst, auch wer den Mord durchführen sollte. Man hat Babtschenko genau beobachtet und als der potentielle Mörder ihn erschießen wollte, diesen verhaftet. Den Mord hat man vorgetäuscht, um die Russen zunächst im Glauben zu halten, dass das Attentat gelungen sei. Gerettet haben sie Babtschenko, indem die Russen es nun nicht wagen können, ihn wirklich umzulegen. Wir sollten weitere Details abwarten.


Es besteht eine Frage : gibt es uerhaupt die Unterschiede zwischen der sogenannten "Skripal-Vergiftung" - und der Auferstehung von Babtschenko mit der Hilfe der ukrainischen Geheimdiensten ? :cool:

Ich sehe nur einen einzigen Unterschied zwischen den beiden Geschichten. Die Englaender sind gut drauf, ein spannendes Krimi zu schreiben und bis zum Ende voll im Ernst die Auffuehrung zu spielen.
Und ihre ukrainischen Kollegen sind dumme Graphomane und unfaehige Schauspieler. Also gibt es nichts zu wundern.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon schokoschendrezki » Fr 1. Jun 2018, 08:22

Und es gibt noch eine Frage: WIrd man die Nachricht über den Mord an einen Journalisten (egal wo) künftig noch ernst nehmen?
"Ich kann keine Nation lieben, ich kann keinen Staat lieben, ich kann nur meine Freunde lieben." Hannah Arendt
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Everythingchanges » Fr 1. Jun 2018, 08:28

schokoschendrezki hat geschrieben:(01 Jun 2018, 09:22)

Und es gibt noch eine Frage: WIrd man die Nachricht über den Mord an einen Journalisten (egal wo) künftig noch ernst nehmen?


Hat man das vorher getan?
Was ist den zB. aus der toten Journalistin in Malta geworden?
Mehr als die üblichen "Das muss untersucht werden "-Sprüche gab es doch im Grunde auch nicht.

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