Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Sole.survivor@web.de » Di 8. Mai 2018, 09:51

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 May 2018, 10:29)

Aber mal was anderes: Zum 75. Jahrestag der Gründung der "14. Waffen-Grenadier-Division bei der SS ", kurz auch: "Division Galizien" gibts im westukrainischen Lemberg derzeit eine glorifizierende Ausstellung. Mit staatlicher Unterstützung wohlgemerkt! Und nicht von irgendwelchen Wirrköpfen veranstaltet. (Wirre Nazis gibts überall, auch bei uns ...) Die Division Galizien setzte sich wesentlich aus ukrainischen Freiwilligen zusammen. Ukrainer mit den typischen bestickten Blusen strömen nationalhymnensingend hinein. An staatlichen (!) Schulen werden Kinder zu einem Malwettbewerb aufgefordert, in welchem sie ihre Gedanken und Assoziationen zu dieser SS-Division zum Besten geben sollen. Deutschlandfunk berichtete (https://player.fm/series/information-und-musik-deutschlandfunk/aufregung-uber-ss-galizien-in-lemberg) Und jüdische Verbände in der Ukraine protestieren zu Recht aufs Heftigste.

Es ist unerträglich. Unerträglich! Und wer, wenn nicht der ehemalige Herr über diese Division, Deutschland, sollte zuvorderst dagegen vorgehen. Wie soll man gegen die blödsinnige Argumentation der russischen Propagandamaschine vom angeblichen ukrainischen Faschistenregime argumentieren, wenn die Ukraine selbst derartige Vorwände dafür liefert.

Es gibt eben beides, die schaurige Realität in der Ukraine und die besonders farbenfrohe, verfremdete Darstellung dieser Realität durch interessierte Kreise. Es gibt auch eine interessiert-selektive Sicht auf die Ukraine, in der alles toll voran geht. Man sollte sich mit dem befassen, was ist oder was man darüber halbwegs verlässlich weiß. Eine aktiv-kämpferische Befassung mit Propagandabemühungen endet meist selbst nur in Propaganda. Das braucht kein Mensch.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Europa2050 » Di 8. Mai 2018, 09:53

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 May 2018, 10:29)

Aber mal was anderes: Zum 75. Jahrestag der Gründung der "14. Waffen-Grenadier-Division bei der SS ", kurz auch: "Division Galizien" gibts im westukrainischen Lemberg derzeit eine glorifizierende Ausstellung. Mit staatlicher Unterstützung wohlgemerkt! Und nicht von irgendwelchen Wirrköpfen veranstaltet. (Wirre Nazis gibts überall, auch bei uns ...) Die Division Galizien setzte sich wesentlich aus ukrainischen Freiwilligen zusammen. Ukrainer mit den typischen bestickten Blusen strömen nationalhymnensingend hinein. An staatlichen (!) Schulen werden Kinder zu einem Malwettbewerb aufgefordert, in welchem sie ihre Gedanken und Assoziationen zu dieser SS-Division zum Besten geben sollen. Deutschlandfunk berichtete (https://player.fm/series/information-und-musik-deutschlandfunk/aufregung-uber-ss-galizien-in-lemberg) Und jüdische Verbände in der Ukraine protestieren zu Recht aufs Heftigste.

Es ist unerträglich. Unerträglich! Und wer, wenn nicht der ehemalige Herr über diese Division, Deutschland, sollte zuvorderst dagegen vorgehen. Wie soll man gegen die blödsinnige Argumentation der russischen Propagandamaschine vom angeblichen ukrainischen Faschistenregime argumentieren, wenn die Ukraine selbst derartige Vorwände dafür liefert.


Dem ist nichts hinzuzufügen, außer dass Dummheit eben eine internationale Seuche ist ...
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Di 8. Mai 2018, 10:27

schokoschendrezki hat geschrieben:(08 May 2018, 10:29)

Aber mal was anderes: Zum 75. Jahrestag der Gründung der "14. Waffen-Grenadier-Division bei der SS ", kurz auch: "Division Galizien" gibts im westukrainischen Lemberg derzeit eine glorifizierende Ausstellung. Mit staatlicher Unterstützung wohlgemerkt! Und nicht von irgendwelchen Wirrköpfen veranstaltet. (Wirre Nazis gibts überall, auch bei uns ...) Die Division Galizien setzte sich wesentlich aus ukrainischen Freiwilligen zusammen. Ukrainer mit den typischen bestickten Blusen strömen nationalhymnensingend hinein. An staatlichen (!) Schulen werden Kinder zu einem Malwettbewerb aufgefordert, in welchem sie ihre Gedanken und Assoziationen zu dieser SS-Division zum Besten geben sollen. Deutschlandfunk berichtete (https://player.fm/series/information-und-musik-deutschlandfunk/aufregung-uber-ss-galizien-in-lemberg) Und jüdische Verbände in der Ukraine protestieren zu Recht aufs Heftigste.

Es ist unerträglich. Unerträglich! Und wer, wenn nicht der ehemalige Herr über diese Division, Deutschland, sollte zuvorderst dagegen vorgehen. Wie soll man gegen die blödsinnige Argumentation der russischen Propagandamaschine vom angeblichen ukrainischen Faschistenregime argumentieren, wenn die Ukraine selbst derartige Vorwände dafür liefert.

Die Geschichtsklitterung ist fraglos inakzeptabel. Wobei der Bericht des DLF zutreffenderweise nicht unterschlägt, dass werbende NS- oder Stalin-Symbole nach ukrainischem Recht verboten sind, die von der Bezirksverwaltung geförderte Ausstellung "vordergründig informativ" sei, eine Lehrerin - die Hitler lobend erwähnte - entlassen worden ist und ein Regierungsvertreter sich distanziert äußerte. Dennoch ist die Aufregung verständlich, nicht zuletzt in der Ukraine selbst.

Mein Vorschlag wäre, Deutschland entsendet eine Historiker-Kommission zur präzisen Aufarbeitung der ukrainischen Geschichte - schließlich kann just Deutschland auf diesem Gebiet als führend und vorbildlich gelten. Das Thema Holodomor müsste man dabei evtl. ausklammern.
Und umgekehrt entsendet die Ukraine eine Anti-Korruptions-Kommission, um die Putin-Schröder-Connection aufzuarbeiten. Als postsowjetischer Staat hat die Ukraine Erfahrung mit diesen Dingen, auch mit dem Thema der Lustration.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Alexyessin » Di 8. Mai 2018, 11:23

DarkLightbringer hat geschrieben:(08 May 2018, 11:27)
Als postsowjetischer Staat hat die Ukraine Erfahrung mit diesen Dingen, auch mit dem Thema der Lustration.


Wieso ist dann die Ukraine immer noch so korrupt? Aber das kannst du eh nicht erklären.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Vita » Di 8. Mai 2018, 14:23

Europa2050 hat geschrieben:(08 May 2018, 10:53)

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer dass Dummheit eben eine internationale Seuche ist ...


Meiner Ansicht nach ist es keine Dummheit, sondern eine bewusste wohlbedachte politische Taktik. Sie besteht darin, dass man in der Ukraine alles daransetz, um sich in Gegensatz dazu zu setzten, was mit Russland verbunden ist. Dieser Nationalismus existiert dortzulande seit vielen Jahrzehnten, jedoch hat der Amtsantritt der derzeitigen Regierung ihn ermöglicht, sich in ein wirksames politisches Instrument zu verwandeln. Nationalisten haben zahlreiche Denkmäle abgefackelt und gestürzt, auf ihrer Anregung hin wurde die russische Sprache landesweit verboten, Geschichtsbücher besonders in Sachen zweiter Weltkrieg wurden neu geschrieben, die Tätigkeit diplomatischer Vertretungen Russlands wurde blockiert, ein eindrucksvolle Beispiel ist der Kampf gegen die Kirche des Moskauer Patriarchats, in den sich Nationalisten auch schon eingemischt haben http://theorthodoxchurch.info/blog/news/to-whom-does-the-ecumenical-patriarch-wants-to-bestow-autocephaly/ Sogar Religion! Der Nationalismus als solcher ist für die Ukraine sehr typisch, es muss ganz gut verstanden werden. Aber nur die Regierung von Poroschenko und seines Teams haben zugelassen, dass er auf dem Vormarsch im solchen Umfang im Land ist. Anderseits ist es ziemlich logisch – bei der antirussischen Rhetorik können Nationalisten sehr behilflich sein.
Jeder zivilisierter Mensch findet diese Aufmärsche und Jahresfeier natürlich schräg und blasphemisch. Vielleicht verstehen diese Leute innerlich, dass sie was falsch tun. Mir scheint es aber, dass diese Neonationalisten sich ihre Zunge eher abschneiden, als sie zugeben, dass sie mit Russen viel gemein haben. Deshalb tun sie alles Mögliche, um sich Russland entgegenzusetzen. Das ist mein Eindruck von den Geschehen in der Ukraine.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Nomen Nescio » Di 8. Mai 2018, 15:07

Vita hat geschrieben:(08 May 2018, 15:23)

Meiner Ansicht nach ist es keine Dummheit, sondern eine bewusste wohlbedachte politische Taktik.

findest du das fremd? als WK II vorüber war, merkte ich noch 15-40 jahre nachher daß in ehemaligen besetzten ländern hämisch über deutschen gesprochen wurde.
und rußland hat eine viel längere vorgeschichte hinsichtlich der ukraine.
Zuletzt geändert von Nomen Nescio am Di 8. Mai 2018, 16:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Europa2050 » Di 8. Mai 2018, 15:39

Vita hat geschrieben:(08 May 2018, 15:23)

Meiner Ansicht nach ist es keine Dummheit, sondern eine bewusste wohlbedachte politische Taktik. Sie besteht darin, dass man in der Ukraine alles daransetz, um sich in Gegensatz dazu zu setzten, was mit Russland verbunden ist. Dieser Nationalismus existiert dortzulande seit vielen Jahrzehnten, jedoch hat der Amtsantritt der derzeitigen Regierung ihn ermöglicht, sich in ein wirksames politisches Instrument zu verwandeln. Nationalisten haben zahlreiche Denkmäle abgefackelt und gestürzt, auf ihrer Anregung hin wurde die russische Sprache landesweit verboten, Geschichtsbücher besonders in Sachen zweiter Weltkrieg wurden neu geschrieben, die Tätigkeit diplomatischer Vertretungen Russlands wurde blockiert, ein eindrucksvolle Beispiel ist der Kampf gegen die Kirche des Moskauer Patriarchats, in den sich Nationalisten auch schon eingemischt haben http://theorthodoxchurch.info/blog/news/to-whom-does-the-ecumenical-patriarch-wants-to-bestow-autocephaly/ Sogar Religion! Der Nationalismus als solcher ist für die Ukraine sehr typisch, es muss ganz gut verstanden werden. Aber nur die Regierung von Poroschenko und seines Teams haben zugelassen, dass er auf dem Vormarsch im solchen Umfang im Land ist. Anderseits ist es ziemlich logisch – bei der antirussischen Rhetorik können Nationalisten sehr behilflich sein.
Jeder zivilisierter Mensch findet diese Aufmärsche und Jahresfeier natürlich schräg und blasphemisch. Vielleicht verstehen diese Leute innerlich, dass sie was falsch tun. Mir scheint es aber, dass diese Neonationalisten sich ihre Zunge eher abschneiden, als sie zugeben, dass sie mit Russen viel gemein haben. Deshalb tun sie alles Mögliche, um sich Russland entgegenzusetzen. Das ist mein Eindruck von den Geschehen in der Ukraine.


Wobei du natürlich noch vergessen hast zu erwähnen, dass die Ukraine MH17 und den russischen Jet über der Türkei abgeschossen hat, die Kursk versenkt hat, Giftgas bei Skripal und der syrischen Bevölkerung eingesetzt hat und vermutlich auch Lisa entführen und Franz Ferdinand exekutieren hat lassen.

Ein Dank dem Onkel Wladimir, dass er in seinem unendlichenLangmut nicht schon längst eine halbe Division eingesetzt hat und dem Treiben ein Ende gesetzt hat.

Nationalisten in der Verunglimpfung des jeweils Anderen sind überall das gleiche P...

Da spielt die Farbe der Fahne keine Rolle.

Oder wie ich schon erwähnte: Dummheit ist international.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Di 8. Mai 2018, 16:13

Vita hat geschrieben:(08 May 2018, 15:23)

Meiner Ansicht nach ist es keine Dummheit, sondern eine bewusste wohlbedachte politische Taktik. Sie besteht darin, dass man in der Ukraine alles daransetz, um sich in Gegensatz dazu zu setzten, was mit Russland verbunden ist. Dieser Nationalismus existiert dortzulande seit vielen Jahrzehnten, jedoch hat der Amtsantritt der derzeitigen Regierung ihn ermöglicht, sich in ein wirksames politisches Instrument zu verwandeln. Nationalisten haben zahlreiche Denkmäle abgefackelt und gestürzt, auf ihrer Anregung hin wurde die russische Sprache landesweit verboten, Geschichtsbücher besonders in Sachen zweiter Weltkrieg wurden neu geschrieben, die Tätigkeit diplomatischer Vertretungen Russlands wurde blockiert, ein eindrucksvolle Beispiel ist der Kampf gegen die Kirche des Moskauer Patriarchats, in den sich Nationalisten auch schon eingemischt haben http://theorthodoxchurch.info/blog/news/to-whom-does-the-ecumenical-patriarch-wants-to-bestow-autocephaly/ Sogar Religion! Der Nationalismus als solcher ist für die Ukraine sehr typisch, es muss ganz gut verstanden werden. Aber nur die Regierung von Poroschenko und seines Teams haben zugelassen, dass er auf dem Vormarsch im solchen Umfang im Land ist. Anderseits ist es ziemlich logisch – bei der antirussischen Rhetorik können Nationalisten sehr behilflich sein.
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Richtig ist, dass sich Vorbehalte gegen den Krieg entwickelt haben, den Russland gegen das Land führt.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon zollagent » Mi 9. Mai 2018, 07:32

Alexyessin hat geschrieben:(08 May 2018, 12:23)

Wieso ist dann die Ukraine immer noch so korrupt? Aber das kannst du eh nicht erklären.

Weil der Beamtenapparat immer noch weitgehend der ist, der schon in früheren Jahren die Ukraine verwaltete.
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Cobra9 » Do 10. Mai 2018, 09:11

Sehr gute Nachrichten für die Opfer russ. Aggression.Russland muss Entschädigung zahlen. Eine andere Quelle berichtet über eine wunderschöne Idee wo man reinpfänden kann. Nord Stream usw.......
Das ist ne gute Idee und wünsche da viel Erfolg

https://www.ukrinform.de/rubric-sports/ ... -wird.html
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Nomen Nescio » Do 10. Mai 2018, 09:54

Cobra9 hat geschrieben:(10 May 2018, 10:11)

Sehr gute Nachrichten für die Opfer russ. Aggression.Russland muss Entschädigung zahlen.

rußland erkennt sowieso keine urteile an worin es verurteilt wird zu finanzielle entschädungen.
was das betrifft hat putin seine kommunistische herkunft nicht verleugnet. denn sie taten es nach 1918 auch: bahnschulden.
nathan über mich: »er ist der unlinkste Nicht-Rechte den ich je kennengelernt habe. Ein Phänomen!«
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Do 10. Mai 2018, 11:11

An sich wäre es ja eine Idee, den Bau von Nordstream 2 mit laufenden Kriegsentschädigungen zu verknüpfen.
Im Grunde wäre es ja egal, wo eine Röhre verläuft, die entscheidende Frage ist, bringt sie einen Kriegs- oder Friedensgewinn.
Man könnte beispielsweise sagen, 10 % am Verkaufspreis sind an Rabatt zu gewähren und diese 10 % gehen direkt an die Ukraine als Kriegslastenausgleich.

Noch schöner wäre natürlich ein Ende des Krieges. Wichtig ist aber, dass der Krieg mehr kostet als der Frieden, nicht umgekehrt.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon DarkLightbringer » Do 10. Mai 2018, 11:30

Anlässlich einer Vereidigung erklärte der ukrainische Präsident, man habe seinen Beitrag im Zweiten Weltkrieg geleistet, um den Nazismus zu besiegen.
Gleichzeitig erinnerte er an die zahllosen Opfer, die die Zivilbevölkerung in verschiedenen Zusammenhängen zu erbringen hatte.

„Wir sind stolz auf den Beitrag der Ukrainer zur Erreichung gemeinsamen Sieges und zur Rettung der Welt vor Naziversklavung.
Unser durch die Vorkriegskollektivierung, den Holodomor, den Terror der dreißiger Jahre blutlose Volk hat in der Flamme einer weltweiten
Menschenkatastrophe jeden fünften Sohn und Tochter verloren“, sagte Poroschenko.
https://www.ukrinform.de/rubric-society ... ismus.html
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Cobra9 » Fr 11. Mai 2018, 10:03

Nomen Nescio hat geschrieben:(10 May 2018, 10:54)

rußland erkennt sowieso keine urteile an worin es verurteilt wird zu finanzielle entschädungen.
was das betrifft hat putin seine kommunistische herkunft nicht verleugnet. denn sie taten es nach 1918 auch: bahnschulden.



Völlig egal. Man kann russ. Eigentum pfänden. Beispiel Einnahmen. Man muss nur als Gläubiger sehr robust und penetrant sein.

Ala Yukos Gläubiger. Russland droht, keift. Es wurden schon hohe Summen gepfändet. Warum sollte es Gläubigern aus der Ukraine nicht gelingen.

Die Gazprom Anteile an Nord Stream könnte man in Beschlag nehmen, da russ. Eigentum
Leben ist das was passiert, während du beschäftigt bist, andere Pläne zu machen.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Nomen Nescio » Do 17. Mai 2018, 09:07

Cobra9 hat geschrieben:(11 May 2018, 11:03)

Völlig egal. Man kann russ. Eigentum pfänden. Beispiel Einnahmen. Man muss nur als Gläubiger sehr robust und penetrant sein.

Ala Yukos Gläubiger. Russland droht, keift. Es wurden schon hohe Summen gepfändet. Warum sollte es Gläubigern aus der Ukraine nicht gelingen.

Die Gazprom Anteile an Nord Stream könnte man in Beschlag nehmen, da russ. Eigentum

man kann nicht willkürlich etwas beschlagnehmen, nur weil der besitzer ein russe ist oder ein russischer betrieb.

das wurde international sehr deutlich festgelegt in einem urteil daß gefällt wurde durch ein tribunal (den haag) da »man« (noch immer) versucht milliarden von rußland zu bekommen.
Sowohl die Kläger selbst als auch externe Beobachter vermuten, dass die Vollstreckung des Schiedsspruchs komplex und langwierig sein wird, da eine Anerkennung in Russland ausgeschlossen erscheint und Vermögenswerte im Ausland in den meisten Fällen der Staatenimmunität unterliegen.[2]

Die Kläger wollen sich bei der Vollstreckung zunächst auf Belgien und Frankreich sowie Großbritannien, die USA und Deutschland konzentrieren.[27] Sie planen unter anderem in von Russland weltweit ausgestellte Museumssammlungen, Flugzeuge bei Flugschauen und kommerziell genutzte Vermögenswerte der russischen Zentralbank zu vollstrecken.[2] Auch das Vermögen von staatlich kontrollierten Unternehmen wie Gazprom oder Rosneft sei denkbares Vollstreckungsziel.[27]...

Im Juni 2015 wurden Konten russischer diplomatischer Vertretungen in Belgien gesperrt, aber nach russischem Protest wieder freigegeben.[29] Im Oktober 2015 stimmte das russische Oberhaus einem Gesetzentwurf zu, der es ermöglichen würde, das Vermögen anderer Staaten in Russland im Gegenzug zur Pfändung russischen Eigentums im Ausland zu beschlagnahmen.[30]

es ist jetzt 2018 und noch immer habe ich nichts gehört von beschlagnehmung.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Cobra9 » Fr 18. Mai 2018, 05:59

Nomen Nescio hat geschrieben:(17 May 2018, 10:07)

man kann nicht willkürlich etwas beschlagnehmen, nur weil der besitzer ein russe ist oder ein russischer betrieb.

das wurde international sehr deutlich festgelegt in einem urteil daß gefällt wurde durch ein tribunal (den haag) da »man« (noch immer) versucht milliarden von rußland zu bekommen.

es ist jetzt 2018 und noch immer habe ich nichts gehört von beschlagnehmung.



Es gibt Präzedenzfälle. Einige Privatpersonen und Firmen haben schon mehrfach gegen Russland vollstreckt. Aber die Verfahren sind langwierige Verhandlungen. 10 Jahre kann es dauern und es muss ein Titel da sein.

Machbar ist es aber


http://www.sueddeutsche.de/politik/rech ... d-1.283973

Yukos wird durch X Verfahren noch gehen. Hier hat die Ukraine einen schönen Vorteil aber


Sämtliche Entschädigungsklagen wurden auf Grundlage eines Regierungsabkommens zum Investitionsschutz zwischen Russland und der Ukraine vom November 1998 eingereicht: Artikel 9 des Vertrages bestimmt, dass Streitfälle bindend und endgültig von einem Tribunal entschieden werden können, das nach den Schlichtungsregeln der Vereinten Nationen (UNCITRAL) eingesetzt wird: Genau dies ist beim Ständigen Schiedsgericht in Den Haag der Fall. Zudem wird das PCA ausdrücklich als Zwischen-Regierungs-Institution von Staaten getragen - seit gut einem Jahrhundert auch von Russland.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/a ... -1.3975612
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Cobra9 » Fr 18. Mai 2018, 06:20

Die Ukraine hat sich etwas stabilisiert.
Die Überwindung der sowjetischen Vergangenheit ist schwieriger als gedacht wenn man hinschaut. Die alten, korrupten Eliten klammern sich an die Macht mit allen Mitteln. Der Krieg im Osten stärkt nationalistische Idioten massiv. Aber anders als Russland muss die Ukraine sich bewegen. Die westlichen Verbündeten des Landes werden zunehmend ungeduldig und das bedeutet Druck. Auch in der Ukraine selber wächst die Unzufriedenheit mit der Regierung. Die Menschen haben was zusagen.

Was sie auch dürfen. Anders als in Russland bsp.


Das zwingt die Politik zu reagieren.

Die Ukraine steckt mitten in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Ist meine Meinung. Das Land streift seine alte, sowjetische Identität ab und versucht trotz Russland was zu bewegen. Der Krieg gegen die prorussischen Separatisten im Donbass beschleunigt diese Entwicklung noch massiv.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Nomen Nescio » Fr 18. Mai 2018, 17:02

Cobra9 hat geschrieben:(18 May 2018, 06:59)

Es gibt Präzedenzfälle. Einige Privatpersonen und Firmen haben schon mehrfach gegen Russland vollstreckt. Aber die Verfahren sind langwierige Verhandlungen. 10 Jahre kann es dauern und es muss ein Titel da sein.

Machbar ist es aber

ich hoffe es. vor einigen jahren las ich aber daß rußland kaum eigentum im ausland besitzt. alles »gehört« irgendeinem betrieb oder aber einer person. die londonse häuser von einem großmilliardair können also nicht verpfandet werden. aber vermutlich auch nicht pipestream 2
ich las mit interesse dieses zitat
Die Moskauer Abwehrstrategie: Russland bestreitet, dass das Haager PCA überhaupt zuständig sei - und hat alle anhängigen Verfahren boykottiert. Boykott bedeutet freilich nicht, dass die Urteile der vom PCA eingesetzten Tribunale nicht vollstreckt werden können. Für solche Fälle gibt es seit 1958 die unter Führung der Vereinten Nationen entstandene New Yorker Konvention über Anerkennung und Durchsetzung ausländischer Schiedssprüche. "Wenn Russland die Schiedssprüche aus Den Haag ignoriert, können die Ukrainer weltweit Eigentum des russischen Staates oder ihm gehörender Firmen und Institutionen beschlagnahmen lassen", sagt ein mit den Verfahren vertrauter Spezialist.

AUSSEN rußland gilten die internationalen regeln, aber INNERHALB rußland entscheidet das russische höchstgericht. vor einigen jahren wurde durch putin festgestellt daß dieses gericht sich das recht auf einem endgültigen urteil vorbehalt. über ALLE andere urteile. nach und nach wird durch putin jedes noch so kleines schlupfloch zugemacht.

wo trump sagt »america first«, tut putin »rußland für die russen«. wie groß sein rußland ist??? k.a.
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Orbiter1 » Mi 30. Mai 2018, 15:48

Sind ja sonderbare Methoden die der ukrainische Geheimdienst anwendet. Da wird sogar die Ermordung eines russlandkritischen Journalisten inszeniert.

"Der angeblich in Kiew ermordete russische Journalist Arkadi Babtschenko lebt. Der 41-Jährige erschien am Mittwoch in Kiew auf einer Pressekonferenz des ukrainischen Geheimdienstes SBU, wie russische Agenturen meldeten. ... Das ukrainische Nachrichtenportal "112.ua" berichtete, SBU-Chef Wassili Grizak habe auf der Pressekonferenz offengelegt, dass der angebliche Mord an Babtschenko inszeniert gewesen sei. Es sei bekannt gewesen, dass ein Anschlag auf dessen Leben geplant gewesen sei. Ziel der Inszenierung sei gewesen, die Hintermänner des geplanten Mordkomplotts aufzudecken. Nachdem Grizak sein Statement beendet hatte, sei überraschend der totgeglaubte Babtschenko erschienen." Quelle: https://www.focus.de/politik/ausland/ue ... 12348.html
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Re: Krise in der Ukraine III: (Re)Aktionen der Ukraine

Beitragvon Raul71 » Mi 30. Mai 2018, 15:56

So einfach ist es, Russland in Misskredit zu bringen. Alle haben es geglaubt.

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