Russische Streitkräfte

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Dr. Nötigenfalls

Putins aufwendiges Waffenprogramm zieht nicht.

Beitragvon Dr. Nötigenfalls » Mi 5. Jun 2013, 08:26

http://de.rian.ru/security_and_military ... 10510.html

Anscheinend überfordert Putin mit seinem 500 Milliarden Euro Programm das Russiche BIP,und unterschätzt Kosten,sowie Einnahmen.
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Ермолов
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Russische Streitkräfte

Beitragvon Ермолов » Mi 19. Jun 2013, 18:50

Dieser Strang soll der Sammlung von Information und der Nachrichtenartikel über die russischen Streitkräfte sowie die russische Rüstungsindustrie dienen und in Diskussionen die dabei üblichen Unklarheiten beseitigen.

Die Russischen Streitkräfte wurden 1992 auf den Überresten der Sowjetischen Streitkräfte, welche zwischen den Mitgliedsrepubliken aufgeteilt wurden, gegründet und zählen heute etwa 900.000 bis 1000.000 Mann, die sich aus Berufs- und Zeitsoldaten und Wehrpflichtigen zusammensetzen.
Es gilt eine 12-monatige Wehrpflicht für alle Männer im Alter von 18 bis 27 Jahren, wobei sehr oft aus gesundheitlichen oder ausbildungstechnischen Gründen Freistellungen erfolgen. So werden heute nur etwas mehr als die Hälfte der Männer eines Jahrgangs einberufen.
Das Budget beträgt rund 70 Milliarden US-Dollar oder 3,5% des BIP, wobei westliche Beobachter gewöhnlicherweise von einer höheren Ziffer ausgehen, die sich evtl. durch militarisierte Strukturen anderer staatlicher Einrichtungen erklären lässt. So unterhält das Innenministerium eigene Truppen für den Einsatz im Inneren und zur Unterstützung der Streitkräfte im rückwärtigen Raum, deren Stärke auf 180.000 Mann geschätzt wird. Auch dem FSB obliegt der Grenz- und der Küstenschutz, wofür er teilweise militarisierte Einheiten aufstellt.
Die russischen Streitkräfte bestehen momentan aus den Teilstreitkräften Landstreitkräfte, Luftstreitkräfte, militärische Flotte sowie den drei unabhängigen Truppengattungen Strategische Raketenstreitkräfte, VDV (Fallschirmjäger) und Strategische Luft- und Weltraumverteidigung.
Deren ungefähre Stärke kann wie folgt angegeben werden:

Landstreitkräfte (SV) - (350.000-400.000)
Luftstreitkräfte (VVS) - 150.000-180.000
Militärische Flotte (VMF) ~120.000
VDV ~35.000
Strategische Raketentruppen (RVSN) ~70.000
Strategische Luft- Weltraumverteidigung (VVKO) ~50.000

Es ist geplant, dass bis zum Ende dieses Jahrzehnts die Streitkräfte sich aus rund 220.000 Offizieren, 50.000 Unteroffizieren, 400.000 Zeitsoldaten und 300.000 Wehrpflichtigen zusammensetzen sollen.

Territorial gliedern sich die Streitkräfte in 4 Militärbezirke:

Militärbezirk West mit der Nordflotte und der Baltischen Flotte
Militärbezirk Süd mit der Schwarzmeerflotte und der Kaspischen Flottille
Militärbezirk Zentrum
Militärbezirk Ost mit der Pazifikflotte

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/69/Military_districts_of_Russia_2010.svg/640px-Military_districts_of_Russia_2010.svg.png
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon RedEye » Mi 19. Jun 2013, 22:38

Ермолов » Mi 19. Jun 2013, 19:50 hat geschrieben:Dieser Strang soll der Sammlung von Information und der Nachrichtenartikel über die russischen Streitkräfte sowie die russische Rüstungsindustrie dienen und in Diskussionen die dabei üblichen Unklarheiten beseitigen.

Die Russischen Streitkräfte wurden 1992 auf den Überresten der Sowjetischen Streitkräfte, welche zwischen den Mitgliedsrepubliken aufgeteilt wurden, gegründet und zählen heute etwa 900.000 bis 1000.000 Mann, die sich aus Berufs- und Zeitsoldaten und Wehrpflichtigen zusammensetzen.
Es gilt eine 12-monatige Wehrpflicht für alle Männer im Alter von 18 bis 27 Jahren, wobei sehr oft aus gesundheitlichen oder ausbildungstechnischen Gründen Freistellungen erfolgen. So werden heute nur etwas mehr als die Hälfte der Männer eines Jahrgangs einberufen.
Das Budget beträgt rund 70 Milliarden US-Dollar oder 3,5% des BIP, wobei westliche Beobachter gewöhnlicherweise von einer höheren Ziffer ausgehen, die sich evtl. durch militarisierte Strukturen anderer staatlicher Einrichtungen erklären lässt. So unterhält das Innenministerium eigene Truppen für den Einsatz im Inneren und zur Unterstützung der Streitkräfte im rückwärtigen Raum, deren Stärke auf 180.000 Mann geschätzt wird. Auch dem FSB obliegt der Grenz- und der Küstenschutz, wofür er teilweise militarisierte Einheiten aufstellt.
Die russischen Streitkräfte bestehen momentan aus den Teilstreitkräften Landstreitkräfte, Luftstreitkräfte, militärische Flotte sowie den drei unabhängigen Truppengattungen Strategische Raketenstreitkräfte, VDV (Fallschirmjäger) und Strategische Luft- und Weltraumverteidigung.
Deren ungefähre Stärke kann wie folgt angegeben werden:

Landstreitkräfte (SV) - (350.000-400.000)
Luftstreitkräfte (VVS) - 150.000-180.000
Militärische Flotte (VMF) ~120.000
VDV ~35.000
Strategische Raketentruppen (RVSN) ~70.000
Strategische Luft- Weltraumverteidigung (VVKO) ~50.000

Es ist geplant, dass bis zum Ende dieses Jahrzehnts die Streitkräfte sich aus rund 220.000 Offizieren, 50.000 Unteroffizieren, 400.000 Zeitsoldaten und 300.000 Wehrpflichtigen zusammensetzen sollen.

Territorial gliedern sich die Streitkräfte in 4 Militärbezirke:

Militärbezirk West mit der Nordflotte und der Baltischen Flotte
Militärbezirk Süd mit der Schwarzmeerflotte und der Kaspischen Flottille
Militärbezirk Zentrum
Militärbezirk Ost mit der Pazifikflotte

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/69/Military_districts_of_Russia_2010.svg/640px-Military_districts_of_Russia_2010.svg.png

Hier ein meiner Meinung nach sehr guter Artikel, der die Hintergründe der Transformation der russischen Streitkräfte und die von dir genannten Zahlen näher beleuchtet: Klick!
Die russische Bedrohungsperzeption hat sich in der Praxis durchaus auf manche Realitäten eingestellt. Erstmals wird die Gefahr eines großen atomaren Krieges als gering eingestuft.

In der Hierarchie von militärischen Risiken und Bedrohungen stehen Konflikte im postsowjetischen Raum ganz oben.

Als Herzstück der Militärreform gilt der allmähliche Übergang von einer Einberufungs- und Mobilisierungsarmee sowjetischer Art hin zu professionalisierten, vollständig bemannten Streitkräften mit mobilen, in ständiger Bereitschaft befindlichen und gut ausgerüsteten Einheiten.

Zur Effektivierung der Kommando- und Kontrollfunktionen wurden die sechs Militärbezirke auf vier reduziert

Zum Vergleich, Le Monde: Klick! :D
Zuletzt geändert von RedEye am Mi 19. Jun 2013, 22:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Umbrella
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Umbrella » Do 20. Jun 2013, 02:14

Wie sieht es eigentlich mit Glonass aus?
Wurde es schon in die Armee integriert, oder hat man immer noch nicht genug Satelliten im All?
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uwe
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Re: Putins aufwendiges Waffenprogramm zieht nicht.

Beitragvon uwe » Sa 22. Jun 2013, 00:30

Ich teile die Meinung dieses "Experten" nicht wirklich. Allein, dass er Hubschrauberträger der Mistral-Klasse mit dem Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ vergleicht zeugt schon von Unwissenheit. Die Mistral-Klasse ist ein Truppentransporter mit Luftunterstützung und die Admiral Kusnezow ist ein Begleitschutzschiff gegen feindliche Luftwaffe. Dann allerdings auch noch die Finanzierung der Marine als übermäßig aufgebläht zu bezeichnen, gibt den Rest. Gerade die Marine ist es, die in Zukunft nach mehr Modernisierung ruft. Das Polareis schmilzt immer weiter und die Wasserwege um Nord-Russland herum werden immer besser befahrbar. Außerdem halte ich es nicht für falsch lieber eine Millionen Soldaten unter Waffen zu halten, als lediglich 700.000. Russland ist groß, und außerdem sind das auch alles Jobs.
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Ермолов
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Ермолов » Mi 26. Jun 2013, 20:26

Vielleicht noch was zur Geschichte der Russischen Streitkräfte.
Die 1990-er und erste Hälfte der 2000-er Jahre trafen das Land hart und das spiegelte sich auch direkt im Zustand der Armee wider. Das BIP Russlands sank um die Hälfte. Die Verteidigungsausgaben am BIP sanken um etwa das Vierfache, sodass effektiv im Vergleich zu Sowjetzeit Russland nur 1/8 der früheren Ausgaben leisten konnte. Im Vergleich zu Verteidigungsausgaben der gesamten Sowjetunion sogar nur etwa 1/16. Gleichzeitig beerbte Russland etwa 75% der Sowjetarmee, sodass ohne weiterer Schrumpfung bis zum Ende der 90-er Jahre pro Soldat nur 1/12 der notwendigen Mittel zur Verfügung gestanden hätten. Tatsächlich schrumpfte die neugegründete russische Armee bis zum Jahr 2000 auf nur etwa 40% des Jahres 1992, die allgemeine Degradation konnte diese Schrumpfung jedoch nicht aufhalten, weil pro Soldat immer noch nur ein Bruchteil der früheren Ausgaben getätigt wurde. Die Flugstunden der Piloten sanken rapide, die Unfallzahlen stiegen. Schiffe, die keine 10 Jahre vorher von der Flotte übernommen wurden, rosteten am Pier. Es war keine Seltenheit, dass militärischen Stützpunkten der Strom abgestellt wurde, weil diese die Rechnungen nicht bezahlen konnten. Mangelernährung von Soldaten war nichts Ungewöhnliches. Die Gewalt und die Selbstmordrate innerhalb der Streitkräfte nahmen in diesen Jahren ein erschreckendes Ausmaß an.
Während der russischen Verfassungskrise spielte die Armee eine unrühmliche Rolle als einige ihrer Einheiten in Moskau einmarschierten, um die Macht des Präsidenten jelzin zu stützen und das Regierungsgebäude/weiße Haus mit Panzern beschossen. Die Bilder des brennenden Regierungsgebäudes gingen damals live um die Welt. Insgesamt kamen in diesen Tagen in Moskau über 100 Menschen, haupsächlich Demonstranten, ums Leben. Bis heute hält sich die Vermutung, dass die Befehlshaber dieser Truppenteile für den Einsatz in Moskau gekauft wurden.
Parallel zur Gründung der Russischen Streitkräfte vollzog sich der Abzug der Sowjetischen Streitkräfte aus den ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten sowie den ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Bedingungen dafür waren sehr schlecht, weil Russland keinerlei Infrastruktur hatte, um die Massen der abzuziehenden Truppen aufzunehmen, ihnen Wohnraum und Stützpunkte zu bieten. Allein aus Ostdeutschland wurden rund eine halbe Million Soldaten abgezogen. Aus Polen kamen noch 300.000 weitere sowie andere kleinere Kontingente aus den übrigen Staaten. So kam es, dass diese erstklassigen Truppen, welche die erste strategische Linie gegen die NATO bildeten und dadurch am besten ausgerüstet, ausgebildet und in permanenter Einsatzbereitschaft/bei vollständiger Sollstärke waren, größtenteils in Russland auf einem leeren Feld landeten und dort aufgelöst wurden. Die zweite strategische Linie bildeten die Streitkräfte, welche in Weißrussland und in der Ukraine stationiert waren und dort verblieben, während Russland selbst hauptsächlich die Streitkräfte der dritten Linie beerbte, für die haupsächlich zweitklassige gekaderte (sehr weit unter Sollstärke) und teilaktive Verbände charakteristisch waren. Selbst die umfangreiche Erfahrung der 40. Armee, welche erfolgreich 9 Jahre lang den Krieg in Afghanistan bestritt, konnte nicht erhalten werden.
Die Folgen dieser Entwicklungen offenbarten sich im ersten Tschetschenienkrieg. Schlecht geführte, schlecht ausgebildete, schlecht ausgerüstete, schlecht versorgte Truppen, deren Einheiten in der Regel nur zu etwa 50% der Sollstärke agierten, erlitten große Verluste und mussten sich nach einer politischen Entscheidung, mit der sich Alexander Lebed' profilieren wollte, aus der abtrünnigen Republik zurückziehen.
Der zweite Tschetschenienkrieg verlief erfolgreicher, weil die Erfahrungen des ersten Berücksichtigung fanden, änderte aber nur wenig an den Grundproblemen, mit denen die Armee zu kämpfen hatte. Im Verlauf der 2000-er Jahre erholte sich zwar die russische Wirtschaft bis zur Weltwirtschaftskrise 2009 stetig, sodass auch die Verteidigungsausgaben (unterproportional) stiegen, das reichte jedoch lediglich, um das Schlimmste abzumildern. Zusätzlich erschien zunehmend das Problem der Veraltung der noch zu 90% sowjetischen Ausrüstung am Horizont.
Trotz der vielen Reformen der 90-er Jahre waren die russischen Streitkräfte bis zum Kaukasuskrieg 2008 mit Georgien von der Grundstruktur her im Prinzip immer noch eine verkleinerte und wesentlich schlechtere Kopie der Sowjetischen Streitkräfte. Der Krieg mit Georgien zeigte zwar, dass die Führung der Streitkräfte im Einsatz, ihre Ausbildung, Versorgung, Austattung mit Personal und allgemein Einsatzbereitschaft in den letzten Jahren spürbar verbessert wurden, dennoch diente dieser Krieg als Anlass zu einer weiteren, tiefgreifenden, Militärreform und Umstrukturierung der Streitkräfte, die seit 2009 bis heute andauern und deren wichtigste Punkte in der von RedEye verlinkten ersten Quelle zusammengefasst werden.


RedEye » Mi 19. Jun 2013, 23:38 hat geschrieben:Hier ein meiner Meinung nach sehr guter Artikel, der die Hintergründe der Transformation der russischen Streitkräfte und die von dir genannten Zahlen näher beleuchtet: Klick!

Eine gute Zusammenfassung der wesentlichen Kernpunkte der aktuellen Reform. :thumbup:
Der Artikel von Le Monde ist... na ja... durchwachsen.
Umbrella » Do 20. Jun 2013, 03:14 hat geschrieben:Wie sieht es eigentlich mit Glonass aus?
Wurde es schon in die Armee integriert, oder hat man immer noch nicht genug Satelliten im All?

GLONASS ist momentan aktiv und wird praktisch bei allen neuen Waffensystemen und Kampfwertsteigerungen eingesetzt.
Zuletzt geändert von Ермолов am Mi 26. Jun 2013, 20:27, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Tantris » Mi 26. Jun 2013, 20:51

Interessant, wieviel über die russ. streitkräfte bekannt ist und wie wenig über das leben in russland (oder D).
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Abensberg » Mo 8. Jul 2013, 16:21

Gibt es schon Foto vom neuen russischen Flugzeugträger? Auf rian stand drin, dass er in Petersburg vorgestellt wurde als Modell
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Ермолов » Di 9. Jul 2013, 03:00

Abensberg » Mo 8. Jul 2013, 17:21 hat geschrieben:Gibt es schon Foto vom neuen russischen Flugzeugträger? Auf rian stand drin, dass er in Petersburg vorgestellt wurde als Modell

http://farm4.staticflickr.com/3773/9216059342_3229b19db9_o.jpg

Sollte man nicht zu viel beachten. Vor 2030 wird es keinen neuen Träger geben.
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Abensberg » Di 9. Jul 2013, 08:05

Der wird ja doch um einiges größer als Kusnezov.
Wieso nicht vor 2030? Laut Medien wird 2018 auf kiel gelegt. Wie lange hat man denn für die Kusnezov gebraucht?
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon zollagent » Di 9. Jul 2013, 16:02

Ермолов » Di 9. Jul 2013, 04:00 hat geschrieben:http://farm4.staticflickr.com/3773/9216059342_3229b19db9_o.jpg

Sollte man nicht zu viel beachten. Vor 2030 wird es keinen neuen Träger geben.

Der sieht eher aus, als hätte man vom britischen Trägerprojekt abgekupfert.

http://www.maritimequest.com/warship_di ... fhires.jpg
Wer an Absurditäten glaubt, wird Abscheulichkeiten begehen. (Voltaire)
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Ермолов » Di 9. Jul 2013, 17:00

zollagent » Di 9. Jul 2013, 17:02 hat geschrieben:Der sieht eher aus, als hätte man vom britischen Trägerprojekt abgekupfert.

http://www.maritimequest.com/warship_di ... fhires.jpg


Eine zweite Insel ist ja auch nur etwas, worauf die Briten kommen können...

Abensberg » Di 9. Jul 2013, 09:05 hat geschrieben:Der wird ja doch um einiges größer als Kusnezov.
Wieso nicht vor 2030? Laut Medien wird 2018 auf kiel gelegt. Wie lange hat man denn für die Kusnezov gebraucht?

Die Kusnezow wurde in einem völlig anderen Land gebaut und selbst da hat es mehr als 9 Jahre gedauert. Heute hat Russland nichteinmal eine entsprechende Werft, um Schiffe dieser Größenordnung zu bauen bzw. es müssten zunächst Baltijski Zawod und Sevmash modernisiert werden. Die Kiellegung wird sich gewiss noch um ein paar Jahre verzögern...
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Abensberg » Di 9. Jul 2013, 17:20

Russland sollte dann auch mehr marines ausbilden. Die paar tausend werden nie reichen, wenn man maritim was auf die beine stellen will. Ich bin gespannt wie die STreitkräfte im jahr 2020 aussehen werden. Die USSR hat es ja auch geschafft
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Ермолов » Di 9. Jul 2013, 23:06

Es sind schon etwas mehr als ein paar tausend. Laut Wiki verfügt Russland momentan über 5 Marineinfanterie-Brigaden/Regimenter+2 Selbstständige Bataillone, was insgesamt knapp 20.000 Mann ergeben dürfte. Aber ja, ich würde auch ihre Stärke mit dem VDV angleichen.
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Ермолов » Di 6. Aug 2013, 17:34

Wenn es um den Fünftagekrieg von 2008 zwischen Russland und Georgien geht, wird sehr oft die Meinung geäußert, dass Russland mit einer massiven Truppenzahl in den Konflikt eingegriffen hat, gegen die das kleine Georgien keine Chance hatte. Es hatte zwar tapfer gekämpft, konnte allerdings gegen ungeheure zahlenmäßige Überlegenheit der Russen nichts ausrichten, wird gesagt. (eine ähnliche und auch nicht ganz richtige Argumentation erfolgt oft im Falle des WKII und der Roten Armee, aber das wäre etwas für das Geschichtsforum)
Neuere Quellen ermöglichen erstmals die genaue Auflistung der russischen Einheiten, die sich am Abend des 12.8.2008 (Ende der aktiven Kampfhandlungen) in Georgien befanden.
Demnach befanden sich in Südossetien und umliegenden Gebieten rund 16.000 russische Soldaten. In Abchasien und den georgischen Küstengebieten befanden sich rund 6.500 Mann, was eine Gesamtstärke von 22,5 Tausend ergibt. Die georgischen Landstreitkräfte bestanden gegen Mitte des Jahres 2008 aus rund 25.000 Mann (von denen jedoch 2.000 im Irak stationiert waren). Die Gesamtzahl der dem georgischen Ministerium unterstellten Truppen betrug ca. 35.000. Zusätzlich nahmen an dem Waffengang gegen Südossetien mehrere Sondereinheiten des georgischen Innenministeriums teil, die sich mit den ossetischen Milizen beschäftigen sollten.
Zu beachten ist allerdings, dass die 22.500 russischen Soldaten eine Zahl sind, die erst zum Ende des Konflikts erreicht wurde. An den ersten beiden Tagen nahmen die russischen Streitkräfte lediglich mit zwei verstärkten Bataillonen (ca. 1500 Mann) an den Kampfhandlungen teil, weil es etwas anderes in der Gegend schlicht noch nicht gegeben hat und weitere Truppen erst mühsam zum Roki-Tunnel und dann durch die Hochgebrigspässe Südossetiens zum Kampfgebiet herangeführt werden mussten. Am 8.8.2008 standen ihnen dabei zwei und am 9.8.2008 drei georgische Infanterie-Brigaden gegenüber (jeweils rund 7.000 und 10.500 Mann). Weitere größere russische Truppenteile erreichten erst am 10.8.2008 das Konfliktgebiet, als sich georgische Truppen bereits aus Südossetien zurückgezogen haben und die Russen eine Offensive auf Gori vorbereiteten. Von einer zahlenmäßigen Überlegenheit der russischen Streikräfte kann unter diesen Umständen überhaupt gar keine Rede sein.

Der genaue chronologische Ablauf des Krieges sowie weitere Hintergrundinformation kann hier wahlweise auf Deutsch oder auf Englisch nachgelesen werden.
Zuletzt geändert von Ермолов am Di 6. Aug 2013, 17:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Fadamo
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Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Fadamo » Di 6. Aug 2013, 17:43

Chruschtschow » Do 20. Jun 2013, 02:11 hat geschrieben:Wo russische Streitkräfte sind sind auch russische Waffen:



Sehr weise gesprochen :thumbup:
Politik ist wie eine Hure,die kann man nehmen wie man will
Chruschtschow

Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Chruschtschow » Mo 12. Aug 2013, 22:08


ein Bericht über die russische Navy
Chruschtschow

Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon Chruschtschow » Mo 12. Aug 2013, 23:28


Der Flieger hats mir angetan.
Ich glaub ich hätte Kampfpilot werden sollen.
Der wird russische Grenzen, russische Interessen schützen.
Zuletzt geändert von Chruschtschow am Di 13. Aug 2013, 00:45, insgesamt 2-mal geändert.
cronos

Re: Russische Streitkräfte

Beitragvon cronos » Di 13. Aug 2013, 09:15

Die falsche Darstellung über die Stärke der Armee der CCCP und der Russlands ist eines der beliebten Themen, die Angst vor den Russen zu schüren, und das seit Jahrzehnten.

Helmut Kohl sagte einmal im Bundestag; dass die CCCP seit 1945 nur aufgerüstet hätte.
Das stimmt sogar, es ist aber nur die halbe Wahrheit. Es ist der Mythos von der russischen Überrüstung.
Die CCCP versuchte seit 1945 verzweifelt den Anschluss an die westliche Hochrüstung zu bekommen und zog immer nur NACH:

Atombombe USA 1945, CCCP 1950
Wasserstoffbombe USA 1953 CCCP 1954
taktische Kernwaffen USA 1955 CCCP 1956
Interkontineltalraketen USA 1955 CCCP 1957
Atom-Uboote USA 1956 CCCP 1962
U-Bootraketen USA 1959 CCCP 1968

Interkontinentale USA 1962 CCCP 1969
Feststoffraketen
Mehrfachsprengköpfe USA 1964 CCCP 1972
diese getrennt steuerbar USA 1970 CCCP1975

Der frühere NATO Oberbefehlshaber ließt einmal in einem Computer-Kriegsspiel das folgende Szenario analysieren:

In einer Krisensituation befielt der amerikanische Präsident als „letzte Warnung“ den nuklearen Angriff auf 19 Ziele in Mittel und Osteuropa: 5 Städte in der DDR , 5 in Bulgarien, . 3 in Polen , 3 in Ungarn und 3 in der CSSR . Danach sollte über den heißen Draht die Verhandlungsbereitschaft der Russen erkundet werden..

Auch wenn wir unterstellen, daß ein derartiger Schachzug nie ernstlich geplant war, (können wir aber sicher sein ?) wird die ungenierte Bekanntgabe derartiger „Übungen“ kaum dazu beitragen, die Bereitschaft der russischen Seite zu fördern, einer ausschließlich friedlichen Zielsetzung der NATO unbeirrt zu vertrauen.
Zuletzt geändert von cronos am Di 13. Aug 2013, 09:22, insgesamt 1-mal geändert.

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